Vielen Dank. – Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Antrag ist ein Paradebeispiel für eine Politik, die glaubt, jedes Problem mit mehr Staat, mit mehr Verboten, mit mehr Steuergeld lösen zu können. Energiearmut ist ein Problem. Und natürlich müssen wir dafür sorgen, dass Menschen ihre Strom- und Heizkosten bezahlen können. Die entscheidende Frage ist aber doch: Wird …
Vielen Dank. – Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Antrag ist ein Paradebeispiel für eine Politik, die glaubt, jedes Problem mit mehr Staat, mit mehr Verboten, mit mehr Steuergeld lösen zu können. ↳ Mayra Vriesema (Grüne) Energiearmut ist ein Problem. Und natürlich müssen wir dafür sorgen, dass Menschen ihre Strom- und Heizkosten bezahlen können. Die entscheidende Frage ist aber doch: Wird das Leben der Menschen wirklich günstiger, wenn wir dafür immer neue staatliche Programme auflegen, immer mehr in den Markt eingreifen und dann neue Milliarden versprechen? Nein, am Ende muss irgendjemand die Rechnung bezahlen. Beifall: Union Beifall: Dr. Malte Kaufmann (AfD) ↳ Dr. Fabian Fahl (Linke): »Doch nicht die Ärmsten!« Und das sind wieder unsere Bürgerinnen und Bürger mit ihren Steuern, anderen Abgaben und einem Plus an Kosten in der Folge. Köpfe einziehen, meine Damen und Herren! Das wäre ein Bumerang, der zurückkommt. Dieser Antrag umfasst alles Mögliche, sogar die Verstaatlichung von Infrastruktur. ↳ Dr. Fabian Fahl (Linke): »Richtig so!« Offenbar reicht es den Antragstellern nicht, ein Problem gezielt anzugehen, nein, das gesamte Energiesystem soll gleich umgebaut werden. Das ist keine pragmatische Sozialpolitik, das ist ein politischer Wunschzettel auf Kosten der Steuerzahler. Beifall: Union ↳ Donata Vogtschmidt (Linke): »Das ist wirksame Sozialpolitik!« Besonders absurd wird es mit dem geforderten Verbot von Stromsperren. Ja, Sperren sind für die Betroffenen eine harte Belastung. ↳ Mayra Vriesema (Grüne): »Vor allem für die Kinder, die in diesen Haushalten leben!« Aber was passiert, wenn Rechnungen grundsätzlich nicht mehr abgesichert werden können? Kosten verschwinden nicht einfach. Energieversorger, oft kommunale Unternehmen, müssen wirtschaftlich arbeiten. ↳ Dr. Fabian Fahl (Linke) Unbezahlte Rechnungen landen bei den anderen Kunden. Kosten werden umgelegt. Denn noch mal: Irgendwer muss diese Rechnungen bezahlen. Gebraucht wird gezielte Unterstützung für Menschen in Not, aber sicher keine Politik, die so tut, als könne man wirtschaftliche Realitäten einfach per Gesetz abschaffen. Beifall: Union ↳ Mayra Vriesema (Grüne): »Warum kürzt ihr denn das Wohngeld?« Und dann die Forderung nach immer mehr staatlichen Zuschüssen. Das klingt natürlich wunderbar, wenn man erstens nicht erklären muss, woher das Geld kommen soll, ↳ Linke und zweitens wirtschaftliche und faktische Folgen an dieser Stelle ausblendet. Mir ist klar: Sie wollen wahrscheinlich wieder die vielbeschworenen Reichen besteuern. Wenn es nach Ihnen geht, gibt es demnächst keinen Wohlstand mehr in diesem Land. ↳ Linke Vermieter sind auch Bürgerinnen und Bürger in diesem Land – mit eigenen Grundrechten. Beifall: Union Viele Menschen in diesem Land nutzen Wohneigentum auch zur Altersvorsorge. Das ist ein großer Teil der Menschen, die in Deutschland vermieten. ↳ Donata Vogtschmidt (Linke): »Aber Vonovia nicht!« Auch die Forderung, Übertragungsnetze in die öffentliche Hand zu überführen, überzeugt überhaupt nicht. Glauben Sie ernsthaft, dass etwas automatisch billiger wird, nur weil der Staat es selber regelt? ↳ Dr. Fabian Fahl (Linke): »Was ist mit der Bahn? Was ist mit der Post?« Entscheidend sind vernünftige Regelungen, Wettbewerb, zuverlässige Versorgung. Der Staat ist definitiv nicht der bessere Unternehmer. Beifall: Union Noch problematischer sind die Vorgaben für neue Heizungen. Die Bürger sollen immer strengere Anforderungen erfüllen. Gleichzeitig wird eingeräumt, dass viele Menschen schon heute kaum ihre Energiekosten stemmen können. Das ist widersprüchlich. Wer Klimaschutz betreiben will, muss ihn bezahlbar gestalten, nicht nur die Menschen mit neuen Vorschriften unter Druck setzen und dann mit Steuergeld die Folgen abfedern. Meine sehr geehrten Damen und Herren, zur Information: Geld fällt nicht einfach vom Himmel. Es muss erwirtschaftet, es muss erarbeitet werden. Beifall: Union ↳ Linke: »Es muss verteilt werden!« Was mich insgesamt an diesem Antrag stört: Er erweckt den Eindruck, man müsse nur genügend Gesetze beschließen, dann verschwinde die Energiearmut von selbst. Aber so funktioniert das nicht. Eine Definition zahlt keine Rechnung. Ein neuer Fonds produziert keinen Strom. Und staatliche Preiskontrolle schafft noch lange keine günstigere Energie. ↳ Mayra Vriesema (Grüne) Was wir brauchen, sind niedrigere Kosten, weniger unnötige Belastungen durch Bürokratie und dann an dieser Stelle gezielte Hilfen. Wir stehen für eine Energiepolitik, die wirtschaftliche Vernunft mit sozialer Verantwortung verbindet. Da sind wir dabei. Das erfordert Kompromisse, man muss zusammenführen, umstrukturieren. Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Menschen brauchen keine politischen Luftschlösser. Sie brauchen eine bezahlbare Stromrechnung, Beifall: Jürgen Coße (SPD) Beifall: SPD und daran arbeiten wir. Dieser Antrag macht, wie so oft bei Ihren Anträgen, den Staat zur Antwort auf jedes Problem, ohne ausreichend zu berücksichtigen, dass der Staat das Geld seiner Bürger auch verantwortungsvoll einsetzen muss. So funktioniert es nicht. Wir lehnen deshalb diesen Antrag ab. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.)