Gesund länger arbeiten und Erwerbsminderungsrente verbessern
Tagesordnungspunkt 21 · 21/75 · 24. April 2026
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Kanzler Merz will die gesetzliche Rente zur Basisrente degradieren. Er verwechselt dabei Rente und Grundsicherung. Das ist falsch und verunsichert die Menschen. Wir dagegen wollen die Rente stärken. Unser Antrag besteht aus einem harmonischen Dreiklang. Wir wollen die Chancen verbessern, gesund bis zum Renteneintrittsalter und freiwillig darüber hinaus arbeiten zu können. Anreize zur Frühverrentung …
Der Redner skizziert ein Konzept, um gesundes längeres Arbeiten durch Prävention und Reha zu fördern sowie Frühverrentungsanreize abzubauen. Zugleich fordert er ein stärkeres Sicherheitsnetz für gesundheitlich Belastete durch eine neue Überlastungsschutzrente und die Abschaffung von Abschlägen bei der Erwerbsminderungsrente.
Vielen Dank. – Bevor wir die Aussprache fortsetzen, gebe ich die von den Schriftführerinnen und Schriftführer ermittelten Ergebnisse der namentlichen Abstimmungen bekannt. Ich komme zum Ergebnis über die Beschlussempfehlung des Finanzausschusses zu dem Antrag der Abgeordneten Kay Gottschalk, Jan Wenzel Schmidt, Jörn König, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD mit dem Titel: „Berufstätige Pendler sofort entlasten – Entfernungspauschalen für …
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Grau, Sie haben leider in Ihrer Rede einen wesentlichen Punkt vergessen, nämlich den demografischen Wandel. Der demografische Wandel stellt unsere umlagefinanzierten Sicherungssysteme vor enorme Herausforderungen. Deswegen ist es völlig klar, dass wir tragfähige Lösungen brauchen, um natürlich die Menschen im Alter gut absichern zu können, damit diejenigen, die ins Renteneintrittsalter kommen, …
Reddig betont die Herausforderungen des demografischen Wandels für die Rentensysteme und fordert stabile Sozialabgaben bei gleichzeitiger Absicherung der Menschen. Er verteidigt die Aktivrente als Mittel für längere Teilhabe am Arbeitsleben und verweist auf vergangene sowie aktuelle Verbesserungen der Erwerbsminderungsrente und der Reha-Maßnahmen.
Wir haben im letzten Jahr ein Gesetz mit Blick auf das Fallmanagement bei Rehas und Prävention beschlossen. Damit schaffen wir insbesondere individuelle Unterstützung, eine bessere Begleitung im gesamten Prozess und die Möglichkeit, dass die Menschen, so gut es geht, individuell an die Hand genommen werden, damit sie am besten erst gar nicht in der Erwerbsminderung landen. Das ist der richtige …
Reddig betont die Bedeutung von Prävention und Fallmanagement, um Erwerbsminderung zu vermeiden, und fordert einen zielgenauen Sozialstaat statt einer Gießkannenförderung. Er kritisiert den Antrag der Gegenseite als finanzpolitisch unwirksam und bürokratisch, da er demografische Probleme nicht löse und die Sozialabgaben nicht stabilisiere.
Vielen Dank, Herr Präsident, dass Sie die Kurzintervention zugelassen haben. – Schade, Herr Kollege Reddig, dass Sie meine Zwischenfrage nicht zuließen. Eine kurze Anmerkung zur Aktivrente: Ja, die halten wir für ungeeignet und wollen sie abschaffen. Sie ist ineffizient, hat sehr viele Mitnahmeeffekte und ist einfach sehr teuer. Aber meine Frage richtet sich darauf: Sie haben mir unterstellt, dass ich …
Der Redner verteidigt sich gegen Vorwürfe bezüglich der Nichtberücksichtigung der Demografie und präzisiert, dass der Rentnerquotient entscheidend sei. Er betont, dass die Rentenpolitik darauf abzielen müsse, Menschen möglichst lange in Beschäftigung zu halten, wofür Prävention, Reha und die Stärkung der Frauenerwerbstätigkeit zentrale Maßnahmen seien.
Vielen Dank. – Herr Abgeordneter Grau, ich gebe Ihnen völlig recht: Der demografische Wandel ist jedenfalls insofern gestaltbar, als dass wir auf den demografischen Wandel reagieren müssen. Sie haben auch völlig recht mit dem Punkt, dass wir es schaffen müssen, mehr Menschen im System zu halten, die länger arbeiten. Aber dann müssen wir auch die politischen Entscheidungen dafür treffen. Schon …
Reddig betont die Notwendigkeit, dem demografischen Wandel durch längere Erwerbsbiografien zu begegnen, kritisiert dabei frühere Frühverrentungsmodelle wie die Rente mit 63 und fordert konkrete Maßnahmen statt lediglich wiederverwendeter Lösungsformeln. Er verweist auf die laufende Rentenkommission, deren Konzept im Juni vorgestellt werden soll.
Herr Präsident! Liebe Kollegen! Verehrte Bürger! Um heute einmal mit etwas Positivem zu beginnen: Es hat sich etwas getan in den letzten Jahren, was die Leistungsansprüche für Erwerbsminderungsrentner angeht. Ich denke an die Ausweitung der Zuschläge auf Bestandsrentner und an die Hinzuverdienstgrenzen. Liebe Kollegen, das reicht aber nicht. Fast 1,8 Millionen Menschen sind ganz oder teilweise auf die Erwerbsminderungsrente angewiesen. …
Die Rednerin lobt initiale Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente, kritisiert jedoch den Grünen-Antrag als primär auf die Stabilisierung der Rentenversicherung und längeres Arbeiten abzielend. Sie warnt vor zusätzlicher Regulierung für kleine Betriebe in einer Wirtschaftskrise und fordert stattdessen eine gute Wirtschafts- und Arbeitspolitik als beste Prävention.
Sehr geehrter Herr Präsident! Kolleginnen und Kollegen! Danke für den Antrag der Grünen! Er schafft Raum, um über ein wichtiges Thema zu sprechen. Es geht ja, wenn wir über Rente und Erwerbsminderungsrente reden, im Grunde genommen auch um den Sozialstaat insgesamt. Warum? Weil es darum geht, dass wir möglichst viele Menschen in sozialversicherungspflichtige Arbeit bringen – und das so lange …
Die Rednerin argumentiert, dass zur Stärkung der Erwerbsminderungsrente und des Sozialstaats das Arbeitskräftepotenzial besser ausgeschöpft werden muss. Sie fordert gute Arbeitsbedingungen, Prävention, starke Betriebsräte und eine verlässliche soziale Absicherung für den Fall der Erwerbsunfähigkeit.
Sehr geehrter Herr Präsident! Arbeit macht viel zu oft krank. Und das muss sich dringend ändern. Das Motto ist „Prävention vor Reha vor Rente“. Wir müssen Belastungen im Job reduzieren – nicht nur individuell, sondern grundsätzlich. Und gerade ältere Beschäftigte und Menschen, die krank werden, müssen rechtzeitig die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Beim Thema Reha geht der Antrag der …
Die Abgeordnete fordert die Reduzierung von Arbeitsbelastungen sowie den Ausbau von Prävention und Rehaleistungen. Sie kritisiert die Hürden bei der Erwerbsminderungsrente und wirft der Regierung vor, mit der geplanten Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren schwer arbeitende Menschen zu bestrafen.
Nein, danke. – Sie beschweren sich, dass die Rente nach 45 Beitragsjahren überwiegend von Gesunden genutzt wird. Da frage ich mich ernsthaft: Wo ist denn da eigentlich das Problem? Menschen, die so lange gearbeitet haben, haben sich ihren Ruhestand schlicht verdient. Sie tun so, als wäre das ein Princess Treatment; aber es ist das Bare Minimum. Menschen müssen gesund die …
Sarah Vollath verteidigt die Inanspruchnahme der Rente nach langen Beitragsjahren durch Gesunde als verdienten Ruhestand und kritisiert die Anhebung des Renteneintrittsalters angesichts stagnierender Lebenserwartung. Sie wirft der Union und der Bundesregierung vor, staatlich organisierte Altersarmut zu betreiben, und fordert stattdessen eine abschlagsfreie Rente ab 60 nach 40 Beitragsjahren.
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Antrag der Grünen zeigt wieder einmal: viele gute Absichten, aber wenig Sinn für Realität. Der demografische Wandel – wir haben es oft diskutiert – ist die große Herausforderung unseres Landes und unserer Gesellschaft. Und darauf müssen wir natürlich die richtigen Antworten geben. Wir brauchen mehr Beschäftigung. Wir brauchen mehr wirtschaftliche Stärke. …
Aumer lehnt den Antrag der Grünen als unrealistisch und zu kurz greifend ab. Er betont die Notwendigkeit wirtschaftlicher Leistungskraft als Grundlage des Sozialstaates und fordert stattdessen eine grundlegende, finanzierbare Reformdebatte auf Basis der Arbeiten der Sozialstaats- und Rentenkommission.
Herr Präsident! Liebe Bürger und Zuschauer! Wer in diesem Land sein Leben lang hart gearbeitet hat und dann krank wird, steht am Ende vor den Trümmern seiner Existenz. Während unzählige Milliarden für ideologische Wolkenkuckucksheime verpulvert werden, speist man die echten Leistungsträger in unserem Land – insbesondere bei der Erwerbsminderungsrente – mit lächerlichen Almosen ab. Meine Damen und Herren, das ist …
Der Redner kritisiert die aktuelle Ausgestaltung der Erwerbsminderungsrente als unzureichend und wirft der Regierungskoalition vor, das System durch eine unkalkulierte Überlastungsschutzrente sowie die geplante Abschaffung der Rente mit 63 kaputt machen zu wollen. Er fordert im Gegenzug unbürokratische und würdevolle Verfahren für Betroffene.
Der Redner lehnt den Antrag der Grünen ab, da er ihn als teuer, ungerecht und wirkungslos kritisiert. Zugleich betont er den Respekt vor der Lebensleistung langjährig Versicherter.
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Wenn man nach der AfD redet, bleibt es nicht aus, dass man sagen muss, dass da sehr viel Realitätsverweigerung dabei war. Ich glaube nicht, dass man dann blass wirkt. Wenn Sie hier behaupten – das muss man wirklich mal sagen –, die Preissteigerungen würden durch dieses Haus verursacht, dann zeigt …
Der Redner benennt die Verdichtung der Arbeit als Ursache für gesundheitliche Belastungen und fordert von den Arbeitgebern mehr Eigenverantwortung. Anstatt neuer bürokratischer Regeln setzt die SPD auf betriebliche Mitbestimmung und Tarifverträge, um gesunde Arbeitsbedingungen zu sichern.