Klimaschutzprogramm als Entlastungsprogramm

Tagesordnungspunkt 10a · 21/69 · 27. März 2026

AutobahnElektrofahrzeugErneuerbare EnergieErneuerbare-Energien-GesetzGebäudeenergieeffizienzGebäudeenergiegesetzGeschwindigkeitsbegrenzungGesetzgebung
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AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Damit schließe ich die Aussprache. Interfraktionell wird die Überweisung der Vorlage auf Drucksache 21/3250 an die in der Tagesordnung aufgeführten Ausschüsse vorgeschlagen. Gibt es weitere Überweisungsvorschläge? – Ich sehe, das ist nicht der Fall. Dann verfahren wir wie vorgeschlagen. Ich rufe jetzt auf die Tagesordnungspunkte 10a und 10b: a) Beratung des Antrags der Abgeordneten Lisa Badum, Swantje Henrike Michaelsen, Dr. …
Damit schließe ich die Aussprache. Interfraktionell wird die Überweisung der Vorlage auf Drucksache 21/3250 an die in der Tagesordnung aufgeführten Ausschüsse vorgeschlagen. Gibt es weitere Überweisungsvorschläge? – Ich sehe, das ist nicht der Fall. Dann verfahren wir wie vorgeschlagen. Ich rufe jetzt auf die Tagesordnungspunkte 10a und 10b: a) Beratung des Antrags der Abgeordneten Lisa Badum, Swantje Henrike Michaelsen, Dr. Julia Verlinden, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Klimaschutzprogramm als Entlastungsprogramm Drucksache 21/4951 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (f) Ausschuss für Wirtschaft und Energie Verkehrsausschuss Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen b) Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (16. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Lisa Badum, Swantje Henrike Michaelsen, Dr. Julia Verlinden, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Nach Urteil des Bundesverwaltungsgerichts – Ein Klima-Turbo für Deutschland Drucksachen 21/4271, 21/4890 Für die Aussprache wurde eine Dauer von 30 Minuten vereinbart. – Ich darf die Kolleginnen und Kollegen bitten, zügig die Plätze zu wechseln. Ich eröffne hiermit die Aussprache. Die erste Rednerin in dieser Debatte ist für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Lisa Badum. Beifall: Grüne
LI Lisa Badum Grüne rede Im Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der eine oder andere denkt sich vielleicht: Ich könnte jetzt schon längst auf dem Weg in meinen Wahlkreis sein, wenn die Grünen nicht wieder das Thema Klima aufgesetzt hätten. Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist die Woche des Klimaschutzprogramms, und es ist bezeichnend, dass die Regierung es …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der eine oder andere denkt sich vielleicht: Ich könnte jetzt schon längst auf dem Weg in meinen Wahlkreis sein, wenn die Grünen nicht wieder das Thema Klima aufgesetzt hätten. Beifall: AfD (einzelne Abg.) Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist die Woche des Klimaschutzprogramms, ↳ Dr. Ingo Hahn (AfD): »Hat aber noch keiner gemerkt!« und es ist bezeichnend, dass die Regierung es eben nicht als Thema aufgesetzt hat. Beifall: Grüne Die Pflicht zum Vorlegen des Klimaschutzprogramms fällt zusammen mit einem fossilen Preisschock bei Öl und Gas, mit einem Konflikt im Nahen Osten. Was für eine Chance für Sie als Regierung, jetzt den Menschen Orientierung zu geben und zu sagen, wie sie dieser fossilen Kostenfalle langfristig entfliehen können. Auf der einen Seite haben wir Umweltminister Schneider – schön, dass Sie da sind, dass Sie sich die Zeit nehmen –, der sagt: Das Klimaschutzprogramm ist eine Unabhängigkeitserklärung in Bezug auf Öl und Gas. – Finde ich richtig, finde ich gut. Beifall: Grüne (einzelne Abg.) – Dafür kann man auch klatschen; denn das ist gut. Beifall: Grüne Beifall: SPD (einzelne Abg.) Und auf der anderen Seite haben wir Friedrich Merz, der, wenn man ihn fragt, nicht mal weiß, ob es ein Programm oder ein Bericht ist, der, wenn man ihn in der Kanzlerbefragung fragt: „Wie wollen wir unabhängig werden von Öl und Gas? Wie wollen wir die Menschen vor Preisschocks schützen?“, vorschlägt, dass wir die Förderung von fossilem Gas ausbauen und da mehr Geld reinstecken sollen. ↳ Mayra Vriesema (Grüne): »Armselig!« Zu Frau Reiche möchte ich an dieser Stelle erst mal gar nichts mehr sagen. Wenn wir uns das Klimaschutzprogramm genauer anschauen – und ich stütze mich hier auf das, was die Berater der Bundesregierung sagen, Ihre Berater, der Expertenrat für Klimafragen; aber, ehrlich gesagt, können wir auch einfach nur unseren gesunden Menschenverstand nutzen –, dann sehen wir: Erstens. Sie erreichen die Klimaziele 2030 mit diesem Programm nicht. Zweitens. 90 Prozent der Einsparungen sollen nach 2030 stattfinden. Das heißt, der Großteil der Einsparungen soll nach Ihrer Regierungszeit stattfinden, wenn Friedrich Merz gar nicht mehr Kanzler ist. Wie Sie das dann finanzieren wollen, weiß man natürlich jetzt nicht; das schreiben Sie auch in dem Programm. Das ist Politik nach dem Motto „Nach mir die Sintflut“, meine Damen und Herren. Beifall: Grüne ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »Dann sind wir Kanzler! Wir machen das schon!« Drittens. Ihre Zahlen stimmen nicht. Sie rechnen auf einer veralteten Grundlage, und Sie verschweigen Ihr neues Teuer-Heizen-Gesetz, mit dem Sie ja neue Öl- und Gasheizungen fördern wollen; Sie sagen, die Leute sollen sich die wieder einbauen. – Und das ist jetzt noch sehr vornehm von mir ausgedrückt, weil ich nett sein will. ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »Das ist ja was ganz Neues!« ↳ Dr. Ingo Hahn (AfD): »Frau Badum, lächeln Sie doch mal!« Viertens sagt der Expertenrat für Klimafragen auch, dass Sie im Bereich „soziale Gerechtigkeit“ in diesem Klimaschutzprogramm wirklich Luft nach oben haben. Herr Umweltminister Schneider, Sie baten mich ja im Ausschuss um Vorschläge für klimasoziale Maßnahmen, da Sie selbst keine Ideen haben. Ich bin dem sehr gern nachgekommen; ich habe Ihnen gestern einen Brief mit Vorschlägen für Maßnahmen geschrieben. Nur einige Beispiele; wir sind ja Serviceopposition. ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »„Serviceopposition!“« Senken Sie die Stromsteuer für alle, wie seit einem Jahr von dieser Regierung angekündigt! Beifall: Grüne Beifall: Linke (einzelne Abg.) Führen Sie ein bundesweites Sozialticket ein! Das können Sie sogar aus dem Europäischen Sozialfonds bezahlen – ist doch toll. Machen Sie die Heizungsförderung etwas progressiver, staffeln Sie die noch sozialer! Das war im ersten Entwurf des Klimaschutzprogrammes drin. Viele weitere Vorschläge finden Sie in meinem Brief. Was Sie nicht in meinem Brief finden werden, ist die Erhöhung der Pendlerpauschale, wie von Frau Reiche gestern ins Gespräch gebracht. Die wollen wir nicht, weil sie überproportional Besserverdienende entlastet und auch die falschen Anreize im Klimaschutz setzt. Beifall: Grüne Beifall: Lorenz Gösta Beutin (Linke) Das wollen wir nicht haben, meine sehr geehrten Damen und Herren; das würde ich Ihnen nicht empfehlen. Mein Vorschlag ist: Überarbeiten Sie Ihr Klimaschutzprogramm! Nutzen Sie jetzt die Chance in der Krise für den großen Wurf – so wie Spanien, das sich wirklich unabhängig macht mit Erneuerbaren, das den niedrigsten Strompreis in der EU hat, oder Großbritannien, wo die Regierung jetzt verpflichtend Solaranlagen und Wärmepumpen im Neubau vorschreibt. Diese Länder nutzen diese Chance. Haben Sie den Mut, den Kurs zu ändern, den Sie fahren! Stoßen Sie uns nicht in die Reiche-Schlucht! Vielen Dank. Beifall: Grüne
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Die nächste Rednerin ist Anna Aeikens für die Unionsfraktion. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.)
AN Anna Aeikens Union rede Im Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Gäste! Klimaschutz steht heute auf der Agenda, und wir reden gerne auch Freitag Mittag mit Ihnen über dieses Thema. Der Grund dafür ist – Sie haben es bereits angesprochen – das Klimaschutzprogramm 2026, welches diese Woche vorgestellt worden ist, ein Programm, das uns hier in Deutschland den Weg ebnen soll, die …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Gäste! Klimaschutz steht heute auf der Agenda, und wir reden gerne auch Freitag Mittag mit Ihnen über dieses Thema. Der Grund dafür ist – Sie haben es bereits angesprochen – das Klimaschutzprogramm 2026, welches diese Woche vorgestellt worden ist, ein Programm, das uns hier in Deutschland den Weg ebnen soll, die Klimaschutzziele zu erreichen. Die aktuellen Treibhausgasdaten zeigen, dass wir die Emissionen in Deutschland seit 1990 um 48 Prozent reduziert haben, mit zeitgleich steigender Wirtschaftsleistung. Und das ist doch eigentlich ein Erfolgsrezept, wenn wir das Klima schützen und zeitgleich die Wirtschaftsleistung steigt. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Und es zeigt uns vor allem doch auch, dass wir Klimaschutz und Wirtschaft nicht gegeneinander ausspielen dürfen, sondern Hand in Hand gemeinsam beide Bereiche bearbeiten sollten und auch gemeinsam denken müssen. Das macht auch diese Bundesregierung. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Das Klimaschutzprogramm weist eine ganz bunte Mischung an Maßnahmen und Lösungen auf, die uns dabei helfen, diese Ziele zu erreichen. Auf einen Sektor möchte ich ganz besonders eingehen: Das ist unsere Landwirtschaft. Sie dient unserer Ernährungssicherheit, und wir alle profitieren jeden Tag davon. Selbstverständlich muss auch diese Branche ihren Beitrag leisten, die Emissionen zu senken, und seit 1990 sind auch bereits die Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft um circa 30 Prozent gesunken. Laut dem aktuellen Projektionsbericht des Umweltbundesamtes vom 14. März dieses Jahres hält auch der Sektor Landwirtschaft mit den bisher beschlossenen Maßnahmen seine Klimaziele für 2030 ein. Welche Maßnahmen schauen wir uns da genau an, die die Vielfalt der Landwirtschaft mit einschließen? Es geht um Investitionsförderungen beim Wirtschaftsdüngermanagement, und auch gerade in den letzten Wochen haben wir ja wieder viel über das Thema Dünger und auch die Notwendigkeit des Düngens für unsere Pflanzen gesprochen. Die aktuellen Krisen zeigen uns auch, wie wichtig es ist, das heimische Potenzial zu nutzen. Wir reden von Investitionsförderungen für alternative Antriebe bei landwirtschaftlichen Maschinen, und wir sind bei landwirtschaftlichen Maschinen hier in Deutschland in der Entwicklung auch Spitzenreiter. Das ist eine Chance für diese Branche. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Wir reden aber auch über die Stärkung des heimischen Anbaus von Eiweißpflanzen und der Förderung von alternativen Proteinquellen. Es ist ebenfalls ein wichtiges Instrument für die Diversifizierung unserer Fruchtfolgen und auch ein großes Potenzial für die Vielfalt auf unserem Teller, wenn wir auch hier die heimische Produktion ankurbeln können. Und natürlich geht es auch um den Ausbau der Forschungsprogramme zur Methanmessung und Optimierung der Fütterung der Rinder für unsere Rinderhalter. Wichtig ist nämlich das ganze Thema Tierhaltung mit Blick auf die Landwirtschaft, um auch hier unsere tierhaltenden Betriebe mitzunehmen und mitzudenken. Denn das Klimaschutzprogramm erklärt richtigerweise, dass viele der Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft prozessbedingt und daher nicht vollständig vermeidbar sind. Dies anzuerkennen, ist unglaublich wichtig für die Tierhaltung und für deren Perspektive. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Neben diesen konkreten Maßnahmen, meine Damen und Herren, geht es auch um andere wichtige Faktoren wie die Aktivität unserer Wälder und auch das Potenzial, das wir da noch haben, genauso wie bei unseren Mooren. Und bei all diesen Maßnahmen, bei all diesen Diskussionen ist es so unglaublich wichtig, unsere Landwirte mitzunehmen, unsere Förster mitzunehmen, die Bürger mitzunehmen, sie als Verbündete zu sehen – ↳ Dr. Julia Verlinden (Grüne): »Es gibt mehr Verbündete für Klimaschutz, als Sie denken! Schon jetzt!« vor allem deswegen, weil sie ja daran schon arbeiten, weil sie die Herausforderungen vor Ort bei sich spüren – und die Arbeit, die sie vor Ort machen, und das Mitdenken ernst zu nehmen und sie in diesen Prozess mit einzubinden. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Sehr geehrte Damen und Herren, Sie können sich gar nicht vorstellen, wie dankbar ich für die Ausführungen unseres Ministers war, der gesagt hat, wie wichtig ihm bei diesem Prozess ist, nicht zu polarisieren und die Debatte nicht unnötig aufheizen zu lassen; denn wir haben bei einem so wichtigen Thema Stück für Stück die gesellschaftliche Akzeptanz leider verloren. ↳ Dr. Julia Verlinden (Grüne): »Nein, haben wir nicht! Erzählen Sie das doch nicht ständig!« Und es ist doch so wichtig, unsere Heimat zu schützen. Häufig sorgt es bei mir daheim leider Gottes für Augenrollen und auch für Unverständnis. Doch wir wollen doch alle unsere Heimat schützen – auch bei mir in Sachsen-Anhalt –, und zwar mit der Bevölkerung und mit der Akzeptanz vor Ort. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Statt jetzt über einzelne Punkte und die Vor- und Nachteile zu diskutieren, wünsche ich mir, dass wir zügig an die Umsetzung gehen, zügig forschen, zügig Möglichkeiten schaffen, um gemeinsam unsere Ziele zu erreichen. Herzlichen Dank. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.)
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Der nächste Redner in dieser Debatte ist Karsten Hilse für die AfD-Fraktion. Beifall: AfD
KA Karsten Hilse AfD rede Im Protokoll ↗
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Liebe Landsleute! Und selbstverständlich: Werte Zweifler am natürlichen Klimawandel! Die Grünen beginnen ihren Antrag mit einer Beschwerde: Der Ausbau der erneuerbaren Energien würde gebremst, das Gebäudeenergiegesetz infrage gestellt, europäische Vereinbarungen wie das Verbrennerverbot 2035 aufgeweicht. Wenn das stimmte, wäre es ja wenigstens ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Aber diese Regierung macht bei …
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Liebe Landsleute! Und selbstverständlich: Werte Zweifler am natürlichen Klimawandel! Die Grünen beginnen ihren Antrag mit einer Beschwerde: Der Ausbau der erneuerbaren Energien würde gebremst, das Gebäudeenergiegesetz infrage gestellt, europäische Vereinbarungen wie das Verbrennerverbot 2035 aufgeweicht. Wenn das stimmte, wäre es ja wenigstens ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Aber diese Regierung macht bei genauerer Betrachtung genau das, was Sie wollen, also grüne Politik, ↳ Lisa Badum (Grüne): »Leider nicht!« währenddessen Deutschland seit 2020 1 000 Milliarden Euro an Wirtschaftskraft verloren hat. Und Ihr aller Klimabetrug hat den größten Anteil an diesem Verlust. Beifall: AfD Das „Handelsblatt“ beispielsweise schreibt: „Reiche plant Schub für Windkraft an Land“, und Minister Carsten Schneider will allein bis 2030 2 000 neue Windmonster bauen lassen. Diese Regierung versündigt sich nicht nur am deutschen Volke, sondern auch an unserer Heimat, an unserer Natur, an Flora und Fauna. Sie nehmen den Menschen – vor allem jungen Menschen – nicht nur ihre Identität, ihre Würde, ihre Freiheit und ihre Sicherheit, indem Sie das Land mit Millionen von Menschen fluten, die weder einen Bezug zu unserer Art zu leben noch zu unserer Heimat haben. Sie nehmen den Menschen auch noch das Letzte, was sie haben – die Freude an der Natur –, indem Sie das Land in ein riesiges Industriegebiet verwandeln. Schämen Sie sich für diese Niedertracht! Beifall: AfD Die absurde Begründung der Bundesregierung und von Abgeordneten für dieses schändliche Verhalten ist immer wieder, wir müssten die Welt vor der Klimakatastrophe retten. Viele Menschen haben allerdings den Eindruck, und den teile ich ausdrücklich, dass viele Abgeordnete durchaus wissen, dass die Hypothese vom menschengemachten Klimawandel pseudowissenschaftlicher Unsinn ist ↳ Dr. Johannes Fechner (SPD): »Ja klar, die Erde ist eine Scheibe!« und sie lediglich die Interessen ihrer Auftraggeber durchpeitschen wollen. ↳ Dr. Johannes Fechner (SPD): »Das muss er alles ablesen! Er muss alles ablesen, weil er sich nicht sicher ist!« ↳ Grüne Diese Auftraggeber sitzen in den Chefetagen der Wind- und Solarbranche und in den mehr als 15 000 links-grünen NGOs. Beifall: AfD Und die wollen sich selbstverständlich die sowieso schon prall gefüllten Taschen mit dem Geld der Steuerzahler weiter füllen. ↳ Claudia Müller (Grüne) Andere Abgeordnete wieder scheinen so sehr von Deutschlandhass zerfressen zu sein, dass sie alles in ihrer Macht Stehende tun, um unser geliebtes Vaterland in den Untergang zu treiben. ↳ Dr. Johannes Fechner (SPD): »Ja, eure Vetternwirtschaft! Eure Vetternwirtschaft!« ↳ Lisa Badum (Grüne): »Was ist denn mit Ihrer Verwandtenwirtschaft? Davon hört man gar nichts mehr!« Wir als AfD lieben Deutschland und werden uns denen, die unsere Lebensgrundlagen vernichten wollen, konsequent in den Weg stellen. Beifall: AfD ↳ Dr. Johannes Fechner (SPD) ↳ Lisa Badum (Grüne): »Ist die Rede von Verwandten geschrieben worden?« Und dann gibt es noch die Abgeordneten – für jeden, der sich einmal Bundestagsdebatten anschaut, sind sie sehr schnell sichtbar –, die, um es vorsichtig auszudrücken, einseitig bzw. unterkomplex informiert sind ↳ Claudia Müller (Grüne): »Unterkomplex ist Ihre Rede!« und die wirklich an diese durch keinen einzigen wissenschaftlichen Beweis untermauerte Theorie glauben und diese zu einer Ersatzreligion erhoben haben. ↳ Claudia Müller (Grüne): »Nur weil Sie es nicht verstehen!«
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Herr Kollege, es gibt den Wunsch nach einer Zwischenfrage aus der Fraktion Die Linke.
KA Karsten Hilse AfD kurz Im Protokoll ↗
Selbstverständlich. – Herr Beutin, bitte sehr.
LO Lorenz Gösta Beutin Linke rede Im Protokoll ↗
Schönen Dank. – Herr Hilse, der Untergang des Abendlandes, der Untergang Deutschlands, das ist die AfD. Wie es Ihr ehemaliger Pressesprecher mal so schön formuliert hat: Wenn es Deutschland schlecht geht, geht es der AfD gut. Ehrlich gesagt, es geht Deutschland noch nicht ganz so schlecht, wie Sie es gerne hätten, sondern es gibt eben auch demokratische Fraktionen, die ein …
Schönen Dank. – Herr Hilse, der Untergang des Abendlandes, der Untergang Deutschlands, das ist die AfD. ↳ AfD Wie es Ihr ehemaliger Pressesprecher mal so schön formuliert hat: Wenn es Deutschland schlecht geht, geht es der AfD gut. Ehrlich gesagt, es geht Deutschland noch nicht ganz so schlecht, wie Sie es gerne hätten, sondern es gibt eben auch demokratische Fraktionen, die ein Interesse daran haben, dass es mit dem Klimaschutz, mit der Energie- und Verkehrswende funktioniert, weil es eine Überlebensfrage ist, eine Frage unserer Lebensgrundlage und des Erhalts für unsere kommenden Generationen. Denn was Sie machen wollen, ist, Deutschland in neue fossile Abhängigkeiten zu treiben. Sie haben ja mal formuliert – oder es war ein Kollege von Ihnen, der das gesagt hat –: Die AfD ist die Partei der deutschen Braunkohle. – Ja, braun sind sie. ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »Sie sind ja genauso qualifiziert wie im Ausschuss! Sie können gar nichts! Mann, Mann, Mann!« Aber genau an dieser Stelle muss man formulieren: Sie wollen das Land vollpflastern mit Kraftwerken – mit Kohlekraftwerken, mit Atomkraftwerken, mit Gaskraftwerken. Sie zerstören unsere Heimat. Sie zerstören unsere Lebensgrundlage. ↳ Maximilian Kneller (AfD): »Kommt noch eine Frage?« Und genau das ist es, wogegen wir uns stellen müssen. ↳ Maximilian Kneller (AfD): »Hält er jetzt ein Koreferat?« Diese Meinung teilen Sie sicher, Herr Hilse, oder? Beifall: Linke
KA Karsten Hilse AfD rede Im Protokoll ↗
Also, Herr Beutin: Erstens. Jeder Abgeordnete hier in diesem Saal ist demokratisch gewählt, und deswegen verbitte ich mir diese Einschätzung, dass Sie vielleicht demokratisch sind und wir nicht demokratisch sind; das ist das Erste. Zweitens. Die Grundlage von jeder funktionierenden Wirtschaft ist kostengünstige und jederzeit zur Verfügung stehende Energie. Das können die sogenannten Erneuerbaren nicht leisten. Sie brauchen Back-up-Kraftwerke. Wir …
Also, Herr Beutin: Erstens. Jeder Abgeordnete hier in diesem Saal ist demokratisch gewählt, und deswegen verbitte ich mir diese Einschätzung, dass Sie vielleicht demokratisch sind und wir nicht demokratisch sind; das ist das Erste. Beifall: AfD ↳ Dr. Fabian Fahl (Linke): »Die NSDAP ist auch demokratisch gewählt worden!« Zweitens. Die Grundlage von jeder funktionierenden Wirtschaft ist kostengünstige und jederzeit zur Verfügung stehende Energie. ↳ Lorenz Gösta Beutin (Linke): »Eben! Wind und Sonne!« Das können die sogenannten Erneuerbaren nicht leisten. Sie brauchen Back-up-Kraftwerke. Beifall: AfD Wir haben den teuersten Strom, die höchsten Strompreise der Welt. ↳ Lorenz Gösta Beutin (Linke): »Wegen der Gaskraft!« – Nicht wegen der Kernkraft, mit Sicherheit nicht! ↳ Lorenz Gösta Beutin (Linke): »Gaskraft!« ↳ Andreas Bleck (AfD) Dann schauen Sie sich einfach mal an, wie viel Platz Ihre sogenannten erneuerbaren Energien brauchen. Ein kleines Beispiel: Hinkley Point C produziert Strom und braucht dafür circa 200 Hektar. ↳ Lorenz Gösta Beutin (Linke): »Das ist unbezahlbar! Unbezahlbar ist das!« ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »Hör doch mal zu, Mann!« Um dieselbe Menge Strom zu produzieren, brauchen Solaranlagen circa 60 000 Hektar und Windindustrieanlagen, nur um diesen Strom zu produzieren – unabhängig davon, dass er volatil ist –, 100 000 bis 200 000 Hektar. Sie pflastern Deutschland zu. ↳ Lorenz Gösta Beutin (Linke): »Unbezahlbar auf 1 000 Jahre!« ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »Zuhören!« Sie vernichten unsere Natur. Sie vernichten Lebensräume für Wild und für Pflanzen. – Vielen Dank. Beifall: AfD Auch wenn sich hier einige vielleicht wundern, aber ich wende mich heute gerade an diese Kollegen, die ich zum Schluss erwähnt habe. Wenn Sie, obwohl die offiziellen Daten diese Behauptungen widerlegen, wirklich daran glauben, dass wir eine Klimakatastrophe haben, dann reaktivieren Sie Kernkraft. ↳ Dr. Julia Verlinden (Grüne): »Nein! Das ist doch zu teuer, die Atomkraft! Wir machen es viel klüger!« Wenn Sie, während es keinen einzigen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt, davon ausgehen, dass CO2 der Haupttreiber Ihrer proklamierten Klimakatastrophe ist, dann reaktivieren Sie Kernkraft. ↳ Dr. Julia Verlinden (Grüne): »Nein!« Wenn Sie, obwohl die Natur den klaren Gegenweis erbringt, wirklich glauben, dass CO2 in dem Bereich der jetzigen Konzentration schädlich für die Natur ist, dann reaktivieren Sie Kernkraft. Ansonsten sprechen Sie bitte nie wieder über CO2. Beifall: AfD Wir als AfD werden natürlich aus anderen Gründen Kernkraft wieder reaktivieren. Es ist die sicherste, sauberste, kostengünstigste, ressourcenschonendste und platzsparendste Form der Energieumwandlung. ↳ Sylvia Rietenberg (Grüne) Wenn wir es allein machen müssen, dauert es vielleicht ein bisschen länger. Aber wir werden es tun. Schönes Wochenende. Beifall: AfD
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Bevor ich den nächsten Redner aufrufe, erteile ich jetzt zunächst dem Kollegen Fahl einen Ordnungsruf für den Vergleich der AfD mit der NSDAP. – Ich verhänge jetzt hierfür einen Ordnungsruf. Der zweite Punkt ist: Ich werde mir bei Herrn Beutin die Passage mit der Farbe Braun anschauen. Wenn auch das zu rügen ist, erhalten Sie auch hierfür einen Ordnungsruf. Das …
Bevor ich den nächsten Redner aufrufe, erteile ich jetzt zunächst dem Kollegen Fahl einen Ordnungsruf für den Vergleich der AfD mit der NSDAP. ↳ Isabelle Vandre (Linke): »Das hat er nicht getan!« – Ich verhänge jetzt hierfür einen Ordnungsruf. Der zweite Punkt ist: Ich werde mir bei Herrn Beutin die Passage mit der Farbe Braun anschauen. ↳ Lisa Badum (Grüne): »Hä?« Wenn auch das zu rügen ist, erhalten Sie auch hierfür einen Ordnungsruf. Das kündige ich jetzt schon vorher an. Beifall: AfD Der nächste Redner in dieser Debatte ist für die Bundesregierung Carsten Schneider, Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Beifall: SPD Beifall: Union
CA Carsten Schneider Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit regierung Im Protokoll ↗
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Gestatten Sie mir zu Beginn eine Bemerkung. Kollege Beutin, Sie haben die Frage „Demokratie, demokratisch gewählt und Demokrat“ angesprochen: Man kann in diesem Parlament demokratisch gewählt worden sein, man muss aber kein Demokrat sein. – Ruhig, ich habe doch gar nichts gesagt. Ich habe nur etwas festgestellt. Herr Hilse, Sie haben jetzt sehr viel …
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Gestatten Sie mir zu Beginn eine Bemerkung. Kollege Beutin, Sie haben die Frage „Demokratie, demokratisch gewählt und Demokrat“ angesprochen: Man kann in diesem Parlament demokratisch gewählt worden sein, man muss aber kein Demokrat sein. Beifall: SPD Beifall: Grüne Beifall: Linke Beifall: Mechthilde Wittmann (Union) ↳ Dr. Julia Verlinden (Grüne): »Das sieht man ja da drüben!« ↳ AfD – Ruhig, ich habe doch gar nichts gesagt. Ich habe nur etwas festgestellt. Herr Hilse, Sie haben jetzt sehr viel triefende Deutschtümelei betrieben. Das hat mich schon geschmerzt. ↳ Dr. Ingo Hahn (AfD): »Wann haben Sie denn das letzte Mal die Nationalhymne gesungen?« ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »Das glaube ich sofort! Kommunisten schmerzt so was!« – Nun, warten Sie doch mal! Es ist doch Freitagnachmittag. Passen Sie auf, dass der Puls nicht zu hoch ist! ↳ Dr. Ingo Hahn (AfD): »Wann haben Sie denn das letzte Mal die Nationalhymne gesungen, Herr Schneider?« ↳ AfD Es geht nicht nur um die Frage kultureller Identität, die Sie hier aufgeworfen haben. ↳ AfD: »Doch!« Es geht um die Frage, ob unser Land fortschrittlich, der Zukunft zugewandt, sozial ausgeglichen und weltoffen ist. ↳ Dr. Ingo Hahn (AfD): »Und heimatverliebt auch, oder? Heimatzugewandt!« Das sind Sie alles nicht; das kann man feststellen. Nehmen wir nur allein die Energiepolitik.
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Herr Kollege, es gibt jetzt den Wunsch nach einer Zwischenfrage aus der AfD-Fraktion. Wollen Sie die zulassen?
CA Carsten Schneider Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit regierung Im Protokoll ↗
Nein, danke. – Nein, wirklich nicht. – Hören Sie zu! – Das Klimaschutzprogramm, das diese Bundesregierung am Mittwoch beschlossen hat, ist auf der Grundlage weltweiter wissenschaftlicher Erkenntnisse. Ich weiß nicht, was Sie lesen, ob das „Mosaik“ ist, die „Sybille“ oder was auch immer, keine Ahnung. Das jedenfalls ist die Grundlage unseres Handelns – im Übrigen auch der deutschen Verfassung. Sie …
Nein, danke. ↳ AfD – Nein, wirklich nicht. ↳ Kay Gottschalk (AfD): »Da sieht man den Demokraten, Herr Schneider!« – Hören Sie zu! – Das Klimaschutzprogramm, das diese Bundesregierung am Mittwoch beschlossen hat, ist auf der Grundlage weltweiter wissenschaftlicher Erkenntnisse. Ich weiß nicht, was Sie lesen, ob das „Mosaik“ ist, die „Sybille“ oder was auch immer, keine Ahnung. ↳ Kay Gottschalk (AfD) Das jedenfalls ist die Grundlage unseres Handelns – im Übrigen auch der deutschen Verfassung. Sie scheinen dieser nicht den genügenden Respekt entgegenzubringen. Beifall: SPD Beifall: Grüne (einzelne Abg.) ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »Machen Sie sich doch nicht lächerlich!« Der Schutz des Lebens, der Natur und der Umwelt und unserer Lebensgrundlagen ist unser Auftrag. Und dass natürlich der CO2-Austoß zu einer Veränderung des Klimas und zu einer Erderhitzung beiträgt, ist selbstverständlich. Das ist Logik – ganz einfach. Jetzt versuchen wir alles, um die Erderhitzung ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »„Die Erderhitzung“!« Lachen: AfD (einzelne Abg.) zu reduzieren, den Anstieg. ↳ Dr. Ingo Hahn (AfD): »Greifen Sie nicht in natürliche Sachen ein, Herr Schneider! Hören Sie auf, das Klima zu manipulieren!« Wir als Bundesrepublik Deutschland fühlen uns dem Pariser Klimaabkommen verpflichtet. ↳ AfD Was machen wir?
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Herr Kollege Schneider, warten Sie bitte mal einen Moment. – Würden Sie jetzt bitte aufhören, pausenlos reinzurufen; denn man versteht von der Rede nichts mehr. Sie haben die Möglichkeit der Kurzintervention. Die ist von Ihrem Parlamentarischen Geschäftsführer schon angekündigt worden. Aber jetzt fahren Sie die Zwischenrufe so runter, dass wir hier vorne auch noch was verstehen können, und der Rest …
Herr Kollege Schneider, warten Sie bitte mal einen Moment. – Würden Sie jetzt bitte aufhören, pausenlos reinzurufen; denn man versteht von der Rede nichts mehr. Sie haben die Möglichkeit der Kurzintervention. Die ist von Ihrem Parlamentarischen Geschäftsführer schon angekündigt worden. Aber jetzt fahren Sie die Zwischenrufe so runter, dass wir hier vorne auch noch was verstehen können, und der Rest der Zuschauer/-innen und Zuhörer/-innen ebenfalls. – So, Herr Schneider.
CA Carsten Schneider Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit regierung Im Protokoll ↗
Ja, vielen Dank. – Mein Auftrag als Bundesumwelt- und Klimaschutzminister ist es, in diesem Rahmen gesetzliche und strategische Antworten zu geben – Antworten auf die Wasserknappheit, Antworten auf die Dürre, die wir haben, Antworten auf die Herausforderungen in der Landwirtschaft – Kollegin Aeikens ist darauf eingegangen –, Antworten auf unsere Industrie: wie wir sie erhalten, wie wir in neue klimafreundliche …
Ja, vielen Dank. – Mein Auftrag als Bundesumwelt- und Klimaschutzminister ist es, in diesem Rahmen gesetzliche und strategische Antworten zu geben – Antworten auf die Wasserknappheit, Antworten auf die Dürre, die wir haben, Antworten auf die Herausforderungen in der Landwirtschaft – Kollegin Aeikens ist darauf eingegangen –, Antworten auf unsere Industrie: wie wir sie erhalten, wie wir in neue klimafreundliche Technologien investieren, wie wir unsere Wärmeversorgung so aufstellen, dass sie mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen im Einklang steht. All dies liefern wir mit diesem Programm. Es war ein knappes Jahr Arbeit – gute Arbeit – innerhalb der Koalition. Wir waren erfolgreich; ich kann Ihnen heute den Kabinettsbeschluss von Mittwoch, den wir einstimmig gefasst haben, präsentieren. Er sieht mehrere Aspekte vor. Das Kernziel ist, dass wir im Jahre 2030 unsere Treibhausgasemissionen um 65 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. Wir erreichen das. Es ist ein großer Erfolg, dass uns das gelingt, bei – Frau Kollegin Aeikens hat darauf hingewiesen – steigendem Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren. ↳ Grüne: »Ganz großes Fragezeichen!« ↳ Dr. Julia Verlinden (Grüne): »Das schaffen wir aber nicht, wenn das neue Heizungsgesetz kommt!« ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »„Steigendem Wirtschaftswachstum“?« Wie schaffen wir das? Indem wir unsere Energieversorgung stärken, indem wir sie unabhängiger von fossilen Energieträgern machen. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.) Ich meine, man muss sich ja nur die Weltlage angucken. Wir waren sehr abhängig von russischem Gas. ↳ AfD: »Ja, weil Sie die Kernkraftwerke abgeschaltet haben!« Wir haben uns aus dieser Abhängigkeit befreit. Wir sind abhängig von Öl und Gas aus anderen Regionen der Welt gewesen, und wir sind es auch jetzt noch. Wir können uns nicht selbst versorgen. Was ist also unsere Antwort? Wir nutzen unter den Energien, die wir hier in Deutschland selbst herstellen können, die kostengünstigsten Varianten, und das sind erneuerbare Energien. Beifall: SPD Beifall: Claudia Müller (Grüne) ↳ Maximilian Kneller (AfD): »Wie günstig ist das denn?« Die günstigste Form der Energieerzeugung sind erneuerbare Energien, ↳ Maximilian Kneller (AfD): »Schwachsinn! Vollkommener Schwachsinn! Postfaktisch!« insbesondere Windkraftanlagen an Land. Ja, natürlich ist es so, dass das ein Einschnitt auch in das bisherige Leben ist; na klar. Wer würde das verleugnen? Aber was ist die Alternative? ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »Kernenergie!« Sind es Ihre Atomkraftwerke, ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »Na, sicher!« die Milliarden verschlingen, ↳ Dr. Johannes Fechner (SPD): »So sieht es aus!« ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »Was verschlingt denn Milliarden? So teuer war es doch noch nie wie jetzt! Ihre Energiewende ist daran schuld!« Unsicherheit mit sich bringen und ein Endlager, das nicht da ist, mit strahlendem Müll? Das ist doch keine Zukunft, das ist doch die letzte Vergangenheit. Beifall: SPD Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Beifall: Anna Aeikens (Union) Ein Sicherheitsrisiko sind Sie für Deutschland. ↳ Dr. Johannes Fechner (SPD): »So sieht es aus!« ↳ Maximilian Kneller (AfD): »Das sind Sie!« Im Übrigen bezahlen wir 80 Milliarden Euro pro Jahr ans Ausland – das muss ja für Sie ganz schlimm sein: ins Ausland –, 80 Milliarden Euro für fossile Energien, für Öl und für Gas! Wir sehen angesichts des Kriegs im Iran, wie abhängig wir von den Preisen sind – unsere gesamte Volkswirtschaft, jeder Einzelne, der vielleicht seinen Öltank leider noch immer füllen muss oder den Benzintank. ↳ Maximilian Kneller (AfD) Aus diesem Grund ist der langfristige Umstieg unserer Energieversorgung auf effizientere Strukturen, auf Nachhaltigkeit und auf Energien, Freiheits- und Sicherheitsenergien, die wir hier selbst herstellen können, entscheidend. Beifall: SPD Aus diesem Grunde haben wir uns in der Regierung verabredet, bis zum Jahre 2030 zusätzlich 12 Gigawatt Windstrom an Land in Deutschland auszuschreiben. Das sichert unsere Unabhängigkeit und ist im Übrigen auch die richtige Antwort auf die Krise, die wir auch auf den Weltmärkten im fossilen Bereich sehen. ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »Was für ein Käse!« Es macht uns resilienter und widerstandsfähiger. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.) Zusätzlich investieren wir sehr effizient viel Geld in den Umbau unserer Landnutzungssysteme, in Wälder, damit sie Kohlenstoffspeicher werden, in Flüsse und Flussauen, damit sie unserer Natur gerecht werden können und auch das Wasser wieder speichern, und in unsere Industrie. Wenn sie in neue Technologien investiert, die effizient sind, die sparsam sind, die uns resilienter machen, die im Übrigen dann auch neue Exportmärkte in der Welt aufmachen, dann werden wir wettbewerbsfähiger, Beifall: SPD mit einem langen Atem und einer klaren Strategie. Vielen herzlichen Dank. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.) ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »Was für eine dünne Rede!«
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Bevor ich den nächsten Redner aufrufe, erhält aus der AfD-Fraktion Herr Dr. Schmidt die Möglichkeit zu einer Kurzintervention. Heiterkeit: AfD (einzelne Abg.) ↳ Dr. Johannes Fechner (SPD): »Jetzt wird er erst mal angerufen!« ↳ Claudia Müller (Grüne): »Es hat noch jemand versucht, ihn davon abzuhalten!«
DR Dr. Paul Schmidt AfD rede Im Protokoll ↗
Herr Minister Schneider, wir haben im Nachhaltigkeitsbeirat schon darüber gesprochen: Sie wollen zusätzliche Windkraftanlagen bauen. Aber der Wind weht ja gar nicht immer. Diese Windkraftanlagen stehen nur etwas mehr als ein Viertel des Jahres überhaupt zur Verfügung. Sie haben uns gerade erklärt, dass das unsere Unabhängigkeit vom Ausland herstellen soll – eine Energieform, die die meiste Zeit nicht zur Verfügung …
Herr Minister Schneider, wir haben im Nachhaltigkeitsbeirat schon darüber gesprochen: Sie wollen zusätzliche Windkraftanlagen bauen. ↳ Dr. Julia Verlinden (Grüne): »Ja, logisch!« Aber der Wind weht ja gar nicht immer. Lachen: SPD (einzelne Abg.) Lachen: Grüne (einzelne Abg.) Lachen: Linke (einzelne Abg.) ↳ Dr. Johannes Fechner (SPD): »Ach!« ↳ Dr. Julia Verlinden (Grüne): »Potz Blitz! Was für eine Erkenntnis!« Diese Windkraftanlagen stehen nur etwas mehr als ein Viertel des Jahres überhaupt zur Verfügung. Sie haben uns gerade erklärt, dass das unsere Unabhängigkeit vom Ausland herstellen soll – eine Energieform, die die meiste Zeit nicht zur Verfügung steht. ↳ Dr. Johannes Fechner (SPD): »Das stimmt doch gar nicht! So ein Blödsinn!« ↳ Lukas Benner (Grüne) Wir haben bereits mehr Anlagen installiert, als wir Windkraft in Deutschland überhaupt verbrauchen können; zusammen mit der Photovoltaik haben wir bereits 170 bis 180 Gigawatt installiert, und wir können nur maximal 85 Gigawatt in Deutschland verbrauchen. ↳ Lisa Badum (Grüne): »Wer sagt das denn? Was soll das für eine Rechnung sein?« Sie wollen noch mehr Windkraftanlagen bauen, obwohl die dazu führen, dass, wenn der Wind wirklich weht, wir dem Ausland viel Geld geben müssen, damit dort die Kernkraftwerke runtergefahren werden, um uns dann Strom abzunehmen. ↳ Saskia Esken (SPD) Wenn Sie wirklich unabhängig werden wollen – und das ist unser Appell –, dann müssen wir zur Kernenergie zurückkehren, weil wir den Brennstoff aus vielen Quellen auf der Welt – aus Nordamerika, ↳ Dr. Armin Grau (Grüne): »Vor allem aus Russland!« ↳ Lisa Badum (Grüne): »Russland!« ↳ Dr. Johannes Fechner (SPD): »Russland!« aus Australien, aus Afrika – und im Zweifel auch aus eigenen Quellen, bei uns im Land, bekommen können. ↳ Lisa Badum (Grüne): »Bei Ihnen zu Hause? Oder wo bauen wir es ab? Die AfD setzt sich für Uranförderung ein!« Wir würden mit der Kernenergie wirklich unabhängig sein. Sie haben uns, der Alternative für Deutschland, vorgeworfen, wir wären nicht zukunftsfähig. ↳ Bettina Hagedorn (SPD): »Das stimmt auch!« ↳ Claudia Müller (Grüne): »Sie sind nicht zukunftsfähig!« Aber Ihr Bundeskanzler, Ihre Ministerkollegin Reiche und die EU-Kommissionspräsidentin haben gesagt: ↳ Lisa Badum (Grüne): »Was ist denn Ihre Frage?« Der Ausstieg aus der Kernenergie war ein großer, ein riesiger, ein strategischer Fehler. – Und der Herr Bundeskanzler hat Technologieoffenheit gefordert. ↳ Lisa Badum (Grüne): »Das ist ja eine eigene Rede hier! Haben Sie keine Redezeit bekommen von der Fraktion?« Jetzt muss ich Sie fragen: Wenn auf der Welt gerade 66 Kernkraftwerke neu gebaut werden, wenn viele Industrienationen –
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Herr Kollege, Sie müssen jetzt zum Schluss kommen.
DR Dr. Paul Schmidt AfD kurz Im Protokoll ↗
– massiv auf Kernenergie setzen, ↳ Dr. Johannes Fechner (SPD): »Niemand macht das!« ↳ Bettina Hagedorn (SPD): »Das macht niemand!« wie fortschrittlich ist es, dass Sie darauf verzichten? Sind Sie nicht wirklich derjenige, der nicht fortschrittsfähig ist? Danke schön. Beifall: AfD ↳ SPD: »Ist ja schrecklich!«
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Jeder Abgeordnete, der hier eine Kurzintervention macht, hat zwei Minuten Zeit. Die Uhr läuft, und ich kontrolliere das auch. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie das nicht immer kommentieren würden. Vielleicht haben dann auch Zuhörerinnen und Zuhörer die Chance, den Fragesteller zu verstehen. Man muss all das, was gesagt wird, nicht teilen. Ich weiß aber nicht, was das für …
Jeder Abgeordnete, der hier eine Kurzintervention macht, hat zwei Minuten Zeit. Die Uhr läuft, und ich kontrolliere das auch. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie das nicht immer kommentieren würden. Vielleicht haben dann auch Zuhörerinnen und Zuhörer die Chance, den Fragesteller zu verstehen. Man muss all das, was gesagt wird, nicht teilen. Ich weiß aber nicht, was das für einen Eindruck macht, wenn man da oben sitzt und die ganze Schreierei hier unten pausenlos hört. Beifall: AfD (einzelne Abg.) ↳ Lisa Badum (Grüne): »Das ist Parlament!« Herr Kollege Schneider, bitte.
CA Carsten Schneider Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit regierung Im Protokoll ↗
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Ich versuche, darauf einzugehen. Ich fange bei der Kernkraft an. Sie können durchaus der Auffassung sein, dass Sie die Energieversorgung in Deutschland mit Kernkraft sichern wollen. Aber Sie brauchen 25 Jahre, bis Sie so ein Kernkraftwerk gebaut haben. Sie haben das Problem des Endlagers nicht gelöst. Der Müll strahlt, und wir finden keins. Das Dritte …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Ich versuche, darauf einzugehen. ↳ Maximilian Kneller (AfD): »Das ist ja großzügig!« Ich fange bei der Kernkraft an. Sie können durchaus der Auffassung sein, dass Sie die Energieversorgung in Deutschland mit Kernkraft sichern wollen. Aber Sie brauchen 25 Jahre, bis Sie so ein Kernkraftwerk gebaut haben. ↳ Danny Meiners (AfD): »Wiederinbetriebnahme!« Sie haben das Problem des Endlagers nicht gelöst. Der Müll strahlt, und wir finden keins. ↳ Dr. Bernd Baumann (AfD): »Überall auf der Welt!« Das Dritte ist: Es ist die teuerste Energieversorgungsform, die es gibt. ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »Auch das ist falsch!« Ihr Kollege Hilse hat vorhin Hinkley Point genannt. Das ist ein englisches AKW, steht in Großbritannien. Es hat die doppelte Zeit gedauert, bis es fertig war, und hat das Dreifache gekostet. Beifall: SPD (einzelne Abg.) Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Beifall: Linke (einzelne Abg.) Erneuerbare-Energie-Anlagen sind dezentral; sie sind kein militärisches Angriffsziel. Eins sollte Ihnen ja was sagen: Es ist durchaus gefährlich, wenn ein Kernkraftwerk hochgeht. Denken Sie an Tschernobyl. Wir wissen, was da passiert ist. ↳ AfD Also: Sicherheit heißt Erneuerbare, Sicherheit heißt auch Versorgungssicherheit. ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »Jetzt weiß ich auch, warum Sie 5,5 Prozent in Baden-Württemberg bekommen haben!« Jetzt komme ich zu Ihren Annahmen: Ich kann Ihre Rechnung nicht nachvollziehen. Ich weiß nicht, welche Physikbücher Sie in der AfD-Fraktion so liegen haben. Beifall: Linke (einzelne Abg.) Beifall: Dr. Andrea Lübcke (Grüne) ↳ Dr. Johannes Fechner (SPD): »Wenn überhaupt!« ↳ Maximilian Kneller (AfD): »Wenigstens überhaupt noch eins!« Aber Ich kann Ihnen sagen, dass der Anteil der Stromerzeugung der erneuerbaren Energien im letzten Jahr bei knapp 60 Prozent lag, ein bisschen darunter. Also unser bisheriger Strombedarf ist höher gewesen. Das stimmt mit Ihrer These, dass die Erneuerbaren mehr produzieren würden, als wir tatsächlich Strom verbrauchen, nicht überein – leider noch nicht. Wir arbeiten daran, dass das der Fall ist und dass die Anlagen, die bisher Wärme durch Erdgas oder auch andere Quellen erzeugen, dann durch Wärmepumpen ersetzt werden. Das ist auch viel effizienter, weswegen der Primärenergiebedarf in Deutschland dann auch sinken wird. ↳ AfD Das macht in jeder Hinsicht Sinn: Das macht uns unabhängiger, ist günstiger, ist sauberer, und die Technologien kann man verkaufen. Ich finde, das ist ein gutes Angebot. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Beifall: Caren Lay (Linke)
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Jetzt ist der nächste Redner in dieser Debatte für die Fraktion Die Linke Dr. Fabian Fahl. Beifall: Linke
DR Dr. Fabian Fahl Linke rede Im Protokoll ↗
Frau Präsidentin! Liebe Grüne! Ein alter Mann sitzt in seiner Wohnung, während draußen die Hitze wie eine unsichtbare Wand steht. Der Ventilator bewegt nur heiße Luft. Der Mann trinkt Wasser, wartet, atmet schwer. Die Geräusche der Stadt werden leiser. Irgendwann hört er auf, sich zu bewegen – kein Schrei, kein Abschied, nur Hitze, die bleibt. Was wie eine fiktive Geschichte …
Frau Präsidentin! Liebe Grüne! ↳ Lisa Badum (Grüne): »Oh!« Ein alter Mann sitzt in seiner Wohnung, während draußen die Hitze wie eine unsichtbare Wand steht. Der Ventilator bewegt nur heiße Luft. Der Mann trinkt Wasser, wartet, atmet schwer. Die Geräusche der Stadt werden leiser. Irgendwann hört er auf, sich zu bewegen – kein Schrei, kein Abschied, nur Hitze, die bleibt. Was wie eine fiktive Geschichte klingt, ist seit längerer Zeit Teil der Konsequenzen des menschengemachten Klimawandels. Aktuell spüren wir die ersten Folgen einer Erwärmung um 1,5 Grad, und bisher sind es jährlich „nur“ 3 000 Hitzetote in Deutschland. Als Wissenschaftler kann ich Ihnen genau sagen, warum eine 3-Grad-Welt erforscht wird, es aber kaum Forschungen zu einer 4-Grad-Welt gibt. In einer 3-Grad-Welt sind schon zu viele Kipppunkte erreicht, ↳ Dr. Rainer Kraft (AfD): »Nennen Sie einen Kipppunkt!« zu viele Gegenden unbewohnbar, zu viel Nahrungsmittelproduktion ungewiss. Milliarden Menschen wären auf der Flucht, Chaos und unmessbares menschliches Elend gewiss. Wissen Sie, was laut Professor Schellnhuber Lachen: AfD (einzelne Abg.) der Unterschied zwischen einer 2-Grad- und einer 4-Grad-Welt ist? Die menschliche Zivilisation. Wenn wir um Klimaschutz streiten, dann geht es nicht um irgendeine Nebensache, sondern um ein Thema, das alle Lebensbereiche erschüttern wird. Mir ist somit völlig unverständlich, wie die Grünen auf EU-Ebene, um eine sogenannte demokratische Mitte zu sichern, dem Autopaket der EVP zustimmen können. Ohne Klimaschutz wird es keine Mitte geben, und mit der Mitte keinen echten Klimaschutz. Beifall: Linke Man kann den Kapitalismus nicht grün anstreichen, und weder die Bundesregierung noch die Grünen haben diesen Sachverhalt verstanden. Unendliches Wirtschaftswachstum innerhalb planetarer Grenzen ist Blödsinn. Natürlich bin ich dafür, dass die Bundesregierung endlich verfassungskonform agiert. Um einen entsprechenden Vorschlag zu machen, müssten die Grünen sich allerdings an ihre Anfangszeiten und Werte erinnern; es geht schließlich um nicht weniger als die Zukunft. Verlässlichkeit beim Klimaschutz heißt, auf dem Boden der Tatsachen zu stehen, unabhängig davon, dass die Realität in diesem Haus keine Mehrheit hat. Die Weltorganisation für Meteorologie hat schon Ende der 80er-Jahre gesagt, dass nur ein globaler Atomkrieg die vernichtenden Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels übertreffen könnte. Deshalb: Klimaschutz radikal sozial – und bitte ohne Atomspaltung. Beifall: Linke Es ist übrigens nicht hinreichend, demokratisch gewählt worden zu sein, um demokratisch zu sein. ↳ Maximilian Kneller (AfD): »Nee! Man muss aus der Deutschen Demokratischen Republik kommen!« In Deutschland wurden bereits rechtsextreme und faschistische Parteien gewählt, darunter die NSDAP. ↳ Maximilian Kneller (AfD): »Oder Kommunisten wie Sie!« Wenn der Hinweis darauf mit einem Ordnungsruf belegt wird, ist das ein Problem für unsere Demokratie, die wir verteidigen. Alerta! Beifall: Linke Beifall: Dr. Andrea Lübcke (Grüne) Lachen: AfD ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »Was hat er sich lächerlich gemacht!« ↳ Dr. Bernd Baumann (AfD): »Antifa-Spruch!« ↳ Jakob Blankenburg (SPD)
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
So, Herr Kollege, ich kündige jetzt schon an, dass ich den letzten Teil Ihrer Rede ebenfalls anschauen werde. Sollten Sie im Übrigen auch noch Kritik an der Sitzungsleitung geübt haben, ↳ Marcel Queckemeyer (AfD): »Hat er!« ↳ Dr. Ingo Hahn (AfD): »Hat jeder gehört, die Kritik hier!« was ich mir ebenfalls anschaue, werden Sie auch dafür einen Ordnungsruf bekommen. Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: AfD (einzelne Abg.) Dann kommt der nächste Redner in dieser Debatte. Das ist für die Unionsfraktion Hans Koller. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Beifall: Dr. Michael Blos (AfD)
HA Hans Koller Union rede Im Protokoll ↗
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn man den Verlauf dieser Debatte jetzt so mitverfolgt hat – ich habe öfter auf die Zuschauertribüne gesehen –, dann frage ich mich: Was mögen diese Menschen von uns denken? Dieses Schauspiel haben wir jede Woche hier. Jede Woche der gleichlautende Antrag. Frau Badum, da haben Sie ausnahmsweise recht gehabt, …
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn man den Verlauf dieser Debatte jetzt so mitverfolgt hat – ich habe öfter auf die Zuschauertribüne gesehen –, dann frage ich mich: Was mögen diese Menschen von uns denken? Dieses Schauspiel haben wir jede Woche hier. Jede Woche der gleichlautende Antrag. Frau Badum, da haben Sie ausnahmsweise recht gehabt, als Sie eingangs gesagt haben, dass wir dies hier jede Woche wiederholen. Aber es wird nicht anders. ↳ Lisa Badum (Grüne): »Ja, dann ändern Sie doch mal Ihre Politik! Dann brauchen wir den Antrag nicht mehr stellen!« ↳ Stefan Schmidt (Grüne) Und, Herr Dr. Fahl, wenn Sie sagen, die Realität habe hier keine Mehrheit: Doch, Gott sei Dank hat die Realität hier in diesem Hause noch eine Mehrheit. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Jede Woche müssen wir dieses Schauspiel wieder kommentieren; und jede Seite zitiert Wissenschaftler oder hat Wissenschaftler in ihren Reihen, die zu völlig unterschiedlichen Schlüssen kommen. ↳ Stefan Schmidt (Grüne): »Das wissen Sie doch besser!« Vielleicht schadet – und das ist Gott sei Dank in dieser Bundesregierung noch vorhanden – auch ein wenig gesunder Menschenverstand nicht, meine Damen und Herren. Beifall: Union ↳ Linke Wir brauchen nämlich nicht den von Ihnen zitierten Klimaturbo, sondern wir brauchen einen zuverlässigen, einen belastbaren Antrieb, der technologieoffen ist, der nicht ständig polarisiert ↳ Sonja Lemke (Linke) und bei dem mit gesundem Sachverstand und mit Realismus dieses wichtige Zukunftsthema angegangen wird. Klimaschutz ist wichtig, Klimaschutz ist notwendig. Nachhaltigkeit ist notwendig. Aber das geht nicht gegen die Menschen, sondern nur mit den Menschen. Sie von den Grünen waren in der Ampel in der Regierung, in der Verantwortung, Sie haben aber die Menschen nicht mitgenommen, und entdecken jetzt plötzlich Entlastungsprogramme und Maßnahmen. ↳ Dr. Julia Verlinden (Grüne) Meine Damen und Herren, es geht nicht mit Belehrung, es geht nur mit Realismus! Auf vielen Beinen müssen diese Maßnahmen stehen, und dafür arbeitet diese Bundesregierung. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Lachen: Grüne Es geht nicht nur um Verbote und um Eingriffe, sondern es geht darum, dass wir die Menschen mitnehmen, dass wir Wege eröffnen, technologieoffen und mit Sachverstand. Ihr Heizungsgesetz bzw. Habecks Heizungsgesetz war – ich habe es an der Stelle schon mehrfach gesagt – das beste Konjunkturprogramm für neue Öl- und Gasheizungen. ↳ Stefan Schmidt (Grüne) Das war doch die Realität! Da sind die Verkaufszahlen in die Höhe gegangen. ↳ Dr. Julia Verlinden (Grüne): »Damit haben Sie Wahlkampf gemacht, und das wollen Sie jetzt einlösen!« Wir eröffnen Wege, meine Damen und Herren. Wir wollen auch Planungssicherheit. ↳ Lisa Badum (Grüne): »Sie haben einen Habeck-Komplex! Gehen Sie in eine Klinik!« Wir wollen uns auch in Energiefragen den Realitäten öffnen: dass wir Energie dort erzeugen, wo sie verbraucht wird; dass wir Energie vor allen Dingen auch selbst nutzen; dass wir die Menschen mitnehmen und den Menschen auch Wege eröffnen in vielerlei Hinsicht, ob das Wind, ob das Solar, ob das aber auch Biogas oder das Holz ist, das Sie so sehr verteufeln. Beifall: Union (einzelne Abg.) ↳ Stefan Schmidt (Grüne): »Das stimmt auch nicht!« ↳ Dr. Julia Verlinden (Grüne): »Was erzählen Sie denn da?« Holz und diese Bioenergiefarmen haben genauso ihre Berechtigung und liefern ihren Beitrag zum Klimaschutz. ↳ Lisa Badum (Grüne): »Thema verfehlt!« – Nein, das ist keine Themaverfehlung, sondern das ist ein bunter Strauß. Beifall: Union (einzelne Abg.) ↳ Lisa Badum (Grüne) Meine Damen und Herren, die Kollegin Aeikens hat auch die Landwirtschaft und die Forstwirtschaft angesprochen. (Abg. Dr. Ingo Hahn [AfD] meldet sich zu einer Zwischenfrage)
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Herr Kollege, es gibt den Wunsch nach einer Zwischenfrage.
HA Hans Koller Union rede Im Protokoll ↗
Nein, ich will heute keine Zwischenfrage mehr. – Ich sage: Dieses Theater jede Woche hier zu veranstalten, das nutzt der Glaubwürdigkeit nicht. – Nein, es ist kein Theater; aber wir können uns nicht immer mit den gleichen Themen und den gleichen Fragen beschäftigen, und das jede Woche mit den gleichen Argumenten. Das bringt uns in der Sache nicht weiter. Wir …
Nein, ich will heute keine Zwischenfrage mehr. – Ich sage: Dieses Theater jede Woche hier zu veranstalten, das nutzt der Glaubwürdigkeit nicht. ↳ Dr. Julia Verlinden (Grüne): »Och! Sie müssen ja nicht reden!« ↳ Kay Gottschalk (AfD): »Das Parlament als Theater?« – Nein, es ist kein Theater; aber wir können uns nicht immer mit den gleichen Themen und den gleichen Fragen beschäftigen, und das jede Woche mit den gleichen Argumenten. Das bringt uns in der Sache nicht weiter. ↳ Lisa Badum (Grüne) Wir haben verantwortungsvoll zukunftsorientierte Beschlüsse gefasst. ↳ Stefan Schmidt (Grüne) Wir gehen in eine Richtung, ↳ Dr. Julia Verlinden (Grüne): »Na ja!« und wir wollen weg von der Polarisierung. Wir wollen das Klimaschutzprogramm weiterentwickeln, das weder perfekt noch vollständig ist, und wir halten an Klimazielen fest, meine Damen und Herren! Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) ↳ Lisa Badum (Grüne): »Na schön! Sie machen nichts dafür!« Veränderung und Fortschritt passiert nicht linear. Klimaschutz gelingt nicht durch Schlagzeilen, sondern durch konkrete Maßnahmen und deren Umsetzung – realistisch und technologieoffen, aber nicht mit wöchentlich gleichlautenden Anträgen und Schaufensterdiskussionen, sondern mit ernsthaften Diskussionen. Das macht diese Bundesregierung. ↳ Lisa Badum (Grüne): »Sie diskutieren aber nicht ernsthaft! Gehen Sie doch einmal auf unsere Anträge ein!« In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende und Frohe Ostern. Herzlichen Dank. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.)
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Der letzte Redner in dieser Debatte ist für die AfD-Fraktion Dr. Ingo Hahn. Beifall: AfD
DR Dr. Ingo Hahn AfD rede Im Protokoll ↗
Frau Präsidentin! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Die Grünen legen uns heute Anträge vor, die angeblich einen Beitrag zu einer vernünftigen Energie- und Wirtschaftspolitik sein sollen. Aber genau das sind sie nicht: Sie sind die nächste Stufe einer ideologischen Klimapolitik, die unser Land seit Jahren belastet. Was Sie als sogenannten Klimaturbo verkaufen, ist in Wahrheit ein Beschleuniger, und zwar …
Frau Präsidentin! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Die Grünen legen uns heute Anträge vor, die angeblich einen Beitrag zu einer vernünftigen Energie- und Wirtschaftspolitik sein sollen. Aber genau das sind sie nicht: Sie sind die nächste Stufe einer ideologischen Klimapolitik, die unser Land seit Jahren belastet. Beifall: AfD Was Sie als sogenannten Klimaturbo verkaufen, ist in Wahrheit ein Beschleuniger, und zwar ein Beschleuniger höherer Preise, von mehr Verboten und noch mehr Belastungen. Das ist die Realität, und das machen wir von der AfD hier sichtbar, meine Damen und Herren! Beifall: AfD Sie wollen das Gebäudeenergiegesetz zementieren. Sie wollen einseitig die sogenannten Erneuerbaren protegieren. Sie wollen die teure CO2-Bepreisung festschreiben. Mit anderen Worten: Dieselbe Politik, die alles in diesem Land verteuert hat und unseren Wirtschaftsstandort massiv beschädigt, soll jetzt noch schneller und noch fanatischer fortgesetzt werden. Aber ich verspreche Ihnen eines: Nicht mit uns! Beifall: AfD ↳ Dr. Julia Verlinden (Grüne): »Wir wollen auch nicht mit euch! Also!« Und besonders unverfroren, liebe Grüne, ist es, diese Anträge ausgerechnet jetzt zu stellen, ausgerechnet jetzt einzubringen, in einer Zeit, in der der Krieg mit dem Iran die Energie- und Rohstoffpreise ohnehin nach oben treibt. ↳ Lisa Badum (Grüne): »Ja, gerade jetzt! Das ist ja das, was Sie nicht verstehen!« Öl ist infolge der Eskalation auf einen Rekordpreis angestiegen. ↳ Lisa Badum (Grüne): »Merken Sie was? Merken Sie was? Wo wird Öl denn verwendet?« Die EZB hat ihre Inflationsprognose angehoben und warnt sogar selbst vor noch höheren Preisen. Und was machen Sie, werte Grüne? ↳ Lisa Badum (Grüne): »Ja, wollen Sie mehr Öl kaufen? Merken Sie selber, oder?« Sie wollen genau in dieser Lage noch mehr staatliche Belastung. Das ist nichts anderes als Realitätsverweigerung auf Kosten der Bürger und auf Kosten all unserer Wirtschaftsbestrebungen. Beifall: AfD Wer in einer Situation, in der die Unternehmensinsolvenzen bereits den höchsten Stand seit zwölf Jahren erreicht haben, ernsthaft noch höhere CO2-Kosten und noch mehr Vorschriften fordert, der zeigt vor allen Dingen eines: völlige Gleichgültigkeit gegenüber den realen Sorgen unserer Landsleute. Beifall: AfD Besonders absurd wird es dann, wenn Sie all das auch noch „sozial“ nennen, so wie der Umweltminister Schneider von der SPD, der da vorne sitzt. Herr Minister, Sie haben gesagt: Wenn Sie sich den teuren Sprit nicht mehr leisten können, ja, dann kaufen Sie sich doch ein E-Auto! – Ein Minister, der circa 30 000 Euro verdient, will ernsthaft einem Arbeiter mit 3 000 Euro im Monat einen solchen Rat geben? Unfassbar! Beifall: AfD ↳ Lisa Badum (Grüne): »Dafür schmeißen Sie mit Ihren Verwandten zusammen! Bei der AfD verdienen Familien!« ↳ AfD: »Frau Badum, was sind Ihre Kommentare heute wieder flach!« Wir als AfD stehen für einen anderen Weg: pro bezahlbare Energie, pro Technologieoffenheit und pro wirtschaftliche Vernunft. Beifall: AfD ↳ Dr. Johannes Fechner (SPD): »Pro Putin!« ↳ Lisa Badum (Grüne): »An der AfD verdienen Familien! Dazu sagen Sie nichts!« ↳ AfD: »Frau Badum, was sind Ihre Kommentare wieder flach!«