Gesetz zur Verbesserung der Startchancen von Kindern und zur Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung (Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz - SCQEG)

Tagesordnungspunkt 37, Zusatzpunkt 9 · 21/100 · 9. Oktober 2026

FinanzausgleichsgesetzGanztagsschuleGesetzesfolgenabschätzungKiTa-Qualitäts- und -TeilhabeverbesserungsgesetzKinderbetreuungKindertagesstätteSozialgesetzbuch VIIIStartchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz
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KA Karin Prien Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend regierung Im Protokoll ↗
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir leben in einem Land, in dem zwei Faktoren wesentlich darüber entscheiden, ob unsere Kinder gut lesen, schreiben und rechnen können: das Einkommen der Eltern und der Bildungsstand der Eltern. Wir leben in einem Land, in dem sich bereits lange vor dem ersten Schultag entscheidet, ob unsere Kinder in der Schule am …
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir leben in einem Land, in dem zwei Faktoren wesentlich darüber entscheiden, ob unsere Kinder gut lesen, schreiben und rechnen können: das Einkommen der Eltern und der Bildungsstand der Eltern. Wir leben in einem Land, in dem sich bereits lange vor dem ersten Schultag entscheidet, ob unsere Kinder in der Schule am Ende erfolgreich sind oder eben nicht. Ich will es ganz deutlich sagen: Ich empfinde das als zutiefst ungerecht, meine Damen und Herren. Bildungschancen sollten in unserem Land eben nicht davon abhängen, in welche Familie oder an welchem Ort ein Kind geboren wird. Bildungschancen sollten von den Talenten und Fähigkeiten des einzelnen Kindes bestimmt sein. Beifall: Union Beifall: Grüne Beifall: SPD (einzelne Abg.) Genau deshalb bringen wir heute dieses Gesetz in den Deutschen Bundestag ein, das Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz. Dieses Gesetz ermöglicht Chancengerechtigkeit in unserem Land. Dieses Gesetz erfüllt das Aufstiegsversprechen unserer sozialen Marktwirtschaft wieder mit Leben. Dieses Gesetz eröffnet Kindern Perspektiven und stärkt damit auch unsere Demokratie. Und es ist ein Gesetz, mit dem Bund, Länder und Kommunen gemeinsam Verantwortung übernehmen können und müssen. Meine Damen und Herren, das Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz ist die bildungspolitische Weichenstellung in dieser Legislaturperiode. Wir schaffen damit erstmals bundesweit verbindliche Qualitätsstandards in der Kindertagesbetreuung. Dabei haben wir drei klare Schwerpunkte. Erstens. Entwicklungsstände werden bereits in der Kita rechtzeitig erhoben und Kinder bei Bedarf gezielt gefördert. Spätestens im fünften Lebensjahr soll bei jedem Kind der Entwicklungsstand erhoben werden. Das betrifft insbesondere die Sprache, aber auch mathematische und sozial-emotionale und motorische Fähigkeiten. Meine Damen und Herren, natürlich ist Diagnose kein Selbstzweck, sondern sie dient dazu, Kinder zielgenau zu fördern, damit sie ihre Potenziale bestmöglich entfalten können. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Zweitens. Wir stärken Kitas in herausfordernden Lagen, also Einrichtungen, in denen besonders viele Kinder mit erhöhtem Unterstützungsbedarf betreut werden, zum Beispiel Kinder aus armutsgefährdeten Familien, Kinder aus Familien mit nichtdeutscher Familiensprache, Kinder mit Sprachförderbedarf, also Kinder, die in diesen Einrichtungen zusätzliche Ressourcen brauchen. Deshalb erhalten diese Kitas bis zu anderthalb zusätzliche Personalstellen. Mindestens 10 Prozent der Kitas in jedem Bundesland sollen genau davon profitieren. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) ↳ Dr. Götz Frömming (AfD): »So viel zur Gleichbehandlung!« Drittens. Wir stärken den Übergang von der Kita in die Grundschule. Kita und Schule müssen enger zusammenarbeiten, damit Förderung mit dem Schulbeginn kontinuierlich weitergehen kann. Wir ermöglichen, dass Ergebnisse von Sprach- und Entwicklungsstandserhebungen und erforderliche Förderungen an die Schule weitergegeben werden, auch mit den dazu erforderlichen Daten. Dafür brauchen wir eine gute Zusammenarbeit mit den Ländern. Diese haben wir im Augenblick. Und ich will den Ländern – das ist an dieser Stelle vielleicht ungewöhnlich – ausdrücklich danken. Ein solches Gesetz kann nur gemeinsam erfolgreich sein. Gemeinsam mit den Ländern, den Kommunen und den Trägern kann es erfolgreich umgesetzt werden. Wir sind deshalb bereits seit Langem in einem intensiven Austausch dazu, auch parallel zum jetzigen Gesetzgebungsverfahren. An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich an die Länder wenden: Vielen Dank für diese gute und konstruktive Zusammenarbeit! Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Ich freue mich, dass es hier in den zentralen Zielen eine gemeinsame Grundlage gibt. Wir alle wissen – und das will ich auch gar nicht verhehlen –: Die Haushaltslage ist angespannt. Sie ist im Bund angespannt, und sie ist in Ländern und Kommunen angespannt. Trotzdem investiert der Bund langfristig weiter in die Zukunft unserer Kinder. Der Bund setzt mit dem SCQEG seine Beteiligung an der Qualitätsentwicklung fort, aber dieses Mal langfristig und berechenbar. Der Bund stellt den Ländern bis 2034 insgesamt rund 9,25 Milliarden Euro zur Verfügung; eine mittelfristige Perspektive, die es vorher nie gegeben hat. Damit liegen wir mit dem Programm etwa im gleichen Umfang, in dem wir auch das Startchancen-Programm für die Schulen ausgestattet haben. Meine Damen und Herren, hier geht es um Verlässlichkeit und Planungssicherheit. Ich verhehle natürlich nicht, dass auch Länder und Kommunen hierzu einen Beitrag leisten müssen. Das ist eine gemeinsame Aufgabe in unserem gemeinsamen Interesse. Zusätzlich stellen wir in dieser Legislatur 4 Milliarden Euro für den Neu- und Ausbau sowie die Sanierung von Kitas zur Verfügung. Auch hier geben wir also noch mal Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes – zusätzlich zum Sondervermögen der Länder in Höhe von 100 Milliarden Euro – in die Kindertagesstätten hinein. Ich will Ihnen sagen: Jeder Euro, den wir in die frühe Bildung investieren, zahlt sich doppelt und dreifach aus. Das sagen uns alle Bildungswissenschaftler. „Follow the Science“ ist an dieser Stelle wirklich angemessen, meine Damen und Herren. Beifall: Union Beifall: SPD ↳ Sascha Müller (Grüne): »Das ist immer angemessen!« Diese Investitionen verbessern Bildungs- und Erwerbschancen. Sie erleichtern den Eltern den Wiedereinstieg in den Beruf; denn Eltern wollen eine qualitativ hochwertige Bildung und Erziehung in den Kitas. Und diese Investitionen können langfristig helfen, Sozialausgaben zu senken. Das muss doch unser Ziel sein. Zugleich sind es Investitionen in unsere Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt, und das aus einem sehr einfachen Grund: Nur wer gut lesen, schreiben und rechnen kann, wird auch am demokratischen System und am demokratischen Diskurs teilnehmen können. Meine Damen und Herren, wir sollten Gerechtigkeit auch an der Frage bemessen, wie es unseren Kindern in 10, 20 oder 30 Jahren geht. Alle Kinder in unserem Land sollten in den kommenden Jahrzehnten ihre Talente entfalten können. Sie sollten in einem Land mit prosperierender Wirtschaft leben können. Unsere Kinder sollen in einem Land leben, das sich durch Zusammenhalt und demokratische Werte auszeichnet. Bildung ist der Schlüssel, um diese Ziele zu erreichen. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, diese Ziele zu erreichen! Beifall: Union Beifall: SPD
AN Angela Rudzka AfD rede Im Protokoll ↗
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Jedes Kind verdient einen guten Start ins Leben. Dafür braucht es gute Kitas, genügend Plätze, ausreichend Fachkräfte und eine Förderung, die jedes Kind erreicht. Denn Kinder brauchen keine Versprechen. Sie brauchen Betreuung, Förderung und Zukunft. Der Gesetzentwurf setzt auf die frühe Erkennung von Sprach- und Entwicklungsbedarf. Das ist sinnvoll. Doch ein Test allein fördert …
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Jedes Kind verdient einen guten Start ins Leben. Dafür braucht es gute Kitas, genügend Plätze, ausreichend Fachkräfte und eine Förderung, die jedes Kind erreicht. Denn Kinder brauchen keine Versprechen. Sie brauchen Betreuung, Förderung und Zukunft. Beifall: AfD Der Gesetzentwurf setzt auf die frühe Erkennung von Sprach- und Entwicklungsbedarf. Das ist sinnvoll. Doch ein Test allein fördert kein Kind. Was nützen Förderpläne, wenn Personal und Zeit fehlen? Zusätzliche Stellen für bestimmte Kitas und mindestens 30 Minuten Förderung pro Kind und Woche sind ein Anfang, aber keine Antwort auf den Personalmangel und die fehlenden Betreuungsplätze. Beifall: AfD Genau diese Fragen wollte ich in der Kinderkommission beraten: fehlende Kitaplätze, überlastete Erzieher, Betreuungsqualität und Sprachförderung, ebenso den Übergang von der Kita in die Grundschule und die Zusammenarbeit mit Musik- und Sportvereinen. Aber mein Arbeitsprogramm wurde abgelehnt. Warum? Weil Ihren Vertretern in der Kinderkommission Ihre kindische Brandmauer offenbar wichtiger war als die inhaltliche Arbeit für Kinder. Beifall: AfD Die Kinderkommission heißt Kinderkommission, weil dort die Interessen unserer Kinder im Mittelpunkt stehen sollten, nicht Parteitaktik und Ausgrenzung. Sobald eine AfD-Abgeordnete Vorschläge macht, zählt offenbar nicht mehr der Inhalt, sondern nur noch die Absenderin. Das ist keine verantwortungsvolle Politik, das ist Verweigerung auf dem Rücken unserer Kinder. Beifall: AfD
AN Angela Rudzka AfD rede Im Protokoll ↗
Nein. Halten wir mal fest: Fehlende Kitaplätze treffen Familien jeder politischen Richtung. Überlastete Erzieher betreffen alle Kinder. Und wenn Sprachförderung zu spät kommt, schadet das allen Kindern und der gesamten Gesellschaft. Kinder interessieren sich nicht für Parteibücher; sie brauchen Lösungen. Der Gesetzentwurf greift wichtige Themen auf, bleibt aber bei den Alltagsproblemen zu vage. Er löst weder den Mangel an Kitaplätzen …
Nein. ↳ Dr. Anja Weisgerber (Union): »Na, das verstehe ich jetzt aber nicht!« ↳ Birgit Bessin (AfD): »Ich verstehe auch manchmal nicht, warum die CDU keine Fragen zulässt!« Halten wir mal fest: Fehlende Kitaplätze treffen Familien jeder politischen Richtung. Überlastete Erzieher betreffen alle Kinder. Und wenn Sprachförderung zu spät kommt, schadet das allen Kindern und der gesamten Gesellschaft. Kinder interessieren sich nicht für Parteibücher; sie brauchen Lösungen. Der Gesetzentwurf greift wichtige Themen auf, bleibt aber bei den Alltagsproblemen zu vage. Er löst weder den Mangel an Kitaplätzen noch den Personalmangel. Aus einer Entwicklungsfeststellung muss echte Hilfe folgen – mit Personal, Zeit für unsere Kinder und erreichbaren Betreuungsangeboten. Ihre Brandmauer schafft keinen einzigen Kitaplatz. Beifall: AfD Sie fördert kein einziges Kind. Und sie entlastet keinen einzigen Erzieher. Die Kinderkommission muss ein Ort sachlicher Zusammenarbeit sein. ↳ Dr. Anja Reinalter (Grüne) Gute Vorschläge müssen zählen, unabhängig davon, wer sie einbringt. Denn unsere Kinder brauchen keine Brandmauer, sie brauchen eine Zukunft. Beifall: AfD Ich freue mich auf den Austausch zu diesen Themen ohne ideologische Scheuklappen. Vielen Dank. Beifall: AfD
MI Michael Hose Union rede Im Protokoll ↗
Vielen Dank für das Wort, Frau Präsidentin. – Frau Rudzka, Sie haben gerade in Ihrer Rede behauptet, dass wir als Mitglieder der Kinderkommission uns nicht um die Interessen der Kinder und Jugendlichen in diesem Land kümmern möchten. Als ehemaliger Vorsitzender möchte ich Ihnen sagen: Wir haben über ein Jahr sehr konstruktiv miteinander zusammengearbeitet. Ich möchte als Allererstes den Kolleginnen und …
Vielen Dank für das Wort, Frau Präsidentin. – Frau Rudzka, Sie haben gerade in Ihrer Rede behauptet, dass wir als Mitglieder der Kinderkommission uns nicht um die Interessen der Kinder und Jugendlichen in diesem Land kümmern möchten. Als ehemaliger Vorsitzender möchte ich Ihnen sagen: Wir haben über ein Jahr sehr konstruktiv miteinander zusammengearbeitet. Ich möchte als Allererstes den Kolleginnen und Kollegen danken, die das möglich gemacht haben. Wir haben viele wichtige Entscheidungen für die Kinder getroffen. Wir haben uns mit dem Thema „Social Media“ beschäftigt. Wir haben uns mit der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, mit Careleavern, mit Menschen in Pflegefamilien, beschäftigt. Sie ziehen das alles hier in den Dreck; das finde ich nicht in Ordnung. Beifall: Union Beifall: SPD Beifall: Grüne Beifall: Heidi Reichinnek (Linke) Dann möchte ich Ihnen noch zwei konkrete Fragen stellen, weil Sie ja behauptet haben, wir hätten hier einfach mir nichts, dir nichts Ihr Arbeitsprogramm abgelehnt. Ich frage Sie erstens: Warum war es der AfD während meiner Vorsitzzeit nicht möglich, regelmäßig einen Vertreter zu schicken? Ich spreche Sie gar nicht persönlich an; denn man kann im Leben immer mal Schwierigkeiten haben. Aber Sie haben es häufig nicht geschafft, einen Vertreter zu schicken; Sie hätten sich vertreten lassen können. Sie waren häufig schlichtweg nicht da. Warum nicht? Das ist die erste Frage. ↳ Wolfgang Dahler (Union): »Hört! Hört!« ↳ Grüne: »Hört! Hört!« Zweitens. Viele Expertinnen und Experten, die in die Kommission eingeladen werden, haben uns gesagt, dass sie unter einem Vorsitz der AfD nicht kommen wollen, und haben das begründet: Sie haben Sorge, dass die wichtigen Interessen der Kinder und Jugendlichen am Ende von Ihnen für parteipolitische Interessen ausgenutzt werden. Ehrlicherweise haben Sie heute mit Ihrer Rede deutlich gemacht, dass diese Sorge nicht unbegründet war. Das werden wir nicht zulassen. Vielen herzlichen Dank. Beifall: Union Beifall: SPD Beifall: Grüne Beifall: Heidi Reichinnek (Linke)
AN Angela Rudzka AfD rede Im Protokoll ↗
Ich möchte Ihnen persönlich gar nicht zu nahe treten. Sie haben ja gesagt, mein Arbeitsprogramm sei in der Kinderkommission diskussionswürdig. Es enttäuscht mich einfach, dass meine Themen, die die Kinder direkt ansprechen, die bei der Früherkennung eine Rolle spielen, entgegen aller Parteipolitik nicht aufgenommen werden. Herr Hose, ich kann Ihnen dazu nur sagen: Als Sie den Vorsitz hatten, habe ich …
Ich möchte Ihnen persönlich gar nicht zu nahe treten. Sie haben ja gesagt, mein Arbeitsprogramm sei in der Kinderkommission diskussionswürdig. Es enttäuscht mich einfach, dass meine Themen, die die Kinder direkt ansprechen, die bei der Früherkennung eine Rolle spielen, entgegen aller Parteipolitik nicht aufgenommen werden. Herr Hose, ich kann Ihnen dazu nur sagen: Als Sie den Vorsitz hatten, habe ich immer mitgearbeitet. ↳ Truels Reichardt (SPD): »Stimmt doch gar nicht!« Und wenn Herr Truels Reichardt den Vorsitz hat, werde ich immer mitarbeiten, genauso wie bei Frau Slawik und bei Frau Köktürk oder bei Frau Hermeier, wenn sie wieder da ist. Das ist einfach beschämend, wirklich. Beifall: AfD
JA Jasmina Hostert SPD rede Im Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! 2019 trat das Gute-KiTa-Gesetz in Kraft, 2023 das KiTa-Qualitätsgesetz. Jetzt beraten wir gerade für das Jahr 2027 das Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz. Ja, der Titel ist etwas sperrig, aber was ich damit sagen will: Der Bund investiert seit Jahren in die frühkindliche Bildung, weil uns Kinder wichtig sind, weil …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! 2019 trat das Gute-KiTa-Gesetz in Kraft, 2023 das KiTa-Qualitätsgesetz. Jetzt beraten wir gerade für das Jahr 2027 das Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz. ↳ Birgit Bessin (AfD): »Und irgendwie wird’s nicht besser!« Ja, der Titel ist etwas sperrig, aber was ich damit sagen will: Der Bund investiert seit Jahren in die frühkindliche Bildung, weil uns Kinder wichtig sind, weil uns die Chancengerechtigkeit bei Kindern wichtig ist. Wer in Kinder investiert, investiert in die Zukunft unseres Landes. Das ist heute ein guter Tag. Beifall: SPD Beifall: Union Kinder benötigen heute gezielte Unterstützung bei den Basiskompetenzen, bei der Sprache, bei der Motorik, bei der sozialen und emotionalen Entwicklung. Und genau hier setzen wir mit dem Gesetz an. Mit dem Startchancenansatz unterstützen wir – wie bereits an den Grundschulen mit dem gleichen Programm – dort, wo der Bedarf am größten ist, also gezielt wirksam und eben nicht nach dem Gießkannenprinzip. Kitas in herausfordernden Lagen erhalten zusätzliche Unterstützung für sprachliche Bildung, Kitasozialarbeit und gezielte Förderung; denn, liebe Kolleginnen und Kollegen, kein Kind in unserem Land darf zurückgelassen werden. Beifall: SPD Beifall: Union Vor allem Sprache ist der Schlüssel zu Bildung und zu sozialer Integration. Ich selber habe in den 90er-Jahren als Flüchtlingskind mit zehn Jahren begonnen, die deutsche Sprache zu lernen. Und wo habe ich Sie am besten gelernt? Nicht in der Schule im Unterricht, sondern gemeinsam mit den Kindern auf dem Schulhof, spielerisch. Das hat wunderbar geklappt. Kinder lernen eine Sprache in rasantem Tempo. Deshalb sind der Besuch einer Kita, das Zusammensein mit anderen Kindern und die Unterstützung durch Erzieherinnen so bedeutend. Wenn bei festgestelltem Bedarf eine zusätzliche Förderung erfolgt, dann ist das genau der richtige Ansatz, der zum Erfolg führen wird. Das Gesetz darf aber – da müssen wir jetzt drauf achten – nicht zu kleinteilig und bürokratisch werden; denn das brauchen unsere Fachkräfte nicht. Erhebungen dürfen auf keinen Fall verschult werden. Wir sprechen hier von kleinen Kindern im Alter von vier bis fünf Jahren. Kinder dürfen auch nicht gebrandmarkt werden. Ich möchte nicht, dass sich Kinder schlecht fühlen, weil sie etwas nicht können. Deswegen müssen wir hier sehr sensibel sein. Der Fokus muss auf der Förderung und darf nicht auf der Erhebung liegen. Wir müssen unseren Erzieherinnen vertrauen; denn sie kennen ihre Kinder. Sie sind ja jeden Tag mit ihnen zusammen und wissen, wo die Bedarfe sind. Der Gesetzentwurf ist eine wichtige Grundlage; das Gesetz wird auf jeden Fall zu mehr Chancengerechtigkeit führen. Das ist unser Ziel. Ich freue mich, dass wir heute die erste Lesung haben, und ich freue mich auf die Beratungen, damit wir diesen Entwurf zu einem noch besseren Gesetz machen. Vielen Dank. Beifall: SPD Beifall: Union
DR Dr. Anja Reinalter Grüne rede Im Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir sprechen über das SCQEG, das Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz. Der Titel ist neu und ein bisschen sperrig, das Problem leider nicht. PISA zeigt: Fast jeder 15-Jährige erreicht beim Lesen und in Mathe nicht mal mehr das Mindestniveau – jeder Dritte! Das muss man sich mal vorstellen. Und PISA zeigt noch etwas: In …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir sprechen über das SCQEG, das Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz. Der Titel ist neu und ein bisschen sperrig, das Problem leider nicht. PISA zeigt: Fast jeder 15-Jährige erreicht beim Lesen und in Mathe nicht mal mehr das Mindestniveau – jeder Dritte! Das muss man sich mal vorstellen. ↳ Dr. Götz Frömming (AfD): »Wo kommen die her, die Kinder, eigentlich?« Und PISA zeigt noch etwas: In Deutschland hängen die Bildungschancen von Kindern immer noch zu stark vom Elternhaus ab. Das ist fatal, und das ist kein Naturgesetz. Während andere Länder es schaffen, die Ungleichheiten zu verringern, nehmen sie bei uns zu. So kann das doch nicht bleiben. Beifall: Grüne Dabei ist ziemlich klar, wo wir ansetzen müssen, nämlich genau da, wo die Herausforderungen wirklich am größten sind. Genau das macht übrigens das Startchancen-Programm, das wir gemeinsam als Ampel auf den Weg gebracht haben. Das ist wirklich eine super Sache. Beifall: Grüne Beifall: SPD (einzelne Abg.) – Da dürft ihr klatschen; ihr wart dabei. – Diese Logik brauchen wir natürlich auch für Kitas. Das unterstützen wir auf jeden Fall. Außerdem brauchen wir eine bessere Nutzung von Bildungsdaten. Denn Bildungspolitik darf einfach nicht länger im Blindflug stattfinden. Wir müssen doch genau wissen, wo Unterstützung nötig ist und ob das, was wir tun, auch wirklich bei den Kindern und Jugendlichen ankommt. Darum haben wir heute einen Antrag zu einer besseren datengestützten Bildungsentwicklung eingebracht. Und ja, wir haben Ihnen da wirklich die Arbeit abgenommen. Sie können da gerne einfach zustimmen. Der Antrag ist super. Beifall: Grüne Aber noch mal zum SCQEG: Verbindliche Sprachtests, Entwicklungsstandserhebungen, individuelle Förderung und zusätzliche Unterstützung für Kitas in herausfordernden Lagen, all das unterstützen wir ausdrücklich. Das könnte also ein richtig gutes Gesetz werden. Aber all das droht zu verpuffen, weil die Finanzierung hinten und vorne nicht stimmt. Sie wollen bundesweite Standards, aber weniger bezahlen. Denn Sie planen, die Bundesmittel perspektivisch zu halbieren. Und ab 2035 soll sich der Bund aus der Finanzierung ganz rausschleichen. Sie wollen also mehr haben und weniger bezahlen. Wo gibt es denn so was? Dabei sollte klar sein: Wer bestellt, bezahlt. Und natürlich gilt das auch für bundesweite Bildungsstandards. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Bundeskanzler Merz hat genau an dieser Stelle in der Generaldebatte eine „große Kraftanstrengung“ für bessere Bildung angekündigt. Jetzt liegt der erste Gesetzentwurf für Bildung auf dem Tisch. Und ich frage mich ernsthaft: Ist das Ihre Antwort auf PISA? Ist das Ihre Antwort auf die Bildungskrise? Ist es Ihre Vorstellung von einer großen Kraftanstrengung, die Mittel für die frühkindliche Bildung zu halbieren? Dann haben wir wirklich sehr unterschiedliche Vorstellungen von einer großen Kraftanstrengung. Am Ende ist es eine Frage von politischen Prioritäten. Sie sind nicht bereit, Steuerlücken zu schließen – das haben wir gestern gesehen –, und für einen verpuffenden Tankrabatt verzichten Sie auf 2,5 Milliarden Euro; aber bei den Kleinsten, da sparen Sie. Finden Sie das gerecht? Beifall: Grüne Sie wissen sicher: Früh in Bildung zu investieren, ist die beste Investition in die Zukunft. Das hat uns schon Nobelpreisträger Heckman vorgerechnet: Ein Dollar, der in die frühkindliche Bildung oder in Kinder, die benachteiligt sind, investiert wird, zahlt sich für die Gesellschaft bis zu siebenfach aus. Aus eins wird sieben. Was ist das für eine Rendite? Und ausgerechnet hier wollen Sie sparen? Das ist nicht klug. Frau Ministerin, nach allem, was wir hören, sind auch die Länder von Ihren Finanzierungsplänen nicht begeistert. Deshalb sind wir ziemlich sicher: So wie dieses Gesetz heute zur Beratung in die Ausschüsse geht, wird es wahrscheinlich nicht wieder rauskommen. Wir freuen uns auf die Beratungen. Vielen Dank. Beifall: Grüne
HE Heidi Reichinnek Linke rede Im Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Ministerin, entgegen Ihren schönen Worten sorgt dieses Gesetz für eins: noch mehr Sozialkahlschlag. Die Familienministerin kürzt die sowieso schon lächerlich geringen Bundesmittel für mehr Kitaqualität mittelfristig um die Hälfte. Statt 2 Milliarden pro Jahr gibt es 2027 nur noch 1,5 Milliarden Euro und ab 2030 nur noch 1 Milliarde Euro. Es …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Ministerin, entgegen Ihren schönen Worten sorgt dieses Gesetz für eins: noch mehr Sozialkahlschlag. Die Familienministerin kürzt die sowieso schon lächerlich geringen Bundesmittel für mehr Kitaqualität mittelfristig um die Hälfte. Statt 2 Milliarden pro Jahr gibt es 2027 nur noch 1,5 Milliarden Euro und ab 2030 nur noch 1 Milliarde Euro. Es ist wirklich unfassbar, sich dafür hier auch noch zu feiern. Beifall: Linke Dabei haben Sie selbst, Frau Prien, doch gerade erst großspurig gesagt – Zitat –: „Wo mehr Unterstützungsbedarf ist, müssen auch mehr Ressourcen hineinfließen“, nur um jetzt so ein Gesetz vorzulegen. Ist das Ihr Ernst? Und das, während die Gesamtkosten des Kitasystems jedes Jahr steigen: 2024 um 3,7 Milliarden Euro auf 52,5 Milliarden Euro. Dabei fehlen in Deutschland immer noch über 300 000 Kitaplätze. Nur 14 Prozent aller Kitas haben die wissenschaftlich empfohlene volle Personalausstattung. Ich weiß nicht, wie Sie das sehen, aber für mich besteht da Unterstützungsbedarf. Der Kanzler sagte übrigens vor Kurzem bei der Verleihung des Schulpreises – auch hier ein Zitat –: „[…] eine der wichtigsten, wenn nicht sogar die wichtigste Aufgabe unserer Gesellschaft [ist], dafür zu sorgen, dass Kinder, Jugendliche und junge Menschen in diesem Land eine gute Ausbildung bekommen und für den Weg ihres Lebens vorbereitet werden.“ ↳ Wolfgang Dahler (Union): »Da hat der Kanzler recht!« Diese Regierung hat eine interessante Art, zu zeigen, was die angeblich wichtigste Aufgabe ist. Beifall: Linke Wenn es für die Kitas jetzt nämlich weniger Geld vom Bund gibt, ↳ Dr. Anja Weisgerber (Union): »„Weniger Geld“? Das ist sehr viel Geld, das wir ausgeben!« dann – oh Wunder! – müssen Sachen, die bisher aus Bundesmitteln finanziert wurden, gestrichen werden; denn – Überraschung! – mit weniger Geld kann man nicht plötzlich mehr machen. Das verschlechtert die Situation, vor allem, weil Sie jetzt überall Sprachtests installieren wollen. Sie sind ja besonders stolz darauf, Kinder so früh wie möglich zu bewerten und auszusortieren. Auch wenn Sie das die ganze Zeit behaupten: Es geht Ihnen doch nicht um bessere frühkindliche Sprachförderung. Sonst könnten Sie ja zum Beispiel die Sprachkitas zurückholen. Ich erinnere mich: Wir hatten mal hier im Bundestag eine Union, die das in der Opposition lautstark gefordert hat. Sie ist ziemlich leise geworden, diese Union! Was hier kommt, ist schlicht und ergreifend die nächste Belastung für Fachkräfte: Tests durchführen, dokumentieren. Und wofür? Für nichts. Denn die Erzieher/-innen brauchen doch keine Tests, um zu wissen, welches Kind welche Bedarfe hat. Sie haben allerdings in ihrem Arbeitsalltag gar keine Zeit, sich um diese Bedarfe zu kümmern. Dazu bräuchte es einen besseren Betreuungsschlüssel. Und den gibt es nur, wenn Sie die Ressourcen bereitstellen und Aus- und Weiterbildung fördern. Aber dieses Gesetz kürzt und streicht und verschlechtert. Und wenn den Ländern das nicht passt: Tja, Pech gehabt! – Ich zitiere Sie noch mal, Frau Prien: „Wenn wir an dieser Stelle nicht zusammenkommen, gibt es im kommenden Jahr einfach gar nichts mehr.“ Ich frag mich, was die frühere Bildungsministerin von Schleswig-Holstein zu dieser Erpressung gesagt hätte. Das Hin und Her, wer eigentlich schuld ist und wer Verantwortung trägt, kann doch wirklich keiner mehr ertragen. Es geht um die Kinder, es geht um die Zukunft. Genau deswegen brauchen wir in der Bildung ein Kooperationsgebot statt des Kooperationsverbots. Wir brauchen eine ausreichende Finanzierung, um Kindern endlich gleiche Chancen zu ermöglichen. Bei PISA Krokodilstränen zu weinen, wenn es heißt, der Erfolg der Kinder hänge in Deutschland so stark wie fast nirgends vom Geldbeutel der Eltern ab, und dann so ein Gesetz vorzulegen, das ist schon Heuchelei. Aber ich habe zum Abschluss noch einen Vorschlag: Reaktivieren Sie die Vermögensteuer! Dann haben die Länder genug Geld für Bildung, und ich nerve Sie an dieser Stelle ein bisschen weniger. Beifall: Linke
RA Ralph Edelhäußer Union rede Im Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn wir über Bildungschancen sprechen, dann schauen wir häufig auf unsere Schulen. PISA lässt grüßen. Dabei wissen wir doch alle: Viele Unterschiede entstehen schon deutlich früher. Wenn ein Kind mit sprachlichen oder anderen Entwicklungsrückständen in die Schule kommt, haben wir bereits wertvolle Zeit verloren. Deshalb müssen wir einfach früher hinschauen …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn wir über Bildungschancen sprechen, dann schauen wir häufig auf unsere Schulen. PISA lässt grüßen. Dabei wissen wir doch alle: Viele Unterschiede entstehen schon deutlich früher. Wenn ein Kind mit sprachlichen oder anderen Entwicklungsrückständen in die Schule kommt, haben wir bereits wertvolle Zeit verloren. Deshalb müssen wir einfach früher hinschauen und vor allem auch früher handeln. Genau hier setzt nun das Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz an. Wir haben in den vergangenen Jahren viel Geld in den Ausbau von Krippen und Kindergärten und in die Qualität der Kindertagesbetreuung investiert und dabei auch ohne Zweifel Fortschritte erzielt; aber noch immer macht es einen Unterschied, wo ein Kind in Deutschland aufwächst. Was erhoben wird, wann das geschieht und welche Förderung folgt, ist von Bundesland zu Bundesland immer noch sehr unterschiedlich. Das wollen wir mit diesem Gesetz ändern – nicht indem der Bund künftig jede Kita nach demselben Schema F organisiert, sondern indem wir uns auf das verständigen, was für jedes Kind eigentlich selbstverständlich sein sollte. Deshalb wird spätestens im fünften Lebensjahr der Sprach- und Entwicklungsstand festgestellt. Und wer einen individuellen Förderbedarf feststellt, der muss auch entsprechende Förderung ermöglichen. Denn ein Test allein – das wissen wir alle – hilft keinem einzigen Kind. Das ist evident. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Gleichzeitig konzentrieren wir die Unterstützung dort, wo sie besonders gebraucht wird. Kitas mit vielen Kindern in herausfordernden Lebenslagen erhalten zusätzliche personelle Ressourcen. Denn gleiche Chancen zu gewährleisten, bedeutet nicht, überall das Gleiche zu tun. Es bedeutet, dort stärker zu unterstützen, wo die Herausforderungen am größten sind. Eins muss klar sein: Eine Förderung darf nicht mit dem letzten Kitatag enden. Kita und Grundschule müssen noch stärker zusammen gedacht werden, damit die Förderung weitergeht und nicht alles wieder bei null beginnt. Und der Bund stellt für die Zeit von 2027 bis 2034 über 9 Milliarden Euro zur Verfügung. ↳ Dr. Anja Weisgerber (Union): »Ein Riesenbetrag!« Ja, es kann immer mehr sein – das wissen wir; ich habe es beim letzten Mal schon ausgeführt –; aber mehr geht halt nicht, und 9 Milliarden Euro sind eine wahnsinnig tolle Summe. Beifall: Dr. Anja Weisgerber (Union) Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir können nicht versprechen, dass jedes Kind mit den gleichen Voraussetzungen ins Leben startet; aber wir können dafür sorgen, dass wir Unterschiede früh erkennen und den Kindern die Unterstützung zuteilwerden lassen, die sie einfach brauchen. Genau darum geht es: nicht erst zu reparieren, wenn Bildungswege irgendwie ins Stocken geraten sind, sondern früh die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Bildungswege auch gelingen können. Das ist unser aller Aufgabe, und der stellen wir uns. Jetzt geht es in die Beratungen. Vielen Dank. Beifall: Union Beifall: SPD
CH Christian Zaum AfD rede Im Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Seit dem PISA-Schock im Jahr 2000 und spätestens seit 2010 durch Thilo Sarrazin wissen wir: Deutschland schafft sich ab, gerade auch in der Bildung. Und jetzt ist es so weit: Das Ministerium schlägt zurück mit dem Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz. Frau Hostert hat es ja schon gesagt: Es ist in der …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Seit dem PISA-Schock im Jahr 2000 und spätestens seit 2010 durch Thilo Sarrazin wissen wir: Deutschland schafft sich ab, gerade auch in der Bildung. Und jetzt ist es so weit: Das Ministerium schlägt zurück mit dem Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz. Frau Hostert hat es ja schon gesagt: Es ist in der Tat ein sperriger Begriff. Deswegen: Ich helfe, wo ich kann. Ich bin auch konstruktiv und nicht immer nur populistisch. – Was ist das eigentlich? Mehr Testung, mehr Personal, mehr Förderung. Flüchtlingskinder werden zu Akademikern, in der Theorie zumindest. Ob es denn wirklich so wird, das warten wir mal ab. ↳ SPD: »Unverschämtheit!« ↳ SPD Der Staat ist wieder der Löser der Probleme, die er selber geschaffen hat. ↳ Ates Gürpinar (Linke) – Herr Gürpinar, bleiben Sie ganz ruhig, ich erkläre es Ihnen ja. – Was heißt das: „Unterstützung von Kindertageseinrichtungen in herausfordernden Lebenslagen“? Das ist so typischer BRD-Sprech. Das heißt keine Deutschen, keine Deutschkenntnisse, kein Interesse an Bildung, dafür großes Interesse an Sozialleistung, viel Kriminalität, viel Verwahrlosung. ↳ Ralph Edelhäußer (Union): »Typisches AfD-Narrativ!« Zusammengefasst: das exakte Ergebnis linker Politik der letzten 20, 30 Jahre. Und jetzt kommt die neue Wunderwaffe: datengestützte Bildungsentwicklung, Frau Reinalter, nicht wahr? Wir testen die Probleme einfach weg. Sie sind die grüne Speerspitze – gut gedacht, aber schlecht gemacht. Ich hätte mir gar nicht träumen lassen, dass ich mit Frau Reichinnek mal einen gemeinsamen Ansatz hier finde; so schön kann es sein im Deutschen Bundestag. Es gibt sie schon, die Tools, sie heißen nur anders in den unterschiedlichen Ländern: VERA 3 und VERA 8, Lernstand 5 und 7, ZP10, das Zentralabitur, jede Menge Vergleichsarbeiten. Das Zentralabitur hat zwar eine geringe prognostische Qualität, liefert aber eben viele Daten. Das heißt für die Kollegen: immer nur mehr Arbeit und wenig Erkenntnisgewinn; denn die Kollegen in den Schulen wissen schon, dass die Schüler nichts wissen. Die kennen ihre Pappenheimer ganz genau. Beifall: AfD Die haben auch überhaupt nicht die Spielräume, jetzt individuelle Förderpläne abzuleiten, Bildungsbiografien zu modellieren. Was machen die? Die treffen sich in der achten, neunten, zehnten Stunde in der Fachkonferenz, schlecht gelaunt nach einem anstrengenden Schultag in einer abgewrackten Schule – wenn sie überhaupt da sind; viele sind ja auch krank; gerade in den herausfordernden Lagen melden die sich immer krank; die halten das sonst gar nicht aus –, und dann reden die darüber, und dann wandern diese ganzen Daten in den Schredder. Business as usual: Die haben keine Spielräume für kreative Weiterentwicklung. Es gibt viel zu starre Lehrpläne. Wir haben Lehrermangel. Lehrer werden dort beschimpft, bedroht, gemobbt. Wir brauchen keine Tests. Wir brauchen Disziplin, wir brauchen Leistung, wir brauchen Respekt, und wir brauchen auch Remigration. Wir brauchen eine Alternative zur linken Bildungspolitik, und die gibt es natürlich nur mit der Alternative für Deutschland. Beifall: AfD ↳ Luigi Pantisano (Linke): »Ganz schlechte Rede!« ↳ Dr. Götz Frömming (AfD): »Mut zur Wahrheit!«
NA Natalie Pawlik Staatsministerin bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales regierung Im Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir haben ein zutiefst anderes Menschenbild als Sie, und genau deshalb machen wir dieses Gesetz. Wenn wir über Integration sprechen, denken wir oft an Sprachkurse, den Einstieg in den Arbeitsmarkt oder die Anerkennung von Berufsabschlüssen. Dabei übersehen wir häufig, dass Integration und Teilhabe auch dort stattfinden, wo Kinder gemeinsam spielen, miteinander sprechen, …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir haben ein zutiefst anderes Menschenbild als Sie, ↳ AfD: »Das falsche!« und genau deshalb machen wir dieses Gesetz. Beifall: SPD Wenn wir über Integration sprechen, denken wir oft an Sprachkurse, den Einstieg in den Arbeitsmarkt oder die Anerkennung von Berufsabschlüssen. Dabei übersehen wir häufig, dass Integration und Teilhabe auch dort stattfinden, wo Kinder gemeinsam spielen, miteinander sprechen, Freundschaften schließen und lernen, Teil der Gemeinschaft zu sein: in unseren Kitas. Dort erwerben Kinder nicht nur wichtige Sprachkenntnisse, sondern sie entdecken ihre Fähigkeiten, entwickeln Selbstvertrauen und erleben, wie das Miteinander funktioniert. Doch nicht alle Kinder haben die gleichen Möglichkeiten, von früher Bildung zu profitieren. Die Chancen von Kindern in Deutschland sind immer noch höchst ungleich verteilt. Ob ein Kind in Armut aufwächst, welche Sprache zu Hause gesprochen wird, welche Möglichkeiten die Eltern haben, ihre Kinder zu fördern, beeinflusst den späteren Bildungserfolg viel zu stark. ↳ Dr. Götz Frömming (AfD): »Immer die gleiche Leier!« Das Problem sind nicht die unterschiedlichen Voraussetzungen, mit denen Kinder aufwachsen. Das Problem ist, dass unser Bildungssystem diese Unterschiede viel zu selten ausgleicht. Beifall: SPD ↳ Dr. Götz Frömming (AfD): »Ja, wir leben auch nicht im Sozialismus!« Genau deshalb ist das Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz so wichtig. Ich möchte gerne drei Punkte besonders hervorheben. Erstens. Wir wollen den Sprach- und Entwicklungsstand aller Kinder spätestens im Alter von vier Jahren verbindlich erheben und dort gezielt fördern, wo es notwendig ist. Zweitens. Wir wollen gerade auch Familien besser erreichen, deren Kinder bislang noch keine Kita besuchen. Dazu gehören auch Familien mit Einwanderungsgeschichte. Drittens. Wir stärken gezielt Kitas, in denen besonders viele Kinder unter schwierigen Bedingungen aufwachsen. Denn die besten Bildungsangebote gehören dorthin, wo die Herausforderungen am größten sind. Beifall: SPD Darum ist auch der Sozialindex so wichtig, den wir im Programm mit eingebaut haben. Liebe Kolleginnen und Kollegen, der vorliegende Gesetzentwurf ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit in unserem Land. Wir werden nicht verhindern können, dass Kinder unter unterschiedlichen sozialen Bedingungen aufwachsen, aber wir können verhindern, dass daraus dauerhaft ungleiche Lebenschancen werden. Der Lebensweg eines Kindes darf nicht von seiner Herkunft oder dem Geldbeutel der Eltern vorgezeichnet sein. Jedes Kind muss die Chance bekommen, seine Talente zu entdecken, seine Fähigkeiten zu entfalten und seinen eigenen Weg zu gehen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.)