Wieder in die Kernkraft einsteigen und strategische Fehler korrigieren

Zusatzpunkt 5 · 21/65 · 19. März 2026

AtomausstiegAtomgesetzAtomrechtliche GenehmigungElektrizitätserzeugungGesetzgebungKernenergieKernenergiepolitikKernforschung
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BO Bodo Ramelow Vizepräsident sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Zumindest habe ich mich bemüht, auf die Redezeiten zu achten; sie sind alle eingehalten worden. Ich schließe die Aussprache. Zusatzpunkt 2, Tagesordnungspunkt 9 und Zusatzpunkt 3. Interfraktionell wird Überweisung der Vorlage auf Drucksachen 21/4744, 21/4750 und 21/4747 an die in der Tagesordnung aufgeführten Ausschüsse vorgeschlagen. Gibt es weitere Vorschläge? – Das kann ich nicht erkennen. Dann verfahren wir wie vorgeschlagen. …
Zumindest habe ich mich bemüht, auf die Redezeiten zu achten; sie sind alle eingehalten worden. Ich schließe die Aussprache. Zusatzpunkt 2, Tagesordnungspunkt 9 und Zusatzpunkt 3. Interfraktionell wird Überweisung der Vorlage auf Drucksachen 21/4744, 21/4750 und 21/4747 an die in der Tagesordnung aufgeführten Ausschüsse vorgeschlagen. Gibt es weitere Vorschläge? – Das kann ich nicht erkennen. Dann verfahren wir wie vorgeschlagen. Zum Zusatzpunkt 4. Interfraktionell wird die Überweisung der Vorlage auf der Drucksache 21/4748 an die in der Tagesordnung aufgeführten Ausschüsse vorgeschlagen. Die Federführung ist jedoch strittig. Die Fraktionen der CDU/CSU und SPD wünschen die Federführung beim Ausschuss für Wirtschaft und Energie, die Fraktion Die Linke wünscht die Federführung beim Finanzausschuss. Ich lasse zuerst abstimmen über den Überweisungsvorschlag der Linken. Wer stimmt für diesen Überweisungsvorschlag? – Das ist Die Linke, das ist Bündnis 90/Die Grünen, und das ist die AfD. Wer stimmt dagegen? – Das sind die CDU/CSU- und die SPD-Fraktion. ↳ Filiz Polat (Grüne): »Das war die Mehrheit!« Enthaltungen? – Sehe ich keine. Damit ist der Überweisungsvorschlag abgelehnt. Ich lasse nun abstimmen über den Überweisungsvorschlag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD: Federführung beim Ausschuss für Wirtschaft und Energie. Wer stimmt für diesen Überweisungsvorschlag? – CDU/CSU und SPD. Wer stimmt dagegen? – Das sind die AfD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. Gibt es Enthaltungen? – Das ist nicht der Fall. Dann ist dieser Überweisungsvorschlag ganz knapp angenommen. Ich rufe auf den Zusatzpunkt 5: Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Paul Schmidt, Dr. Rainer Kraft, Andreas Bleck, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD Wieder in die Kernkraft einsteigen und strategische Fehler korrigieren Drucksache 21/4749 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Wirtschaft und Energie Für die Aussprache wurde eine Dauer von 60 Minuten vereinbart. Ich darf die Aussprache eröffnen und Dr. Paul Schmidt von der AfD-Fraktion das Wort erteilen. Beifall: AfD
DR Dr. Paul Schmidt AfD rede Im Protokoll ↗
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Kernkraftausstieg war „ein strategischer Fehler“, sagte Ursula von der Leyen als Präsidentin der Europäischen Kommission. Auch Kanzler Friedrich Merz hatte bereits am 14. Januar dieses Jahres den Kernkraftausstieg als großen Fehler bezeichnet. Nun sagte er, der Ausstieg sei irreversibel. Aber das ist faktisch falsch, und das beweisen wir mit unserem Antrag. …
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Kernkraftausstieg war „ein strategischer Fehler“, sagte Ursula von der Leyen als Präsidentin der Europäischen Kommission. Auch Kanzler Friedrich Merz hatte bereits am 14. Januar dieses Jahres den Kernkraftausstieg als großen Fehler bezeichnet. Nun sagte er, der Ausstieg sei irreversibel. Aber das ist faktisch falsch, und das beweisen wir mit unserem Antrag. Beifall: AfD Wir wollen, dass unsere Kernkraftstandorte überprüft werden, so wie es die CDU/CSU im Bundestagswahlkampf und in den Koalitionsverhandlungen gefordert hat. Die drei zuletzt im April 2023 abgeschalteten Kernkraftwerke Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim II wollen wir auf jeden Fall wieder in Betrieb nehmen und auch Brokdorf, weil dort der Rückbau noch kaum erfolgt ist. Gemäß dem Branchenverband KernD ist das innerhalb von drei Jahren für jeweils 1 bis 3 Milliarden Euro möglich. Bei den anderen Standorten gibt es für uns zwei verschiedene Kategorien: zum einen die, die hinsichtlich ihrer Wiederinbetriebnahme überprüft werden müssen, und zum anderen die, wo der Bau neuer Kernkraftwerke sinnvoll ist. Letztere sind aus unserer Sicht zwei Kernkraftwerkstandorte im Osten, nämlich Greifswald/Lubmin und Stendal/Arneburg, und im Westen Obrigheim, Philippsburg 1, Neckarwestheim I, Isar 1, Stade, Würgassen, Unterweser und Gundremmingen B und Mülheim-Kärlich. Die Kernkraftwerke, die wir dort neu bauen wollen, wären zum Beispiel der europäische Druckwasserreaktor EPR, ↳ Harald Ebner (Grüne): »Ja, genau!« eine deutsch-französische Entwicklung, die in vielen Ländern schon gebaut worden ist, etwa in Großbritannien, Frankreich, Finnland und auch China, oder der amerikanische Reaktor AP1000, der jetzt gerade in Polen an der deutschen Grenze gebaut wird, und zwar drei Blöcke, auch nach deutschen Sicherheitsrichtlinien zugelassen. Diese beiden Typen sind relativ einfach verfügbar. Es gibt aber auch noch weitere, die infrage kommen. Wir brauchen die Kernenergie nicht ↳ Harald Ebner (Grüne): »„Wir brauchen die Kernenergie nicht“: Das stimmt!« nur, weil sie günstig, robust und zuverlässig ist und den weiteren Ausbau der Energiewende, für den wir gar kein Geld mehr kriegen, unnötig macht, sondern auch, weil sie uns unabhängig vom Ausland macht. Beifall: AfD ↳ Dr. Alaa Alhamwi (Grüne): »Aus Russland, ja!« – Jetzt hören Sie zu! – Uran bekommen wir aus Kanada, Afrika, Australien und Kasachstan. ↳ Dr. Jan-Niclas Gesenhues (Grüne) Aber im Notfall haben wir es noch im eigenen Land als Rohstoff verfügbar, zum Beispiel im Erzgebirge oder im Schwarzwald. Nach der Ölkrise 1973/1974 war es die Regierung Helmut Schmidt, die ganz entschieden den Ausbau der Kernkraft in Deutschland vorangetrieben hat: Kernenergie als Freiheitsenergie. ↳ Harald Ebner (Grüne): »Die Erneuerbaren sind die Freiheitsenergien!« Auf den sollten Sie sich zurückbesinnen, auf Helmut Schmidt und seine politische Vernunft. Beifall: AfD Und bitte, Frau Scheer, kommen Sie mir nicht gleich wieder mit Ihren „alternativen Fakten“. Sie sind die energiepolitische Sprecherin der SPD, und mit Ihren „alternativen Fakten“ haben Sie in der Fachwelt schon bei der Debatte vor zwei Wochen für Furore gesorgt; das kann ich Ihnen sagen. Tatsächlich kann man unsere Kernkraftwerke täglich um ein Drittel in der Leistung reduzieren und wieder hochfahren, und das monatelang. Weltweit werden tatsächlich gerade 66 Kernkraftwerksblöcke gebaut. Wir haben den Strom in unseren Blöcken für 2,5 bis 3 Cent pro Kilowattstunde produziert. ↳ Harald Ebner (Grüne): »80 bis 40 Cent pro Kilowattstunde!« Und Grundlast aus Kernkraft, die immer verfügbar ist, kann man nicht mit Photovoltaik vergleichen, die nur 2 000 bis 3 000 Stunden pro Jahr zur Verfügung steht und im Herbst und Winter so gut wie gar nicht; das können Sie mir glauben. Ich habe selbst als Betriebsphysiker im Siedewasserreaktor und im Druckwasserreaktor gearbeitet. Liebe SPD, geben Sie endlich Ihre Blockadehaltung auf; denn Sie sind es, die den Wiedereinstieg in die Kernkraft hier permanent blockieren. Stimmen Sie unserem Antrag zu! Beifall: AfD
BO Bodo Ramelow Vizepräsident sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Für die CDU/CSU-Fraktion darf ich Dr. Klaus Wiener das Wort erteilen. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.)
DR Dr. Klaus Wiener Union rede Im Protokoll ↗
Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Deutschland hat sich entschieden, aus der zivilen Nutzung der Kernenergie auszusteigen, und dabei waren zwei Gründe ausschlaggebend. Erstens. Die Gefahr eines GAUs, also eines größten anzunehmenden Unfalls. Solche katastrophalen Unfälle mit extrem langfristigen Schäden sind nicht wahrscheinlich, aber sie sind möglich; das haben Tschernobyl und Fukushima gezeigt. Aber wer wie die AfD …
Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Deutschland hat sich entschieden, aus der zivilen Nutzung der Kernenergie auszusteigen, ↳ Marc Bernhard (AfD): »Sie haben das entschieden!« ↳ Dr. Bernd Baumann (AfD): »Deutschland hat sich nicht entschieden!« und dabei waren zwei Gründe ausschlaggebend. Erstens. Die Gefahr eines GAUs, also eines größten anzunehmenden Unfalls. Solche katastrophalen Unfälle mit extrem langfristigen Schäden sind nicht wahrscheinlich, aber sie sind möglich; das haben Tschernobyl und Fukushima gezeigt. ↳ Dr. Michael Blos (AfD) Aber wer wie die AfD im Antrag behauptet, Fukushima habe keine gravierenden Auswirkungen gehabt, blendet die erheblichen menschlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen schlicht aus. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Beifall: Linke (einzelne Abg.) ↳ Dr. Bernd Baumann (AfD): »Die ganze Welt baut Kernkraftwerke!« Zweitens. Die bislang verfügbare Kernkrafttechnologie hat Atommüll produziert – das wissen wir alle –, der für extrem lange Zeiträume gelagert werden muss, ↳ Dr. Bernd Baumann (AfD): »Die ganze Welt kann damit umgehen, alle Länder!« Zeiträume, die unser menschliches Vorstellungsvermögen schlicht übersteigen ↳ Dr. Bernd Baumann (AfD): »Das ist Unsinn!« ↳ Harald Ebner (Grüne): »An der Stelle hat er mal recht!« und die potenziell eine Last für die kommende Generation sind. Das waren die Hauptgründe für den Ausstieg. Und ganz ehrlich: Diese Gründe habe ich auch immer sehr ernst genommen. Beifall: Linke (einzelne Abg.) Aber wie ist der Befund heute? Wir haben es mit einem Klimawandel zu tun, der die Menschheit massiv gefährdet. Eine Art Klima-GAU droht, Lachen: AfD (einzelne Abg.) wenn man so will. Deshalb ist es richtig, dass wir versuchen, den CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren, am besten eben auf null zu bringen. Hier spielen natürlich die erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle; da haben wir auch nie einen Dissens gehabt. Je mehr wir davon haben, umso besser. Die Technologien sind sicher, sie haben niedrigere Gestehungskosten. Und sie können uns auch helfen, unabhängiger von Energielieferungen aus dem Ausland zu werden; ich betone unabhängiger. Wenn hier immer gesagt wird, wir würden damit komplett unabhängig, dann ist das natürlich nicht richtig; denn wir sind, was Energie angeht, ein Importland, und das wird auch so bleiben. Beifall: Union (einzelne Abg.) Aber leider hat diese Sache auch einen Haken. Denn die erneuerbaren Energien – das wissen wir alle – haben Systemkosten. Das hat mit der Volatilität der Erzeugung zu tun. Wir brauchen deswegen mehr Netze, wir brauchen digitale Netze, und wir brauchen Speicher. All das macht die erneuerbaren Energien unter dem Strich eben dann nicht so billig, wie wir es brauchen, um international preislich wettbewerbsfähig zu sein. ↳ Dr. Rainer Kraft (AfD): »Hört! Hört!« Hinzu kommt, dass gar nicht klar ist, ob wir eine Volkswirtschaft wie die deutsche komplett aus erneuerbaren Energien versorgen können. Das hat bislang noch niemand versucht. ↳ Dr. Alaa Alhamwi (Grüne): »Doch, Dänemark ist schon weiter! China ist auch auf dem Weg!« Insofern ist es auch ein Experiment mit erheblichen wirtschaftlichen Risiken. Gegen diese Risiken müssen wir uns absichern. Wir machen das, indem wir eine Kraftwerksstrategie mit Gaskraftwerken auf den Weg bringen. Und ab 2027 gibt es einen Kapazitätsmarkt, nicht – das will ich hier auch noch mal betonen – um die erneuerbaren Energien zu verdrängen, wie Sie vonseiten der Grünen immer gerne behaupten, sondern weil wir einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: SPD (einzelne Abg.) ↳ AfD: »Verhaltener Applaus!« Ja, und wie ist es in diesem Zusammenhang mit der zivilen Nutzung der Kernkraft? Darum geht es ja hier. Klar ist – das habe ich auch in der ganzen letzten Legislaturperiode, als dies Thema war, immer gesagt –: Es war ein Riesenfehler, die noch vorhandenen Kernkraftwerke 2023 einfach abzuschalten, und das inmitten einer Energiekrise. Hätten wir die Kernkraftwerke, die wir noch hatten, weiter genutzt, dann hätten wir viele Millionen Tonnen CO2 einsparen können, und wir wären auf dem Weg zu den Klimazielen schon sehr viel weiter. Beifall: Union Beifall: AfD (einzelne Abg.) Und damit nicht genug: Wir hätten auch Strom zu Grenzkosten von 2 bis 3 Cent pro Kilowattstunde gehabt. Leider haben die Grünen diese Chance vertan. Richtig ist auch: Viele Länder denken derzeit wieder darüber nach, in die zivile Nutzung der Kernenergie einzusteigen oder ganz neu damit zu beginnen. In Europa gibt es ja diese Nuklearallianz, bestehend aus 17 Ländern, ↳ Dr. Rainer Kraft (AfD): »Dazu gibt es einen Antrag!« und meines Wissens hat diese Nuklearallianz inzwischen sogar mehr Mitglieder als die Gruppe der Freunde der Erneuerbaren in Europa. Also, man kann das nicht als Petitesse abtun. Diese Allianz ist keine kleine Gesprächsrunde. Hier werden viele konkrete Projekte mit Nachdruck vorangetrieben. Was heißt das dann für Deutschland? Wir von der Union sind der Meinung, dass wir keine neuen Kernkraftwerke mit alter Technologie brauchen. Stattdessen sind wir offen für Weiterentwicklungen auf diesem Gebiet. ↳ Dr. Michael Blos (AfD): »Habt ihr das mit der SPD besprochen? Was sagt die dazu?« Wir lehnen den Antrag der AfD ab. Warum? ↳ Stephan Brandner (AfD): »Ja, warum?« Weil Ihre ganze Energiepolitik nicht technologieoffen ist, sondern rückwärtsgewandt. Sie sind eben Klimawandelleugner. Lachen: AfD (einzelne Abg.) Deswegen ist Ihre Politik auch so ausgerichtet, wie sie es im Moment ist, und weil Sie auch im Antrag die Wiederinbetriebnahme klassischer Großreaktoren fordern. Diesen Weg gehen wir nicht mit. Wir sind offen für Weiterentwicklungen – Stichwort „Kernfusion“, auch Stichwort „kleine modulare Reaktoren“. Aber zurück in die Zukunft mit der AfD? Das machen wir sicher nicht mit. Vielen Dank. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.)
BO Bodo Ramelow Vizepräsident sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Für Bündnis 90/Die Grünen darf ich Harald Ebner das Wort erteilen. Beifall: Grüne
HA Harald Ebner Grüne rede Im Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ausgerechnet zwei Tage vor dem 15. Jahrestag der nuklearen Katastrophe von Fukushima fällt der EU-Kommissionspräsidentin nichts Besseres ein als der Wiedereinstieg in die Atomkraft. Und natürlich setzt wieder mal der rechte Atomkraftfanblock genau dieses Thema auf die Tagesordnung hier im Bundestag. So viele Murmeltiere, wie hier täglich grüßen, gibt es gar nicht. …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ausgerechnet zwei Tage vor dem 15. Jahrestag der nuklearen Katastrophe von Fukushima fällt der EU-Kommissionspräsidentin nichts Besseres ein als der Wiedereinstieg in die Atomkraft. Und natürlich setzt wieder mal der rechte Atomkraftfanblock genau dieses Thema auf die Tagesordnung hier im Bundestag. ↳ Stephan Brandner (AfD): »Das ist der Fanblock der Vernunft!« So viele Murmeltiere, wie hier täglich grüßen, gibt es gar nicht. Beifall: Grüne Beifall: Mareike Hermeier (Linke) In fünf Wochen jährt sich die Katastrophe von Tschernobyl zum 40. Mal. In der Ukraine und im Iran stehen Atomkraftwerke unter militärischer Bedrohung. Aber Sie wollen munter wieder rein in die Atomkraft. Das ist das Gegenteil von jedweder Sicherheit. Beifall: Grüne Denn sicher sind bei der Atomkraft nur das Risiko, hohe Kosten und eine dauerhafte Abhängigkeit, egal ob von Russland oder den USA. Der AfD ist beides recht, uns aber nicht. Keiner der atomaren Zwischenfälle der Geschichte war vorhersehbar, ob Fukushima oder andere. Nehmen Sie Frankreich mit zufällig entdeckter Risskorrosion in Leitungen, wo sie gar nicht hätte auftreten dürfen. Heute wissen wir, dass die Materialbelastung einfach zu hoch war, weil die französischen Reaktoren viel zu oft abgeregelt wurden, bis es quietscht, ↳ Lisa Badum (Grüne): »Ach was!« und nicht mehr in moderne Stromnetze mit erneuerbaren Energien passen. Beifall: Grüne Beifall: Mareike Hermeier (Linke) ↳ AfD: »So ein Blödsinn!« Unser Atomausstieg ist gut, und er ist vor allem deshalb irreversibel, weil wir im Energiesystem schon viel weiter sind und technisch wie ökonomisch tragfähigere Lösungen haben – im Gegensatz zu unserem Nachbarn. Dessen propagiertes Nebeneinander von Atomkraft und Erneuerbaren belastet die AKW technisch und den Staatshaushalt ökonomisch bis aufs Äußerste, und das ist alles andere als erstrebenswert, meine Damen und Herren. Beifall: Grüne Die Idee ist auch aus anderen Gründen völlig idiotisch. Nach Gasabhängigkeit und aktuellem Fossilpreisschock jetzt als Lösung mit Schmackes in die nächste Abhängigkeit, nämlich die von der weltweiten Uranliefer- und Anreicherungskette, zu rauschen, ↳ Leif-Erik Holm (AfD): »Das ist doch Unsinn! Sie haben uns vom Wetter abhängig gemacht!« ist an Blindheit kaum zu überbieten. Beifall: Grüne Beifall: Linke (einzelne Abg.) Kluge Kinder lassen die Finger vom Herd, wenn sie sich einmal verbrannt haben. ↳ Dr. Alaa Alhamwi (Grüne): »Richtig!« Frau Reiche, Frau von der Leyen, die Union und die AfD hingegen langen einfach wieder und wieder ins Feuer. Die Menschen draußen haben es erkannt. Sie wollen selber Energie erzeugen – ohne Ölscheichs, ohne Gas- und Urandiktatoren. Lachen: AfD (einzelne Abg.) ↳ Karsten Hilse (AfD): »„Urandiktatoren“!« Der Ausbau von Solarenergie auf Dächern boomt, und er ist klug, weil er den Strom auch noch billig macht. Frau Reiche und die CDU aber wollen den Leuten draußen aufs Dach steigen, das Solarsparschwein schlachten Beifall: Grüne (einzelne Abg.) ↳ Helge Limburg (Grüne): »Unglaublich!« und das Geld dann noch in Atom verbrennen. Aber andersherum wird ein Schuh draus: Mit Erneuerbaren lässt sich diese irrwitzige Geisterfahrt in den Atomstaat verhindern, schlicht weil man dann den ganzen Murks gar nicht braucht, Beifall: Grüne Beifall: Mareike Hermeier (Linke) weder die alten Schrottmeiler an alten Standorten noch irgendwelche neuen an alten Standorten und schon gar keine SMR-Halbstarkreaktoren. Diese schwachbrüstigen Möchtegerne bringen nicht nur kaum Leistung; sie brauchen halt auch Uran, und weil sie nichts können und man so viele davon braucht, vervielfältigt sich auch noch das Risiko. Der größte strategische Fehler in der Geschichte der Atomkraft war der Einstieg. Beifall: Grüne Beifall: Linke Das war ein Start ohne Landebahn, ein Blindflug ins Risiko. Deutschland hatte die Größe, diesen Fehler einzugestehen; wir haben die Fähigkeit, diesen Fehler zu korrigieren. Gerade in der angespannten geopolitischen Lage macht der Atomausstieg unsere Energieversorgung sicherer, unabhängiger, günstiger und verlässlicher. Danke schön. Beifall: Grüne Beifall: SPD (einzelne Abg.) Beifall: Linke (einzelne Abg.) ↳ Dr. Paul Schmidt (AfD): »Alles falsch! Alles falsch!«
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Der nächste Redner in dieser Debatte ist für die Bundesregierung Carsten Schneider, Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Beifall: SPD Beifall: Union
CA Carsten Schneider Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit regierung Im Protokoll ↗
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Seit knapp drei Jahren kommt Deutschland ohne Atomenergie aus – kein Blackout, sondern sichere Energieversorgung dank erneuerbarer Energien und Energiewende. Menschen und Unternehmen wissen, dass sie sich auf eine saubere und immer unabhängigere Energieversorgung verlassen können. Sie von der AfD wollen mit diesem Antrag den Atomausstieg rückgängig machen. Sie propagieren also eine Technologie, die …
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Seit knapp drei Jahren kommt Deutschland ohne Atomenergie aus – kein Blackout, Lachen: AfD ↳ Leif-Erik Holm (AfD): »Wir brauchen nach wie vor Kernkraftstrom!« ↳ AfD: »Nein?« sondern sichere Energieversorgung dank erneuerbarer Energien und Energiewende. Beifall: SPD Beifall: Mareike Hermeier (Linke) ↳ AfD Menschen und Unternehmen wissen, dass sie sich auf eine saubere und immer unabhängigere Energieversorgung verlassen können. Sie von der AfD wollen mit diesem Antrag den Atomausstieg rückgängig machen. Beifall: AfD (einzelne Abg.) ↳ Karsten Hilse (AfD): »Richtig!« ↳ AfD: »Ja!« Sie propagieren also eine Technologie, die drei zentrale Nachteile hat: Sie ist unglaublich teuer, ↳ Steffen Kotré (AfD): »Nein, Quatsch!« sie funktioniert nur mit öffentlichen Subventionen, ↳ Steffen Kotré (AfD): »Quatsch!« und sie ist gefährlich. Das als Lösung zu verkaufen, ist doch Realsatire. Beifall: SPD Beifall: Grüne (einzelne Abg.) – Ich lasse keine Zwischenfragen zu. Der Bundeskanzler hat gesagt, dass der Atomausstieg in Deutschland endgültig ist. Damit hat er recht, und ich bedanke mich für diese klaren Worte. ↳ Leif-Erik Holm (AfD) Erst gestern wurde im Iran eine Atomanlage beschossen. Auch in der Ukraine sind Atomanlagen immer wieder Ziel von Kampfhandlungen. Atomkraftwerke sind ein Sicherheitsrisiko für uns alle. Die Verbreitung der Technologie steigert das Risiko, dass sie in falsche Hände kommt. Der Weg von der friedlichen Nutzung zum Bombenbau ist nicht so weit. Wir müssen uns immer wieder klarmachen, dass auch die besten Sicherheitsvorkehrungen versagen können. ↳ Mareike Hermeier (Linke): »Ja!« Denn die Atomenergie ist und bleibt eine Hochrisikotechnologie. Beifall: SPD (einzelne Abg.) Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Beifall: Catarina dos Santos-Wintz (Union) ↳ Dr. Paul Schmidt (AfD): »Quatsch!« Die Orte von Katastrophen an Atomkraftwerken – Kollege Ebner hat sie gerade genannt – haben sich tief ins kollektive Gedächtnis gebrannt – wenn man denn eins hat –: Harrisburg, Tschernobyl, Fukushima. Die Folgen dieser Unfälle sind bis heute immens. Nicht ohne Grund ist nicht eine einzige private Versicherung bereit, das volle Risiko zu tragen – keine einzige! Beifall: SPD Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Beifall: Linke (einzelne Abg.) Beifall: Klaus Mack (Union) ↳ Steffen Kotré (AfD): »Das ist Quatsch! Schwachsinn!« Das bleibt immer an der Allgemeinheit hängen. Und nicht zu vergessen: das kleine Problem des Endlagers des Atommülls, der Hunderttausende Jahre strahlen wird. Ich habe die Aufgabe, Ihnen einen Vorschlag für dieses Endlager zu machen. Ich habe bisher noch keine Bewerbung von der AfD-Fraktion gehört, in welche Region es denn hinkommen soll. ↳ Stephan Brandner (AfD): »Nehmen Sie meinen Garten! Schreiben Sie mir mal einen Brief, und dann gehen wir mal in den Garten!« ↳ AfD Liebe Kolleginnen und Kollegen, aus diesen Gründen wird über die angebliche Renaissance der Atomenergie zwar viel geredet, aber sie existiert in Wirklichkeit nicht. Beifall: SPD Beifall: Grüne Der Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung schrumpft weltweit kontinuierlich. Die Renaissance ist ein Mythos. ↳ Harald Ebner (Grüne): »Richtig!« Nur wenige Länder auf der Welt nutzen Atomkraft. Ein großer Teil der weltweiten AKW-Parks ist überaltert. Schauen Sie sich die USA an: Da werden die Laufzeiten der Atomkraftwerke, die vor 40 Jahren gebaut wurden, verlängert, um Laufzeiten von 80 Jahren zu haben. ↳ Raimond Scheirich (AfD): »Ja! Voll schlau eigentlich!« Es soll also noch eine hochgefährliche Technologie aus einer Zeit vor 80 Jahren genutzt werden. Ich halte das für einen Irrweg und mache das nicht mit. Beifall: SPD Beifall: Linke Beifall: Grüne (einzelne Abg.) ↳ Leif-Erik Holm (AfD): »Pure Angstmache! Aber den Kernkraftstrom aus dem Ausland kaufen!«
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Kurze Frage, Herr Schneider: Hatten Sie gesagt, Sie lassen keine Zwischenfragen zu?
CA Carsten Schneider Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit regierung Im Protokoll ↗
Ja, exakt.
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Das habe ich hier oben nicht mitbekommen. Dann passt alles; dann gibt es danach eine Kurzintervention.
CA Carsten Schneider Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit regierung Im Protokoll ↗
Neue Reaktoren können nur durch staatliche Subventionen und Stromabnahmegarantien wirtschaftlich gemacht werden. In Großbritannien gibt es für jede Kilowattstunde aus Hinkley Point C eine Abnahmegarantie von mindestens 15 Cent, falls das AKW irgendwann einmal fertig wird und ans Netz angeschlossen wird – falls! Das ist also kein Rezept für niedrige Strompreise, sondern ein Rezept für hohe Strompreise, liebe AfD. Wie …
Neue Reaktoren können nur durch staatliche Subventionen und Stromabnahmegarantien wirtschaftlich gemacht werden. In Großbritannien gibt es für jede Kilowattstunde aus Hinkley Point C eine Abnahmegarantie von mindestens 15 Cent, ↳ Harald Ebner (Grüne): »Das wird ihnen nicht reichen!« falls das AKW irgendwann einmal fertig wird und ans Netz angeschlossen wird – falls! Das ist also kein Rezept für niedrige Strompreise, sondern ein Rezept für hohe Strompreise, liebe AfD. ↳ Dr. Paul Schmidt (AfD): »Das ist ein Extrembeispiel!« ↳ Dr. Nina Scheer (SPD): »Extrembeispiel! Das sind aber die einzigen, die es gibt!« Wie widersinnig das in Zeiten ist, in denen niedrigere Preise für die Industrie entscheidend sind, erklärt sich von selbst. Ähnliches gilt für die kleinen Reaktoren, von denen manch einer neuerdings träumt. ↳ Dr. Michael Blos (AfD): »Sogar in der Koalition!« Aber nirgends in der westlichen Welt gibt es einen kommerziellen Minireaktor in Betrieb – nicht einen einzigen! ↳ Harald Ebner (Grüne): »Richtig!« ↳ Dr. Alaa Alhamwi (Grüne): »Ja!« ↳ Stephan Brandner (AfD): »Irgendwer muss mal anfangen!« Nirgends in der westlichen Welt gibt es ein Unternehmen, das seriell gefertigte Minireaktoren anbieten kann. Das sind die Fakten. Beifall: SPD Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Meine Damen und Herren, als langjähriger Kollege hier im Haus, der sich auch mit Haushaltsfragen beschäftigt, sage ich: Wenn eine Risikotechnologie nach einem Dreivierteljahrhundert noch immer am staatlichen Tropf hängt und es längst bessere Alternativen gibt, dann sollte man daraus auch die richtigen Konsequenzen ziehen, und diese Koalition zieht sie. Beifall: SPD Beifall: Catarina dos Santos-Wintz (Union) Beifall: Linke ↳ Dr. Paul Schmidt (AfD): »Das stimmt alles nicht, was Sie sagen!« Jetzt kommen wir mal zur Abhängigkeit von Russland. Ich meine, Sie von der AfD haben ja einen exzellenten Draht in die Botschaften. ↳ Stephan Brandner (AfD): »Frau Schwesig! Und Herr Stegner!« Ich weiß nicht, ob Sie auch Russisch sprechen und verstehen, was da so besprochen wird; ich kann es zumindest ein bisschen noch. Ich will Ihnen aber zumindest eins sagen: Herr Brandner, Sie ↳ Stephan Brandner (AfD): »Ich?« vertreten doch hier den Wahlkreis Gera. ↳ Stephan Brandner (AfD): »Ja!« ↳ Daniel Walter (SPD): »Da muss er kurz nachdenken!« ↳ Stephan Brandner (AfD): »44,8 Prozent!« Sie wissen nicht, wie das zu DDR-Zeiten dort ausgesehen hat, als die Wismut abgebaut hat; aber die Schäden des Uranabbaus in Ronneburg und Gera sind bis heute zu sehen. ↳ Uwe Schulz (AfD): »Die Schäden der Windkraft sehen wir in unseren Wäldern! Jeden Tag! Sie holzen Wälder ab!« ↳ AfD: »Waren das nicht die Linken?« Wir haben Milliarden aufgewandt, um die Natur wiederherzustellen. Beifall: SPD Beifall: Grüne Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: Linke (einzelne Abg.) ↳ Stephan Brandner (AfD) Woher soll also das Uran kommen? Es kommt aus Russland, und ich möchte nicht, dass Deutschland sich in eine weitere strategische Abhängigkeit von Russland begibt, wie wir es beim Gas hatten. ↳ Leif-Erik Holm (AfD): »Sie haben doch gerade gehört, dass das Unsinn ist! Es gibt genug andere Lieferanten! Kann man diversifizieren!« Aus diesem Grund ist die Atomenergie ein Irrweg. Wir sind dafür, dass wir die sichere, saubere und bezahlbare Energieversorgung mit Erneuerbaren ausbauen. Wir sind dafür, dass die Wertschöpfung in Deutschland bleibt und diese Sicherheitsenergien, wie ich sie nenne, tatsächlich dazu führen, dass wir eine dauerhafte, schnelle und sichere Energieversorgung haben. Die Erneuerbaren haben im Übrigen auch weltweit eine Renaissance: 90 Prozent der Produktionskapazitäten, die im letzten Jahr weltweit aufgebaut wurden – 90 Prozent! –, basieren auf erneuerbaren Energien. ↳ Dr. Paul Schmidt (AfD): »Aber die sind nicht immer verfügbar!« ↳ AfD Das ist der Weg in die Freiheit und die Sicherheit. Vielen herzlichen Dank. Beifall: SPD Beifall: Grüne Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: Mareike Hermeier (Linke)
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Nachdem die Zwischenfrage abgelehnt worden ist, hat der Kollege Dr. Kraft jetzt noch die Möglichkeit zu einer Kurzintervention. ↳ Harald Ebner (Grüne): »Och, der Herr Kraft!«
DR Dr. Rainer Kraft AfD rede Im Protokoll ↗
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Minister, kurze Vorbemerkung: Erstens. Ich stelle fest, dass, obwohl mein Kollege Paul Schmidt Ihnen mindestens drei Lieferanten von Uran auf der Welt genannt hat, die allesamt demokratische Staaten sind, die einzige Russlandfixierung, was Lieferungen von Uran angeht, ganz offensichtlich bei Ihnen und Ihren Kollegen besteht, aber nicht innerhalb der Reihen der AfD. Zweitens. Sie …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Minister, kurze Vorbemerkung: Erstens. Ich stelle fest, dass, obwohl mein Kollege Paul Schmidt Ihnen mindestens drei Lieferanten von Uran auf der Welt genannt hat, die allesamt demokratische Staaten sind, die einzige Russlandfixierung, was Lieferungen von Uran angeht, ganz offensichtlich bei Ihnen und Ihren Kollegen besteht, aber nicht innerhalb der Reihen der AfD. Beifall: AfD Zweitens. Sie haben in Ihrer Rede wiederholt darauf hingewiesen, dass Kernenergie nur durch staatliche Subventionen, am staatlichen Tropf existieren könnte; diese falsche Behauptung ist 2002 im Rahmen des von der Schröder/Fischer-Regierung geplanten Ausstiegs aus der Kernenergie gebracht worden. Eine damals noch kritische Unionsfraktion hatte dazu Fragen gestellt; ich verweise auf die Drucksachennummer 14/8084. Damals hat der Kollege Dr. Paul Laufs von der Union nach den Subventionen der Kernenergie in Deutschland gefragt. Auf die Frage: „Wie hoch waren die durchschnittlichen direkten und indirekten Subventionen je kWh aus öffentlichen Haushalten?“, hat der SPD-Staatssekretär Herr Siegmar Mosdorf am 15. Januar 2002 geantwortet: „Subventionen für die konventionelle kommerzielle Stromerzeugung aus Kernenergie gab es nicht.“ Beifall: AfD ↳ Harald Ebner (Grüne): »Das war einfach eine falsche Antwort!« ↳ Dr. Jan-Niclas Gesenhues (Grüne): »Da hat er die Entsorgungskosten noch nicht gekannt!«
CA Carsten Schneider Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit regierung Im Protokoll ↗
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, erstens: Die wichtigste Bezugsquelle für Uran ist Russland; es gibt zwar auch andere Länder, aber der Hauptproduzent ist Russland. Sie müssen es aus Russland beziehen. Sehr geehrte Damen und Herren der AfD-Fraktion, die Position der Bundesregierung steht im krassen Widerspruch zu Ihrer Position. Wir wollen keine weitere Abhängigkeit von Russland – das ist das Grundprinzip unserer …
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, erstens: Die wichtigste Bezugsquelle für Uran ist Russland; es gibt zwar auch andere Länder, aber der Hauptproduzent ist Russland. Sie müssen es aus Russland beziehen. ↳ Dr. Paul Schmidt (AfD): »Nein!« Sehr geehrte Damen und Herren der AfD-Fraktion, die Position der Bundesregierung steht im krassen Widerspruch zu Ihrer Position. Wir wollen keine weitere Abhängigkeit von Russland – das ist das Grundprinzip unserer Arbeit –, aber wir würden uns von Russland abhängig machen. ↳ Dr. Paul Schmidt (AfD): »Nein, würden wir nicht!« Das machen wir nicht. Zweitens. Haben Sie schon mal den Begriff der impliziten Staatsgarantie gehört? Für die Atomkraft gab es eine implizite Staatsgarantie. Es mussten keine Abgaben gezahlt werden. Sie müssten für das mit der Atomkraft verbundene Risiko, das Ihnen niemand versichert, etwas bezahlen, aber das ist nicht passiert. Man hat eine kostenlose Subvention zur Verfügung gestellt bekommen. Beifall: SPD Beifall: Grüne Beifall: Linke Beifall: Union (einzelne Abg.) ↳ AfD Dritter Punkt: Entsorgungskosten. Sehr geehrter Herr Kollege, schauen Sie sich gern die Summen an. ↳ Dr. Rainer Kraft (AfD) Und dann stellen Sie mir doch mal schriftlich die Frage, ob die Mittel ausreichen, um die Entsorgungskosten zu tragen. Ich sage Ihnen: Sie werden nicht ausreichen. Die Rücklagen reichen nicht aus, um die vielen Milliarden Euro aufzubringen, die wir zusätzlich benötigen werden, um das Endlager zu finden, zu explorieren, zu sichern und den Atommüll dauerhaft zu entsorgen. Es handelt sich um eine nachgelagerte steuerliche Subvention, die wir im Rahmen der Atomenergie zur Verfügung stellen müssen, weil wir den Müll jetzt nun mal haben. Von daher: Es ist zu wenig Vorsorge getroffen worden. Das ist die Wahrheit. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.) ↳ Stephan Brandner (AfD): »Sie haben keine Ahnung!« ↳ AfD
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
So, ich würde jetzt mal festhalten: Der Kollege Kraft hat eine Frage gestellt, der Minister hat geantwortet. Es gehört dazu, dass man zuhört. Sie haben noch ausreichend Gelegenheit, in der Debatte Stellung zu nehmen. Ich glaube, auch für die Zuhörerinnen und Zuhörer ist es interessant, wenn man nicht nur die Frage hört, sondern auch die Antwort. Insofern wäre ich Ihnen …
So, ich würde jetzt mal festhalten: Der Kollege Kraft hat eine Frage gestellt, der Minister hat geantwortet. Es gehört dazu, dass man zuhört. Sie haben noch ausreichend Gelegenheit, in der Debatte Stellung zu nehmen. Ich glaube, auch für die Zuhörerinnen und Zuhörer ist es interessant, wenn man nicht nur die Frage hört, sondern auch die Antwort. Insofern wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie auch dem Antwortenden zuhören und ihn uns mit Zwischenrufen nicht halbwegs unverständlich machen. Herr Schneider war am Ende seiner Rede. Dann kommen wir jetzt zur Fraktion Die Linke. Mareike Hermeier ist die nächste Rednerin in dieser Debatte. Beifall: Linke ↳ AfD Moment, Frau Kollegin! Der Zuruf: „Die Spezialistin für Erziehungsfragen!“ kam hier bei mir an. ↳ Mareike Hermeier (Linke): »Bin ich!« Ich gehe davon aus, dass sich das auf mich bezogen hat. Wenn ich das nächste Mal so eine Bemerkung aus Ihren Reihen höre – egal ob sie mich oder die Rednerin betrifft –, würde ich dafür einen Ordnungsruf erteilen. Ich sehe jetzt davon noch ab. Beifall: Union Beifall: SPD Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Beifall: Linke (einzelne Abg.) Ich will aber zu erkennen geben: Wir hören hier vorne verdammt gut!
MA Mareike Hermeier Linke rede Im Protokoll ↗
Danke schön. – Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn die AfD über Atomkraft spricht, dann braucht man eigentlich keine energiepolitische Debatte, sondern erst mal einen Taschenrechner; denn was hier vorgelegt wurde, ist kein seriöser Antrag, sondern eine Mischung aus Wunschdenken, Geschichtsverklärung und glasklarer Desinformation. Und das ist besonders pikant; denn dieselbe Fraktion, die letzte Sitzungswoche noch eine …
Danke schön. – Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn die AfD über Atomkraft spricht, dann braucht man eigentlich keine energiepolitische Debatte, sondern erst mal einen Taschenrechner; denn was hier vorgelegt wurde, ist kein seriöser Antrag, sondern eine Mischung aus Wunschdenken, Geschichtsverklärung und glasklarer Desinformation. Und das ist besonders pikant; denn dieselbe Fraktion, die letzte Sitzungswoche noch eine Kampagne gegen „Desinformationen zur Kernenergie“ gefordert hat, betreibt hier heute genau das in Reinform. Beifall: Linke Hier die acht Desinformations-Highlights des Atomwahnsinns für Deutschland. Erstens: die Kostenlüge. Die AfD und ihre atompolitischen Fans erzählen gerne etwas von 3 Cent pro Kilowattstunde. Bei Atomstrom liegt der Mittelwert bereits bei 31,3 Cent pro Kilowattstunde und die Spanne reicht bis zu 50 Cent. ↳ Dr. Rainer Kraft (AfD) Entsorgungskosten sind da noch nicht eingerechnet. Das heißt, das AfD-Märchen liegt nicht knapp daneben, sondern um den Faktor zehn. Solarenergie liegt übrigens bei 4,6 Cent und Windenergie bei 6,3 Cent. ↳ Manfred Schiller (AfD) Heißt auf Deutsch: Neuer Atomstrom ist bereits fast siebenmal teurer als erneuerbare Energien. Danke fürs Märchenfeeling. Beifall: Linke ↳ Raimond Scheirich (AfD): »Warum haben wir dann die höchsten Strompreise?« – Ich rede jetzt! Zweitens: die Bau- und Zeitlüge. Die AfD verkauft Atomkraft als Lösung für aktuelle Probleme. Die Realität: Es dauert 5, 10, 15 oder mehr Jahre, um neu zu bauen. Wer glaubt, das seien nur Modellrechnungen, der sollte derzeit mal auf die europäischen Baustellen schauen: das AKW Flamanville 3, von 3,3 auf 23,7 Milliarden Euro – das ist eine Steigerung um 620 Prozent –; Olkiluoto in Finnland, von 3 auf 11 Milliarden Euro; Hinkley Point C kostet bis zu 47 Milliarden Pfund. Und genau solche Reaktortypen wollen Sie uns hier als Erfolgsmodell verkaufen. Das ist öffentliche Geldverbrennung und wäre ein finanzieller Totalschaden – gemacht mit ihrer blau-braunen Politik. Beifall: Linke ↳ Raimond Scheirich (AfD): »Wie viel hat denn der Berliner Flughafen gekostet, für den Sie verantwortlich waren?« Drittens: die Renaissancelüge. Auch da hilft Mathematik gegen Ideologie. Ende 2025 betrieben gerade einmal 31 von 193 UN-Staaten Atomkraftwerke – also nicht einmal jedes sechste Land. Nur elf Länder bauten neue Reaktoren. Gleichzeitig ist die globale Stromproduktion aus Erneuerbaren in den letzten zehn Jahren um mehr als 4 000 Terawattstunden gestiegen, die aus Atomkraft um 197. Also, die Erneuerbaren sind die Zukunft und bewiesenermaßen zuverlässig. Viertens: Ihre Klimaschutzlüge. Grün ist hier nichts. Für eine Tonne Uran müssen 1 000 Tonnen Gestein bewegt werden. 99,9 Prozent werden also zu radioaktivem Abfall. Das ist nicht grün, das ist industrielle Verwüstung auf dem gesamten Planeten. Beifall: Linke Und selbst beim Klima gilt: Wind und Sonne sind emissionsärmer und vor allem sofort verfügbar. Fünftens: Ihre Sicherheitslüge. Im AfD-Antrag wird Fukushima relativiert. Es sei – in Anführungsstrichen – „ohne gravierende Auswirkungen“. Das ist schlicht verantwortungslos und macht mich, ehrlich gesagt, fassungslos, besonders wo wir gerade erst der Katastrophe am Jahrestag gedacht haben; zumindest wir. Die Realität: Atomkatastrophen wie Fukushima und Tschernobyl zeigen, dass das Restrisiko eben kein theoretisches ist. Und heute kommen neue Risiken dazu: Krieg, Sabotage, Cyberangriffe und eine unberechenbare Weltsicherheitslage. Atomkraftwerke sind keine Sicherheit, sie sind Hochrisikoziele, die uns selber hier zur Zielscheibe machen. Beifall: Linke Sechstens: Ihre Mülllüge. Weltweit gibt es 420 000 Tonnen hochradioaktiven Müll. Und wie viele funktionierende Endlager gibt es? Eines, in Finnland. Deutschland sucht weiter bis mindestens in die 2070er-Jahre. Und Sie wollen hier am liebsten noch mehr Müll für unsere kommenden Generationen produzieren. Das ist doch mal wieder Politik fürs Volk – Ironie aus. ↳ Dr. Paul Schmidt (AfD) Siebtens: die Souveränitätslüge. Atomkraft macht uns nicht unabhängig. Ausgerechnet die Partei, die dauernd Souveränität fordert, will uns in neue geopolitische Abhängigkeiten treiben – da hat auch der Herr Minister völlig recht. Die AfD behauptet, Atomkraft sei weltweit auf dem Vormarsch und wir müssten auf den Zug aufspringen. Die Zahlen sagen aber etwas anderes: Der Anteil von Atomenergie an der weltweiten Energie beträgt 9 Prozent beim Strom und nur 4 Prozent bei der Primärenergie. Das ist keine Renaissance, das ist Randtechnologie auf dem Rückzug. Beifall: Linke Achtens: die Small-Modular-Reaktor-Illusion. Dann kommt noch die Scheinlösung SMR. Auch hier wieder: Realität statt Reklame. Das NuScale-Projekt in den USA wurde gestoppt, nachdem die Kosten nach oben geschossen sind, und ein argentinisches SMR-Projekt wurde offiziell aufgegeben. Da Sie, Kolleginnen und Kollegen des Atomwahnsinns für Deutschland, nicht mehr die Einzigen sind mit der Forderung, kommen von mir an der Stelle herzlichste Grüße an Frau Reiche, Herrn Söder und Frau von der Leyen. Ihnen stehe ich auch gerne helfend zur Seite, mit meinem Taschenrechner. Beifall: Linke Liebe Kolleginnen und Kollegen, Atomkraft ist nicht grün. Atomkraft ist auch nicht günstig. Atomkraft ist nicht sicher. Und vor allem: Atomkraft ist nicht die Zukunft. ↳ Union Die Zukunft ist längst da. Erneuerbare sind schneller, billiger, sicherer und verfügbar. Ich sage Ihnen: Wer erst Fukushima verharmlost, dann Atommüll kleinredet, dann 3-Cent-Märchen erzählt und sich am Ende als Opfer von Desinformation inszeniert, der ist nicht das Gegenmittel, der ist das absolute Problem. Beifall: Linke ↳ Dr. Paul Schmidt (AfD): »Fragen Sie doch mal die finnischen Grünen!« Während die Welt in diese Richtung geht, kommt die AfD mit einer Technologie aus dem letzten Jahrhundert zurück und verkauft sie uns als Lösung. Das ist nicht nur falsch, das ist gefährlich. Wir lehnen Ihren Antrag nicht nur ab, wir zerlegen ihn gerne für Sie: mit Fakten, mit Zahlen, mit Realität und vor allem mit besseren Ideen. Beifall: Linke ↳ Karsten Hilse (AfD): »„Zerlegen“! Und das von Ihnen!« Liebe Kolleginnen und Kollegen, erlauben Sie mir noch einen klärenden Vergleich zum Schluss: Die blau-braune Fraktion ist wie Atomkraft selbst: ↳ Karsten Hilse (AfD): »Frau Präsidentin! Was soll das denn: „blau-braun“?!« Sie spaltet, ist ein verdammt hohes Sicherheitsrisiko, und am Ende kommt nur verstrahlter Müll dabei herum. Vielen Dank. Beifall: Linke ↳ Karsten Hilse (AfD) ↳ Mareike Hermeier (Linke): »Ja, das habe ich!«
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Die nächste Rednerin in dieser Debatte ist für die Unionsfraktion Anna Aeikens. Beifall: Union ↳ Christian Freiherr von Stetten (Union): »Jetzt kommt Qualität in die Debatte!«
AN Anna Aeikens Union rede Im Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Gäste! Wir haben schon einiges zum Thema Kernkraft gehört. Ich frage Sie, ich frage uns: Was verbinden wir eigentlich mit dem Thema „Kernkraft/Kernenergie“? Sind es graue Anlagen in der Landschaft? Ist es günstiger Strom? Ist es der Transport von Castorbehältern? Sind es die Demonstrationen, die wir zu diesem Thema hatten und …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Gäste! Wir haben schon einiges zum Thema Kernkraft gehört. Ich frage Sie, ich frage uns: Was verbinden wir eigentlich mit dem Thema „Kernkraft/Kernenergie“? Sind es graue Anlagen in der Landschaft? Ist es günstiger Strom? Ist es der Transport von Castorbehältern? Sind es die Demonstrationen, die wir zu diesem Thema hatten und vielleicht auch noch haben werden? Sind es politische Debatten, die wir hier im Haus führen? Jeder von uns hat, glaube ich, ein anderes Bild vor Augen. Heute diskutieren wir hier erneut: Brauchen wir Kernenergie, ja/nein? Wollen wir sie hier bei uns im Land haben? Und begleitet wird diese Diskussion natürlich vom Thema Energiesicherheit, von der Frage nach Abhängigkeit und nach Klimaneutralität. Es wurde schon beschrieben: Deutschland hat im Jahr 2011 den Atomausstieg beschlossen. 2023 wurden die letzten AKWs – Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 – abgeschaltet. Das aus heutiger Perspektive zu beurteilen, ist natürlich unglaublich leicht. Wir können darüber streiten, ob es richtig war, ob es gut war, ob man es heute anders machen würde. Aber es ist die Realität, in der wir leben und mit der wir auch umgehen müssen. Im Zusammenhang mit den globalen Krisen, die wir gerade erleben, und auch in Zusammenhang mit den Äußerungen von Frau von der Leyen jetzt beim Kernenergiegipfel in Paris Anfang März ist es verständlich und auch nicht überraschend, dass wir über dieses Thema noch einmal diskutieren. Besonders im Fokus der medialen Aufmerksamkeit stand das Thema Mini-Atomkraftwerke bzw. Small Modular Reactors. Wie der Name schon sagt, sind das kleine Reaktoren, die logischerweise etwas weniger Leistung erbringen. Der Kommission zufolge wollen wir Anfang der 2030er-Jahre dafür sorgen, dass diese bei uns in Europa einsatzbereit sind. Ob das alles wirklich Hand und Fuß hat, kann bezweifelt werden. Herr Schneider hat angesprochen, dass es bis jetzt diese serielle Produktion, die geplant ist, noch nicht gibt bzw. es bisher nur in anderen Teilen der Welt derzeit Forschungsvorhaben gibt. Ein großer Vorteil dieser Mini-AKWs soll ja sein, dass man in die Serienproduktion gehen kann. Dadurch sollen sie günstiger werden und vor allem fertig aus der Fabrik direkt zum Einsatzort gelangen. Das ist natürlich sehr attraktiv bzw. kann attraktiv wirken, wenn wir uns anschauen, wie teuer es ist, ein neues AKW zu bauen; meine Vorrednerin hatte das auch schon angesprochen. Ein prominenter Fall ist der aus Frankreich, wo über 17 Jahre lang an einem AKW gebaut worden ist. Insgesamt haben die Kosten über 23 Milliarden Euro betragen. Wie ich schon erwähnt habe: Auch beim Thema Mini- AKWs werden die Wirtschaftlichkeit und auch die Einsatzfähigkeit hinterfragt. Beifall: Union (einzelne Abg.)
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Wollen Sie die Zwischenfrage aus der AfD-Fraktion zulassen?
AN Anna Aeikens Union rede Im Protokoll ↗
Nein. Vielen Dank. Auf europäischer Ebene gibt es noch einige Länder, die AKWs am Laufen haben und auch neu planen. Das ist völlig in Ordnung. Das sind unterschiedliche Strategien, unterschiedliche Realitäten und auch unterschiedliche Planungsvorhaben. Spanien beispielsweise setzt weiterhin auf einen Atomausstieg 2035. Bei den bisherigen Diskussionen darf man nicht vergessen – das gerät ja gerne in Vergessenheit –, dass …
Nein. Vielen Dank. Heiterkeit: Union (einzelne Abg.) Heiterkeit: SPD (einzelne Abg.) Heiterkeit: Grüne (einzelne Abg.) Auf europäischer Ebene gibt es noch einige Länder, die AKWs am Laufen haben und auch neu planen. Das ist völlig in Ordnung. Das sind unterschiedliche Strategien, unterschiedliche Realitäten und auch unterschiedliche Planungsvorhaben. Spanien beispielsweise setzt weiterhin auf einen Atomausstieg 2035. Bei den bisherigen Diskussionen darf man nicht vergessen – das gerät ja gerne in Vergessenheit –, dass es viele ungeklärte Fragen rund um das Thema Kernkraft gibt; es wurde schon angesprochen. Die Frage ist: Wie gehen wir mit unserem Atommüll um? Es gibt ein Land, das schon ein atomares Endlager gefunden hat, es gibt andere Länder, die bereits in der Planung sind. Wir sind immer noch auf der Suche, und dies wird ein etwas längerer Prozess. Es wurden auch schon andere Probleme angesprochen: die Kosten und die Frage der Uranabhängigkeit. Nichtsdestotrotz möchte ich sagen, dass es im Zusammenhang mit dem Thema Technologieoffenheit völlig in Ordnung ist, über solche Geschichten zu diskutieren und Entwicklungen zu beobachten. Es ist aber nicht in Ordnung, wenn wir in den Diskussionen, die wir hier heute führen, auch nur den Anschein erwecken, dass wir einen Schalter umlegen und sagen können, es habe jetzt hier vor Ort Auswirkungen auf unsere derzeitige Situation. Wir dürfen vor allem nicht zulassen, dass diese Diskussion dazu führt, dass die Erfolge, die wir im Bereich der erneuerbaren Energien bereits haben, in Abrede gestellt werden, und vor allem auch der Eindruck entsteht, dass der Weg, den wir eingeschlagen haben, der falsche sei. Deswegen lehnen wir diesen Antrag ab. Herzlichen Dank. Beifall: Union Beifall: SPD Beifall: Grüne (einzelne Abg.)
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
So, bevor ich den nächsten Redner aufrufe, erhält der Kollege Schmidt aus der AfD-Fraktion jetzt die Möglichkeit einer Kurzintervention.
DR Dr. Paul Schmidt AfD rede Im Protokoll ↗
Vielen Dank. – Zunächst möchte ich mal klarstellen: Es gibt auch ganz andere Beispiele. In China dauert der Bau eines großen Kernkraftwerksblocks zwischen vier und fünf Jahre und kostet zwischen 2 und 2,8 Milliarden Euro. So, jetzt, Frau Aeikens: Ich bin ein wenig verwirrt – ja, ich erkläre Ihnen auch, warum –, hat doch die CDU/CSU gerade erst Wahlkampf mit …
Vielen Dank. – Zunächst möchte ich mal klarstellen: Es gibt auch ganz andere Beispiele. In China dauert der Bau eines großen Kernkraftwerksblocks zwischen vier und fünf Jahre ↳ Janine Wissler (Linke): »Ja, Diktaturen sind immer schneller!« und kostet zwischen 2 und 2,8 Milliarden Euro. So, jetzt, Frau Aeikens: Ich bin ein wenig verwirrt Lachen: Union Lachen: SPD Lachen: Grüne – ja, ich erkläre Ihnen auch, warum –, hat doch die CDU/CSU gerade erst Wahlkampf mit den Small Modular Reactors gemacht. In Bayern und in Baden-Württemberg wurde genau das gefordert, und jetzt haben Sie hier lauter Zweifel? Außerdem haben Sie vor der Bundestagswahl vor einem Jahr auch damit Wahlkampf gemacht, dass Sie die Abschaltung der Kernkraftwerksblöcke überprüfen wollen. Jetzt muss ich doch mal fragen – wenn Sie hier so dagegen argumentieren –: Was ist denn aus der Position geworden, die Sie vor zwei Wochen im Wahlkampf in Bayern oder Baden-Württemberg vertreten haben? Beifall: AfD ↳ Harald Ebner (Grüne): »War die Frau Aeikens in Bayern?«
AN Anna Aeikens Union rede Im Protokoll ↗
Vielen herzlichen Dank für die Kurzintervention. – Ich fange vorne an: China ist ein anderes Land, wie wir alle wissen, ein anderes Wirtschaftssystem, und da funktioniert vieles anders als bei uns. Sie können jetzt bewerten, ob Sie das besser oder schlechter finden. Die Forderungen unterschiedlicher Kollegen oder unterschiedlicher Bundesländer habe ich natürlich auch vernommen; es steht ihnen völlig frei, das …
Vielen herzlichen Dank für die Kurzintervention. – Ich fange vorne an: China ist ein anderes Land, wie wir alle wissen, ein anderes Wirtschaftssystem, und da funktioniert vieles anders als bei uns. Sie können jetzt bewerten, ob Sie das besser oder schlechter finden. Die Forderungen unterschiedlicher Kollegen oder unterschiedlicher Bundesländer habe ich natürlich auch vernommen; es steht ihnen völlig frei, das zu tun. Selbstverständlich kann Bayern selbstständig Pläne machen und Forderungen stellen; das tun die Kollegen auch gerne. Ich kann das natürlich anders sehen. Es ist mein Recht als Parlamentarierin, das anders zu sehen. Wenn Sie mir zugehört hätten, wüssten Sie, was ich gesagt habe: Es ist unglaublich wichtig, solche Entwicklungen zu beobachten und zu schauen: Was passiert weltweit? Was hat die Europäische Kommission vor? Das werden wir tun. Nichtsdestotrotz bin ich der Auffassung, dass eine Rückkehr zur Kernenergie nicht zielführend ist, und erst recht nicht das, was Sie in Ihrer Rede gefordert haben: Wiederaufbau bzw. Bau von neuen AKWs etc. Vielen Dank. Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: SPD (einzelne Abg.)
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Der nächste Redner in dieser Debatte ist jetzt für die AfD-Fraktion Manuel Krauthausen. Beifall: AfD
MA Manuel Krauthausen AfD rede Im Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich muss erst einmal ein paar Worte an unseren Herrn Minister Schneider richten. Es kommt immer das Argument, was denn so schlimm daran sei, was in Fukushima passiert ist. Das Ganze ist passiert wegen einem Tsunami. Ich glaube, in Deutschland hatte man in den letzten Jahren ziemlich wenig Tsunamis. Deshalb gehe ich …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich muss erst einmal ein paar Worte an unseren Herrn Minister Schneider richten. Es kommt immer das Argument, was denn so schlimm daran sei, was in Fukushima passiert ist. Das Ganze ist passiert wegen einem Tsunami. Ich glaube, in Deutschland hatte man in den letzten Jahren ziemlich wenig Tsunamis. Beifall: AfD Deshalb gehe ich mal davon aus, dass das Risiko hier geringer ist. Für viele Familien werden die Kosten für Heizen und Strom wegen ihrer Politik zur echten Belastung. Für unsere Unternehmen sind sie längst ein massiver Wettbewerbsnachteil. Und trotzdem erleben wir eine Politik, die das Geld der Bürger hirnlos und sinnlos für Sondermüll ausgibt. Wir sprechen heute über Entlastung, und genau das brauchen die Bürger in unserem Land. Doch wer ehrlich über die Entlastung sprechen will, der muss erst einmal über die Ursachen sprechen, und Ursache für dieses Debakel ist Ihre ökosozialistische Energiepolitik. Beifall: AfD Und damit meine ich auch jeden, der bei diesem Klimakult mitmacht. Wir haben funktionierende Infrastruktur weggesprengt. Zukunftsoptionen wurden bewusst verbaut – aber hey! Am 10. März erklärt uns Ursula von der Leyen auf dem Kernenergiegipfel in Paris, Kernkraft sei CO2-neutral und Teil der Lösung. Da gebe ich der EU ausnahmsweise echt mal recht. Beifall: AfD Gleichzeitig Friedrich Merz: Er erzählt uns, ein Wiedereinstieg sei praktisch ausgeschlossen, ↳ Harald Ebner (Grüne): »Ja!« „irreversibel“. Was denn jetzt? Vielleicht lohnt sich ein Blick in die eigene Koalition; denn gerade in der CDU gibt es doch ganz viele, die wissen, dass dieser Ausstieg ein Fehler war und eben nicht „irreversibel“ ist. Wer kommt auf so einen Blödsinn? Beifall: AfD Fakt ist doch: Während andere Industrieländer die Kernkraft ausbauen und verlängern, schalten wir funktionierende Anlagen ab. Frankreich hat circa 70 Prozent Kernenergie und will weiter ausbauen, die Niederlande planen neue Reaktoren, Polen steigt neu ein. ↳ Lisa Badum (Grüne) Und gleichzeitig importieren wir Deppen Strom, insbesondere den von ausländischen Kernkraftwerken. Das ist schizophren. Beifall: AfD Selbst neue Technologien wie kleine modulare Reaktoren – kurz: SMR –, die in Europa bereits konkret eingeplant werden, wollen Sie nicht. Das ist kein Fortschritt, das ist ein energiepolitischer Widerspruch, genauso wie Ihre gesamte Politik. Wir können nicht immer weiter die Belastungen erhöhen, uns immer neue Steuern ausdenken, neue Abgaben einführen und uns dann wundern, dass die Menschen da draußen finanziell am Limit sind. Nehmen Sie sich mal ein Beispiel an Giorgia Meloni, ↳ Lisa Badum (Grüne): »Ja, das hätten Sie gerne!« die einfach mal per Dekret die Benzinsteuer gesenkt hat, was den Spritpreis um 25 Cent pro Liter reduzieren soll. ↳ Harald Ebner (Grüne) Nur noch eine wichtige Sache: Im Jahr 2004 hat Jürgen Trittin den Bürgern versprochen, die Energiewende werde nicht mehr als eine Kugel Eis kosten. Eine Kugel Eis! Es war von einer verdammten Kugel die Rede. Ich will nicht die ganze Eisdiele kaufen. Beifall: AfD ↳ Stefan Schmidt (Grüne) Darum: Energiesteuern runter! CO2-Steuer abschaffen! Kehren Sie zurück zur Kernkraft, dann klappt das hier auch wieder im Land! Danke schön. Beifall: AfD
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Die nächste Rednerin in dieser Debatte ist für die SPD-Fraktion Nina Scheer. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.)
DR Dr. Nina Scheer SPD rede Im Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Carsten Schneider hat schon die wesentlichen Argumente genannt. Ich greife noch ein paar Punkte auf, um zu zeigen, warum Ihr Antrag von Unwahrheiten, Unpraktikabilitäten und Fake News nur so strotzt. Sie suggerieren der Öffentlichkeit immer wieder, dass die Atomenergie gebraucht werde, dass man sie nutzen müsse, dass sie die günstigste Energieform sei. …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Carsten Schneider hat schon die wesentlichen Argumente genannt. ↳ Dr. Rainer Kraft (AfD): »Fake News!« ↳ Stephan Brandner (AfD): »Kollege Schneider hat kein einziges Argument genannt!« Ich greife noch ein paar Punkte auf, um zu zeigen, warum Ihr Antrag von Unwahrheiten, Unpraktikabilitäten und Fake News nur so strotzt. Sie suggerieren der Öffentlichkeit immer wieder, dass die Atomenergie gebraucht werde, dass man sie nutzen müsse, dass sie die günstigste Energieform sei. Das ist einfach falsch. Auch zu den Zeiten, in denen wir noch ein paar Atomkraftwerke hatten ↳ Stephan Brandner (AfD): »Das war schön!« – im Zuge des Ausstiegs wurden es ja immer weniger –, war die Atomkraft nach dem Merit-Order-Prinzip – die Kraftwerke werden nach ihren Grenzkosten genutzt; dabei werden die billigsten Erzeugungsformen zuerst, die teuersten zuletzt eingesetzt – nie vorne dabei. Nie! Die Erneuerbaren liegen vorn. ↳ Dr. Paul Schmidt (AfD): »Sie haben das Merit-Order-Prinzip nicht verstanden!« Jetzt stehen die Gas- und Kohlekraftwerke als die teuersten Kraftwerke an letzter Stelle. Atomkraftwerke, wenn es sie noch gäbe, wären noch teurer. Das Merit-Order-System mit seiner marktwirtschaftlichen Sortierung zeigt, dass es falsch ist, was Sie die ganze Zeit suggerieren. Die Atomenergie ist die teuerste Form der Energiegewinnung. Beifall: SPD ↳ Raimond Scheirich (AfD): »Aber warum lief sie dann 95 Prozent der Zeit des Jahres?« – Ich kann Ihnen das gerne noch mal erklären. Sie lief, weil sie politisch gewollt war und staatlich subventioniert wurde. ↳ Dr. Rainer Kraft (AfD): »Dazu habe ich etwas vorgelesen!« ↳ Raimond Scheirich (AfD): »Er hat doch was vorgelesen« – Herr Kraft, die Zahlen, die Sie hier angeführt haben, sind von anno dazumal; das wissen Sie ganz genau. Zu dem Zeitpunkt gab es noch keinen Kassensturz. Es gab noch die steuerfreien Rückstellungen. Übrigens legte das Manhattan-Projekt, in dem die Atomtechnologien seitens der US-Amerikaner mit einem milliardenschweren Programm für die militärische Nutzung generiert wurden, den Grundstein für die zivile Nutzung der Kernenergie. ↳ Dr. Rainer Kraft (AfD): »Was hat denn Deutschland damit zu tun?« All diese von den US-Amerikanern übernommenen Entwicklungskosten, von denen wir und die ganze Welt profitiert haben, verschweigen Sie. Wir hatten die Entwicklungsmittel für die Kernenergie, die in den USA während des Zweiten Weltkrieges in die militärische Nutzung geflossen sind, quasi eingepreist. ↳ Steffen Kotré (AfD): »Aber nicht in Deutschland!« All das ist im Preis für die Atomenergie enthalten. Wenn Sie jetzt sagen, Sie wollten neue Atomtechnologien nutzen, ↳ Raimond Scheirich (AfD): »Ja, neue!« dann müssen Sie auch anerkennen, dass die Entwicklungskosten für neue Atomkraftwerke erneut aufzubringen wären. Schon die bestehenden Techniken rechnen sich nicht. Neue Techniken, die Sie jetzt nutzen wollen, rechnen sich natürlich erst recht nicht. Beifall: SPD Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Zur alten Technologie – siehe Hinkley Point C – habe ich aus Ihren Reihen gerade gehört, das sei so ein Projekt. Aha! Sie erkennen also: Es ist schon peinlich, dass der Staat bei Hinkley Point C 15 Cent als Garantie obendrauf geben muss – übrigens mit Inflationsausgleich. Das sind im nächsten Jahr schon 17 Cent. Das ist das Drei- bis Vierfache dessen, was wir heute im Rahmen des EEG für die teuersten Erneuerbaren zahlen müssen. ↳ Dr. Paul Schmidt (AfD): »Das war ein Extrembeispiel!« Das ist also überhaupt nicht wirtschaftlich. Jetzt kommen wir mal zur neuen Technologie, die eben nicht – ich habe es gerade erläutert – über viele Jahrzehnte durch den militärischen Sektor subventioniert wurde. Die Atomenergie ist immer noch nicht erwachsen geworden. Also müssten wir noch mal eine riesige Schippe drauflegen. Wer, bitte schön, soll das alles bezahlen? ↳ Dr. Paul Schmidt (AfD): »Der Rest der Welt macht es doch!« Wollen Sie das bezahlen? ↳ Raimond Scheirich (AfD): »Wir bezahlen es doch schon längst aus dem Bundeshaushalt! Warum zahlen wir das EEG-Konto aus dem Bundeshaushalt? Warum zahlen wir 6,5 Milliarden Euro an die Netzwerkbetreiber?« Wollen Sie der Öffentlichkeit suggerieren, dass das Steuergeld dafür sinnvoll ausgegeben sei? Sie verleugnen auch immer wieder Folgendes – Carsten Schneider hat es bereits erwähnt; ich führe es noch ein bisschen genauer aus –: Es gibt internationale Übereinkommen, ohne welche es weltweit überhaupt keine Atomenergienutzung gäbe. Danach verpflichten sich die Staaten, Versicherungshöchstgrenzen einzuführen, weil sie genau wissen: Ohne eine staatliche Versicherungshöchstgrenze würde niemand in Atomenergie investieren. Es gäbe überhaupt keine Versicherungen. Beifall: SPD Beifall: Grüne (einzelne Abg.) ↳ Dr. Paul Schmidt (AfD): »Aber der Schadensfall ist bei uns nie eingetreten! Es gab nie einen Schadensfall!« Die Versicherung, die wir hatten, war sogar eine Kollektivversicherung. Das ignorieren Sie immer wieder. Wenn wir keine staatliche Versicherungsübernahmegarantie gehabt hätten, dann wäre der Strom aus Atomenergie noch teurer gewesen. Auf die 17 Cent könnten Sie also noch mal einiges obendrauf legen. ↳ Dr. Paul Schmidt (AfD): »Es gab noch nie einen Schadensfall!« Ich möchte die letzte Minute meiner Rede darauf verwenden, um der Öffentlichkeit einen Punkt mitzugeben, der heute noch nicht Gegenstand der Debatte war. Wenn Sie sich den Antrag der AfD genauer anschauen, sehen Sie – das ist interessant –, dass sie selbst gar nicht daran glaubt. Denn Sie schreiben zum Beispiel unter Punkt II.5: Sie wollen einen neuen gesetzlichen Rahmen „mit verbindlich langer Laufzeit“. Das hat, glaube ich, mit Marktwirtschaft nicht so viel zu tun. ↳ AfD Und dann soll es ein „sich wirtschaftlich selbstständig tragender Betrieb“ sein. Diesen Widerspruch muss man erst mal hinkriegen: Heiterkeit: Grüne einerseits eine verbindlich lange Laufzeit, andererseits ein wirtschaftlich sich selbstständig tragender Betrieb. Und am Ende des Satzes heißt es dann noch: „mit einer kostengünstigen Stromerzeugung“. ↳ Leif-Erik Holm (AfD) Damit ist alles, glaube ich, zum Schwachsinn Ihres Antrages gesagt. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Beifall: Linke (einzelne Abg.)
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Der nächste Redner in dieser Debatte ist für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Dr. Alaa Alhamwi. Beifall: Grüne
DR Dr. Alaa Alhamwi Grüne rede Im Protokoll ↗
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Man kann inzwischen wirklich die Atomuhr danach stellen: Regelmäßig kommt die AfD mit energiepolitischem Quatsch um die Ecke, bevorzugt zum Thema Atomenergie. Die scheint es Ihnen besonders angetan zu haben. Wie sind wir dieses Mal hier gelandet? Kanzler Merz stellt fest: Der Atomausstieg ist irreversibel. Doch die AfD möchte diese Realität nicht akzeptieren und …
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Man kann inzwischen wirklich die Atomuhr danach stellen: Regelmäßig kommt die AfD mit energiepolitischem Quatsch um die Ecke, bevorzugt zum Thema Atomenergie. Die scheint es Ihnen besonders angetan zu haben. Wie sind wir dieses Mal hier gelandet? Kanzler Merz stellt fest: Der Atomausstieg ist irreversibel. ↳ Andreas Bleck (AfD): »Falsch!« Doch die AfD möchte diese Realität nicht akzeptieren und legt einen Quatschantrag vor, bei dem ich Ihnen als Dr. Alhamwi attestieren kann: Ihre Obsession mit Atomenergie ist leider irreversibel. Trotzdem: Gute Besserung! Beifall: Grüne Beifall: SPD (einzelne Abg.) Beifall: Linke (einzelne Abg.) ↳ Leif-Erik Holm (AfD): »Schauen Sie sich doch mal um in Europa!« Ein Blick auf die Fakten hat aber noch niemandem geschadet. Erstens. Technisch ist die Reaktivierung der abgeschalteten Meiler nicht mehr möglich. ↳ AfD: »Doch!« Der Rückbau läuft. ↳ Raimond Scheirich (AfD): »Dann stoppen Sie ihn halt!« Die Kraftwerke sind nicht mehr funktionsfähig. ↳ Raimond Scheirich (AfD): »Dann machen wir sie funktionsfähig!« Zweitens. Die Anlagen haben weder Genehmigung noch Personal. ↳ Raimond Scheirich (AfD): »Dann stellen wir halt Genehmigungen aus!« Drittens. Laufzeitverlängerungen, wenn sie denn überhaupt möglich wären, sind extrem teuer. Worüber reden wir eigentlich? Der deutsche Atomausstieg ist das Ergebnis einer jahrelangen gesellschaftlichen Debatte. Er ist Gesetz. Beifall: Grüne ↳ Manuel Krauthausen (AfD): »Er war eine Kurzschlussreaktion!« Er wurde übrigens nicht nur von uns Grünen gefordert, ↳ Raimond Scheirich (AfD): »Danke, Merkel!« sondern am Ende auch von Konservativen umgesetzt. Ein kurzer Blick nach Europa zeigt: Der sogenannte europäische Neustart der Atomenergie ist mehr Ankündigung als Realität. Beifall: Grüne Beifall: SPD (einzelne Abg.) Schauen wir uns konventionelle Atomprojekte an. Beispiele wie Frankreich oder Polen machen deutlich: Neubauprojekte sind von massiven Verzögerungen geprägt. Zwischen politischen Plänen und tatsächlicher Stromproduktion liegen oft Jahrzehnte. Die Projekte sind immer viel teurer als geplant, die Entwicklung der Kosten hochgradig unsicher. Ohne staatliche Subventionen sind sie nicht wirtschaftlich. ↳ AfD: »Falsch!« ↳ Dr. Jan-Niclas Gesenhues (Grüne): »Richtig!« Mit anderen Worten: Wir können also weder reaktivieren, noch ist es sinnvoll, neu zu bauen. Beifall: Grüne Das gilt übrigens auch für die sogenannten SMRs. Sie sind weder in absehbarer Zeit verfügbar noch ökonomisch wettbewerbsfähig. Und die grundlegenden Fragen bleiben weiter unbeantwortet: Wohin mit dem Atommüll? Nach Bayern? Woher soll das Uran kommen? Aus Russland? Beifall: Lisa Badum (Grüne) Und wieso teuren Atomstrom bezahlen, wenn es mit heimischen Erneuerbaren günstiger geht? In Frankreich etwa ist Atomstrom nur deshalb vergleichsweise preiswert, weil er massiv staatlich subventioniert wird. ↳ Dr. Rainer Kraft (AfD) ↳ Harald Ebner (Grüne): »EDF ist verstaatlicht!« Meine Damen und Herren, es wäre endlich Zeit, diese unsinnige Debatte sein zu lassen Beifall: Grüne Beifall: Linke (einzelne Abg.) und sich auf die energiepolitische Zukunft zu fokussieren, und die ist erneuerbar. Beifall: Grüne Beifall: Linke (einzelne Abg.) Beifall: Dr. Nina Scheer (SPD) Das gilt nicht nur für die AfD, sondern auch für einen Markus Söder, der ebenfalls unter akuter obsessiver Atomenergieritis leidet. Markus wechselt aber so oft seine Meinungen, dass es da noch Aussicht auf Heilung gibt. ↳ Dr. Jan-Niclas Gesenhues (Grüne): »Die Hoffnung stirbt zuletzt!« Herzlichen Dank. Beifall: Grüne
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Liebe Kolleginnen und Kollegen, bevor ich den nächsten Redner aufrufe, habe ich noch eine Anmerkung zu dieser Debatte. Es werden hier keine Lügen erzählt. Man mag unterschiedliche Auffassungen in der Sache haben, und das ist auch legitim; aber eine abweichende Auffassung ist keine Lüge, und nicht jede Äußerung, die getroffen wird, ist falsch. Man kann es vielleicht unterschiedlich interpretieren. Diese …
Liebe Kolleginnen und Kollegen, bevor ich den nächsten Redner aufrufe, habe ich noch eine Anmerkung zu dieser Debatte. Es werden hier keine Lügen erzählt. Man mag unterschiedliche Auffassungen in der Sache haben, und das ist auch legitim; aber eine abweichende Auffassung ist keine Lüge, und nicht jede Äußerung, die getroffen wird, ist falsch. Man kann es vielleicht unterschiedlich interpretieren. Diese Debatte ist schon so viele Jahre alt. Die Debatte zur Frage der Atomenergie – ja oder nein oder „Nein danke“ oder wie auch immer – hat mich mit 16 in die Politik gebracht. Deswegen will ich an dieser Stelle einfach sagen – auch für die Jugend, die auf der Besuchertribüne sitzt –: Das ist eine Debatte, die für die Zukunft wirklich wichtig ist. Wir haben es bis jetzt hier ganz gut hingekriegt. Aber ich würde bitten, einfach mal damit aufzuhören, hier ständig zu erzählen, dass das alles Lügen sind. Es mögen unterschiedliche Sichtweisen sein. Das hat aber mit einer Lüge nichts zu tun. Beifall: Union Beifall: Bettina Hagedorn (SPD) ↳ Steffen Kotré (AfD): »Fakten sind Fakten!« – Genau. Fakten dürfen Sie gerne in Ihrer Rede benennen. – Ich würde jetzt einfach darum bitten, die Verwendung des Wortes „Lüge“ ein Stück weit zurückzufahren. Ich rufe den nächsten Redner in dieser Debatte auf. Das ist der Kollege Hans Koller von der Unionsfraktion. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.)
HA Hans Koller Union rede Im Protokoll ↗
Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es gehört ja schon zum festen Ablauf einer Woche, dass Sie mindestens eine Debatte zur Kernenergie auf die Tagesordnung setzen. Die Wahrheiten werden nicht mehr. Es ist auch interessant, mitzuverfolgen, dass jeder irgendwelche wissenschaftlichen Studien zitieren kann, die aufzeigen sollen, warum es geht bzw. warum es nicht mehr …
Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es gehört ja schon zum festen Ablauf einer Woche, dass Sie mindestens eine Debatte zur Kernenergie auf die Tagesordnung setzen. Beifall: AfD ↳ Raimond Scheirich (AfD): »Richtig so!« Die Wahrheiten werden nicht mehr. Es ist auch interessant, mitzuverfolgen, dass jeder irgendwelche wissenschaftlichen Studien zitieren kann, die aufzeigen sollen, warum es geht bzw. warum es nicht mehr geht. Insofern sollten wir uns wirklich besser an den Fakten und an den Realitäten orientieren. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Natürlich kann man wie Kommissionspräsidentin von der Leyen sagen – und Sie haben ihre Aussage als Aufhänger gewählt –, dass die Abkehr von der Kernenergie ein strategischer Fehler gewesen ist. Ja, das kann man so beurteilen. Es war sicherlich auch ein Fehler, die letzten drei Kernkraftwerke angesichts eines Krieges in Europa abzuschalten. ↳ Leif-Erik Holm (AfD) Nur, das zu debattieren, bringt uns nicht weiter. Wir können nicht nur in den Rückspiegel schauen. Wir sind in der Situation, in der wir sind. Wir müssen nach vorne blicken, meine sehr verehrten Damen und Herren. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Sie ziehen aus einer vielleicht richtigen Diagnose die falschen Konsequenzen. Mir fehlt hier heute ein Argument: dass die Menschen die Atomkraft laut Umfragen jetzt anders sehen, dass es mehrheitsfähig ist, zur Kernenergie zurückzukehren. ↳ Dr. Rainer Kraft (AfD) Ja, das mag heute so sein. Vor zehn Jahren war das anders. In fünf Jahren kann es wieder anders sein. Meine Damen und Herren, wir müssen uns an den Realitäten orientieren. Regieren heißt auch, politisch zu führen und den Weg nach vorne zu gehen. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Sie von der AfD – das haben wir beim Tagesordnungspunkt vorher erlebt – arbeiten hier mit einfachen Antworten: Steuern runter, Preise runter! Zurück zur Kernkraftwerk, Schalter umlegen, und alles läuft wieder! Meine Damen und Herren, so einfach funktioniert die Welt halt nicht. Beifall: Union
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Herr Kollege Hans Koller, es gibt den Wunsch nach einer Zwischenfrage aus der AfD-Fraktion.
HA Hans Koller Union kurz Im Protokoll ↗
Oh, da ist ja wieder ein munteres Treiben. Heiterkeit: Union Bitte schön.
DR Dr. Ingo Hahn AfD rede Im Protokoll ↗
Geschätzter Herr Kollege Koller, vielen Dank, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. – Sie haben eben in Bezug auf die Kernkraft gesagt, man dürfe nicht nur in den Rückspiegel schauen. Aber Sie haben ja kritisiert, dass die letzten Atomkraftwerke in Bayern – wir beide sind ja aus Bayern – durch Ihren Ministerpräsidenten Söder, der sich ja – zumindest dem Wort nach …
Geschätzter Herr Kollege Koller, vielen Dank, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. – Sie haben eben in Bezug auf die Kernkraft gesagt, man dürfe nicht nur in den Rückspiegel schauen. Aber Sie haben ja kritisiert, dass die letzten Atomkraftwerke in Bayern – wir beide sind ja aus Bayern – durch Ihren Ministerpräsidenten Söder, der sich ja – zumindest dem Wort nach – auch für die Kernenergie ausspricht, abgeschaltet wurden. Herr Dr. Markus Söder hat diese Kernkraftwerke ganz schnell abreißen lassen und damit vollendete Tatsachen geschaffen; man kann sie nicht schnell wieder in Betrieb nehmen. Es passt doch nicht zusammen, ↳ Stefan Schmidt (Grüne) dass man auf der einen Seite vollendete Tatsachen schafft und auf der anderen Seite sagt, man würde es bereuen. Das heißt, hier sprechen Sie von der CSU mit gespaltener Zunge. Wenn Sie wirklich zur Kernkraft zurückwollten, ↳ Tilman Kuban (Union) dann würden Sie diese Kraftwerke nicht abreißen, dann würden Sie auch nicht sagen, der Ausstieg sei irreversibel. Ich möchte von Ihnen wissen: Meinen Sie das mit dem Pro zur Kernkraft denn wirklich ernst oder nicht? Beifall: AfD
HA Hans Koller Union rede Im Protokoll ↗
Punkt eins. Ich glaube nicht, dass Markus Söder für den Abbruch des Kernkraftwerkes in Ohu mitverantwortlich ist. Das ist das Ergebnis von Bundesentscheidungen. Punkt zwei. Es entspricht der Rechtslage, dass der Ausstieg vollzogen worden ist, und dann wird auch zurückgebaut. Wenn man mit den Verantwortlichen in den Stromkonzernen spricht, dann sagen sie ja selber, dass es eine Rückkehr nicht geben …
Punkt eins. Ich glaube nicht, dass Markus Söder für den Abbruch des Kernkraftwerkes in Ohu mitverantwortlich ist. Das ist das Ergebnis von Bundesentscheidungen. ↳ Karsten Hilse (AfD): »Atom ist Ländersache!« Punkt zwei. Es entspricht der Rechtslage, dass der Ausstieg vollzogen worden ist, und dann wird auch zurückgebaut. Wenn man mit den Verantwortlichen in den Stromkonzernen spricht, dann sagen sie ja selber, dass es eine Rückkehr nicht geben kann. Wenn Sie sie fragen, geben sie vielleicht andere Antworten. Das ist für mich schwer nachvollziehbar. Wir haben gesagt, dass der Ausstieg damals ein Fehler war. Er ist drei, vier Jahre her. Darüber können wir lange lamentieren. Nur, wir können es im Moment nicht ändern, meine sehr verehrten Damen und Herren. ↳ Dr. Rainer Kraft (AfD): »Sie sind der Gesetzgeber!« ↳ Dr. Alaa Alhamwi (Grüne): »Atomkraft ist Geschichte!« Es ist auch ganz klar, dass neue Kernkraftwerke, wie Sie sie heute als Lösung präsentieren, nicht in zwei, in drei oder in fünf Jahren ans Netz gehen können. Vielmehr dauert viel länger. ↳ AfD Sehen Sie doch die Realität! Hinkley Point C ist ja angesprochen worden. Da winken Sie natürlich ab. ↳ Karsten Hilse (AfD): »Sie bringen immer nur das Extrembeispiel!« ↳ AfD Aber es ist erwiesen, dass sich die Bauzeit bisher um fünf Jahre verlängert hat und die Kosten sich vervielfacht haben. Das ist die Realität, und mit dieser Realität sollten wir uns auseinandersetzen. Beifall: Union
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Entschuldigung, Herr Koller. – Jetzt hören wir mal mit den Zwischenrufen von der rechten Seite auf, damit wir hier noch etwas verstehen. Lieber Herr Koller, es gibt jetzt den Wunsch nach einer Zwischenfrage aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Das wäre jetzt die allerletzte, die ich in dieser Debatte zulasse. Danach gehen wir auf die Zielgerade, nachdem wir so sehr …
Entschuldigung, Herr Koller. – Jetzt hören wir mal mit den Zwischenrufen von der rechten Seite auf, damit wir hier noch etwas verstehen. Lieber Herr Koller, es gibt jetzt den Wunsch nach einer Zwischenfrage aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Das wäre jetzt die allerletzte, die ich in dieser Debatte zulasse. Danach gehen wir auf die Zielgerade, nachdem wir so sehr in Verzug geraten sind. Lassen Sie die Zwischenfrage zu?
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Sehr gut.
LI Lisa Badum Grüne rede Im Protokoll ↗
Vielen Dank, lieber Herr Kollege Koller, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. – Ich habe Ihre Rede bisher mit Freude verfolgt. Ich glaube, Sie können uns jetzt Klarheit verschaffen. Wir sind ein bisschen verwirrt. Herr Söder fordert Small Modular Reactors. Die Grünen im Bayerischen Landtag haben eine Anfrage an die Staatsregierung zu den Small Modular Reactors, diesen Minireaktoren, gestellt. Die Antwort …
Vielen Dank, lieber Herr Kollege Koller, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. – Ich habe Ihre Rede bisher mit Freude verfolgt. Ich glaube, Sie können uns jetzt Klarheit verschaffen. Wir sind ein bisschen verwirrt. ↳ Christian Freiherr von Stetten (Union): »Wir sind auch verwirrt!« Herr Söder fordert Small Modular Reactors. Die Grünen im Bayerischen Landtag haben eine Anfrage an die Staatsregierung zu den Small Modular Reactors, diesen Minireaktoren, gestellt. Die Antwort war: Alle befinden sich in der Demonstrationsphase. Der kommerzielle Einsatz ist stark beschränkt. Es gibt keine konkreten Projekte in Bayern. Und ein Wiedereinstieg ist mit der geltenden Rechtslage nicht vereinbar, weil die Kernkraftwerke in Deutschland ja abgeschaltet sind. ↳ Union: »Dank Ihrer Politik!« Ich habe Sie jetzt so verstanden, dass Sie sich nicht in dieser Koalition dafür einsetzen werden, dass die Rechtslage geändert wird, damit Small Modular Reactors in Bayern gebaut werden können. Ist das so? Hat Herr Söder einfach nur wieder eine Laune? Will er ablenken von Frau Reiche, und baut er nur eine Luftnummer auf? Oder werden Sie sich in dieser Koalition in den nächsten Wochen dafür einsetzen, dass der Koalitionsvertrag geändert wird und damit die Rechtsgrundlage geschaffen wird für neue Atomkraftwerke in Bayern? Bitte klären Sie uns auf. – Danke. Beifall: Grüne (einzelne Abg.)
HA Hans Koller Union rede Im Protokoll ↗
Die Fragen an den Ministerpräsidenten können Sie ihm ja bei Gelegenheit mal selber stellen. Punkt eins. Punkt zwei. Die Rechtslage wird hier in Berlin gemacht, meine Damen und Herren. Wir als Union verweisen auf die Technologieoffenheit. Was wissen wir denn, wie sich die Forschung entwickelt? Schwarz oder weiß, das zieht sich hier im ganzen Parlament durch. Es gibt aber nicht …
Die Fragen an den Ministerpräsidenten können Sie ihm ja bei Gelegenheit mal selber stellen. Punkt eins. Beifall: Union ↳ SPD Punkt zwei. Die Rechtslage wird hier in Berlin gemacht, meine Damen und Herren. Wir als Union verweisen auf die Technologieoffenheit. Beifall: Union Was wissen wir denn, wie sich die Forschung entwickelt? Schwarz oder weiß, das zieht sich hier im ganzen Parlament durch. Es gibt aber nicht nur schwarz oder weiß; ↳ Dr. Alaa Alhamwi (Grüne): »Es gibt Grün!« ↳ AfD: »Die Beliebigkeit der Union!« es gibt auch etwas dazwischen, und wir sollten uns die Wege nicht zumachen. Wir haben erst kürzlich beim Gebäudemodernisierungsgesetz auch Wege offengelassen. Was dann letztendlich in die Praxis kommt, das muss sich herausstellen. Aber unterschiedliche Wege sollten wir uns offenlassen und Vielfalt zulassen, meine sehr verehrten Damen und Herren. Beifall: Union Wir wissen auch, dass wir nach wie vor ein Problem in der Energieversorgung haben. Wir wollen Abhängigkeiten abbauen. Wir wollen marktfähige Energiepreise, und wir wollen eine sichere Versorgung. Das ist unser Anspruch, und daran wollen wir arbeiten. Beifall: Union Wir stellen fest, dass eine einfache Wiederinbetriebnahme der Kernkraftwerke nicht möglich ist. Zudem haben wir das Problem der Endlagerung; da bin ich auch bei Ihnen. Wir brauchen entsprechende Antworten und Voraussetzungen, um dieses Thema anzugehen. Langer Rede kurzer Sinn: Es gibt hier keine einfachen Antworten. Daran ändert sich auch nichts, wenn wir jede Woche zum gleichen Thema debattieren. ↳ Stephan Brandner (AfD): »Wir hören Sie gerne reden!« Wenn wir nicht jede Woche die gleichen Reden halten, dann ersparen wir uns etwas Arbeit. Beifall: Union Wir haben unsere Konzepte. Mit alten Kraftwerken werden wir nicht die Energiepolitik der Zukunft gestalten. Wir müssen weltweit führend in der Forschung sein. Wir müssen uns auch mit den noch offenen Fragen beschäftigen, Stichwort „Kernfusion“. Hier engagieren wir uns. Da muss Deutschland mit dabei sein. Aber wir dürfen den Menschen nicht einreden, dass wir einfache Lösung parat haben. Meine Damen und Herren, Energiepolitik heißt nicht: Zurück in die Vergangenheit. Energiepolitik heißt: tragfähige Lösungen für die Zukunft. ↳ Stephan Brandner (AfD): »Ja, die Zukunft!« Wir verschließen uns der Kerntechnik nicht, aber wir müssen die Argumente sorgfältig abwägen. Weltweit werden neue Reaktorkonzepte entwickelt. Aber auch hier gilt: In den nächsten fünf bis zehn Jahren wird das unsere Probleme nicht lösen. Deshalb müssen wir mit den vorhandenen Konzepten zurechtkommen. Wir treten nicht für vermeintlich einfache Lösungen, sondern für offene und praktikable Lösungen ein. Wir wollen nicht wie Sie, den Menschen ständig Sand in die Augen streuen. ↳ Raimond Scheirich (AfD): »Hoffnung machen wollen Sie nicht!« Das ist nämlich Ihr Geschäftsmodell. Sie brauchen für Ihre Forderungen nicht geradezustehen, im Gegensatz zu denen, die regieren, und das wird hoffentlich auch so bleiben. Herzlichen Dank. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.)
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Der nächste Redner in dieser Debatte ist Raimond Scheirich für die AfD-Fraktion. Beifall: AfD
RA Raimond Scheirich AfD rede Im Protokoll ↗
Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren! Ja, Sie haben bisher wirklich alle Tricks probiert, alle Register gezogen und das Unausweichliche so weit wie möglich hinausgezögert. Weder marktverzerrende Gesetze noch Dauerpropaganda noch Schönrechnen oder Schönreden und auch nicht unzählige Milliarden Euro jedes Jahr an direkten Subventionen aus dem Bundeshaushalt konnten es schaffen: Ihre Energiewende – die sogenannte Energiewende – ist krachend …
Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren! Ja, Sie haben bisher wirklich alle Tricks probiert, alle Register gezogen und das Unausweichliche so weit wie möglich hinausgezögert. Weder marktverzerrende Gesetze noch Dauerpropaganda noch Schönrechnen oder Schönreden und auch nicht unzählige Milliarden Euro jedes Jahr an direkten Subventionen aus dem Bundeshaushalt konnten es schaffen: Ihre Energiewende – die sogenannte Energiewende – ist krachend gescheitert. Beifall: AfD Nun müssen Sie langsam, aber sicher auch einsehen: Nicht utopische Fünfjahrespläne oder Quoten sind der Taktgeber einer Marktwirtschaft, sondern das einfache Grundprinzip aus Angebot und Nachfrage. ↳ Linke – Ich weiß, Sie von der Linken kennen das nicht. – Das entscheidet über die Preise und am Ende über die Wettbewerbsfähigkeit eines ganzen Wirtschaftsstandortes. Und wer über ständige und andauernde marktverzerrende Eingriffe, die Ihnen sehr lieb sind, wie ich weiß, und horrende Steuern Energie immer weiter verteuert, der bekommt am Ende keine grüne Transformation, sondern Deindustrialisierung. Beifall: AfD Betriebe drosseln ihre Produktion, Investitionen bleiben aus, und Wertschöpfung verlagert sich dorthin, wo die Energie günstig ist, und zwar ins Ausland. Ja, Ihre Politik lässt die Bürger buchstäblich verarmen, und es gibt nach wie vor nur eine Kraft in diesem Land, die sich diesem Wahnsinn entgegenstellt, und das ist die Alternative für Deutschland. Beifall: AfD Herr Koller, Sie haben Realitäten angesprochen; das fand ich sehr charmant. Sie als Union werden Ihrem Ruf als Partei der späten Einsicht aktuell ziemlich gerecht. Denn auf allen politischen Ebenen propagieren Sie gerade, dass der Atomausstieg ein schwerer strategischer Fehler war. In Bayern kennen Sie vielleicht sogar die Spezialdisziplin von Markus Söder: den kernenergiepolitischen Rückwärtssalto mit Schraube, im Übrigen inklusive SMRs und allem, was dazugehört. Das klang in den letzten zehn Jahren vor allem von der CSU seltsamerweise ganz anders; Sie alle werden sich daran erinnern. Es ist nur leider schade, dass wir Ihren politischen Drehimpuls nicht in Energie umwandeln können; das würde uns wahrscheinlich sehr weit bringen. Beifall: AfD Aber Spaß beiseite. Es geht nicht nur um Ihre Wählertäuschung. Es geht darum, dass der Geldbeutel der Bürger über die Maßen belastet wird durch die Energiewende und dass unsere gesamte Volkswirtschaft akut gefährdet ist. Deswegen ist es eigentlich ziemlich einfach: Wir fordern nicht mehr, als sofort zu handeln. Wir könnten sofort handeln; das wissen Sie alle. Die dafür notwendigen Mehrheiten existieren in diesem Haus. Wir könnten die weitere Zerstörung der Kernkraftwerke und der kerntechnischen Infrastruktur sofort stoppen und schnellstmöglich wieder einsteigen. Wir fordern nicht mehr und nicht weniger. Bitte springen Sie über Ihren Schatten, und machen Sie etwas für Deutschland! Stimmen Sie unserem Antrag zu. Vielen Dank. Beifall: AfD
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Der nächste Redner in dieser Debatte ist für die Unionsfraktion Lars Rohwer. Beifall: Union Beifall: SPD
LA Lars Rohwer Union rede Im Protokoll ↗
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zum Schluss dieser Debatte lässt sich ein weiteres Mal, so glaube ich, sehr deutlich feststellen, dass es die Kollegen der AfD-Fraktion mit den Fakten wieder einmal nicht sonderlich genau genommen haben. Einfache Botschaften des Populismus sind eben verführerisch, helfen aber keine Sekunde. Sie arbeiten hier mit der Illusion eines möglichen Wiedereinstiegs in …
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zum Schluss dieser Debatte lässt sich ein weiteres Mal, so glaube ich, sehr deutlich feststellen, dass es die Kollegen der AfD-Fraktion mit den Fakten wieder einmal nicht sonderlich genau genommen haben. ↳ Stephan Brandner (AfD): »Es wirkt!« Einfache Botschaften des Populismus sind eben verführerisch, helfen aber keine Sekunde. ↳ Raimond Scheirich (AfD): »Sie zitieren doch nur Ihre Politiker!« Sie arbeiten hier mit der Illusion eines möglichen Wiedereinstiegs in die Atomkraft. ↳ Dr. Ingo Hahn (AfD): »Das ist keine Illusion!« Die Kernkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 wollen Sie wieder in Betrieb nehmen. ↳ Dr. Ingo Hahn (AfD): »Ja!« Ich stelle fest: Sie haben offensichtlich nicht verstanden, was ein Rückbau ist. Der Rückbau ist ein eigener, mehrjähriger Ablauf mit klaren Phasen. Lachen: AfD (einzelne Abg.) Die PreussenElektra beschreibt ihn als S-D-R-E-Prozess: Stillsetzung, Demontage, Reststoffbehandlung und dann Entsorgung. ↳ Dr. Ingo Hahn (AfD): »Doppelmoral! Es wird alles gerechtfertigt!« Und schon in der Stillsetzung werden Systeme freigeschaltet, endgültig außer Betrieb genommen, entleert, von verbleibenden Systemen getrennt. In dieser ersten von vier Phasen ist die Maßnahme laut PreussenElektra bereits endgültig. ↳ Dr. Ingo Hahn (AfD): »Ist das irreversibel? Oder ist das reversibel?« Eine Wiederinbetriebnahme dieser Systeme ist dann ausgeschlossen. ↳ Dr. Ingo Hahn (AfD): »Das stimmt nicht!« Sie fordern, auf die Wiederinbetriebnahme von Isar 2 hinzuwirken. Dort ist dieser Prozess leider längst real. 850 Tonnen Material sind dort bereits demontiert und größtenteils entsorgt worden. ↳ Raimond Scheirich (AfD): »Dann bilden wir das wieder zurück!« Auch Emsland ist bereits auf Rückbau gestellt. Als erste Rückbaumaßnahme wurden Kerneinbauten und Dampferzeuger abgebaut. ↳ Raimond Scheirich (AfD): »Bauen wir sie wieder auf!« Und auch bei Neckarwestheim 2 laufen die ersten großen Rückbauaktivitäten: Die Hauptkühlmittelleitungen seien vollständig zerlegt, der Primärkreislauf damit laut Betreiber nicht mehr intakt. ↳ Dr. Ingo Hahn (AfD): »Kann man alles wieder einbauen!« Diese Werke führen Sie als Beispiele für Wiederinbetriebnahme an. Das offenbart aus meiner Sicht, wie realitätsfern Sie denken. Beifall: Union Beifall: SPD Uns fehlen also bereits die intakten Reaktoren für Ihre gewünschten Kernkraftwerke. Gehen wir eine Stufe weiter und suchen nach Brennstoffen. Auf diesen Punkt gehen Sie in Ihrem Antrag mit keiner Silbe ein. ↳ Karsten Hilse (AfD): »Aber in der Rede!« Dabei wissen wir: Es gibt keine sofort verfügbare Brennstoffbasis für einen schnellen Neustart. ↳ AfD Neue Brennstoffe wären ebenfalls nicht kurzfristig gesichert. Die Euratom Supply Agency warnt, dass die EU-Brennstoffkette geopolitisch verwundbar bleibt. Sie hält außerdem fest, dass der Ersatz zusätzlicher Konversions- und Anreicherungskapazitäten mehrere Jahre dauern kann. Betreiber benötigen langfristige Absicherung, vor allem bei Konversion und Anreicherung. ↳ AfD Diese Absicherung gibt es nicht. Selbst im Fall einer Reaktivierung drohen uns sogar kurzfristige Stillstände wegen fehlender Brennstoffversorgung. Auch hier scheitert Ihr vorgelegtes Konzept gnadenlos. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) ↳ AfD Uns fehlen also die Reaktoren und die Brennstoffe. Dann können wir noch aufs Personal gucken. Für den Betrieb eines Kernkraftwerkes brauchen Sie das entsprechende Personal. Es muss die Sicherheit gewährleisten können; sogenanntes sicherheits- und betriebsrelevantes Wissen muss vorhanden sein. Und auch hier würden wir grandios scheitern, sollten wir Ihrem Konzept folgen. ↳ Dr. Michael Blos (AfD) In der Debatte ist eben nicht mehr die Frage „Steht der Reaktor noch?“, sondern „Gibt es noch die vollständige Betriebsorganisation, die für einen sicheren Wiederanlauf nötig wäre?“. Also: Kraftwerke? Klappt nicht. Brennstoffe? Klappt nicht. Personal? Klappt auch nicht. ↳ Karsten Hilse (AfD): »Das ist Ihre Realität!« Dass Sie die Atommüllfrage überhaupt nicht ansprechen und dazu auch gar keine Antwort liefern, möchte ich ebenfalls noch erwähnen. Schauen wir also nach vorn – das will ich in der restlichen Redezeit gern noch machen –: Die Bundesregierung hat den Aktionsplan „Deutschland auf dem Weg zum Fusionskraftwerk“ beschlossen. ↳ Karsten Hilse (AfD) Wer es mit der nuklearen Zukunft ernst meint, investiert in die Technologien, Standards, Zulieferketten und Fachkräfte der nächsten Jahrzehnte, nicht in die Rückabwicklung des Rückbaus vergangener Anlagen. ↳ Raimond Scheirich (AfD) Für die kurzfristig benötigte Versorgungssicherheit – das ist, glaube ich, das Entscheidende – ist Ihr Antrag aber völlig ungeeignet, weil er aus den Gründen, die ich gerade genannt habe, kurzfristig gar nicht funktioniert. Sie sträuben sich weiterhin gegen die Einsicht, dass Ihre Konzepte nicht tragfähig sind. Wir lehnen Ihren Antrag ab. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und Glück auf! Beifall: Union Beifall: SPD
AN Andrea Lindholz Vizepräsidentin sitzungsleitung Im Protokoll ↗
Den Schluss in dieser Debatte macht für die AfD-Fraktion Dr. Rainer Kraft. Beifall: AfD
DR Dr. Rainer Kraft AfD rede Im Protokoll ↗
Sehr geehrte Präsidentin! Werte Kollegen! Wenn ich den Vergleich ziehe zwischen der Panik, die jetzt in diesem Teil des Raumes herrscht, und der absoluten bräsigen Arroganz in der 19. und 20. Wahlperiode, muss ich sagen: Ja, wir von der AfD, wir sind auf dem richtigen Weg; wir machen in dieser Frage alles richtig. Wir bohren diese dicken Bretter. Starten wir …
Sehr geehrte Präsidentin! Werte Kollegen! Wenn ich den Vergleich ziehe zwischen der Panik, die jetzt in diesem Teil des Raumes herrscht, und der absoluten bräsigen Arroganz in der 19. und 20. Wahlperiode, muss ich sagen: Ja, wir von der AfD, wir sind auf dem richtigen Weg; wir machen in dieser Frage alles richtig. Wir bohren diese dicken Bretter. Beifall: AfD ↳ Union: »Ja, ja!« Starten wir mit einem Experiment; wir fragen eine KI. Frage an die KI: Was passiert, wenn man einen schweren strategischen Fehler nicht korrigiert? ↳ Harald Ebner (Grüne) Antwort: Wird ein schwerer strategischer Fehler nicht korrigiert, führt dies in der Regel zu weitreichenden negativen Konsequenzen, die von finanziellen Verlusten bis hin zu langfristigem Scheitern einer Organisation oder eines Vorhabens reichen können. ↳ Dr. Nina Scheer (SPD): »Das sollte Ihnen zu denken geben!« Die wichtigsten Folgen sind Ressourcenvernichtung, Wettbewerbsnachteile, Reputationsverlust und Unumkehrbarkeit bei zu spätem Handeln. ↳ Harald Ebner (Grüne) Verlassen wir die KI. Stellen wir uns einem anderen Gedankenexperiment: Was, wenn wir 2002 statt des Atomausstiegs eine Entscheidung getroffen hätten, die kein schwerer strategischer Fehler war, sondern ein geniales Zukunftsinvestment, nämlich der massive Einstieg in die Kernkraft? Was hätten wir? Erstens. Der Bundeshaushalt 2026 müsste keine 30 Milliarden Euro ausweisen, um ineffiziente Stromerzeuger zu subventionieren und deren hohe Strompreise auszugleichen. Zweitens. Die Frage der Wirtschaftsminister Altmaier, Habeck und Reiche „Wie viele Gaskraftwerke und wohin damit?“ wird nicht gestellt, weil wir diese Kraftwerke nicht brauchen. Drittens. 60 Milliarden Euro für ein Wasserstoffnetz in Deutschland können wir uns sparen; es wird nicht benötigt. Viertens. 750 Milliarden Euro für den massiven Netzausbau parallel zu Wind- und Solaranlagen werden nicht gebraucht. Das Geld kann anderweitig ausgegeben oder dem Steuerzahler erlassen werden. Fünftens. Rund 180 Milliarden Euro für Batteriegroßspeicher werden nicht benötigt, da es keine Erzeugungsschwankungen mehr gibt, die man ausgleichen müsste. Sechstens. Da der Strom nur noch rund die Hälfte kostet, spart eine vierköpfige Familie rund 750 Euro pro Jahr an Stromkosten. ↳ Linke Siebtens. Die bisherigen Kosten von rund 600 Milliarden Euro für die Energiewende verbleiben bei den Stromverbrauchern und Steuerzahlern. Die asoziale Umverteilung von unten nach oben findet nicht statt. Beifall: AfD Achtens. Ein subventionierter Industriestrompreis ist nicht notwendig; der Strom ist ja schon preiswert. Energieintensive Unternehmen bauen keine Stellen ab und wandern nicht ins Ausland ab. Eine Rezession findet nicht statt. ↳ Harald Ebner (Grüne) Neuntens. Der Braunkohletagebau wird beendet. Ein Strukturwandel findet dennoch nicht statt; die Arbeiter wechseln in den Kernkraftsektor. Zehntens. Deutsche Naturparks zu Lande und zu Wasser werden nicht industrialisiert. Umweltschutz in Wäldern und Wattenmeer findet weiterhin statt. Elftens. Da Strom preiswert und in großen Mengen verfügbar ist, genießen Elektroautos und Wärmepumpen eine breite gesellschaftliche Akzeptanz. Subventionen und Gesetze, um diese in den Markt zu pressen, sind nicht notwendig. Zwölftens. Die große Verfügbarkeit billigen Stroms in Deutschland führt zur Ansiedlung von KI und Techkonzernen. Deutschland hätte tatsächlich eines der globalen Top-Ten-Techunternehmen. Dreizehntens. Ein Strafgeld der EU wegen Nichterfüllung der Klimaziele von bis zu 34 Milliarden Euro muss nicht gezahlt werden; das Verfahren findet gar nicht statt. Vierzehntens. Schweden wird nicht mit der Aufkündigung des europäischen Strommarktes drohen, da Deutschlands solides Stromnetz nicht die Strompreise in Südschweden destabilisiert, wie es derzeit der Fall ist. Fünfzehntens. Große Gaspipelines und LNG-Terminals werden nicht gebraucht, weil der Gasbedarf viel geringer ist. ↳ SPD: »Sechzehntens: Die AfD wird nicht gebraucht!« Sechzehntens. Autokratische Länder verdienen weniger mit dem Verkauf von Gas. Kriegskassen zur Unterstützung von Terror und Invasion bleiben leer und die Welt ein friedlicherer Ort. Lachen: SPD (einzelne Abg.) Ich könnte noch weitere Gründe nennen; aber die Zeit läuft mir davon. Deswegen, meine Damen und Herren: Dass der Kanzler Mehrheiten in diesem Haus nutzen kann, wenn er will, wurde vergangenes Jahr rund um die Verschärfung der Migrationsfrage unter Beweis gestellt. Sie haben also nicht mal eine Ausrede, ganz egal, wie sehr Sie sie brauchen. Im Fazit: Der Wiedereinstieg in die Kernkraft ist für Deutschlands Zukunft wichtiger und bedeutender als das Weiterbestehen dieser Regierungskoalition. Beifall: AfD