Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich gehe gleich mal direkt auf die beiden Redebeiträge ein, die wir eben gerade hören durften. Das Beispiel mit Kai und Greta war sehr anschaulich, lieber Stefan Schmidt. Dagegen ist in Bezug auf die Ergebnisse grundsätzlich gar nichts einzuwenden. Nur, Greta geht es leider …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich gehe gleich mal direkt auf die beiden Redebeiträge ein, die wir eben gerade hören durften. Das Beispiel mit Kai und Greta war sehr anschaulich, lieber Stefan Schmidt. Dagegen ist in Bezug auf die Ergebnisse grundsätzlich gar nichts einzuwenden. Nur, Greta geht es leider auch nicht besser, wenn der Kai einen Extravertrag abschließt. Beifall: SPD Beifall: Union So haben Sie gerade argumentiert. Diese Verträge sind möglich. Die 10 Euro erhalten alle Kinder, egal welches Einkommen die Eltern haben und egal wie viel zugezahlt wird. Beifall: SPD Beifall: Union ↳ Dr. Carsten Brodesser (Union): »Sehr gut! So ist es!« Das ist bei den Verträgen gleich. Natürlich könnten die Eltern von Kai sofort in ein anderes Altersvorsorgedepot einzahlen, auch ohne die Frühstartrente. Wir bauen lediglich Bürokratie ab und sagen nicht: Wenn ihr das machen wollt, müsst ihr einen zweiten Vertrag abschließen. Beifall: SPD Beifall: Union Insofern: Dieses Gegenargument ist sehr weit hergeholt und nicht zu akzeptieren. Die Linke macht das dann noch ein Stückchen populistischer und sagt, die Kinder seien überhaupt nicht gleichberechtigt. Ja, Moment mal! Jeden Monat 10 Euro, egal wie hoch das Einkommen der Eltern ist, bekommen alle Kinder ab ihrem sechsten Lebensjahr: Das ist die Frühstartrente, meine sehr verehrten Damen und Herren. Beifall: SPD Beifall: Union ↳ Dr. Carsten Brodesser (Union): »So ist es! Ganz genau!« Und wenn die Eltern tatsächlich nicht in der Lage sind, einen Vertrag abzuschließen – auch diese Fälle bilden wir ab –, dann geht das gesamte Geld für dieses Kind in eine Kollektivanlage. Bei einer Kollektivanlage müssten die Linken doch eigentlich Hurra schreien. Tun sie aber nicht, weil sie irgendwo ein Haar finden wollen, irgendwas, was dagegensprechen könnte, damit sie ordentlich populistisch dagegenhalten können. Beifall: SPD Beifall: Union Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich finde das, ehrlich gesagt, an der Stelle ein bisschen billig. Ich habe meine Rede in der ersten Lesung des Gesetzentwurfs zur Einführung der Frühstartrente damit angefangen, dass ein 13-Jähriger, den wir fragen, was er mit 10 Euro machen würde, ganz bestimmt nicht an die Altersvorsorge denkt, sondern vielleicht eher an Pizza oder Kino. Das soll er auch weiterhin machen. Damit aber die Altersvorsorge bei ihm bzw. seinen Eltern nicht hinten runterfällt, beschließen wir heute die Frühstartrente. Und das ist gut und richtig so. Wir setzen uns nicht nur für die Frühstartrente ein, sondern wir setzen auch auf die Möglichkeiten einer finanzpolitischen Bildung. Wir wollen, dass die Kinder und die Jugendlichen wissen, was Finanzmarkt bedeutet, welche Risiken und welche Chancen er birgt. Wir setzen uns vor allen Dingen für eine lebensstandardsichernde Rente ein. Da hat diese Koalition schon richtig viel geliefert. Es wird ja immer gesagt, es würde für die Rente gar nichts getan. Ich liste mal auf, was wir dazu alles bereits beschlossen haben: Wir haben die Haltelinie bis 2031 beschlossen. ↳ Ulrike Schielke-Ziesing (AfD): »Ja, das sichert doch aber nicht die Rente!« Und das ist gut so für all diejenigen, die ihre Rente dementsprechend erwarten. Wir haben das Betriebsrentenstärkungsgesetz beschlossen. Und das ist gut so, weil auch betriebliche Renten paritätisch finanziert werden. Wir haben das Altersvorsorge-Reformgesetz beschlossen. Und das ist gut so, weil wir die Riester-Rente damit reformiert haben und die Menschen dann endlich eine höhere Rendite auf ihre privat zurückgelegten Altersvorsorgebeiträge erhalten. Wir haben dabei auch noch die staatliche Förderung deutlich erhöht und ausgebaut. Und auch das ist gut so, meine sehr verehrten Damen und Herren. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.) ↳ Johannes Schraps (SPD): »Gute Sache! Sehr gute Sache!« Wir haben die Aktivrente beschlossen, sodass man jetzt, wenn man das Alter von 67 Jahren erreicht hat, keine Steuern mehr zahlen muss, wenn man weiterarbeitet. Auch das bedeutet eine Einkommensverbesserung für Rentner. Und jetzt beschließen wir die Frühstartrente. Auch für die Reform der gesetzlichen Altersrente liegen entsprechende Vorschläge auf dem Tisch. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir auch darüber eine Einigung erzielen können. Meine sehr verehrten Damen und Herren, diese Koalition liefert bei den Themen „Altersvorsorge“ und „lebensstandardsichernde Rente“. Das sind die Riesenreformschritte, auf die wir lange Jahre gewartet haben. Ich bin froh und dankbar, dass wir in der Finanzpolitik einen ganz wichtigen Beitrag hierzu leisten können. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.) ↳ Dr. Carsten Brodesser (Union): »Sehr gut!« Die Einzelheiten der Frühstartrente muss ich an dieser Stelle vielleicht gar nicht mehr erwähnen; dazu ist schon ganz viel gesagt worden. Ich bin sicher, dass sie dazu beitragen wird, dass die Menschen erkennen: Es ist tatsächlich sinnvoll, selbst kleinste Beträge am Kapitalmarkt zu investieren, weil man dort höhere Renditen erzielen kann, als wenn man das Geld einfach unters Kopfkissen oder auf ein Sparbuch legt. Damit ist gleichzeitig eine gute Finanzmarkt- und Kapitalmarktentwicklung möglich. Aber das Allerwichtigste ist, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass wir zeigen, dass wir bei den Themen „Rente“ und „Altersvorsorge“ liefern. Wir zeigen, dass wir Kompromisse finden und nicht der eine dieses und der andere jenes kriegt. Wir zeigen: Wir haben ein gemeinsames Ziel, wir haben gemeinsame Ideen, und wir bringen gemeinsam etwas Gutes für die Kinder und Jugendlichen auf den Weg. Deshalb ist es richtig, wenn man heute dem Frühstartrentengesetz zustimmt. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Beifall: SPD Beifall: Union