Einleitende Ausführungen und Befragung der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, sowie des Bundesministers für Digitales und Staatsmodernisierung, Dr. Karsten Wildberger
Tagesordnungspunkt 2 · 21/101 · 14. Oktober 2026
182
Reden
41
Redner:innen
18.867
Wörter
61
Zwischenrufe
202
Beifall
0
Meinungen
Gespiegelter Diskurs — read-only, aus der DIP-API.
Reden im Verbatim-O-Ton; Zwischenrufe/Beifall an ihrer Stelle im Text, amtlich protokolliert = Fakt.
Quelle: Deutscher Bundestag/Bundesrat – DIP, BT-PlPr. 21/101.
Primärquelle ↗
Damit beende ich die Aussprache zum Tagesordnungspunkt 1. Wir kommen nun zu zwei Entschließungsanträgen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Der Entschließungsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf Drucksache 21/8542 soll überwiesen werden zur federführenden Beratung an den Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union und zur Mitberatung an den Auswärtigen Ausschuss, den Innenausschuss, den Haushaltsausschuss, den Ausschuss für Wirtschaft und …
Damit beende ich die Aussprache zum Tagesordnungspunkt 1. Wir kommen nun zu zwei Entschließungsanträgen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Der Entschließungsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf Drucksache 21/8542 soll überwiesen werden zur federführenden Beratung an den Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union und zur Mitberatung an den Auswärtigen Ausschuss, den Innenausschuss, den Haushaltsausschuss, den Ausschuss für Wirtschaft und Energie und an den Ausschuss für Verteidigung. Sind Sie damit einverstanden? – Das ist der Fall. Dann sind die Ausschussüberweisungen so beschlossen. Abstimmung über den Entschließungsantrag auf Drucksache 21/8543. Wer stimmt für den Entschließungsantrag? – Das ist Bündnis 90/Die Grünen. Wer stimmt dagegen? – Die Linke, SPD, CDU/CSU und AfD. Enthaltungen? – Sehe ich keine. Damit ist der Entschließungsantrag abgelehnt. Ich rufe auf den Tagesordnungspunkt 2: Befragung der Bundesregierung Die Bundesregierung hat für die heutige Befragung die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Frau Dorothea Bär, sowie den Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Herrn Dr. Karsten Wildberger, benannt, die nun nacheinander die Gelegenheit haben, ihre einleitenden Berichte abzugeben. Hierfür ist eine Gesamtdauer von acht Minuten vorgegeben. Das Wort hat zuerst die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Frau Dorothea Bär. Sie haben das Wort. ↳ Florian Müller (Union): »Ohne „a“!«
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Sehr geehrter Herr Präsident! Bitte ohne „a“, das wäre schöner. Das hat mein Opa nur gesagt, wenn ich was angestellt habe. Insofern, Dorothee Bär. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, weil es einfach so wahnsinnig viele gute Nachrichten gibt aus dem Bereich „Forschung, Technologie und Raumfahrt.“ Ich darf vielleicht gleich mal damit beginnen, …
Sehr geehrter Herr Präsident! Bitte ohne „a“, das wäre schöner. Das hat mein Opa nur gesagt, wenn ich was angestellt habe. Insofern, Dorothee Bär. Heiterkeit: Union (einzelne Abg.) Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, weil es einfach so wahnsinnig viele gute Nachrichten gibt aus dem Bereich „Forschung, Technologie und Raumfahrt.“ Beifall: UnionBeifall: SPD↳ Stephan Brandner (AfD): »Ach was!« Ich darf vielleicht gleich mal damit beginnen, dass wir uns alle in der vergangenen Woche tatsächlich haben freuen können, dass zwei Deutsche und ihr amerikanischer Kollege den Nobelpreis für Medizin erhalten. Ich glaube, dass wir alle seit einer Woche mehr oder weniger Expertinnen und Experten in der Optogenetik sind. Professor Peter Hegemann arbeitet hier in Berlin in einem Exzellenzcluster mit, das auch von uns gefördert wird. Und ich darf auch noch Professor Francis Halzen erwähnen, der den Physiknobelpreis bekommt. Er ist Partner in einem Münchener Exzellenzcluster und hat auch sonst sehr, sehr viele Verbindungen nach Deutschland. Da zeigt sich die Stärke unserer Forschungslandschaft und unserer Politik. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Wir haben gerade wieder neue Exzellenzuniversitäten gekürt. Auch da möchte ich mich ganz herzlich bedanken beim Auswahlgremium, aber auch bei meinen 16 Länderkolleginnen und -kollegen. Wir haben nun Freiburg, Jena und Köln und zwei Exzellenzverbünde: die Rhein-Main-Unis und die Ruhr-Unis. Sie alle arbeiten auch daran, weiterhin unsere Zukunftsversprechen zu erfüllen. Manchmal ist es aber auch so, dass es nicht nur gute Nachrichten gibt, manchmal ist die gute Nachricht ja schon die, dass es überhaupt eine Nachricht in die Nachrichten schafft. Das hört sich jetzt erst mal komisch an, aber ich habe mich sehr gefreut, dass zum Beispiel die „Tagesschau“ ganz, ganz prominent über Frauengesundheit berichtet hat. Beifall: UnionBeifall: SPDBeifall: Grüne (einzelne Abg.) Ich freue mich auch, wenn große Hintergrundsendungen zum Thema Frauengesundheit laufen – früher tabuisiert, heute in aller Munde. Es tut sich was, ganz besonders, seitdem wir im BMFTR ein eigenes Referat für Frauengesundheit haben und damit knapp 90 Millionen Euro für die Forschung bereitstellen. Gemeinsam mit dem BMG sind es 100 Millionen Euro für Forschung. Das heißt, Frauen und ihre Symptome werden von dieser Bundesregierung ernst genommen. Wir haben längst kapiert, dass Frauen keine kleinen Männer sind, und deswegen vielen herzlichen Dank auch an die Regierungskoalition, dass sie das so schön mit unterstützt. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.) Weitere gute Nachrichten sind natürlich, wie es bei unserer Hightech Agenda weitergeht. Ein tolles Beispiel ist die Quantum Computing Competition. Wir haben jetzt sechs Konsortien, die ins Rennen gegangen sind. Da geht es um 640 Millionen Euro. Ziel sind mindestens zwei fehlerkorrigierte Quantencomputer bis 2030. Das ist dann natürlich auch wieder ganz wichtig für die KI-Entwicklung; Sie kennen die aktuelle Debatte. Aber wo es Herausforderungen gibt, da gibt es auch Lösungen. Das heißt, wir arbeiten hier in Deutschland und in Europa an einer künstlichen Intelligenz, die sicher, die vertrauenswürdig und nachhaltig ist. Wir haben ebenfalls für die zentralen Schlüsseltechnologien entschieden, dass wir nicht nur ein Silicon Valley brauchen, wie es in anderen Ländern der Fall ist, sondern mehrere. Bei uns heißen die Silicon Valleys künftig Hightech Spaces. Die Ausschreibungen sind raus, und auch da können sich alle bewerben, die jetzt schon davon überzeugt sind, dass wir Regionen haben, wo wir tatsächlich auch Stärken stärken wollen. Und ich freue mich sehr, dass ich schon von sehr vielen Ministerpräsidenten angesprochen wurde, die großes Interesse daran haben. – Ja, wahrscheinlich fast von allen. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.) Für positive Nachrichten sorgt dann auch die Raumfahrt. Dass unser Kurs der Kommerzialisierung wirkt, dafür ist Isar Aerospace das beste Beispiel. Wir hatten ja vor Kurzem erst eine Debatte dazu. Vielen Dank. Aber mit dem Bilderbuchflug der Rakete Anfang September hat das Start-up europäische Raumfahrtgeschichte geschrieben. Darüber, über solche Flüge und über Nobelpreisträger hätte man noch mehr berichten können, nicht nur in Nachrichtenmagazinen auf Seite 83. Aber immerhin wird mal darüber berichtet. Auf der Regierungsbank darf ich neben dem Wirtschaftsministerium sitzen. Auch da haben wir großartige Nachrichten, die auch auf die Hightech Agenda einzahlen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden beispielsweise doppelt so viele Start-ups gegründet wie im Halbjahr davor. Auch da wächst eine neue Generation der deutschen Wirtschaft heran. Ich könnte noch viele Beispiele nennen. Ich belasse es jetzt mal dabei; denn das Schöne heute ist: Karsten Wildberger hat noch mehr gute Nachrichten. Wir sind ja das Tech-Duo der Bundesregierung, lieber Karsten, und wir sind immer mindestens schon mit einem Bein in der Zukunft. Jetzt gleich mehr von meinem Kollegen, und dann freuen wir uns auf sehr spannende Fragen. Ganz herzlichen Dank. Beifall: UnionBeifall: SPD
Das Wort für den zweiten einleitenden Bericht hat nun der Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Herr Dr. Karsten Wildberger.
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Liebe Doro, vielen Dank. Jetzt kommt die Nummer zwei des Tech-Duos. Die Menschen in Deutschland haben einen Anspruch darauf, dass das Leben wieder einfacher, schneller, besser und digitaler wird, und sie haben auch einen Anspruch darauf, dass wir in Deutschland Technologien nutzen für Wachstum und auch souverän werden. Ich habe …
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Liebe Doro, vielen Dank. Jetzt kommt die Nummer zwei des Tech-Duos. Die Menschen in Deutschland haben einen Anspruch darauf, dass das Leben wieder einfacher, schneller, besser und digitaler wird, und sie haben auch einen Anspruch darauf, dass wir in Deutschland Technologien nutzen für Wachstum und auch souverän werden. Ich habe gute Nachrichten: Wir machen in drei Feldern große Fortschritte. Letzte Woche haben wir den Jahresbericht zum Stand der Staatsmodernisierung vorgestellt. 10,6 Milliarden Euro Entlastung sind auf dem Weg; das spüren die Menschen. Wir haben wichtige Vereinfachungen bei Infrastrukturverfahren vorgenommen, das heißt, jetzt wird auch wieder schneller gebaut. Und wir haben uns mit der Beweislastumkehr das ambitionierteste Programm seit Jahrzehnten vorgenommen. Wir wollen 30 Prozent der Berichtspflichten abbauen, und das gemeinsam mit den Ländern. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.) Bei der Verwaltungsdigitalisierung kommen wir spürbar voran. Viele Beispiele wären zu nennen, aber ich nenne mal eins ganz konkret: 66 Millionen Menschen im Land können sich mittlerweile online an- und ummelden; das ist ein wichtiger Service. Aber vor allem ändern wir die Architektur gemeinsam mit den Ländern und den Kommunen, damit wir digital, souverän und auch viel schneller vorankommen. Und die Zusammenarbeit mit den Ländern und Kommunen war nie besser. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.) Bei der Souveränität tut diese Regierung endlich etwas nach vielen, vielen Jahren. Wir werden souveräner. Wir nutzen Technologie für Wachstum. Wir bauen Rechenzentren, und zwar nicht im kleinen Stil; wir vervierfachen zum Beispiel die KI-Rechenkapazität. Wir haben Rekordzahlen bei Start-ups; das weiß ich nicht aus Statistiken, das weiß ich aus der täglichen Arbeit, weil ich mich jede Woche mit vielen davon treffe. Nicht umsonst haben wir seit letzter Woche 40 Unicorns. Das sind junge Unternehmen mit einer Bewertung von über 1 Milliarde Euro. In Deutschland bewegt sich etwas. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.) Und wir arbeiten an der KI-Sicherheit und an souveränen und eigenständigen Modellen, gemeinsam mit europäischen Ländern und mit Erfolg. Mein Commitment ist, dass wir genau so weiterarbeiten, dass wir die Arbeit verstetigen und weiter beschleunigen. Vielen Dank. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Jetzt beginnt der eigentliche Frageteil. Ich bitte, zunächst Fragen zu den beiden Berichten und zu den Geschäftsbereichen der anwesenden Regierungsmitglieder zu stellen. Das Wort hat für die AfD-Fraktion Andreas Mayer.
Sehr geehrte Frau Ministerin, meine Frage bezieht sich auf den EU Space Act. Ihre Staatssekretärin hat letzte Woche im Ausschuss und auch in den letzten Monaten die Kritik der Experten und der AfD-Bundestagsfraktion bestätigt: Der Branche drohen eine massive Überregulierung und ein neues Bürokratiemonster. – Wie sorgt die Bundesregierung in Brüssel konkret dafür, dass der EU Space Act gestoppt wird …
Sehr geehrte Frau Ministerin, meine Frage bezieht sich auf den EU Space Act. Ihre Staatssekretärin hat letzte Woche im Ausschuss und auch in den letzten Monaten die Kritik der Experten und der AfD-Bundestagsfraktion bestätigt: Der Branche drohen eine massive Überregulierung und ein neues Bürokratiemonster. – Wie sorgt die Bundesregierung in Brüssel konkret dafür, dass der EU Space Act gestoppt wird oder zumindest keine Überregulierung und unnötige Bürokratie beinhaltet, damit unsere gerade neu erblühende Raumfahrtindustrie geschützt und vor politisch erzeugten Problemen bewahrt wird?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank, Herr Kollege, für die Frage. – Sie haben völlig recht, dass wir bei allen Acts, die aus Europa kommen, immer sehr stark darauf achten müssen, dass es eben nicht zu einer Überforderung im eigenen Land kommt. Das haben wir auch innerhalb dieser Bundesregierung so vereinbart. Wir haben hier eine Führungsrolle inne und haben uns von Anfang an dafür …
Vielen Dank, Herr Kollege, für die Frage. – Sie haben völlig recht, dass wir bei allen Acts, die aus Europa kommen, immer sehr stark darauf achten müssen, dass es eben nicht zu einer Überforderung im eigenen Land kommt. Das haben wir auch innerhalb dieser Bundesregierung so vereinbart. Wir haben hier eine Führungsrolle inne und haben uns von Anfang an dafür eingesetzt, dass es zu einer Vermeidung von bürokratischer Überforderung gerade der deutschen Raumfahrtindustrie kommt, dass wir weiterhin auch eine Sicherstellung der nationalen Souveränität haben. Deswegen sind wir dazu in einem stetigen Austausch mit gleichgesinnten Mitgliedstaaten. Es ist auch uns in Deutschland zu verdanken, dass wir schon ganz am Anfang einen Stopp reingehauen haben. Wir haben uns dann wie gesagt mit Werte- und Bündnispartnern zusammengesetzt. Wir haben teilweise eine, ich sage mal: „Acteritis“, gegen die wir vorgehen müssen, damit es dann auch im Einklang mit nationalem Recht ist. Wir wollen alles daransetzen, dass die zarten Pflänzchen, die wir haben, gerade auch im Start-up-Bereich, eben nicht durch einen Act kaputtgemacht werden. Beifall: UnionBeifall: Daniel Bettermann (SPD)
Das „Handelsblatt“ berichtete letzte Woche über einen ersten Entwurf des Nationalen Raumfahrtgesetzes. Meine schriftlichen Fragen der letzten Monate zu dem Thema wurden aber immer wortgleich damit abgewiegelt, dass es noch in der Bearbeitung und Abstimmung sei. Ich halte es persönlich für eine fragliche Sache, dass die Presse einen Gesetzentwurf vor dem Parlament bekommt. Wie sorgt die Bundesregierung konkret dafür, dass …
Das „Handelsblatt“ berichtete letzte Woche über einen ersten Entwurf des Nationalen Raumfahrtgesetzes. Meine schriftlichen Fragen der letzten Monate zu dem Thema wurden aber immer wortgleich damit abgewiegelt, dass es noch in der Bearbeitung und Abstimmung sei. Ich halte es persönlich für eine fragliche Sache, dass die Presse einen Gesetzentwurf vor dem Parlament bekommt. Wie sorgt die Bundesregierung konkret dafür, dass es mit dem Space Act und dann womöglich auch dem Nationalen Raumfahrtgesetz zukünftig nicht sogar zwei Bürokratiemonster gibt und dass es im Gesetz wirklich nur um Haftungsfragen und um Investorensicherheit geht und die rechtliche Situation sich nicht sogar verschlechtert im Vergleich zum Status quo?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Ich bedauere das genauso wie Sie, wenn irgendwas durchgestochen wird, was vorher nicht dem Parlament vorliegt; dafür bin ich schon zu lange Parlamentarierin, das ärgert mich auch. Ändern kann ich es nicht. Wir sehen die Notwendigkeit eines Nationalen Weltraumgesetzes, weil wir angesichts der Priorität gerade auch der Sicherheit in der aktuellen geopolitischen Lage etwas vorlegen müssen. Wir wollen aber die …
Ich bedauere das genauso wie Sie, wenn irgendwas durchgestochen wird, was vorher nicht dem Parlament vorliegt; dafür bin ich schon zu lange Parlamentarierin, das ärgert mich auch. Ändern kann ich es nicht. Wir sehen die Notwendigkeit eines Nationalen Weltraumgesetzes, weil wir angesichts der Priorität gerade auch der Sicherheit in der aktuellen geopolitischen Lage etwas vorlegen müssen. Wir wollen aber die Wirtschaftsinteressen auf der einen Seite und die Sicherheitsinteressen auf der anderen Seite gut miteinander ausbalancieren. Und unsere Raumfahrtindustrie braucht auch einen planbaren und verlässlichen Rechtsrahmen. Wir sind schon sehr weit dabei; jetzt hätte ich fast die Lieblingsantwort von Politikern gegeben: An uns liegt es nicht. – Wir sind jetzt in Abstimmung mit den anderen Ressorts, und wir hoffen, dass wir schnell zu einer Lösung mit allen anderen Häusern kommen. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Ich will nur signalisieren: Wir sind in der ersten Fragerunde, da ist immer der Hauptfragesteller alleine dran, und erst in der zweiten Fragerunde kann nachgehakt werden. Ich rufe auf für die SPD Maja Wallstein.
Es ist schön, dass wir hier die beiden Zukunftsministerien befragen können. Meine Frage richtet sich zunächst an Frau Bär. Daten sind ja ein großer Schatz und vielleicht auch der Rohstoff der Zukunft, wenn nicht der Gegenwart. Das betrifft ja auch und gerade die Forschung. Und deswegen haben wir uns vorgenommen, das Forschungsdatengesetz so bald wie möglich auf den Weg zu …
Es ist schön, dass wir hier die beiden Zukunftsministerien befragen können. Meine Frage richtet sich zunächst an Frau Bär. Daten sind ja ein großer Schatz und vielleicht auch der Rohstoff der Zukunft, wenn nicht der Gegenwart. Das betrifft ja auch und gerade die Forschung. Und deswegen haben wir uns vorgenommen, das Forschungsdatengesetz so bald wie möglich auf den Weg zu bringen, um diesen Schatz zu heben. Der Referentenentwurf weist schon in eine sehr gute und richtige Richtung. Wann können wir mit dem Regierungsentwurf rechnen?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Vielen herzlichen Dank, Frau Kollegin, für die Frage. – Wir sind da tatsächlich sehr, sehr gut unterwegs. Wir sind gerade in der zweiten Ressortabstimmung und haben uns auch gerade noch mit den mitberatenden Häusern auf unseren Entwurf geeinigt. Ich hoffe, dass wir den jetzt so zurückbekommen, wie wir ihn in die anderen Häuser gegeben haben. Und dann geht es jetzt …
Vielen herzlichen Dank, Frau Kollegin, für die Frage. – Wir sind da tatsächlich sehr, sehr gut unterwegs. Wir sind gerade in der zweiten Ressortabstimmung und haben uns auch gerade noch mit den mitberatenden Häusern auf unseren Entwurf geeinigt. Ich hoffe, dass wir den jetzt so zurückbekommen, wie wir ihn in die anderen Häuser gegeben haben. Und dann geht es jetzt ganz, ganz schnell seinen Gang, weil wir es tatsächlich in dieser Legislaturperiode als ganz, ganz wichtiges Vorhaben ansehen; es wurde auch seit Langem von der Forschung gefordert. Wir wollen die Daten der öffentlichen Hand in einem größtmöglichen Umfang und vor allem auch rechtssicher für die öffentliche, aber auch für die private Forschung nutzbar machen, natürlich immer auch datenschutzkonform, anonymisiert, pseudonymisiert, aber so handhabbar, dass wirklich danach ein Forschungsmehrwert rauskommt. Ich freue mich auch, dass wir die letzten Diskussionen mit anderen Häusern jetzt hinter uns gelassen haben. Es schaut gut aus. Es ist in der zweiten Ressortabstimmung, kurz vor der dritten und dann geht’s los. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Vielen herzlichen Dank. – Sie haben jetzt meine zweite Frage schon eingeleitet, was ich hervorragend finde, und zwar geht es um den Umgang mit Daten, die durch Forschungsfinanzierung in öffentlich-privater Partnerschaft entstanden sind, und wie diese dann auch für die Forschung nutzbar gemacht werden können. Können Sie uns das bitte ein bisschen näher erklären?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Ziel ist es, dass wir mit dem Forschungsdatengesetz auch tatsächlich die sogenannten Silos aufbrechen können. Denn es ist natürlich so, dass die Daten jetzt alle vorhanden sind und auch teilweise für die Forschung vorhanden sind. Aber sie sind nicht so aufbereitet, dass die Daten so einfach handhabbar sind. Gerade heutzutage ist es natürlich so, dass man die Daten an einem …
Ziel ist es, dass wir mit dem Forschungsdatengesetz auch tatsächlich die sogenannten Silos aufbrechen können. Denn es ist natürlich so, dass die Daten jetzt alle vorhanden sind und auch teilweise für die Forschung vorhanden sind. Aber sie sind nicht so aufbereitet, dass die Daten so einfach handhabbar sind. Gerade heutzutage ist es natürlich so, dass man die Daten an einem Ort hat, wo dann neue Verknüpfungen entstehen, dadurch zum Beispiel auch mit dem Einsatz von KI wieder neue Erkenntnisse oder auch neue Geschäftsmodelle entstehen können, Stichwort „Datenverknüpfung“. Das ist für uns ganz entscheidend, und deswegen wollen wir mit dem Deutschen Zentrum für Mikrodaten eine zentrale Stelle einrichten, wo dann auch jede und jeder Zugriff darauf haben kann. Beifall: UnionBeifall: SPD
Sehr geehrter Herr Minister Wildberger, existenzielle Risiken durch KI-Systeme haben die Medienberichte der letzten Wochen geprägt. Immer mehr sicherheitsrelevante Vorfälle werden nahezu täglich bekannt. Erst gestern wurde öffentlich, dass mutmaßlich der erste KI-Angriff auf eine deutsche Stadt stattgefunden hat. Und die Menschen in Deutschland machen sich, ehrlicherweise auch ein Stück weit berechtigt, Sorgen. Offensichtlich kommen die Unternehmen, die diese Technologie …
Sehr geehrter Herr Minister Wildberger, existenzielle Risiken durch KI-Systeme haben die Medienberichte der letzten Wochen geprägt. Immer mehr sicherheitsrelevante Vorfälle werden nahezu täglich bekannt. Erst gestern wurde öffentlich, dass mutmaßlich der erste KI-Angriff auf eine deutsche Stadt stattgefunden hat. Und die Menschen in Deutschland machen sich, ehrlicherweise auch ein Stück weit berechtigt, Sorgen. Offensichtlich kommen die Unternehmen, die diese Technologie entwickeln, ihrer eigenen Verantwortung hinsichtlich der Sicherheit bei Weitem nicht nach. Für mich ist klar: Wenn Schäden entstehen, dann müssen gerade diese Unternehmen zur Rechenschaft gezogen werden, und vor allem müssen sie auch für diese Schäden haften. Sie haben gestern in einem Interview gesagt, Sie würden hoffen, dass diese Unternehmen die Welt nicht als Testlabor benutzen. Ist das Ihre Botschaft als Digitalminister an die Bevölkerung, die sich gerade große Sorgen macht, dass Sie hoffen? Beifall: Grüne
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Abgeordnete, vielen Dank für die Frage. – Ich habe erst mal gute Nachrichten für die Menschen; denn wir reden nicht nur über das Thema, sondern wir handeln ganz aktiv. Wir sind im engen Austausch, natürlich auch mit den Unternehmen, und wir machen unseren Einfluss geltend, damit Sicherheit Vorrang hat. Es geht aus meiner Sicht überhaupt nicht, dass …
Sehr geehrte Frau Abgeordnete, vielen Dank für die Frage. – Ich habe erst mal gute Nachrichten für die Menschen; denn wir reden nicht nur über das Thema, sondern wir handeln ganz aktiv. Wir sind im engen Austausch, natürlich auch mit den Unternehmen, und wir machen unseren Einfluss geltend, damit Sicherheit Vorrang hat. Es geht aus meiner Sicht überhaupt nicht, dass Produkte, die noch nicht gesichert sind, in dieser Form Schäden anrichten können. Beifall: UnionBeifall: Maja Wallstein (SPD) Aber was ich sehr konkret mache – das ist besonders wichtig; denn das Thema zeigt auch, welche Abhängigkeit wir mittlerweile haben –: Ich kämpfe auch sehr dafür, dass wir eigene Modelle mit Sicherheitsstandards bauen, dass wir jetzt ein KI-Sicherheitsinstitut mit Toppersonal in die Umsetzung bekommen und dass wir eben auch in die Sicherheitsforschung, die wir in Deutschland auch nutzen können, mit internationalen Partnern einsteigen. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiges Signal; denn wir sind handlungsfähig in Deutschland, und der beste Schutz ist, die eigene Handlungsfähigkeit sicherzustellen. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Herr Minister, bei einem Test von OpenAI haben KI-Agenten unter anderem in Australien einen Sicherheitsvorfall ausgelöst. Das KI-System konnte dabei auch auf das dortige Regierungsportal zugreifen. Auf die Frage, ob auch deutsche Behördensysteme betroffen waren und ob Sie von den Unternehmen dazu bereits konkrete Informationen bekommen haben, war Ihre Antwort: Wir sprechen mit ihnen. – Deswegen frage ich Sie: Liegen …
Herr Minister, bei einem Test von OpenAI haben KI-Agenten unter anderem in Australien einen Sicherheitsvorfall ausgelöst. Das KI-System konnte dabei auch auf das dortige Regierungsportal zugreifen. Auf die Frage, ob auch deutsche Behördensysteme betroffen waren und ob Sie von den Unternehmen dazu bereits konkrete Informationen bekommen haben, war Ihre Antwort: Wir sprechen mit ihnen. – Deswegen frage ich Sie: Liegen Ihnen inzwischen konkrete Informationen vor, ob auch deutsche Behörden betroffen waren?
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Mir liegen aktuell keine Informationen diesbezüglich vor, und selbstverständlich werden wir, wenn wir Informationen bekommen, diese dann eingehend prüfen. Sicherlich ist so ein Vorfall wie in Australien völlig inakzeptabel. Das ist zum Beispiel auch ein Grund, warum wir, besonders im Bund, auf Sicherheitsthemen entsprechend reagieren. Deshalb ist wichtig, dass wir selbst auch KI nutzen, um uns besser zu schützen. Das …
Mir liegen aktuell keine Informationen diesbezüglich vor, und selbstverständlich werden wir, wenn wir Informationen bekommen, diese dann eingehend prüfen. Sicherlich ist so ein Vorfall wie in Australien völlig inakzeptabel. Das ist zum Beispiel auch ein Grund, warum wir, besonders im Bund, auf Sicherheitsthemen entsprechend reagieren. Deshalb ist wichtig, dass wir selbst auch KI nutzen, um uns besser zu schützen. Das zeigt nur, dass das aktuell ein Wettlauf um die beste Technologie ist. Deshalb ist es neben den ganzen Gesprächen, die wir führen, vor allen Dingen Aufgabe unserer Regierung – so begreife ich uns –, dass wir hier aktiv handeln. Beifall: UnionBeifall: SPD
Herzlichen Dank, Herr Präsident. – Sehr geehrter Herr Minister Dr. Wildberger, die Bundesregierung hat unter Federführung Ihres Hauses in zwei Entlastungskabinetten die Wirtschaft und die Bürgerinnen und Bürger bereits um über 10 Milliarden Euro entlastet. Der jahrelange Bürokratiezubau wird nun endlich zu einem Bürokratierückbau. Mit der Modernisierungsagenda Bund und der Modernisierungsagenda Föderal wird diese Entlastung auch auf Länderebene vorangetrieben. Das …
Herzlichen Dank, Herr Präsident. – Sehr geehrter Herr Minister Dr. Wildberger, die Bundesregierung hat unter Federführung Ihres Hauses in zwei Entlastungskabinetten die Wirtschaft und die Bürgerinnen und Bürger bereits um über 10 Milliarden Euro entlastet. Der jahrelange Bürokratiezubau wird nun endlich zu einem Bürokratierückbau. Mit der Modernisierungsagenda Bund und der Modernisierungsagenda Föderal wird diese Entlastung auch auf Länderebene vorangetrieben. Das gipfelt zeitnah im Bürokratieentlastungsgesetz, mit dem alle Berichtspflichten, außer den wirklich unverzichtbaren, abgeschafft werden sollen. Wann können wir mit dem Entwurf rechnen, und was sind die nächsten Schritte dazu? Beifall: Dr. Inge Gräßle (Union)
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Glaser, vielen Dank für die Frage. – Mit den Ländern haben wir mit der Modernisierungsagenda Föderal Anfang des Jahres den gemeinsamen Beschluss gefasst, dieses extremst ambitionierte Vorhaben anzugehen. Die Länder haben schon vorgezogen: Baden-Württemberg, aber auch Nordrhein-Westfalen liegen ganz weit vorne. Jetzt muss man dazu sagen, dass der Bund von der Komplexität ungefähr einen Faktor 10 …
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Glaser, vielen Dank für die Frage. – Mit den Ländern haben wir mit der Modernisierungsagenda Föderal Anfang des Jahres den gemeinsamen Beschluss gefasst, dieses extremst ambitionierte Vorhaben anzugehen. Die Länder haben schon vorgezogen: Baden-Württemberg, aber auch Nordrhein-Westfalen liegen ganz weit vorne. Jetzt muss man dazu sagen, dass der Bund von der Komplexität ungefähr einen Faktor 10 draufsetzen muss. Wir sind gerade in der Prüfung von mehr als 4 000 Gesetzen. Die Logik dahinter ist folgende: Der Staat muss zukünftig begründen, warum er Berichtspflichten braucht, nicht umgekehrt; nicht die Person oder das Unternehmen soll begründen müssen, warum sie abgeschafft werden sollen. Und das ist ein extrem ambitioniertes Vorhaben. Wir sind aktuell in der Umsetzung, in der Arbeit mit den Häusern. Wir wollen bis zum Ende des Jahres noch einen Eckpunktebeschluss fassen, in der die Vereinbarung so klar ist, dass wir auch wissen, dass es dazu führen kann, dass wir 30 Prozent – 30 Prozent! – weniger Berichtspflichten in Deutschland haben. Das heißt: Wir arbeiten nicht an der Absenkung von Standards, sondern am Erreichen ihrer Durchsetzbarkeit. Das wäre ein fantastisches Signal für Deutschland. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Herzlichen Dank, Herr Minister. – Eine Nachfrage. Sie hatten Baden-Württemberg erwähnt. Dort wird mit dem Effizienzgesetz die Regelung, die Sie erwähnt hatten, vorgestellt. Darin ist vor allem geregelt, dass der Landtag und nicht das Ministerium über die Beibehaltung jeder Berichtspflicht mitentscheiden muss. Sowohl die Begründungspflicht als auch die Legitimität von Bürokratie sind dadurch ungleich höher. Ist das aus Ihrer Sicht …
Herzlichen Dank, Herr Minister. – Eine Nachfrage. Sie hatten Baden-Württemberg erwähnt. Dort wird mit dem Effizienzgesetz die Regelung, die Sie erwähnt hatten, vorgestellt. Darin ist vor allem geregelt, dass der Landtag und nicht das Ministerium über die Beibehaltung jeder Berichtspflicht mitentscheiden muss. Sowohl die Begründungspflicht als auch die Legitimität von Bürokratie sind dadurch ungleich höher. Ist das aus Ihrer Sicht auch ein Modell, das im Bund Schule machen könnte? – Herzlichen Dank.
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Wir werden natürlich einen entsprechenden Gesetzentwurf im Kabinett beschließen, der im Parlament beraten wird. Das heißt, es folgt dem ganz normalen Prozedere. Wichtig ist, dass die Vorarbeit, die auch handwerklich sehr schwierig ist – Sie haben es angesprochen, es gibt EU-Recht und Wechselwirkungen, die wir natürlich beachten müssen –, entsprechend erfolgt. Das folgt jetzt einem sehr ambitionierten Zeitplan. Zu guter …
Wir werden natürlich einen entsprechenden Gesetzentwurf im Kabinett beschließen, der im Parlament beraten wird. Das heißt, es folgt dem ganz normalen Prozedere. Wichtig ist, dass die Vorarbeit, die auch handwerklich sehr schwierig ist – Sie haben es angesprochen, es gibt EU-Recht und Wechselwirkungen, die wir natürlich beachten müssen –, entsprechend erfolgt. Das folgt jetzt einem sehr ambitionierten Zeitplan. Zu guter Letzt – das ist noch eine wichtige Nachricht – werden natürlich auch die Unternehmen die Zeit bekommen, die sie brauchen, um sich darauf vorzubereiten. Daran hängen ja zum Beispiel IT-Systeme. Das werden wir hier schon entsprechend beraten. Beifall: Union
Vielen Dank. – Frau Ministerin Bär, im Jahr 2020 hat das Unternehmen BioNTech 375 Millionen Euro an öffentlicher Forschungsförderung vom Ministerium bekommen. In den Jahren danach hat BioNTech sehr hohe Gewinne erzielt. Jetzt ist es aber so, dass drei Standorte geschlossen werden sollen und bis zu 2 000 Arbeitsplätze wegfallen. Die Fördersumme wurde 2020 ohne Rückzahlklausel vergeben und kann deswegen …
Vielen Dank. – Frau Ministerin Bär, im Jahr 2020 hat das Unternehmen BioNTech 375 Millionen Euro an öffentlicher Forschungsförderung vom Ministerium bekommen. In den Jahren danach hat BioNTech sehr hohe Gewinne erzielt. Jetzt ist es aber so, dass drei Standorte geschlossen werden sollen und bis zu 2 000 Arbeitsplätze wegfallen. Die Fördersumme wurde 2020 ohne Rückzahlklausel vergeben und kann deswegen nicht zurückgefordert werden. Hätte man damals eine staatliche Gewinnbeteiligung vereinbart, dann hätten die Steuerzahler bzw. der Staat von der Fördersumme Einnahmen erzielt. So gilt aber: Öffentliche Forschungsgelder sind geflossen. Die dadurch geschaffenen Gewinne wurden privatisiert. Die negativen Folgen aber tragen die Beschäftigten und natürlich die ganze Gesellschaft. – Deswegen wollte ich Sie fragen, welche Schlussfolgerungen Sie daraus ziehen. Werden Sie Forschungsförderung in Zukunft an Gewinnbeteiligungen und Arbeitsplatzsicherung knüpfen und auch Rückzahlungsklauseln vereinbaren? Beifall: Linke (einzelne Abg.)
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Es ist natürlich sehr bedauerlich, wenn in Deutschland Forschungsstandorte bzw. Unternehmen sich entweder nicht mehr für den Standort entscheiden oder eben auch schließen müssen. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass basierend auf dem, was an Forschungsförderung geflossen ist, die Steuereinnahmen, die dem Staat dadurch zugutegekommen sind, in einem ganz anderen Verhältnis stehen. Ihr Vorschlag, den Sie jetzt machen, …
Es ist natürlich sehr bedauerlich, wenn in Deutschland Forschungsstandorte bzw. Unternehmen sich entweder nicht mehr für den Standort entscheiden oder eben auch schließen müssen. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass basierend auf dem, was an Forschungsförderung geflossen ist, die Steuereinnahmen, die dem Staat dadurch zugutegekommen sind, in einem ganz anderen Verhältnis stehen. Ihr Vorschlag, den Sie jetzt machen, geht ja in Richtung einer extremen Regulierung. Die Frage ist: Wer möchte überhaupt noch in Deutschland ein Unternehmen gründen, wenn Vorschläge der Linken, so wie Sie sie jetzt vorgebracht haben, in die Tat umgesetzt werden? Deswegen kann ich nur sagen: Vorsicht an der Bahnsteigkante. Wir wollen, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer sehr gerne in diesen Standort investieren. Wir haben nächste Woche, Montag und Dienstag, unter der Federführung des Wirtschaftsministeriums den Investitionsgipfel Invest in Germany. Ich hoffe sehr, dass da nicht die Vorschläge der Linken auf dem Tisch liegen. Ansonsten wird keiner in Deutschland investieren wollen. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)↳ Pascal Meiser (Linke)
Frau Ministerin, ich möchte schon zurückweisen, dass so etwas wie Arbeitsplatzsicherung eine extreme Forderung ist. Ich will auch gern darauf hinweisen: Natürlich hat BioNTech Großes geleistet und auch Steuern gezahlt. Aber heute noch verfügt BioNTech ja über fast 17 Milliarden Euro an liquiden Mitteln. Wenn dann drei Standorte in Deutschland geschlossen werden sollen, frage ich mich schon, ob es wirklich …
Frau Ministerin, ich möchte schon zurückweisen, dass so etwas wie Arbeitsplatzsicherung eine extreme Forderung ist. Ich will auch gern darauf hinweisen: Natürlich hat BioNTech Großes geleistet und auch Steuern gezahlt. Aber heute noch verfügt BioNTech ja über fast 17 Milliarden Euro an liquiden Mitteln. Wenn dann drei Standorte in Deutschland geschlossen werden sollen, frage ich mich schon, ob es wirklich die Haltung der Bundesregierung sein kann, dass man sagt: Die Öffentlichkeit trägt einen Teil des unternehmerischen Risikos, aber alle Gewinne und Standortentscheidungen verbleiben einseitig beim Unternehmen. – Ist das die Haltung?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Also die Haltung kann doch nicht sein, dass ich jetzt Unternehmen zwinge, im Land zu bleiben. Wir als Regierung müssen die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass wir hier die besten Möglichkeiten und auch die besten Standorte für Unternehmen haben. Ich war erst diese Woche bei einem Unternehmen, das sich als nicht deutsches Unternehmen ganz gezielt für den Standort Deutschland entscheidet, weil …
Also die Haltung kann doch nicht sein, dass ich jetzt Unternehmen zwinge, im Land zu bleiben. Wir als Regierung müssen die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass wir hier die besten Möglichkeiten und auch die besten Standorte für Unternehmen haben. Ich war erst diese Woche bei einem Unternehmen, das sich als nicht deutsches Unternehmen ganz gezielt für den Standort Deutschland entscheidet, weil sie sagen, dass sie zum Beispiel durch Fraunhofer überhaupt die Möglichkeit in Deutschland haben, so gut zu forschen. ↳ Stephan Brandner (AfD): »Die sehen die AfD-Ergebnisse!« Genau diese Standortvorteile möchte diese Regierung immer wieder herausstellen. Das geht nicht durch Zwang und Gängelung, so wie Sie sich das vorstellen, sondern durch eine freie und natürlich soziale Marktwirtschaft in Deutschland. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Nach Abschluss dieser Runde kommen wir nun zu den Fragen zu den vorangegangenen Kabinettssitzungen, zu weiteren Geschäftsbereichen sowie zu allgemeinen Fragen. Ich will den Hinweis geben: Ich rufe den Hauptfragesteller auf und würde jeweils bis zu vier Nachfragen aus dem Hause zulassen. Damit hat Ruben Rupp für die AfD-Fraktion die Möglichkeit, zu beginnen.
Herr Minister Wildberger, wir als AfD-Fraktion sehen es als zwingend an, dass wir im Bereich „künstliche Intelligenz“ sehr schnell den Rückstand zu den USA und China aufholen. Das betonen Sie ja auch immer wieder selbst. Um das zu erreichen, brauchen wir konkurrenzfähige Rahmenbedingungen für die Digitalwirtschaft: günstige Energie, deutlich schlankere Bürokratie und niedrige Steuern. Trotzdem haben Sie gestern im „Tagesspiegel“ …
Herr Minister Wildberger, wir als AfD-Fraktion sehen es als zwingend an, dass wir im Bereich „künstliche Intelligenz“ sehr schnell den Rückstand zu den USA und China aufholen. Das betonen Sie ja auch immer wieder selbst. Um das zu erreichen, brauchen wir konkurrenzfähige Rahmenbedingungen für die Digitalwirtschaft: günstige Energie, deutlich schlankere Bürokratie und niedrige Steuern. Trotzdem haben Sie gestern im „Tagesspiegel“ erklärt, dass hohe Umsätze durch KI-Technologie besteuert werden müssen. Dann sind Sie kurze Zeit später wieder zurückgerudert. Ist das der neue und alte Stil der „Bundesregierung Merz“, ständig zwischen den Positionen zu springen? Was gilt denn jetzt? Können Sie heute verbindlich ausschließen, dass Ihre Bundesregierung eine zusätzliche KI-Steuer oder etwas Ähnliches einführen will? ↳ Dr. Inge Gräßle (Union): »Lesen bildet!« Und fallen Sie mit Ihrer derzeitigen Kommunikation, die Offenheit für KI-Steuern mindestens suggeriert, nicht der deutschen Digitalwirtschaft direkt in den Rücken?
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Sehr geehrter Abgeordneter Rupp, erst mal danke für die Frage und auch die Möglichkeit, das vielleicht noch mal klarzustellen. – Wenn Sie es gelesen haben, wissen Sie, dass ich über Wachstum gesprochen habe – und das ist eine Abfolgekette. Die Logik ist sehr einfach, und das möchte ich hier noch mal erklären. Das hat nichts mit Zurückrudern zu tun, sondern …
Sehr geehrter Abgeordneter Rupp, erst mal danke für die Frage und auch die Möglichkeit, das vielleicht noch mal klarzustellen. – Wenn Sie es gelesen haben, wissen Sie, dass ich über Wachstum gesprochen habe – und das ist eine Abfolgekette. Die Logik ist sehr einfach, und das möchte ich hier noch mal erklären. Das hat nichts mit Zurückrudern zu tun, sondern mit der Möglichkeit, in diesem Land auch mal einen Gedanken über ein Thema, das in die Zukunft gerichtet ist, in drei Sätzen ausführlich und zusammenfassend festhalten zu können: Beifall: Dr. Inge Gräßle (Union) Die künstliche Intelligenz bietet neben den Risiken unglaubliche Chancen für Wachstum. Wir müssen diese Chancen nutzen. Wenn wir es gut machen, wird dies zu Wachstumsraten führen, die wir so heute nicht kennen. Das wird gegebenenfalls auch mit einer Herausforderung am Arbeitsmarkt einhergehen. Wir werden umlernen müssen; wir werden umschulen müssen. Dafür brauchen wir Wachstum. Wir haben bereits ausreichend Steuern; aber mit diesem Wachstum kommen die finanziellen Mittel, die wir für diesen Umbau einsetzen können. Also: erst Wachstum; alles andere klärt sich dann. Wenn wir das Wachstum nicht haben, brauchen wir die Frage nicht zu stellen. Das ist die Logik. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Herr Minister, bei wettbewerbsfähiger Digitalwirtschaft und KI geht es ja nicht nur um Steuern, sondern auch um staatliche Eingriffe und Bürokratie. In der EU und in Teilen der Bundesregierung gibt es immer größere Bestrebungen, durch Verordnungen wie den DSA in den sozialen Medien zu zensieren, aber auch angebliche Desinformation über eine Art Wahrheitsministerium zwingend einordnen zu lassen. Halten Sie die …
Herr Minister, bei wettbewerbsfähiger Digitalwirtschaft und KI geht es ja nicht nur um Steuern, sondern auch um staatliche Eingriffe und Bürokratie. In der EU und in Teilen der Bundesregierung gibt es immer größere Bestrebungen, durch Verordnungen wie den DSA in den sozialen Medien zu zensieren, aber auch angebliche Desinformation über eine Art Wahrheitsministerium zwingend einordnen zu lassen. Halten Sie die Bestrebungen für richtig, das betreute Denken für die Bürger einzuführen, oder setzen Sie sich für die Meinungsfreiheit auch im Netz ein? ↳ Timon Dzienus (Grüne): »Betreutes Denken würde der AfD helfen!«
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Ich setze mich insbesondere für die Meinungsfreiheit und für die Rechte von Menschen ein. Deshalb braucht es Instrumente, die wir auch im digitalen Raum anwenden können. Die Menschen haben ein Recht darauf, zu wissen: Was ist wahr? Was ist falsch? Was hat Quellen? Was hat keine Quellen? – Auch Algorithmen können missbraucht werden. Das Recht, das wir im analogen Leben …
Ich setze mich insbesondere für die Meinungsfreiheit und für die Rechte von Menschen ein. Deshalb braucht es Instrumente, die wir auch im digitalen Raum anwenden können. Die Menschen haben ein Recht darauf, zu wissen: Was ist wahr? Was ist falsch? Was hat Quellen? Was hat keine Quellen? – Auch Algorithmen können missbraucht werden. Das Recht, das wir im analogen Leben haben, muss es auch im digitalen Raum geben. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.) Dafür brauchen wir die entsprechenden Gesetze. Wir dürfen unsere Werte nicht verraten; das ist ein ganz wichtiger Grundsatz.
Danke schön. – Um künstliche Intelligenz geht es ja in der Frage – Herausforderungen und Chancen. Da ist Albanien schon ein Schrittchen weiter. Dort gibt es eine virtuelle KI-Ministerin. Da wurde ein virtuelles Wesen geschaffen, das „Diella“, „die Sonne“, heißt. Ich habe mich gefragt: Wäre so was in Deutschland auch denkbar, Herr Minister? Also, wenn Sie sich im Bundeskabinett so …
Danke schön. – Um künstliche Intelligenz geht es ja in der Frage – Herausforderungen und Chancen. Da ist Albanien schon ein Schrittchen weiter. Dort gibt es eine virtuelle KI-Ministerin. Da wurde ein virtuelles Wesen geschaffen, das „Diella“, „die Sonne“, heißt. Ich habe mich gefragt: Wäre so was in Deutschland auch denkbar, Herr Minister? Also, wenn Sie sich im Bundeskabinett so umschauen – Frau Bär sitzt beispielsweise noch hier –: Wer wäre derjenige, wo Sie sagen würden, diese Ministerin, diesen Minister könnten wir in Deutschland durch künstliche Intelligenz ersetzen, und es würde sogar noch besser? ↳ Ralph Brinkhaus (Union): »Nee!«↳ Florian Müller (Union): »Was sind das denn für Fragen, Herr Präsident?«↳ SPD
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Erst mal danke für die Frage. ↳ Stephan Brandner (AfD): »Sie freuen sich über die Frage?«↳ Florian Müller (Union): »Das ist eine Höflichkeit, die Sie nicht kennen, Herr Brandner!«
Könnten Sie aufhören, einen Dialog zu führen? Es ist eine Frage gestellt worden. Die kann man jetzt mit künstlicher Intelligenz beantworten; die natürliche reicht, glaube ich, nicht. Heiterkeit: Union (einzelne Abg.)
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Lassen Sie mich den konstruktiven Versuch wagen, Ihre nicht ganz ernstgemeinte Frage so umzuformulieren, dass vielleicht die Menschen hier im Raum etwas davon haben. Vielleicht erst einmal zu dem von Ihnen angesprochenen Beispiel aus Albanien. Wenn Sie sich damit beschäftigen, weiß man: Hier nutzt ein Modell aus Amerika Daten, die auch dort hingehen. Ich weiß nicht, ob ich, wenn ich …
Lassen Sie mich den konstruktiven Versuch wagen, Ihre nicht ganz ernstgemeinte Frage so umzuformulieren, dass vielleicht die Menschen hier im Raum etwas davon haben. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)Beifall: Niklas Wagener (Grüne) Vielleicht erst einmal zu dem von Ihnen angesprochenen Beispiel aus Albanien. Wenn Sie sich damit beschäftigen, ↳ Florian Müller (Union): »Hat er aber nicht!« weiß man: Hier nutzt ein Modell aus Amerika Daten, die auch dort hingehen. ↳ Maja Wallstein (SPD): »Hört! Hört!« Ich weiß nicht, ob ich, wenn ich im Regierungsbereich arbeite, meine Daten nicht sicher haben will. Deshalb tun wir Folgendes: Wir arbeiten mit europäischen Unternehmen zusammen, um leistungsfähige Modelle zu entwickeln, damit wir mithalten können. Und wir kommen sehr gut voran. Dafür gibt es vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.
Sehr geehrter Herr Bundesminister, hier ist jetzt vielfach über die Risiken und Gefahren von künstlicher Intelligenz geredet worden. Stimmen Sie denn meiner These zu, dass künstliche Intelligenz nicht an den Grenzen der Bundesrepublik Deutschland aufhört zu existieren? Und müssten wir in diesem Zusammenhang gerade wegen dem, was in den Vereinigten Staaten von Amerika passiert, und wegen dem, was in China …
Sehr geehrter Herr Bundesminister, hier ist jetzt vielfach über die Risiken und Gefahren von künstlicher Intelligenz geredet worden. Stimmen Sie denn meiner These zu, dass künstliche Intelligenz nicht an den Grenzen der Bundesrepublik Deutschland aufhört zu existieren? Und müssten wir in diesem Zusammenhang gerade wegen dem, was in den Vereinigten Staaten von Amerika passiert, und wegen dem, was in China passiert, nicht viel stärker auch international arbeiten? Wenn ja: Wo sehen Sie Partnerländer, die uns in Europa im Bereich „künstliche Intelligenz“ auf unserem Weg unterstützen können?
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Sehr geehrter Abgeordneter, Sie haben einen ganz wichtigen Punkt angesprochen. Wir haben verschiedenartige Risiken, und ein Großteil dieser Risiken macht an Landesgrenzen nicht halt. Über bestimmte Risiken wie dem Missbrauch, beispielsweise Cyberattacken von Kräften, die kriminell sind, kann man gegebenenfalls besser oder überhaupt Herr werden, indem man auch international entsprechende Kooperationsregeln schafft. Dafür setzen wir uns sehr ein. Und ich …
Sehr geehrter Abgeordneter, Sie haben einen ganz wichtigen Punkt angesprochen. Wir haben verschiedenartige Risiken, und ein Großteil dieser Risiken macht an Landesgrenzen nicht halt. Über bestimmte Risiken wie dem Missbrauch, beispielsweise Cyberattacken von Kräften, die kriminell sind, kann man gegebenenfalls besser oder überhaupt Herr werden, indem man auch international entsprechende Kooperationsregeln schafft. Dafür setzen wir uns sehr ein. Und ich hoffe, dass die Schnittmenge für die Länder entsprechend groß ist. Ich will noch mal sagen: Das größte Risiko, das wir haben – das sage ich immer wieder –, ist, nicht aktiv an dieser Technologie teilzunehmen. Wir müssen sie beherrschen, damit wir uns entsprechend frei bewegen können. Beifall: UnionBeifall: SPD
Sehr geehrter Herr Minister Wildberger, Sie haben gefordert, dass es eine KI-Abgabe gibt. Das klingt ja erst mal ganz gut; denn Digitalkonzerne verdienen Milliarden in Deutschland, ohne hier einen Cent Steuern zu zahlen. Nun haben Sie sich im Koalitionsvertrag auf eine Digitalabgabe auf Werbeumsätze geeinigt. Davon hört man seit Beginn dieser Koalition kaum noch etwas. Wie wäre es denn, erst …
Sehr geehrter Herr Minister Wildberger, Sie haben gefordert, dass es eine KI-Abgabe gibt. ↳ Dr. Inge Gräßle (Union): »Zuhören hilft!« Das klingt ja erst mal ganz gut; denn Digitalkonzerne verdienen Milliarden in Deutschland, ohne hier einen Cent Steuern zu zahlen. Nun haben Sie sich im Koalitionsvertrag auf eine Digitalabgabe auf Werbeumsätze geeinigt. Davon hört man seit Beginn dieser Koalition kaum noch etwas. Wie wäre es denn, erst mal diese Digitalabgabe umzusetzen, statt hier neue Hirngespinste aufzumachen? Beifall: Grüne↳ Ralph Brinkhaus (Union): »„Hirngespinste“?«↳ Florian Müller (Union): »Ach, Leute!«
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Abgeordnete, danke auch für diese Frage. – Ich muss aber noch mal auf den ersten Teil eingehen; das ist wichtig, weil sich verkürzte Nachrichten ziemlich lange halten. Ich muss noch mal klarstellen: KI setzen wir für Wachstum ein. Wir brauchen das Wachstum. Damit erreichen wir, wenn wir es gut machen, Wachstumsraten, die sehr groß sind. Das werden …
Sehr geehrte Frau Abgeordnete, danke auch für diese Frage. – Ich muss aber noch mal auf den ersten Teil eingehen; das ist wichtig, weil sich verkürzte Nachrichten ziemlich lange halten. Ich muss noch mal klarstellen: KI setzen wir für Wachstum ein. Wir brauchen das Wachstum. Damit erreichen wir, wenn wir es gut machen, Wachstumsraten, die sehr groß sind. Das werden wir brauchen, weil wir die Herausforderungen finanzieren müssen. Ich spreche da nicht von einer neuen Steuer; das muss die Zukunft zeigen. Wir brauchen erst Wachstum – dann können wir über Steuern reden – und dürfen nicht mit Steuern irgendwelche Wachstumsmöglichkeiten direkt abwürgen. Das brauchen wir nicht. Wir haben ausreichend Steuern. – Das mal dazu.
Vielen Dank. – Herr Minister, es sind Fälle bekannt geworden, in denen KI dazu benutzt worden ist, alternative Fakten zu schaffen. Aufgrund der selbstreferenziellen Art von KI, indem KI einfach nach einer Menge an Quellen sucht, die eine These belegen oder nicht belegen, ist KI natürlich hervorragend dafür geeignet, in jedem Bereich – wissenschaftlich, politisch, militärisch usw. – eine neue …
Vielen Dank. – Herr Minister, es sind Fälle bekannt geworden, in denen KI dazu benutzt worden ist, alternative Fakten zu schaffen. Lachen: Union (einzelne Abg.) Aufgrund der selbstreferenziellen Art von KI, indem KI einfach nach einer Menge an Quellen sucht, die eine These belegen oder nicht belegen, ist KI natürlich hervorragend dafür geeignet, in jedem Bereich – wissenschaftlich, politisch, militärisch usw. – eine neue Realität auf der Welt zu schaffen, ↳ Dr. Anja Reinalter (Grüne) selbstreferenziell darauf zurückzugreifen und den Leuten diese falsch zu verkaufen. Wie schaut also die Strategie der Bundesregierung aus, sich davor zu schützen, dass KI als Möglichkeit missbraucht wird, neue Realitäten zu schaffen, –
– auf die die KI dann wieder selbstreferenziell zugreift?
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Sehr geehrter Abgeordneter, vielen Dank für diese Frage. – Es gibt verschiedene Risiken, auch die, die Sie gerade angesprochen haben. Ein Weg, den wir ganz praktisch beschreiten, ist: Wir bringen Yoshua Bengio, einen der weltweit bekanntesten KI-Forscher, nach Deutschland, der unter anderem KI baut, die genau das verhindert. Das ist ein wichtiger Beitrag. Da könnten wir uns notwendigerweise auch gut …
Sehr geehrter Abgeordneter, vielen Dank für diese Frage. – Es gibt verschiedene Risiken, auch die, die Sie gerade angesprochen haben. Ein Weg, den wir ganz praktisch beschreiten, ist: Wir bringen Yoshua Bengio, einen der weltweit bekanntesten KI-Forscher, nach Deutschland, der unter anderem KI baut, die genau das verhindert. Das ist ein wichtiger Beitrag. Da könnten wir uns notwendigerweise auch gut differenzieren. Und der zweite Punkt ist: Ich glaube, im KI-Zeitalter kommt menschlichem Urteilsvermögen besondere Bedeutung zu. Deshalb ist es wichtig, zu lernen, mit KI besser umzugehen und die Dinge, die man auf Fakten prüfen kann, noch mal entsprechend zu überprüfen, damit genau das, was Sie beschreiben, nicht passiert. Beifall: UnionBeifall: SPD
Vielen Dank, Herr Präsident. Meine Frage richtet sich an Herrn Bundesminister Wildberger. – Sehr geehrter Herr Wildberger, Sie haben schon das Thema „ein Jahr Modernisierungsagenda“ angesprochen. Mit dem aktuellen Bericht liegt nun eine erste Bilanz zur Umsetzung der Modernisierungsagenda vor. Entscheidend ist neben dem Umsetzungsstand sicherlich auch, welche Wirkung die Maßnahmen entfalten. Wie wollen Sie das Monitoring, die Evaluierung der …
Vielen Dank, Herr Präsident. Meine Frage richtet sich an Herrn Bundesminister Wildberger. – Sehr geehrter Herr Wildberger, Sie haben schon das Thema „ein Jahr Modernisierungsagenda“ angesprochen. Mit dem aktuellen Bericht liegt nun eine erste Bilanz zur Umsetzung der Modernisierungsagenda vor. Entscheidend ist neben dem Umsetzungsstand sicherlich auch, welche Wirkung die Maßnahmen entfalten. Wie wollen Sie das Monitoring, die Evaluierung der beiden Modernisierungsagenden künftig ausgestalten, insbesondere mit Blick auf Erfolgskennzahlen? Können Sie sich sogar ein öffentlich zugängliches Dashboard oder mehr Transparenz vorstellen?
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank, Herr Abgeordneter Marvi, für Ihre Frage. – Es ist so – und das sind gute Nachrichten –: Mein Haus hat sich darauf committet, dass wir transparent sind. Sie werden auf unserer Webseite entlang aller Projekte Kennzahlen finden, die nachgeschärft werden. Wir kriegen auch Feedback: Das ist gut. Das reicht noch nicht. Das wird verfeinert. – Wir machen ganz …
Vielen Dank, Herr Abgeordneter Marvi, für Ihre Frage. – Es ist so – und das sind gute Nachrichten –: Mein Haus hat sich darauf committet, dass wir transparent sind. Sie werden auf unserer Webseite entlang aller Projekte Kennzahlen finden, die nachgeschärft werden. Wir kriegen auch Feedback: Das ist gut. Das reicht noch nicht. Das wird verfeinert. – Wir machen ganz transparent: Was funktioniert? Was ist auf dem Weg? Und wo hinken wir hinterher? Wir haben in dem Jahresbericht der Modernisierungsagenda – hier jetzt mal physisch, damit ich ihn hier zeigen kann; das gibt es aber natürlich auch digital – alle Kennzahlen nach den einzelnen Häusern, ressortscharf dargestellt. Jedes einzelne Projekt, das wir uns vorgenommen haben, wird beleuchtet. Das wird auch weiterhin der Stil dieses Hauses sein: dass wir transparent sind und vor allen Dingen auch transparent sein wollen. Das können die Menschen von uns erwarten. Beifall: UnionBeifall: SPD
Frau Ministerin, Sie haben am 23. September im Forschungsausschuss über die CISPA-Sonderprüfung informiert und gesagt, der Prüfbericht werde umfassend bewertet und danach sei über Konsequenzen zu entscheiden. Wir haben einige Tage später aus der Presse erfahren, dass die Satzung des Instituts umfassend geändert worden ist und der Aufsichtsrat entmachtet wurde. Daraufhin sind Aufsichtsratsmitglieder aus Protest zurückgetreten. Als Sie am 23. …
Frau Ministerin, Sie haben am 23. September im Forschungsausschuss über die CISPA-Sonderprüfung informiert und gesagt, der Prüfbericht werde umfassend bewertet und danach sei über Konsequenzen zu entscheiden. Wir haben einige Tage später aus der Presse erfahren, dass die Satzung des Instituts umfassend geändert worden ist und der Aufsichtsrat entmachtet wurde. Daraufhin sind Aufsichtsratsmitglieder aus Protest zurückgetreten. Als Sie am 23. September den Ausschuss informiert haben, wussten Sie da über die Satzungsänderung Bescheid, ja oder nein? Beifall: Grüne
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Wir haben den CISPA-Sonderprüfungsbericht vorgelegt und gezeigt, dass die Vorwürfe, die gemacht wurden, absolut begründet waren, weil CISPA verschiedene Kooperationen mit China gepflegt hat, gleichzeitig aber zu keinem Zeitpunkt über ein hinreichend resilientes und dem Risiko entsprechendes System der Forschungssicherheit verfügte. Wenn daraus personelle Konsequenzen gezogen worden sind, dann ist das die Entscheidung jeder einzelnen Person. Für mich als Wissenschaftsministerin …
Wir haben den CISPA-Sonderprüfungsbericht vorgelegt und gezeigt, dass die Vorwürfe, die gemacht wurden, absolut begründet waren, weil CISPA verschiedene Kooperationen mit China gepflegt hat, gleichzeitig aber zu keinem Zeitpunkt über ein hinreichend resilientes und dem Risiko entsprechendes System der Forschungssicherheit verfügte. Wenn daraus personelle Konsequenzen gezogen worden sind, dann ist das die Entscheidung jeder einzelnen Person. Für mich als Wissenschaftsministerin ist es wichtig, dass wir ein resilientes System haben, dass wir auf der einen Seite die Wissenschaftsfreiheit, so wie sie im Grundgesetz steht, jederzeit verfechten und für sie kämpfen und auf der anderen Seite dafür sorgen, dass Wissenschaftsfreiheit nicht bedeutet, dass wir eine Spionagefreiheit in unserem Land haben. Beifall: SPD (einzelne Abg.) Gleichzeitig ist für mich ganz wichtig, dass jeder Einzelne bzw. jede Einzelne sich fragen muss, auch diejenigen, die Verantwortung getragen haben, ob sie diese weiter tragen wollen. Das müssen Sie die einzelnen Mitglieder an dieser Stelle selber fragen.
Zu den Gründen für die Satzungsänderung hatte Ihr Haus gegenüber der Presse mitgeteilt, Grund sei der Corporate Governance Kodex. Auf meine Frage letzte Woche sagte Ihr Haus, es ginge um die Dysfunktionalität des Aufsichtsrates. Gleichzeitig ist es so, dass am Tag der Satzungsänderung über ein einstweiliges Rechtsschutzverfahren des Geschäftsführers entschieden werden sollte. Was also war der Grund für die Änderung …
Zu den Gründen für die Satzungsänderung hatte Ihr Haus gegenüber der Presse mitgeteilt, Grund sei der Corporate Governance Kodex. Auf meine Frage letzte Woche sagte Ihr Haus, es ginge um die Dysfunktionalität des Aufsichtsrates. Gleichzeitig ist es so, dass am Tag der Satzungsänderung über ein einstweiliges Rechtsschutzverfahren des Geschäftsführers entschieden werden sollte. Was also war der Grund für die Änderung dieser Satzung?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Wir schauen uns alle Satzungen einzeln an; wir haben ja unterschiedliche Institute in diesem Land. Man muss immer schauen, ob die Satzungen auch mit der aktuellen Herausforderung Schritt halten können. Wir haben uns schon viel länger mit diesem Thema beschäftigt: Was bedeutet das? Wie bekommen wir Sicherheit in unser Wissenschaftssystem, in unser Forschungssystem? Wir sind da in einem guten Austausch …
Wir schauen uns alle Satzungen einzeln an; wir haben ja unterschiedliche Institute in diesem Land. Man muss immer schauen, ob die Satzungen auch mit der aktuellen Herausforderung Schritt halten können. Wir haben uns schon viel länger mit diesem Thema beschäftigt: Was bedeutet das? Wie bekommen wir Sicherheit in unser Wissenschaftssystem, in unser Forschungssystem? Wir sind da in einem guten Austausch auch mit den Präsidenten aller außeruniversitären Forschungseinrichtungen und werden in Zukunft nicht zulassen, dass unser Land gerade in sensiblen Fachbereichen ausgespäht und ausspioniert wird. Ich bin sehr dankbar, dass wir da von Tag eins an –
Vielen Dank. – Frau Ministerin Bär, könnten Sie noch die Frage beantworten: Wussten Sie von der Satzungsänderung, ja oder nein? Außerdem möchte ich fragen: Für den CISPA-Standort Saarland ist entscheidend, ob der Bund an den zugesagten Mitteln für das CISPA festhält. Das Land investiert selbst in den Campus in St. Ingbert. Können Sie ausschließen, dass eine Neuaufstellung und etwaige Konsequenzen …
Vielen Dank. – Frau Ministerin Bär, könnten Sie noch die Frage beantworten: Wussten Sie von der Satzungsänderung, ja oder nein? Außerdem möchte ich fragen: Für den CISPA-Standort Saarland ist entscheidend, ob der Bund an den zugesagten Mitteln für das CISPA festhält. Das Land investiert selbst in den Campus in St. Ingbert. Können Sie ausschließen, dass eine Neuaufstellung und etwaige Konsequenzen zu weniger Stellen oder Mitteln am Standort führen werden? Und vor allen Dingen: Wie wird das Saarland an dieser Neuaufstellung des Zentrums und an der Berufung einer neuen Leitung beteiligt?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Frau Kollegin, ich bin in einem ganz engen Austausch – nicht nur ich persönlich, sondern auch mein Haus – mit dem Saarland. Selbstverständlich tragen wir beide Verantwortung. Ich möchte noch vorausschicken, dass wir sehr glücklich darüber sind, dass wir hier mit dem CISPA eine Einrichtung von Weltrang haben. Nur weil sich Einzelne wahrscheinlich eines Fehlverhaltens schuldig gemacht haben, heißt das …
Frau Kollegin, ich bin in einem ganz engen Austausch – nicht nur ich persönlich, sondern auch mein Haus – mit dem Saarland. Selbstverständlich tragen wir beide Verantwortung. Ich möchte noch vorausschicken, dass wir sehr glücklich darüber sind, dass wir hier mit dem CISPA eine Einrichtung von Weltrang haben. Beifall: UnionBeifall: SPD Nur weil sich Einzelne wahrscheinlich eines Fehlverhaltens schuldig gemacht haben, heißt das nicht, dass das CISPA als solches nicht eine ganz herausragende Einrichtung ist. Deswegen wird – genauso wie wir es im Vorfeld gesagt haben – jetzt erst mal alles geprüft.
Vielen Dank, Herr Präsident. – Sehr geehrte Frau Ministerin, vielen Dank für Ihr beherztes Eingreifen in dem Fall CISPA. Das war wichtig für den Forschungsstandort Deutschland. Die Diskussion um das CISPA und darüber, was dort zutage gefördert wurde, zeigt deutlich auf, dass wir mehr Forschungssicherheit brauchen. Ein Mittel dazu, das immer wieder genannt wird, ist die Nationale Plattform für Forschungssicherheit. …
Vielen Dank, Herr Präsident. – Sehr geehrte Frau Ministerin, vielen Dank für Ihr beherztes Eingreifen in dem Fall CISPA. Das war wichtig für den Forschungsstandort Deutschland. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.) Die Diskussion um das CISPA und darüber, was dort zutage gefördert wurde, zeigt deutlich auf, dass wir mehr Forschungssicherheit brauchen. Ein Mittel dazu, das immer wieder genannt wird, ist die Nationale Plattform für Forschungssicherheit. Ich würde mich dafür interessieren: Wie ist der Fahrplan für diese nationale Plattform? Und können wir damit solche Vorgänge wie am CISPA wirksam eindämmen? – Danke.
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Wir leben ja in einem freien Land, und ich bin sehr dankbar dafür. Deswegen ist es für uns ganz wichtig, dass wir beispielsweise mit dem Auswärtigen Amt einen ganz engen Austausch haben. Wir haben das 1 000-Köpfe-Plus-Programm. Das heißt: Wir sind darauf angewiesen, dass die besten Köpfe der ganzen Welt zu uns kommen. Gleichzeitig müssen wir natürlich schauen, dass diese …
Wir leben ja in einem freien Land, und ich bin sehr dankbar dafür. Deswegen ist es für uns ganz wichtig, dass wir beispielsweise mit dem Auswärtigen Amt einen ganz engen Austausch haben. Wir haben das 1 000-Köpfe-Plus-Programm. Das heißt: Wir sind darauf angewiesen, dass die besten Köpfe der ganzen Welt zu uns kommen. Gleichzeitig müssen wir natürlich schauen, dass diese nicht in die sicherheitsrelevanten Fachbereiche gehen, wenn sie aus Ländern kommen, die wir dort nicht haben wollen. Wir werden diese nationale Plattform in – dreimal zwinkern – ganz wenigen Augenblicken dann hoffentlich haben. Gleichzeitig sind – –
Vielen Dank, Herr Präsident. – Ich möchte vorneweg sagen, dass die Frage von Herrn Brandner absolut sexistisch und inakzeptabel war. Da er nicht mehr da ist, hat er sich jetzt vielleicht selbst zu einem KI-Avatar entwickelt. Das wäre nicht das Schlechteste für dieses Haus. Sehr geehrte Frau Ministerin, mich würde ebenfalls interessieren, welche Schlüsse Sie aus dem konkreten CISPA-Fall abstrahieren, …
Vielen Dank, Herr Präsident. – Ich möchte vorneweg sagen, dass die Frage von Herrn Brandner absolut sexistisch und inakzeptabel war. Beifall: SPDBeifall: UnionBeifall: Grüne (einzelne Abg.)Beifall: Linke (einzelne Abg.) Da er nicht mehr da ist, hat er sich jetzt vielleicht selbst zu einem KI-Avatar entwickelt. Das wäre nicht das Schlechteste für dieses Haus. Beifall: SPDBeifall: Union (einzelne Abg.)Beifall: Grüne (einzelne Abg.)Beifall: Linke (einzelne Abg.) Sehr geehrte Frau Ministerin, mich würde ebenfalls interessieren, welche Schlüsse Sie aus dem konkreten CISPA-Fall abstrahieren, um sie im Bereich Forschungssicherheit mit einzubauen, insbesondere was die Zusammenarbeit und die Vernetzung mit den Sicherheitsbehörden anbelangt.
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Ich glaube, dass die Erkenntnisse aus dem Prüfbericht, die wir haben, das CISPA befähigen, sich in Zukunft im Rahmen der Forschungssicherheit professionell, aber vor allem auch sehr resilient aufzustellen. Deswegen war es – bei allem Schreck am Anfang – ganz gut, dass an diesem Beispiel noch mal deutlich wurde, wie wichtig uns das Thema „Forschungsfreiheit und Forschungssicherheit“ ist. Der Prüfbericht …
Ich glaube, dass die Erkenntnisse aus dem Prüfbericht, die wir haben, das CISPA befähigen, sich in Zukunft im Rahmen der Forschungssicherheit professionell, aber vor allem auch sehr resilient aufzustellen. Deswegen war es – bei allem Schreck am Anfang – ganz gut, dass an diesem Beispiel noch mal deutlich wurde, wie wichtig uns das Thema „Forschungsfreiheit und Forschungssicherheit“ ist. Der Prüfbericht kann dazu beitragen, dass so etwas in Zukunft eben nicht mehr passiert. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Vielen Dank, Herr Präsident. – Sehr geehrte Frau Ministerin, wie sehen Sie, basierend auf diesen Ausführungen, generell das Verhältnis von Wissenschaftsfreiheit und nationaler Sicherheit in unserem Land? Und wie bleiben wir letztlich trotz allem ein offenes Land für die Wissenschaftler, die wir hier brauchen? Wie würden Sie dies insgesamt wertschätzen wollen? Wie halten Sie die Balance zwischen Wissenschaftsfreiheit und nationaler …
Vielen Dank, Herr Präsident. – Sehr geehrte Frau Ministerin, wie sehen Sie, basierend auf diesen Ausführungen, generell das Verhältnis von Wissenschaftsfreiheit und nationaler Sicherheit in unserem Land? Und wie bleiben wir letztlich trotz allem ein offenes Land für die Wissenschaftler, die wir hier brauchen? Wie würden Sie dies insgesamt wertschätzen wollen? Wie halten Sie die Balance zwischen Wissenschaftsfreiheit und nationaler Sicherheit?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Das ist, glaube ich, der schmale Grat, auf dem wir uns jeden Tag befinden: Auf der einen Seite wollen wir offen sein; wir haben jetzt schon gemeinsam mit unseren Partnern weit über 400 Zusagen für die Global Minds Initiative Germany, für das 1 000-Köpfe-Plus-Programm gegeben. Gleichzeitig sind wir mit den mitberatenden Häusern jeden Tag darum bemüht, zu schauen, dass es …
Das ist, glaube ich, der schmale Grat, auf dem wir uns jeden Tag befinden: Auf der einen Seite wollen wir offen sein; wir haben jetzt schon gemeinsam mit unseren Partnern weit über 400 Zusagen für die Global Minds Initiative Germany, für das 1 000-Köpfe-Plus-Programm gegeben. Gleichzeitig sind wir mit den mitberatenden Häusern jeden Tag darum bemüht, zu schauen, dass es zum Beispiel keine Umgehungstatbestände gibt, dass sich nicht jemand bei „Kirchenmusik“ einschreibt und plötzlich bei „IT-Sicherheit“ aufwacht. Das ist unsere tägliche Aufgabe. Das heißt, wir werden in Zukunft noch wesentlich stärker Einzelfallentscheidungen treffen müssen. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Herzlichen Dank, Herr Präsident. – Frau Ministerin, die Innovationsfreiheit ist durch die Flexibilisierung des Besserstellungsverbots in der vorvergangenen Sitzungswoche einen deutlichen Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit gegangen. Die Begeisterung aus Forschung und Wissenschaft war deutlich. Wie nehmen wir diese jetzt auf, um konsequent in die Zukunft weiterzugehen? Kurz gefragt: What is next?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Vielen herzlichen Dank, Herr Kollege. Es freut mich sehr, dass die Freude so groß war. Sie war bei uns im Haus auch sehr groß. – Wir wollten ja der Forschung mehr Freiheit geben und gleichzeitig kleinteilige Förderbürokratie über den Haufen schmeißen. Wir haben natürlich aus dem Koalitionsvertrag den Auftrag einer Novelle des Wissenschaftsfreiheitsgesetzes. Aber wir wollen mit einem Innovationsfreiheitsgesetz – …
Vielen herzlichen Dank, Herr Kollege. Es freut mich sehr, dass die Freude so groß war. Sie war bei uns im Haus auch sehr groß. – Wir wollten ja der Forschung mehr Freiheit geben und gleichzeitig kleinteilige Förderbürokratie über den Haufen schmeißen. Wir haben natürlich aus dem Koalitionsvertrag den Auftrag einer Novelle des Wissenschaftsfreiheitsgesetzes. Aber wir wollen mit einem Innovationsfreiheitsgesetz – oder eigentlich viel mehr mit einer Innovationsfreiheitsoffensive – noch wesentlich mehr Schritte gehen. Ich glaube, ganz entscheidend ist, dass wir nicht nur Gesetze in den Blick nehmen. Wir wollen auch untergesetzliche Maßnahmen viel stärker in den Blick nehmen, sodass Entlastungen schneller und wirksamer umgesetzt werden können: durch Pauschalierungen, durch schlankere Prüfverfahren, auch durch verlässlichere Zeitstrukturen. Ziel ist es, dass die Maßnahmen dort wirksam werden, wo Forschung und Innovation stattfinden können. Aber ich glaube, wir können den Schwung jetzt mitnehmen und zum Beispiel – – Ich will nicht jedes Mal eine Rüge, Herr Präsident. Beifall: UnionBeifall: Maja Wallstein (SPD)
Jetzt muss ich rätseln, was die letzten Worte gewesen wären. – Ich hoffe inständig: Aus Träumen werden Planungen, indem man ein Datum dahinter setzt. Darf die Wissenschaft davon ausgehen, dass sie die untergesetzlichen Regelungen, die wir nun relativ zügig angehen, in Summe mit einem Schleifchen drum unterm Weihnachtsbaum liegen hat?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Nein. Sie darf davon ausgehen, dass es sogar noch schneller geht. Vielleicht kann man darum sogar ein kleines Halloween-Schleifchen binden. Das Bundesministerium der Finanzen hat uns am letzten Montag sein Einvernehmen zur pilothaften Erprobung von Verfahrensvereinfachungen erteilt. Dazu wird in Kürze die erste Förderrichtlinie mit den entsprechenden Vereinfachungen im Bundesanzeiger veröffentlicht. Das passiert alles eher in den nächsten Wochen, weniger …
Nein. Sie darf davon ausgehen, dass es sogar noch schneller geht. Vielleicht kann man darum sogar ein kleines Halloween-Schleifchen binden. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.) Das Bundesministerium der Finanzen hat uns am letzten Montag sein Einvernehmen zur pilothaften Erprobung von Verfahrensvereinfachungen erteilt. Dazu wird in Kürze die erste Förderrichtlinie mit den entsprechenden Vereinfachungen im Bundesanzeiger veröffentlicht. Das passiert alles eher in den nächsten Wochen, weniger in Monaten. Da ich gut katholisch bin, gilt: Es gibt in der Adventszeit noch keine Weihnachtsgeschenke. Es wird früher stattfinden als am Heiligen Abend. Beifall: Union
Sehr geehrte Frau Ministerin Bär, Sie haben vorhin gesagt, Resilienz sei ein hohes Gut. Wie sieht es denn mit der Resilienz bei Fusionskraftwerken aus? Sie haben in der letzten Woche dazu eine Pressemitteilung herausgegeben: Sie wollen erst einmal 500 Millionen Euro dafür ausgeben, langfristig dann 2,5 Milliarden Euro. Aus unserer Sicht fehlt aber eine wichtige Komponente für den Betrieb eines …
Sehr geehrte Frau Ministerin Bär, Sie haben vorhin gesagt, Resilienz sei ein hohes Gut. Wie sieht es denn mit der Resilienz bei Fusionskraftwerken aus? Sie haben in der letzten Woche dazu eine Pressemitteilung herausgegeben: Sie wollen erst einmal 500 Millionen Euro dafür ausgeben, langfristig dann 2,5 Milliarden Euro. Aus unserer Sicht fehlt aber eine wichtige Komponente für den Betrieb eines Fusionskraftwerks, und das ist die Erfahrung mit schnellen Neutronen. Was die Bestrahlungsversuche betrifft, die wir dafür brauchen – es ist klar, dass wir die brauchen, schon seit 25 Jahren –, muss man feststellen, dass da noch nichts passiert ist.
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Also, das ist für Sie die Nachfrage? – Okay, ist kein Problem. – Es war halt eine falsche Frage. Aber das ist auch kein Problem, wir antworten auch auf diese Fragen. Wir haben im Koalitionsvertrag stehen, dass wir den ersten Fusionsreaktor der Welt in Deutschland stehen haben wollen. Wir haben unsere Roadmaps veröffentlicht und haben auch bei der Fusion einen …
Also, das ist für Sie die Nachfrage? – Okay, ist kein Problem. ↳ AfD – Es war halt eine falsche Frage. Aber das ist auch kein Problem, wir antworten auch auf diese Fragen. Wir haben im Koalitionsvertrag stehen, dass wir den ersten Fusionsreaktor der Welt in Deutschland stehen haben wollen. Wir haben unsere Roadmaps veröffentlicht und haben auch bei der Fusion einen ganz klaren Fahrplan. Wir haben jetzt unsere Fusions-Hubs veröffentlicht. Wir gehen bei der Fusion stark rein: einmal in die Laserfusion, dann in die Magnetfusion, und mit dem dritten Hub in die Themen Materialentwicklung und Brennstoffkreislauf. Das können Sie alles nachlesen, weil das nicht nur bis zum Jahr 2030, sondern bis zum Jahr 2040 – – ↳ Dr. Inge Gräßle (Union)
Geschätzter Herr Präsident Ramelow! Frau Ministerin Bär, Sie haben eben selbst das 1 000-Köpfe-Plus-Programm angesprochen, und zwar im Kontext von CISPA und Forschungssicherheit. Sonst haben Sie das immer in einem positiven Licht dargestellt, aber jetzt haben Sie selbst gesagt: Da sind möglicherweise Sicherheitslücken. In welchen Ressorts wollen Sie denn dann vielleicht nicht bestimmte, ja, Ausländer haben? Wir wissen auch nicht, …
Geschätzter Herr Präsident Ramelow! Frau Ministerin Bär, Sie haben eben selbst das 1 000-Köpfe-Plus-Programm angesprochen, und zwar im Kontext von CISPA und Forschungssicherheit. ↳ Florian Müller (Union): »Das hat doch nichts mit dem Informationsfreiheitsgesetz zu tun!« Sonst haben Sie das immer in einem positiven Licht dargestellt, aber jetzt haben Sie selbst gesagt: Da sind möglicherweise Sicherheitslücken. In welchen Ressorts wollen Sie denn dann vielleicht nicht bestimmte, ja, Ausländer haben? ↳ Florian Müller (Union): »Was?« Wir wissen auch nicht, ob eventuell Wissen abgeflossen ist, möglicherweise nach China. Also in welchen Ressorts und in welchen Institutionen ist das nicht sinnvoll?
Herr Abgeordneter, jetzt greife ich ein. In der Tat – da hatte Frau Bär eben völlig recht, als sie mir den Hinweis gegeben hat –: Wir haben einen Hauptfragesteller, und zu dessen Frage sind dann die Nachfragen. Jetzt höre ich andere Themen, so, als wenn Sie der neue Hauptfragesteller wären. Das ist nicht fair gegenüber den anderen Hauptfragestellern. Deswegen bleiben …
Herr Abgeordneter, jetzt greife ich ein. In der Tat – da hatte Frau Bär eben völlig recht, als sie mir den Hinweis gegeben hat –: Wir haben einen Hauptfragesteller, und zu dessen Frage sind dann die Nachfragen. Jetzt höre ich andere Themen, so, als wenn Sie der neue Hauptfragesteller wären. Das ist nicht fair gegenüber den anderen Hauptfragestellern. Beifall: UnionBeifall: SPDBeifall: Grüne (einzelne Abg.) Deswegen bleiben wir in der Reihenfolge, die aufgerufen ist. Es tut mir leid, dass ich jetzt da eingreife, aber ich gebe Frau Bär einfach recht. ↳ AfD Deswegen gilt das „Ah“ jetzt mir, Frau Bär. Florian Müller von der Union hatte sich zu diesem Komplex gemeldet.
Ich verspreche, Herr Präsident, dass ich mich mit diesem Thema beschäftige. – Frau Ministerin, Sie haben eine umfassende Innovationsfreiheitsoffensive angekündigt und haben dazu gerade schon etwas gesagt; vielen Dank. – Ein Thema, das man in diesem Bereich auch regeln könnte, ist das Thema „Transfer an Hochschulen“. Es geht dabei um die Frage, wie man die Dauer von Ausgründungen, die heute …
Ich verspreche, Herr Präsident, dass ich mich mit diesem Thema beschäftige. – Frau Ministerin, Sie haben eine umfassende Innovationsfreiheitsoffensive angekündigt und haben dazu gerade schon etwas gesagt; vielen Dank. – Ein Thema, das man in diesem Bereich auch regeln könnte, ist das Thema „Transfer an Hochschulen“. Es geht dabei um die Frage, wie man die Dauer von Ausgründungen, die heute an deutschen Hochschulen im Durchschnitt 18 Monate beträgt, beschleunigen kann. Welche Pläne hat das Ministerium dazu?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Die durchschnittliche Dauer von 18 Monaten, die wir haben, ist natürlich viel zu lang. Wir wollen, dass das System insgesamt wesentlich effizienter funktioniert. Aber wir müssen differenzieren: Es geht auch um die Dauer von IP-Verfahren, nicht nur um die Dauer der Ausgründung insgesamt. Da gibt es ganz vielschichtige Gründe. Wir wollen beides: Wir wollen schnelle Ausgründungen, aber wir wollen gleichzeitig …
Die durchschnittliche Dauer von 18 Monaten, die wir haben, ist natürlich viel zu lang. Wir wollen, dass das System insgesamt wesentlich effizienter funktioniert. Aber wir müssen differenzieren: Es geht auch um die Dauer von IP-Verfahren, nicht nur um die Dauer der Ausgründung insgesamt. Da gibt es ganz vielschichtige Gründe. Wir wollen beides: Wir wollen schnelle Ausgründungen, aber wir wollen gleichzeitig auch weiterhin eine faire und rechtssichere Verwertung des geistigen Eigentums erreichen. Und hier setzen wir dann mit unserer nationalen IP-Strategie an, um das Problem in den Griff zu bekommen. Ich bin aber auch dankbar, dass schon einige Universitäten – –
Frau Ministerin, passend zum Innovationsfreiheitsgesetz laufen auf europäischer Ebene die Verhandlungen zum European Innovation Act. Wir wollen der Forschung mehr Freiheit geben und sie von kleinteiliger Förderbürokratie befreien. Welche Positionen vertritt Deutschland in den Verhandlungen um den European Innovation Act?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Wir haben den Entwurf des European Innovation Acts geprüft, und ich kann sagen, dass dieser sehr stark von den Vorschlägen abweicht, die wir von deutscher Stelle aus gemacht haben. Was wir positiv sehen, ist – ich möchte erst mal mit dem Positiven anfangen –, dass die Kommission einen gemeinsamen EU-Rahmen für die Wertschöpfung geistigen Eigentums schaffen möchte. Aber was wir …
Wir haben den Entwurf des European Innovation Acts geprüft, und ich kann sagen, dass dieser sehr stark von den Vorschlägen abweicht, die wir von deutscher Stelle aus gemacht haben. Was wir positiv sehen, ist – ich möchte erst mal mit dem Positiven anfangen –, dass die Kommission einen gemeinsamen EU-Rahmen für die Wertschöpfung geistigen Eigentums schaffen möchte. Aber was wir kritisch sehen, sind die Pläne für ein gemeinsames Verfahren für die Vergabe öffentlicher Aufträge insgesamt im Bereich „Forschung und Entwicklung“. Wir vermissen auch echte Vereinfachungen, echte Innovationsbooster, echte Reallabore. Deswegen muss da dringend nachgebessert werden. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Vielen Dank. – Ich habe eine Frage an Herrn Wildberger. Digitalisierung führt ja dazu, dass Prozesse automatisiert werden. Das ist sehr praktisch für Unternehmen, hat aber für Arbeitnehmende die Auswirkung, dass sich zum einen die Arbeit verdichtet, sie also mehr Dinge in der gleichen Zeit erledigen müssen, wodurch die Arbeit entsprechend anstrengender wird, und dass das zum anderen natürlich dafür …
Vielen Dank. – Ich habe eine Frage an Herrn Wildberger. Digitalisierung führt ja dazu, dass Prozesse automatisiert werden. Das ist sehr praktisch für Unternehmen, hat aber für Arbeitnehmende die Auswirkung, dass sich zum einen die Arbeit verdichtet, sie also mehr Dinge in der gleichen Zeit erledigen müssen, wodurch die Arbeit entsprechend anstrengender wird, und dass das zum anderen natürlich dafür genutzt wird, um weiter Druck auf sie auszuüben, Arbeitsplätze zu streichen und Löhne zu senken. Sie haben mit der KI-Steuer schon einen wichtigen finanziellen Punkt angesprochen. Das ist richtig als Ausgleich, aber es stärkt ja nicht die Position der Arbeitnehmenden. Daher frage ich Sie: Was schlagen Sie vor, damit sich die Situation der Arbeitnehmenden durch die Digitalisierung und Einführung von KI-Systemen nicht weiter verschlechtert, sondern verbessert? Und wie werden Sie dafür das Arbeitsrecht stärken?
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Abgeordnete Lemke, ich hatte eben schon zweimal ausgeführt, dass es um Wachstum geht und nicht in erster Linie um eine Steuer. Das möchte ich vor die Klammer schieben. Wir haben heute die Situation, dass Menschen in vielen Betrieben, aber auch in der Verwaltung sagen: Wir haben bei der Arbeit eine unglaubliche Komplexität, wir haben eine große Arbeitsflut, …
Sehr geehrte Frau Abgeordnete Lemke, ich hatte eben schon zweimal ausgeführt, dass es um Wachstum geht und nicht in erster Linie um eine Steuer. Das möchte ich vor die Klammer schieben. Wir haben heute die Situation, dass Menschen in vielen Betrieben, aber auch in der Verwaltung sagen: Wir haben bei der Arbeit eine unglaubliche Komplexität, wir haben eine große Arbeitsflut, wir haben vielleicht auch Fachkräftemangel in bestimmten Bereichen. Da kann KI helfen und zu einer Entlastung führen, indem durch sie Tätigkeiten weggenommen werden, die weniger Wertschöpfung haben. Das ist erst mal grundsätzlich etwas Positives. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.) Zum Zweiten schaffen Unternehmen, die heute bereits KI sehr gut einsetzen, auch international, es zu Wachstum und stellen tendenziell eher mehr Menschen als weniger ein. Ich gebe Ihnen aber durchaus recht, wenn Sie sagen, dass der vermehrte Einsatz von KI – wir leben da auch mit viel Unsicherheit – zu einer Veränderung des Arbeitsmarktes führen kann. Deshalb ist es wichtig, Instrumente zu entwickeln, Menschen zu begleiten und Menschen umzuschulen. Aber der Fokus muss in erster Linie darauf liegen: Wie setzen wir die KI für Wachstum wertschöpfend ein? Natürlich tun wir das mit dem richtigen Menschenbild, indem wir das mit den Mitarbeitenden, die häufig das beste Asset von Unternehmen sind, gemeinsam gestalten wollen. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Ja, vielen Dank. – Eine Berufsgruppe, die gerade besonders darunter leidet, sind erstaunlicherweise die Informatiker/-innen. Es ist gerade für Berufsanfänger/-innen, die ihr Studium beendet haben, erheblich erschwert, noch einen Job zu finden, weil Unternehmen der Meinung sind, ihre Arbeit könne jetzt mit KI-Systemen erledigt werden. Das ist natürlich eine extrem kurzfristige Strategie. Als Industrienation brauchen wir genau diese Leute, und …
Ja, vielen Dank. – Eine Berufsgruppe, die gerade besonders darunter leidet, sind erstaunlicherweise die Informatiker/-innen. Es ist gerade für Berufsanfänger/-innen, die ihr Studium beendet haben, erheblich erschwert, noch einen Job zu finden, weil Unternehmen der Meinung sind, ihre Arbeit könne jetzt mit KI-Systemen erledigt werden. Das ist natürlich eine extrem kurzfristige Strategie. Als Industrienation brauchen wir genau diese Leute, und auch Sie im Ministerium sind ja auf sie angewiesen. Was schlagen Sie deshalb vor, um gerade Berufsanfänger/-innen zu stärken?
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Sicherlich ist es so, dass im KI-Bereich, wenn es um Programmierung geht, die Fähigkeiten der Maschine aktuell besonders ausgeprägt sind. Das wirkt sehr destruktiv. Es ist extrem wichtig, zu sagen, dass auch andere Fähigkeiten im Informatikbereich erforderlich sind; denn die Maschine muss auch bedient werden, sie programmiert nicht alles von alleine. Das ist das eine. Natürlich sind jetzt auch die …
Sicherlich ist es so, dass im KI-Bereich, wenn es um Programmierung geht, die Fähigkeiten der Maschine aktuell besonders ausgeprägt sind. Das wirkt sehr destruktiv. Es ist extrem wichtig, zu sagen, dass auch andere Fähigkeiten im Informatikbereich erforderlich sind; denn die Maschine muss auch bedient werden, sie programmiert nicht alles von alleine. Das ist das eine. Natürlich sind jetzt auch die Hochschulen und die Auszubildenden in den Projekten gefordert, die entsprechenden Tätigkeiten umzuwandeln. Aber ich glaube, wir sehen – wie auch in anderen Berufszweigen – da perspektivisch nicht unbedingt weniger Bedarf, aber mit einem anderen Profil. Beifall: Union (einzelne Abg.)
Vielen Dank. – Herr Minister, nicht nur die Informatiker/-innen, sondern auch die Content-Moderatoren sind gerade besonders stark betroffen, die schon immer unter sehr schwierigen Bedingungen arbeiten mussten und deren wichtige Arbeit bis heute nicht als Ausbildungsberuf anerkannt ist. Deren Arbeit ist gerade in aktuellen Zeiten von Hass und Hetze im Netz natürlich besonders entscheidend. Gerade sie sollen jetzt durch KI-Systeme …
Vielen Dank. – Herr Minister, nicht nur die Informatiker/-innen, sondern auch die Content-Moderatoren sind gerade besonders stark betroffen, die schon immer unter sehr schwierigen Bedingungen arbeiten mussten und deren wichtige Arbeit bis heute nicht als Ausbildungsberuf anerkannt ist. Deren Arbeit ist gerade in aktuellen Zeiten von Hass und Hetze im Netz natürlich besonders entscheidend. Gerade sie sollen jetzt durch KI-Systeme ersetzt werden. Und vor allem wird KI als Ausrede genutzt, um Abteilungen zu schließen und Outsourcing zu betreiben mit entsprechender Verschlechterung der Content-Moderation. Was wollen Sie tun, um genau diese Berufsgruppe zu stärken?
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Es gibt sicherlich Berufszweige, in denen sich das Arbeitsprofil schneller verändert. Entscheidend ist, dass wir Menschen befähigen, sich diesen Anpassungen zu stellen. Ich will Ihnen aber auch ein Beispiel geben, wo es genau andersherum läuft: Es wurde sehr lange prognostiziert, es werde weniger Radiologen geben, weil die Maschine viel übernimmt. In den USA ist die Zahl der Radiologen in den …
Es gibt sicherlich Berufszweige, in denen sich das Arbeitsprofil schneller verändert. Entscheidend ist, dass wir Menschen befähigen, sich diesen Anpassungen zu stellen. Ich will Ihnen aber auch ein Beispiel geben, wo es genau andersherum läuft: Es wurde sehr lange prognostiziert, es werde weniger Radiologen geben, weil die Maschine viel übernimmt. In den USA ist die Zahl der Radiologen in den letzten sieben Jahren um 17 Prozent gestiegen, und trotzdem gibt es einen Engpass. Woran liegt das? Das liegt daran, dass durch die Maschine auch mehr Bilder produziert werden und am Ende gegebenenfalls auch woanders mehr Content entsteht. Das heißt, wenn die schiere Masse steigt, gibt es auch wieder mehr Aufgabenprofile für den Menschen. Aber der Übergang muss gestaltet werden. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Sehr geehrter Herr Minister Wildberger, ich nutze gerne erneut die Chance, mich mit Ihnen über künstliche Intelligenz zu unterhalten. Sie haben jetzt oft darauf hingewiesen, dass KI eine Chance sein kann und wir nicht nur die Risiken sehen sollten. Ich stimme Ihnen darin nicht nur zu, sondern ich möchte das auch noch mal zum Anlass nehmen, um Sie ganz konkret …
Sehr geehrter Herr Minister Wildberger, ich nutze gerne erneut die Chance, mich mit Ihnen über künstliche Intelligenz zu unterhalten. Sie haben jetzt oft darauf hingewiesen, dass KI eine Chance sein kann und wir nicht nur die Risiken sehen sollten. Ich stimme Ihnen darin nicht nur zu, sondern ich möchte das auch noch mal zum Anlass nehmen, um Sie ganz konkret zu fragen: In welchem Bereich, in welcher Branche in der Bundesrepublik Deutschland sehen Sie die größten potenziellen Upsides für den Einsatz von künstlicher Intelligenz?
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Es gibt vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Lassen Sie mich drei herausgreifen: Die erste Anwendung ist im Gesundheitswesen. Mithilfe von KI können wir Menschenleben verlängern. Mit unseren Gesundheitsdaten haben wir die große Chance, bei KI-Modellen im klinischen Bereich weltweit führend zu sein. Das zweite große Feld ist die industrielle Anwendung. Da reden wir über die physische Welt. Wie schaffen wir es, Produktion und …
Es gibt vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Lassen Sie mich drei herausgreifen: Die erste Anwendung ist im Gesundheitswesen. Mithilfe von KI können wir Menschenleben verlängern. Mit unseren Gesundheitsdaten haben wir die große Chance, bei KI-Modellen im klinischen Bereich weltweit führend zu sein. Das zweite große Feld ist die industrielle Anwendung. Da reden wir über die physische Welt. Wie schaffen wir es, Produktion und Automatisierung zu verbessern und die entsprechenden neuen Aufgabenprofile für Menschen zu entwickeln? Der dritte Bereich betrifft KI in der Verwaltung: die Genehmigungsverfahren. Die KI kann uns helfen, durch diese Komplexität zu kommen, und genau das tun wir. Dabei wird auch der Mensch gebraucht. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
KI braucht ja Unmengen von Rechenleistung. Die Bundesregierung hat sich dem Ausbau der Rechenzentren verschrieben. In der Rechenzentrumsstrategie taucht 18-mal das Wort „Nachhaltigkeit“ auf. Gleichzeitig senken Sie im Energieeffizienzgesetz die Nachhaltigkeitsstandards, tragen also dazu bei, dass Rechenzentren immer mehr Energie und Wasser verbrauchen können. ↳ Stefan Schröder (AfD): »Fragen Sie mal was zur Hauptfrage!« Wie lösen Sie diesen Widerspruch auf?
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Also, mit der Rechenzentrumsstrategie haben wir einen ambitionierten Plan vorgelegt; den werden wir auch umsetzen. Innerhalb von drei Jahren werden wir die Rechenzentrumskapazität verdoppeln, im KI-Bereich vervierfachen. Nachhaltigkeit ist ein essenzieller Baustein: 50 Prozent Grünstromfähigkeit von Beginn an, 100 Prozent im Jahr 2030 und geschlossene Wasserkreisläufe. Wir haben einen sogenannten Effizienzfaktor von etwa 1,2; da sind wir weltweit führend. Das …
Also, mit der Rechenzentrumsstrategie haben wir einen ambitionierten Plan vorgelegt; den werden wir auch umsetzen. Innerhalb von drei Jahren werden wir die Rechenzentrumskapazität verdoppeln, im KI-Bereich vervierfachen. Nachhaltigkeit ist ein essenzieller Baustein: 50 Prozent Grünstromfähigkeit von Beginn an, 100 Prozent im Jahr 2030 und geschlossene Wasserkreisläufe. Wir haben einen sogenannten Effizienzfaktor von etwa 1,2; da sind wir weltweit führend. Das heißt, wir setzen uns an die Spitze der Bewegung. Sie haben eben gefragt: Wie schaffen wir grüne Technologie im Industriemaßstab? Hiermit können wir das erreichen. Deshalb ist mir Nachhaltigkeit bei Rechenzentren ein besonders wichtiges Anliegen, und das werden wir auch umsetzen. Beifall: UnionBeifall: SPD
Die Frage richtet sich nicht an Herrn Minister Wildberger, sondern an Frau Ministerin Bär. – Mit Blick auf die Tatsache, dass wir immer mehr Studierende haben, die einen Abschluss machen und keinen Arbeitsplatz finden, gab es ein Programm namens „KI in der Hochschulbildung“. Dieses ist in Ihrer Legislatur ausgelaufen. Welche Konzepte haben Sie, um das Studium an diese Entwicklungen anzupassen …
Die Frage richtet sich nicht an Herrn Minister Wildberger, sondern an Frau Ministerin Bär. – Mit Blick auf die Tatsache, dass wir immer mehr Studierende haben, die einen Abschluss machen und keinen Arbeitsplatz finden, gab es ein Programm namens „KI in der Hochschulbildung“. Dieses ist in Ihrer Legislatur ausgelaufen. ↳ Stefan Schröder (AfD): »Fragen Sie doch mal zur Hauptfrage! Absurd!« Welche Konzepte haben Sie, um das Studium an diese Entwicklungen anzupassen und entsprechend zu modernisieren und den Hochschulen die Möglichkeit der Transformation zu geben? ↳ Union
Ich bin zwischendrin gekommen. Es ist noch ein Bezug zur Hauptfrage da durch die Nachfrage von Frau Lemke, als es um die Arbeitsmöglichkeiten von IT-Kräften ging. Insofern haben wir den Bezug zu dieser Frage; wir haben das gerade geklärt.
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Frau Kollegin, wir haben das Auslaufen des Programms im Einvernehmen mit allen Landesministern in der GWK gemeinsam so beschlossen, inklusive der grünen Landesministerin; denn das Programm war, so wie es ausgestaltet war, nicht mehr zeitgemäß. Weil das keine Sache allein des Bundes ist, machen wir uns gemeinsam mit allen 16 Landesministerinnen und Landesministern Gedanken. Ich sage aber auch ganz offen: …
Frau Kollegin, wir haben das Auslaufen des Programms im Einvernehmen mit allen Landesministern in der GWK gemeinsam so beschlossen, inklusive der grünen Landesministerin; denn das Programm war, so wie es ausgestaltet war, nicht mehr zeitgemäß. Weil das keine Sache allein des Bundes ist, machen wir uns gemeinsam mit allen 16 Landesministerinnen und Landesministern Gedanken. Ich sage aber auch ganz offen: Sie kennen die Haushaltslage. Hinter die Aussage, dass wir in der nächsten Zeit viele neue Bund-Länder-Vereinbarungen treffen können, mache ich mehr als ein großes Fragezeichen. Beifall: Union (einzelne Abg.)Beifall: Maja Wallstein (SPD)
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Frau Ministerin Bär, welche konkreten Schwerpunkte setzt Ihr Haus in der KI-Sicherheitsforschung, um Risiken durch zunehmende Autonomie, missbräuchliche Nutzung und gesellschaftliche Folgen leistungsfähiger und immer stärker werdender KI frühzeitig zu erkennen und wirksam zu begrenzen?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Alles, was mit dem Thema KI zu tun hat, mit künstlicher Intelligenz, machen wir gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern, ganz besonders mit dem Digitalministerium. Wir sehen natürlich im Rahmen der Hightech Agenda die künstliche Intelligenz als Themenschwerpunkt Nummer eins und werden das im Rahmen einzelner Programme auch fortführen. Der Schwerpunkt unserer Arbeit im Forschungsbereich liegt sehr stark darauf, KI …
Alles, was mit dem Thema KI zu tun hat, mit künstlicher Intelligenz, machen wir gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern, ganz besonders mit dem Digitalministerium. Wir sehen natürlich im Rahmen der Hightech Agenda die künstliche Intelligenz als Themenschwerpunkt Nummer eins und werden das im Rahmen einzelner Programme auch fortführen. Der Schwerpunkt unserer Arbeit im Forschungsbereich liegt sehr stark darauf, KI positiv zu nutzen, mit KI neue Wertschöpfung zu generieren und mit unserer KI-Roadmap dafür zu sorgen, dass wir wieder Wachstum, Wertschöpfung und vor allem auch Souveränität und Sicherheit in unserem Land haben. Und das kann mit und auch dank künstlicher Intelligenz vorangetrieben werden. Beifall: Union (einzelne Abg.)
Gut, das war zwar keine Ja/Nein-Frage, wurde aber trotzdem nicht beantwortet; vielleicht aber die Nachfrage. Frau Ministerin, bei britischen Sicherheitstests mit gelockerten Schutzvorkehrungen haben KI-Agenten eigenmächtig versucht, schädlichen Programmcode in öffentlich genutzte Software einzuschleusen. Wer eine KI fördert, die selbstständig handelt – und das tut auch Ihr Haus –, muss auch dafür sorgen, dass Menschen sie zuverlässig stoppen können. Welche …
Gut, das war zwar keine Ja/Nein-Frage, wurde aber trotzdem nicht beantwortet; vielleicht aber die Nachfrage. Frau Ministerin, bei britischen Sicherheitstests mit gelockerten Schutzvorkehrungen haben KI-Agenten eigenmächtig versucht, schädlichen Programmcode in öffentlich genutzte Software einzuschleusen. Wer eine KI fördert, die selbstständig handelt – und das tut auch Ihr Haus –, muss auch dafür sorgen, dass Menschen sie zuverlässig stoppen können. Welche überprüfbaren Anforderungen an die Eingriffs- und Abschaltbarkeit verlangen Sie deshalb bei den KI-Projekten in Ihrem Haus oder in Ihren beiden Häusern, wenn Sie zusammenarbeiten? Beifall: Andreas Paul (AfD)
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Können Sie mir die Programme noch mal nennen, auf die Sie sich konkret beziehen? ↳ Stefan Schröder (AfD): »Ich darf leider keinen Dialog führen!« – Okay. Dann können Sie mir die ja noch mal schriftlich einreichen; denn ich weiß gar nicht, über welche Programme Sie konkret sprechen. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Frau Ministerin, im Zuge des Wettrennens rund um die leistungsfähigste KI setzen insbesondere die US-amerikanischen Unternehmen inzwischen auf sich selbst verbessernde KI innerhalb ihres Trainings, auf RSI. Für mich ist das eine klare rote Linie, die dabei überschritten wird. Würden Sie das auch so bewerten?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Ich glaube, dass wir insgesamt im ganzen Bereich der künstlichen Intelligenz in einem sehr großen Spannungsfeld sind. Auf der einen Seite heißt es: „Wir haben den Zug längst verpasst, der ist komplett abgefahren“, auf der anderen Seite werden extreme Horrorszenarien an die Wand geworfen, um – und das finde ich nicht redlich – die Menschen zu verunsichern. Wenn man sich …
Ich glaube, dass wir insgesamt im ganzen Bereich der künstlichen Intelligenz in einem sehr großen Spannungsfeld sind. Auf der einen Seite heißt es: „Wir haben den Zug längst verpasst, der ist komplett abgefahren“, auf der anderen Seite werden extreme Horrorszenarien an die Wand geworfen, um – und das finde ich nicht redlich – die Menschen zu verunsichern. Wenn man sich anschaut, von wem genau diese Warnungen kommen, stellt man fest, dass sie von ganz wenigen kommen, unter anderem von Techmilliardären, die vielleicht auch anderes im Sinne haben, ↳ Stephan Brandner (AfD) beispielsweise den Anstieg eines Aktienkurses. Da muss man sicherlich noch mal ganz genau hinschauen. Ich persönlich habe in meinem Haus einen Schwerpunkt bei einem der Themen, die der Minister gerade angesprochen hat, nämlich im Bereich der Gesundheitsforschung. Dabei geht es darum, künstliche Intelligenz einzusetzen, damit sie hilft, dass wir nicht nur älter werden, sondern auch nicht multimorbid älter werden. Und da kann uns die KI sehr viele Möglichkeiten eröffnen, beispielsweise in der Medikamentenforschung oder auch in der Radiologie und in anderen Bereichen. Deswegen wäre es mir ein Ansinnen, dass wir, wenn wir an der künstlichen Intelligenz forschen, eher den positiven Aspekt in den Mittelpunkt stellen. Beifall: Union
So, ich darf bei den Nachfragen noch mal darum bitten: 30 Sekunden Frage und 30 Sekunden Antwort. ↳ Rebecca Lenhard (Grüne): »Und Antwort!« – Das habe ich ja gerade schon ganz vorsichtig gesagt, genau. Der nächste Fragesteller ist Joachim Ebmeyer.
Sehr geehrte Frau Ministerin, KI-Sicherheitsforschung betrifft mehrere Häuser, insbesondere Ihr Haus, das BMFTR, auch mit Blick auf die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen und Rechenleistung. Unter anderem soll die Rechenzentrumsstrategie dazu einen Beitrag leisten, vor allen Dingen aber die AI-Gigafactorys auf der europäischen Ebene. Welchen Beitrag leisten aus Ihrer Sicht diese Gigafactorys, um die Grundlage dafür zu schaffen, dass wir souverän …
Sehr geehrte Frau Ministerin, KI-Sicherheitsforschung betrifft mehrere Häuser, insbesondere Ihr Haus, das BMFTR, auch mit Blick auf die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen und Rechenleistung. Unter anderem soll die Rechenzentrumsstrategie dazu einen Beitrag leisten, vor allen Dingen aber die AI-Gigafactorys auf der europäischen Ebene. Welchen Beitrag leisten aus Ihrer Sicht diese Gigafactorys, um die Grundlage dafür zu schaffen, dass wir souverän und sicher in der KI-Forschung dabei sein können? Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Ich verrate jetzt kein Geheimnis, wenn ich sage, dass wir uns gewünscht hätten – auch in Absprache mit dem BMDS –, da etwas schneller voranzukommen. Die Bundesregierung hat da tatsächlich ihre Hausaufgaben gemacht. Wir haben sehr schnell das Geld in den Haushalt eingestellt, um mindestens eine AI-Gigafactory nach Deutschland zu holen. Wir haben gemeinsam mit den Ländern, aber auch gemeinsam …
Ich verrate jetzt kein Geheimnis, wenn ich sage, dass wir uns gewünscht hätten – auch in Absprache mit dem BMDS –, da etwas schneller voranzukommen. Die Bundesregierung hat da tatsächlich ihre Hausaufgaben gemacht. Wir haben sehr schnell das Geld in den Haushalt eingestellt, um mindestens eine AI-Gigafactory nach Deutschland zu holen. Wir haben gemeinsam mit den Ländern, aber auch gemeinsam mit den Konsortien dafür gesorgt, dass wir eine ausreichende Zahl an Bewerbungen aus Deutschland haben. Und jetzt wäre es schön, wenn das seitens der EU-Kommission an der einen oder anderen Stelle noch etwas beschleunigt werden würde, damit wir da tatsächlich schnell mit dem Aufbau in Deutschland beginnen können. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Ministerin Bär, im Forschungsausschuss gab es – das wurde ja eben schon gesagt – ein öffentliches Fachgespräch gerade zu dem Thema „Autonome KI-Agenten“. Und der Kollege Schröder hat es eben gesagt: In England gab es genau diese Warnsignale, dass sich die KI-Agenten verselbstständigen. Wir alle wollen die Vorteile von KI haben, aber wir wollen nicht, dass …
Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Ministerin Bär, im Forschungsausschuss gab es – das wurde ja eben schon gesagt – ein öffentliches Fachgespräch gerade zu dem Thema „Autonome KI-Agenten“. Und der Kollege Schröder hat es eben gesagt: In England gab es genau diese Warnsignale, dass sich die KI-Agenten verselbstständigen. Wir alle wollen die Vorteile von KI haben, aber wir wollen nicht, dass uns das entgleitet. Deshalb die Frage: Welche Forschungsprojekte fördert Ihr Ministerium derzeit, die sich mit genau dem Thema befassen, was da passieren kann? Und bis wann wollen Sie selbst, wenn Sie das Thema überhaupt für wichtig halten, hier Ergebnisse vorlegen – zu unser aller Sicherheit?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Selbstverständlich ist das Thema wichtig. Aber ich sage noch mal: Das ist ein ganz großes Spannungsfeld. Auf der einen Seite gilt es, die KI nicht so zu verteufeln bzw. hier den Teufel an die Wand zu malen oder sie die ganze Zeit negativ zu besetzen. Auf der anderen Seite wollen wir selbstverständlich auch, dass die KI positiv genutzt werden kann. …
Selbstverständlich ist das Thema wichtig. Aber ich sage noch mal: Das ist ein ganz großes Spannungsfeld. Auf der einen Seite gilt es, die KI nicht so zu verteufeln bzw. hier den Teufel an die Wand zu malen oder sie die ganze Zeit negativ zu besetzen. Auf der anderen Seite wollen wir selbstverständlich auch, dass die KI positiv genutzt werden kann. Deswegen machen wir uns gemeinsam in der Bundesregierung auch Gedanken darüber. Wir sind immer mehr oder weniger damit konfrontiert, dass das alles nicht schnell genug geht. Aber mir ist es auch ganz wichtig, von dieser Stelle aus den Menschen im Land noch mal deutlich zu machen, dass die Menschheit morgen nicht ausgerottet wird, so wie es der ein oder andere immer versucht zu suggerieren. Wir sind momentan, wie es auch am Anfang des Internets war, noch in einem – –
Sehr geehrte Frau Ministerin, wenn hier – wie ich finde, auch in übertriebenem Maße – ausschließlich auf die Gefahren von künstlicher Intelligenz eingegangen wird, dann sollten wir vielleicht mal versuchen, den Blick auf die Chancen zu richten. Da es hier um amerikanische und chinesische KI-Modelle gegangen ist, interessiert mich natürlich aus Souveränitätsaspekten heraus: Wie bewerten Sie denn beispielsweise die neue …
Sehr geehrte Frau Ministerin, wenn hier – wie ich finde, auch in übertriebenem Maße – ausschließlich auf die Gefahren von künstlicher Intelligenz eingegangen wird, dann sollten wir vielleicht mal versuchen, den Blick auf die Chancen zu richten. Da es hier um amerikanische und chinesische KI-Modelle gegangen ist, interessiert mich natürlich aus Souveränitätsaspekten heraus: Wie bewerten Sie denn beispielsweise die neue Finanzierungsrunde von Mistral AI? Wie bewerten Sie das, was bei Aleph Alpha und Cohere auch vonseiten der Bundesregierung unternommen wird, um europäische Souveränität und Sicherheit im KI-Bereich voranzustellen?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Da müssen wir natürlich erst mal Karsten Wildberger ein ganz herzliches Dankeschön sagen und ihn beglückwünschen. Er hat sich sehr stark dafür eingesetzt, weil er genauso wie ich der Meinung ist, dass das Wettrennen noch lange nicht verloren ist und dass wir gerade ganz neue Geschäftsmodelle in diesem Bereich für unser Land erschließen können. Es ist auch seiner Hartnäckigkeit und …
Da müssen wir natürlich erst mal Karsten Wildberger ein ganz herzliches Dankeschön sagen und ihn beglückwünschen. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.) Er hat sich sehr stark dafür eingesetzt, weil er genauso wie ich der Meinung ist, dass das Wettrennen noch lange nicht verloren ist und dass wir gerade ganz neue Geschäftsmodelle in diesem Bereich für unser Land erschließen können. Es ist auch seiner Hartnäckigkeit und seinen vielen Reisen, die er verstärkt nach Kanada unternommen hat, zu verdanken, dass wir jetzt an der Stelle sind, an der wir sind. Also: Auch von deinem Nachbarhaus vielen Dank, lieber Karsten! Beifall: UnionBeifall: SPD
Verehrte Frau Bundesministerin Bär, Sie hatten in Ihrem Eingangsstatement schon darauf verwiesen, dass sich die Koalition in der Forschungs- und Innovationspolitik vorgenommen hat, einen klaren Schwerpunkt auf Schlüsseltechnologien, insbesondere auf sechs zentrale und strategische Forschungsfelder, zu setzen. Unser gemeinsames Ziel ist ganz klar: die Förderung neuer Innovationen, damit neues Wachstum entsteht und damit auch eine Sicherung des Wohlstands und gesellschaftlicher …
Verehrte Frau Bundesministerin Bär, Sie hatten in Ihrem Eingangsstatement schon darauf verwiesen, dass sich die Koalition in der Forschungs- und Innovationspolitik vorgenommen hat, einen klaren Schwerpunkt auf Schlüsseltechnologien, insbesondere auf sechs zentrale und strategische Forschungsfelder, zu setzen. Unser gemeinsames Ziel ist ganz klar: die Förderung neuer Innovationen, damit neues Wachstum entsteht und damit auch eine Sicherung des Wohlstands und gesellschaftlicher Fortschritt erreicht werden kann. Wenn ich das so sagen darf: Die Bundesregierung hat nach vier Monaten die Strategie beschlossen, dann in einem breiten Shareholder-Dialog mit den Partnern gesprochen und schon nach einem Jahr mit den Roadmaps ganz konkrete Maßnahmen getroffen. Vor diesem Hintergrund stelle ich die Frage: Frau Bundesministerin, welchen Beitrag leistet aus Ihrer Sicht die Hightech Agenda Deutschland für größere Souveränität und für eine weniger starke Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen, also sprich: dem Schwanken der Preise und der Verfügbarkeit von fossilen Rohstoffen?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank, Herr Kollege Mann. Ich wollte Sie in meinem Eingangsstatement sogar erwähnen, aber leider war die Zeit zu kurz. Ich wollte Sie auch für die letzte Debatte loben. Beim Thema „Hightech Agenda“ ist es so: Nach den Roadmaps ist vor den Roadmaps. Wir wollen natürlich dafür sorgen, dass wir – neben den sechs, die wir haben – mit einer …
Vielen Dank, Herr Kollege Mann. Ich wollte Sie in meinem Eingangsstatement sogar erwähnen, aber leider war die Zeit zu kurz. Ich wollte Sie auch für die letzte Debatte loben. Beim Thema „Hightech Agenda“ ist es so: Nach den Roadmaps ist vor den Roadmaps. Wir wollen natürlich dafür sorgen, dass wir – neben den sechs, die wir haben – mit einer neuen Roadmap für klimaneutrale Energie oder klimaneutrale Mobilität, was Sie besonders hervorheben, und auch mit einer KI-Roadmap für die Robotik einen Schritt weitergehen. Und unter Federführung des Wirtschaftsministeriums – herzlichen Dank an Katherina Reiche – entwerfen wir gemeinsam eine neue Roadmap zum Wasserstoff. Wir wollen da nicht stehen bleiben und nicht nur damit Wachstum, Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit erreichen, sondern wir wollen zukünftig neben der Sicherheit und der Souveränität auch noch stärker auf Nachhaltigkeit setzen. Beifall: Union (einzelne Abg.)Beifall: SPD (einzelne Abg.)
Vielen Dank. – Frau Ministerin, Herr Kollege Ebmeyer hat dankenswerterweise schon die AI-Gigafactorys angesprochen, die ja zentral sind für die Entwicklung und Erprobung eigener Modelle – vielleicht nicht bei Basismodellen, aber zumindest bei spezifischen Anwendungen im Sinne einer, ich sage mal: sektoralen Industriepolitik. Nun warten wir darauf, dass die EU hier vorankommt. Aber können Sie uns dennoch einen Stand bezüglich …
Vielen Dank. – Frau Ministerin, Herr Kollege Ebmeyer hat dankenswerterweise schon die AI-Gigafactorys angesprochen, die ja zentral sind für die Entwicklung und Erprobung eigener Modelle – vielleicht nicht bei Basismodellen, aber zumindest bei spezifischen Anwendungen im Sinne einer, ich sage mal: sektoralen Industriepolitik. Nun warten wir darauf, dass die EU hier vorankommt. Aber können Sie uns dennoch einen Stand bezüglich der Einwerbung dieser Gigafactorys mitteilen? Wir würden uns freuen.
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Ich kenne natürlich nicht die Bewerbungen aus den anderen Ländern, sondern nur die aus dem eigenen Land. Aber ich würde aus meiner Sicht schon sagen, dass wir sehr gute Chancen auf eine AI-Gigafactory in Deutschland haben, weil die Unternehmen, mit denen wir im Austausch sind, ein ernsthaftes Interesse haben, dazu beizutragen, dass wir das Ganze hinbekommen. Es ist jetzt natürlich …
Ich kenne natürlich nicht die Bewerbungen aus den anderen Ländern, sondern nur die aus dem eigenen Land. Aber ich würde aus meiner Sicht schon sagen, dass wir sehr gute Chancen auf eine AI-Gigafactory in Deutschland haben, weil die Unternehmen, mit denen wir im Austausch sind, ein ernsthaftes Interesse haben, dazu beizutragen, dass wir das Ganze hinbekommen. Es ist jetzt natürlich schwierig, etwas Genaues dazu zu sagen, weil ich nicht weiß, wie es in anderen Ländern ausschaut, aber Deutschland steht im europäischen Vergleich nach dem, was man sieht, was man hört, sehr gut da. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Wir haben vier Nachfragen notiert: von Herrn Dr. Schmidt, Frau Dr. Lübcke, Herrn Kneller und Herrn Albani. Nur dass sich alle darauf einstellen können. – Wir fangen mit Herrn Dr. Paul Schmidt an.
Sehr geehrte Frau Ministerin Bär, jetzt sind wir bei der Hightech Agenda. Eine der sechs Schlüsseltechnologien ist die Kernfusion. Ich muss noch mal fragen: Wenn wir wirklich den ersten Reaktor hier haben wollen, dann brauchen wir auch Daten zu schnellen Neutronen; denn aus der Kernspaltung haben wir nur langsame Neutronen. Wir brauchen Richtlinien für den Strahlenschutz; dazu müssen wir Untersuchungen …
Sehr geehrte Frau Ministerin Bär, jetzt sind wir bei der Hightech Agenda. Eine der sechs Schlüsseltechnologien ist die Kernfusion. Ich muss noch mal fragen: Wenn wir wirklich den ersten Reaktor hier haben wollen, dann brauchen wir auch Daten zu schnellen Neutronen; denn aus der Kernspaltung haben wir nur langsame Neutronen. Wir brauchen Richtlinien für den Strahlenschutz; dazu müssen wir Untersuchungen anstellen, wir brauchen dazu ein Forschungsprogramm. Wie viel Geld haben Sie dafür vorgesehen? – Danke.
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Bei den Fördergeldern plant die Bundesregierung, bis zum Ende der Legislatur rund 2,4 Milliarden Euro für die Fusion auszugeben, also für die Industrie, für die Start-ups und für die Wissenschaft. Aber wir werben dafür, dass das auch über diese Legislaturperiode hinausgeht. Über die nächsten zehn Jahre werden es dann insgesamt 9 Milliarden Euro sein. Wir legen jetzt also den Grundstein, …
Bei den Fördergeldern plant die Bundesregierung, bis zum Ende der Legislatur rund 2,4 Milliarden Euro für die Fusion auszugeben, also für die Industrie, für die Start-ups und für die Wissenschaft. Aber wir werben dafür, dass das auch über diese Legislaturperiode hinausgeht. Über die nächsten zehn Jahre werden es dann insgesamt 9 Milliarden Euro sein. Wir legen jetzt also den Grundstein, um Deutschland wirklich zum führenden Innovationsstandort für Fusionstechnologien zu machen. Wir haben den Aktionsplan vorgestellt, wir haben neue Förderinitiativen von explorativen Ansätzen bis hin zu Basistechnologien – da läuft im Moment noch das Auswahlverfahren –, wir haben die Technologie-Roadmaps veröffentlicht, und wir haben, wie ich vorhin schon erwähnt habe, den Aufbau der drei unterschiedlichen Fusions-Hubs bekannt gegeben. Und wir sind hinsichtlich der rechtlichen Fragestellungen im Austausch mit dem BMUKN. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Vielen Dank. – Frau Ministerin, eine der Schlüsseltechnologien ist die Biotechnologie. Das Ziel der Hightech Agenda ist ja, Wertschöpfung im eigenen Land zu generieren, aus klugen Ideen Produkte zu machen. Jetzt war im Sommer zu hören, dass ausgerechnet dann, wenn es in die Skalierung geht, Deutschland aus dem IPCEI aussteigt. Haben Sie dazu neue Erkenntnisse?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank, dass Sie mir die Möglichkeit geben, darauf zu antworten. – Die Berichte stimmen nämlich zum Glück nicht. Ganz im Gegenteil: Wir werden jetzt mit vereinten Kräften beim IPCEI sogar verstärkt weitermachen, und zwar nicht nur das Wirtschaftsministerium, sondern wir gemeinsam. Wir, Katherina Reiche und ich, haben da den Schulterschluss vollzogen, und werden die Finanzierung des IPCEI auf zwei …
Vielen Dank, dass Sie mir die Möglichkeit geben, darauf zu antworten. – Die Berichte stimmen nämlich zum Glück nicht. Ganz im Gegenteil: Wir werden jetzt mit vereinten Kräften beim IPCEI sogar verstärkt weitermachen, und zwar nicht nur das Wirtschaftsministerium, sondern wir gemeinsam. Wir, Katherina Reiche und ich, haben da den Schulterschluss vollzogen, und werden die Finanzierung des IPCEI auf zwei Säulen stellen. Mit zwei Säulen meine ich: aus zwei Haushalten – BMWE und BMFTR. Es geht selbstverständlich weiter, weil die Biotechnologie für mich eine der wirklich maßgeblichen Schlüsseltechnologien der Hightech Agenda ist. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)Beifall: Dr. Andrea Lübcke (Grüne)
Sehr geehrte Frau Ministerin, all diese Technologien haben ja eins gemeinsam: Sie sind sehr energieintensiv. Wir erleben jetzt parallel im Verkehrssektor den Hochlauf von E-Lkws und E-Autos. Auch im Gebäudesektor wird der Strombedarf individualisiert und dadurch ausgeweitet. Ihre eigene Bundesnetzagentur, aber auch führende Wirtschaftsinstitute gehen von einer hohen Importabhängigkeit bis zum Jahr 2035 aus. Es ist sogar die Rede von …
Sehr geehrte Frau Ministerin, all diese Technologien haben ja eins gemeinsam: Sie sind sehr energieintensiv. Wir erleben jetzt parallel im Verkehrssektor den Hochlauf von E-Lkws und E-Autos. Auch im Gebäudesektor wird der Strombedarf individualisiert und dadurch ausgeweitet. Ihre eigene Bundesnetzagentur, aber auch führende Wirtschaftsinstitute gehen von einer hohen Importabhängigkeit bis zum Jahr 2035 aus. Es ist sogar die Rede von Engpässen im Bereich Energie. Was sagen Sie ausländischen Unternehmen, die Sie hier in Deutschland ansiedeln wollen? Wie wollen Sie dafür sorgen, dass die Stromversorgung sicher und bezahlbar bleibt?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Also, ich darf zwar nicht aus dem Kabinett zitieren, würde jetzt aber mal eine Ausnahme machen. Meine Kollegin Katherina Reiche gibt fast jede Woche einen sehr positiven Bericht dazu ab. Deswegen vertraue ich voll und ganz meiner Kollegin, dass wir das auch in den nächsten Jahren gut hinbekommen werden. Gleichzeitig ist es aber auch ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung, dass …
Also, ich darf zwar nicht aus dem Kabinett zitieren, würde jetzt aber mal eine Ausnahme machen. Meine Kollegin Katherina Reiche gibt fast jede Woche einen sehr positiven Bericht dazu ab. Deswegen vertraue ich voll und ganz meiner Kollegin, dass wir das auch in den nächsten Jahren gut hinbekommen werden. Gleichzeitig ist es aber auch ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung, dass wir uns – wie auch schon in der Vergangenheit – besonders um die energieintensiven Unternehmen kümmern. Warum? Denn würden wir das nicht tun, wäre es möglich, dass Unternehmen ins Ausland abwandern, und das wäre nicht gerade positiv. Also: Wir haben das auf dem Schirm. Auch wenn die Federführung nicht bei mir im Haus liegt, kann ich Sie an dieser Stelle dennoch beruhigen. Beifall: UnionBeifall: Marja-Liisa Völlers (SPD)
Herzlichen Dank. – Zur Sache. Wir haben schon über die Hightech Agenda, über Schlüsseltechnologien und dergleichen mehr gesprochen. Ich gebe zu, ich bin wie viele andere in Deutschland ein Fan dieses Bereichs. Die Roadmaps der Hightech Agenda werden uns thematisch und strukturell deutlich nach vorne bringen. Am Ende wird aber entscheidend sein: Wie bringen wir die Kraft auf die Straße, …
Herzlichen Dank. – Zur Sache. Wir haben schon über die Hightech Agenda, über Schlüsseltechnologien und dergleichen mehr gesprochen. Ich gebe zu, ich bin wie viele andere in Deutschland ein Fan dieses Bereichs. Die Roadmaps der Hightech Agenda werden uns thematisch und strukturell deutlich nach vorne bringen. Am Ende wird aber entscheidend sein: Wie bringen wir die Kraft auf die Straße, nicht auf die physische Straße, sondern im übertragenen Sinn in die entsprechende Umsetzung und in den Transfer? Was tut Ihr Haus dafür, dass hier die gesamte Entwicklungslinie sozusagen komplettiert wird?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Vielen herzlichen Dank, Herr Kollege Albani. – Es ist ja so, dass unsere Maßnahmen nicht singulär nebeneinanderstehen, sondern sie greifen ineinander. Die Hightech Agenda greift in das 1000-Köpfe-Plus-Programm. Genauso greift die Hightech Agenda auch in unser neues Programm F.A.S.T., bei dem es um die Forschung, die Anwendung, die Skalierung und dann um den Transfer geht. Dasselbe gilt für Hightech Spaces. …
Vielen herzlichen Dank, Herr Kollege Albani. – Es ist ja so, dass unsere Maßnahmen nicht singulär nebeneinanderstehen, sondern sie greifen ineinander. Die Hightech Agenda greift in das 1000-Köpfe-Plus-Programm. Genauso greift die Hightech Agenda auch in unser neues Programm F.A.S.T., bei dem es um die Forschung, die Anwendung, die Skalierung und dann um den Transfer geht. Dasselbe gilt für Hightech Spaces. Eins bedingt das andere. Wir machen bei der Hightech Agenda natürlich im gleichen Tempo weiter. Es wird noch mal ein großer Hightechgipfel im Frühjahr nächsten Jahres stattfinden, wahrscheinlich im April. Dort wollen wir dann die überarbeiteten Roadmaps vorstellen, sozusagen die Roadmaps 2.0. Das sind ja lebendige Papiere, an denen immer weitergeforscht und weitergearbeitet wird. Zu den jetzt schon bestehenden sechs Roadmaps kommen noch zwei neue dazu. So geht es immer weiter, und das in einem sehr hohen Tempo. Beifall: Union (einzelne Abg.)Beifall: SPD (einzelne Abg.)
Soziale Medien machen abhängig, sind schlecht für die Gesundheit, verbreiten Desinformationen. Deswegen gab es in den USA ganz viele Gerichtsverfahren. Meta zum Beispiel wurde dazu verurteilt, bessere soziale Netze zur Verfügung zu stellen. Ihre Kollegin Frau Prien hat im Kabinett gerade Eckpunkte zu diesem Thema vorgestellt. Ich frage Sie, Herr Wildberger: Was wollen Sie konkret dafür tun, dass es bessere …
Soziale Medien machen abhängig, sind schlecht für die Gesundheit, verbreiten Desinformationen. Deswegen gab es in den USA ganz viele Gerichtsverfahren. Meta zum Beispiel wurde dazu verurteilt, bessere soziale Netze zur Verfügung zu stellen. Ihre Kollegin Frau Prien hat im Kabinett gerade Eckpunkte zu diesem Thema vorgestellt. Ich frage Sie, Herr Wildberger: Was wollen Sie konkret dafür tun, dass es bessere Netze hier in Deutschland gibt? Wie fördern Sie zum Beispiel das offene soziale Netz, damit wir hier Alternativen zu den Algorithmen der Big-Tech-Konzerne haben? Beifall: Grüne
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Abgeordnete, danke für die Frage. – Wir arbeiten bei all diesen Themen sehr eng mit Frau Karin Prien zusammen, aber auch auf europäischer Ebene. Was tun wir ganz konkret? Eine Reihe von Dingen, erstens natürlich Dinge technischer Art: Safety by Design. Was müssen Plattformen machen? Was ist das beste Design? Wir sind auch im internationalen Austausch zu …
Sehr geehrte Frau Abgeordnete, danke für die Frage. – Wir arbeiten bei all diesen Themen sehr eng mit Frau Karin Prien zusammen, aber auch auf europäischer Ebene. Was tun wir ganz konkret? Eine Reihe von Dingen, erstens natürlich Dinge technischer Art: Safety by Design. Was müssen Plattformen machen? Was ist das beste Design? Wir sind auch im internationalen Austausch zu der Frage: Wie geht das? Perspektivisch wird möglicherweise auch der digitalen Brieftasche eine Bedeutung zukommen, womit ich mich verifizieren kann. Mir ist besonders wichtig, dass das sehr datensparsam ist und sich für die Nutzerinnen und Nutzer nicht störend auswirkt. Ein weiterer ganz wichtiger Baustein ist – dazu sind wir im engen Austausch –: Wie kriegen wir Plattformen, die wir in Europa haben, unter anderem Mastodon, besser skaliert? Wir haben jetzt erste Ansätze, die wir auch in anderen Bereichen nutzen wollen. Das wird sicherlich auch einer der Schwerpunkte unserer Arbeit in den kommenden Monaten sein.
Ja. – Sie sprachen gerade die Identifikationstechniken an. Gerade das Konzept von Frau Prien setzt sehr auf die d-you-Wallet und geht davon aus, dass dies schon im nächsten Jahr möglich sein wird. Wann genau im nächsten Jahr wird die d-you-Wallet in der Lage sein, datensparsam ein Altersmerkmal zu senden, um so die Altersgrenze, die Frau Prien durchsetzen möchte, umzusetzen?
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Wir werden diese digitale Brieftasche Anfang nächsten Jahres an den Start bringen. Das wird der Beginn eines digitalen Ökosystems sein, das Verbesserungen in digitalen Anwendungsfällen ermöglicht und das Leben der Menschen im Land erleichtert. Das wird ein Prozess sein. Es wäre jetzt sehr unseriös von mir, hier einen Termin zu nennen. Denn es ist nicht nur wichtig, dass das technisch …
Wir werden diese digitale Brieftasche Anfang nächsten Jahres an den Start bringen. Das wird der Beginn eines digitalen Ökosystems sein, das Verbesserungen in digitalen Anwendungsfällen ermöglicht und das Leben der Menschen im Land erleichtert. Das wird ein Prozess sein. Es wäre jetzt sehr unseriös von mir, hier einen Termin zu nennen. Denn es ist nicht nur wichtig, dass das technisch geht; daran muss sich gegebenenfalls ein Prozess anschließen. Denn die Menschen, die das dann nutzen, die Jugendlichen, haben ja keine Lust, sich permanent zu identifizieren. Das heißt, ich kann jetzt noch nicht absehen, wie die technische Lösung aussieht; denn davon wird das abhängen. Aber natürlich werden wir, sobald das klar ist, entsprechend Tempo machen. Beifall: Union (einzelne Abg.)Beifall: SPD (einzelne Abg.)
Herr Bundesminister Wildberger, wir haben gerade unter anderem über Sicherheit von Kommunikation und Verifizierung geredet. Im Zusammenhang mit den Angriffen der Ukraine auf die Server von Yandex haben wir Berichte gehört über ein damit einhergehendes auffälliges Abschwächen von digitalen Angriffen durch sogenannte Bot-Maschinen oder Bot-Fabriken. Gibt es schon eine Einschätzung der Bundesregierung zu diesen Vorgängen? Es wird von Traffic-Einbrüchen in …
Herr Bundesminister Wildberger, wir haben gerade unter anderem über Sicherheit von Kommunikation und Verifizierung geredet. Im Zusammenhang mit den Angriffen der Ukraine auf die Server von Yandex haben wir Berichte gehört über ein damit einhergehendes auffälliges Abschwächen von digitalen Angriffen durch sogenannte Bot-Maschinen oder Bot-Fabriken. Gibt es schon eine Einschätzung der Bundesregierung zu diesen Vorgängen? Es wird von Traffic-Einbrüchen in Netzwerken von bis zu 40 Prozent berichtet und deutlich weniger Verbreitung von Hass und Hetze.
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank für diese Nachfrage. – Das ist Gegenstand entsprechender Untersuchungen. Ich kann hier noch nicht mit einer kompletten Analyse aufwarten. Ich will aber betonen, dass es viele Projekte und Vorhaben gibt, wo wir prüfen: Wie kann man diese Flut von Angriffen, Desinformationen, Bots etc. unterbinden? Dafür gibt es verschiedene technische Lösungen. Dazu sind wir auch international im Austausch. Ich …
Vielen Dank für diese Nachfrage. – Das ist Gegenstand entsprechender Untersuchungen. Ich kann hier noch nicht mit einer kompletten Analyse aufwarten. Ich will aber betonen, dass es viele Projekte und Vorhaben gibt, wo wir prüfen: Wie kann man diese Flut von Angriffen, Desinformationen, Bots etc. unterbinden? Dafür gibt es verschiedene technische Lösungen. Dazu sind wir auch international im Austausch. Ich glaube, wir müssen noch schneller werden und gute, im Ausland erprobte Methoden hier einsetzen. Deshalb sind Partnerschaften so wichtig, gerade auch mit der Ukraine. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Sehr geehrter Herr Minister, wie alles ist auch Social Media Fluch und Segen. Ein Fluch ist bestimmt, dass seit studiVZ in diesem Bereich in Deutschland überhaupt nichts mehr passiert ist. Wie können wir Sie unterstützen? Was können Sie als Ministerium tun, damit die Europäische Union und Deutschland beim Thema „Social Media“ wieder eine Rolle spielen und dies nicht nur den …
Sehr geehrter Herr Minister, wie alles ist auch Social Media Fluch und Segen. Ein Fluch ist bestimmt, dass seit studiVZ in diesem Bereich in Deutschland überhaupt nichts mehr passiert ist. Wie können wir Sie unterstützen? Was können Sie als Ministerium tun, damit die Europäische Union und Deutschland beim Thema „Social Media“ wieder eine Rolle spielen und dies nicht nur den USA und den Chinesen überlassen? – Herzlichen Dank.
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Sehr geehrter Abgeordneter, ich bin sehr dankbar für diese Frage. Die erste Botschaft ist: Jede einzelne Nutzerin und jeder einzelne Nutzer hat die Freiheit, selbst eine Entscheidung zu treffen. Das ist eine Einladung, die Plattformen, die wir in Europa haben – Mastodon ist eine davon, es gibt noch andere –, zu nutzen. Das liegt in unserer Entscheidungshoheit. Diese Freiheit haben …
Sehr geehrter Abgeordneter, ich bin sehr dankbar für diese Frage. Die erste Botschaft ist: Jede einzelne Nutzerin und jeder einzelne Nutzer hat die Freiheit, selbst eine Entscheidung zu treffen. Das ist eine Einladung, die Plattformen, die wir in Europa haben – Mastodon ist eine davon, es gibt noch andere –, zu nutzen. Beifall: Maja Wallstein (SPD) Das liegt in unserer Entscheidungshoheit. Diese Freiheit haben wir zum Glück. Gleichzeitig müssen wir diese Lösungen unterstützen und dafür sorgen, dass sie noch leistungsfähiger werden und sich auch das Nutzererlebnis weiter verbessert. Aber: Wir haben die freie Wahlmöglichkeit. Davon würde ich mir noch mehr wünschen. Beifall: Union (einzelne Abg.)Beifall: SPD (einzelne Abg.)
Frau Präsidentin, ganz herzlichen Dank. – Ich möchte noch mal auf die Hightech Agenda zurückkommen. Meine Frage richtet sich an die Bundesforschungsministerin. Frau Ministerin, die Hightech Agenda steht vor allem für Tempo – Tempo bei entsprechenden Kabinettsbeschlüssen, bei Stakeholder-Dialogen, bei vielen Staats- und Flagship-Maßnahmen. Wie stellen Sie sicher, dass wir dieses hohe Tempo zwischen Bundesregierung auf der einen Seite und …
Frau Präsidentin, ganz herzlichen Dank. – Ich möchte noch mal auf die Hightech Agenda zurückkommen. Meine Frage richtet sich an die Bundesforschungsministerin. Frau Ministerin, die Hightech Agenda steht vor allem für Tempo – Tempo bei entsprechenden Kabinettsbeschlüssen, bei Stakeholder-Dialogen, bei vielen Staats- und Flagship-Maßnahmen. Wie stellen Sie sicher, dass wir dieses hohe Tempo zwischen Bundesregierung auf der einen Seite und Parlament auf der anderen Seite halten können?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Herr Kollege, herzlichen Dank. – Seitdem wir am 20. Mai die Roadmaps veröffentlicht haben, setzen wir Maßnahme für Maßnahme und Meilenstein für Meilenstein um. Wir wollen nicht, dass es ein reines Strategiepapier ist, sondern tatsächlich ein Fahrplan mit klaren Wegmarken für eine klare Umsetzung. Für die Umsetzung rollen wir einerseits unsere Investitionen sukzessive weiter aus. Gleichzeitig werben wir intensiv um …
Herr Kollege, herzlichen Dank. – Seitdem wir am 20. Mai die Roadmaps veröffentlicht haben, setzen wir Maßnahme für Maßnahme und Meilenstein für Meilenstein um. Wir wollen nicht, dass es ein reines Strategiepapier ist, sondern tatsächlich ein Fahrplan mit klaren Wegmarken für eine klare Umsetzung. Für die Umsetzung rollen wir einerseits unsere Investitionen sukzessive weiter aus. Gleichzeitig werben wir intensiv um weitere starke Umsetzungspartner. Ich habe vorhin schon den Invest-in-Germany-Gipfel angesprochen, auf dem alle Häuser der Bundesregierung vertreten sein werden. Wir werden seitens unseres Hauses den Schwerpunkt auf die Hightech Agenda legen. Ich habe ja vorhin schon erwähnt, dass wir sie als lebendige Arbeitsdokumente angelegt haben und dass wir die Zielmarken auf dem Weg immer wieder anpassen wollen. Ich glaube, wir sind uns einig, dass wir nur Erfolg haben werden, wenn wir auch noch private Investitionen haben. Das alles kann nicht allein aus Steuergeldern finanziert werden, nicht nur, weil wir momentan in Zeiten knapper Kassen leben, sondern auch, weil es wichtig ist, dass das noch mal gehebelt wird. Und wir wollen natürlich die eine oder andere Maßnahme – weil Sie das Thema Tempo ansprechen – beispielsweise auch mit der SPRIND umsetzen. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Ja, vielen Dank. – Frau Ministerin, Sie hatten in den zurückliegenden Antworten auch auf das Zusammenwirken des 1000-Köpfe-Plus-Programms und der Hightech Agenda hingewiesen. Wie funktioniert das genau, und welchen Vorteil erhoffen Sie sich davon?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Also, das Zusammenspiel bedeutet – das ist ganz spannend –, dass die Bereiche, aus denen die Forscherinnen und Forscher kommen – 401 Forscher aus 51 Ländern –, wirklich sehr gut zur Hightech Agenda passen. Sie kommen eben aus den unterschiedlichsten Forschungsbereichen, inklusive – zwar als Allerletztes, aber immerhin – Geistes- und Sozialwissenschaften. Also, das ist wirklich eine ganz große Bandbreite, …
Also, das Zusammenspiel bedeutet – das ist ganz spannend –, dass die Bereiche, aus denen die Forscherinnen und Forscher kommen – 401 Forscher aus 51 Ländern –, wirklich sehr gut zur Hightech Agenda passen. Sie kommen eben aus den unterschiedlichsten Forschungsbereichen, inklusive – zwar als Allerletztes, aber immerhin – Geistes- und Sozialwissenschaften. Also, das ist wirklich eine ganz große Bandbreite, die da eine Rolle spielt. Und das zeigt, dass einerseits die Wissenschaftsfreiheit ganz groß geschrieben wird, aber auf der anderen Seite die ausländischen Forscherinnen und Forscher natürlich auch ganz genau sehen, wo jetzt diese Bundesregierung Schwerpunkte setzt. Deswegen ist das Interesse so groß an der Stelle. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Wir haben jetzt eine Reihe an Nachfragen. Der Erste der vier, die wir auch direkt notiert haben, ist Fabian Gramling, dann kommt Dr. Birghan, dann kommt Florian Oest, und dann kommt Andrea Lübcke. – Wir fangen mit Fabian Gramling an.
Frau Ministerin, Deutschland hat bei der Robotik hervorragende Voraussetzungen: Wir haben eine starke Forschung, wir haben einen starken Mittelstand, wir haben hervorragende und innovative Technologieunternehmen entlang der kompletten Wertschöpfungskette. Wir sind da in vielen Bereichen wirklich mit an der Weltspitze. Ich selber habe in meinem Wahlkreis die Firma Schunk, die bei der Greiftechnik wirklich eine super Technologie hat. Meine Frage …
Frau Ministerin, Deutschland hat bei der Robotik hervorragende Voraussetzungen: Wir haben eine starke Forschung, wir haben einen starken Mittelstand, wir haben hervorragende und innovative Technologieunternehmen entlang der kompletten Wertschöpfungskette. Wir sind da in vielen Bereichen wirklich mit an der Weltspitze. Ich selber habe in meinem Wahlkreis die Firma Schunk, die bei der Greiftechnik wirklich eine super Technologie hat. Meine Frage ist: Wie schaffen wir es, dieses technologische Wissen und diese technologischen Fähigkeiten auch wirklich in die Wertschöpfung zu bringen? Wie kann die Bundesregierung hier begleitend unterstützen?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Also, wir hatten ja die Robotik schon in der Hightech Agenda adressiert. Aber wir hatten beispielsweise im letzten EFI-Gutachten den Hinweis bekommen, dass die Robotik eine noch prominentere Stelle einnehmen soll, und das haben wir dann auch sofort in die Tat umgesetzt. Deswegen arbeiten wir jetzt an der Robotik-Roadmap – in einem engen Schulterschluss mit der Wissenschaft und der Wirtschaft. …
Also, wir hatten ja die Robotik schon in der Hightech Agenda adressiert. Aber wir hatten beispielsweise im letzten EFI-Gutachten den Hinweis bekommen, dass die Robotik eine noch prominentere Stelle einnehmen soll, und das haben wir dann auch sofort in die Tat umgesetzt. Deswegen arbeiten wir jetzt an der Robotik-Roadmap – in einem engen Schulterschluss mit der Wissenschaft und der Wirtschaft. Und so wie Sie in Ihrem Wahlkreis bei der Robotik unterschiedliche Unternehmen haben, haben wir auch in ganz Deutschland unterschiedliche Unternehmen, von Unternehmen für humanoide Roboter bis hin zu solchen für Roboter in der Industrie oder – weil ich Frau Staffler gerade sehe – auch für Roboter in der Pflege. Das ist eine ganz große Bandbreite, die da ist. Wir werden nächstes Jahr die erste Roboter-Fußballweltmeisterschaft in Deutschland austragen; da sind alle herzlich eingeladen, zu schauen, ob denn Deutschland da Fußballweltmeister wird.
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Und wir werden eben alle zusammenbringen, die, die Arme können, die, die Beine können. Die Roadmap soll noch mal zeigen, wie wir unsere Expertise in diesem Bereich bündeln können. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Sehr geehrte Frau Ministerin, der Kollege Müller hat ja schon das 1000-Köpfe-Plus-Programm in der Hightech Agenda angesprochen. Gleichzeitig hatten wir ja jetzt im Ausschuss die CISPA-Problematik. Guckt man sich die Staatsangehörigkeiten der Geförderten an, dann sieht man: Auf Platz eins ist die Volksrepublik China. Wir haben ja jetzt erfahren, dass es da insbesondere ein Problem mit bestimmten Institutionen aus dem …
Sehr geehrte Frau Ministerin, der Kollege Müller hat ja schon das 1000-Köpfe-Plus-Programm in der Hightech Agenda angesprochen. Gleichzeitig hatten wir ja jetzt im Ausschuss die CISPA-Problematik. Guckt man sich die Staatsangehörigkeiten der Geförderten an, dann sieht man: Auf Platz eins ist die Volksrepublik China. ↳ Florian Müller (Union): »Das hat nichts mit der Hauptfrage zu tun! Es geht um die Hightech Agenda!« Wir haben ja jetzt erfahren, dass es da insbesondere ein Problem mit bestimmten Institutionen aus dem Verteidigungsbereich der Volksrepublik China gibt. Wie verhindern Sie, dass wir sozusagen Agenten, Spione über dieses Programm anwerben?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Ihre Frage stimmt nicht, weil auf Platz eins Kolleginnen und Kollegen aus anderen europäischen Ländern sind. ↳ Dr. Christoph Birghan (AfD): »Das ist Ihre Statistik!«↳ AfD
Wir haben jetzt hier keinen Dialog, sondern Frau Bär hat geantwortet, wobei man sich ohnehin jetzt darüber differenziert hätte unterhalten können, ob das jetzt gerade zur Hauptfrage gepasst hat oder nicht. Deswegen müssen Sie jetzt nicht gleich wieder in Ihrer unfreundlichen Art lachen, sondern die Antwort ist da, und damit ist gut. Und jetzt ist Herr Oest der Nächste, der …
Wir haben jetzt hier keinen Dialog, sondern Frau Bär hat geantwortet, Beifall: Union (einzelne Abg.)Beifall: SPD (einzelne Abg.) wobei man sich ohnehin jetzt darüber differenziert hätte unterhalten können, ob das jetzt gerade zur Hauptfrage gepasst hat oder nicht. Deswegen müssen Sie jetzt nicht gleich wieder in Ihrer unfreundlichen Art lachen, sondern die Antwort ist da, und damit ist gut. Beifall: Union (einzelne Abg.)Beifall: SPD (einzelne Abg.) Und jetzt ist Herr Oest der Nächste, der dran ist.
Frau Präsidentin! Liebe Frau Ministerin, kehren wir zum Thema zurück. Wir haben den Anspruch, bei den sechs Schlüsseltechnologien wieder weltweit führend zu sein. Dafür investieren wir mit der Hightech Agenda 18 Milliarden Euro in Forschung, Innovation und technologischen Fortschritt; denn technologischer Fortschritt ist die Grundlage für neue Wirtschaftskraft. Eine der größten Herausforderungen liegt beim Transfer von der Forschung in die …
Frau Präsidentin! Liebe Frau Ministerin, kehren wir zum Thema zurück. Beifall: Union (einzelne Abg.) Wir haben den Anspruch, bei den sechs Schlüsseltechnologien wieder weltweit führend zu sein. Dafür investieren wir mit der Hightech Agenda 18 Milliarden Euro in Forschung, Innovation und technologischen Fortschritt; denn technologischer Fortschritt ist die Grundlage für neue Wirtschaftskraft. Eine der größten Herausforderungen liegt beim Transfer von der Forschung in die industrielle Fertigung. Gerade beim Sprung von Prototypen zur industriellen Fertigung müssen wir in Deutschland besser werden. Deshalb meine Frage, Frau Ministerin: Welche konkreten Maßnahmen sind im Rahmen der Hightech Agenda vorgesehen, damit kleine und mittlere Unternehmen schneller vom Demonstrator zur industriellen Fertigung gelangen?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank, Herr Kollege. – Das, was Sie ansprechen, ist genau der entscheidende Punkt. Der Transfer ist wirklich der zentrale Hebel in der Hightech Agenda Deutschland, und zwar tatsächlich über alle Schlüsseltechnologien hinweg und entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die wir haben. Wir haben beispielsweise – wenn ich mal die Mikroelektronik, die wir noch gar nicht besprochen haben, herausgreifen darf – …
Vielen Dank, Herr Kollege. – Das, was Sie ansprechen, ist genau der entscheidende Punkt. Der Transfer ist wirklich der zentrale Hebel in der Hightech Agenda Deutschland, und zwar tatsächlich über alle Schlüsseltechnologien hinweg und entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die wir haben. Wir haben beispielsweise – wenn ich mal die Mikroelektronik, die wir noch gar nicht besprochen haben, herausgreifen darf – eine Pilotlinie, die ganz gezielt für den Mittelstand, für die Start-ups gilt, weil wir die Hightech Agenda eben so angelegt haben, dass sie nicht nur für die Großindustrie gilt, sondern gerade auch für den Mittelstand, für die Start-ups und das Handwerk, das ich an der Stelle auch noch erwähnen darf, damit das wirklich wesentlich schneller in die Anwendung kommt. Die Initiative F.A.S.T. habe ich auch schon angesprochen, mit der wir gute Forschungsergebnisse vor allem schnell und sehr bürokratiearm in marktreife Innovationen bringen wollen. Wir sind gerade dabei, die Transfer-Hubs auszuwählen. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Liebe Frau Ministerin Bär, wir reden über die Geschwindigkeit der Hightech Agenda. Die Hightech Agenda ist im Sommer letzten Jahres vorgestellt worden. Wie schnell läuft sie denn wirklich an? Also, das große Ziel ist ja zum Beispiel, den Rückstand auf China im Bereich der Batterieentwicklung aufzuholen. Wann werden wir denn die ersten Projekte im Rahmen …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Liebe Frau Ministerin Bär, wir reden über die Geschwindigkeit der Hightech Agenda. Die Hightech Agenda ist im Sommer letzten Jahres vorgestellt worden. Wie schnell läuft sie denn wirklich an? Also, das große Ziel ist ja zum Beispiel, den Rückstand auf China im Bereich der Batterieentwicklung aufzuholen. Wann werden wir denn die ersten Projekte im Rahmen der vertikalen Applikationsallianzen sehen?
DODorothee BärBundesministerin für Forschung, Technologie und RaumfahrtregierungIm Protokoll ↗
Also, wir haben ja mit unseren Roadmaps auch bei der Batterietechnologie ganz klare Ziele und Meilensteine festgelegt; die können alle in der Batterietechnologie-Roadmap nachgelesen werden. Wir haben übrigens über die Hälfte aller Projekte gestartet und teilweise auch schon abgeschlossen. Mir war es wichtig, dass wir die Fristen der Punkte, die da festgelegt wurden, nicht auf 2030 oder 2040 setzen, sondern …
Also, wir haben ja mit unseren Roadmaps auch bei der Batterietechnologie ganz klare Ziele und Meilensteine festgelegt; die können alle in der Batterietechnologie-Roadmap nachgelesen werden. Wir haben übrigens über die Hälfte aller Projekte gestartet und teilweise auch schon abgeschlossen. Mir war es wichtig, dass wir die Fristen der Punkte, die da festgelegt wurden, nicht auf 2030 oder 2040 setzen, sondern es gibt ganz viele Meilensteine, die noch innerhalb dieser Legislaturperiode erreicht werden sollen, damit wir uns als Bundesregierung challengen. Und so kann jeder seinen Haken hinter die Projekte setzen, die jetzt schon abgeschlossen sind oder gerade begonnen wurden. Beifall: Union (einzelne Abg.)Beifall: Holger Mann (SPD)
Dann kommen wir jetzt zur letzten Hauptfrage; sie kommt von der Fraktion Die Linke. Damit waren dann alle Fraktionen in der zweiten Runde dran. – Frau Vogtschmidt, bitte.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Meine Frage geht jetzt noch mal an Herrn Minister Wildberger. Die Cyberangriffe auf Kommunen und Länder gefährden ja tagein, tagaus unsere Daseinsvorsorge, die Privatsphäre und auch die Sicherheit der öffentlichen Hand. Diese Risiken bestehen natürlich auch auf Bundesebene, und Warnungen vor immer schnelleren Cyberangriffen mithilfe künstlicher Intelligenz sind in aller Munde. Deshalb erstaunt es mich, …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Meine Frage geht jetzt noch mal an Herrn Minister Wildberger. Die Cyberangriffe auf Kommunen und Länder gefährden ja tagein, tagaus unsere Daseinsvorsorge, die Privatsphäre und auch die Sicherheit der öffentlichen Hand. Diese Risiken bestehen natürlich auch auf Bundesebene, und Warnungen vor immer schnelleren Cyberangriffen mithilfe künstlicher Intelligenz sind in aller Munde. Deshalb erstaunt es mich, dass faktisch niemand so richtig einen Überblick über die Cybersicherheit des Bundes hat und sie auch durch mangelhafte Steuerung gefährdet ist. So stellte es der Bundesrechnungshof im August 2026 fest und forderte Sie, Herr Wildberger, auf, die Steuerung der IT-Sicherheit endlich wahrzunehmen. Eine gleichlautende Aufforderung ging auch per Beschluss vom Haushaltsausschuss im November des letzten Jahres aus. Deswegen frage ich Sie, Herr Minister Wildberger: Sehen Sie sich zuständig für die ressortübergreifende Steuerung der Cybersicherheit des Bundes, und, wenn ja, in welchen Schritten soll sich dies schon bald bemerkbar machen?
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Abgeordnete, ich kann Ihnen versichern, dass mittlerweile extrem viel passiert ist. Wir haben eines der größten Programme zur Herstellung von Sicherheit in der gesamten Bundes-IT auf den Weg gebracht. Das ist etwas, was wir jetzt hier natürlich nicht weitergehend besprechen können. Das ist in guter Arbeit. Wir haben mit dem BSI eine der leistungsfähigsten behördlichen Strukturen, die …
Sehr geehrte Frau Abgeordnete, ich kann Ihnen versichern, dass mittlerweile extrem viel passiert ist. Wir haben eines der größten Programme zur Herstellung von Sicherheit in der gesamten Bundes-IT auf den Weg gebracht. Das ist etwas, was wir jetzt hier natürlich nicht weitergehend besprechen können. Das ist in guter Arbeit. Wir haben mit dem BSI eine der leistungsfähigsten behördlichen Strukturen, die uns dabei natürlich federführend mit unterstützt. Das heißt, hier ist extrem viel Arbeit im Gange. Und ich möchte auch noch mal betonen, dass die Idee des Deutschland-Stacks – wenn wir das mal weiterdenken, über die Bundesbehörden hinaus in den kommunalen Verwaltungsbereich – eine grundsätzliche Sicherheitsarchitektur ist. Stellen wir uns vor, dass immer mehr Kommunen und auch die Länder auf einer souveränen Cloud-Infrastruktur arbeiten. Die kann ich sicherheitstechnisch ganz anders bedienen und absichern. Das heißt, wir haben hier Dinge für die Zukunft mit Weitblick geschaffen. Und gleichzeitig arbeiten wir auch in der Verwaltung operativ mit modernsten Methoden. Das ist ein Prozess, den wir glücklicherweise endlich angestoßen haben; das war nämlich längst überfällig. Beifall: UnionBeifall: Marja-Liisa Völlers (SPD)
Vielen Dank. – Sie hatten gerade schon die Sicherheitsarchitektur angesprochen. Aber die mangelnde Steuerung und auch die Transparenz gefährden aktuell einfach die Cybersicherheit des Bundes. Das betrifft insbesondere auch die Ausgaben für die IT-Sicherheit im Rahmen der Bereichsausnahme von der Schuldenbremse, die mal zweckentfremdet, mal formal falsch und auch mal gar nicht veranschlagt werden. Und auch hier frage ich Sie: …
Vielen Dank. – Sie hatten gerade schon die Sicherheitsarchitektur angesprochen. Aber die mangelnde Steuerung und auch die Transparenz gefährden aktuell einfach die Cybersicherheit des Bundes. Das betrifft insbesondere auch die Ausgaben für die IT-Sicherheit im Rahmen der Bereichsausnahme von der Schuldenbremse, die mal zweckentfremdet, mal formal falsch und auch mal gar nicht veranschlagt werden. Und auch hier frage ich Sie: Sehen Sie sich dafür verantwortlich, das Problem anzugehen, und, wenn ja, wie und wann?
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Unser Haus hat die Verantwortung und natürlich auch die operative Führung, mit den anderen Häusern entsprechend zu arbeiten. Diese nehmen wir wahr, und zwar sehr aktiv. Dafür haben wir auch entsprechend die haushalterischen Mittel zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig bedeutet Sicherheit auch, dass man in diesen sensiblen Bereichen nicht in jedem Forum Transparenz gibt; das ist nämlich wesentlicher Kernbestandteil von IT-Sicherheit.
Vielen Dank. – Man kann Cybersicherheit ja nicht erwähnen ohne Hardwaresicherheit. Es betrifft vor allem chinesische Komponenten. Israel hat auf allen Militärstützpunkten chinesische E-Autos verboten. In Norwegen wurden chinesische E-Autos beim Spionieren erwischt. Chinesische E-Busse haben Daten verschlüsselt nach China übermittelt. Auch Photovoltaikpanels in Dänemark und in den USA haben verschlüsselte Daten heimlich nach China übermittelt. Deswegen die Frage: Inwiefern …
Vielen Dank. – Man kann Cybersicherheit ja nicht erwähnen ohne Hardwaresicherheit. Es betrifft vor allem chinesische Komponenten. Israel hat auf allen Militärstützpunkten chinesische E-Autos verboten. In Norwegen wurden chinesische E-Autos beim Spionieren erwischt. Chinesische E-Busse haben Daten verschlüsselt nach China übermittelt. Auch Photovoltaikpanels in Dänemark und in den USA haben verschlüsselte Daten heimlich nach China übermittelt. Deswegen die Frage: Inwiefern untersuchen Sie das? Was finden Sie? Und: Haben Sie eine Strategie, dass Sie schauen, dass Sie Ihren gesamten Bereich China-free machen? ↳ Union: »„China-free“?«
DRDr. Karsten WildbergerBundesminister für Digitales und StaatsmodernisierungregierungIm Protokoll ↗
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, das ist ein Thema, mit dem wir uns selbstverständlich beschäftigen. Die geopolitische Weltordnung hat sich, wie wir, glaube ich, alle wissen, in kürzester Zeit verändert. Aber Dinge, die wir über Lieferketten seit 20, 30 Jahren gepflegt haben, kann man nicht über Nacht ändern. Gleichzeit gehen wir das Thema aktiv an, was Sicherheitskomponenten in kritischen Netzen angeht, …
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, das ist ein Thema, mit dem wir uns selbstverständlich beschäftigen. Die geopolitische Weltordnung hat sich, wie wir, glaube ich, alle wissen, in kürzester Zeit verändert. Aber Dinge, die wir über Lieferketten seit 20, 30 Jahren gepflegt haben, kann man nicht über Nacht ändern. Gleichzeit gehen wir das Thema aktiv an, was Sicherheitskomponenten in kritischen Netzen angeht, nur als Beispiel, bis hin zu der Frage: „Wie kann ich Hardware sicher machen über Software?“, zum Beispiel einen Wechselrichter. Auch das geht. Das sind also alles Dinge, die wir überprüfen. Das nehmen wir sehr ernst. Beifall: Union (einzelne Abg.)
So, damit beende ich jetzt diese Befragung. Wir kommen jetzt zu Tagesordnungspunkt 3: Fragestunde Drucksache 21/8471 Ich bitte die Kollegen, jetzt zügig die Plätze zu wechseln. – Nicht im Plenum unterhalten, sondern, wenn es geht, außerhalb. So, liebe Kolleginnen und Kollegen, dann kommt von mir noch ein kleiner organisatorischer Hinweis. Bevor wir beginnen, darf ich noch mal auf die Veränderungen …
So, damit beende ich jetzt diese Befragung. Wir kommen jetzt zu Tagesordnungspunkt 3: Fragestunde Drucksache 21/8471 Ich bitte die Kollegen, jetzt zügig die Plätze zu wechseln. – Nicht im Plenum unterhalten, sondern, wenn es geht, außerhalb. So, liebe Kolleginnen und Kollegen, dann kommt von mir noch ein kleiner organisatorischer Hinweis. Bevor wir beginnen, darf ich noch mal auf die Veränderungen im Ablauf der Fragestunde erinnern – das Zuhören lohnt sich daher auf jeden Fall –: Die Fraktionen haben sich im Ältestenrat auf teilweise neue Frage- und Antwortzeiten für die Fragestunde verständigt. Diese wenden wir heute zum zweiten Mal an. Achtung: Neu ist, dass für die zweite Nachfrage und für die dazugehörige Antwort die Zeit nun jeweils nur noch 30 Sekunden beträgt. Das gilt dann auch für alle Nachfragen weiterer Abgeordneter sowie für die entsprechenden Antworten der Bundesregierung. Ich darf noch mal alle bitten, inklusive der Vertreterinnen und Vertreter der Bundesregierung, die vereinbarten Zeiten einzuhalten. Die mündlichen Fragen auf der Drucksache 21/8471 werden jetzt in der üblichen Reihenfolge aufgerufen. Damit rufe ich die Frage 1 des Abgeordneten Dr. Jan-Niclas Gesenhues auf: Wird sich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung angesichts einer durch eine Nichtregierungsorganisation prognostizierten Verfehlung des deutschen 6-Milliarden-Versprechens zur internationalen Klimafinanzierung um 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro (www.deutscheklimafinanzierung.de/blog/2026/07/bundeshaushalt-2027-wortbruch-bei-der-klimafinanzierung/) dafür einsetzen, die im Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 vorgesehenen erneuten Kürzungen im Bereich der Klimafinanzierung zurückzunehmen? Das Wort hat der zuständige Staatssekretär.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Kollege, die internationale Klimafinanzierung bleibt für die Bundesregierung ein wichtiges Anliegen. Im Koalitionsvertrag wurde festgelegt, dass Deutschland weiterhin seinen fairen Anteil an der internationalen Klimafinanzierung bereitstellen und dabei verstärkt auch auf die Mobilisierung von privaten Mitteln sowie Beiträge nichttraditioneller Geber setzen wird. Das BMZ setzt sich für die Umsetzung dieser Vereinbarung und …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Kollege, die internationale Klimafinanzierung bleibt für die Bundesregierung ein wichtiges Anliegen. Im Koalitionsvertrag wurde festgelegt, dass Deutschland weiterhin seinen fairen Anteil an der internationalen Klimafinanzierung bereitstellen und dabei verstärkt auch auf die Mobilisierung von privaten Mitteln sowie Beiträge nichttraditioneller Geber setzen wird. Das BMZ setzt sich für die Umsetzung dieser Vereinbarung und entsprechende Mittelausstattung für Klimafinanzierung im Einzelplan 23 ein. Der Haushalt 2027 befindet sich, wie Sie wissen, im laufenden parlamentarischen Verfahren.
Ja, vielen Dank. – Herr Staatssekretär, es freut mich, dass Sie nach Mitteln und Wegen suchen, doch noch zusätzliche Gelder für internationalen Klimaschutz bereitzustellen. Trotzdem muss man sagen: Sie werden das 6-Milliarden-Ziel bei der Klimafinanzierung brechen, Sie werden auch das 1,5-Milliarden-Ziel bei der Biodiversitätsfinanzierung brechen, und Sie zerstören damit Deutschlands Glaubwürdigkeit in der Welt. Ich weiß ja, dass Sie als …
Ja, vielen Dank. – Herr Staatssekretär, es freut mich, dass Sie nach Mitteln und Wegen suchen, doch noch zusätzliche Gelder für internationalen Klimaschutz bereitzustellen. Trotzdem muss man sagen: Sie werden das 6-Milliarden-Ziel bei der Klimafinanzierung brechen, Sie werden auch das 1,5-Milliarden-Ziel bei der Biodiversitätsfinanzierung brechen, und Sie zerstören damit Deutschlands Glaubwürdigkeit in der Welt. Ich weiß ja, dass Sie als Haus da ähnlich denken wie wir. Deswegen haben Sie auch unsere volle Unterstützung, wo immer Sie sie brauchen, vielleicht auch im Austausch mit den Koalitionsfraktionen oder mit dem Finanzminister. Ich kann die Koalitionsfraktionen wirklich nur aufrufen, unsere internationale Glaubwürdigkeit in der Klimafinanzierung nicht weiter aufs Spiel zu setzen. Deswegen würde ich Sie gerne fragen: Es gab ja einen Vorstoß eines CDU-Politikers, die 1 Milliarde für die Regenwaldfinanzierung im Haushalt nicht mehr bereitzustellen. Welche Folgen hätte das aus Sicht Ihres Hauses? Beifall: Grüne (einzelne Abg.)
Herr Gesenhues, im Moment gehe ich davon aus, dass das mit der „Tropical Forest Forever Facility“ immer noch eine Angelegenheit ist, die wir weiterverfolgen. Ich bitte aber angesichts Ihrer Vorbemerkungen, auch zu bedenken, dass das Ziel der Bundesregierung, 6 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen für Klimafinanzierung, 2021 zugesagt worden ist. Was ist zwischendurch alles passiert? Wir hatten die Coronapandemie, …
Herr Gesenhues, im Moment gehe ich davon aus, dass das mit der „Tropical Forest Forever Facility“ immer noch eine Angelegenheit ist, die wir weiterverfolgen. Ich bitte aber angesichts Ihrer Vorbemerkungen, auch zu bedenken, dass das Ziel der Bundesregierung, 6 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen für Klimafinanzierung, 2021 zugesagt worden ist. Was ist zwischendurch alles passiert? Wir hatten die Coronapandemie, wir hatten den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und natürlich auch deren Auswirkungen auf den Haushalt des Bundes. Trotzdem wurde 2022 und 2024 das 6-Milliarden-Ziel erreicht. Deswegen lassen Sie mich sagen: Das ist für uns immer noch ein wichtiges Anliegen und natürlich für uns auch ein Auftrag, den wir erfüllen wollen.
Ja, vielen Dank. – Die Zusage zur Biodiversitätsfinanzierung stammt von 2022. Was die Klimafinanzierung angeht, gebe ich Ihnen recht. Aber Sie haben ja schon gesagt: Als wir Grüne an der Regierung beteiligt waren, haben wir beides geschafft: bei der Klimafinanzierung und auch bei der Biodiversitätsfinanzierung. Und der Finanzminister hieß damals Christian Lindner. Jetzt würde ich gerne mal wissen: Ist mit …
Ja, vielen Dank. – Die Zusage zur Biodiversitätsfinanzierung stammt von 2022. Was die Klimafinanzierung angeht, gebe ich Ihnen recht. Aber Sie haben ja schon gesagt: Als wir Grüne an der Regierung beteiligt waren, haben wir beides geschafft: bei der Klimafinanzierung und auch bei der Biodiversitätsfinanzierung. Und der Finanzminister hieß damals Christian Lindner. ↳ Claudia Roth (Grüne): »Ja! Schlimm! Das war echt nicht leicht!« Jetzt würde ich gerne mal wissen: Ist mit einem Finanzminister Lars Klingbeil nicht auch möglich, was sogar mit Christian Lindner möglich war? Beifall: Grüne (einzelne Abg.)↳ Peter Felser (AfD): »Nee!«
Vielen Dank, Herr Kollege. – Also, es ist in der Ampelkoalition auch nicht in jedem Jahr gelungen, das 6-Milliarden-Ziel tatsächlich zu erreichen. Von daher kann man daraus keine wirklichen Rückschlüsse ziehen. Aus meiner Sicht ist diese Arithmetik jedenfalls nicht fair. Ich würde gerne gemeinsam mit Ihnen in die Zukunft gucken und Ihren ersten Beitrag aufnehmen. Lassen Sie uns doch gemeinsam …
Vielen Dank, Herr Kollege. – Also, es ist in der Ampelkoalition auch nicht in jedem Jahr gelungen, das 6-Milliarden-Ziel tatsächlich zu erreichen. Beifall: SPD (einzelne Abg.) Von daher kann man daraus keine wirklichen Rückschlüsse ziehen. Aus meiner Sicht ist diese Arithmetik jedenfalls nicht fair. Ich würde gerne gemeinsam mit Ihnen in die Zukunft gucken und Ihren ersten Beitrag aufnehmen. Lassen Sie uns doch gemeinsam dafür sorgen, dass auch gesellschaftspolitisch Anerkennung da ist für das, was wir eigentlich machen mit dieser internationalen Klimafinanzierung!
Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Staatssekretär, 6 Milliarden Euro für die Klimafinanzierung! Sie sind ja selber schon ein bisschen zurückgerudert, sagen, das kommt aus 2021. Aber wirklich konkret werden Sie nicht. Meiner Meinung nach haben wir jetzt eine ganz andere, nämlich eine desolate Wirtschaftslage. Wir können es uns nicht erlauben, 6 Milliarden Euro einfach für Klimafinanzierung ins Ausland zu verschieben. Sie …
Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Staatssekretär, 6 Milliarden Euro für die Klimafinanzierung! Sie sind ja selber schon ein bisschen zurückgerudert, sagen, das kommt aus 2021. Aber wirklich konkret werden Sie nicht. Meiner Meinung nach haben wir jetzt eine ganz andere, nämlich eine desolate Wirtschaftslage. Wir können es uns nicht erlauben, 6 Milliarden Euro einfach für Klimafinanzierung ins Ausland zu verschieben. ↳ Claudia Roth (Grüne): »Oje!« Sie halten immer noch an dieser Aussage fest. Deshalb meine Frage: Warum halten Sie an dieser Aussage fest? Und wenn Sie irgendwann Kürzungen vornehmen, an welcher Stelle würden Sie am ehesten anfangen, diese Klimagelder zu kürzen? ↳ Stefan Schröder (AfD): »Sie können auch gehen!«↳ Claudia Roth (Grüne): »Nee, ich bleibe hier! Den Gefallen tue ich Ihnen nicht!«↳ Stefan Schröder (AfD): »Dann müssen Sie!«↳ Bernd Schattner (AfD): »Dauert nicht mehr lang!«
Wir haben hier eine Fragestunde und keine Diskussionsrunde. ↳ Claudia Roth (Grüne): »Entschuldigung!« Deswegen stellen wir die Diskussion ein und kommen zur Antwort von Herrn Saathoff.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Abgeordneter, ich bin nicht zurückgerudert, sondern ich habe versucht, zu erklären, warum das ins Haushaltsgefüge nicht reinpasst oder warum wir auch nicht in jedem Jahr die 6 Milliarden Euro erreicht haben. Trotzdem haben Sie mich völlig falsch verstanden, wenn Sie glauben, dass ich der Meinung bin, dass wir nicht 6 Milliarden Euro bräuchten für …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Abgeordneter, ich bin nicht zurückgerudert, sondern ich habe versucht, zu erklären, warum das ins Haushaltsgefüge nicht reinpasst oder warum wir auch nicht in jedem Jahr die 6 Milliarden Euro erreicht haben. Trotzdem haben Sie mich völlig falsch verstanden, wenn Sie glauben, dass ich der Meinung bin, dass wir nicht 6 Milliarden Euro bräuchten für Klimafinanzierung. Denn natürlich ist die Arbeit, die wir im Klimafinanzierungsbereich im Ausland, in unseren Partnerländern, machen, etwas, was uns zugutekommt. Sie schafft Stabilität, sie schafft Sicherheit, und sie schafft Zukunft für unsere Menschen in der Bundesrepublik Deutschland genauso wie in anderen Teilen der Welt.
Danke schön. – Wir haben ja gerade grüne politische Krokodilstränen darüber gehört, dass eben nicht jährlich 6 Milliarden Euro verpulvert werden. Wir haben da einen völlig anderen Ansatz, wir sagen: Je weniger, desto besser, je weniger internationale Klimafinanzierung stattfindet, desto besser für Deutschland. Aber wenn es denn nun unumgänglich sein sollte und wir das Klima mit dieser internationalen Klimafinanzierung irgendwie …
Danke schön. – Wir haben ja gerade grüne politische Krokodilstränen darüber gehört, dass eben nicht jährlich 6 Milliarden Euro verpulvert werden. Wir haben da einen völlig anderen Ansatz, wir sagen: Je weniger, desto besser, je weniger internationale Klimafinanzierung stattfindet, desto besser für Deutschland. Aber wenn es denn nun unumgänglich sein sollte und wir das Klima mit dieser internationalen Klimafinanzierung irgendwie retten können, dann würde mich mal interessieren: Wie hoch ist das gesamte aus dem Ausland stammende Klimafinanzierungsengagement, das in Deutschland eingesetzt wird? Also: Wie viel investiert das Ausland in Deutschland in Klimaschutzmaßnahmen?
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, diese Frage kann ich Ihnen nicht beantworten, weil sie nicht im unmittelbaren Kontext zu Frage 1 steht. Ich kann Ihnen aber antworten, dass es in der Wirtschaft unglaublich viele Unternehmen gibt, die sehr interessiert daran sind, dass sie ihre Produkte auch tatsächlich im Ausland verkaufen können. Wir haben unendlich viele Gespräche im BMZ darüber geführt, wie …
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, diese Frage kann ich Ihnen nicht beantworten, weil sie nicht im unmittelbaren Kontext zu Frage 1 steht. Ich kann Ihnen aber antworten, dass es in der Wirtschaft unglaublich viele Unternehmen gibt, die sehr interessiert daran sind, dass sie ihre Produkte auch tatsächlich im Ausland verkaufen können. Wir haben unendlich viele Gespräche im BMZ darüber geführt, wie wir das sogenannte deutsche Geschäft in unseren Partnerländern ein Stück weit erweitern können. Es gab auch einen Aufruf aus der Wirtschaft, in diesem Bereich doch viel mehr zu machen. Ich würde Ihnen empfehlen, darauf genau zu hören.
Sehr verehrter Herr Staatssekretär, Klimavertreibung und Klimaflucht sind dramatische Herausforderungen. Jeden Tag verlieren 70 000 Menschen ihre Heimat, und bis heute sind 49 Millionen Menschen schon geflohen oder wurden vertrieben. Pazifische Inselstaaten werden ganz verschwinden. Australien hat jetzt 3 000 Klimavisa beschlossen. Gibt es Programme im BMZ zu dieser globalen Herausforderung? Beifall: Grüne
Geschätzte Frau Kollegin, die Hauptfrage ist ja: Wie ist die internationale Klimafinanzierung ausgelegt? Und ich verstehe Ihre Frage so, dass sie auch auf die Zwischenfragen rekurriert, die wir hier gehört haben. Ich habe gesagt, dass die internationale Klimafinanzierung nicht nur wichtig ist, um Fluchtursachen zu bekämpfen, sondern auch, um Stabilität zu schaffen, Lebensgrundlagen zu sichern und in unseren Partnerländern und …
Geschätzte Frau Kollegin, die Hauptfrage ist ja: Wie ist die internationale Klimafinanzierung ausgelegt? Und ich verstehe Ihre Frage so, dass sie auch auf die Zwischenfragen rekurriert, die wir hier gehört haben. Ich habe gesagt, dass die internationale Klimafinanzierung nicht nur wichtig ist, um Fluchtursachen zu bekämpfen, sondern auch, um Stabilität zu schaffen, Lebensgrundlagen zu sichern und in unseren Partnerländern und natürlich auch in den Least Developed Countries und in den Small Island Developing States ein Leben in Würde in der Zukunft sicherzustellen.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär, Deutschland unterschreitet bereits jetzt seine international zugesagte Zielmarke von 0,7 Prozent des Bruttosozialprodukts für die Entwicklungszusammenarbeit. Das ist das dritte Mal in Folge, dass wir diese Zielmarke verfehlen. Und Deutschland verfehlt damit auch seine Klimafinanzierungszusagen über 1 Milliarde Euro. Wie bewertet die Bundesregierung den Vertrauensverlust gegenüber Partnerländern, die ja fest mit diesen Zusagen …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär, Deutschland unterschreitet bereits jetzt seine international zugesagte Zielmarke von 0,7 Prozent des Bruttosozialprodukts für die Entwicklungszusammenarbeit. Das ist das dritte Mal in Folge, dass wir diese Zielmarke verfehlen. Und Deutschland verfehlt damit auch seine Klimafinanzierungszusagen über 1 Milliarde Euro. Wie bewertet die Bundesregierung den Vertrauensverlust gegenüber Partnerländern, die ja fest mit diesen Zusagen geplant haben? Beifall: Grüne
Vielen Dank, Frau Kollegin. – Wir sind im internationalen Kontext ständig im Austausch über die Mittel, die wir zur Verfügung haben. Verpflichtungen, die wir im internationalen Kontext haben, wollen wir natürlich erfüllen. Das heißt, es gibt keine Disruptionen oder so, sondern es gibt eine klare internationale Verpflichtung in vielen Bereichen, und wir wollen vertragstreu sein. Angesichts der Herausforderungen, die wir …
Vielen Dank, Frau Kollegin. – Wir sind im internationalen Kontext ständig im Austausch über die Mittel, die wir zur Verfügung haben. Verpflichtungen, die wir im internationalen Kontext haben, wollen wir natürlich erfüllen. Das heißt, es gibt keine Disruptionen oder so, sondern es gibt eine klare internationale Verpflichtung in vielen Bereichen, und wir wollen vertragstreu sein. Angesichts der Herausforderungen, die wir im globalen Kontext sehen, was diese Finanzierungsbereiche auch durch den Wegfall anderer Länder betrifft, sind wir ein sehr verlässlicher und geschätzter Partner bei allen unseren Partnerländern.
Damit komme ich zu Frage 2 des Abgeordneten Stefan Schröder. Welche Rolle misst die Bundesregierung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit beim Wiederaufbau Syriens für die Schaffung der Voraussetzungen für eine dauerhafte Rückkehr syrischer Staatsangehöriger aus Deutschland und anderen Aufnahmestaaten bei?
Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Abgeordneter, die Bundesregierung unterstützt Syriens Wiederaufbau und misst dabei dem BMZ eine zentrale Rolle bei. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit im Zusammenspiel mit privaten und multilateralen Investitionen trägt maßgeblich dazu bei, in Syrien die Lebensbedingungen zu verbessern und auch Rückkehroptionen zu eröffnen. Dabei fokussiert sich das BMZ in seinem Syrienengagement auf folgende Bereiche: Verbesserung der Grundversorgung der …
Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Abgeordneter, die Bundesregierung unterstützt Syriens Wiederaufbau und misst dabei dem BMZ eine zentrale Rolle bei. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit im Zusammenspiel mit privaten und multilateralen Investitionen trägt maßgeblich dazu bei, in Syrien die Lebensbedingungen zu verbessern und auch Rückkehroptionen zu eröffnen. Dabei fokussiert sich das BMZ in seinem Syrienengagement auf folgende Bereiche: Verbesserung der Grundversorgung der syrischen Bevölkerung, Rehabilitierung der massiv zerstörten Infrastruktur, Beschäftigungsförderung und Staatsaufbau. So setzt das BMZ aktuell ein neues Wohnraumprogramm auf, welches die syrische Regierung bei der Ausarbeitung einer nationalen Wohnraumstrategie unterstützt und Wohnungen für Binnenvertriebene und sowie Rückkehrende schafft. Zudem fördert das BMZ ein Vorhaben, welches Dokumente und Informationen zu Wohn-, Land- und Eigentumsrechten während des Krieges gesammelt, gesichert und systematisch archiviert hat. Damit haben wir die Grundlage dafür geschaffen, dass Rückkehrende ihre Eigentumsrechte in Syrien künftig wirksam geltend machen können. Die entwicklungspolitische Zusammenarbeit der Bundesregierung verfolgt in Syrien das Ziel, den Übergangsprozess zu unterstützen, ein friedliches Zusammenleben zu fördern und würdige Lebensbedingungen zu schaffen – für alle Syrerinnen und Syrer.
Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär, Frau Ministerin Radovan hat Anfang dieses Jahres ausdrücklich dafür geworben, dass Syrer beim Wiederaufbau ihrer Heimat helfen können, ohne ihren Aufenthaltsstatus in Deutschland zu verlieren. Der Wiederaufbau Syriens muss aber auch die Voraussetzungen schaffen, dass möglichst viele Menschen freiwillig und dauerhaft in ihre Heimat zurückkehren können. Schließlich braucht Syrien für seinen Wiederaufbau gerade die gut ausgebildeten …
Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär, Frau Ministerin Radovan hat Anfang dieses Jahres ausdrücklich dafür geworben, dass Syrer beim Wiederaufbau ihrer Heimat helfen können, ohne ihren Aufenthaltsstatus in Deutschland zu verlieren. Der Wiederaufbau Syriens muss aber auch die Voraussetzungen schaffen, dass möglichst viele Menschen freiwillig und dauerhaft in ihre Heimat zurückkehren können. Schließlich braucht Syrien für seinen Wiederaufbau gerade die gut ausgebildeten Fachkräfte, die heute im Ausland leben, unter anderem natürlich auch in Deutschland. Welchen konkreten Stellenwert räumt Ihr Ministerium deshalb der Förderung einer dauerhaften Rückkehr gegenüber Programmen ein, die lediglich eine zeitweilige Mitwirkung beim Wiederaufbau ermöglichen?
Herr Abgeordneter, wie ich gerade beschrieben habe, geht es für uns vor allen Dingen darum, erst mal die Lebensgrundlagen in Syrien sicherzustellen, das heißt, dafür zu sorgen, dass so etwas wie die Grundversorgung der Bevölkerung wirklich möglich ist. In meiner Vorverwendung war ich mal Bürgermeister, und da guckt man schon: Sind eigentlich alle Dinge der Daseinsvorsorge vorhanden, also zum Beispiel …
Herr Abgeordneter, wie ich gerade beschrieben habe, geht es für uns vor allen Dingen darum, erst mal die Lebensgrundlagen in Syrien sicherzustellen, das heißt, dafür zu sorgen, dass so etwas wie die Grundversorgung der Bevölkerung wirklich möglich ist. In meiner Vorverwendung war ich mal Bürgermeister, und da guckt man schon: Sind eigentlich alle Dinge der Daseinsvorsorge vorhanden, also zum Beispiel Straßen, Wege, Plätze, Wasser, Abwasserentsorgung – ganz besonders wichtig –, aber auch öffentliche Infrastruktur? Und wir helfen dabei, dass diese Grundversorgung möglich ist. Außerdem helfen wir dabei, die Infrastruktur, die massiv zerstört ist, zu rehabilitieren. Und wir schaffen Beschäftigungsförderung. Das bedeutet, dass die Menschen dort nicht nur wohnen, sondern letzten Endes auch einer Beschäftigung nachgehen und für sich damit eine Perspektive in dem Land erarbeiten können. Und wir sorgen dafür, dass es einen ordnungsgemäßen Staatsaufbau gibt. All diese Dinge tun wir vor allen Dingen mit Fokus darauf, dass Syrerinnen und Syrer in diesem Land eine Perspektive für sich erkennen. Und dann ergibt sich mittelfristig daraus auch eine Rückkehroption für den einen oder anderen, nicht als Erstes. Das ist nicht der Beginn des Prozesses, sondern das Ende des Prozesses.
Also als Bürgermeister müssten Sie ja wissen, dass Geld das eine ist und dass die Fachkräfte, die wissen, wie man eine Straße und einen Kanal baut, das andere sind; und die sind ja bekanntlich im Ausland, teilweise bei uns. Deswegen wäre natürlich die Rückkehr auch wichtig, um das vor Ort zu leisten. Aber meine zweite Nachfrage: Bundeskanzler Merz hat nach …
Also als Bürgermeister müssten Sie ja wissen, dass Geld das eine ist und dass die Fachkräfte, die wissen, wie man eine Straße und einen Kanal baut, das andere sind; und die sind ja bekanntlich im Ausland, teilweise bei uns. Deswegen wäre natürlich die Rückkehr auch wichtig, um das vor Ort zu leisten. Aber meine zweite Nachfrage: Bundeskanzler Merz hat nach seinem Treffen mit dem syrischen Präsidenten im März dieses Jahres öffentlich erklärt, dass nach dem Wunsch des syrischen Präsidenten innerhalb von drei Jahren rund 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer zurückkehren sollen. – Welchen konkreten Beitrag soll die deutsche Entwicklungszusammenarbeit dazu leisten, dass eine solche Rückkehrbewegung innerhalb der nächsten drei Jahre möglich ist?
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, mir geht es darum, noch mal deutlich zu machen, dass wir die gesamte syrische Bevölkerung unterstützen, also nicht nur die, die rückkehren wollen, sondern auch die, die dort leben und die planen, zurückzukommen. Übrigens: Es sind fast 1 Million Menschen zurück nach Syrien gekommen. Und deswegen hat das Land auch unsere Unterstützung verdient. Wenn Sie nach …
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, mir geht es darum, noch mal deutlich zu machen, dass wir die gesamte syrische Bevölkerung unterstützen, also nicht nur die, die rückkehren wollen, sondern auch die, die dort leben und die planen, zurückzukommen. Übrigens: Es sind fast 1 Million Menschen zurück nach Syrien gekommen. Und deswegen hat das Land auch unsere Unterstützung verdient. Wenn Sie nach Rückkehrentscheidungen syrischer Staatsangehöriger fragen: Diese sind abhängig davon, wie die Sicherheits- und Menschenrechtslage vor Ort ist, wie die Möglichkeiten für Unterkunft und Wohnen sind, was mit der Familie ist usw. Was ich damit sagen will: Die Rückkehrentscheidungen sind superindividuell und können jetzt so nicht dargelegt werden.
Gut, ich lasse jetzt noch zwei Nachfragen aus der AfD zu, und dann kommen wir zur Frage 3. Das ist einmal Stephan Brandner und dann Rocco Kever. – Herr Brandner.
Danke schön. – Die superindividuellen Rückkehrentscheidungen sind ja woanders schon getroffen worden. 1,6 Millionen Syrer sind seit Kriegsende vor zwei Jahren zurückgekehrt – aus Afghanistan, aus der Türkei, aus Jordanien. 1,6 Millionen! Wir haben knapp 1 Million Syrer im Land; von denen sind erst ungefähr 5 000 zurückgekehrt. Die Zahlen klaffen ja meilenweit auseinander. Wie kann es sein, dass die …
Danke schön. – Die superindividuellen Rückkehrentscheidungen sind ja woanders schon getroffen worden. 1,6 Millionen Syrer sind seit Kriegsende vor zwei Jahren zurückgekehrt – aus Afghanistan, aus der Türkei, aus Jordanien. 1,6 Millionen! Wir haben knapp 1 Million Syrer im Land; von denen sind erst ungefähr 5 000 zurückgekehrt. Die Zahlen klaffen ja meilenweit auseinander. Wie kann es sein, dass die Syrer einmal individuell so entscheiden und einmal individuell anders entscheiden? Und auf der anderen Seite: 200 Milliarden Euro sind ungefähr der Bedarf, um Syrien wieder aufzubauen. Wie viele Kosten kommen da auf Deutschland zu?
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, den letzten Teil der Frage kann ich nicht beantworten, weil das noch nicht ernsthaft berechnet worden ist und auch nicht nur das BMZ betrifft, sondern das ist ein Auftrag, der insgesamt angegangen und auch noch mal in einem internationalen Kontext betrachtet werden muss. Denn es kommt ja darauf an, wie man aufbaut. Es geht nicht einfach …
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, den letzten Teil der Frage kann ich nicht beantworten, weil das noch nicht ernsthaft berechnet worden ist und auch nicht nur das BMZ betrifft, sondern das ist ein Auftrag, der insgesamt angegangen und auch noch mal in einem internationalen Kontext betrachtet werden muss. Denn es kommt ja darauf an, wie man aufbaut. Es geht nicht einfach nur um „Aufbauen und fertig“, sondern auch um „build back better“, um das Ganze in eine Zukunft zu bringen. Ich bleibe dabei, auch wenn Ihnen das nicht gefällt: Rückkehrentscheidungen sind individuelle Entscheidungen, die nach den jeweiligen Lebensumständen getroffen werden. Und wenn aus anderen Ländern, zum Beispiel Afghanistan, Menschen wieder nach Syrien zurückgekehrt sind, zeigt mir das persönlich, dass die Lebensbedingungen in Afghanistan noch schlimmer gewesen sein müssen als die, die in Syrien vor ihnen liegen. Das ist für die Syrer in Deutschland definitiv nicht der Fall, und ich bin stolz darauf, dass das so ist. Beifall: SPD (einzelne Abg.)Beifall: Claudia Roth (Grüne)
Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär, vielen lieben Dank. Jetzt noch mal eine explizite Nachfrage: Plant die Bundesregierung, die EZ-Mittel in Syrien stärker darauf zu konzentrieren, Projekte zu fördern, welche die Remigration bzw. die Rückkehr der hierzulande lebenden syrischen Flüchtlinge leichter machen?
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, wir versuchen, die Lebensbedingungen der Menschen, die in Syrien leben, dadurch zu verbessern, dass wir die Grundversorgung und die Infrastruktur verbessern, den Staatsaufbau fördern und Beschäftigungsförderung einrichten. Damit wollen wir in diesem Land ein Leben in Würde möglich machen. Alle weiteren Konsequenzen, die sich daraus ergeben, überlasse ich Ihrer Interpretation. Beifall: SPDBeifall: Grüne (einzelne Abg.)
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Wer sich mit der Situation in Syrien ein bisschen genauer befasst, kann, glaube ich, relativ schnell feststellen, dass es da praktisch keine Lebensgrundlage für Menschen gibt. Von den ungefähr 24 Millionen Menschen, die dort leben, sind 15 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen; 90 Prozent davon leben in Armut. Gleichzeitig gibt es aber viele Syrerinnen und …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Wer sich mit der Situation in Syrien ein bisschen genauer befasst, kann, glaube ich, relativ schnell feststellen, dass es da praktisch keine Lebensgrundlage für Menschen gibt. Von den ungefähr 24 Millionen Menschen, die dort leben, sind 15 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen; 90 Prozent davon leben in Armut. Gleichzeitig gibt es aber viele Syrerinnen und Syrer hier in Deutschland, die durchaus bereit sind, sich auch in ihrer Heimat einzubringen. Inwiefern setzen Sie sich gegenüber dem BMI auch für sogenannte Go-and-See-Visa ein, die eben nicht sofort bedeuten, dass der Schutzstatus und der Aufenthaltstitel verloren gehen? Beifall: Grüne
Frau Abgeordnete, vielen Dank für die Frage. – Die Bundesregierung ist in dieser Frage schon über lange Zeit in einem kontinuierlichen Austausch, und dieser Austausch findet weiterhin statt. Lachen: Grüne (einzelne Abg.)↳ Dr. Jan-Niclas Gesenhues (Grüne): »Da muss er selber lachen!«
Damit kommen wir zur nächsten Frage. Ich rufe die Frage 3 des Abgeordneten Dr. Ingo Hahn auf: Nach welchen messbaren Kriterien bewertet das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung den Erfolg seiner Entwicklungsprojekte, für die jährlich Steuergelder in Milliardenhöhe eingesetzt werden?
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Abgeordneter, einer Ihrer Fraktionskollegen hat in der vergangenen Woche eine ganz ähnliche Frage gestellt, die wir bereits beantwortet haben. Insofern empfehle ich an dieser Stelle auch einen Austausch innerhalb Ihrer Fraktion. Lassen Sie mich aber Folgendes dazu ergänzen: Wirksamkeit und Evidenz sind zentrale Steuerungsprinzipien der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Wirksamkeit laufender Vorhaben wird anhand …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Abgeordneter, einer Ihrer Fraktionskollegen hat in der vergangenen Woche eine ganz ähnliche Frage gestellt, die wir bereits beantwortet haben. Insofern empfehle ich an dieser Stelle auch einen Austausch innerhalb Ihrer Fraktion. Lassen Sie mich aber Folgendes dazu ergänzen: Wirksamkeit und Evidenz sind zentrale Steuerungsprinzipien der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Wirksamkeit laufender Vorhaben wird anhand vereinbarter Ziele, anhand von Indikatoren und Wirkungsketten bewertet, die von den Durchführungsorganisationen laufend nachgehalten werden, und diese berichten regelmäßig dazu. Die einzelnen Indikatoren unterscheiden sich jedoch von Projekt zu Projekt. Indikatoren können beispielsweise der Anteil der Haushalte mit sicherem Zugang zu Trinkwasser sein oder aber der Ertrag pro Hektar von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Darüber hinaus verfügt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit über ein unabhängiges Evaluierungsinstitut sowie über ein Evaluierungssystem, welches sicherstellt, dass Vorhaben gemäß den strengen internationalen Standards, den OECD-DAC-Kriterien, geprüft werden.
Ja. – Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär, vielen Dank für Ihre Ausführungen. – Tatsache ist aber: In Deutschland verfallen Schulen, unsere Brücken sind marode, die Kommunen haben kaum noch Geld, ihre eigenen Pflichtaufgaben zu erfüllen. Gleichzeitig hat diese Bundesregierung Milliarden für solche Entwicklungsprojekte, obwohl es im eigenen Land immer schlechter wird. Wir hatten heute hier im Plenum die Regierungserklärung von Ihrem …
Ja. – Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär, vielen Dank für Ihre Ausführungen. – Tatsache ist aber: In Deutschland verfallen Schulen, unsere Brücken sind marode, die Kommunen haben kaum noch Geld, ihre eigenen Pflichtaufgaben zu erfüllen. Gleichzeitig hat diese Bundesregierung Milliarden für solche Entwicklungsprojekte, obwohl es im eigenen Land immer schlechter wird. Wir hatten heute hier im Plenum die Regierungserklärung von Ihrem Bundeskanzler, und wir haben alle gesehen: Reformen sind notwendig. Aber tatsächlich ist es so, dass die Reformen nicht in Gang kommen. Nein, die Zustände in diesem Land werden immer schlechter. Die Auffassung der AfD ist: Es ist falsch, hier dieses Geld reinzugeben. Im Gegenteil: Diese Staaten müssten auch selbst schauen, dass ihre Entwicklungsprojekte vorankommen. – Das muss man ja gewichten. Denn wir haben auch nicht Geld ohne Ende, auch wenn Sie hier Schulden ohne Ende machen. Die Finanzierung dieser ausländischen Entwicklungsprojekte wird bei Ihnen über die notwendigen Reformen in Deutschland gestellt, und genau deshalb kommen sie nicht in Fahrt. Warum tun Sie das?
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich glaube, es ist an der Zeit, noch mal über die Erfolgsgeschichten der Entwicklungszusammenarbeit in der jüngeren Vergangenheit zu sprechen, damit diese Geschichte, wir würden Milliarden in der Welt verschenken, noch mal widerlegt wird. Seit 2000 hat sich die weltweite Kindersterblichkeit mehr als halbiert. In meinem Wahlkreis treffe ich nur Menschen, die das gut finden. Im …
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich glaube, es ist an der Zeit, noch mal über die Erfolgsgeschichten der Entwicklungszusammenarbeit in der jüngeren Vergangenheit zu sprechen, damit diese Geschichte, wir würden Milliarden in der Welt verschenken, noch mal widerlegt wird. ↳ Bernd Schattner (AfD): »Da kann nichts widerlegt werden!« Seit 2000 hat sich die weltweite Kindersterblichkeit mehr als halbiert. In meinem Wahlkreis treffe ich nur Menschen, die das gut finden. Im gleichen Zeitraum ist die Müttersterblichkeit um über ein Drittel gesunken. Seit 1990 ist die Zahl der Menschen in Armut um zwei Drittel gesunken. Polio, auch bekannt als Kinderlähmung, wurde fast ausgerottet. HIV ist kein Todesurteil mehr. Selbst in ärmeren Ländern gibt es erschwingliche Medikamente. Infektionskrankheiten wie Malaria oder Tuberkulose wurden stark zurückgedrängt. ↳ Bernd Schattner (AfD) Es gibt Hoffnung für Menschen in Malariagebieten, dort auch leben zu können und vor allen Dingen Kinder zu impfen. Neue Impfstoffe wurden gefunden, zum Beispiel gegen Ebola und Malaria, was natürlich letzten Endes auch für uns Sicherheit im Land bedeutet. Und wir haben in Bildung investiert. Viele Kinder, insbesondere Mädchen, besuchten zum ersten Mal eine Schule – selbst in Krisengebieten. Da von „Verschenken von Geld“ zu sprechen, halte ich für unangemessen. Beifall: SPDBeifall: GrüneBeifall: Union (einzelne Abg.)
Ja, ich habe noch eine Nachfrage, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär, Ägypten baut für Milliarden eine neue Hauptstadt; Indonesien tut das Gleiche. Marokko wird die Fußballweltmeisterschaft ausrichten und steckt Milliarden in dieses Projekt. Gleichzeitig kriegen genau diese Länder von uns Deutschen, von unserem deutschen Steuergeld Milliarden an Entwicklungshilfe. Meiner Meinung nach ist das paradox. Warum sollte der deutsche Steuerzahler hier …
Ja, ich habe noch eine Nachfrage, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär, Ägypten baut für Milliarden eine neue Hauptstadt; Indonesien tut das Gleiche. ↳ Claudia Roth (Grüne) Marokko wird die Fußballweltmeisterschaft ausrichten und steckt Milliarden in dieses Projekt. Gleichzeitig kriegen genau diese Länder von uns Deutschen, von unserem deutschen Steuergeld Milliarden an Entwicklungshilfe. Meiner Meinung nach ist das paradox. Warum sollte der deutsche Steuerzahler hier Milliarden reintun, ↳ David Mandrella (SPD): »Welche Milliarden?«↳ Sanae Abdi (SPD): »Das stimmt doch nicht!«↳ Claudia Roth (Grüne): »Nicht Milliarden! Von was reden Sie denn?« wenn im eigenen Land gleichzeitig die Infrastruktur verkommt? Beifall: AfD (einzelne Abg.)
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich weiß jetzt nicht genau, auf welche Projekte Sie rekurrieren; aber ich kann Ihnen sagen, dass in diesen Ländern, die Sie erwähnt haben, ganz viele sogenannte Entwicklungsprojekte, wie Sie sie nennen, Projekte der finanziellen Zusammenarbeit sind. Wir sorgen mit unserem Einsatz in multilateralen Entwicklungsbanken dafür, dass dort Kredite zur Verfügung gestellt werden – vielleicht zu besseren …
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich weiß jetzt nicht genau, auf welche Projekte Sie rekurrieren; aber ich kann Ihnen sagen, dass in diesen Ländern, die Sie erwähnt haben, ganz viele sogenannte Entwicklungsprojekte, wie Sie sie nennen, Projekte der finanziellen Zusammenarbeit sind. ↳ Claudia Roth (Grüne): »Genau!« Wir sorgen mit unserem Einsatz in multilateralen Entwicklungsbanken dafür, dass dort Kredite zur Verfügung gestellt werden – ↳ Claudia Roth (Grüne): »Kredite!« vielleicht zu besseren Konditionen als die, die sie in ihrem eigenen Land kriegen –, um sinnvolle entwicklungspolitische Maßnahmen voranzutreiben. ↳ David Mandrella (SPD): »Genau! Es kommt was zurück!« Das Geld kommt übrigens zurück – und by the way, um auch ein Geheimnis zu verraten: mit Zins und Zinseszins. Beifall: SPDBeifall: Grüne (einzelne Abg.)Beifall: Dr. Wolfgang Stefinger (Union)↳ Dr. Ingo Hahn (AfD)
Ich rufe die Frage 4 des Abgeordneten Bernd Schattner auf: Welche Ziele und Schwerpunkte setzt sich die Bundesregierung im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in dieser Legislatur? Das ist hier heute BMZ-Zeit. – Also dann: Auf geht’s!
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Ich finde es sehr angenehm, dass heute BMZ-Zeit ist. – Bundesministerin Alabali Radovan hat für die deutsche Entwicklungspolitik in dieser Legislaturperiode im Januar einen ambitionierten Reformplan mit klaren Zielen vorgelegt, der aktuell umgesetzt wird. Wir leben in einer Zeit historischer Umbrüche. Diese Umbrüche sind nicht nur Herausforderungen, sondern sie sind auch Chancen, wenn man sie …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Ich finde es sehr angenehm, dass heute BMZ-Zeit ist. – Bundesministerin Alabali Radovan hat für die deutsche Entwicklungspolitik in dieser Legislaturperiode im Januar einen ambitionierten Reformplan mit klaren Zielen vorgelegt, der aktuell umgesetzt wird. Wir leben in einer Zeit historischer Umbrüche. Diese Umbrüche sind nicht nur Herausforderungen, sondern sie sind auch Chancen, wenn man sie als solche sehen will. Es bietet sich die Chance, Deutschlands Rolle zu stärken und internationale Solidarität zukunftsfähig zu machen. Die Entwicklungspolitik übernimmt damit Verantwortung, vertieft internationale Partnerschaften und gestaltet Deutschlands Rolle in der Welt aktiv mit. Die deutsche Entwicklungspolitik wird damit strategischer, sie wird fokussierter, und sie wird zugleich partnerschaftlicher. Sie verfolgt vier übergeordnete Ziele: erstens, Armut, Hunger und Ungleichheit zu überwinden sowie Rechtsstaatlichkeit und zivilgesellschaftliche Räume zu schützen, zweitens, Frieden und Stabilität sowie nachhaltige Sicherheit zu fördern, drittens, wirtschaftliche Zusammenarbeit für nachhaltiges und gerechtes Wachstum zu ermöglichen, und viertens, strategische Allianzen für globale Lösungen und das multilaterale System zu stärken. Diese Ziele zeigen ein klares Bekenntnis zu einer wertebasierten Entwicklungspolitik mit einer interessengeleiteten strategischen Ausrichtung.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär, nach vorläufigen Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, für das Jahr 2025 ist Deutschland ja mittlerweile zum ersten Mal der weltweit größte Geber von offizieller Entwicklungshilfe nach ODA-Berechnung. Das liegt vor allem an drastischen US-Kürzungen und der Schließung der amerikanischen Entwicklungshilfebehörde durch Donald Trump, der sein Geld lieber in Amerika …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär, nach vorläufigen Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, für das Jahr 2025 ist Deutschland ja mittlerweile zum ersten Mal der weltweit größte Geber von offizieller Entwicklungshilfe nach ODA-Berechnung. Das liegt vor allem an drastischen US-Kürzungen und der Schließung der amerikanischen Entwicklungshilfebehörde durch Donald Trump, der sein Geld lieber in Amerika ausgibt als in der ganzen Welt. ↳ Dr. Johannes Fechner (SPD): »Nach Russland will er es schicken!«↳ Claudia Roth (Grüne): »Nach Russland!« Nach vorläufigen Zahlen liegen wir damit mit 26 Milliarden Euro mittlerweile noch vor den USA, welche durch die Kürzungen um 56 Prozent die Spitzenposition an uns in Deutschland abgegeben hat. Ist es bei rund 200 Milliarden Euro Neuverschuldung im nächsten Jahr nicht an der Zeit, darüber nachzudenken, nicht nur 500 Millionen Euro einzusparen, sondern wirklich mal echte Kürzungen im Haushalt vorzunehmen, damit deutsches Steuergeld in Deutschland für deutsche Bürger verwendet werden kann?
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich habe es in einer der vorherigen Antworten schon mal gesagt: Es gibt zusammen mit der Bundesministerin einen Appell und Aufruf der deutschen Wirtschaft, mehr für Entwicklungszusammenarbeit zu tun. Dieser Aufruf rekurriert darauf, dass die Erkenntnis der deutschen Wirtschaft ist, dass für jeden Euro, den wir investierten, 2,50 Euro wieder zurückkommen. Hunderttausende Arbeitsplätze in der Bundesrepublik …
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich habe es in einer der vorherigen Antworten schon mal gesagt: Es gibt zusammen mit der Bundesministerin einen Appell und Aufruf der deutschen Wirtschaft, mehr für Entwicklungszusammenarbeit zu tun. Dieser Aufruf rekurriert darauf, dass die Erkenntnis der deutschen Wirtschaft ist, dass für jeden Euro, den wir investierten, 2,50 Euro wieder zurückkommen. Hunderttausende Arbeitsplätze in der Bundesrepublik Deutschland hängen davon ab, dass wir gute Verhältnisse zu unseren Partnerländern haben und gute Exportmärkte bereitstellen können. Deswegen ist das – seien Sie mir nicht böse – eine Rechnung, die in die völlig falsche Richtung geht. Und lassen Sie mich dazu noch einen letzten Satz sagen: Wenn Sie immer nur bis zum eigenen Tellerrand gucken, dann werden Sie irgendwann in Ihrer eigenen Suppe ertrinken, weil Sie dann keine Partner haben werden, die Ihnen in schwierigen Situationen helfen, mit Ihnen Wirtschaft zu betreiben. Wirtschaft funktioniert einfach anders, als Sie sich das vorstellen. Beifall: SPDBeifall: Union (einzelne Abg.)Beifall: Claudia Roth (Grüne)
Das sehen wir dann, wenn wir nach der nächsten Bundestagswahl regieren. ↳ Dr. Johannes Fechner (SPD): »Träum weiter! Ihr kriegt es ja nicht einmal in Sachsen-Anhalt hin!«↳ Claudia Roth (Grüne): »Bitte was?« Aber noch eine Nachfrage.
Nicht schlimm. – Rund 17 Prozent der deutschen Entwicklungshilfeleistungen entfielen letztes Jahr auf die Versorgung und Unterbringung von sogenannten Geflüchteten in Deutschland. Diese zählen gemäß der international vereinbarten Berechnungsmethode im ersten Jahr nach Ankunft zu den Entwicklungshilfeleistungen. Allein hier betrugen die Kosten 4,3 Milliarden Euro. Wäre es nicht im Sinne des deutschen Steuerzahlers notwendig, darüber nachzudenken, zum Beispiel Entwicklungshilfe nur …
Nicht schlimm. – Rund 17 Prozent der deutschen Entwicklungshilfeleistungen entfielen letztes Jahr auf die Versorgung und Unterbringung von sogenannten Geflüchteten in Deutschland. Diese zählen gemäß der international vereinbarten Berechnungsmethode im ersten Jahr nach Ankunft zu den Entwicklungshilfeleistungen. Allein hier betrugen die Kosten 4,3 Milliarden Euro. Wäre es nicht im Sinne des deutschen Steuerzahlers notwendig, darüber nachzudenken, zum Beispiel Entwicklungshilfe nur noch dann zu zahlen, wenn diese Länder auch bereit sind, Flüchtlinge, die hier ihr Aufenthaltsrecht verwirkt haben, zurückzunehmen – also sprich: Entwicklungshilfe nur noch gegen Rücknahme Illegaler, die Deutschland verlassen müssen?
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, das ist eine Frage, die Sie jetzt an die Bundesregierung richten. Ich bin aber Staatssekretär im BMZ. Ob das sinnvoller wäre, ist eine Frage, die Sie ans Bundesinnenministerium zu stellen hätten. Erlauben Sie mir aber trotzdem noch mal den Kommentar, dass die aktive deutsche Entwicklungspolitik auch ein wichtiger Türöffner Deutschlands ist und für Sicherheit und Wohlstand …
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, das ist eine Frage, die Sie jetzt an die Bundesregierung richten. Ich bin aber Staatssekretär im BMZ. Ob das sinnvoller wäre, ist eine Frage, die Sie ans Bundesinnenministerium zu stellen hätten. Erlauben Sie mir aber trotzdem noch mal den Kommentar, dass die aktive deutsche Entwicklungspolitik auch ein wichtiger Türöffner Deutschlands ist und für Sicherheit und Wohlstand sorgt. Unsere Sicherheit und unser Wohlstand beruhen auf der Weltoffenheit der Bundesrepublik Deutschland, ebenso wie unser wirtschaftlicher Erfolg. Beifall: SPD
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär, ich möchte auch noch mal an die eben gestellte Frage anknüpfen. Da sich die AfD ja immer wieder für die Situation der Geflüchteten interessiert: Können Sie vielleicht noch mal ausführen, inwiefern das BMZ mit seiner Arbeit dazu beiträgt, Fluchtursachen international zu bekämpfen, und wie es verhindert, dass Menschen sich weltweit auf die Flucht …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär, ich möchte auch noch mal an die eben gestellte Frage anknüpfen. Da sich die AfD ja immer wieder für die Situation der Geflüchteten interessiert: Können Sie vielleicht noch mal ausführen, inwiefern das BMZ mit seiner Arbeit dazu beiträgt, Fluchtursachen international zu bekämpfen, und wie es verhindert, dass Menschen sich weltweit auf die Flucht begeben oder im Mittelmeer ertrinken? ↳ Bernd Schattner (AfD): »Dafür kommen hier noch ganz schön viele an!« Vielleicht könnten Sie dazu noch mal ausführen. – Danke.
Vielen Dank, Frau Kollegin. – Das ist natürlich etwas, das sich durch unsere ganzen Maßnahmen zieht; denn wir sichern Lebensverhältnisse, wir sorgen dafür, dass Leben in Würde möglich ist. Wir wollen erreichen, dass Menschen nicht vor Krisen fliehen müssen, die zum Beispiel durch den Klimawandel entstanden sind; wir wollen erreichen, dass Menschen nicht fliehen müssen, weil sie nicht wissen, wie …
Vielen Dank, Frau Kollegin. – Das ist natürlich etwas, das sich durch unsere ganzen Maßnahmen zieht; denn wir sichern Lebensverhältnisse, wir sorgen dafür, dass Leben in Würde möglich ist. Wir wollen erreichen, dass Menschen nicht vor Krisen fliehen müssen, die zum Beispiel durch den Klimawandel entstanden sind; wir wollen erreichen, dass Menschen nicht fliehen müssen, weil sie nicht wissen, wie sie ihre Familie ernähren können. Wir versuchen, sicherzustellen, dass Menschen auch berufliche Perspektiven haben und dass Bildung möglich ist. All das sind natürlich Dinge, die auch dazu führen, dass Menschen ihr Land nicht verlassen. Man könnte das auch Fluchtursachenbekämpfung nennen. Ehrlicherweise ist es mir aber besonders wichtig, noch mal zu sagen, dass es mir nicht darum geht, alles zu tun, damit diese Menschen nicht flüchten, sondern mir geht es darum, alles zu tun, damit diese Menschen ein Leben in Würde führen können; denn das haben sie verdient. Beifall: SPDBeifall: Union (einzelne Abg.)
Vielen Dank. – In Ihrem eigenen Reformplan erklären Sie, die deutsche Entwicklungspolitik solle künftig strategischer werden und stärker auch deutschen Interessen dienen. Entscheidend ist aber, ob daraus tatsächlich andere Entscheidungen entstehen; denn wenn bisherige Maßnahmen einfach fortgeführt werden, bleibt die Neuausrichtung ein bloßes Versprechen. Welche konkreten bisherigen Förderprioritäten wird die Bundesregierung zugunsten deutscher Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen zurückstellen?
Herr Abgeordneter, vielen Dank für die Frage. – Wir sind das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Das heißt, wirtschaftliche Zusammenarbeit gehört dazu. Wir sind aber nicht das Bundesministerium für Außenhandelsförderung und auch nicht das für Außenwirtschaftsförderung. Trotzdem legen wir einen großen Fokus darauf, deutsche Unternehmen stärker in unsere Maßnahmen einzubinden, weil das auch ein Auftrag aus dem Koalitionsvertrag ist. …
Herr Abgeordneter, vielen Dank für die Frage. – Wir sind das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Das heißt, wirtschaftliche Zusammenarbeit gehört dazu. Wir sind aber nicht das Bundesministerium für Außenhandelsförderung und auch nicht das für Außenwirtschaftsförderung. Trotzdem legen wir einen großen Fokus darauf, deutsche Unternehmen stärker in unsere Maßnahmen einzubinden, weil das auch ein Auftrag aus dem Koalitionsvertrag ist. Das machen wir auf vielen Ebenen. So hat die Bundesministerin im Oktober des letzten Jahres eine viel beachtete Wirtschaftskonferenz einberufen. Ich persönlich führe viele Werkstattgespräche mit CEOs, um die Hindernisse zu erkennen und dafür zu sorgen, dass deutsches Geschäft in Zukunft stärker möglich ist. Beifall: SPD
Vielen herzlichen Dank. – Sehr geehrter Herr Staatssekretär, es gibt einen Beschluss des CDU-Präsidiums: „Was jetzt passieren muss“. Ich darf daraus zitieren: „Entwicklungshilfe für Länder, die Flüchtlinge nicht zurücknehmen, streichen. Staaten, die sich weigern, bei der Rückführung mitzuwirken, oder offenkundig gegen deutsche Interessen agieren, sollen ab sofort keine oder nur eine deutlich reduzierte bilaterale staatliche Entwicklungszusammenarbeit erhalten.“ Was sagen Sie …
Vielen herzlichen Dank. – Sehr geehrter Herr Staatssekretär, es gibt einen Beschluss des CDU-Präsidiums: „Was jetzt passieren muss“. Ich darf daraus zitieren: „Entwicklungshilfe für Länder, die Flüchtlinge nicht zurücknehmen, streichen. Staaten, die sich weigern, bei der Rückführung mitzuwirken, oder offenkundig gegen deutsche Interessen agieren, sollen ab sofort keine oder nur eine deutlich reduzierte bilaterale staatliche Entwicklungszusammenarbeit erhalten.“ Beifall: AfD↳ Bernd Schattner (AfD): »Da kann man klatschen!« Was sagen Sie zu diesem Beschluss des CDU-Präsidiums, und gehen Sie da auch in eine intensive Konsultation?
Sehr verehrte Kollegin, diesen Beschluss habe ich zur Kenntnis genommen. Mit Sicherheit gibt es innerhalb der Bundesregierung eine Diskussion zu dieser Frage; aber diese Diskussion ist längst nicht abgeschlossen. Wie meine Position dazu ist, können Sie sicher erahnen. ↳ Claudia Roth (Grüne): »Ja!«
Ich weise noch mal darauf hin, dass wir die Nachfragen in Bezug auf die Hauptfrage stellen. Das ist jetzt hier zweimal nicht wirklich gut gelungen. Vielleicht können Sie bei den nächsten Fragen und Antworten darauf achten. Wir kommen jetzt zur Frage 5 des Abgeordneten Bernd Schattner: Sieht die Bundesregierung weitere Einsparmöglichkeiten im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, und, wenn …
Ich weise noch mal darauf hin, dass wir die Nachfragen in Bezug auf die Hauptfrage stellen. Das ist jetzt hier zweimal nicht wirklich gut gelungen. Vielleicht können Sie bei den nächsten Fragen und Antworten darauf achten. Wir kommen jetzt zur Frage 5 des Abgeordneten Bernd Schattner: Sieht die Bundesregierung weitere Einsparmöglichkeiten im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, und, wenn ja, wofür könnten diese Einsparungen genutzt werden (www.tagesspiegel.de/kurzung-um-500-millionen-euro-bei-der-entwicklungszusammenarbeit-wir-mussten-schmerzhafte-entscheidungen-treffen-16036883.html)? Noch mal BMZ.
Das können wir Ihnen nicht ersparen, Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Abgeordneter, die Frage war ja, ob wir noch weiteres Einsparpotenzial sehen. Die Antwort lautet: Nein. – Aber lassen Sie mich dazu noch ein bisschen mehr sagen. Das Bundeskabinett hat im Regierungsentwurf für das Jahr 2027 über den Mittelansatz des Einzelplans 23 entschieden. Damit sinkt der BMZ-Haushalt gegenüber 2026 …
Das können wir Ihnen nicht ersparen, Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Abgeordneter, die Frage war ja, ob wir noch weiteres Einsparpotenzial sehen. Die Antwort lautet: Nein. – Aber lassen Sie mich dazu noch ein bisschen mehr sagen. Das Bundeskabinett hat im Regierungsentwurf für das Jahr 2027 über den Mittelansatz des Einzelplans 23 entschieden. Damit sinkt der BMZ-Haushalt gegenüber 2026 um weitere 580 Millionen Euro. Der Anteil am Bundeshaushalt beträgt nur noch 1,7 Prozent. Dies führt zu schmerzhaften Einschnitten bei der internationalen Zusammenarbeit der Bundesregierung. Insgesamt wurden die Mittel für die Entwicklungspolitik damit seit 2022 um ein Drittel bzw. fast 4,5 Milliarden Euro gekürzt. Insoweit hat das BMZ einen überproportionalen Beitrag zur Konsolidierung des Bundeshaushalts geleistet. Mit den verfügbaren Mitteln können wir nicht mehr alles wie bisher leisten. Deshalb setzen wir klare Prioritäten und konzentrieren unsere Mittel dort, wo sie die größte Wirkung entfalten. Zur Wahrheit gehört auch: Durch die weiteren Einschnitte bei der Entwicklungszusammenarbeit ist die Bundesregierung nur eingeschränkt in der Lage, auf weltweite Krisen zu reagieren, wie etwa nach der Flut in Nepal oder nach möglichen Pandemieausbrüchen, wie zuletzt Ebola in der Demokratischen Republik Kongo. Wo wir zukünftig nicht mehr unterstützen können, ist der Bereich Flucht in Südamerika und Südostasien, was mir persönlich sehr wehtut. Mit dieser Entscheidung haben wir uns besonders schwergetan. In den Bereichen Frieden und Stabilität sowie Flucht konzentriert das BMZ seine Unterstützung auf unsere Nachbarregionen, wie etwa die Ukraine, den Nahen Osten und Nordafrika.
Herr Staatssekretär, wir können gerne zeigen, wo man noch Gelder einsparen könnte. Deutschland unterstützt wirtschaftlich aufstrebende Staaten mit erheblichen Entwicklungshilfeleistungen; unser Professor Dr. Hahn hatte ja schon darauf hingewiesen. Unter anderem erhielt Indien allein 2025 knapp 1,21 Milliarden Euro – 10 Milliarden Euro bis 2030. Gleichzeitig stürzen bei uns die Brücken ein, während Indien bis 2030 geschätzt 22 Milliarden US-Dollar …
Herr Staatssekretär, wir können gerne zeigen, wo man noch Gelder einsparen könnte. Deutschland unterstützt wirtschaftlich aufstrebende Staaten mit erheblichen Entwicklungshilfeleistungen; unser Professor Dr. Hahn hatte ja schon darauf hingewiesen. Unter anderem erhielt Indien allein 2025 knapp 1,21 Milliarden Euro – 10 Milliarden Euro bis 2030. Gleichzeitig stürzen bei uns die Brücken ein, während Indien bis 2030 geschätzt 22 Milliarden US-Dollar in die Raumfahrt investiert, was sich Deutschland nicht mehr leisten kann. Wir sparen gerade mal 500 Millionen Euro ein. Amerika zeigt, wie vorhin schon besprochen, dass deutlich mehr geht. Wäre es nicht sinnvoller, in deutsche Kindergärten, Schulen und Brücken, wie zum Beispiel in Dresden, zu investieren, statt deutsches Steuergeld in der ganzen Welt zu verteilen, und idealerweise dieses Ministerium komplett abzuschaffen? Dann hätten wir nämlich den Bürokratieabbau, den Sie in Ihrer Koalition ja auch anstreben.
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ehrlich gesagt, habe ich gerade das Gefühl, dass die Fragestunde ein bisschen redundant wird. – Es gibt eine breit angelegte Umfrage in der Bundesrepublik Deutschland dazu, was die Menschen eigentlich für angemessen halten, wenn es um die Ausgaben im Bundeshaushalt für Entwicklungszusammenarbeit geht. Die Antwort ist: 10 Prozent. – Die Realität ist: Wir geben 1,7 Prozent …
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ehrlich gesagt, habe ich gerade das Gefühl, dass die Fragestunde ein bisschen redundant wird. – Es gibt eine breit angelegte Umfrage in der Bundesrepublik Deutschland dazu, was die Menschen eigentlich für angemessen halten, wenn es um die Ausgaben im Bundeshaushalt für Entwicklungszusammenarbeit geht. Die Antwort ist: 10 Prozent. – Die Realität ist: Wir geben 1,7 Prozent aus. – Ich weiß also nicht, wie Sie aus Ihren Bürgergesprächen heraus berichten können, dass die Menschen der Meinung sind, wir gäben zu viel dafür aus. Trotzdem lassen Sie mich noch mal sagen, dass Entwicklungspolitik eine Frage der Solidarität und zugleich im deutschen Interesse ist. Das heißt, das gehört zusammen. Wenn die BMZ-Mittel weiter gekürzt würden, würden sich viele innenpolitische Herausforderungen weiter verschärfen. Denken Sie an das, was wir gerade besprochen haben: Fluchtbewegungen, die weltweite Sicherheitslage, zunehmende Extremwetterereignisse und den Klimawandel. Und übrigens: Die Folgen des Klimawandels sehen Sie nicht nur in anderen Ländern, nicht nur in unseren Partnerländern, sondern auch in der Bundesrepublik Deutschland. Unterhalten Sie sich mal mit Landwirtinnen und Landwirten darüber, was das für die Erntezyklen und die Möglichkeit, bestimmte Früchte anzubauen, bedeutet! Oder fahren Sie mal an die Küste, und fragen Sie die Menschen, was sie davon halten, wenn der Meeresspiegel steigt! Beifall: SPDBeifall: Claudia Roth (Grüne)
Ich komme aus dem Landwirtschaftsausschuss. Die Landwirte wären froh, wenn diese Gelder bei ihnen zur Verfügung stünden. Aber das ist ein anderes Thema. Wir haben im nächsten Jahr eine Rekordneuverschuldung – das haben wir heute auch schon gehört – von 200 Milliarden Euro. Die USA – das haben wir auch schon gehört – kürzen die Gelder für die Entwicklungshilfe um …
Ich komme aus dem Landwirtschaftsausschuss. Die Landwirte wären froh, wenn diese Gelder bei ihnen zur Verfügung stünden. Aber das ist ein anderes Thema. ↳ David Mandrella (SPD) Wir haben im nächsten Jahr eine Rekordneuverschuldung – das haben wir heute auch schon gehört – von 200 Milliarden Euro. Die USA – das haben wir auch schon gehört – kürzen die Gelder für die Entwicklungshilfe um 60 Prozent. Man sieht also, es geht. Wir sprechen über rund 30 Milliarden Euro deutsche Steuergelder, die in die Welt gehen. Mit diesen 30 Milliarden Euro könnte man zum Beispiel den Tankrabatt, den wir jetzt gerade mal für drei Monate beschlossen haben, rund drei Jahre lang dem deutschen Steuerzahler zugutekommen lassen. Das wäre Geld, das in Deutschland wirklich sinnvoll verwendet würde. Würden Sie nicht auch sagen, dass das den deutschen Steuerzahlern wesentlich mehr nützen würde als Ihre Entwicklungshilfe, die irgendwo auf der ganzen Welt versickert?
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich muss Ihnen ausdrücklich widersprechen, dass das Geld, das wir in die Lebensbedingungen und in ein Leben in Würde für die Menschen investieren, einfach so versickert. Ich habe Ihnen die Leistungsdaten der deutschen Entwicklungshilfe – unabhängig von der jeweiligen Regierung – in den letzten 20 Jahren noch mal dargelegt. Es sind einfach Menschenleben gerettet worden. Es …
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich muss Ihnen ausdrücklich widersprechen, dass das Geld, das wir in die Lebensbedingungen und in ein Leben in Würde für die Menschen investieren, einfach so versickert. Ich habe Ihnen die Leistungsdaten der deutschen Entwicklungshilfe – unabhängig von der jeweiligen Regierung – in den letzten 20 Jahren noch mal dargelegt. Es sind einfach Menschenleben gerettet worden. Es ist dafür gesorgt worden, dass Menschen in Würde leben können. Ich finde, das ist es letzten Endes wert. Außerdem stellen Sie Zahlen in unterschiedliche Kontexte. Sie verwechseln Entwicklungszusammenarbeit mit finanzieller Zusammenarbeit. Ich helfe Ihnen gerne dabei. Lassen Sie uns dazu gerne uns schriftlich austauschen, aber dann habe ich auch den Anspruch, dass Sie das in der Öffentlichkeit klarstellen. Beifall: SPDBeifall: Union (einzelne Abg.)
Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Staatssekretär! Mein Kollege Herr Schattner hat eben nach dem Einsparpotenzial in Ihrem Ministerium gefragt. Sie wollen nicht so gerne sparen. Aber schauen wir uns das gesamte Budget mal an: über 9 Milliarden Euro. – Das wäre das eigentliche Einsparpotenzial. Sie sind ein qualifizierter Mann. Sie könnten sicherlich auch andere gute Aufgaben übernehmen. Sagen wir mal, es …
Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Staatssekretär! Mein Kollege Herr Schattner hat eben nach dem Einsparpotenzial in Ihrem Ministerium gefragt. Sie wollen nicht so gerne sparen. Aber schauen wir uns das gesamte Budget mal an: über 9 Milliarden Euro. – Das wäre das eigentliche Einsparpotenzial. Sie sind ein qualifizierter Mann. Sie könnten sicherlich auch andere gute Aufgaben übernehmen. Sagen wir mal, es käme eine neue Bundesregierung, die das ganze Ministerium einspart. Dann hätten wir über 9 Milliarden Euro mehr. Sie sprachen von deutschem Interesse. Gäbe es nicht tolle Aufgaben in Deutschland, etwa in Sachen Solidarität etwas zu tun? Wir könnten zum Beispiel Schuldenabbau betreiben. Meine Frage ist: In welche Entwicklungsprojekte würde Sie hierzulande gerne investieren?
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich mag mir das gar nicht vorstellen: Wir sparen das Ministerium ein, streichen die 9 Milliarden Euro und stoßen alle unsere internationalen Partner vor den Kopf. Damit negieren wir all das, was über Jahrzehnte an zivilisatorischer Errungenschaft aufgebaut wurde, und machen diese kaputt. Von daher bin ich für so ein Geschäft nicht zu haben. Um es …
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich mag mir das gar nicht vorstellen: Wir sparen das Ministerium ein, streichen die 9 Milliarden Euro und stoßen alle unsere internationalen Partner vor den Kopf. Damit negieren wir all das, was über Jahrzehnte an zivilisatorischer Errungenschaft aufgebaut wurde, und machen diese kaputt. Von daher bin ich für so ein Geschäft nicht zu haben. Um es klar zu sagen – ich habe gerade darauf hingewiesen –: Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat den höchsten Einsparbeitrag innerhalb der Bundesregierung geleistet. Ich finde, es ist auch mal ein Lob wert, dass wir trotz dieser Einsparungen in der Lage sind, unseren internationalen Verpflichtungen nachzukommen, so gut wir das können. Beifall: SPDBeifall: Union (einzelne Abg.)Beifall: Claudia Roth (Grüne)
Damit kommen wir zur Frage 6 des Abgeordneten Stefan Schröder: Welche konkreten Fortschritte erwartet die Bundesregierung durch die deutsche Beteiligung an der Just Energy Transition Partnership mit Indonesien?
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Abgeordneter, Ziel der Just Energy Transition Partnership ist es, Indonesien bei der Umsetzung einer sozial gerechten Energiewende zu unterstützen. Dabei folgt die JETP dem Grundsatz, den Ausbau erneuerbarer Energien und die Dekarbonisierung des Energiesektors in Indonesien voranzutreiben. Diese Partnerschaft hat bereits zu konkreten Fortschritten geführt. So setzt der neue indonesische Zehn-Jahres-Stromversorgungsplan auf …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Abgeordneter, Ziel der Just Energy Transition Partnership ist es, Indonesien bei der Umsetzung einer sozial gerechten Energiewende zu unterstützen. Dabei folgt die JETP dem Grundsatz, den Ausbau erneuerbarer Energien und die Dekarbonisierung des Energiesektors in Indonesien voranzutreiben. Diese Partnerschaft hat bereits zu konkreten Fortschritten geführt. So setzt der neue indonesische Zehn-Jahres-Stromversorgungsplan auf einen deutlichen Zubau von erneuerbaren Energien von über 60 Prozent. Zudem wird aktuell die Gesetzgebung für ein 100-Gigawatt-Solarprogramm erarbeitet, welches zu einer Beschleunigung des Ausbaus der Solarenergie beitragen soll. Die JETP unterstützt hierbei. Außerdem trägt die JETP dazu bei, die Marktzugangs- und Investitionschancen für deutsche und europäische Unternehmen im Energiesektor zu verbessern. Ein konkretes Ergebnis der Verhandlungen im Zuge der Partnerschaft mit Indonesien ist, dass 2024 die indonesischen Vorgaben gelockert wurden, die bei Energieprojekten eine verpflichtende Verwendung von Gütern vorsahen, die in Indonesien produziert wurden, Stichwort „Local-Content-Quote“. Dies hat die Exportchancen deutscher und europäischer Technologieanbieter erheblich verbessert.
Wir bewundern gerade das schöne Abendrot da draußen. Deshalb: Sorry für die Unkonzentriertheit; aber das muss auch mal sein. ↳ Stefan Schröder (AfD): »Absolut!« Herr Schröder.
Sehr geehrte Präsidentin, vielen Dank. – Herr Staatssekretär, Deutschland stellt für die Energiewendepartnerschaft in Indonesien 1,8 Milliarden Euro in Aussicht. Ein wesentliches Ziel dieser Partnerschaft ist – Sie haben es gerade angesprochen – die Verringerung der Kohleverstromung. Nun hat Indonesien ausgerechnet die geplante vorzeitige Stilllegung des Kohlekraftwerks Cirebon-1 aufgegeben, die ursprünglich als wichtiges Vorzeigeprojekt galt. Wenn schon solche zentralen Vorhaben …
Sehr geehrte Präsidentin, vielen Dank. – Herr Staatssekretär, Deutschland stellt für die Energiewendepartnerschaft in Indonesien 1,8 Milliarden Euro in Aussicht. Ein wesentliches Ziel dieser Partnerschaft ist – Sie haben es gerade angesprochen – die Verringerung der Kohleverstromung. Nun hat Indonesien ausgerechnet die geplante vorzeitige Stilllegung des Kohlekraftwerks Cirebon-1 aufgegeben, die ursprünglich als wichtiges Vorzeigeprojekt galt. Wenn schon solche zentralen Vorhaben scheitern, stellt sich doch wirklich die Frage nach der Wirksamkeit unserer finanziellen Unterstützung. Welche konkreten Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus diesem Rückschritt für weitere deutsche Finanzierungszusagen im Rahmen der Energiewendepartnerschaft?
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, wir stehen mit der indonesischen Regierung in engem Austausch. Ich habe gerade schon darauf hingewiesen, dass der Stromversorgungsplan in Indonesien unabhängig von einzelnen Kraftwerksentscheidungen dazu führt, dass die Erneuerbaren bis 2035 auf 60 Prozent ausgebaut werden sollen. Ich habe auch über das 100-Gigawatt-Solarprogramm gesprochen, das eine enorme Wirkung hat. Ich könnte auch noch darüber sprechen, dass …
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, wir stehen mit der indonesischen Regierung in engem Austausch. Ich habe gerade schon darauf hingewiesen, dass der Stromversorgungsplan in Indonesien unabhängig von einzelnen Kraftwerksentscheidungen dazu führt, dass die Erneuerbaren bis 2035 auf 60 Prozent ausgebaut werden sollen. Ich habe auch über das 100-Gigawatt-Solarprogramm gesprochen, das eine enorme Wirkung hat. Ich könnte auch noch darüber sprechen, dass wir beim Green Energy Corridor Sulawesi helfen, sozusagen die Stromnetzvoraussetzungen zu schaffen, damit Strom aus erneuerbaren Energien überhaupt genutzt werden kann, und die Fehler, die wir in Europa in der Vergangenheit vielleicht gemacht haben, nicht noch mal gemacht werden. Ich könnte Ihnen auch über das Saguling-Solarkraftwerk mit Beteiligung der DEG berichten. Auch da ist mir wichtig, Ihnen mitzuteilen: Wenn wir über solche Projekte sprechen, dann reden wir nicht darüber, dass wir einen Zuschuss geben, sondern dass wir diese finanzieren. Das bedeutet, dass wir das Geld mit Zins und Zinseszins zurückbekommen, um damit weitere sinnvolle entwicklungspolitische Vorhaben und natürlich auch klimapolitische Vorhaben zu sichern, um den Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen.
Herr Staatssekretär, ich könnte Ihnen jetzt von den Windkraftanlagen bei mir um die Ecke in Sprötau berichten, von denen zwei Drittel nicht angeschlossen sind, einfach weil keine Stromnetze vorhanden sind; aber das ist ein anderes Kapitel. Gleichzeitig stammten im vergangenen Jahr bei uns selbst nur knapp 60 Prozent der erfassten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Auch bei den Stromspeichern besteht – …
Herr Staatssekretär, ich könnte Ihnen jetzt von den Windkraftanlagen bei mir um die Ecke in Sprötau berichten, von denen zwei Drittel nicht angeschlossen sind, einfach weil keine Stromnetze vorhanden sind; aber das ist ein anderes Kapitel. Gleichzeitig stammten im vergangenen Jahr bei uns selbst nur knapp 60 Prozent der erfassten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Auch bei den Stromspeichern besteht – ich habe gerade ein Beispiel genannt – erheblicher Investitionsbedarf. Warum stellt die Bundesregierung also eine Milliardenfinanzierung für die Energiewende in anderen Staaten bereit, bevor sie den Umbau der eigenen Stromversorgung abgeschlossen hat? Und bevor Sie jetzt mit internationalen Partnern und Anerkennung kommen: Ich erinnere nur an die letzte UN-Wahl, wo unsere internationalen Partner uns trotz massiver Milliardenunterstützung leider nicht gewählt haben.
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich wäre gar nicht mit internationalen Partnerschaften gekommen. Erst mal begrüße ich sehr, dass Ihnen das zu wenig ist, was an erneuerbaren Energien in unseren Partnerländern ausgebaut wurde; damit hätte ich gar nicht gerechnet. Ich finde es toll, dass es auch Ihr Ziel ist, dass die Erneuerbaren stärker ausgebaut werden, sowohl im Ausland als auch in …
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich wäre gar nicht mit internationalen Partnerschaften gekommen. Erst mal begrüße ich sehr, dass Ihnen das zu wenig ist, was an erneuerbaren Energien in unseren Partnerländern ausgebaut wurde; damit hätte ich gar nicht gerechnet. Beifall: SPDBeifall: Grüne (einzelne Abg.)Beifall: Linke (einzelne Abg.) Ich finde es toll, dass es auch Ihr Ziel ist, dass die Erneuerbaren stärker ausgebaut werden, sowohl im Ausland als auch in Deutschland, um den Herausforderungen des menschengemachten Klimawandels zu begegnen. Ich bin Politiker geworden, um meinen fünf Kindern und meinen noch ungeborenen Enkelkindern irgendwann eine sichere Lebensgrundlage zu bieten, und dazu gehört, dass wir weltweit konsequent aus dem CO2-Verbrauch aussteigen. Beifall: SPDBeifall: Union (einzelne Abg.)Beifall: Grüne (einzelne Abg.)Beifall: Linke (einzelne Abg.)
Frau Präsidentin! Geschätzter Staatssekretär! Sie sprachen gerade davon, dass diese Entwicklungshilfe auch dazu dient, dass die deutsche Industrie im Stromsektor in Indonesien gerade bei den Erneuerbaren investieren kann. Nun ist es so, dass circa 80 Prozent aller Solarpaneele und 80 Prozent aller Windindustrieanlagen in China produziert werden, natürlich zu günstigeren Preisen, zu anderen Bedingungen. Wie hoch ist also die Wahrscheinlichkeit, …
Frau Präsidentin! Geschätzter Staatssekretär! Sie sprachen gerade davon, dass diese Entwicklungshilfe auch dazu dient, dass die deutsche Industrie im Stromsektor in Indonesien gerade bei den Erneuerbaren investieren kann. Nun ist es so, dass circa 80 Prozent aller Solarpaneele und 80 Prozent aller Windindustrieanlagen in China produziert werden, natürlich zu günstigeren Preisen, zu anderen Bedingungen. Wie hoch ist also die Wahrscheinlichkeit, dass Windindustrieanlagen oder Solarpaneele aus Deutschland in Indonesien verbaut werden?
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, vielen Dank für die Frage. – Sie bezieht sich noch auf mein früheres Politikfeld, wo wir auch Auseinandersetzungen in der einen oder anderen Art hatten. Es ist so, dass wir als deutsche Wirtschaft in verschiedenen Bereichen der erneuerbaren Energien richtig stark sind, zum Beispiel im Bereich der Wasserkraft, zum Beispiel im Bereich der Bioenergie, zum Beispiel …
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, vielen Dank für die Frage. – Sie bezieht sich noch auf mein früheres Politikfeld, wo wir auch Auseinandersetzungen in der einen oder anderen Art hatten. Es ist so, dass wir als deutsche Wirtschaft in verschiedenen Bereichen der erneuerbaren Energien richtig stark sind, zum Beispiel im Bereich der Wasserkraft, zum Beispiel im Bereich der Bioenergie, zum Beispiel im Bereich des Netzausbaus. Und an der Stelle: Wenn ein Solarpanel aus China kommt, dann können Sie ja mal fragen, woher denn die Maschine kommt, die dieses Solarpanel hergestellt hat. Das kommt nämlich üblicherweise aus deutscher Produktion. Beifall: SPD↳ Karsten Hilse (AfD): »Das hat aber mit Indonesien nichts zu tun!« – Das ist aber meine Antwort.