Gesetz zur Änderung der Strafprozessordnung - digitale Ermittlungsmaßnahmen
Tagesordnungspunkt 5a, Zusatzpunkt 2 · 21/88 · 8. Juli 2026
Vielen Dank. – Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Die Reihen lichten sich etwas, obgleich wir ein wirklich wichtiges Thema besprechen. Stellen Sie sich vor, eine Terrorverdächtige lebt 30 Jahre im Untergrund. Ihr Sportverein postet Fotos, auf denen sie zu sehen ist. Man sucht überall nach ihr. Ein echter Fall: 2024 gibt es plötzlich Aufnahmen von Daniela …
Die Rednerin begründet die Einführung neuer digitaler Ermittlungswerkzeuge wie den biometrischen Internetabgleich mit dem Erfordernis moderner Strafverfolgung bei schweren Straftaten. Gleichzeitig betont sie die Etablierung rechtsstaatlicher Grenzen zur Wahrung der Grundrechte.
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der Staat, den unser Grundgesetz definiert, nimmt für sich in Anspruch, eine freiheitliche Grundordnung zu verwirklichen. Aufgabe des Staates und seiner Rechtsordnung ist es also zuvörderst, die Freiheit zu sichern. Zugleich gehört es zu seinen Kernaufgaben, die Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten. Oftmals stehen diese beiden Zielvorgaben in einem Spannungsverhältnis. Dann ist es Aufgabe …
Der Redner kritisiert den Gesetzentwurf zur digitalen Ermittlung als unverhältnismäßigen und schwerwiegenden Grundrechtseingriff, der aufgrund fehlender richterlicher Kontrolle und zu weit gefasster Anwendungsbereiche das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit zugunsten der Staatssicherheit falsch auflöst.
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir sind in diesen Tagen Zeugen einer der umfassendsten Sicherheitsoffensiven in Deutschland seit vielen Jahrzehnten: in der letzten Sitzungswoche die IP-Adressspeicherung und die Stärkung der Cyberabwehr, in dieser Woche die Stärkung der digitalen Ermittlungsbefugnisse und am Freitag voraussichtlich der Beschluss über die Modernisierung des Bundespolizeigesetzes. Als Koalition bringen wir die Kriminalitätsbekämpfung in …
Der Redner stellt das Gesetz als notwendigen Baustein einer umfassenden Sicherheitsoffensive dar, um Ermittlungsbehörden mit digitalen Werkzeugen wie KI und automatisierter Datenanalyse gegen moderne Kriminalität auszustatten.
Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Die Frage ist nicht, ob unsere Polizei digital arbeiten soll – natürlich soll sie das –, die Frage ist, ob sie das rechtsstaatlich tut und ob das Geplante tatsächlich das erfüllt, was versprochen wird, ob Freiheit und Sicherheit in einem Gleichgewicht sind und wie es gelingt, unsere Gesellschaft in Zeiten radikaler und autokratischer Tendenzen …
Der Redner fordert, dass digitale Ermittlungsmaßnahmen der Polizei rechtsstaatlich umgesetzt werden müssen, um Freiheit und Sicherheit im Gleichgewicht zu halten, und kritisiert den aktuellen Gesetzentwurf als verfassungswidrig sowie als Einfallstor für nicht-europäische Anbieter wie Palantir.
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! „Schon dem Grunde nach fehlt es an einem verfassungsrechtlich tragfähigen Fundament. […] Wir empfehlen: die Rücknahme der Gesetzesentwürfe; […]“ Zitat Ende. Das sind nicht meine Worte, das sagen unter anderem die Neue Richter*innenvereinigung, zahlreiche Anwälte und IT-Experten zu Ihren Überwachungsplänen. Was Sie hier vorlegen, Herr de Vries, schafft nicht mehr Sicherheit, es …
Clara Bünger kritisiert die geplanten digitalen Ermittlungsmaßnahmen als verfassungswidrig und warnt vor dem Aufbau einer autoritären Infrastruktur durch biometrische Massenerkennung sowie automatisierte Datenanalyse, die auch Unbeteiligte erfasse. Sie verbindet diese Kritik mit einem Angriff auf die gleichzeitige Aushöhlung des Informationsfreiheitsgesetzes durch die Koalition.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich frage noch einmal: Ist noch jemand im Haus, der hätte abstimmen wollen oder sollen oder können? Dann müsste er es jetzt tun. – Das ist nicht der Fall. Dann schließe ich die Abstimmung und bitte die Schriftführerinnen und Schriftführer, mit der Auszählung zu beginnen. Das Ergebnis der Abstimmung wird Ihnen dann später bekannt gegeben. Ich …
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Die Debatte um moderne Ermittlungsbefugnisse ist mit Sicherheit keine neue Debatte, sie beschäftigt den Rechtsstaat spätestens, seit es Sicherheitsbehörden gibt. Am Ende – und ich glaube, das teilen wir alle – steht immer dieselbe Frage: Was darf der Staat, um seine Bürgerinnen und Bürger effektiv zu schützen? Früher wurde darüber gestritten, ob der Staat …
Johannes Schätzl argumentiert für moderne digitale Ermittlungsbefugnisse als notwendige Anpassung an veränderte Kriminalitätsstrukturen, betont jedoch gleichzeitig die unverrückbaren Grenzen des Rechtsstaats zum Schutz von Freiheit und Privatsphäre. Er fordert eine menschliche Kontrolle über algorithmische Entscheidungen und mahnt digitale Souveränität durch den Verzicht auf nichteuropäische Analyseprodukte an.
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die „Neue Zürcher Zeitung“ schrieb im März des Jahres 2024: „Die Lücke zwischen dem, was die Technik kann, und dem, was legal einsetzbar ist, wird immer größer. Vor der Polizei hielt sie sich 30 Jahre lang versteckt. Ein Journalist fand sie in 30 Minuten: Daniela Klette, Mitglied der linksextremen Terrorgruppe Rote-Armee-Fraktion […].“ Und genau …
Der Redner befürwortet digitale Ermittlungsbefugnisse zur Verfolgung von Terroristen, warnt jedoch vor unverhältnismäßigen Grundrechtseingriffen bei Bagatellstraßen und der Weitergabe biometrischer Daten an ausländische Stellen.
Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Heute ist ein guter Tag für mehr Sicherheit in Deutschland. Nach langer Vorbereitung von BMI und BMJV liegen nun verschiedene Gesetzentwürfe vor. Mit der Stärkung der digitalen Ermittlungsbefugnisse kommen wir unserer Verpflichtung nach, den Sicherheitsbehörden die nötigen Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie für eine effektive Polizeiarbeit im Jahr 2026 …
Der Redner begrüßt die neuen digitalen Ermittlungsbefugnisse als notwendigen Schritt für die innere Sicherheit und betont, dass Sicherheit die Grundlage der Freiheit sei. Er weist Vorwürfe eines Überwachungsstaates als unredliche Angstmacherei zurück und greift dabei die Partei Die Linke historisch-politisch an.
Vielen Dank, Herr Präsident. Vielen Dank, Herr Bouffier, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. – Ich möchte noch mal die Frage aufgreifen, welche Software denn genutzt wird, wenn die automatisierte Datenanalyse eine Rechtsgrundlage bekommt. Wenn es darum geht, sieht man von der Bundesregierung und eigentlich von der Koalition in Gänze vor allem ein großes Wegducken. Es wird immer gesagt: Wir schauen …
Der Redner kritisiert das fehlende klare Bekenntnis der Bundesregierung gegen den Einsatz der umstrittenen Software Palantir im Rahmen neuer digitaler Ermittlungsmaßnahmen und fordert deren ausschließliche Ablehnung unter Verweis auf digitale Souveränität.
Herr Kollege, ich kann es ganz einfach machen: Wir schaffen hier kein Lex Palantir, sondern ein produkt- und technikneutrales Gesetz. Und das ist genau richtig und das, was wir brauchen. Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen, wir haben die Migrationswende eingeleitet, den Bevölkerungsschutz und unsere kritische Infrastruktur gestärkt. Und nun packen wir die Polizeigesetze noch mal an und verstärken sie …
Der Redner betont die Technikneutralität des Gesetzes und ordnet es in eine Reihe weiterer sicherheitspolitischer Maßnahmen wie das neue Bundespolizeigesetz ein.
Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Ministerin Hubig, Sie haben den Fall Daniela Klette erwähnt. 30 Jahre konnte sich die Ex-RAF-Terroristin im Untergrund verborgen halten, bis man sie 2024 in einer Wohnung in Berlin-Kreuzberg festnahm. Jahrzehntelang wurde mit den konventionellen Mitteln der Kriminalistik nach ihr gefahndet. Ein Hinweis aus …
Der Redner argumentiert am Beispiel des Falls Daniela Klette für die Einführung automatisierter biometrischer Abgleiche und Datenanalysen durch Strafverfolgungsbehörden, um schwere Straftaten effizienter aufzuklären. Er betont, dass der Gesetzentwurf der Union und SPD diese Maßnahmen durch enge rechtliche Schranken, Subsidiarität und richterliche Kontrolle in einen rechtsstaatlichen Rahmen einbettet.