Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich staune ja immer wieder, wie man ein wirklich gutes Gesetz in der Luft zerreißen kann. Und wer es noch nicht verstanden hat, dem erläutere ich es noch mal. Wir haben zurzeit überfüllte Notaufnahmen und keine Steuerung in dem System. Und Sie haben teilweise noch nicht verstanden, worum es uns hier geht. …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich staune ja immer wieder, wie man ein wirklich gutes Gesetz in der Luft zerreißen kann. Und wer es noch nicht verstanden hat, dem erläutere ich es noch mal. Wir haben zurzeit überfüllte Notaufnahmen und keine Steuerung in dem System. Und Sie haben teilweise noch nicht verstanden, worum es uns hier geht. Ich möchte an dieser Stelle auch mal sagen: Wenn man Fehler korrigiert, dann ist das gar nichts Schlimmes. Das zeugt von Größe in der Politik. Beifall: Union Beifall: SPD Beifall: Dr. Kirsten Kappert-Gonther (Grüne) Aber ideologisch immer weiter nach vorne zu rennen, das halte ich für falsch; denn wir arbeiten fachlich, in der Sache, und das ist wichtig. Sie berichten auch Unwahrheiten, wenn Sie im Zusammenhang mit der sogenannten Standortklausel für Pharmahersteller behaupten, dass wir dafür GKV-Mittel nehmen. Ich weiß nicht, woher Sie das haben! Das steht überhaupt noch nicht fest. Und es ist unser Ansinnen, damit nicht die GKV zu belasten. Das ist Wirtschaftspolitik und betrifft nicht die GKV! Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Also hören Sie auf, hier alle mit Unwahrheiten wildzumachen. Wir haben ein System in diesem Land, das eben ineffizient ist. Es fährt ein Rettungswagen raus, obwohl vielleicht eine ambulante Behandlung notwendig ist. Es sitzen Menschen stundenlang in Notaufnahmen, während man gleichzeitig um das Leben eines anderen Menschen kämpft. Die Hilfesuchenden wissen schlicht nicht, an wen sie sich wenden sollen. Das ändern wir jetzt, und das ist richtig so! Wir organisieren die Notfallversorgung endlich vom Patienten aus und nicht länger von den Zuständigkeiten der einzelnen Institutionen. Wir vernetzen die Telefonnummer 112 mit der 116 117. Beide Nummern werden künftig digital miteinander vernetzt. Wer Hilfe sucht, soll eben nicht mehr von einer Stelle zur anderen geschickt werden und dann am Ende doch wieder an der falschen Stelle landen. Wir schaffen verbindliche Gesundheitsleitsysteme mit einer standardisierten Ersteinschätzung und einer digitalen Weitergabe aller Informationen. Beifall: Union Beifall: SPD Das bedeutet am Ende: Wer einen Rettungswagen braucht, der bekommt einen Rettungswagen, wenn das nach der Ersteinschätzung notwendig ist. Und wer einen Arzt braucht, wird einen Arzt bekommen. Wer telemedizinisch versorgt werden kann, auch über Videosprechstunden, der muss eben nicht erst durch einen Landkreis fahren, sondern kann gleich und sofort versorgt werden: digital vor ambulant vor stationär; immer dort, wo es medizinisch sinnvoll ist. Und das ist für den ländlichen Raum ganz, ganz wichtig. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) An dieser Stelle möchte ich mich wirklich bedanken bei Nina Warken, bei unserem Bundesgesundheitsminister, bei den Berichterstattern, aber natürlich auch, lieber Janosch Dahmen, bei allen anderen Gesundheitspolitikern. Wir haben so konstruktiv zusammengearbeitet, und das wird noch nicht das Ende sein. Beifall: Union Beifall: SPD Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Ich möchte hier auch noch mal sehr deutlich sagen: Wir können nicht immer nur über steigende Beiträge sprechen; das Gesetz hat auch einen zweiten Teil. Wir können auch nicht immer jede Veränderung ablehnen; denn wir haben ein System, in dem einige Strukturen teilweise 70 Jahre alt sind. Die Ausgaben steigen jedes Jahr 8 bis 10 Prozent. Wir müssen das Geld der Beitragszahler verantwortungsvoll einsetzen, und das machen wir. Deshalb haben wir das parlamentarische Verfahren jetzt genutzt, um weitere Regelungen zur Beitragsstabilisierung einzubringen. Und der Erfolg gibt uns recht: Der Beitrag ist stabil definiert worden. Das ist wichtig für die Wirtschaft, für die Lohnnebenkosten, für die Mittelstandsunternehmen und vor allem für die Menschen in unserem Land, damit sie eben nicht noch mehr Lohnnebenkosten zahlen. Beifall: Union Beifall: SPD Liebe Kollegen, wir nehmen auch die Krankenkassen diesmal in die Pflicht; denn wer immer mit Fingern auf andere zeigt, darf nicht zu bequem sein, auch bei sich selbst mal genauer hinzuschauen. Jeder Akteur im System muss sich jetzt die Frage stellen: Leiste ich meinen Beitrag für ein stabiles und effizientes System in der Versorgung? Denn am Ende darf es für die Patienten nur eine Frage geben: Wo bekomme ich im Notfall die Hilfe, die ich brauche? Auf diese Frage geben wir mit diesem Gesetz eine Antwort. Ich bitte um Zustimmung. Vielen Dank. Beifall: Union Beifall: SPD