Zeitnahe Arzttermine für alle ermöglichen - Gute ambulante Versorgung flächendeckend gewährleisten
Tagesordnungspunkt 16 · 21/72 · 17. April 2026
Vielen Dank. – Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Eigentlich ist es ganz einfach: Wer krank ist, braucht Hilfe – und das am besten schnell. Aber die Realität in unserem Land ist: Wie schnell man einen Facharzttermin bekommt, hängt meistens vom Versicherungsstatus und vor allem vom Geldbeutel ab. Privat oder gesetzlich – das entscheidet über Gesundheit. …
Die Rednerin kritisiert die Ungleichbehandlung von Privat- und gesetzlich Versicherten bei der Arztterminvergabe und bezeichnet dies als Klassenfrage. Sie fordert die Abschaffung finanzieller Anreize für Bevorzugung, eine einheitliche Gebührenordnung sowie verbindliche Wartezeiten von vier Wochen und beklagt die mangelnde Einbindung von Beschäftigten in die Gesundheitspolitik.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ein leistungsfähiges Gesundheitssystem erkennt man daran, dass Menschen im Krankheitsfall schnell einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen können, eine verlässliche Diagnose bekommen und bestmöglich behandelt werden, und dies eben nicht erst nach etlichen Wochen oder gar Monaten. Der Antrag der Linksfraktion tut so, als ob dies …
Der Redner argumentiert, dass der Antrag der Linksfraktion die eigentlichen Engpässe im Gesundheitssystem nicht löst, sondern nur reguliert. Er plädiert stattdessen dafür, gescheiterte finanzielle Anreize abzuschaffen und die Bedeutung der privaten Krankenversicherung als systemstabilisierenden Finanzierungsbeitrag anzuerkennen.
– ich würde gerne fortfahren – sowie die Vorgabe, dass 25 Wochenstunden reine GKV-Zeit sein sollen, in denen weder Privatpatienten noch Selbstzahler behandelt werden dürfen. Unter dem Strich: mehr Bürokratie und weniger Zeit für den Patienten. Stark staatlich zentralisierte Systeme sind eher weniger leistungsfähig. Im staatlichen Gesundheitssystem Großbritanniens wartet man mehr als dreieinhalb Monate auf einen Facharzttermin. Was brauchen wir …
Der Redner lehnt den Antrag der Linken ab und warnt vor Bürokratie sowie langen Wartezeiten durch staatliche Zentralisierung. Stattdessen fordert er ein Primärarztsystem, mehr Kompetenzen für nichtärztliches Personal und den Abbau von Sektorengrenzen, um die ambulante Versorgung zu verbessern.
Sehr geehrter Herr Müller, es ist schade, dass Sie die Zwischenfrage nicht zugelassen haben. Ich freue mich sehr, zu erfahren, inwiefern Sie auf meine Intervention nun eine Antwort haben. Ich wundere mich über Ihren Beitrag zur privaten Versicherung und übrigens auch darüber, über diese Idee, Sie würden keine Partikularinteressen vertreten. Wenn Sie in der jetzigen Reform nicht die Menschen einbeziehen, …
Der Redner kritisiert die Beibehaltung der privaten Krankenversicherung als Vertretung von Partikularinteressen und fordert eine Einbeziehung von Besserverdienenden, Abgeordneten und Beamten in die gesetzliche Versicherung. Er argumentiert, dass das aktuelle System eine Zweiklassengesellschaft darstelle, bei der beide Gruppen benachteiligt würden.
Vielen Dank. – Herr Kollege, ich habe die Zwischenfrage nicht zugelassen, weil ich dachte: Bei vier Minuten Redezeit will ich im Zusammenhang vortragen. Aber ich bin nun gerne bereit, einige Ihrer Fragen zu beantworten. Ich will es aber nicht über die Maßen ausdehnen. Zunächst zur ersten Frage, was die Ergebnisse der GKV-FinanzKommission anbelangt und warum wir die Privatversicherten nicht einbeziehen. …
Axel Müller verteidigt die Einbeziehung der Privatversicherten zur Stabilisierung des Gesamtsystems und erklärt die Begrenzung der GKV-FinanzKommission auf die gesetzlichen Kassen. Er argumentiert, dass das System der gesetzlichen Kassen von den Zahlungen der privaten Krankenversicherungen profitiert.
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Antrag der Linken klingt zunächst sympathisch: „Zeitnahe Arzttermine für alle ermöglichen“. Wer wollte das nicht? Aber hinter diesem Titel steckt keine Lösung, sondern ein grundlegender Denkfehler. Sie verwechseln ein Verteilungsproblem mit einem Kapazitätsproblem. Mehr Regeln zur Terminvergabe schaffen keinen einzigen zusätzlichen Arzt, keine Pflegekraft und keinen Behandlungsraum. Das ist der Kern Ihres …
Die Rednerin lehnt den Antrag der Linken ab, da dieser ein Verteilungsproblem fälschlicherweise als Kapazitätsproblem behandle und durch mehr Regulierung keine eigentlichen Ressourcen schaffe. Sie kritisiert insbesondere die vorgesehene Abschaffung des dualen Krankenversicherungssystems als fatale Mangelverwaltung, die finanzielle Mittel entziehe und die Versorgung verschlechtere.
Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Antrag beschreibt durchaus ein reales Problem. Man muss sagen: Wenn Menschen zu lange auf einen Arzttermin warten, dann hat das auch mit der Funktionsfähigkeit des Staates zu tun. Wenn erfolglos viele Arztpraxen durchtelefoniert werden, dann wird das Gesundheitssystem negativ erlebt und die Funktionsfähigkeit des Staates infrage gestellt. Das Terminservice- und Versorgungsgesetz …
Yüksel anerkennt das Problem langer Arztterminwartezeiten, betont aber zugleich die Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems. Er kritisiert die Unwirksamkeit bisheriger finanzieller Anreize und fordert eine bessere Systemsteuerung, etwa durch stärkere Nutzung von Langzeitverschreibungen.
Vielen Dank, Herr Kollege Yüksel, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. – Sie sagten, wir sollen den Teufel nicht an die Wand malen, dass das kein Untergang des Abendlandes ist usw. usf. Wir reden hier gerade von einer durchschnittlichen Wartezeit von 30 Wochen für einen Platz in der Kinder- und Jugendtherapie. Wir reden also davon, dass Menschen, Kinder, die Depressionen haben, …
Der Redner kritisiert die langen Wartezeiten von durchschnittlich 30 Wochen in der Kinder- und Jugendtherapie und fragt nach der gesellschaftlichen Bedeutung dieses Zustands. Er wirft der Regierung vor, durch geplante Einsparungen im Gesundheitssystem die Situation weiter zu verschlechtern.
Die ehrliche Antwort darauf ist, dass es genau diese Antwort nicht gibt. Sie wollen eine Termingarantie machen; die lässt sich aber nicht umsetzen. In den letzten zehn Jahren sind 9 Prozent aller Hausärzte in Pension gegangen. Gleichzeitig ist der Bedarf um 15 Prozent angestiegen, und die Prognosen bis Ende des Jahrzehnts sehen nicht viel besser aus. Wir haben einen Mangel …
Yüksel lehnt eine starre Termingarantie als unrealistisch ab und verweist auf strukturelle Engpässe im Gesundheitssystem. Er fordert stattdessen pragmatische Reformen wie Direktzugänge zu Heilmittelerbringern, digitale Steuerung und Effizienzgewinne, um die gesetzliche Krankenversicherung langfristig stabil zu halten.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist gut, dass Die Linke heute die Themen „Wartezeiten auf Arzttermine“ und „die Ungleichbehandlung von Privat- und gesetzlich Versicherten“ aufgreift. Menschen dürfen bei der ärztlichen Terminvergabe nicht aufgrund ihres Versicherungsstatus benachteiligt werden; das ist auch für uns Grüne ganz klar. Gesundheitsversorgung ist ein wichtiges Element der Daseinsvorsorge. Eine unzureichende ärztliche Versorgung …
Der Redner begrüßt den Antrag der Linken zur Gleichbehandlung bei Arztterminen, betont aber, dass eine umfassende Lösung nur durch das grüne Konzept der Bürgerversicherung und ein gestärktes Primärversorgungssystem mit Hausarztpraxen als Lotsen erreicht werden könne.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir kennen alle das Problem: Wer auf einen Arzttermin wartet, der braucht eben keine Debatte über Zuständigkeiten, sondern er braucht schnelle Hilfe. Genau deshalb ist richtig, dass wir heute über den Zugang zur ambulanten Versorgung sprechen. Aber eines sage ich auch ganz deutlich: Es reicht nicht, alte Empörung in einen neuen Antrag …
Janssen fordert eine differenzierte Weiterentwicklung der ambulanten Versorgung statt pauschaler Kritik am TSVG. Sie betont die Notwendigkeit eines gesteuerten Primärversorgungssystems mit Hausärzten als Lotsen und Advociert für eine fundierte Ausschussberatung zur gezielten Mittelverwendung.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das Bestreben, die Wartezeiten auf Facharzttermine zu verkürzen, ist gescheitert. Betrugen die durchschnittlichen Wartezeiten 2019 noch 33 Tage, waren es 2024 bereits 42. Der Antrag der Linkenfraktion geht am eigentlichen Skandalzustand unseres Gesundheitssystems vorbei. Deutschland hat eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt, gleichzeitig aber die höchste vermeidbare Sterblichkeit in Westeuropa. …
Joachim Bloch kritisiert den Antrag der Linkenfraktion als unzureichend und benennt steigende Wartezeiten sowie eine hohe vermeidbare Sterblichkeit als zentrale Probleme des deutschen Gesundheitssystems. Er fordert stattdessen strukturelle Reformen wie Senkung der Medikamenten-Mehrwertsteuer, Preisbegrenzungen, Bürokratieabbau, Kassenfusionen und Regulierung der Lebensmittelindustrie, während er die Beibehaltung von Sozialversicherungsabkommen mit anderen Ländern als Ungleichbehandlung deutscher Familien ablehnt.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja, wir haben ein Problem bei der Vergabe von Arztterminen; das ist hinlänglich bekannt. Aber der Antrag der Linken löst dieses Problem mal wieder nicht – ganz im Gegenteil. Die gesundheitspolitischen Vorstellungen der Linkspartei offenbaren ein altbekanntes Muster: Leistungsfeindlichkeit in Reinform, getarnt als soziale Gerechtigkeit. Ihr Antrag ist …
Dr. Hans Theiss kritisiert den Antrag der Linkspartei zur Verbesserung von Arztterminen als schädlich und leistungsfeindlich. Er betont die Bedeutung des freien Berufsstandes und der privaten Krankenversicherung für das Gesundheitssystem und kündigt stattdessen pragmatische Lösungen durch die Bundesregierung an.