Gespiegelter Diskurs — read-only, aus der DIP-API.
Reden im Verbatim-O-Ton; Zwischenrufe/Beifall an ihrer Stelle im Text, amtlich protokolliert = Fakt.
Quelle: Deutscher Bundestag/Bundesrat – DIP, BT-PlPr. 21/82.
Primärquelle ↗
Hallo, guten Tag, alle zusammen! Hiermit eröffne ich unsere Sitzung. Liebe Kolleginnen und Kollegen, interfraktionell ist vereinbart worden, die Tagesordnung um die in der Zusatzpunkteliste aufgeführten Punkte zu erweitern: ZP 1 Aktuelle Stunde auf Verlangen der Fraktion der AfD Historisches Scheitern Deutschlands bei der Wahl in den UN-Sicherheitsrat – Konsequenzen für die deutsche Außenpolitik, Bundeskanzler Merz und Bundesminister des Auswärtigen …
Hallo, guten Tag, alle zusammen! Hiermit eröffne ich unsere Sitzung. Liebe Kolleginnen und Kollegen, interfraktionell ist vereinbart worden, die Tagesordnung um die in der Zusatzpunkteliste aufgeführten Punkte zu erweitern: ZP 1 Aktuelle Stunde auf Verlangen der Fraktion der AfD Historisches Scheitern Deutschlands bei der Wahl in den UN-Sicherheitsrat – Konsequenzen für die deutsche Außenpolitik, Bundeskanzler Merz und Bundesminister des Auswärtigen Wadephul ZP 2 Beratung des Antrags der Abgeordneten Ayse Asar, Dr. Andrea Lübcke, Claudia Müller, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN BAföG stärken und Studienstarthilfe ausweiten – Junge Menschen in der Krise entlasten Drucksache 21/5780 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung (f) Ausschuss für Arbeit und Soziales Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen Haushaltsausschuss ZP 3 Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung (18. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Ayse Asar, Dr. Andrea Lübcke, Claudia Müller, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bildung bezahlbar machen – BAföG-Reform jetzt Drucksachen 21/2234, 21/5130 ZP 4 Weitere Überweisungen im vereinfachten Verfahren (Ergänzung zu TOP 37) a) Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Michael Kaufmann, Nicole Höchst, Adam Balten, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD Einstieg in die systematische Erforschung von Nebenwirkungen der mRNA-basierten COVID-Impfungen Drucksache 21/6088 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung (f) Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz Ausschuss für Gesundheit b) Beratung des Antrags der Abgeordneten Steffi Lemke, Dr. Zoe Mayer, Linda Heitmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Die Ostsee schützen Drucksache 21/6014 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (f) Ausschuss für Wirtschaft und Energie Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Ausschuss für Tourismus c) Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Fabian Fahl, Luigi Pantisano, Marcel Bauer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke Klimapolitik an den Belastungsgrenzen unseres Planeten ausrichten Drucksache 21/5891 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (f) Auswärtiger Ausschuss Innenausschuss Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz Finanzausschuss Ausschuss für Wirtschaft und Energie Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Ausschuss für Gesundheit Verkehrsausschuss Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen d) Beratung des Antrags der Abgeordneten Ulrich Thoden, Desiree Becker, Gökay Akbulut, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke Entschließung in der Vancouver-Erklärung der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa zur internationalen Wissenschaftsdiplomatie umsetzen Drucksache 21/5827 Überweisungsvorschlag: Auswärtiger Ausschuss (f) Verteidigungsausschuss Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe ZP 5 Aktuelle Stunde auf Verlangen der Fraktionen der CDU/CSU und SPD Russlands Eskalation im Ukrainekrieg und die Teilnahme von AfD-Abgeordneten am Sankt Petersburger Wirtschaftsforum ZP 6 Beratung des Antrags der Abgeordneten Awet Tesfaiesus, Nyke Slawik, Marcel Emmerich, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Gleiche Rechte für alle – Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz 20 Jahre nach Inkrafttreten wirksamer machen Drucksache 21/6337 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz (f) Innenausschuss Ausschuss für Wirtschaft und Energie Ausschuss für Arbeit und Soziales Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Ausschuss für Gesundheit Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen ZP 7 Beratung des Antrags der Abgeordneten Nicole Gohlke, Dr. Michael Arndt, Jorrit Bosch, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke Ein BAföG, von dem man leben und studieren kann Drucksache 21/6359 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung ZP 8 Erste Beratung des vom Bundesrat eingebrachten Entwurfs eines ... Gesetzes zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zur Beschleunigung des Ausbaus der Windenergie an Land Drucksache 21/5920 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Wirtschaft und Energie (f) Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit Haushaltsausschuss ZP 9 – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Durchführung der Verordnung (EU) 2024/1689 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juni 2024 zur Festlegung harmonisierter Vorschriften für künstliche Intelligenz und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 300/2008, (EU) Nr. 167/2013, (EU) Nr. 168/2013, (EU) 2018/858, (EU) 2018/1139 und (EU) 2019/2144 sowie der Richtlinien 2014/90/EU, (EU) 2016/797 und (EU) 2020/1828 (Gesetz zur Durchführung der Verordnung über künstliche Intelligenz) Drucksachen 21/4594, 21/5143 Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Digitales und Staatsmodernisierung (23. Ausschuss) Drucksache 21/… – Bericht des Haushaltsausschusses (8. Ausschuss) gemäß § 96 der Geschäftsordnung Drucksache 21/… ZP 10 Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Digitales und Staatsmodernisierung (23. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Rebecca Lenhard, Dr. Konstantin von Notz, Jeanne Dillschneider, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz ermöglichen – Umsetzung der europäischen KI-Verordnung in Deutschland beschleunigen, Innovation fördern und digitale Souveränität stärken Drucksachen 21/2349, 21/… ZP 11 Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Digitales und Staatsmodernisierung (23. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Sonja Lemke, Clara Bünger, Doris Achelwilm, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke Gesellschaftliche Risiken von KI-Anwendungen ernst nehmen Drucksachen 21/4758, 21/… ZP 12 Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Digitales und Staatsmodernisierung (23. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Donata Vogtschmidt, Clara Bünger, Anne-Mieke Bremer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke Für öffentliche Räume ohne automatisierte biometrische Erkennungssysteme Drucksachen 21/4759, 21/… ZP 13 Beratung des Antrags der Abgeordneten Evelyn Schötz, Nicole Gohlke, Dr. Michael Arndt, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke Pflegende An- und Zugehörige unterstützen – Pflegelohn einführen Drucksache 21/6361 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Gesundheit (f) Ausschuss für Arbeit und Soziales Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend ZP 14 – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zum Bürokratierückbau in der Gewerbeordnung und dem Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz sowie anderer Rechtsvorschriften zur Aufhebung von Berichtspflichten Drucksache 21/3740 Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Wirtschaft und Energie (9. Ausschuss) Drucksache 21/… – Bericht des Haushaltsausschusses (8. Ausschuss) gemäß § 96 der Geschäftsordnung Drucksache 21/… ZP 15 Beratung des Antrags der Abgeordneten Steffen Kotré, Matthias Rentzsch, Marc Bernhard, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD Transparenz, Wirtschaftlichkeit und Kontrolle bei Auslandshandelskammern sicherstellen – Empfehlungen des Bundesrechnungshofes konsequent umsetzen Drucksache 21/5136 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Wirtschaft und Energie (f) Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ZP 16 Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Anpassung des Verpackungsrechts und anderer Rechtsbereiche an die Verordnung (EU) 2025/40 Drucksache 21/5346 Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (16. Ausschuss) Drucksache 21/… ZP 17 Beratung des Antrags der Fraktionen der CDU/CSU und SPD Zukunft der Luftfahrt in Deutschland und Europa sichern Drucksache 21/6329 ZP 18 Beratung des Antrags der Fraktion der AfD Abschaffung der Luftverkehrsteuer Drucksache 21/… Überweisungsvorschlag: Finanzausschuss (f) … ZP 19 Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Abweichung von dem Anpassungsverfahren gemäß § 11 Absatz 4 des Abgeordnetengesetzes für das Jahr 2026 (Anpassungsverfahrensabweichungsgesetz 2026) Drucksache 21/6330 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung (f) Haushaltsausschuss ZP 20 Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Düngegesetzes Drucksache 21/6135 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (f) Haushaltsausschuss mitberatend und gemäß § 96 der GO ZP 21 – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur besseren Verhinderung missbräuchlicher Anerkennungen der Vaterschaft Drucksache 21/4081 – Zweite und dritte Beratung des von den Abgeordneten Stephan Brandner, Tobias Matthias Peterka, Rainer Galla, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der AfD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Reform der missbräuchlichen Anerkennung von Vaterschaften Drucksache 21/4264 Beschlussempfehlung und Bericht des Innenausschusses (4. Ausschuss) Drucksache 21/… ZP 22 Aktuelle Stunde auf Verlangen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Wertschätzung sicherstellen, Kürzungen vermeiden – Die Pflege von Angehörigen darf nicht in die Armut führen Von der Frist für den Beginn der Beratungen soll, soweit das erforderlich ist, abgewichen werden. Tagesordnungspunkt 12 wird abgesetzt. Tagesordnungspunkt 22 wird gemeinsam mit Tagesordnungspunkt 4 beraten werden. Die weiteren Änderungen und Ergänzungen sowie der geänderte Ablauf der Beratungen sind wie üblich der Zusatzpunkteliste zu entnehmen. Außerdem mache ich noch auf drei nachträgliche Ausschussüberweisungen im Anhang zur Zusatzpunkteliste aufmerksam: Der am 20. Mai 2026 (79. Sitzung) überwiesene nachfolgende Gesetzentwurf soll zusätzlich dem Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (16. Ausschuss) zur Mitberatung überwiesen werden: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2024/1799 zur Förderung der Reparatur von Waren Drucksache 21/5923 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz (f) Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit Der am 22. Mai 2026 (81. Sitzung) überwiesene nachfolgende Antrag soll zusätzlich dem Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz (6. Ausschuss) zur Mitberatung überwiesen werden: Beratung des Antrags der Abgeordneten Ricarda Lang, Timon Dzienus, Lisa Paus, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Vereinbarkeit statt Verfügbarkeit – Für eine moderne Arbeitszeitpolitik Drucksache 21/5781 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Arbeit und Soziales (f) Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz Finanzausschuss Ausschuss für Wirtschaft und Energie Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Ausschuss für Gesundheit Ausschuss für Tourismus Haushaltsausschuss Der am 21. Mai 2026 (80. Sitzung) überwiesene nachfolgende Gesetzentwurf soll zusätzlich dem Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz (6. Ausschuss) zur Mitberatung überwiesen werden: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Stärkung von Medizinregistern und zur Verbesserung der Medizinregisterdatennutzung Drucksache 21/5922 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Gesundheit (f) Innenausschuss Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz Verteidigungsausschuss Ich hoffe, Sie haben das alles gesehen. Sind Sie damit einverstanden? – Ich sehe und höre keinen Widerspruch. Dann ist das so beschlossen. Nun kommen wir zum Tagesordnungspunkt 1: Befragung der Bundesregierung Die Bundesregierung hat für die heutige Befragung den Bundesminister des Innern, Herrn Alexander Dobrindt, sowie den Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Herrn Alois Rainer, benannt. Sie werden nun nacheinander die Gelegenheit haben, Ihre einleitenden Berichte abzugeben. Zusammen ist dafür eine Dauer von acht Minuten vorgesehen. Es empfiehlt sich, die Zeit in jeweils vier Minuten aufzuteilen; das obliegt aber Ihnen. Das Wort hat zuerst der Bundesminister des Innern, Herr Alexander Dobrindt. Bitte sehr.
ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich habe den Hinweis durchaus verstanden. Ich habe die letzten beiden Male meine Minutenzahl weit überschritten. Dafür bitte ich an dieser Stelle noch mal ausdrücklich um Verzeihung. Mein einleitender Bericht heute wird deshalb deutlich kürzer sein; denn eigentlich würde mir gar keine Redezeit mehr zustehen. Meine Damen und Herren, nach mehr als …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich habe den Hinweis durchaus verstanden. Ich habe die letzten beiden Male meine Minutenzahl weit überschritten. Dafür bitte ich an dieser Stelle noch mal ausdrücklich um Verzeihung. Mein einleitender Bericht heute wird deshalb deutlich kürzer sein; denn eigentlich würde mir gar keine Redezeit mehr zustehen. Meine Damen und Herren, nach mehr als einem Jahr dieser Bundesregierung kann man jetzt durchaus auch mal auf die Bilanz zurückblicken. In diesem einen Jahr – ich kann das so zusammenfassen – haben wir eine neue Ordnung in der Migrationspolitik geschaffen, neue Schwerpunkte in der Sicherheitspolitik gesetzt und ein neues Bewusstsein für Bevölkerungsschutz befördert. Diese drei großen Elemente Migration, Sicherheit, Bevölkerungsschutz waren die zentralen Themen meines Hauses, des Innenministeriums. Ich darf mich an dieser Stelle ausdrücklich bei den Kolleginnen und Kollegen der Koalitionsfraktionen, der CDU/CSU und der SPD, für die konstruktive Zusammenarbeit im vergangenen Jahr bedanken. Eine ganze Menge an herausragenden Elementen ist in diesen zwölf Monaten, jetzt dreizehn Monaten, auch im Deutschen Bundestag mit entschieden worden. Wir haben auch noch eine große Menge an Aufgaben vor uns. Gerade im Sicherheitsbereich haben wir große Themen in der Debatte. Ich denke beispielsweise an das Bundespolizeigesetz, das wir hier noch vor der Sommerpause abschließen wollen. Auch da sage ich ein herzliches Dankeschön für die konstruktive Zusammenarbeit aller Kolleginnen und Kollegen. Ich kann Ihnen versichern, dass ich im Deutschen Bundestag gerne auch weiterhin immer für konstruktive Zusammenarbeit zur Verfügung stehe. Große Aufgaben müssen bewältigt werden. Das war unser Auftrag. Der größte Auftrag lag zu Beginn bei dem Thema Migration. Wir haben aus der Migrationswelle eine Migrationswende gemacht. Dafür ein herzliches Dankeschön an alle Kolleginnen und Kollegen. In dem Stil arbeiten wir weiter. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Der Redner blickt auf ein Jahr Regierungsarbeit zurück, lobt die konstruktive Zusammenarbeit bei Themen wie Migration und Sicherheit und kündigt an, in diesem Stil weiterzuarbeiten.
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Das war sehr großzügig. Insofern stimmt das dann in der Kalkulation wieder. – Jetzt hat der Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Herr Alois Rainer, das Wort. Bitte sehr.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Lieber Kollege Alexander Dobrindt, vielen herzlichen Dank für den großen Zeitrahmen, den du mir zur Verfügung gestellt hast. Meine sehr geehrten Damen und Herren, Vertrauen zurückgewinnen, Hilfe stärken, Ernährung sichern – mit unter anderem diesen drei Zielen bin ich in dieses Amt vor einem Jahr, einem Monat und drei Tagen gestartet. Ein …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Lieber Kollege Alexander Dobrindt, vielen herzlichen Dank für den großen Zeitrahmen, den du mir zur Verfügung gestellt hast. Meine sehr geehrten Damen und Herren, Vertrauen zurückgewinnen, Hilfe stärken, Ernährung sichern – mit unter anderem diesen drei Zielen bin ich in dieses Amt vor einem Jahr, einem Monat und drei Tagen gestartet. Ein Jahr, in dem ich viel im ganzen Land unterwegs sein durfte. Nicht nur im Rahmen meiner Heimat-Gespräche, aber auch in diesen Gesprächen ist es mir wichtig, zu erfahren, wie es vor Ort läuft und wo es eventuell noch hakt. Natürlich habe ich hier und da auch kontrovers mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren können. Unter dem Strich zeigen mir ihre Reaktionen aber: Wir sind auf einem guten Weg, und wir haben viel erreicht. Wir haben die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe gestärkt, zum Beispiel durch die vollständige Agrardieselsteuerrückerstattung. Auch auf die Belastung der Betriebe durch hohe Energie- und Düngemittelpreise haben wir schnell und zielgerichtet reagiert. Mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank haben wir ein Liquiditätshilfeprogramm in Höhe von 200 Millionen Euro für Höfe, die sich akut in einer Krise befinden, auf den Weg gebracht. Dies ergänzt Maßnahmen wie die befristete Senkung der Energiesteuer und die Agrardieselsteuerrückerstattung. Wir haben mit unserer Agrarexportstrategie die Grundlagen geschaffen, um Märkte neu zu erschließen oder wieder zu eröffnen. Erste und schöne Erfolge sehen wir schon jetzt mit den USA, mit Kanada, in Teilen auch mit China, den Philippinen oder Indonesien, um hier ein paar konkrete Beispiele zu nennen. Kommende Woche reise ich nach Japan und China, weil Export bei uns Chefsache ist. Wir haben bereits spürbare Fortschritte bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln erzielen können. Auch beim Schutz der Weidetierhaltung haben wir geliefert und für ein ausgewogenes Miteinander von Naturschutz und Nutztierhaltung gesorgt. Meine Damen und Herren, wer hätte gedacht, dass sich der Wolf nach nicht mal einem Jahr Regierungszeit im Jagdrecht befindet? Natürlich unverzichtbar ist und bleibt für mich an oberster Stelle der Bürokratieabbau. Diesen haben wir mit einer eigenen Stabstelle systematisch angepackt. Wir haben schon jetzt unnötige Regeln abgeschafft. Wir verhindern aber vor allem, dass neue Bürokratiemonster entstehen, so wie zum Beispiel bei der EU-Entwaldungsverordnung. Auch hier haben wir einen großen Erfolg erzielt, der durchaus nicht einfach war. Bürokratieabbau bleibt weiterhin ganz oben auf unserer Agenda, und wir brauchen uns auch hier nichts vormachen: Bürokratieabbau schafft man nicht von einem Jahr aufs andere, auch wenn man das gern so hätte. Manche Vorgaben brauchen wir auch in der Form, wie wir sie haben. Denn „Made in Germany“ ist ein Qualitätssiegel, und mit „Made in Germany“ gehen gewisse Standards einher. Diese Standards wollen wir einhalten. Aber wir brauchen nicht die zweite und dritte Statistik für das gleiche Thema. Aktuell arbeiten wir an einem Bürokratierückbaupaket 2026. Hier werden wir verschiedene Maßnahmen mit Entlastungspotenzial bündeln. Damit gehören wir mit zu den Vorreitern in der Bundesregierung. Weil wir wissen, dass noch einiges zu tun ist, arbeiten wir auch an einer Heimatagenda; ich werde in den nächsten Tagen unsere Heimatstrategie auch vorstellen. Ebenso müssen wir an einem neuen Düngerecht arbeiten und das Düngerecht neu ordnen, und zwar praxistauglich und möglichst bürokratiearm. Und in diesen Zeiten globaler Krisen, fraglicher Lieferketten, Marktverwerfungen und Unsicherheiten ist ganz wichtig, dass wir endlich die Ernährungs- und Versorgungssicherheit in Deutschland zeitgemäß gestalten. Wir brauchen ein System der Absicherung, das private und gesamtstaatliche Versorgung zusammen denkt. Denn wer Versorgungssicherheit ernst meint, muss ganzheitlich denken; und dieses ganzheitliche Denken haben wir im letzten Jahr mit den regierungstragenden Fraktionen mit aller Kraft auch so durchgesetzt. Ich freue mich auf die heutige Fragestunde. Danke schön. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Ich bedanke mich für die Einhaltung der Zeit. – Wir kommen jetzt zum eigentlichen Frageteil. Kurz zur Erläuterung: Wir haben erst eine Runde der Fraktionen. Da darf es nur Nachfragen der einzelnen Abgeordneten, die eine Frage gestellt haben, geben. Wir kommen nun zum Frageteil. Bitte jetzt zunächst nur Fragen zu den Berichten und den Geschäftsbereichen der beiden Regierungsmitglieder, die gerade …
Ich bedanke mich für die Einhaltung der Zeit. – Wir kommen jetzt zum eigentlichen Frageteil. Kurz zur Erläuterung: Wir haben erst eine Runde der Fraktionen. Da darf es nur Nachfragen der einzelnen Abgeordneten, die eine Frage gestellt haben, geben. Wir kommen nun zum Frageteil. Bitte jetzt zunächst nur Fragen zu den Berichten und den Geschäftsbereichen der beiden Regierungsmitglieder, die gerade gesprochen haben, stellen. Nachher kommen wir dann zu weiteren Geschäftsbereichen. Ich eröffne die Fraktionsrunde. Für die AfD-Fraktion hat Herr Abgeordneter Gottfried Curio das Wort. Bitte, eine Minute.
Herr Innenminister, in Deutschland halten sich knapp 1 Million Syrer aufgrund verschiedener Aufenthaltstitel auf. Beim Treffen mit dem syrischen Übergangspräsidenten war man sich laut dem Kanzler einig, dass in den nächsten drei Jahren 80 Prozent der Asylbewerber zurück sollen – im Nachgang vom syrischen Außenminister als Falschaussage entlarvt. Diese Million sei ein strategisches Gut. Eine Zwangsumsiedlung von Syrern nach Syrien …
Herr Innenminister, in Deutschland halten sich knapp 1 Million Syrer aufgrund verschiedener Aufenthaltstitel auf. Beim Treffen mit dem syrischen Übergangspräsidenten war man sich laut dem Kanzler einig, dass in den nächsten drei Jahren 80 Prozent der Asylbewerber zurück sollen – im Nachgang vom syrischen Außenminister als Falschaussage entlarvt. Diese Million sei ein strategisches Gut. Eine Zwangsumsiedlung von Syrern nach Syrien werde nicht akzeptiert. Vorher müsse jedenfalls jede Menge Geld fließen. Nun gab es schon vor dem Sturz des Assad-Regimes die Klarstellung vom Oberverwaltungsgericht Münster: Es gibt keine Grundlage für subsidiären Schutz. Regime weg, Bürgerkrieg aus: Gründe für Fluchtstatus entfallen. Ihre Amtspflicht wäre also der Entzug der Schutztitel per Revision durchs BAMF. Nun waren OVG-Spruch und Regimewechsel schon 2024. Wann haben Sie das BAMF angewiesen, den Schutzstatus dieser Leute, die hier auf dem Bürgerkriegsticket laufen, generell zu aktualisieren und aufzuheben?
Der Redner fordert vom Innenminister die sofortige Überprüfung und Aufhebung der Schutzstatus von Syrern in Deutschland unter Verweis auf das Ende des Assad-Regimes und eine Rechtsprechung des OVG Münster.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank für die Frage. – Zum einen: Der Schutzstatus wird überprüft. Wir haben mit bestimmten Gruppen von Asylbewerbern aus Syrien begonnen. Das liegt auch daran, dass man sich festlegen muss, mit welcher Maßnahme man den Schutzstatus überhaupt wieder angreift und überprüft. Es gibt auch jetzt schon eine ganze Reihe von Aufhebungen von Schutzstati, was Syrer anbelangt. Ich darf an …
Vielen Dank für die Frage. – Zum einen: Der Schutzstatus wird überprüft. Wir haben mit bestimmten Gruppen von Asylbewerbern aus Syrien begonnen. Das liegt auch daran, dass man sich festlegen muss, mit welcher Maßnahme man den Schutzstatus überhaupt wieder angreift und überprüft. ↳ Filiz Polat (Grüne): »„Angreifen“, „überprüfen“! Was für Worte!«Es gibt auch jetzt schon eine ganze Reihe von Aufhebungen von Schutzstati, was Syrer anbelangt. Ich darf an der Stelle auch sagen: Ich habe immer öffentlich Stellung dazu genommen, was die Situation der Syrer anbelangt, und von drei großen Gruppen gesprochen, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Die eine umfasst Straftäter; bei denen sind wir in Verhandlungen mit Syrien, um sie schnellstmöglich zurückzuführen. Die andere umfasst Menschen, bei denen wir sehen, dass sie keine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland bekommen werden. Die dritte Gruppe umfasst die, die integriert sind, hier arbeiten und wo es eine Perspektive für einen Aufenthalt geben kann. Und genau in dem Sinne arbeiten wir das ab.
Alexander Dobrindt erklärt die Überprüfung des Schutzstatus von syrischen Asylbewerbern und gliedert diese in drei Gruppen: Straftäter zur Rückführung, Personen ohne Bleibeperspektive sowie Integrierte.
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Das OVG Münster hat ja klargestellt: Der subsidiäre Grund ist entfallen. – Deshalb ist es eigentlich gar nicht so schwer: Man könnte die Aufenthaltserlaubnis generell aufheben; dabei geht es um sechsstellige Zahlen. – Die Anweisung ist also gar nicht erfolgt. Letztes Jahr sind wieder über 100 000 Asylbewerber zugewandert, vor allem junge Muslime. Laut MOTRA-Studie haben Muslime unter 40 zu …
Das OVG Münster hat ja klargestellt: Der subsidiäre Grund ist entfallen. – Deshalb ist es eigentlich gar nicht so schwer: Man könnte die Aufenthaltserlaubnis generell aufheben; dabei geht es um sechsstellige Zahlen. – Die Anweisung ist also gar nicht erfolgt. Letztes Jahr sind wieder über 100 000 Asylbewerber zugewandert, vor allem junge Muslime. Laut MOTRA-Studie haben Muslime unter 40 zu 45 Prozent eine Affinität zum Islamismus inklusive Ablehnung der Geltung deutscher Gesetze. Um das mal mit den ganzen vier Syrern zu vergleichen, die Sie dieses Jahr abgeschoben haben: Wie viele Zehntausende tendenzielle Islamisten haben Sie da laut MOTRA durch Ihre laxe Politik ins Land gelassen?
Der Redner kritisiert die Migrationspolitik der Regierung und fordert unter Berufung auf eine Gerichtsentscheidung und eine Studie die generelle Aufhebung von Aufenthaltserlaubnissen sowie strengere Abschiebungen.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Erst mal muss ich Ihrer Feststellung widersprechen: Ich habe vorhin deutlich gesagt, dass beim BAMF eben gerade die Überprüfung der Schutzstati begonnen habe, dass das schon vor längerer Zeit angewiesen worden ist und dass wir deswegen im Prozess der Überprüfungen genau dieser Schutzstati sind – anders als Sie das gerade darzustellen versucht haben. Zweitens sind wir dabei, festzustellen, wer in …
Erst mal muss ich Ihrer Feststellung widersprechen: Ich habe vorhin deutlich gesagt, dass beim BAMF eben gerade die Überprüfung der Schutzstati begonnen habe, dass das schon vor längerer Zeit angewiesen worden ist und dass wir deswegen im Prozess der Überprüfungen genau dieser Schutzstati sind – anders als Sie das gerade darzustellen versucht haben. ↳ Dr. Gottfried Curio (AfD): »Was ist da zu überprüfen?« Zweitens sind wir dabei, festzustellen, wer in Deutschland ausreisepflichtig ist. Wir haben deutlich gemacht, dass wir in den Verhandlungen mit den Syrern sind, um als Allererstes die Straftäter nach Syrien zurückzuführen; so tun wie wir es mit anderen Ländern auch, beispielsweise mit Afghanistan. Ähnliches wird gerade mit Syrien vereinbart.
Dobrindt widerspricht der Darstellung eines Vorredners bezüglich der Überprüfung von Schutzstati beim BAMF und erläutert laufende Bemühungen zur Feststellung der Ausreisepflicht, insbesondere durch Rückführungsabkommen mit Syrien für Straftäter.
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Wir teilen uns jedenfalls eine der schönsten Weinregionen der Welt. Herr Minister Dobrindt, Sie haben den Pakt für den Bevölkerungsschutz angesprochen, den Sie vergangene Sitzungswoche zusammen mit dem Bundesminister der Verteidigung, Herrn Pistorius, vorgestellt haben, der ja drei Säulen umfasst. Medial am aufmerksamsten wurde, glaube ich, insbesondere das Thema Ausstattung verfolgt. Knapp jede dritte Liegenschaft des THW wird in den …
Wir teilen uns jedenfalls eine der schönsten Weinregionen der Welt. Herr Minister Dobrindt, Sie haben den Pakt für den Bevölkerungsschutz angesprochen, den Sie vergangene Sitzungswoche zusammen mit dem Bundesminister der Verteidigung, Herrn Pistorius, vorgestellt haben, der ja drei Säulen umfasst. Medial am aufmerksamsten wurde, glaube ich, insbesondere das Thema Ausstattung verfolgt. Knapp jede dritte Liegenschaft des THW wird in den nächsten Jahren erneuert. 1 000 neue Fahrzeuge für den Bevölkerungsschutz in Deutschland werden bereitgestellt. Es ging um das Thema Schutzanzüge, die Standorte der medizinischen Taskforce und vieles mehr. Beim Thema Ausbildung, der zweiten Säule, wurde angekündigt, dass es unter anderem auch um Standards für Funktionsträger geht, dass es ein Lagebild für den Bevölkerungsschutz braucht. Beim Thema Auftrag haben Sie angekündigt, den Steuerungsstab Kommando Zivile Verteidigung bei sich im Ministerium zu etablieren. Gleichzeitig steht über alldem die Frage der Zusammenarbeit mit den Ländern, die ja beim Bevölkerungsschutz auch eine gewichtige Rolle spielen. Deshalb die Frage: –
Daniel Baldy referiert die drei Säulen des 'Pakts für den Bevölkerungsschutz' von Minister Dobrindt und betont die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit den Ländern.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank, Kollege Baldy, für die Erläuterungen, was den Pakt für den Bevölkerungsschutz angeht. Es sind ja 10 Milliarden Euro, die wir in die Hand nehmen, um genau diesen Bevölkerungsschutz bis 2029 zu ermöglichen, um besser auszustatten, auszurüsten und die Ausbildung mit zu organisieren. Darüber hinaus gehend gibt es weitere 3 Milliarden Euro – das muss man erwähnen – zu …
Vielen Dank, Kollege Baldy, für die Erläuterungen, was den Pakt für den Bevölkerungsschutz angeht. Es sind ja 10 Milliarden Euro, die wir in die Hand nehmen, um genau diesen Bevölkerungsschutz bis 2029 zu ermöglichen, um besser auszustatten, auszurüsten und die Ausbildung mit zu organisieren. Darüber hinaus gehend gibt es weitere 3 Milliarden Euro – das muss man erwähnen – zu diesen 10 Milliarden Euro. Das ist ein zusätzliches Bauprogramm im Bereich des THW, mit dem wir dann auch die Möglichkeiten schaffen, die Immobilien des THW zu erneuern, und zwar für das Personal, die Hauptamtlichen und die Ehrenamtlichen, die dort tätig sind. Und ja, das findet natürlich in Zusammenarbeit mit den Ländern statt. Deswegen steht es bei der IMK, die nächste Woche tagt, auch auf der Tagesordnung, um mit den Ländern Absprachen zu treffen, wie wir diese Investitionen durchführen. Ich darf an dieser Stelle die Gelegenheit wahrnehmen, mich bei allen Kolleginnen und Kollegen im Deutschen Bundestag zu bedanken, übrigens auch, Herr Emmerich, weil Sie das beim letzten Mal hier in der Debatte erwähnt haben, –
Alexander Dobrindt erläutert Finanzierungsvolumen und Investitionsziele des Pakts für den Bevölkerungsschutz und bedankt sich bei den Abgeordneten für deren Unterstützung.
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Es ist eine historische Stunde, dass der Bundesinnenminister die Grünen lobt. Da, finde ich, kann man die Zeit schon mal überziehen. Beim Thema Ausbildung haben Sie ja angekündigt, das Thema Selbstschutz nach vorne zu stellen. Wir hatten Anfang des Jahres eine Umfrage von Bitkom, die ergab, dass knapp 85 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass wir in Deutschland in Zukunft …
Es ist eine historische Stunde, dass der Bundesinnenminister die Grünen lobt. Da, finde ich, kann man die Zeit schon mal überziehen. Heiterkeit: Grüne (einzelne Abg.) Beim Thema Ausbildung haben Sie ja angekündigt, das Thema Selbstschutz nach vorne zu stellen. Wir hatten Anfang des Jahres eine Umfrage von Bitkom, die ergab, dass knapp 85 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass wir in Deutschland in Zukunft zum Beispiel mit Stromausfällen zu rechnen haben. Aber auf die Frage, wie viele darauf vorbereitet sind, zeigt sich: Es sind gerade einmal 15 Prozent der Befragten bzw. der befragten Haushalte. Deshalb die Frage: Wie gehen wir das Thema Selbstschutz in diesem Bereich an?
Der Redner spricht das Thema Selbstschutz bei Stromausfällen an und weist auf eine große Diskrepanz zwischen der erwarteten Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses und der tatsächlichen Vorbereitung der Bevölkerung hin.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank. – In dem Zusammenhang noch der Hinweis: Als Bundesinnenminister habe ich die Grünen nicht gelobt, sondern ich habe mich bei den Grünen bedankt. Das ist ein Unterschied. Ich wollte es hier nur mal zur Kenntnis geben. Aber wir haben ja noch ein bisschen Zeit miteinander. Wer weiß, was alles passiert. Was den Selbstschutz anbelangt: Ja, Sie haben vollkommen …
Vielen Dank. – In dem Zusammenhang noch der Hinweis: Als Bundesinnenminister habe ich die Grünen nicht gelobt, sondern ich habe mich bei den Grünen bedankt. Das ist ein Unterschied. Ich wollte es hier nur mal zur Kenntnis geben. Heiterkeit: Union (einzelne Abg.)Heiterkeit: SPD (einzelne Abg.)Heiterkeit: Grüne (einzelne Abg.) Aber wir haben ja noch ein bisschen Zeit miteinander. Wer weiß, was alles passiert. Was den Selbstschutz anbelangt: Ja, Sie haben vollkommen recht. Wir sind dabei, die Bevölkerung wieder darauf vorzubereiten, dass es so etwas wie zivile Verteidigung geben muss, und diese zivile Verteidigung muss wieder eingebracht werden. Wir sehen eine Chance darin, wenn wir diese Diskussionen mit Schülerinnen und Schülern führen; –
Dobrindt stellt eine Differenzierung zwischen Dank und Lob bezüglich der Grünen klar und betont die Notwendigkeit, die Bevölkerung wieder auf zivile Verteidigung vorzubereiten.
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Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Meine Frage geht an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Im niederbayerischen Dorf Vierhöfen gab es 2024 einen Schock für die Menschen – Sie kennen es vielleicht; es liegt in der Gemeinde Wallersdorf –: Im Trinkwasser waren zu viel Nitrat und zu viele Pflanzenschutzmittelrückstände gefunden worden. Es darf nicht mehr getrunken werden. – Die Gemeinde Wallersdorf hat dann …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Meine Frage geht an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Im niederbayerischen Dorf Vierhöfen gab es 2024 einen Schock für die Menschen – Sie kennen es vielleicht; es liegt in der Gemeinde Wallersdorf –: Im Trinkwasser waren zu viel Nitrat und zu viele Pflanzenschutzmittelrückstände gefunden worden. Es darf nicht mehr getrunken werden. – Die Gemeinde Wallersdorf hat dann einen sechsstelligen Betrag an Geld investiert, um das Dorf von woanders aus zu versorgen. Das Problem gibt es in der Form nicht nur in Niederbayern. Wir haben an 26 Prozent der Messstellen in Deutschland zu viel Nitrat im Wasser. Wir haben die Ostsee, in der 93 Prozent der Ökosysteme gekippt sind. Was tun Sie als Landwirtschaftsminister dafür, dass wir in Deutschland auf Dauer genug sauberes und günstiges Wasser zur Verfügung haben? Beifall: Grüne
Karl Bär thematisiert die Belastung des Trinkwassers durch Nitrat und Pestizide am Beispiel Vierhöfen und fordert vom Minister Maßnahmen zur Sicherung sauberen und günstigen Wassers. Minister Alois Rainer weist die alleinige Schuldzuweisung an die Landwirtschaft zurück und kündigt eine neue Düngeverordnung unter Einbeziehung aller Verbände an.
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Sehr geehrter Kollege Bär, vielen Dank für die Frage. – Natürlich kenne ich das Problem. Zumindest bei mir im Wahlkreis macht der Wasserzweckverband zusammen mit den Landwirtinnen und Landwirten vor Ort gute Arbeit. Sie sprachen die Düngeverordnung an: Wir müssen sie neu organisieren; denn wir haben hier im letzten Herbst zwei Urteile erhalten. Wir werden in einem ersten Step eine …
Sehr geehrter Kollege Bär, vielen Dank für die Frage. – Natürlich kenne ich das Problem. Zumindest bei mir im Wahlkreis macht der Wasserzweckverband zusammen mit den Landwirtinnen und Landwirten vor Ort gute Arbeit. Sie sprachen die Düngeverordnung an: Wir müssen sie neu organisieren; denn wir haben hier im letzten Herbst zwei Urteile erhalten. Wir werden in einem ersten Step eine Rechtssicherheit herbeiführen, die dann zur nächsten bzw. neuen Düngesaison greift. Das wird dann ähnlich wie bei der jetzigen Düngeverordnung funktionieren. Ich weise es aber schon zurück, dass alleine die Landwirtschaft der Verursacher für Einträge ins Grundwasser ist. Da muss man die Diskussion vielleicht auf ein neues Level heben. Wir sind jetzt schon in Gesprächen mit der Kommission; wir befinden uns in Gesprächen mit den Bundesländern; wir befinden uns auch in Gesprächen mit dem Bundesumweltministerium. Und wir wollen, wenn wir eine neue Düngeverordnung machen, das zusammen mit allen relevanten Verbänden machen. Beifall: Union
Vielen Dank. – Ich hatte ja nicht bloß von Nitrat gesprochen, sondern auch von Pestizidrückständen. Wir sehen, dass Dänemark jetzt alle Wirkstoffe vom Markt nimmt, die zu Trifluoracetat zerfallen; das ist eine Ewigkeitschemikalie, die wirklich nie wieder aus dem Wasser zu entfernen ist und auch nicht zerfällt. Warum macht Deutschland das nicht auch? Warum werden wir nicht nur beim Zulassen …
Vielen Dank. – Ich hatte ja nicht bloß von Nitrat gesprochen, sondern auch von Pestizidrückständen. Wir sehen, dass Dänemark jetzt alle Wirkstoffe vom Markt nimmt, die zu Trifluoracetat zerfallen; das ist eine Ewigkeitschemikalie, die wirklich nie wieder aus dem Wasser zu entfernen ist und auch nicht zerfällt. Warum macht Deutschland das nicht auch? Warum werden wir nicht nur beim Zulassen schneller, sondern nicht auch schneller dabei, die Mittel wieder vom Markt zu nehmen, von denen wir wissen, dass sie Schaden verursachen? Beifall: GrüneBeifall: Ina Latendorf (Linke)
Karl Bär kritisiert die Zulassung von Pestiziden, die zu Trifluoracetat zerfallen, und fordert deren schnelle Marktentnahme analog zu Dänemark. Bundesminister Alois Rainer weist den Vorwurf der Langsamkeit zurück und betont die erfolgte Verbannung von Wirkstoffen sowie die Bedeutung der Wasserversorgung.
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Sehr geehrter Kollege, also die Schnelligkeit, solche Mittel vom Markt zu nehmen, fehlt uns mit Sicherheit nicht. Denn auf der einen Seite sind in den letzten Jahren gerade auf europäischer Ebene über 50 Wirkstoffe nicht mehr zugelassen worden, und auf der anderen Seite sind auch keine weiteren mehr zugelassen worden. Ich will aber eines ganz klarstellen: Uns ist die Gesundheit …
Sehr geehrter Kollege, also die Schnelligkeit, solche Mittel vom Markt zu nehmen, fehlt uns mit Sicherheit nicht. Beifall: Union Denn auf der einen Seite sind in den letzten Jahren gerade auf europäischer Ebene über 50 Wirkstoffe nicht mehr zugelassen worden, und auf der anderen Seite sind auch keine weiteren mehr zugelassen worden. Ich will aber eines ganz klarstellen: Uns ist die Gesundheit und die Sicherheit unserer Menschen unglaublich wichtig. Deshalb wollen wir eine gute und sichere Wasserversorgung in Deutschland weiterhin beibehalten.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Meine Frage geht an den Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Sie haben am 20. Mai dieses Jahres gemeinsam mit dem Bundesverteidigungsminister Pistorius den Pakt für den Bevölkerungsschutz öffentlich vorgestellt. Kollege Baldy hatte dazu auch eine Frage. Meine Frage geht in eine andere Richtung: Welche konkreten Veränderungen soll dieser Pakt für den Bevölkerungsschutz in Deutschland bewirken? Und wo …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Meine Frage geht an den Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Sie haben am 20. Mai dieses Jahres gemeinsam mit dem Bundesverteidigungsminister Pistorius den Pakt für den Bevölkerungsschutz öffentlich vorgestellt. Kollege Baldy hatte dazu auch eine Frage. Meine Frage geht in eine andere Richtung: Welche konkreten Veränderungen soll dieser Pakt für den Bevölkerungsschutz in Deutschland bewirken? Und wo werden die Bürgerinnen und Bürger die Verbesserungen spüren, etwa bei den Warnsystemen, bei Schutzräumen oder bei der allgemeinen Krisenvorsorge?
Der Redner richtet eine Frage an den Bundesinnenminister bezüglich des vorgestellten Pakts für den Bevölkerungsschutz. Er möchte wissen, welche konkreten Veränderungen und Verbesserungen für die Bürger daraus resultieren.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Sehr geehrter Kollege Schmidt, herzlichen Dank. – Ich weiß, dass wir in dem Bereich des Bevölkerungsschutzes noch eine ganze Reihe von Aufgaben haben, die uns bevorstehen, die wir gemeinsam entwickeln müssen mit all den engagierten Ehrenamtlichen, die heute schon bereit sind, sich in den Bereichen der Hilfsorganisationen, der Rettungsdienste, des THWs zu engagieren. Sehr deutlich sichtbar werden wird das für …
Sehr geehrter Kollege Schmidt, herzlichen Dank. – Ich weiß, dass wir in dem Bereich des Bevölkerungsschutzes noch eine ganze Reihe von Aufgaben haben, die uns bevorstehen, die wir gemeinsam entwickeln müssen mit all den engagierten Ehrenamtlichen, die heute schon bereit sind, sich in den Bereichen der Hilfsorganisationen, der Rettungsdienste, des THWs zu engagieren. Sehr deutlich sichtbar werden wird das für die Öffentlichkeit daran, dass die Ausstattung genau dieser Gruppen deutlich verbessert wird, dass die Ausrüstung gestärkt wird und dass wir ein einheitliches Ausbildungsmanagement in Deutschland erreichen. Das Warnsystem wird zusätzlich gestärkt, weil Warnsysteme in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland abgebaut worden sind, wie beispielsweise Sirenen. Aber ein modernes Warnsystem wird sich dadurch auszeichnen, dass es digital verfügbar ist, dass es rechtzeitig informiert und dass es dann auch den Weg in mögliche Schutzräume zeigt. Genau das werden wir mit dem NINA-Warnsystem umsetzen. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Dobrindt stellt die Aufgaben im Bevölkerungsschutz in Aussicht, einschließlich besserer Ausstattung, einheitlicher Ausbildung und eines digitalen Warnsystems.
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Vielen Dank für die Ausführungen. – Mich interessiert auch die finanzielle Ausstattung. Der Pakt für den Bevölkerungsschutz sieht Investitionen in Höhe von 10 Milliarden Euro vor. Welche Schwerpunkte wollen Sie bei diesen Investitionen legen?
ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Wir haben mit diesen 10 Milliarden Euro vor, den Bevölkerungsschutz grundlegend neu aufzustellen und vor allem auch im Bereich der Technik der Fahrzeuge auf einen modernen Stand zu kommen. Über 1 000 Fahrzeuge werden für die entsprechenden Dienste – außer für die von mir bereits genannten Dienste auch für die Rettungsdienste – neu angeschafft Wir müssen in Spezialausrüstung und Spezialfähigkeiten …
Wir haben mit diesen 10 Milliarden Euro vor, den Bevölkerungsschutz grundlegend neu aufzustellen und vor allem auch im Bereich der Technik der Fahrzeuge auf einen modernen Stand zu kommen. Über 1 000 Fahrzeuge werden für die entsprechenden Dienste – außer für die von mir bereits genannten Dienste auch für die Rettungsdienste – neu angeschafftWir müssen in Spezialausrüstung und Spezialfähigkeiten investieren, gerade im Hinblick auf die Frage des CBRN-Schutzes, das heißt im chemischen, im biologischen, im radioaktiven und im nuklearen Bereich.
Der Redner stellt Investitionen von 10 Milliarden Euro zur grundlegenden Neuordnung des Bevölkerungsschutzes vor, wobei der Schwerpunkt auf der Modernisierung von Fahrzeugen und CBRN-Spezialausrüstung liegt.
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Herr Dobrindt, stellen Sie sich mal vor: Ein junger Mann, Anfang 20, flüchtet vor Krieg, hat in Gaza, Rojava oder im Sudan mit angesehen, wie Familie und Freunde mit aus Deutschland exportierten Waffen ermordet wurden. Er kommt übers Mittelmeer nach Deutschland, aber sein Fingerabdruck wurde zuerst in Italien registriert. Nach EU-Recht heißt das: Italien ist zuständig, nicht Deutschland. Und was …
Herr Dobrindt, stellen Sie sich mal vor: Ein junger Mann, Anfang 20, flüchtet vor Krieg, hat in Gaza, Rojava oder im Sudan mit angesehen, wie Familie und Freunde mit aus Deutschland exportierten Waffen ermordet wurden. Er kommt übers Mittelmeer nach Deutschland, aber sein Fingerabdruck wurde zuerst in Italien registriert. Nach EU-Recht heißt das: Italien ist zuständig, nicht Deutschland. Und was macht Deutschland? Kürzt ihm die Leistungen. Er bekommt nicht mal Geld für die U-Bahn, für einen Döner oder für ein Telefonat mit der Familie. Der Europäische Gerichtshof hat am 4. Juni entschieden: Das verstößt gegen EU-Recht. Und Sie winken das Urteil wegen sehr beschränkter Wirkung ab und verweisen auf eine neue Gesetzeslage mit GEAS. Das stimmt nicht. Auch nach der neuen EU-Aufnahmerichtlinie muss in Dublin-Fällen immer ein Lebensunterhalt im Einklang mit der EU-Grundrechtecharta sichergestellt werden. Das Urteil gilt also weiter. Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung daraus? Haben Sie bereits mit dem Arbeits- und Sozialministerium und dem Justizministerium gesprochen? Und werden Sie die Bundesländer schnellstmöglich informieren, dass die Kürzungs- und Streichungsregelungen in Dublin-Fällen so nicht mehr angewandt werden dürfen? Beifall: Linke
Ferat Koçak kritisiert die Bundesregierung für das Ignorieren eines EuGH-Urteils zur Leistungskürzung bei Dublin-Flüchtlingen und fordert die Einhaltung der EU-Grundrechte sowie eine umgehende Information der Bundesländer.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Um das noch mal klarzustellen: Das Gerichtsurteil, um das es gerade geht, bezieht sich auf altes Recht und hat deswegen auch für die aktuelle Rechtslage keine Anwendung. Ich habe heute im Bundeskabinett ausdrücklich Auskunft darüber gegeben, wie das einzuschätzen ist. Wir haben mit GEAS auch eine neue Rechtslage geschaffen, die von diesem Urteil nicht umfasst ist. Dort wird eindeutig geregelt, …
Um das noch mal klarzustellen: Das Gerichtsurteil, um das es gerade geht, bezieht sich auf altes Recht und hat deswegen auch für die aktuelle Rechtslage keine Anwendung. ↳ Filiz Polat (Grüne)Ich habe heute im Bundeskabinett ausdrücklich Auskunft darüber gegeben, wie das einzuschätzen ist. Wir haben mit GEAS auch eine neue Rechtslage geschaffen, die von diesem Urteil nicht umfasst ist. ↳ Filiz Polat (Grüne): »Das muss dann also auch erst mal durchgeklagt werden! Was sagt denn die Justizministerin dazu?«Dort wird eindeutig geregelt, dass man innerhalb der Europäischen Union nicht frei wählen kann, wo man Leistungen beanspruchen will. Beifall: UnionEs gibt konsequente Regeln, und diese Regeln besagen, dass das zuständige Land auch entsprechend zuständig für Leistungen ist. Wenn wir in Deutschland feststellen, dass es sich um einen sogenannten Dublin-Fall handelt, das heißt, ein anderes Land – in ihrem Beispiel das Land Italien – zuständig ist, dann ist der Asylbewerber aufgefordert, in dieses Land zu gehen und dort sein Verfahren durchzuführen. Dort hat er auch entsprechend Anspruch auf Leistungen, aber nicht hier in Deutschland. Beifall: Union
Alexander Dobrindt stellt klar, dass ein Gerichtsurteil auf altem Recht beruht und für die aktuelle Rechtslage und das GEAS keine Anwendung finde. Er betont die konsequente Durchsetzung der Zuständigkeitsregeln der Europäischen Union im Asylverfahren.
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Okay, es gibt noch ein Gesetz, wogegen verstoßen wird. Das Bundesverfassungsgericht hat 2012 geurteilt: Die Menschenwürde gilt für alle; sie darf nicht aus migrationspolitischen Gründen eingeschränkt werden. – Jetzt sagt auch der EuGH: Ein menschenwürdiger Lebensstandard von Asylsuchenden muss immer gewährleistet sein; das heißt: Die Strategie von Ihnen, ungewollte Schutzsuchende auszuhungern, ist gescheitert. Stimmen Sie mir zu, wenn ich sage, …
Okay, es gibt noch ein Gesetz, wogegen verstoßen wird. Das Bundesverfassungsgericht hat 2012 geurteilt: Die Menschenwürde gilt für alle; sie darf nicht aus migrationspolitischen Gründen eingeschränkt werden. – Jetzt sagt auch der EuGH: Ein menschenwürdiger Lebensstandard von Asylsuchenden muss immer gewährleistet sein; das heißt: Die Strategie von Ihnen, ungewollte Schutzsuchende auszuhungern, ist gescheitert. ↳ Birgit Bessin (AfD)Stimmen Sie mir zu, wenn ich sage, dass, wenn schon die Kürzung von Leistungen ohne Sicherung des Existenzminimums rechtswidrig ist, die komplette Streichung aller Leistungen dann erst recht unzulässig ist? Beifall: Linke
Ferat Koçak bezieht sich auf Urteile des Bundesverfassungsgerichts und des Europäischen Gerichtshofs, um die Politik der Regierungsfraktionen in der Asylpolitik als gescheitert und menschenunwürdig zu charakterisieren.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Ich finde ehrlicherweise, Sie sollten ein bisschen an Ihrer Wortwahl arbeiten. (Beifall bei der CDU/CSU – Filiz Polat [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Unverschämt! Es ist nicht Ihre Aufgabe, Abgeordnete anhand ihrer Wortwahl zu bewerten! Das ist nicht Ihre Aufgabe! Denn mir einfach pauschal vorzuwerfen, dass Flüchtlinge ausgehungert werden, finde ich vollkommen neben der Spur. Sie sollten vielmehr akzeptieren, dass wir dafür …
Ich finde ehrlicherweise, Sie sollten ein bisschen an Ihrer Wortwahl arbeiten. (Beifall bei der CDU/CSU – Filiz Polat [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Unverschämt! Es ist nicht Ihre Aufgabe, Abgeordnete anhand ihrer Wortwahl zu bewerten! Das ist nicht Ihre Aufgabe! Denn mir einfach pauschal vorzuwerfen, dass Flüchtlinge ausgehungert werden, finde ich vollkommen neben der Spur. Beifall: Union↳ Linke Sie sollten vielmehr akzeptieren, dass wir dafür sorgen, dass Regeln wieder eingehalten werden. ↳ Kathrin Gebel (Linke): »Halten Sie auch gültiges Recht ein? Sie brechen das Recht, Herr Dobrindt!«Das ist Ordnung bringen in die Migration. Und das ist genau das, was diese Koalition zugesagt und versprochen hat. Wir haben das Migrationssystem neu geordnet. Dazu gehört auch GEAS, –
Alexander Dobrindt kritisiert die Wortwahl einer Abgeordneten und verteidigt die migrationspolitischen Maßnahmen der Regierung als Ordnung schaffend.
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Wir kommen zur nächsten Runde. Jetzt können Fragen gestellt werden zur vorangegangenen Kabinettssitzung und auch zu weiteren Geschäftsbereichen, aber auch allgemeine Fragen. In diese Runde startet wieder die AfD-Fraktion mit dem Abgeordneten Herrn Bernd Schuhmann. Bitte.
Sehr geehrter Herr Minister! Der Befall durch die Schilf-Glasflügelzikade geht mit jedem Jahr exponentiell nach oben: 2023 75 000 Hektar, 2024 106 000 Hektar, 2025 158 000 Hektar Zuckerrüben- und Kartoffelproduktionsfläche. Doch die Bundesregierung steht de facto immer noch mit blanken Händen da. Das Landwirtschaftsministerium sagt dazu vage, es prüfe Handlungsoptionen, es würde dazu geforscht. Jetzt ist man bereits im …
Sehr geehrter Herr Minister! Der Befall durch die Schilf-Glasflügelzikade geht mit jedem Jahr exponentiell nach oben: 2023 75 000 Hektar, 2024 106 000 Hektar, 2025 158 000 Hektar Zuckerrüben- und Kartoffelproduktionsfläche. Doch die Bundesregierung steht de facto immer noch mit blanken Händen da. Das Landwirtschaftsministerium sagt dazu vage, es prüfe Handlungsoptionen, es würde dazu geforscht. Jetzt ist man bereits im zweiten Jahr dazu übergegangen, durch Notfallzulassungen zumindest die ärgsten Befälle einzudämmen. Die Regierung hangelt sich von Notfall zu Notfall, und die Bauern stehen ohne Planungssicherheit und Zukunftsaussichten da. Soll das so weitergehen? Sind Sie der Meinung, dass die EU-Verordnung dahin gehend geändert werden muss, dass der Einsatz nachweislich wirksamer Pflanzenschutzmittel gegen die Glasflügelzikade dauerhaft regulär zugelassen wird? – Danke.
Bernd Schuhmann kritisiert das Vorgehen der Bundesregierung gegen die Schilf-Glasflügelzikade als unzureichend und fordert eine dauerhafte Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, während Alois Rainer die Forschungsbemühungen und Notfallzulassungen verteidigt.
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Sehr geehrter Herr Kollege, vielen Dank für die Frage. – Es ist richtig: Die Schilf-Glasflügelzikade ist ein großes Problem für den Zuckerrüben- und Kartoffelanbau. Es ist aber nicht so, dass wir blank dastehen. Wir forschen schon seit mehreren Jahren, letztes und dieses Jahr auch sehr intensiv auf Flächen in Sachsen-Anhalt und andernorts. Wir monitoren deutschlandweit, wie stark der Befall durch …
Sehr geehrter Herr Kollege, vielen Dank für die Frage. – Es ist richtig: Die Schilf-Glasflügelzikade ist ein großes Problem für den Zuckerrüben- und Kartoffelanbau. Es ist aber nicht so, dass wir blank dastehen. Wir forschen schon seit mehreren Jahren, letztes und dieses Jahr auch sehr intensiv auf Flächen in Sachsen-Anhalt und andernorts. Wir monitoren deutschlandweit, wie stark der Befall durch die Schilf-Glasflügelzikade ist. Vor allem wird danach geforscht, welche Mittel man gegen diesen Schaderreger einsetzen kann. Der Punkt ist: Das eine ist die intensive Forschung, das andere sind die Notfallzulassungen. Man kann das kritisieren, aber es gibt die Möglichkeit der Notfallzulassung, die wir innerhalb kürzester Zeit erteilen können. Die Wirkstoffe – das habe ich vorhin schon gesagt – werden auf europäischer Ebene zugelassen. Wir versuchen dementsprechend, dass hier mehr Tempo reinkommt, damit wir Wirkstoffe zur Verfügung haben, um diesen Schaderreger zu bekämpfen.
Der Befall durch Glasflügelzikaden in der Landwirtschaft ist seit 2009 bekannt. In mehr als 15 Jahren war die effektivste Maßnahme, die Ihr Ministerium empfohlen hat, die Winterkultur auszusetzen. Das ist, mit Verlaub, nicht der große Wurf. Denken Sie bei Ihren Lösungsansätzen in Dekaden, in Jahren oder – im Interesse der Landwirte – in Monaten, um für die Anbausaison 2027 planbare …
Der Befall durch Glasflügelzikaden in der Landwirtschaft ist seit 2009 bekannt. In mehr als 15 Jahren war die effektivste Maßnahme, die Ihr Ministerium empfohlen hat, die Winterkultur auszusetzen. Das ist, mit Verlaub, nicht der große Wurf. Denken Sie bei Ihren Lösungsansätzen in Dekaden, in Jahren oder – im Interesse der Landwirte – in Monaten, um für die Anbausaison 2027 planbare Fakten zu schaffen? – Danke.
Bernd Schuhmann kritisiert die bisherigen Empfehlungen des Ministeriums gegen Glasflügelzikaden als unzureichend und fordert zeitnahe Lösungsansätze. Bundesminister Alois Rainer weist die Kritik zurück, betont die Effektivität von Schwarzbrache und verweist auf die laufende Forschung.
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Lieber Herr Kollege, ich denke nicht in irgendwelchen Jahres- oder Dekadenscheiben, sondern ich denke lösungsorientiert und will hier Lösungen herbeiführen. Zu dem, was Sie gesagt haben: Die Schwarzbrache bringt definitiv etwas. Die Schwarzbrache führt nämlich dazu, dass die Zikade im Boden keine Nahrung mehr findet. Auch diese Möglichkeit haben wir schon bedacht. Wir haben das Thema also auf dem Schirm, …
Lieber Herr Kollege, ich denke nicht in irgendwelchen Jahres- oder Dekadenscheiben, sondern ich denke lösungsorientiert und will hier Lösungen herbeiführen. Zu dem, was Sie gesagt haben: Die Schwarzbrache bringt definitiv etwas. Die Schwarzbrache führt nämlich dazu, dass die Zikade im Boden keine Nahrung mehr findet. Auch diese Möglichkeit haben wir schon bedacht. Wir haben das Thema also auf dem Schirm, wir wollen das Problem unbedingt zusammen mit unseren Forschungseinrichtungen lösen.
Danke schön. – Lieber Herr Minister Rainer, Prävention ist Investition in die Zukunft, vor allen Dingen auch in die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen. Deshalb meine Frage vor dem Hintergrund des zunehmenden Konsums von Energydrinks durch Kinder und Jugendliche und des damit verbundenen gesundheitlichen Risikos: Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung im Rahmen ihrer Ernährungsstrategie, aber auch des Präventionsschutzes, um Kinder …
Danke schön. – Lieber Herr Minister Rainer, Prävention ist Investition in die Zukunft, vor allen Dingen auch in die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen. Deshalb meine Frage vor dem Hintergrund des zunehmenden Konsums von Energydrinks durch Kinder und Jugendliche und des damit verbundenen gesundheitlichen Risikos: Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung im Rahmen ihrer Ernährungsstrategie, aber auch des Präventionsschutzes, um Kinder bzw. Minderjährige besser zu schützen und Anreize für eine gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen zu schaffen?
Svenja Stadler fragt nach Regierungsmaßnahmen zum Schutz von Kindern vor den Risiken von Energydrinks und für gesunde Ernährung. Alois Rainer antwortet mit einem Verweis auf die Bedeutung ausgewogener Ernährung und stellt Förderprogramme für regionale Produkte in der Gemeinschaftsverpflegung vor.
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Sehr geehrte Frau Kollegin Stadler, der Umfang der Frage ist schon sehr groß. Ich hoffe, Sie stellen dann noch eine Nachfrage. Zum Thema. Grundsätzlich ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung mehr als nur Sattwerden. Sie ist auch die Grundlage für Bildungschancen, Teilhabe und vieles andere mehr. Deshalb legen wir großen Wert darauf, eine Verpflegung mit regionalen Produkten auf den Weg …
Sehr geehrte Frau Kollegin Stadler, der Umfang der Frage ist schon sehr groß. Ich hoffe, Sie stellen dann noch eine Nachfrage. Zum Thema. Grundsätzlich ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung mehr als nur Sattwerden. Sie ist auch die Grundlage für Bildungschancen, Teilhabe und vieles andere mehr. Deshalb legen wir großen Wert darauf, eine Verpflegung mit regionalen Produkten auf den Weg zu bringen. Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung wollen wir dahin gehend unterstützen. In Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung werden in Deutschland jeden Tag 16 Millionen Menschen ernährt, davon 6 Millionen Kinder und Jugendliche. Hier haben wir deutschlandweit zehn Modellprojekte. Ich konnte kürzlich eines davon in Oldenburg besichtigen. Hier wird tolle Arbeit geleistet. Regionale, saisonale Produkte und, wenn möglich, biologisch angebaute Ökoprodukte werden hier verarbeitet und im Rahmen der Gemeinschaftsverpflegung ausgegeben. Solche Leuchttürme müssen wir bekannt machen.
Ja, gerne. – Die Nachfrage geht vielleicht nicht ganz in die Richtung, die Sie sich wünschen. Ich will noch mal auf die Energydrinks zurückkommen, die für Kinder und Jugendliche gesundheitsgefährdend sind. Planen Sie in diesem Zusammenhang Maßnahmen, die vielleicht ein Verbot des Verkaufs von Energydrinks an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nach sich ziehen?
Svenja Stadler fragt nach geplanten Maßnahmen wie einem Altersverbot für Energydrinks, da diese für Kinder und Jugendliche gesundheitsgefährdend seien. Alois Rainer verweist auf eine Studie des BfR und betont, dass man zwar vor der Unhealthyness aufklären, aber von Schädlichkeit bei übermäßigem Genuss zunächst nicht ausgehe.
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Ich habe schon eine Nachfrage in dieser Form erwartet. Ich bin ja in meiner Antwort nicht auf die von Ihnen angesprochenen Energydrinks eingegangen. – Es gibt eine Studie des BfR, die aussagt, dass ein übermäßiger Genuss von Energydrinks zunächst nicht schädlich ist. Nichtsdestotrotz wollen wir die Menschen darauf aufmerksam machen, dass Energydrinks nicht gesund sind.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Minister, das Thema Prävention wurde gerade von der Kollegin angesprochen. Sie hat da schon einen wunden Punkt erwischt; denn Deutschland ist bei der Ernährungsprävention Schlusslicht in Europa. Dies wurde immer wieder durch Erhebungen belegt und auch in den letzten Wochen von Kommissionen thematisiert. Deswegen die Frage an Sie – die Gesundheitsministerin spricht sich ja …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Minister, das Thema Prävention wurde gerade von der Kollegin angesprochen. Sie hat da schon einen wunden Punkt erwischt; denn Deutschland ist bei der Ernährungsprävention Schlusslicht in Europa. Dies wurde immer wieder durch Erhebungen belegt und auch in den letzten Wochen von Kommissionen thematisiert. Deswegen die Frage an Sie – die Gesundheitsministerin spricht sich ja für eine Zuckerabgabe aus –: Können auch Sie sich vorstellen, eine Zuckerabgabe noch in diesem Jahr auf den Weg zu bringen, um gerade Kinder besser zu schützen, die von großen Konzernen gezielt umworben werden, ihre Produkte zu kaufen? Beifall: GrüneBeifall: Linke (einzelne Abg.)
Johannes Wagner fordert eine Zuckerabgabe zur besseren Ernährungsprävention, während Minister Alois Rainer diese aus gesundheitspolitischen und wettbewerblichen Gründen ablehnt, aber Kabinettsdisziplin betont.
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Herr Kollege, danke für die Frage. – Ich glaube, Sie kennen meine Meinung zur Zuckerabgabe. Ich habe mich dazu schon ganz klar geäußert. Ich bin dagegen, dass man Lebensmittel künstlich verteuert. Ich bezweifle den Sinn einer Zuckerabgabe auch unter gesundheitspolitischen Aspekten. Zugleich sage ich aber: Ich werde nicht quer im Stall stehen, wenn es um eine Reform der gesetzlichen Krankenkassen …
Herr Kollege, danke für die Frage. – Ich glaube, Sie kennen meine Meinung zur Zuckerabgabe. Ich habe mich dazu schon ganz klar geäußert. Ich bin dagegen, dass man Lebensmittel künstlich verteuert. Ich bezweifle den Sinn einer Zuckerabgabe auch unter gesundheitspolitischen Aspekten. Zugleich sage ich aber: Ich werde nicht quer im Stall stehen, wenn es um eine Reform der gesetzlichen Krankenkassen geht. – Das habe ich auch schon ganz klar gesagt. Meine Meinung ist das eine; nichtsdestotrotz habe ich im Kabinett zugestimmt.
Danke sehr. Das ist angekommen. Die Zeit ist abgelaufen. Vielen Dank. Wir machen weiter. Wir haben nämlich noch einige Fragen, gerade auch aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Frau Dr. Zoe Mayer. Bitte.
Ganz herzlichen Dank. – Herr Minister, auch ich würde gerne auf das Thema „Kindergesundheit und Prävention“ eingehen. Wir sehen, dass mittlerweile schon zehnjährige Kinder regelmäßig E-Zigaretten rauchen, weil die Aromastoffe einfach so lecker sind. Ich habe das Gefühl, dass Ihr Ministerium dieses Problem eigentlich schon im Ansatz verstanden hat – es gab ja auch schon die Ankündigung, 13 Inhaltsstoffe zu …
Ganz herzlichen Dank. – Herr Minister, auch ich würde gerne auf das Thema „Kindergesundheit und Prävention“ eingehen. Wir sehen, dass mittlerweile schon zehnjährige Kinder regelmäßig E-Zigaretten rauchen, weil die Aromastoffe einfach so lecker sind. Ich habe das Gefühl, dass Ihr Ministerium dieses Problem eigentlich schon im Ansatz verstanden hat – es gab ja auch schon die Ankündigung, 13 Inhaltsstoffe zu verbieten –; aber jetzt passiert irgendwie nichts mehr. Ich frage mich natürlich: Wann bringen Sie die entsprechende Verordnung zum Schutz unserer Kinder endlich auf den Weg? – Vielen Dank. Beifall: Grüne
Dr. Zoe Mayer fordert vom Minister die schnellstmögliche Umsetzung einer Verordnung zum Schutz von Kindern vor E-Zigaretten, da sie den aktuellen Stillstand kritisiert.
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Liebe Frau Kollegin Dr. Zoe Mayer, der Entwurf war in der Länder- und Verbändeanhörung und ist jetzt bei uns. Wir arbeiten die Vorschläge mit ein. Und ja, es stimmt: Wir haben den Vorschlag gemacht, 13 Kühl- und Aromastoffe zu verbieten. Jetzt ist man in der Prüfung, ob eine Reduzierung machbar wäre. Das wurde von den Ländern so gewünscht. Wir haben …
Liebe Frau Kollegin Dr. Zoe Mayer, der Entwurf war in der Länder- und Verbändeanhörung und ist jetzt bei uns. Wir arbeiten die Vorschläge mit ein. Und ja, es stimmt: Wir haben den Vorschlag gemacht, 13 Kühl- und Aromastoffe zu verbieten. Jetzt ist man in der Prüfung, ob eine Reduzierung machbar wäre. Das wurde von den Ländern so gewünscht. Wir haben das also weiterhin auf dem Schirm.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Rainer, Sie haben gerade so positiv das Modellprojekt in Oldenburg erwähnt, bei dem es darum geht, dass bei der Verpflegung der Schülerinnen und Schüler lokale, ökologisch produzierte Lebensmittel zum Einsatz kommen. Ich frage mich: Was spricht eigentlich dagegen, das überall so zu machen und damit das umzusetzen, was uns der Bürgerrat „Ernährung im Wandel“ …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Rainer, Sie haben gerade so positiv das Modellprojekt in Oldenburg erwähnt, bei dem es darum geht, dass bei der Verpflegung der Schülerinnen und Schüler lokale, ökologisch produzierte Lebensmittel zum Einsatz kommen. Ich frage mich: Was spricht eigentlich dagegen, das überall so zu machen und damit das umzusetzen, was uns der Bürgerrat „Ernährung im Wandel“ vor einigen Jahren ins Stammbuch geschrieben hat, nämlich dass wir für alle Kinder ein kostenloses und gesundes Schulessen zur Verfügung stellen sollten? Es wäre am Ende nicht nur gesund, sondern würde sich auch volkswirtschaftlich sehr lohnen, wenn kein Kind mehr hungrig in der Schule sitzen müsste. Beifall: Grüne
Karl Bär fordert aufgrund eines Modellprojekts in Oldenburg die allgemeine Einführung eines kostenlosen und gesunden Schulessens und weist auf die volkswirtschaftlichen Vorteile hin.
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Es spricht gar nichts dagegen. Das können die Träger der Einrichtungen vor Ort, also die Kommunen, in eigener Zuständigkeit entscheiden. Wir unterstützen zehn Modellprojekte in Oldenburg mit einem ordentlichen Betrag von 700 000 Euro über einen bestimmten Förderzeitraum, weil wir das verstärkt in die Umsetzung bringen wollen. Und ich sage Ihnen eines: Gerade Kinder von Eltern, die ein geringes Einkommen …
Es spricht gar nichts dagegen. Das können die Träger der Einrichtungen vor Ort, also die Kommunen, in eigener Zuständigkeit entscheiden. Wir unterstützen zehn Modellprojekte in Oldenburg mit einem ordentlichen Betrag von 700 000 Euro über einen bestimmten Förderzeitraum, weil wir das verstärkt in die Umsetzung bringen wollen. Und ich sage Ihnen eines: Gerade Kinder von Eltern, die ein geringes Einkommen haben, bekommen jetzt schon kostenloses Essen im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes.
Danke sehr. – Damit beenden wir diese Hauptfrage und kommen zur nächsten Hauptfrage. Für Bündnis 90/Die Grünen hat Frau Abgeordnete Filiz Polat das Wort. Bitte.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Ich habe eine Frage an Innenminister Dobrindt. Vielleicht einmal vorweg – wir haben gerade Störgefühle gehabt, und hier sitzen so viele Schüler –: Die Mehrzahl von Status heißt Status und nicht Stati. Ja, zu irgendwas muss das große Latinum ja gut gewesen sein. Ich komme zu meiner Frage. Im Jahr 2021 legte die EU klare Bedingungen …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Ich habe eine Frage an Innenminister Dobrindt. Vielleicht einmal vorweg – wir haben gerade Störgefühle gehabt, und hier sitzen so viele Schüler –: Die Mehrzahl von Status heißt Status und nicht Stati. ↳ Union: »Oje!« Ja, zu irgendwas muss das große Latinum ja gut gewesen sein. Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Ich komme zu meiner Frage. Im Jahr 2021 legte die EU klare Bedingungen für einen Dialog mit den Taliban fest. Ich will sie einmal nennen: die Achtung der Menschenrechte, der ungehinderte Zugang zur humanitären Versorgung und die Verpflichtung zur Terrorismusbekämpfung. Alle drei wurden bisher nicht erfüllt. Alle 27 Mitgliedstaaten haben diese Maßstäbe unterstützt. Im Übrigen hat auch das Europäische Parlament Ende Mai diese Position bekräftigt und darüber hinaus betont – ich möchte aus der Entschließung zitieren –, dass es vor jeglicher Normalisierung und stillschweigender Legitimierung dieses islamistischen Terrorregimes warnt. Ich frage Sie jetzt als Innenminister: –
Filiz Polat korrigiert die Wortwahl des Innenministers und weist darauf hin, dass die Taliban die EU-Bedingungen für einen Dialog nicht erfüllt haben, wobei das Europaparlament vor einer Legitimierung warnt.
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– Welches Signal senden Sie an autoritäre Regime, wenn Sie mit den Taliban hier in Deutschland zusammenarbeiten? Beifall: Grüne
ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Liebe Kollegin Polat, vielen Dank für die Lernfrage zu Status und Stati. Was Ihre konkrete Frage zur Thematik Afghanistan anbelangt, habe ich hier im Deutschen Bundestag unsere Position immer sehr deutlich klargemacht. Wir haben ein Interesse daran, dass Straftäter, die aus Afghanistan sind und in Deutschland schwere Straftaten begangen haben, unser Land verlassen und ihre Perspektive nicht in Deutschland, sondern …
Liebe Kollegin Polat, vielen Dank für die Lernfrage zu Status und Stati. ↳ Filiz Polat (Grüne): »Status!« Was Ihre konkrete Frage zur Thematik Afghanistan anbelangt, habe ich hier im Deutschen Bundestag unsere Position immer sehr deutlich klargemacht. Wir haben ein Interesse daran, dass Straftäter, die aus Afghanistan sind und in Deutschland schwere Straftaten begangen haben, unser Land verlassen und ihre Perspektive nicht in Deutschland, sondern in ihrem Heimatland finden müssen. Genau das bleibt auch der Grundsatz, wenn wir mit den Verantwortlichen in Afghanistan über diese Thematik reden. Unser und mein Interesse liegt schlichtweg darin, dafür zu sorgen, dass Menschen, die schwere Straftaten in Deutschland begangen haben, nicht weiter hier in unserer Gesellschaft leben können und deswegen die Reise nach Afghanistan antreten müssen. Diese Vereinbarung werden wir auch weiterhin so handhaben. Beifall: Union
Alexander Dobrindt betont die Notwendigkeit, afghanische Straftäter nach erfolgten Taten in Deutschland zur Ausreise in ihr Heimatland zu bewegen und bekräftigt diese Position als fortlaufenden Grundsatz.
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Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Ich möchte hier einmal Fausia Kufi eine Stimme verleihen. Sie ist die bekannteste Frauenrechtlerin und ehemalige stellvertretende Parlamentspräsidentin Afghanistans, und sie hat diese Woche in „The Guardian“ die Zusammenarbeit der europäischen Mitgliedstaaten mit den islamistischen Taliban als einen Schlag ins Gesicht jeder afghanischen Frau und jedes afghanischen Mädchens und als einen verheerenden Verrat an allen …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Ich möchte hier einmal Fausia Kufi eine Stimme verleihen. Sie ist die bekannteste Frauenrechtlerin und ehemalige stellvertretende Parlamentspräsidentin Afghanistans, und sie hat diese Woche in „The Guardian“ die Zusammenarbeit der europäischen Mitgliedstaaten mit den islamistischen Taliban als einen Schlag ins Gesicht jeder afghanischen Frau und jedes afghanischen Mädchens und als einen verheerenden Verrat an allen Frauen und Mädchen bezeichnet. Ich frage Sie noch mal: –
Filiz Polat zitiert die afghanische Frauenrechtlerin Fausia Kufi, die die Zusammenarbeit europäischer Staaten mit den Taliban als Verrat an afghanischen Frauen bezeichnet, und fragt das Parlament daraufhin.
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– Ist es sinnvoll, mit den islamistischen Terroristen hier in Deutschland zusammenzuarbeiten? Beifall: Grüne
ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Sehr geehrte Frau Polat, ich frage mal umgekehrt. Wir sorgen hier dafür, dass uns technische Beamte in der afghanischen Botschaft in Deutschland dabei unterstützen, afghanische Straftäter in ihre Heimat zurückzubringen. Und ich frage Sie – – – Doch, klar. – Ich frage Sie: Haben Sie ein Interesse daran, dass Menschen, die hier schwere Straftaten begangen haben, nach der Verbüßung der …
Sehr geehrte Frau Polat, ich frage mal umgekehrt. Wir sorgen hier dafür, ↳ Filiz Polat (Grüne): »Ich frage Sie, Herr Dobrindt! Sie müssen nicht mich fragen!« dass uns technische Beamte in der afghanischen Botschaft in Deutschland dabei unterstützen, afghanische Straftäter in ihre Heimat zurückzubringen. Und ich frage Sie – – ↳ Filiz Polat (Grüne): »Sie müssen mich nicht fragen!« – Doch, klar. – ↳ Filiz Polat (Grüne): »Nee!«↳ Dr. Irene Mihalic (Grüne): »Das Format heißt Regierungsbefragung!«Ich frage Sie: Haben Sie ein Interesse daran, dass Menschen, die hier schwere Straftaten begangen haben, nach der Verbüßung der Haft in Deutschland↳ Filiz Polat (Grüne): »Beantworten Sie bitte die Frage!«weiterhin in unserer Gesellschaft bleiben, ja oder nein? Ich sage, nein.Beifall: Union
Alexander Dobrindt konfrontiert Filiz Polat mit der Frage, ob afghanische Straftäter nach ihrer Haftstrafe in Deutschland bleiben sollen, und vertritt den Standpunkt, dass diese in ihre Heimat zurückgeführt werden müssen.
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Danke, Frau Präsidentin. – Laut „Tagesschau“ drängen Sie, Herr Minister, das Auswärtige Amt dazu, die Taliban – Zitat – „nicht allzu hart anzupacken“, um die Abschiebungen nach Afghanistan nicht zu gefährden. Gleichzeitig machen Sie sich erpressbar. Für mehr Abschiebeflüge müssen Sie immer weitere Taliban in Deutschland akkreditieren. Sie legitimieren so ein islamistisches, frauenverachtendes, terroristisches Regime. Warum geben Sie als Innenminister …
Danke, Frau Präsidentin. – Laut „Tagesschau“ drängen Sie, Herr Minister, das Auswärtige Amt dazu, die Taliban – Zitat – „nicht allzu hart anzupacken“, um die Abschiebungen nach Afghanistan nicht zu gefährden. Gleichzeitig machen Sie sich erpressbar. Für mehr Abschiebeflüge müssen Sie immer weitere Taliban in Deutschland akkreditieren. Sie legitimieren so ein islamistisches, frauenverachtendes, terroristisches Regime. Warum geben Sie als Innenminister Islamisten immer mehr Macht in Deutschland? Beifall: GrüneBeifall: Linke (einzelne Abg.)
Gambir wirft dem Minister vor, durch den Umgang mit Taliban-Vernehmern Abschiebungen zu priorisieren und dabei ein frauenverachtendes Regime zu stärken.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Da muss ich widersprechen. Ich habe ein partnerschaftliches Verhältnis zum Auswärtigen Amt und auch zum Außenminister. Eine anderweitige Diskussion oder Debatte gibt es zwischen uns überhaupt nicht. Von daher stimmt diese Berichterstattung nicht. Wir werden weiterhin versuchen, die Anzahl der Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan zu erhöhen. Wir sind dabei, Abschiebungen sowohl mit Charterflügen als auch mit Direktflügen zu organisieren; …
Da muss ich widersprechen. Ich habe ein partnerschaftliches Verhältnis zum Auswärtigen Amt und auch zum Außenminister. Eine anderweitige Diskussion oder Debatte gibt es zwischen uns überhaupt nicht. Von daher stimmt diese Berichterstattung nicht. Wir werden weiterhin versuchen, die Anzahl der Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan zu erhöhen. Wir sind dabei, Abschiebungen sowohl mit Charterflügen als auch mit Direktflügen zu organisieren; beides funktioniert. Wir haben ein Interesse daran, dass wir das ausweiten können, und wir werden weiter versuchen, diese Ausweitung auch zu erreichen. Beifall: Union
Alexander Dobrindt dementiert Berichte über Konflikte mit dem Auswärtigen Amt und bekräftigt das Ziel, Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan mittels Charter- und Direktflügen auszuweiten.
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Danke schön, Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Minister, Sie haben gerade das Bild skizziert, dass es in Ihrer Abschiebepolitik bei der Abschiebung in autoritäre Staaten vor allem um Straftäter geht. Am Beispiel Syrien sehen wir, dass das bei der Entscheidungspraxis in Ihrem BAMF nicht der Fall ist. Ihr BAMF entscheidet sich beispielsweise dazu, reihenweise Asylanträge von christlichen oder drusischen …
Danke schön, Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Minister, Sie haben gerade das Bild skizziert, dass es in Ihrer Abschiebepolitik bei der Abschiebung in autoritäre Staaten vor allem um Straftäter geht. Am Beispiel Syrien sehen wir, dass das bei der Entscheidungspraxis in Ihrem BAMF nicht der Fall ist. Ihr BAMF entscheidet sich beispielsweise dazu, reihenweise Asylanträge von christlichen oder drusischen Familien mit Kindern aus Syrien abzulehnen. Wir alle hier im Raum wissen, wie sehr diese Leute verfolgt und ihre Menschenrechte verletzt werden.
Der Redner widerspricht der Darstellung des Ministers, Abschiebungen in autoritäre Staaten träfen primär Straftäter, und kritisiert am Beispiel Syrien die Ablehnung von Asylanträgen verfolgter Familien durch das BAMF.
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Ganz kurzer Hinweis noch mal, damit es nicht zu Irritationen kommt: Oben läuft ein Farbblock mit. Wenn er gelb wird, sollte man zum Ende kommen, und wenn er rot wird, ist wirklich Schluss. – Bitte sehr, Herr Minister.
ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Ich weiß nicht, ob Sie gerade die regulären Asylverfahren kritisieren wollten. Dass sich Menschen, die bei uns Asyl begehren, einem normalen Verfahren unterziehen müssen und dass dieses Verfahren positiv oder negativ ausgehen kann, ist ja wohl die Normalität. Wir können doch jetzt nicht anfangen, Asylverfahren grundsätzlich infrage zu stellen, nur weil sie nicht das Ergebnis haben, das Sie sich wünschen. …
Ich weiß nicht, ob Sie gerade die regulären Asylverfahren kritisieren wollten. Dass sich Menschen, die bei uns Asyl begehren, einem normalen Verfahren unterziehen müssen und dass dieses Verfahren positiv oder negativ ausgehen kann, ist ja wohl die Normalität. Wir können doch jetzt nicht anfangen, Asylverfahren grundsätzlich infrage zu stellen, nur weil sie nicht das Ergebnis haben, das Sie sich wünschen. Beifall: Union↳ Filiz Polat (Grüne): »Sie haben die Entscheidungspraxis geändert!« Dementsprechend gibt es dann natürlich auch Ausreisemöglichkeiten.
Alexander Dobrindt verteidigt die Normalität von Asylverfahren, die positive oder negative Ausgänge haben, und wirft dem politischen Gegner vor, Verfahren nur zu kritisieren, weil die Ergebnisse nicht passen.
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Herr Minister, Sie haben 2018 mal etwas Großartiges gesagt. Und zwar haben Sie gesagt, es sei nicht akzeptabel, dass eine Anti-Abschiebe-Industrie dafür sorge, dass die Bemühungen des Rechtsstaates unterlaufen werden. Sie haben dann auch noch angekündigt, bevorzugt Schnellverfahren für gewaltbereite und kriminelle Asylbewerber einführen zu wollen. Meine Frage dazu: Wo sind diese Maßnahmen heute? Stehen Sie zu dieser Aussage?
Der Redner fordert den Minister heraus, indem er auf frühere Aussagen zur Bekämpfung einer Anti-Abschiebe-Industrie und zu Schnellverfahren verwiesen und den aktuellen Stand dieser Maßnahmen hinterfragt.
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Oder stehen Sie nicht dazu, weil Sie heute mit dem parlamentarischen Arm dieser Anti-Abschiebe-Industrie in der Koalition sind?
ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Ich will Ihnen erst mal den Hinweis geben, dass wir die Migrationspolitik in dieser Wahlperiode grundlegend verändert haben mit dem klaren Ergebnis, dass wir heute sagen können, dass die illegale Migration um 70 Prozent reduziert worden ist. Das ist das Ergebnis dessen, was wir an Migrationswende umgesetzt haben, immer mit klarem Kurs, klarer Kante und Kontrolle an den Grenzen. Genau …
Ich will Ihnen erst mal den Hinweis geben, dass wir die Migrationspolitik in dieser Wahlperiode grundlegend verändert haben mit dem klaren Ergebnis, dass wir heute sagen können, dass die illegale Migration um 70 Prozent reduziert worden ist. Das ist das Ergebnis dessen, was wir an Migrationswende umgesetzt haben, immer mit klarem Kurs, klarer Kante und Kontrolle an den Grenzen. Genau diesen Weg gehen wir konsequent weiter, um die Migration vom Kopf auf die Füße zu stellen. Das ist das, was diese Koalition gemacht hat. Beifall: Union
Alexander Dobrindt behauptet eine grundlegende Veränderung der Migrationspolitik durch die aktuelle Koalition, die zu einer 70-prozentigen Reduzierung illegaler Migration geführt habe, und kündigt an, diesen Kurs kontinuierlich fortzusetzen.
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Sehr geehrter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich muss mich über die scheinheilige Fragestellung der Grünen bezüglich der Zusammenarbeit und der Kontakte mit den Taliban schon etwas wundern. Ich möchte daran erinnern, dass Ihre Ampelregierung den ersten Flug organisiert hat, und zwar über die Kataris. Sie haben sich also andere zunutze gemacht, um mit den Taliban zu verhandeln. Darüber …
Sehr geehrter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich muss mich über die scheinheilige Fragestellung der Grünen bezüglich der Zusammenarbeit und der Kontakte mit den Taliban schon etwas wundern. ↳ Filiz Polat (Grüne): »Oh, jetzt geht es wieder unter die Gürtellinie! Dann haben wir Sie ja getroffen! Dass Ihnen das unangenehm ist, ist klar!«Ich möchte daran erinnern, dass Ihre Ampelregierung den ersten Flug organisiert hat, und zwar über die Kataris. ↳ Lamya Kaddor (Grüne): »Stellen Sie Ihre Frage!«↳ Misbah Khan (Grüne)Sie haben sich also andere zunutze gemacht, um mit den Taliban zu verhandeln. Darüber hinaus gab es ein Aufnahmeprogramm Afghanistan. ↳ Grüne
Alexander Throm wirft den Grünen hinsichtlich der Kontakte zu den Taliban Heuchelung vor und verweist darauf, dass die Ampelregierung selbst Verhandlungen über Katar führte und ein Aufnahmeprogramm initiierte.
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Deswegen möchte ich Sie bitten, Herr Minister, einmal die technischen Kontakte der Vorgängerregierung zu den Taliban darzustellen. Beifall: Union↳ Filiz Polat (Grüne): »Sie akkreditieren Taliban! Also wirklich, Herr Throm!«
ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank für den Hinweis. – In der Tat hat es in der letzten Wahlperiode einen Abschiebeflug gegeben, interessanterweise kurz vor Wahlen. Dieser Abschiebeflug nach Afghanistan – ich dachte, dies wäre auch für Sie interessant – wurde von der Ampelregierung organisiert. Sie haben sich damals – und das war der Hinweis – der Unterstützung Katars bedient, um nicht selbst die …
Vielen Dank für den Hinweis. – In der Tat hat es in der letzten Wahlperiode einen Abschiebeflug gegeben, interessanterweise kurz vor Wahlen. ↳ Filiz Polat (Grüne) Dieser Abschiebeflug nach Afghanistan – ich dachte, dies wäre auch für Sie interessant – ↳ Filiz Polat (Grüne): »Wir reden von der Akkreditierung von Taliban!«wurde von der Ampelregierung organisiert. Sie haben sich damals – und das war der Hinweis – der Unterstützung Katars bedient,um nicht selbst die Gespräche mit Afghanen führen zu müssen. Ich glaube, dass der Kollege Throm recht hat: Es ist einfach nur scheinheilig, dies an der Stelle zu verschweigen –
Dobrindt thematisiert einen Abschiebeflug nach Afghanistan, der kurz vor Wahlen von der Ampelregierung unter Mithilfe Katars durchgeführt wurde, und wirft der Regierung vor, dieses Vorgehen zu verschweigen, was er als scheinheilig kritisiert.
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Sehr geehrter Herr Minister Rainer, der Rückbau von Bürokratie und die Abschaffung von Berichtspflichten sind Themen, die mir persönlich und uns als Unionsfraktion sehr am Herzen liegen. Landwirte gehören aufs Feld und nicht an den Schreibtisch. Die Politik muss gute Rahmenbedingungen liefern, sollte die Arbeit der Landwirte aber nicht durch zu viele Hemmnisse unnötigerweise erschweren. Sie haben das Thema Bürokratieabbau …
Sehr geehrter Herr Minister Rainer, der Rückbau von Bürokratie und die Abschaffung von Berichtspflichten sind Themen, die mir persönlich und uns als Unionsfraktion sehr am Herzen liegen. Landwirte gehören aufs Feld und nicht an den Schreibtisch. Die Politik muss gute Rahmenbedingungen liefern, sollte die Arbeit der Landwirte aber nicht durch zu viele Hemmnisse unnötigerweise erschweren. Sie haben das Thema Bürokratieabbau in Ihrem Eingangsstatement schon angesprochen und dabei deutlich gemacht, dass Ihnen der Bürokratieabbau besonders am Herzen liegt. Wie möchten Sie unsere Landwirte konkret von Bürokratie entlasten?
Benedikt Büdenbender fordert vom Minister konkrete Maßnahmen zur bürokratischen Entlastung der Landwirte. Alois Rainer antwortet mit Verweisen auf eine Stabsstelle, Gespräche mit Ländern und der EU sowie bereits erzielte Vereinfachungen.
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Sehr geehrter Herr Kollege Büdenbender, vielen herzlichen Dank für die Frage. – Ja, ich habe es im Eingangsstatement schon gesagt: Es ist eine zentrale Frage, die Bürokratie abzubauen, vor allem in Bezug auf die Marktpreise; denn Bürokratie verursacht viel Ärger, sie verursacht aber vor allem auch Kosten. Ich will die Kostensituation in der Landwirtschaft angehen, um für bessere Einkommensverhältnisse zu …
Sehr geehrter Herr Kollege Büdenbender, vielen herzlichen Dank für die Frage. – Ja, ich habe es im Eingangsstatement schon gesagt: Es ist eine zentrale Frage, die Bürokratie abzubauen, vor allem in Bezug auf die Marktpreise; denn Bürokratie verursacht viel Ärger, sie verursacht aber vor allem auch Kosten. Ich will die Kostensituation in der Landwirtschaft angehen, um für bessere Einkommensverhältnisse zu sorgen. Deshalb müssen wir Bürokratie abbauen. Wir haben unsere Stabsstelle zum Abbau der Bürokratie. Sie arbeitet unter Hochdruck. Wir führen regelmäßige Gespräche – jeden Monat – mit den Ländervertretern, um in enger Abstimmung Bürokratie abzubauen. Wir sind auch im engen Austausch mit der Europäischen Kommission, um ein Umdenken herbeizuführen und Bürokratie abzubauen. Wir haben schon einige Dinge erreicht, wie zum Beispiel die Stoffstrombilanzverordnung oder die Regelung, dass der Antibiotikaeinsatz ab nächstem Jahr nur noch einmal jährlich gemeldet werden muss. Wir haben auch andere Statistikpflichten vereinfacht, und gerade im Ökolandbau haben wir schon große Erfolge erzielt. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Ganz herzlichen Dank für die Antwort. – Darauf bezogen: Wann wird ein entsprechendes Gesetz vorgelegt? Wird das eine einmalige Maßnahme sein, oder wird uns das in den nächsten Jahren noch weiter beschäftigen?
Alois Rainer kündigt an, dass das Bürokratieabbaugesetz demnächst in das Kabinett und anschließend in den Bundestag eingebracht wird, und fordert eine jährliche Wiederholung dieses Gesetzgebungsprozesses.
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Ich hätte das Bürokratieabbaugesetz gern so ähnlich wie das Jahressteuergesetz: Es soll jährlich verabschiedet werden und nicht nur einmal; denn wir stehen hier vor größeren Aufgaben. Zum Zweiten: Der Gesetzentwurf ist jetzt in der Ressortabstimmung. Er wird also demnächst dem Entlastungskabinett zur Beschlussfassung vorgelegt und dann in den Bundestag eingebracht. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Lieber Herr Bundesminister Rainer, meine Frage bezieht sich noch mal speziell auf die Berichts- und Dokumentationspflichten. Davon gibt es ja leider sehr viele, und sie werden von vielen zu Recht als sehr aufwendig empfunden. Der Aufwand für die Landwirtschaft und speziell auch für die Ernährungsindustrie ist enorm. Wie stellen Sie sicher, dass nicht noch mehr Bürokratie entsteht, sondern dass diese …
Lieber Herr Bundesminister Rainer, meine Frage bezieht sich noch mal speziell auf die Berichts- und Dokumentationspflichten. Davon gibt es ja leider sehr viele, und sie werden von vielen zu Recht als sehr aufwendig empfunden. Der Aufwand für die Landwirtschaft und speziell auch für die Ernährungsindustrie ist enorm. Wie stellen Sie sicher, dass nicht noch mehr Bürokratie entsteht, sondern dass diese – ohne Einbußen bei der Qualität – peu à peu abgebaut werden kann?
Caroline Bosbach thematisiert den hohen bürokratischen Aufwand durch Berichts- und Dokumentationspflichten in Landwirtschaft und Ernährungsindustrie. Bundesminister Alois Rainer erläutert die Strategie zur Sicherung von Standards bei gleichzeitiger Vermeidung redundanter Statistiken durch ein Bürokratieabbauteam.
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Sehr geehrte Frau Kollegin Bosbach, danke. – Wir stellen dies mit unserem Bürokratieabbauteam sicher. Dieses prüft ganz genau: Ist es machbar, oder ist es nicht machbar? Und wenn der Gesetzentwurf ins Parlament geht, dann prüfen Sie alle miteinander, ob wir unsere Standards einhalten. Ich habe es in meinen Eingangsworten schon gesagt: Wir wollen unsere hohen Standards behalten, aber wir brauchen …
Sehr geehrte Frau Kollegin Bosbach, danke. – Wir stellen dies mit unserem Bürokratieabbauteam sicher. Dieses prüft ganz genau: Ist es machbar, oder ist es nicht machbar? Und wenn der Gesetzentwurf ins Parlament geht, dann prüfen Sie alle miteinander, ob wir unsere Standards einhalten. Ich habe es in meinen Eingangsworten schon gesagt: Wir wollen unsere hohen Standards behalten, aber wir brauchen nicht die zweite und dritte Statistik für das gleiche Thema. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)↳ Caroline Bosbach (Union): »Danke schön!«
Ein ganz kurzer Hinweis: Es melden sich jetzt sehr viele. Ich habe die Frageliste für diese Frage geschlossen, weil innerhalb der Fraktionsfragerunde jede Fraktion zu Wort kommen muss. Deshalb hat jetzt für die AfD-Fraktion Herr Abgeordneter Dr. Michael Blos das Wort. – Bitte.
Sehr geehrter Herr Minister, Sie kündigen dieses Bürokratieabbaugesetz an und sagen, Sie wollen den Betrieben Luft zum Atmen geben. Das haben wir jetzt gehört. Die Landwirte hören solche Versprechen seit Jahren. Gleichzeitig bleiben die EU-Auflagen, die Dokumentationspflichten und insbesondere die CO2-Kosten sowie die Zusatzlasten bestehen. Sie haben jetzt erläutert, was Sie schon gemacht haben. Aber was halten Sie eigentlich für …
Sehr geehrter Herr Minister, Sie kündigen dieses Bürokratieabbaugesetz an und sagen, Sie wollen den Betrieben Luft zum Atmen geben. Das haben wir jetzt gehört. Die Landwirte hören solche Versprechen seit Jahren. Gleichzeitig bleiben die EU-Auflagen, die Dokumentationspflichten und insbesondere die CO2-Kosten sowie die Zusatzlasten bestehen. Sie haben jetzt erläutert, was Sie schon gemacht haben. Aber was halten Sie eigentlich für den großen Wurf, der den Landwirten wirklich hilft?
Der Redner hinterfragt die Wirksamkeit des angekündigten Bürokratieabbaugesetzes und kritisiert, dass belastende Auflagen für Landwirte trotz jahrelanger Versprechen bestehen bleiben.
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Sehr geehrter Herr Kollege, diesen einen großen Wurf wird es nicht geben. Es muss mehrere geben. Wenn es um einen großen Wurf ginge, dann könnte ich sagen: Das wäre jetzt dieses eine Bürokratieabbaugesetz. Es ist aber ein ständiger Prozess. Die Bürokratie, mit der wir uns beschäftigen, ist nicht erst in den letzten drei, vier Jahren entstanden. Sie ist in den …
Sehr geehrter Herr Kollege, diesen einen großen Wurf wird es nicht geben. Es muss mehrere geben. Wenn es um einen großen Wurf ginge, dann könnte ich sagen: Das wäre jetzt dieses eine Bürokratieabbaugesetz. Es ist aber ein ständiger Prozess. Die Bürokratie, mit der wir uns beschäftigen, ist nicht erst in den letzten drei, vier Jahren entstanden. Sie ist in den letzten Jahrzehnten entstanden. Wir müssen wieder zu einem Prozess zurückkehren, in dem wir den Landwirtinnen und Landwirten grundsätzlich mehr Vertrauen entgegenbringen. Dann können wir auch die Bürokratie abbauen. Beifall: Union
Alois Rainer betont, dass Bürokratieabbau ein kontinuierlicher Prozess und kein einzelnes Gesetz ist, und fordert mehr Vertrauen gegenüber Landwirten.
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Herr Minister, die Entlastung von Behörden scheint für Sie ein wichtiges Thema zu sein. Auch die Veterinärbehörden, die ja die landwirtschaftlichen Betriebe besuchen, sind völlig überlastet. Eine ganz einfache Möglichkeit wäre, den Behörden Daten aus Tierkörperbeseitigungsanlagen zur Verfügung zu stellen. So könnten diese sehen, in welchen Betrieben Tiere häufig vor der Schlachtung verenden. Ich frage mich: Wann kommt denn da …
Herr Minister, die Entlastung von Behörden scheint für Sie ein wichtiges Thema zu sein. Auch die Veterinärbehörden, die ja die landwirtschaftlichen Betriebe besuchen, sind völlig überlastet. Eine ganz einfache Möglichkeit wäre, den Behörden Daten aus Tierkörperbeseitigungsanlagen zur Verfügung zu stellen. So könnten diese sehen, in welchen Betrieben Tiere häufig vor der Schlachtung verenden. Ich frage mich: Wann kommt denn da was vonseiten der Bundesregierung?
Die Rednerin schlägt vor, Daten aus Tierkörperbeseitigungsanlagen zu nutzen, um überlastete Veterinärbehörden bei der Erkennung von Todesfällen vor der Schlachtung zu unterstützen, und fragt nach der Position der Bundesregierung.
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Liebe Frau Kollegin Dr. Zoe Mayer, wir haben das im Rahmen des Koalitionsvertrages schon besprochen. Ich kenne Tierkörperbeseitigungsanlagen sehr gut. Doch erstens sind wir nicht zuständig für die Veterinärbehörden. Zweitens können die Veterinäre jetzt schon zu Tierkörperbeseitigungsanlagen hinfahren. Ob wir eine Videoüberwachung bei Tierkörperbeseitigungsanlagen brauchen, darüber werden wir in der Koalition noch diskutieren.
Alois Rainer antwortet auf eine Frage von Zoe Mayer zur Videoüberwachung in Tierkörperbeseitigungsanlagen, weist die Zuständigkeit der Veterinärbehörden von sich und verweist auf anstehende Koalitionsberatungen.
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Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Minister Rainer, ich habe eine Frage zum Bürokratieabbaugesetz. Es gibt Vorschläge zur Sachkunde im Pflanzenschutz. Auf Bund-Länder-Ebene gab es eigentlich eine Einigung mit den Leitern der Pflanzenschutzdienste. Sie finden es nicht gut, die Gültigkeitsdauer per se auf sechs Jahre zu erweitern. Es sollte besser eine Stichtagsregelung für einen Zeitraum von vier Jahren festgelegt werden. Wenn …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Minister Rainer, ich habe eine Frage zum Bürokratieabbaugesetz. Es gibt Vorschläge zur Sachkunde im Pflanzenschutz. Auf Bund-Länder-Ebene gab es eigentlich eine Einigung mit den Leitern der Pflanzenschutzdienste. Sie finden es nicht gut, die Gültigkeitsdauer per se auf sechs Jahre zu erweitern. Es sollte besser eine Stichtagsregelung für einen Zeitraum von vier Jahren festgelegt werden. Wenn Sie mit sechs Jahren rechnen, kann es passieren, dass die Landwirtinnen und Landwirte am Ende elf Jahre lang keine Fortbildung mehr absolviert haben. Es wäre sicher kein guter Weg, aufgrund des Bürokratieabbaus das Wissen der Anwender über wichtige Dinge nicht sicherstellen zu können.
Die Rednerin spricht sich gegen eine Verlängerung der Gültigkeitsdauer im Pflanzenschutz von vier auf sechs Jahre aus, da dies zu langen Fortbildungs pauses führen und die fachliche Kompetenz gefährden könne.
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Frau Kollegin, das betrifft jetzt die Bund-Länder-Anhörung. Wenn wir diesen Vorschlag vorgelegt bekommen, werden wir ihn selbstverständlich prüfen. Ich finde sechs Jahre okay. Die Landwirtinnen und Landwirte haben eine tolle Ausbildung, die beste Ausbildung, die man sich überhaupt vorstellen kann, und sie haben genügend Fachwissen. Aber wenn es Einwände vonseiten der Fachebene gibt, dann ist es natürlich lohnenswert, darüber zu …
Frau Kollegin, das betrifft jetzt die Bund-Länder-Anhörung. Wenn wir diesen Vorschlag vorgelegt bekommen, werden wir ihn selbstverständlich prüfen. Ich finde sechs Jahre okay. Die Landwirtinnen und Landwirte haben eine tolle Ausbildung, die beste Ausbildung, die man sich überhaupt vorstellen kann, und sie haben genügend Fachwissen. Aber wenn es Einwände vonseiten der Fachebene gibt, dann ist es natürlich lohnenswert, darüber zu diskutieren. Ich weise hier also keinen Vorschlag pauschal zurück, sondern wir sprechen gemeinsam in der Koalition darüber.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. Sehr geehrter Herr Rainer, schön, dass Sie gleich stehen bleiben. – Wir wissen ja: Die Evaluierung der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte steht an. Ich möchte, dass Tierärzte für ihre Arbeit gut entlohnt werden. Aber ich möchte erst recht, dass Tierhalter mit ihren Tieren, wenn es notwendig ist, zum Tierarzt gehen und sich das auch leisten …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. Sehr geehrter Herr Rainer, schön, dass Sie gleich stehen bleiben. – Wir wissen ja: Die Evaluierung der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte steht an. Ich möchte, dass Tierärzte für ihre Arbeit gut entlohnt werden. Aber ich möchte erst recht, dass Tierhalter mit ihren Tieren, wenn es notwendig ist, zum Tierarzt gehen und sich das auch leisten können. Die hohen Tierarztkosten gefährden nicht nur die Gesundheit von Tieren; insbesondere ältere Menschen, die Tierhalter sind, überlegen sich inzwischen, ob sie zum Supermarkt gehen oder sich die Tierarztrechnung leisten können. Sie stehen sozusagen vor einem Konflikt, wenn ihr Tier krank ist. Auch die Tierheime leiden unter der enormen Belastung durch die hohen Tierarztkosten. Was wird Ihr Haus dafür tun, dass Tierhalter von diesen Tierarztkosten entlastet werden, dass sie sich diese leisten können, und wie bewerten Sie unter anderem unseren Vorschlag, die Mehrwertsteuer für Tierarztkosten – analog zur Humanmedizin – zu streichen? Beifall: Linke
Ina Latendorf fordert eine Entlastung von Tierhaltern bei hohen Tierarztkosten und schlägt eine Streichung der Mehrwertsteuer vor. Bundesminister Alois Rainer bestätigt das Problem und verweist auf die laufende Evaluation der Gebührenordnung sowie die Zuständigkeit des Finanzministeriums.
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Sehr geehrte Frau Kollegin Latendorf, ich gebe Ihnen recht: Die Tierarztkosten sind auf einem enorm hohen Level. Es ist aber auch richtig, dass Tierärztinnen und Tierärzte auskömmlich Geld verdienen; Sie haben das ja auch angesprochen. Momentan wird die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte evaluiert. Wir haben bis Ende 2026 das Ergebnis. Nach dieser Evaluation werden wir uns ganz genau mit …
Sehr geehrte Frau Kollegin Latendorf, ich gebe Ihnen recht: Die Tierarztkosten sind auf einem enorm hohen Level. Es ist aber auch richtig, dass Tierärztinnen und Tierärzte auskömmlich Geld verdienen; Sie haben das ja auch angesprochen. Momentan wird die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte evaluiert. Wir haben bis Ende 2026 das Ergebnis. Nach dieser Evaluation werden wir uns ganz genau mit dem Ergebnis auseinandersetzen. Gerade auch die Tierschutzbeauftragte spricht dieses Thema immer an. Es ist ja ein Thema, das den Tierschutz anbelangt, wenn Tierhaltende nicht mehr zum Tierarzt oder zur Tierärztin gehen, weil die Kosten so hoch sind. Was die Mehrwertsteuer anbelangt, da bitte ich um Verständnis: Sie liegt nicht bei mir im Haus, sondern im Finanzministerium. Wenn das Finanzministerium der Meinung ist, die Mehrwertsteuer für Tierarztkosten zu senken, dann habe ich nichts dagegen.
Ich denke, die Fachmeinung oder Expertise muss ja aus Ihrem Haus kommen, damit der Finanzminister vielleicht diese Anregung entgegennehmen kann. Ich hatte aber auch die Belastung der Tierheime angesprochen. Die sind auch an der absoluten Belastungsgrenze: Zum einen ist da der fast neunstellige Investitionsstau, unter dem die Tierheime leiden, und zum anderen hat nur knapp ein Fünftel der Tierheime überhaupt …
Ich denke, die Fachmeinung oder Expertise muss ja aus Ihrem Haus kommen, damit der Finanzminister vielleicht diese Anregung entgegennehmen kann. Ich hatte aber auch die Belastung der Tierheime angesprochen. Die sind auch an der absoluten Belastungsgrenze: Zum einen ist da der fast neunstellige Investitionsstau, unter dem die Tierheime leiden, und zum anderen hat nur knapp ein Fünftel der Tierheime überhaupt noch Kapazitäten zur Aufnahme von neuen Tieren. Wie plant die Bundesregierung in diesem Fall Tierheime angemessen zu unterstützen und zu entlasten: zum Beispiel durch ein Investitionsprogramm oder durch konkrete Verbote, die dann auch dazu führen müssen, dass eine Entlastung eintritt, durch die Einführung von verpflichtenden Sachkundenachweisen für Tierhalter, durch Qualzuchtverbote oder aber auch durch eine Pflicht zur Kastration freilaufender Katzen?
Ina Latendorf fordert angesichts der Überlastung von Tierheimen konkrete Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung wie ein Investitionsprogramm oder weitere Haltungsverbote. Bundesminister Alois Rainer lehnt dies aus finanziellen Gründen und wegen der Zuständigkeit der Länder ab, dankt aber den Ehrenamtlichen.
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Sehr geehrte Frau Kollegin, da reicht mir jetzt die Zeit von 30 Sekunden nicht. Grundsätzlich zuständig für die Finanzierung von Tierheimen sind die Bundesländer. Also planen wir auch dahin gehend nichts. Andererseits muss ich der Ehrlichkeit halber sagen: Wir hätten auch nicht das Geld zur Verfügung. Wir befinden uns auf einem Sparkurs, auch das BMLEH. Deswegen haben wir hierfür das …
Sehr geehrte Frau Kollegin, da reicht mir jetzt die Zeit von 30 Sekunden nicht. Grundsätzlich zuständig für die Finanzierung von Tierheimen sind die Bundesländer. Also planen wir auch dahin gehend nichts. Andererseits muss ich der Ehrlichkeit halber sagen: Wir hätten auch nicht das Geld zur Verfügung. Wir befinden uns auf einem Sparkurs, auch das BMLEH. Deswegen haben wir hierfür das Geld nicht zur Verfügung. Aber noch mal zurück zu den Tierheimen. Ich will nur eins sagen: Es sind ganz viele ehrenamtliche Menschen, die hier mithelfen, und denen spreche ich ein ganz, ganz großes Dankeschön aus. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
So, wir haben jetzt noch eine Nachfrage – ich schaue noch mal in die Reihen – zu diesem Komplex. Dann würden wir danach auch zum nächsten Fragesteller kommen. Es gibt noch eine Nachfrage von Dr. Zoe Mayer.
Herzlichen Dank. – Herr Minister, eine Möglichkeit, Tierarztkosten gering zu halten, sind gesunde Tiere. Niemand möchte, dass das eigene Tier leidet. Und trotzdem gibt es wahnsinnig viele Tierrassen, die immer noch auf dem Markt sind und die einfach per Definition ab Geburt leiden, beispielsweise der Mops, die französische Bulldogge, die ja kaum Luft bekommen, einfach wegen ihrer Züchtung. Ich frage …
Herzlichen Dank. – Herr Minister, eine Möglichkeit, Tierarztkosten gering zu halten, sind gesunde Tiere. Niemand möchte, dass das eigene Tier leidet. Und trotzdem gibt es wahnsinnig viele Tierrassen, die immer noch auf dem Markt sind und die einfach per Definition ab Geburt leiden, beispielsweise der Mops, die französische Bulldogge, die ja kaum Luft bekommen, einfach wegen ihrer Züchtung. Ich frage mich natürlich: Was macht die Bundesregierung, um Qualzuchten künftig zu verbieten? Beifall: GrüneBeifall: Linke
Zoe Mayer fordert ein Verbot von Qualzuchten, da Tiere bestimmter Rassen unter ihrer Zucht leiden, und fragt nach Maßnahmen der Bundesregierung. Minister Alois Rainer verweist auf eine geplante EU-Verordnung für 2028 und betont, dass Qualzucht abgelehnt wird.
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Sehr geehrte Frau Kollegin Dr. Zoe Mayer, es kommt 2028 auf europäischer Ebene eine Hunde- und Katzenverordnung. Ich gehe davon aus, dass hierin das eine oder andere enthalten ist. Und dann werden wir uns dieser selbstverständlich anschließen. Auch die Tierschutzbeauftragte spricht genau dieses Thema, das Sie angesprochen haben, immer wieder an. Wir wollen hier eine Lösung. Qualzucht geht meines Erachtens …
Sehr geehrte Frau Kollegin Dr. Zoe Mayer, es kommt 2028 auf europäischer Ebene eine Hunde- und Katzenverordnung. Ich gehe davon aus, dass hierin das eine oder andere enthalten ist. Und dann werden wir uns dieser selbstverständlich anschließen. Auch die Tierschutzbeauftragte spricht genau dieses Thema, das Sie angesprochen haben, immer wieder an. Wir wollen hier eine Lösung. Qualzucht geht meines Erachtens überhaupt nicht. – Danke. Beifall: Union (einzelne Abg.)Beifall: SPD (einzelne Abg.)Beifall: Grüne (einzelne Abg.)
Herr Minister Dobrindt, Sie haben erst gestern zum wiederholten Male die Aussage getätigt: Die größte Gefahr geht vom Rechtsextremismus aus. Die Faktenlage stellt sich aber anders dar: Linksextremisten begehen massive Terroranschläge auf unsere kritische Infrastruktur – im Januar dieses Jahres in Berlin 100 000 Betroffene, aktuell in Reutlingen 30 000 Betroffene, über 100 000 Menschen an Leib und Leben durch …
Herr Minister Dobrindt, Sie haben erst gestern zum wiederholten Male die Aussage getätigt: Die größte Gefahr geht vom Rechtsextremismus aus. Die Faktenlage stellt sich aber anders dar: Linksextremisten begehen massive Terroranschläge auf unsere kritische Infrastruktur – im Januar dieses Jahres in Berlin 100 000 Betroffene, aktuell in Reutlingen 30 000 Betroffene, über 100 000 Menschen an Leib und Leben durch Linksextremisten bedroht, Anstieg linksextremistischer Gewalt: 42 Prozent, Anstieg rechtsextremistischer Gewalt: 7 Prozent. Die meisten gewalttätigen Angriffe gegen Politiker gehen von Linksextremisten aus. Zugleich unterwandert der Islam Staat und Gesellschaft. Die größte Zahl an Terroranschlägen und -versuchen geht auf Islamisten zurück.Deshalb die Frage an Sie: Können Sie nachvollziehen, dass immer mehr Bürger die Auffassung vertreten, dass Sie die falschen sicherheitspolitischen Schwerpunkte setzen und dass dadurch die Sicherheitslage in Deutschland leidet?
Martin Hess widerspricht der Einschätzung von Minister Dobrindt, dass Rechtsextremismus die größte Gefahr darstelle, und verweist stattdessen auf eine höhere Bedrohung durch Linksextremismus und Islamismus.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Herr Kollege, ich habe gestern die neuen Zahlen zur „Politisch motivierten Kriminalität“ aus dem letzten Jahr, aus 2025, vorgestellt und in diesem Zusammenhang sehr deutlich gemacht, dass wir es mit einem Anstieg dieser Zahlen zu tun haben, dass wir einen neuen Höchststand an politisch motivierter Kriminalität in Deutschland haben. Ich habe deutlich gemacht, dass im Bereich PMK-links der größte Anstieg …
Herr Kollege, ich habe gestern die neuen Zahlen zur „Politisch motivierten Kriminalität“ aus dem letzten Jahr, aus 2025, vorgestellt und in diesem Zusammenhang sehr deutlich gemacht, dass wir es mit einem Anstieg dieser Zahlen zu tun haben, dass wir einen neuen Höchststand an politisch motivierter Kriminalität in Deutschland haben. Ich habe deutlich gemacht, dass im Bereich PMK-links der größte Anstieg zu verzeichnen ist, aber im Gesamtkontext die größte Zahl der Straftaten von PMK-rechts begangen wird. Ich kann Ihnen an dieser Stelle einfach nur sagen: Als Bundesinnenminister kämpfe ich gegen jegliche Formen von Extremismus. Es ist vollkommen egal, ob das der Linksextremismus ist, ob das der Rechtsextremismus ist oder der islamistische Extremismus. Jeder Extremist ist Mist und wird von uns bekämpft. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Alexander Dobrindt berichtet über einen Höchststand bei der politisch motivierten Kriminalität und betont seinen Kampf gegen alle Formen des Extremismus ungeachtet der politischen Richtung.
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Herr Minister, das freut mich zu hören, weil sich das mit der Auffassung der AfD-Bundestagsfraktion deckt. Nur, warum setzen Sie dann Prioritäten? Warum bezeichnen Sie dann den Rechtsextremismus als größte Sicherheitsgefahr? Das macht nur Sinn, wenn man daraus auch Maßnahmen ableitet, und das bedeutet, dass der Islamismus und der Linksextremismus nicht mit der erforderlichen Intensität verfolgt werden. Und das ist …
Herr Minister, das freut mich zu hören, weil sich das mit der Auffassung der AfD-Bundestagsfraktion deckt. Nur, warum setzen Sie dann Prioritäten? Warum bezeichnen Sie dann den Rechtsextremismus als größte Sicherheitsgefahr? Das macht nur Sinn, wenn man daraus auch Maßnahmen ableitet, und das bedeutet, dass der Islamismus und der Linksextremismus nicht mit der erforderlichen Intensität verfolgt werden. Und das ist doch das Problem. Darf ich Sie heute so verstehen, dass Sie zukünftig von solchen Sätzen Abstand nehmen und alle Extremismusformen, so wie das die AfD-Fraktion seit Langem fordert, mit der gleichen Intensität bekämpfen?
Der Redner fordert vom Minister, alle Extremismusformen gleich intensiv zu bekämpfen, statt Rechtsextremismus priorisiert zu behandeln.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Ich würde Ihnen dringend empfehlen, sich einmal mit der Statistik auseinanderzusetzen. Wenn Sie die Statistik anschauen, dann sehen Sie, dass wir eben einen Anstieg im Bereich „Politisch motivierter Kriminalität“ haben; und der größte Teil davon ist nun mal PMK-rechts. Das muss man als Bundesinnenminister auch benennen. Aber weil ich gegen alle Extremismusformen antrete, gegen Rechtsextremismus, islamistischen Extremismus wie Linksextremismus – …
Ich würde Ihnen dringend empfehlen, sich einmal mit der Statistik auseinanderzusetzen. Wenn Sie die Statistik anschauen, dann sehen Sie, dass wir eben einen Anstieg im Bereich „Politisch motivierter Kriminalität“ haben; und der größte Teil davon ist nun mal PMK-rechts. Das muss man als Bundesinnenminister auch benennen. Aber weil ich gegen alle Extremismusformen antrete, gegen Rechtsextremismus, islamistischen Extremismus wie Linksextremismus – und ich glaube, dass in der Vergangenheit der Fokus zu wenig auf dem Linksextremismus lag –, habe ich auch beim Bundesamt für Verfassungsschutz die Beobachtung des Linksextremismus deutlich ausgebaut. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Der Redner fordert den Bundesinnenminister auf, den statistischen Anstieg der politisch motivierten Kriminalität, insbesondere durch Rechtsextremismus, zu benennen, betont aber gleichzeitig seinen eigenen Schwerpunkt auf die Ausweitung der Beobachtung von Linksextremismus.
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So, ich sortiere jetzt mal kurz die Fragesteller, damit wir alle wissen, woran wir sind: Wir hatten Frau Schönberger, danach Frau Babendererde, danach Frau Kaddor, danach Frau Strauss-Köster, danach Herrn Koçak, und dann hatte sich noch aus der AfD-Fraktion der Kollege Dr. Blos gemeldet. Damit würde ich dann aber schließen. Wir hatten ja vorhin auch vier Nachfragen. Wir haben jetzt …
So, ich sortiere jetzt mal kurz die Fragesteller, damit wir alle wissen, woran wir sind: Wir hatten Frau Schönberger, danach Frau Babendererde, danach Frau Kaddor, danach Frau Strauss-Köster, danach Herrn Koçak, und dann hatte sich noch aus der AfD-Fraktion der Kollege Dr. Blos gemeldet. Damit würde ich dann aber schließen. Wir hatten ja vorhin auch vier Nachfragen. Wir haben jetzt hier schon eine zugelegt, und wir haben auch zwei Fragesteller von Bündnis 90/Die Grünen dabei. Ich denke, das passt so, damit wir auch noch zu weiteren Fragestellern in dieser zweiten Runde kommen. Deswegen kommt jetzt Frau Schönberger dran.
Danke, Frau Präsidentin. – Herr Dobrindt, wir haben ein massives Problem mit rechtsextremen gewaltbereiten Jugendgruppen; statistisch gesehen wird alle zwölf Minuten eine rechtsextreme Straftat verübt. Trotzdem schwächt die Bundesregierung das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und kürzt bei der politischen Bildung. Ich würde gerne wissen: Wie wollen Sie gegen die Rekrutierung junger Menschen durch Rechtsextreme vorgehen, wenn bei der Prävention gespart wird? Beifall: Grüne
Marlene Schönberger kritisiert die Bundesregierung für Kürzungen im Programm „Demokratie leben!“ und der politischen Bildung trotz hoher rechtsextremer Kriminalität. Sie stellt die Frage, wie die Rekrutierung Jugendlicher durch Rechtsextreme effektiv verhindert werden soll, wenn gleichzeitig bei der Prävention gespart wird.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Es geht uns um beides: Es geht uns um Prävention und um Repression. – Beides muss immer gleichermaßen stattfinden. Und ja, wir haben das gestern auch bei den Zahlen zur PMK gesehen. Hier wird deutlich, dass gerade Jugendliche heute noch öfter gefährdet sind, sich von Extremisten verleiten zu lassen. Deswegen ist die Prävention auch besonders wichtig ebenso wie die Maßnahmen, …
Es geht uns um beides: Es geht uns um Prävention und um Repression. – Beides muss immer gleichermaßen stattfinden. Und ja, wir haben das gestern auch bei den Zahlen zur PMK gesehen. Hier wird deutlich, dass gerade Jugendliche heute noch öfter gefährdet sind, sich von Extremisten verleiten zu lassen. Deswegen ist die Prävention auch besonders wichtig ebenso wie die Maßnahmen, die wir gegenüber solchen Gruppen anwenden. Genau das haben wir in diesem Jahr auch getan. Bereits im Mai haben wir Maßnahmen gegen rechtsradikale Jugendgruppen ergriffen. Und ich bin sehr dafür, dass wir auch weiterhin im Bereich der Vorbeugung Finanzierungen übernehmen; aber sie müssen auch wirkungsvoll sein. Deswegen: Da, wo Geld ohne Wirkung verwendet wird, müssen wir notwendige Veränderungen vornehmen. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Dobrindt betont die gleiche Notwendigkeit von Prävention und Repression angesichts gestiegener Extremismuszahlen bei Jugendlichen und fordert eine wirkungsvolle Verwendung von Präventionsmitteln.
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Herr Bundesinnenminister, Extremismus ist das eine; aber Extremismus geht oft auch Hand in Hand mit hybriden Bedrohungen. Insbesondere Russland nutzt gerne Extremismus und hybride Bedrohungen zusammen. Angesichts der erhöhten Bedrohungslage müssen wir uns auch vor dieser Art von Bedrohung noch viel mehr schützen als bisher. Ich frage Sie, Herrn Bundesinnenminister: Was tut die Bundesregierung gegen hybride Bedrohungen?
Die Rednerin verknüpft Extremismus mit hybriden Bedrohungen durch Russland und fordert angesichts der erhöhten Gefahr besseren Schutz sowie Aufschluss über die Maßnahmen der Bundesregierung.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank. – Wir haben hier im Deutschen Bundestag in den vergangenen Monaten des Öfteren über die hybride Bedrohung gesprochen, die vielfältig auftritt und die uns an vielen Stellen treffen kann: im Cyberbereich, mit Drohnen. All dies war auch hier Gegenstand von Debatten. Deswegen haben wir in der Bundesregierung entschieden, dass wir ein neues Gemeinsames Abwehrzentrum Hybrid aufbauen. Dieses neue …
Vielen Dank. – Wir haben hier im Deutschen Bundestag in den vergangenen Monaten des Öfteren über die hybride Bedrohung gesprochen, die vielfältig auftritt und die uns an vielen Stellen treffen kann: im Cyberbereich, mit Drohnen. All dies war auch hier Gegenstand von Debatten. Deswegen haben wir in der Bundesregierung entschieden, dass wir ein neues Gemeinsames Abwehrzentrum Hybrid aufbauen. Dieses neue Gemeinsame Abwehrzentrum wird nächste Woche in Dienst gestellt und dafür sorgen, dass in Bund, Ländern, Diensten und Sicherheitsbehörden genau diese Bedrohung gemeinschaftlich angegangen und bekämpft wird. Beifall: Union
Dobrindt kündigt angesichts vielfältiger hybrider Bedrohungen die Inbetriebnahme eines neuen Gemeinsamen Abwehrzentrums Hybrid an, um die Abwehrkräfte von Bund und Ländern zu bündeln.
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Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Innenminister, noch im Mai erklärte die Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion: Es liegen keine Erkenntnisse über eine gezielte islamistische Einflussnahme auf demokratische Parteien vor. – Wenige Wochen später warnt allerdings der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz vor islamistischen Einflussnetzwerken in staatlichen und gesellschaftlichen Strukturen. Gleichzeitig sagt zum …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Innenminister, noch im Mai erklärte die Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion: Es liegen keine Erkenntnisse über eine gezielte islamistische Einflussnahme auf demokratische Parteien vor. – Wenige Wochen später warnt allerdings der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz vor islamistischen Einflussnetzwerken in staatlichen und gesellschaftlichen Strukturen. Gleichzeitig sagt zum Beispiel der Verfassungsschutz in Sachsen, dass die Zahlen im Bereich „islamistisches Gefährdungspotenzial“ um 8 Prozent gesunken sind. Das sind, ehrlich gesagt, total widersprüchliche Aussagen. Ich frage mich schon, wie Sie sich das erklären. Also, was stimmt denn nun, die eine Aussage oder die andere Aussage aus Ihrem Haus? Beifall: Grüne (einzelne Abg.)
Lamya Kaddor kritisiert einen Widerspruch zwischen einer Regierungsaussage zur fehlenden islamistischen Einflussnahme und einer Warnung des Verfassungsschutzpräsidenten. Sie fordert den Innenminister auf, diese widersprüchlichen Aussagen aufzuklären.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Erstens haben wir es mit einem Prozess zu tun; das heißt, wir sehen, dass sich auch die Gefährdungslagen entwickeln. Ich berichte fast wöchentlich im Bundeskabinett darüber, wie die aktuelle Gefährdungssituation ist, auch im Bereich der islamistischen Bedrohungen. Es gibt auch da sehr unterschiedliche Einschätzungen, je nachdem, in welchem Zeitrahmen wir uns befinden. Klar ist aber, dass wir es mit einer …
Erstens haben wir es mit einem Prozess zu tun; das heißt, wir sehen, dass sich auch die Gefährdungslagen entwickeln. Ich berichte fast wöchentlich im Bundeskabinett darüber, wie die aktuelle Gefährdungssituation ist, auch im Bereich der islamistischen Bedrohungen. Es gibt auch da sehr unterschiedliche Einschätzungen, je nachdem, in welchem Zeitrahmen wir uns befinden. Klar ist aber, dass wir es mit einer hohen abstrakten Bedrohungslage zu tun haben. Die unterscheidet sich aber von einer konkreten Bedrohungslage. Und genau darin liegt der Unterschied. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)↳ Lamya Kaddor (Grüne): »Das war nicht die Frage!«
Alexander Dobrindt unterscheidet zwischen einer hohen abstrakten Bedrohungslage durch islamistische Gefährdungen und einer konkreten Bedrohungslage und betont die Dynamik des Prozesses.
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Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Bundesminister Dobrindt, Sie haben das vorhin schon ausgeführt: Sie haben die bundesweiten Fallzahlen 2025 Politisch motivierte Kriminalität vorgestellt. – Den extremen Anstieg bei linksextrem motivierten Straftaten haben Sie auch angesprochen. Vielleicht können Sie das noch näher ausführen. Damit verbunden sind die Anschläge auf kritische Infrastruktur. Waren wir in der Vergangenheit bei dieser …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Bundesminister Dobrindt, Sie haben das vorhin schon ausgeführt: Sie haben die bundesweiten Fallzahlen 2025 Politisch motivierte Kriminalität vorgestellt. – Den extremen Anstieg bei linksextrem motivierten Straftaten haben Sie auch angesprochen. Vielleicht können Sie das noch näher ausführen. Damit verbunden sind die Anschläge auf kritische Infrastruktur. Waren wir in der Vergangenheit bei dieser Bedrohungslage vielleicht zu nachlässig und haben nicht genau hingeschaut? Und angesichts der Anschläge auf die kritische Infrastruktur: Wie können wir Letztere in Zukunft besser schützen?
Die Rednerin fragt den Bundesminister nach den Hintergründen des Anstiegs linksextremer Straftaten und Anschlägen auf kritische Infrastruktur und wirft die Frage auf, ob die Bedrohung in der Vergangenheit unterschätzt wurde.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank. – Das ist eine sehr umfängliche Frage. Zum einen habe ich deutlich gemacht, dass wir im Bereich „links“ auch statistisch deutlich ansteigende Zahlen messen können und sich die Qualität deutlich verändert. Wir sehen, dass im Bereich „Anschläge auf unsere Strominfrastruktur“ die linke Szene extrem aktiv ist. Das rührt auch daher, dass vor Jahren Aufrufe begonnen haben, dass sich …
Vielen Dank. – Das ist eine sehr umfängliche Frage. Zum einen habe ich deutlich gemacht, dass wir im Bereich „links“ auch statistisch deutlich ansteigende Zahlen messen können und sich die Qualität deutlich verändert. Wir sehen, dass im Bereich „Anschläge auf unsere Strominfrastruktur“ die linke Szene extrem aktiv ist. Das rührt auch daher, dass vor Jahren Aufrufe begonnen haben, dass sich linksextreme Gruppen engagieren sollen, Brandanschlägen gegenüber der kritischen Infrastruktur, vor allem der Strominfrastruktur, zu verüben. Das erleben wir jetzt.Genau deswegen haben wir im Bereich des Bundesamts für Verfassungsschutz die Beobachtung von links ausgebaut, um gegen diese extremen Gruppen vorzugehen, die unsere Infrastruktur attackieren. Beifall: Union
Der Redner stellt eine statistische Zunahme und Qualitätsänderung im linksextremistischen Spektrum fest, insbesondere bei Anschlägen auf die Strominfrastruktur, und begründet damit die Ausweitung der Beobachtung durch das Verfassungsschutzamt.
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Herr Dobrindt, Sie haben gerade anerkannt: Rechtsextremismus ist die größte Bedrohung für unsere Demokratie. – Die Realität Ihrer Politik sieht jedoch anders aus: Die Kürzungen bei „Demokratie leben!“ entziehen Beratungsstellen die Förderung. Über 200 Präventionsprojekte fallen weg, während die Hasskriminalität mit über 22 000 Fällen auf dem Höchststand ist. – Also: Echter Kurswechsel oder Lippenbekenntnis? Was tun Sie konkret, um …
Herr Dobrindt, Sie haben gerade anerkannt: Rechtsextremismus ist die größte Bedrohung für unsere Demokratie. – Die Realität Ihrer Politik sieht jedoch anders aus: Die Kürzungen bei „Demokratie leben!“ entziehen Beratungsstellen die Förderung. Über 200 Präventionsprojekte fallen weg, während die Hasskriminalität mit über 22 000 Fällen auf dem Höchststand ist. – Also: Echter Kurswechsel oder Lippenbekenntnis? Was tun Sie konkret, um unsere Freundinnen und Freunde, Familien und Nachbarinnen und Nachbarn vor rechter Gewalt zu schützen? Beifall: Kathrin Gebel (Linke)↳ Bernd Schattner (AfD): »Da klatscht noch nicht mal die eigene Partei!«
Ferat Koçak konfrontiert Alexander Dobrindt mit dem Widerspruch zwischen dessen Anerkennung von Rechtsextremismus als Bedrohung und den tatsächlichen Kürzungen im Programm 'Demokratie leben'. Er fordert unter Verweis auf gestiegene Hasskriminalität konkrete Schutzmaßnahmen.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Das darf ich noch mal noch mal deutlich machen, weil ich das Gefühl habe, dass ich hier gerne bewusst falsch verstanden werde: Jegliche Form von Extremismus ist Gefahr für unsere Demokratie. Deswegen schützen wir unsere Bevölkerung, indem wir gegen jegliche Form von Extremismus antreten. – Und das, was wir hier im Deutschen Bundestag an Entscheidungen, an Sicherheitsgesetzen machen, ist genau …
Das darf ich noch mal noch mal deutlich machen, weil ich das Gefühl habe, dass ich hier gerne bewusst falsch verstanden werde: Jegliche Form von Extremismus ist Gefahr für unsere Demokratie. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)↳ Ferat Koçak (Linke): »Das war nicht die Frage! Was tun Sie gegen Rechtextremismus, um uns zu schützen?«Deswegen schützen wir unsere Bevölkerung, indem wir gegen jegliche Form von Extremismus antreten. – Und das, was wir hier im Deutschen Bundestag an Entscheidungen, an Sicherheitsgesetzen machen, ist genau die Grundlage dafür, unsere Bevölkerung vor Extremisten jeder Art zu schützen. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Dobrindt betont, dass jeglicher Extremismus eine Gefahr für die Demokratie darstelle, und stellt gesetzgeberische Maßnahmen des Bundestags als notwendigen Schutz für die Bevölkerung vor allen Extremisten dar.
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Sehr geehrter Herr Minister, beim vergangenen Landesparteitag der AfD in Heidenheim wurde nach Berichten von linken Aktivisten ein Hakenkreuz aus veganem Hackfleisch in einem Hotel platziert, was wohl wieder dem rechten Spektrum zugeordnet wird. Wie viele Fälle wurden in den vergangenen Jahren nachträglich aus dem Phänomenbereich „PMK-rechts“ herausgenommen, weil sich eine Täterschaft oder Motivation aus einem anderen politischen Spektrum ergeben …
Sehr geehrter Herr Minister, beim vergangenen Landesparteitag der AfD in Heidenheim wurde nach Berichten von linken Aktivisten ein Hakenkreuz aus veganem Hackfleisch in einem Hotel platziert, was wohl wieder dem rechten Spektrum zugeordnet wird. Wie viele Fälle wurden in den vergangenen Jahren nachträglich aus dem Phänomenbereich „PMK-rechts“ herausgenommen, weil sich eine Täterschaft oder Motivation aus einem anderen politischen Spektrum ergeben hat?
Der Redner befragt den Minister zu statistischen Korrekturen im Bereich politisch motivierter Kriminalität rechts und thematisiert dabei einen Vorfall mit einem Hakenkreuz aus veganem Hackfleisch.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Davon habe ich keine Kenntnis. Ich kann heute keine Aussage darüber treffen, ob es Bereiche gegeben hat, wo die Bewertung der PMK im Nachhinein verändert worden ist. Ich will nicht ausschließen, dass so was im Rahmen von Ermittlungsverfahren auch stattfindet; aber Zahlen liegen mir dazu nicht vor.
Der Redner erklärt, dass ihm keine Kenntnisse über eine nachträgliche Änderung der Bewertung politisch motivierter Kriminalität vorliegen, schließt solche Vorgänge im Rahmen von Ermittlungsverfahren jedoch nicht aus.
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Sehr geehrter Herr Bundesinnenminister Dobrindt, vor fünf Jahren hat Innenminister Seehofer den Bericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus, UKA, vorgestellt – ein überparteilich anerkannter Meilenstein. Das meine ich lobend und dankend angesichts der Aufarbeitung des Unrechts an Sinti und Roma, insbesondere der sogenannten zweiten Verfolgung, also der Verfolgung nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik. Es gibt einen vielbeachteten interfraktionellen Entschließungsantrag …
Sehr geehrter Herr Bundesinnenminister Dobrindt, vor fünf Jahren hat Innenminister Seehofer den Bericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus, UKA, vorgestellt – ein überparteilich anerkannter Meilenstein. Das meine ich lobend und dankend angesichts der Aufarbeitung des Unrechts an Sinti und Roma, insbesondere der sogenannten zweiten Verfolgung, also der Verfolgung nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik. Es gibt einen vielbeachteten interfraktionellen Entschließungsantrag – eine Reihe von Punkten sind umgesetzt –; er wurde damals im Innenausschuss federführend beraten. Die Arbeit des ersten Beauftragten Daimagüler wird erfreulicherweise vom Parlamentarischen Staatssekretär Brand fortgesetzt. Unter diesen Bedingungen: Welche Vorhaben aus dem Entschließungsantrag sind derzeit im Bundesinnenministerium in der Umsetzung? Welche Umsetzungen stehen in Ihrem Hause an?
Helge Lindh blickt zurück auf den Bericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus und den dazugehörigen Entschließungsantrag und fragt den Bundesinnenminister nach dem aktuellen Stand der Umsetzung.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Das ist eine Daueraufgabe, mit der wir uns auch beschäftigen – in enger Abstimmung mit den Vertretern und dem Präsidenten der Sinti und Roma, den ich übrigens gestern – zugegebenermaßen zufällig – getroffen habe. Ich habe mit ihm die Vereinbarung, dass wir uns in Kürze im Bundesinnenministerium treffen, um weitere Maßnahmen zu besprechen, weil wir es als zwingend notwendig erachten, …
Das ist eine Daueraufgabe, mit der wir uns auch beschäftigen – in enger Abstimmung mit den Vertretern und dem Präsidenten der Sinti und Roma, den ich übrigens gestern – zugegebenermaßen zufällig – getroffen habe. Ich habe mit ihm die Vereinbarung, dass wir uns in Kürze im Bundesinnenministerium treffen, um weitere Maßnahmen zu besprechen, weil wir es als zwingend notwendig erachten, nicht nur die Erinnerung zu wahren, sondern auch die zukünftigen Aufgaben immer mit den Betroffenen abzusprechen. Das ist das, was wir gestern gemeinsam vereinbart haben.
Alexander Dobrindt berichtet über eine zufällige Begegnung mit dem Vertreter der Sinti und Roma und die Vereinbarung eines Treffens im Bundesinnenministerium. Er betont die Notwendigkeit, zukünftige Maßnahmen eng mit den Betroffenen abzustimmen.
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Noch eine Nachfrage: Ein wesentlicher Beitrag im Bericht der UKA ist die Diskriminierung im Rahmen von Strafverfolgungen durch Ermittlungsbehörden, aber auch in anderen Behörden. Man muss sagen, dass viele Familien der Sinti und Roma nicht seit Jahrzehnten, sondern seit Jahrhunderten diese Erfahrung mit Behörden gemacht haben. Was geschieht in den Bundesbehörden, um in diese Richtung zu sensibilisieren und auch das …
Noch eine Nachfrage: Ein wesentlicher Beitrag im Bericht der UKA ist die Diskriminierung im Rahmen von Strafverfolgungen durch Ermittlungsbehörden, aber auch in anderen Behörden. Man muss sagen, dass viele Familien der Sinti und Roma nicht seit Jahrzehnten, sondern seit Jahrhunderten diese Erfahrung mit Behörden gemacht haben. Was geschieht in den Bundesbehörden, um in diese Richtung zu sensibilisieren und auch das Vertrauen dieser Minderheit in den Behörden wieder aufzubauen?
Helge Lindh thematisiert im Kontext eines UKA-Berichts historische und aktuelle Diskriminierungen von Sinti und Roma durch Behörden und fragt nach Maßnahmen zur Sensibilisierung und Vertrauensbildung.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Herr Kollege, mir liegen keine Berichte vor, laut denen es innerhalb der Behörden Diskriminierung von Sinti und Roma gäbe. ↳ Karl Bär (Grüne): »Das ist spannend!« Ich bin gerne bereit, mir dieses Thema vorlegen zu lassen und anzuschauen, gehe aber nicht davon aus, dass wir hier Erkenntnisse haben, die sich von dem unterscheiden, was in der Vergangenheit der Fall war.
Alexander Dobrindt verneint die Existenz aktueller Berichte über Diskriminierung von Sinti und Roma innerhalb von Behörden, signalisiert aber Bereitschaft, sich das Thema vorlegen zu lassen, falls neue Erkenntnisse vorliegen.
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Herr Dobrindt, sind auch Sie der Meinung, dass Deutschland eine historische Verantwortung gegenüber der Sinti-und-Roma-Community hat? Deutschland schiebt aktuell weiterhin vor allem Roma ab. Müssten wir nicht eigentlich aus der historischen Verantwortung Abschiebungen von Roma stoppen und ihnen vor allem einen Aufenthaltstitel überlassen?
Der Redner konfrontiert Alexander Dobrindt mit der Frage, ob Deutschland aufgrund seiner historischen Verantwortung die Abschiebungen von Roma stoppen und ihnen stattdessen Aufenthaltstitel erteilen müsste.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Ja, es gibt eine historische Verantwortung, ganz selbstverständlich; dieser historischen Verantwortung kommen wir auch nach. Das ist aber ganz unabhängig davon zu sehen, dass wir im Bereich der Asylgesetzgebung – und darum geht es in den Fällen, die Sie gerade angesprochen haben – das Asylrecht weiterhin vollumfänglich umsetzen werden. Beifall: UnionBeifall: Dr. Franziska Kersten (SPD)
Alexander Dobrindt betont die historische Verantwortung Deutschlands, stellt diese jedoch unabhängig von einer vollumfänglichen Umsetzung des geltenden Asylrechts dar.
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Danke, Frau Präsidentin. – Herr Bundesminister Dobrindt, wenn am Sonntag Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt wären, könnten das erste Mal seit 1945 wieder Rechtsextreme in einer Regierung sitzen. Wir werden selbstverständlich alles tun, um das zu verhindern, und das erfolgreich. Trotzdem: In Österreich hat ein rechtsextremer Innenminister den eigenen Verfassungsschutz durchsuchen lassen. Informationen über Rechtsextreme sind verschollen; Daten von Tausenden Polizistinnen und …
Danke, Frau Präsidentin. – Herr Bundesminister Dobrindt, wenn am Sonntag Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt wären, könnten das erste Mal seit 1945 wieder Rechtsextreme in einer Regierung sitzen. ↳ AfD: »Jawohl! Und ihr seid draußen!« Wir werden selbstverständlich alles tun, um das zu verhindern, und das erfolgreich. Trotzdem: In Österreich hat ein rechtsextremer Innenminister den eigenen Verfassungsschutz durchsuchen lassen. Informationen über Rechtsextreme sind verschollen; Daten von Tausenden Polizistinnen und Polizisten wurden nach Russland durchgestochen. Die rechtsextreme Regierungsbeteiligung hat bis heute negative Auswirkungen auf die geheimdienstliche Zusammenarbeit. Deswegen möchte ich gerne fragen: Welche Maßnahmen treffen Sie, um für den Fall einer rechtsextremen Regierung den Schutz der Bevölkerung sicherzustellen? Wie wollen Sie Sicherheitsbehörden, die Polizei und deren Bedienstete resilient machen und sensible Informationen schützen? Beifall: GrüneBeifall: Linke (einzelne Abg.)
Marlene Schönberger warnt angesichts einer möglichen rechtsextremen Regierungsbeteiligung vor Sicherheitsrisiken für den Verfassungsschutz und fragt den Bundesminister nach Schutzmaßnahmen für sensible Daten und Behörden.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Liebe Frau Kollegin, Sie stellen hier Was-wäre-wenn-Fragen im Zusammenhang mit Wahlen, die stattfinden. Wir können Wahlausgänge nicht vorwegnehmen, und wir können Wahlausgänge auch nicht vorhersehen. Ich kann Ihnen aber sicher sagen, dass unser Interesse darauf liegt, alles daranzusetzen, dass aus diesen demokratischen Wahlen Mehrheiten hervorgehen, die die Bildung einer stabilen Regierung bzw. Koalition ermöglichen. Ich war gerade überrascht über einen …
Liebe Frau Kollegin, Sie stellen hier Was-wäre-wenn-Fragen im Zusammenhang mit Wahlen, die stattfinden. Wir können Wahlausgänge nicht vorwegnehmen, ↳ Stephan Brandner (AfD): »Na, na! Manchmal doch!« und wir können Wahlausgänge auch nicht vorhersehen. Ich kann Ihnen aber sicher sagen, dass unser Interesse darauf liegt, alles daranzusetzen, dass aus diesen demokratischen Wahlen Mehrheiten hervorgehen, die die Bildung einer stabilen Regierung bzw. Koalition ermöglichen. ↳ AfD Ich war gerade überrascht über einen Zwischenruf. Auf den Hinweis, dass die Gefahr besteht, dass Rechtsextreme gewählt werden, kam bei Ihnen von der AfD der Zwischenruf: „Jawohl!“ Dass Sie sich selber als rechtsextrem bezeichnen, ist mir neu. Aber interessant! Beifall: UnionBeifall: SPDBeifall: GrüneBeifall: Linke (einzelne Abg.)↳ Stephan Protschka (AfD): »Das wusste ich auch nicht! Ist mir neu!« – Wir können es ja im Protokoll nachlesen. ↳ Marcel Emmerich (Grüne): »Ich hab’s auch gehört!«↳ Sebastian Fiedler (SPD): »Ich auch!«↳ AfD: »Die SPD hört alles!«
Alexander Dobrindt äußert sich zu möglichen Wahlausgängen und dem Ziel der Bildung einer stabilen Regierung. Er reagiert auf Zwischenrufe der AfD, indem er einen Zwischenruf als Selbstbezeichnung als rechtsextrem interpretiert.
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Danke, Frau Präsidentin. – Ich hoffe natürlich auch, dass die Wahl anders ausgeht. Trotzdem, glaube ich, sollten wir die aktuelle Situation nicht verdrängen. Wissenschaft, Zivilgesellschaft und der Verfassungsschutz warnen davor, dass eine AfD-Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt eine massive Gefahr für die innere Sicherheit wäre. Und auch CDU-Innenminister, Kollegen von Ihnen, fordern, dass Bund und Länder sich bei der kommenden Innenministerkonferenz auf …
Danke, Frau Präsidentin. – Ich hoffe natürlich auch, dass die Wahl anders ausgeht. Trotzdem, glaube ich, sollten wir die aktuelle Situation nicht verdrängen. ↳ Johannes Wagner (Grüne): »Richtig!«Wissenschaft, Zivilgesellschaft und der Verfassungsschutz warnen davor, dass eine AfD-Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt eine massive Gefahr für die innere Sicherheit wäre. ↳ Alexander Throm (Union): »Solche öffentlichen Diskussionen helfen der AfD umso mehr!«Und auch CDU-Innenminister, Kollegen von Ihnen, fordern, dass Bund und Länder sich bei der kommenden Innenministerkonferenz auf dieses Szenario vorbereiten sollten. Da frage ich Sie: Teilen Sie diese Einschätzung, und setzen Sie sich dafür ein, dass die IMK konkrete Maßnahmen gegen Rechtsextremismus beschließt? Beifall: Grüne
Marlene Schönberger warnt angesichts der Wahlergebnisse vor einer AfD-Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt und fordert unter Verweis auf Warnungen von Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Verfassungsschutz konkrete Maßnahmen der Innenministerkonferenz gegen Rechtsextremismus.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Sie sprechen zwei unterschiedliche Themen an.Die IMK und auch das Bundesinnenministerium sind ständig dabei, wenn es um den Kampf gegen den Rechtsextremismus geht. Das aber, worüber Sie zu Beginn gesprochen haben, sind Wahlen in einem Bundesland.Einen möglichen Ausgang dieser Wahlen, den Sie darstellen oder vorwegnehmen wollen, kommentieren wir nicht. Das Ergebnis können wir nicht vorwegnehmen.
Alexander Dobrindt weist den Vorwurf mangelnder Bekämpfung von Rechtsextremismus zurück und verweist auf die laufenden Aktivitäten von IMK und Innenministerium. Gleichzeitig erklärt er, dass mögliche Wahlausgänge in einem Bundesland nicht kommentiert oder vorweggenommen werden.
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Vielen Dank. Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Innenminister, ich habe eine Nachfrage mit Blick auf das Thema der wehrhaften Demokratie; denn die wehrhafte Demokratie fängt ja auch da an, wo die Prävention erfolgreich ist. Die Bundesregierung stellt das ganze Thema der Demokratieförderung auf den Kopf. Die Organisationen müssen darum bangen, dass sie überhaupt noch unterstützt werden. Ihr Haus hat …
Vielen Dank. Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Innenminister, ich habe eine Nachfrage mit Blick auf das Thema der wehrhaften Demokratie; denn die wehrhafte Demokratie fängt ja auch da an, wo die Prävention erfolgreich ist. Die Bundesregierung stellt das ganze Thema der Demokratieförderung auf den Kopf. Die Organisationen müssen darum bangen, dass sie überhaupt noch unterstützt werden. Ihr Haus hat ja auch schon Förderungen nachträglich gestoppt und wieder einkassiert. Deswegen meine Frage an Sie, Herr Innenminister: Was tun Sie denn, damit das Thema Prävention auch im Haus des Bundesinnenministeriums mit Entschlossenheit vorangetrieben wird? Beifall: Grüne
Marcel Emmerich kritisiert das Vorgehen des Bundesinnenministeriums im Bereich der Demokratieförderung und stellt die Frage, wie die Prävention zukünftig mit Entschiedenheit vorangetrieben werden soll.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Ich habe vorhin ja schon angedeutet, dass es hier auch um Prioritätensetzung geht. Prävention – ja, ganz selbstverständlich; bei uns im Haus ist sie gebündelt in der Bundeszentrale für politische Bildung. Da wird es auch weiterhin eine Finanzierung von Instrumenten, Maßnahmen und Projekten geben. Aber selbstverständlich: Wie jede andere Bundesregierung überprüfen wir immer wieder laufende Projekte, beginnen neue Projekte und …
Ich habe vorhin ja schon angedeutet, dass es hier auch um Prioritätensetzung geht. Prävention – ja, ganz selbstverständlich; bei uns im Haus ist sie gebündelt in der Bundeszentrale für politische Bildung. Da wird es auch weiterhin eine Finanzierung von Instrumenten, Maßnahmen und Projekten geben. Aber selbstverständlich: Wie jede andere Bundesregierung überprüfen wir immer wieder laufende Projekte, beginnen neue Projekte und beenden bestehende Projekte. Nichts anderes passiert auch dieses Mal. Ich kann heute noch nicht sagen, welche Projekte davon betroffen sind; aber es gibt Überprüfungen der Projekte, um eine Prioritätensetzung zu ermöglichen. Beifall: UnionBeifall: Dr. Franziska Kersten (SPD)
Dobrindt betont die Notwendigkeit der Prioritätensetzung bei der Förderung von Präventionsprojekten durch die Bundeszentrale für politische Bildung und kündigt an, dass Projekte überprüft, beendet oder neu begonnen werden.
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Herr Minister, Sie haben ja bereits gehört, dass aus dem linksextremen Teil des Parlaments versucht wird,Lachen: Linke (einzelne Abg.)↳ Lukas Benner (Grüne)Sie danach zu fragen, wie Sie den Wählerwillen in Sachsen-Anhalt nach Möglichkeit unterminieren oder ausschalten. Dürfen wir davon ausgehen, dass Sie den Wählerwillen in Sachsen-Anhalt akzeptieren und die Regierung, egal welche dort zustande kommt, unterstützen und mit ihr zusammenarbeiten? Beifall: AfD
Der Redner fragt den Minister, ob er den demokratischen Wählerwillen in Sachsen-Anhalt respektieren wird, und unterstellt dem linken Spektrum des Parlaments, diesen Willen untergraben zu wollen.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Ich würde dringend empfehlen, wie auch bei der Antwort auf die anderen Fragen, einfach mal zuzulassen, dass Wahlen stattfinden und Wahlen Ergebnisse haben, ohne vorweggedachte Ergebnisse interpretieren zu wollen. Mir ist vollkommen klar, dass in diesem Haus unterschiedliche Interessen daran bestehen, wie Wahlen auszugehen haben. Aber erst mal entscheiden Bürgerinnen und Bürger Wahlen. Ich würde dringend dazu raten, abzuwarten, wie …
Ich würde dringend empfehlen, wie auch bei der Antwort auf die anderen Fragen, einfach mal zuzulassen, dass Wahlen stattfinden und Wahlen Ergebnisse haben, ohne vorweggedachte Ergebnisse interpretieren zu wollen. ↳ Marlene Schönberger (Grüne) Mir ist vollkommen klar, dass in diesem Haus unterschiedliche Interessen daran bestehen, wie Wahlen auszugehen haben. Aber erst mal entscheiden Bürgerinnen und Bürger Wahlen. Ich würde dringend dazu raten, abzuwarten, wie diese Wahlen ausgehen. Wir alle haben ein Interesse daran, uns in diesen Wahlen auf unterschiedlicher Seite einzubringen. Ich weiß, welche meine Seite ist; die ist in der Mitte dieses Parlaments. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)↳ Stephan Brandner (AfD): »Mitte ist doch keine Seite!«
Alexander Dobrindt appelliert, Wahlergebnisse abzuwarten und diese nicht vorwegzunehmen. Er positioniert sich selbst in der politischen Mitte des Parlaments.
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Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Dobrindt, ich frage Sie noch mal ganz konkret, weil Sie die Fragen bisher nicht beantwortet haben: Was unternehmen Sie ganz konkret, wenn eine rechtsextreme Regierung zustande kommt, ↳ Martin Reichardt (AfD): »Es gibt gar keine rechtsextreme Regierung irgendwo!«und welche Gefahren gehen Ihrer Einschätzung nach von einer rechtsextremen Landesregierung aus?
Schahina Gambir fordert Alexander Dobrindt auf, seine Haltung zum Szenario einer rechtsextremen Landesregierung zu konkretisieren und die daraus resultierenden Gefahren zu benennen.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Ich nehme als Bundesinnenminister hier jetzt keine Wahlen vorweg,↳ Schahina Gambir (Grüne): »Sie können doch die Gefahren benennen!«↳ Martin Reichardt (AfD): »Sie sollten mal die rechtsextremen Verstrickungen der Grünen in Sachsen-Anhalt überprüfen!«und ich kommentiere auch keine von Ihnen erdachten Ausgänge. An meiner Antwort ändert auch Ihre wiederholte Nachfrage nichts.Beifall: Union (einzelne Abg.)
Der Redner weigert sich, spekulative Fragen zu Wahlausgängen zu beantworten, und weist wiederholte Nachfragen zurück.
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Herr Dobrindt, der Landesverfassungsschutz stuft fünf Landesverbände der Alternative für Deutschland als gesichert rechtsextrem ein: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen und Thüringen. Und – oh Wunder! – in Thüringen soll jetzt der AfD-Bundesparteitag stattfinden, am 4. Juli – ein Jahrestag-, genau 100 Jahre nach dem Reichsparteitag der NSDAP und der Gründung der Hitlerjugend. Was für ein Zufall! Eine große Zivilgesellschaft widersetzt …
Herr Dobrindt, der Landesverfassungsschutz stuft fünf Landesverbände der Alternative für Deutschland als gesichert rechtsextrem ein: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen und Thüringen. Und – oh Wunder! – in Thüringen soll jetzt der AfD-Bundesparteitag stattfinden, am 4. Juli – ein Jahrestag-, genau 100 Jahre nach dem Reichsparteitag der NSDAP und der Gründung der Hitlerjugend. Lachen: AfD (einzelne Abg.)↳ Kathrin Gebel (Linke): »Ich weiß nicht, was daran so witzig ist!«↳ Stephan Brandner (AfD): »Wann ist denn die Bundespräsidentenwahl? Die ist am 30. Januar!«↳ Martin Hess (AfD): »Gehen Sie mal zum Arzt!«Was für ein Zufall! Eine große Zivilgesellschaft widersetzt sich diesem Reichsparteitag der AfD. Ich wollte Sie fragen: Was halten Sie von den Protesten gegen die AfD am 4. Juli in Erfurt? Die breite Zivilgesellschaft unterstützt sie, und auch ich unterstütze sie mit meiner Fraktion.↳ Stephan Protschka (AfD): »Der Typ lernt ja nicht, dass er stehen bleiben muss!«↳ Martin Reichardt (AfD): »Sieht man eh nicht, ob der steht oder sitzt!«Heiterkeit: AfD (einzelne Abg.)↳ Cansin Köktürk (Linke): »Seien Sie doch mal ruhig dahinten!«
Ferat Koçak thematisiert die gesichert rechtsextreme Einstufung mehrerer AfD-Landesverbände und kritisiert die Wahl des Datums für den AfD-Bundesparteitag in Erfurt als historischen Rückgriff auf den Nationalsozialismus.
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Ich würde sagen, dass wir den Aufregungsgrad wieder senken und einfach Herrn Dobrindt antworten lassen.
ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Wissen Sie, ich habe verstanden, dass Sie jetzt einen Werbeblock für Demonstrationen abgehalten haben, die Sie dann auch noch unterstützen. Das steht Ihnen hier frei. Ich darf Ihnen aber sagen: Was mich an der Stelle umtreibt, ist – und das habe ich auch gestern deutlich gemacht, als ich die PMK-Zahlen vorgestellt habe –, dass bei allen Demonstrationen der Vergangenheit, wenn …
Wissen Sie, ich habe verstanden, dass Sie jetzt einen Werbeblock für Demonstrationen abgehalten haben,↳ Cansin Köktürk (Linke): »Antworten Sie doch mal darauf!«die Sie dann auch noch unterstützen. Das steht Ihnen hier frei. Ich darf Ihnen aber sagen: Was mich an der Stelle umtreibt, ist – und das habe ich auch gestern deutlich gemacht, als ich die PMK-Zahlen vorgestellt habe –, dass bei allen Demonstrationen der Vergangenheit, wenn die linke und die rechte Seite aufeinandertrafen, die Leidtragenden die Sicherheitskräfte und die Polizeikräfte dazwischen waren. Darum bitte ich, mal darauf Rücksicht zu nehmen. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Alexander Dobrindt kritisiert die vorherigen Redner für deren Werbung und Unterstützung von Demonstrationen. Er weist darauf hin, dass bei Konfrontationen zwischen linker und rechter Seite in der Vergangenheit immer die Sicherheitskräfte die Leidtragenden waren und fordert Rücksichtnahme.
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Damit kommen wir jetzt zur nächsten Hauptfrage. Für die Unionsfraktion – – – Frau Kollegin, es bleibt den Ministern unbenommen, wie sie antworten. Diese Antworten sind weder peinlich noch sonst was. Hier hat jeder das Recht, zu fragen und zu antworten, wie er das für richtig hält. Solche Kommentare von der Seite können Sie unterlassen! Vielen Dank. Jetzt kommen wir …
Damit kommen wir jetzt zur nächsten Hauptfrage. Für die Unionsfraktion – – ↳ Cansin Köktürk (Linke): »Das ist Ihre Antwort? Peinlich!« – Frau Kollegin, es bleibt den Ministern unbenommen, wie sie antworten. Diese Antworten sind weder peinlich noch sonst was. ↳ Cansin Köktürk (Linke): »Es geht um das Grundgesetz und Faschismus!« Hier hat jeder das Recht, zu fragen und zu antworten, wie er das für richtig hält. Solche Kommentare von der Seite können Sie unterlassen! Vielen Dank. Jetzt kommen wir zum nächsten Fragesteller der Unionsfraktion; das ist Frederik Bouffier.
Frau Präsidentin, meine Frage richtet sich an den Bundesinnenminister. – Herr Dobrindt, Sie haben gerade die Sicherheitsbehörden angesprochen. Es ist auch schon zum Ausdruck gebracht worden, dass wir weiterhin eine abstrakt hohe Gefährdungslage haben. Unsere Sicherheitsbehörden brauchen angemessene Rechtsgrundlagen und moderne Einsatzmittel, um diesen Bedrohungslagen wirksam entgegenwirken zu können. Deswegen meine Frage: Was haben Sie hierzu bereits unternommen, und was …
Frau Präsidentin, meine Frage richtet sich an den Bundesinnenminister. – Herr Dobrindt, Sie haben gerade die Sicherheitsbehörden angesprochen. Es ist auch schon zum Ausdruck gebracht worden, dass wir weiterhin eine abstrakt hohe Gefährdungslage haben. Unsere Sicherheitsbehörden brauchen angemessene Rechtsgrundlagen und moderne Einsatzmittel, um diesen Bedrohungslagen wirksam entgegenwirken zu können. Deswegen meine Frage: Was haben Sie hierzu bereits unternommen, und was planen Sie in naher Zukunft?
Der Redner fragt den Bundesinnenminister nach den konkreten Maßnahmen und Plänen zur Ausstattung der Sicherheitsbehörden angesichts einer abstrakt hohen Gefährdungslage.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank, Herr Kollege Bouffier. – Beides ist richtig: Wir brauchen moderne Einsatzmittel, und wir brauchen auch die notwendigen Rechtsgrundlagen. Zu den modernen Einsatzmitteln. Wir haben mit der Entscheidung des Deutschen Bundestages und Unterstützung durch den Bundeshaushalt den Taser flächendeckend bei der Bundespolizei eingeführt. Ich bin sehr dankbar, dass wir dies nach jahrelangem, man kann sagen: jahrzehntelangem politischem Streit geschafft …
Vielen Dank, Herr Kollege Bouffier. – Beides ist richtig: Wir brauchen moderne Einsatzmittel, und wir brauchen auch die notwendigen Rechtsgrundlagen. Zu den modernen Einsatzmitteln. Wir haben mit der Entscheidung des Deutschen Bundestages und Unterstützung durch den Bundeshaushalt den Taser flächendeckend bei der Bundespolizei eingeführt. Ich bin sehr dankbar, dass wir dies nach jahrelangem, man kann sagen: jahrzehntelangem politischem Streit geschafft haben. Aber es braucht auch die notwendigen rechtlichen Grundlagen, die den modernen Herausforderungen angemessen sind. Wir haben hierzu digitale Ermittlungsbefugnisse ermöglicht, die IP-Adressen-Speicherung auf den Weg gebracht und die aktive Cyberabwehr beschlossen. Wir haben nach jahrzehntelanger Debatte und Diskussion über diese Sicherheitsgesetze quasi einen sicherheitspolitischen Hattrick geschafft, indem diese Regierung und der Deutsche Bundestag dies jetzt ermöglicht haben. Beifall: UnionBeifall: SPD (einzelne Abg.)
Dobrindt betont die Notwendigkeit moderner Sicherheitsmittel und Rechtsgrundlagen und lobt die flächendeckende Einführung des Tasers sowie neue digitale Befugnisse als Erfolg der aktuellen Legislaturperiode.
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Herr Bundesinnenminister, vielen Dank. – Sie haben gerade die digitalen Ermittlungsbefugnisse und die IP-Adressen-Speicherung angesprochen und damit zum Ausdruck gebracht, dass wir nicht nur auf der Straße, sondern auch im digitalen Raum auf der Höhe der Zeit sein müssen. Noch einmal die konkrete Nachfrage, da wir im Parlament zeitnah darüber zu diskutieren haben: Was würde in Bezug auf die allgemeine …
Herr Bundesinnenminister, vielen Dank. – Sie haben gerade die digitalen Ermittlungsbefugnisse und die IP-Adressen-Speicherung angesprochen und damit zum Ausdruck gebracht, dass wir nicht nur auf der Straße, sondern auch im digitalen Raum auf der Höhe der Zeit sein müssen. Noch einmal die konkrete Nachfrage, da wir im Parlament zeitnah darüber zu diskutieren haben: Was würde in Bezug auf die allgemeine Sicherheitslage in unserem Land passieren, wenn wir dies nicht einführen würden? Das würde mich interessieren. Könnten Sie darauf noch einmal konkret eingehen? – Vielen Dank.
Bouffier fordert vom Bundesinnenminister eine konkrete Einschätzung der Folgen für die innere Sicherheit, sollten digitale Ermittlungsbefugnisse und die Speicherung von IP-Adressen nicht eingeführt werden.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank. – Wir sehen ja heute schon, dass die hybriden Bedrohungen, die wir diskutiert haben, immer mannigfaltiger werden, dass sie uns nicht nur real, sondern in besonderem Maße auch im digitalen Bereich beschäftigen. Digitale Angriffe werden ständig mehr. Sie richten sich gegen unsere Infrastruktur, sie stören Infrastruktur. Wir erleben das nicht nur im Bereich der Energie, sondern auch im …
Vielen Dank. – Wir sehen ja heute schon, dass die hybriden Bedrohungen, die wir diskutiert haben, immer mannigfaltiger werden, dass sie uns nicht nur real, sondern in besonderem Maße auch im digitalen Bereich beschäftigen. Digitale Angriffe werden ständig mehr. Sie richten sich gegen unsere Infrastruktur, sie stören Infrastruktur. Wir erleben das nicht nur im Bereich der Energie, sondern auch im Bereich der Krankenhäuser und bei vielem mehr. Aktive Cyberabwehr ist heute nicht nur notwendig, um die Angreifer in ihren Unternehmungen zu stören, sondern auch, um deren Infrastruktur, beispielsweise deren Software oder deren Server, zu zerstören. Das können wir heute mit diesen neuen Gesetzen, auch wenn sich die Infrastruktur im Ausland befindet.
Alexander Dobrindt thematisiert die Zunahme hybrider und digitaler Bedrohungen für kritische Infrastrukturen und befürwortet eine aktive Cyberabwehr zur Zerstörung der Angreifer-Infrastruktur im Ausland.
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Vielen Dank. – Sehr geehrter Minister Dobrindt, eine Nachfrage zum Thema IP-Adressen-Speicherung. Sie haben es gerade angesprochen: Es ist enorm wichtig, dass die Behörden hier auf der Höhe der Zeit agieren. Wie schnell bringen wir das Thema rechtlich voran, und wann kommen wir konkret in die Umsetzung, damit unsere Behörden endlich gleichziehen und mit aller Härte vorgehen können?
Der Redner fordert vom Minister Informationen zum rechtlichen Zeitplan und zur konkreten Umsetzung der Speicherung von IP-Adressen, damit Behörden durchgreifen können.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Unsere Behörden sind vorbereitet. Das heißt, sie können umgehend vorgehen, sobald wir die rechtlichen Rahmenbedingungen haben. Die Einigungen in der Koalition haben stattgefunden. Das Ergebnis muss jetzt vom Deutschen Bundestag bestätigt werden. Und dann können wir an dieser Stelle auch die Umsetzung der IP-Adressen-Speicherung erfolgreich durchführen. Beifall: UnionBeifall: Sebastian Fiedler (SPD)
Alexander Dobrindt erklärt die Behörden für vorbereitet und fordert die Bestätigung der Koalitionseinigungen durch den Bundestag, um die Vorratsdatenspeicherung rechtlich umzusetzen.
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Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Minister, ich habe noch eine Nachfrage. So wie der Gesetzentwurf momentan mit Blick auf die digitalen Ermittlungsbefugnisse ausgestaltet ist, ist ja nicht ausgeschlossen, dass zum Beispiel Palantir als Softwarelösung infrage kommt. Der Verfassungsschutz hat sich jetzt schon davon entfernt und etwas anderes in den Blick genommen. Der BKA-Chef neigt auch nicht zu Palantir, wie …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Minister, ich habe noch eine Nachfrage. So wie der Gesetzentwurf momentan mit Blick auf die digitalen Ermittlungsbefugnisse ausgestaltet ist, ist ja nicht ausgeschlossen, dass zum Beispiel Palantir als Softwarelösung infrage kommt. Der Verfassungsschutz hat sich jetzt schon davon entfernt und etwas anderes in den Blick genommen. Der BKA-Chef neigt auch nicht zu Palantir, wie man einem Interview entnehmen konnte. Von Ihnen ist aber gar nicht bekannt, wie Sie zu Palantir stehen. Wollen Sie Palantir in Deutschland für die Bundessicherheitsbehörden einführen, ja oder nein? Beifall: Grüne
Marcel Emmerich hinterfragt die Haltung des Ministers zur Nutzung der Software Palantir durch Bundesbehörden und fordert eine klare Positionierung.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Herr Emmerich, es ist doch überhaupt nicht überraschend, dass der Gesetzentwurf technologieneutral formuliert ist. Das hat ein ordentliches Gesetz zu sein. Wir machen weder Gesetze für einzelne Unternehmen und eine bestimmte Software noch gegen einzelne Unternehmen und eine bestimmte Software, sondern sie sind schlichtweg technologieneutral. Genau das liefert dieser Gesetzentwurf. Deswegen ist er an der Stelle so richtig. Welche Software …
Herr Emmerich, es ist doch überhaupt nicht überraschend, dass der Gesetzentwurf technologieneutral formuliert ist. Beifall: Union (einzelne Abg.)↳ Siegfried Walch (Union): »Ganz genau!«Das hat ein ordentliches Gesetz zu sein. Wir machen weder Gesetze für einzelne Unternehmen und eine bestimmte Software noch gegen einzelne Unternehmen und eine bestimmte Software, sondern sie sind schlichtweg technologieneutral. Genau das liefert dieser Gesetzentwurf. Deswegen ist er an der Stelle so richtig. Welche Software am Schluss zum Einsatz kommt, wird im Laufe der Verfahren entschieden, aber nicht heute hier im Parlament. ↳ Marcel Emmerich (Grüne): »Also haben Sie keine Meinung?«Die Software muss den Nutzungsanforderungen der Behörden Genüge tun. Zurzeit werden mehrere Softwareprodukte geprüft, ob sie genau das leisten können. Beifall: Union
Dobrindt befürwortet die technologieneutrale Formulierung des Gesetzentwurfs und betont, dass die Entscheidung über die Software im Verfahren getroffen werden muss, nicht politisch.
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Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Dobrindt, Sie kündigten im Rahmen Ihres Pakts für den Bevölkerungsschutz die Beschaffung von 1 000 Spezialfahrzeugen an. Gleichzeitig bestehen in diesem Land seit Jahren erhebliche Beschaffungslücken im Zivil- und Katastrophenschutz. Die angestrebten Zielgrößen wurden, wie man einer Antwort Ihrer Bundesregierung entnehmen konnte, zuletzt nur zu rund 70 Prozent erreicht. Wie viel Geld stellen Sie …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Dobrindt, Sie kündigten im Rahmen Ihres Pakts für den Bevölkerungsschutz die Beschaffung von 1 000 Spezialfahrzeugen an. Gleichzeitig bestehen in diesem Land seit Jahren erhebliche Beschaffungslücken im Zivil- und Katastrophenschutz. Die angestrebten Zielgrößen wurden, wie man einer Antwort Ihrer Bundesregierung entnehmen konnte, zuletzt nur zu rund 70 Prozent erreicht. Wie viel Geld stellen Sie jetzt konkret zur Beseitigung dieser strukturellen Defizite bereit? Und sollen diese 1 000 Fahrzeuge, von denen Sie gesprochen haben, die bestehende Lücke nur schließen, oder sind sie tatsächlich zusätzlich gedacht?
Der Redner fragt nach der finanziellen Ausstattung zur Beseitigung von strukturellen Defiziten im Zivil- und Katastrophenschutz und ob die geplanten 1 000 Spezialfahrzeuge die bestehenden Beschaffungslücken schließen oder zusätzlich gedacht sind.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank für die Frage, Herr Kollege. – Um es noch einmal deutlich zu machen: Wir haben von 10 Milliarden Euro gesprochen, die wir in dem Zeitraum bis 2029 investieren. Der Bevölkerungsschutz, die zivile Verteidigung und die Investitionen dazu hören doch nicht 2029 auf; es geht natürlich konsequent weiter mit dem Ausbau der Investitionen an der Stelle. Wir leisten jetzt …
Vielen Dank für die Frage, Herr Kollege. – Um es noch einmal deutlich zu machen: Wir haben von 10 Milliarden Euro gesprochen, die wir in dem Zeitraum bis 2029 investieren.Der Bevölkerungsschutz, die zivile Verteidigung und die Investitionen dazu hören doch nicht 2029 auf; es geht natürlich konsequent weiter mit dem Ausbau der Investitionen an der Stelle. Wir leisten jetzt 10 Milliarden Euro. Weitere 3 Milliarden Euro gehen in den Baubereich, in den Immobilienbereich des THWs, um auch hier die Ausstattung und Ausrüstung deutlich zu verbessern. Das sind Meilensteine der Finanzierung, die wir heute erreichen. Und ja, der Hinweis ist richtig: Aus heutiger Sicht wurde in der Vergangenheit zu wenig investiert. Das ändert nichts daran, dass wir die Aufgabe jetzt erledigen müssen. Es gibt eine große Bereitschaft der Anerkennung dieser Leistung. Deshalb werden aus diesem Parlament heraus die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt, um diese Investitionen jetzt zu tätigen.
Alexander Dobrindt betont die Kontinuität der Investitionen in den Bevölkerungsschutz über 2029 hinaus und rechtfertigt die nun bereitgestellten 10 Milliarden Euro sowie 3 Milliarden Euro für das THW als notwendiges Handeln, um vergangene Unterversorgung zu beheben.
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Ich würde gerne beim Thema „1 000 neue Fahrzeuge“ bleiben. Wie planen Sie gegebenenfalls einen personellen Aufwuchs bzw. die Qualifizierung der Menschen in den Hilfsorganisationen, um mit diesen Fahrzeugen umgehen zu können? Wir haben ja bereits jetzt bei vielen Hilfsorganisationen erhebliche Probleme damit, diese Spezialfahrzeuge überhaupt zu bedienen, weil hierfür die Qualifizierung fehlt und insbesondere der Führerschein ein utopisches Problem …
Ich würde gerne beim Thema „1 000 neue Fahrzeuge“ bleiben. Wie planen Sie gegebenenfalls einen personellen Aufwuchs bzw. die Qualifizierung der Menschen in den Hilfsorganisationen, um mit diesen Fahrzeugen umgehen zu können? Wir haben ja bereits jetzt bei vielen Hilfsorganisationen erhebliche Probleme damit, diese Spezialfahrzeuge überhaupt zu bedienen, weil hierfür die Qualifizierung fehlt und insbesondere der Führerschein ein utopisches Problem ist.
Der Redner hinterfragt die Planung zum personellen Aufwuchs und zur Qualifizierung im Zusammenhang mit der Beschaffung von 1.000 neuen Fahrzeugen. Er weist auf bestehende Probleme bei Hilfsorganisationen hin, insbesondere fehlende Qualifikationen und Schwierigkeiten beim Führerscheinerwerb.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Ja, auch diese Beschreibung trifft zu: Wir füllen mit dem Aufbau eine Lücke. Diese über 1 000 Fahrzeuge – um sich nicht auf die Zahl festzulegen –, die zulaufen, brauchen natürlich eine aktive Gruppe von Ehrenamtlichen, die hier tätig sind. Deswegen werben wir zurzeit auch so dafür, dass man die Bereitschaft hat, in diesen Organisationen mitzuwirken. 90 Prozent des Sicherheitsversprechens, …
Ja, auch diese Beschreibung trifft zu: Wir füllen mit dem Aufbau eine Lücke. Diese über 1 000 Fahrzeuge – um sich nicht auf die Zahl festzulegen –, die zulaufen, brauchen natürlich eine aktive Gruppe von Ehrenamtlichen, die hier tätig sind. Deswegen werben wir zurzeit auch so dafür, dass man die Bereitschaft hat, in diesen Organisationen mitzuwirken. 90 Prozent des Sicherheitsversprechens, das der Staat gibt, ruht auf diesen ehrenamtlichen Frauen und Männern, diesen ehrenamtlichen Kräften. Deswegen will ich an der Stelle auch ein herzliches Dankeschön an alle die sagen, die sich hier engagieren. Ich weiß, ich überziehe gerade, Frau Präsidentin, aber vielleicht noch einen Satz: Wir haben erlebt, dass am 3. Januar mit dem linksextremistischen Anschlag auf die Strominfrastruktur sehr viele Kräfte gebraucht worden sind. Die Mehrzahl derer, die hier im Einsatz waren, um Leben zu schützen, waren ehrenamtliche Frauen und Männer aus ganz Deutschland. Ein herzliches Dankeschön dafür! Beifall: UnionBeifall: SPDBeifall: Linke (einzelne Abg.)
Alexander Dobrindt betont die zentrale Bedeutung ehrenamtlicher Kräfte für die innere Sicherheit und dankt ihnen für ihren Einsatz nach einem Anschlag auf die Strominfrastruktur.
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Wir haben noch zwei Nachfragen. Die erste Nachfrage ist von Herrn Reichardt, und dann haben wir noch eine zweite Nachfrage. Danach würden wir diesen Komplex beenden. Wir wollen schauen, dass wir das noch in der verbleibenden Zeit schaffen. – Herr Reichardt, bitte.
Herr Minister, im Rahmen des Bevölkerungsschutzes geht es ja auch um Schutzraumbau; das hat sicherlich auch etwas mit Kriegstüchtigkeit zu tun. Die Kapazitäten liegen derzeit bei wenigen Prozent der Gesamtbevölkerung. Was ist denn Ihr Ziel hinsichtlich des Schutzraumausbaus für die nächsten Jahre? Es muss ja in einem solchen Fall Schutzraum für wenigstens 30, 40, 50, 60 oder mehr Prozent der …
Herr Minister, im Rahmen des Bevölkerungsschutzes geht es ja auch um Schutzraumbau; das hat sicherlich auch etwas mit Kriegstüchtigkeit zu tun. Die Kapazitäten liegen derzeit bei wenigen Prozent der Gesamtbevölkerung. Was ist denn Ihr Ziel hinsichtlich des Schutzraumausbaus für die nächsten Jahre? Es muss ja in einem solchen Fall Schutzraum für wenigstens 30, 40, 50, 60 oder mehr Prozent der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Wie wollen Sie dahin kommen? Was ist Ihr Ziel? ↳ Alexander Throm (Union): »Vor wem brauchen wir denn die Schutzräume?«
Der Redner fragt den Minister nach den konkreten Ausbauzielen für Schutzräume im Rahmen des Bevölkerungsschutzes und fordert eine signifikante Erhöhung der Kapazitäten.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Herr Kollege, das ist eine überkommene Vorstellung von Schutzraumkonzepten. Sie denken an alte Bunkerkonzeptionen aus den 80er-Jahren. In der Hochphase des Kalten Kriegs hatte man für weniger als 2 Prozent der Bevölkerung solche Bunker vorgesehen. Daran sieht man schon, dass das kein adäquates Konzept ist. Deswegen verfolgen wir dieses Konzept des Bunkerbaus auch nicht. Ich sag es mal konkret: 10 …
Herr Kollege, das ist eine überkommene Vorstellung von Schutzraumkonzepten. Sie denken an alte Bunkerkonzeptionen aus den 80er-Jahren. In der Hochphase des Kalten Kriegs hatte man für weniger als 2 Prozent der Bevölkerung solche Bunker vorgesehen. Daran sieht man schon, dass das kein adäquates Konzept ist. Deswegen verfolgen wir dieses Konzept des Bunkerbaus auch nicht. Ich sag es mal konkret: 10 Milliarden Euro stehen zur Verfügung. Sollen die jetzt in Beton investiert werden, oder sollen sie in ehrenamtliche Kräfte, für deren Ausbildung und Ausstattung, investiert werden? Wir wollen sie in Ausbildung und Ausstattung investieren. Das ist der Maßstab, über den wir gerade reden. Beifall: UnionBeifall: Sebastian Fiedler (SPD)↳ Martin Reichardt (AfD): »Und die Leute sitzen dann draußen, oder was?«
Alexander Dobrindt lehnt den Bau von Bunkern als überholt ab und bevorzugt stattdessen die Investition von 10 Milliarden Euro in die Ausbildung und Ausstattung ehrenamtlicher Kräfte.
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Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Minister, Sie haben zu Recht die ganzen Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler gelobt, auf die wir uns dankenswerterweise in diesem Land verlassen können. Wir haben nur in Teilen ein Problem, nämlich: Es sind häufig dieselben. Deswegen würde mich interessieren, inwieweit Sie sich darüber einen Überblick verschaffen. Was ich konkret meine, ist, dass Menschen beim THW, in …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Minister, Sie haben zu Recht die ganzen Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler gelobt, auf die wir uns dankenswerterweise in diesem Land verlassen können. Wir haben nur in Teilen ein Problem, nämlich: Es sind häufig dieselben. Deswegen würde mich interessieren, inwieweit Sie sich darüber einen Überblick verschaffen. Was ich konkret meine, ist, dass Menschen beim THW, in der Feuerwehr, in der DLRG aktiv sind, vielleicht gleichzeitig in der Kommune eine wichtige Rolle innehaben. Man muss also die Frage klären, für welches der verschiedenen Ehrenämter diese Menschen im Einsatzfall wirklich zur Verfügung stehen, sodass wir sie nicht mehrfach zählen. Ich frage mich, ob Sie sich dieses Problems annehmen. Beifall: Grüne
Der Redner weist auf die Problematik hin, dass sich das Ehrenamt in Deutschland oft auf dieselben Personen konzentriert, die in mehreren Organisationen aktiv sind. Er fordert vom Minister eine Klärung der Verfügbarkeit dieser Personen im Einsatzfall, um eine mehrfache Zählung zu vermeiden.
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ALAlexander DobrindtBundesminister des InnernregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank, dass Sie das erwähnen. Das ist gerade eine viel zitierte Aufgabe: Wie gehen wir damit um, dass es Menschen sind, die in unterschiedlichsten Rettungsstrukturen, Hilfsorganisationen ihren ehrenamtlichen Einsatz leisten? Ein Hinweis – das betrifft auch die aktuelle Realität –: Nicht alle werden zum gleichen Zeitpunkt gebraucht. Deswegen können sie ja in unterschiedlichen Organisationen tätig sein. Wir wollen uns …
Vielen Dank, dass Sie das erwähnen. Das ist gerade eine viel zitierte Aufgabe: Wie gehen wir damit um, dass es Menschen sind, die in unterschiedlichsten Rettungsstrukturen, Hilfsorganisationen ihren ehrenamtlichen Einsatz leisten? Ein Hinweis – das betrifft auch die aktuelle Realität –: Nicht alle werden zum gleichen Zeitpunkt gebraucht. Deswegen können sie ja in unterschiedlichen Organisationen tätig sein. Wir wollen uns trotzdem einen Überblick darüber verschaffen. Sich diesen Überblick – genauso wie über die bestehenden Schutzräume – zu verschaffen, wird auf der IMK mit den Ländern diskutiert; denn es geht darum, dass wir Daten zusammenführen müssen, damit der Bund die entsprechende Lage kennt und weiß, wo er auf welche Kräfte im Zweifelsfall zurückgreifen kann.
Alexander Dobrindt erläutert die Notwendigkeit, Ehrenamtliche in Rettungsstrukturen zu erfassen und auf Bundesebene zu vernetzen, um im Krisenfall Zugriff auf diese Kräfte zu haben.
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Damit beende ich die Befragung und schließe Tagesordnungspunkt 1. Wir kommen jetzt zu Tagesordnungspunkt 2: Fragestunde Drucksache 21/6245 Ich bitte jetzt die Kolleginnen und Kollegen, noch zügig ihre Plätze zu wechseln, damit wir fortfahren können. Die mündlichen Fragen auf der Drucksache 21/6245 werden in der üblichen Reihenfolge aufgerufen. Wir kommen zunächst zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Zur Beantwortung steht …
Damit beende ich die Befragung und schließe Tagesordnungspunkt 1. Wir kommen jetzt zu Tagesordnungspunkt 2: Fragestunde Drucksache 21/6245 Ich bitte jetzt die Kolleginnen und Kollegen, noch zügig ihre Plätze zu wechseln, damit wir fortfahren können. Die mündlichen Fragen auf der Drucksache 21/6245 werden in der üblichen Reihenfolge aufgerufen. Wir kommen zunächst zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Zur Beantwortung steht der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Kippels bereit. Frage 1 stammt vom Kollegen Johannes Wagner: Plant die Bundesregierung, sicherzustellen, dass die Einnahmen aus der von ihr angekündigten Abgabe auf zuckergesüßte Getränke (siehe Antworten der Bundesregierung auf meine mündlichen Fragen 13 und 15, Plenarprotokoll 21/76, Seite 9133) zweckgebunden für Prävention eingesetzt werden, und, wenn ja, wie? Noch mal ganz kurz: Für die Antwort hat man zwei Minuten, für jede weitere Frage und Antwort jeweils eine Minute, und der Fragesteller hat dann theoretisch noch die Möglichkeit zu zwei Nachfragen. So, dann kommen wir jetzt, lieber Herr Kippels, zu Ihrer Antwort.
DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Kollege Wagner, zu Ihrer Frage folgende Anmerkungen: Die angekündigte Abgabe auf zuckergesüßte Getränke soll ab dem Jahre 2028 aufgrund der zwischenzeitlich erfolgten Konkretisierung im vom Bundeskabinett verabschiedeten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz zur Umsetzung kommen. Wir gehen davon aus, dass ein Volumen von 450 Millionen Euro erwirtschaftet werden kann. Dieses Geld wird dann im weiteren Verlauf in Abstimmung …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Kollege Wagner, zu Ihrer Frage folgende Anmerkungen: Die angekündigte Abgabe auf zuckergesüßte Getränke soll ab dem Jahre 2028 aufgrund der zwischenzeitlich erfolgten Konkretisierung im vom Bundeskabinett verabschiedeten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz zur Umsetzung kommen. Wir gehen davon aus, dass ein Volumen von 450 Millionen Euro erwirtschaftet werden kann. Dieses Geld wird dann im weiteren Verlauf in Abstimmung mit den Krankenkassen einer entsprechenden Primärprävention zugeführt werden. Unterstützt wird diese Gesamtabsicht durch das noch zu erwartende Präventionsgesetz, das im Augenblick ebenfalls in Arbeit ist. Es gilt, zielgerichtet die Mittel für betriebliche Gesundheitsförderung für alle Lebenswelten, die präventionsgeeignet sind, mit den unterschiedlichen Setting-Ansätzen in Einklang zu bringen. Die Gesundheitsrisiken, die typischerweise aus dem übermäßigen Verzehr von Zucker entstehen, werden im Rahmen dieser Konzeption zielgerichtet angegangen. Und die Konstruktion als Abgabe erlaubt uns, in eigener Haushaltsverantwortung über die Mittel zu verfügen. Dadurch müssen wir dies nicht aus allgemeinen Haushaltsmitteln refinanzieren.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär Kippels, vielen Dank für Ihre Ausführungen. Sie sagen, dass Sie keine allgemeine Steuer, sondern eine Abgabe wollen. Das ist per se auch in unserem Interesse. Es gibt da aber größere rechtliche Bedenken. Prüfen Sie die auch, und wie ist da der aktuelle Stand? Es soll ja am Ende nicht wie bei der Tabaksteuererhöhung …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär Kippels, vielen Dank für Ihre Ausführungen. Sie sagen, dass Sie keine allgemeine Steuer, sondern eine Abgabe wollen. Das ist per se auch in unserem Interesse. Es gibt da aber größere rechtliche Bedenken. Prüfen Sie die auch, und wie ist da der aktuelle Stand? Es soll ja am Ende nicht wie bei der Tabaksteuererhöhung sein, wo das Geld für die Finanzierung des Tankrabatts verwendet wird, sondern es soll ja wirklich in Ihrem Gesundheitsbereich landen. Wie schätzen Sie da die aktuelle rechtliche Lage ein? Noch etwas zum Zeitablauf. Sie haben gesagt, dass es noch ein weiteres Präventionsgesetz geben wird. Weder für die Herstellerabgabe auf Zucker noch für das Präventionsgesetz gibt es schon einen konkreten Zeitplan. Sie wollen jetzt Sparpakete ins Plenum einbringen; in der nächsten Sitzungswoche soll es auch im Ausschuss darum gehen. Bei den Präventionsbereichen ist noch nichts Konkretes geplant. Wann kommen die konkreten Vorgaben und Gesetze aus dem Ministerium, die Sie mitbetreuen? Beifall: Grüne (einzelne Abg.)
Johannes Wagner fordert Klärung zur rechtlichen Zulässigkeit der Zuckerabgabe, warnt vor einer zweckentfremdeten Verwendung der Mittel und mahnt konkrete Zeitpläne für das Präventionsgesetz an.
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DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
Verehrter Herr Kollege Wagner, vielen herzlichen Dank für die Nachfrage. – Der verfassungsrechtliche Unterschied zwischen Steuern und Abgaben ist dem Ministerium, auch wenn wir uns nicht dauerhaft mit diesen Fragestellungen beschäftigen, hinlänglich bekannt. Die Festlegung als Abgabe ist daher sehr bewusst gewählt worden, damit wir als Bundesministerium für Gesundheit von den Erträgen dieser Abgabe, also einer zielgerichteten Beaufschlagung von bestimmten …
Verehrter Herr Kollege Wagner, vielen herzlichen Dank für die Nachfrage. – Der verfassungsrechtliche Unterschied zwischen Steuern und Abgaben ist dem Ministerium, auch wenn wir uns nicht dauerhaft mit diesen Fragestellungen beschäftigen, hinlänglich bekannt. Die Festlegung als Abgabe ist daher sehr bewusst gewählt worden, damit wir als Bundesministerium für Gesundheit von den Erträgen dieser Abgabe, also einer zielgerichteten Beaufschlagung von bestimmten Produkten, profitieren können; das wird im Augenblick mit den Verfassungsressorts entsprechend abgearbeitet. Das ist für die Handlungsweise des BMG in der Tat ein Novum. Dafür müssen Strukturen gebildet werden, auch in Bezug auf Einzugsmechanismen für diese Abgabe. Wir sind aber zuversichtlich und gehen davon aus, dass das mit Unterstützung der in dieser Hinsicht erfahrenen Ressorts, unter anderem des BMF, strukturell gelingt. Zu den inhaltlichen Fragestellungen. Wir sind in der Schlussphase der Erarbeitung eines Referentenentwurfs für ein Präventionsgesetz. Die entscheidende Fragestellung ist immer, inwieweit ich im Rahmen der Prävention auf Lebenswelten bzw. auf Personen, beispielsweise in Form der Bildung von Gesundheitskompetenz, Gesundheitsbewusstsein und entsprechenden Verhaltensweisen, einwirken kann. Tatsache ist aber, dass die Krankenkassen schon jetzt mit 700 Millionen Euro –
DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
– ganz gezielt dieses Thema verfolgen. Und wir haben uns im Rahmen dieser Überlegungen das Ziel gesetzt, ab 2028, wenn die Einführung dieser Abgabe zu erwarten ist, tatsächlich zum Einsatz dieser Mittel zu kommen.
Ich will jetzt mal auf Folgendes hinweisen: Wir müssen uns etwas mehr an die Zeit halten; die wird dort oben eingeblendet. – Das ist das Erste. Das Zweite ist: Wenn es bei jeder Frage so viele Nachfragen gibt – jetzt sind es schon fünf oder sechs, davon beispielsweise drei aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen –, dann können Sie die …
Ich will jetzt mal auf Folgendes hinweisen: Wir müssen uns etwas mehr an die Zeit halten; die wird dort oben eingeblendet. – Das ist das Erste. Das Zweite ist: Wenn es bei jeder Frage so viele Nachfragen gibt – jetzt sind es schon fünf oder sechs, davon beispielsweise drei aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen –, dann können Sie die natürlich alle stellen. Ich lasse das jetzt auch zu. Ich will nur sagen: Wenn wir für die Beantwortung einer Frage die gesamte Zeit brauchen, dann ist das nicht zielführend und dann kommen die Beschwerden am Donnerstag im Ältestenrat. Also appelliere ich jetzt an Sie, sich Gedanken zu machen, wie viele Fragen wirklich zielführend sind, damit wir hier vom Fleck kommen. So, Herr Kollege, Sie haben jetzt das Wort für eine Nachfrage.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Für mich unterstreicht das die Bedeutung des Themas. Ich freue mich natürlich, wenn wir lange über Prävention sprechen. Aber Sie haben Ihrer Führungsaufgabe nachzukommen. Deswegen ist es absolut gerechtfertigt, was Sie dazu gesagt haben. Herr Staatssekretär, Sie haben gerade ausgeführt, dass das BMF Sie da unterstützt. Wir hatten gerade in der Regierungsbefragung den Minister für …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Für mich unterstreicht das die Bedeutung des Themas. Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Ich freue mich natürlich, wenn wir lange über Prävention sprechen. Aber Sie haben Ihrer Führungsaufgabe nachzukommen. Deswegen ist es absolut gerechtfertigt, was Sie dazu gesagt haben. Herr Staatssekretär, Sie haben gerade ausgeführt, dass das BMF Sie da unterstützt. Wir hatten gerade in der Regierungsbefragung den Minister für Landwirtschaft und Ernährung befragen können, und er hat gesagt, er selbst glaube nicht – das waren seine Worte – an die medizinische Wirkung einer Zuckerabgabe – er lässt also wissenschaftliche Erkenntnisse unter den Tisch fallen –, aber würde sich im Stall auch nicht querstellen. Wie ist Ihr Kontakt zum Ernährungsministerium bisher?
Der Redner bezieht sich auf Äußerungen des Landwirtschaftsministers bezüglich der medizinischen Wirkung einer Zuckerabgabe und erkundigt sich beim Staatssekretär nach der Kooperation mit dem Ernährungsministerium.
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Ich sage es jetzt noch mal: Es gibt hier ganz viele Fragen zum Bereich Gesundheit, und die sind alle ganz wichtig. Deswegen wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie sich jetzt an die Zeit hielten und auch die Fragesteller etwas zurückhaltender wären. – Bitte.
DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
Vielen herzlichen Dank, Herr Kollege. – Zunächst zum Aspekt der Zusammenarbeit. Wir gehen von einer technisch-fachlichen Zusammenarbeit mit dem BMF im Hinblick auf die Gesetzgebungstechnik aus. Und das Zusammenwirken mit dem Landwirtschaftsministerium ist ganz ausgezeichnet. Typischerweise gibt es in den verschiedenen Ressorts unterschiedliche Perspektiven und vielleicht auch unterschiedliche Einschätzungen. Hier liegt es dann an den Fachebenen bzw. auch an den …
Vielen herzlichen Dank, Herr Kollege. – Zunächst zum Aspekt der Zusammenarbeit. Wir gehen von einer technisch-fachlichen Zusammenarbeit mit dem BMF im Hinblick auf die Gesetzgebungstechnik aus. Und das Zusammenwirken mit dem Landwirtschaftsministerium ist ganz ausgezeichnet. Typischerweise gibt es in den verschiedenen Ressorts unterschiedliche Perspektiven und vielleicht auch unterschiedliche Einschätzungen. Hier liegt es dann an den Fachebenen bzw. auch an den übrigen Verantwortlichen, aus den verschiedenen Perspektiven einen guten Kompromiss zu entwickeln.
Herr Staatssekretär, in Getränken soll künftig weniger Zucker sein. Die Antwort der Industrie ist aktuell, Zucker eins zu eins durch Süßstoff zu ersetzen. Wir sehen auch, dass es mittlerweile einige Softdrinks mit Süßstoff gibt, die an Kinder vermarktet werden. Da gibt es einige Probleme. Zum einen ist das immer noch ein sehr intensiver Süßgeschmack, der für die Kinder dann normal …
Herr Staatssekretär, in Getränken soll künftig weniger Zucker sein. Die Antwort der Industrie ist aktuell, Zucker eins zu eins durch Süßstoff zu ersetzen. Wir sehen auch, dass es mittlerweile einige Softdrinks mit Süßstoff gibt, die an Kinder vermarktet werden. Da gibt es einige Probleme.Zum einen ist das immer noch ein sehr intensiver Süßgeschmack,↳ Stephan Brandner (AfD): »Ja und?«der für die Kinder dann normal wird. Zum anderen wissen wir, dass die Forschungslandschaft und die Studienlage im Hinblick darauf, was passiert, wenn Kinder große Mengen Süßstoff und Süßstoffkombinationen über einen langen Zeitraum konsumieren, nicht besonders gut sind. Meine Fragen entsprechend an die Bundesregierung: Wie sehen Sie die Folgen von Süßstoffkonsum bei Kindern? Möchten Sie da mehr in die Forschung reingehen? Und ist bei der neuen Zuckersteuer irgendetwas zu Süßstoffen geplant?
Zoe Mayer thematisiert die gesundheitlichen Risiken von Süßstoffen in Kindergetränken und fordert Forschung sowie Steuerregelungen. Staatssekretär Kippels antwortet, dass aktuell keine Pläne für Süßstoffabgaben bestehen und man evidenzbasierte Erkenntnisse abwarten müsse.
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DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
Ich fange mit dem letzten Teil der Frage an. Zu diesem Aspekt ist im Rahmen der Abgabe im Augenblick nichts geplant, weil wir dazu noch weitere evidenzbasierte Erkenntnisse brauchen. Die Konkurrenzlage zwischen Zucker auf der einen Seite und Süßstoff auf der anderen Seite ist uns sehr wohl bewusst. Wir müssen im Augenblick eine Abwägung der verschiedenen Gesundheitsgefahren vornehmen: Adipositas und …
Ich fange mit dem letzten Teil der Frage an. Zu diesem Aspekt ist im Rahmen der Abgabe im Augenblick nichts geplant, weil wir dazu noch weitere evidenzbasierte Erkenntnisse brauchen. Die Konkurrenzlage zwischen Zucker auf der einen Seite und Süßstoff auf der anderen Seite ist uns sehr wohl bewusst. Wir müssen im Augenblick eine Abwägung der verschiedenen Gesundheitsgefahren vornehmen: Adipositas und Diabetes auf der einen Seite und möglicherweise, was in der Kurzzeitperspektive allerdings noch nicht belegt ist, krebserregende Effekte aus der Verwendung von Süßstoff auf der anderen Seite. Damit müssen wir uns im Rahmen der Wissenschaft weiter beschäftigen. Dazu werden Aufträge erteilt. Wir werden allerdings zunächst mal die ersten Schritte im Rahmen dessen gehen müssen, was aus unserer Sicht im Moment umsetzungsfähig ist und auch tatsächlich Effekte auslöst.
Herzlichen Dank. – Herr Staatssekretär, Sie haben die Zuckersteuer als eine der Maßnahmen im Zuge des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes angekündigt, aber gleichzeitig gesagt, sie solle erst 2028 wirksam werden. Viele andere Maßnahmen, die angekündigt sind, sollen schon 2027 wirksam werden und konterkarieren damit teilweise andere Reformen. Beispielsweise sehen wir im Krankenhausbereich, dass die geplanten Einschnitte die Krankenhausreform wirklich konterkarieren. Nur bei der …
Herzlichen Dank. – Herr Staatssekretär, Sie haben die Zuckersteuer als eine der Maßnahmen im Zuge des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes angekündigt, aber gleichzeitig gesagt, sie solle erst 2028 wirksam werden. Viele andere Maßnahmen, die angekündigt sind, sollen schon 2027 wirksam werden und konterkarieren damit teilweise andere Reformen. Beispielsweise sehen wir im Krankenhausbereich, dass die geplanten Einschnitte die Krankenhausreform wirklich konterkarieren. Nur bei der Zuckersteuer, wo es aus Sicht vieler eigentlich auch schneller ginge, scheinen Sie auf der Bremse zu stehen. Deshalb will ich noch mal ganz klar fragen: Warum kann die Zuckersteuer nicht schneller kommen und schon 2027 wirksam werden? Beifall: Grüne (einzelne Abg.)
Linda Heitmann kritisiert, dass die geplante Zuckersteuer erst 2028 wirksam werden soll und fragt nach den Gründen für die Verzögerung. Staatssekretär Kippels begründet dies mit der nötigen Entwicklung des Erhebungsmechanismus und der notwendigen Umsetzungszeit für die Industrie.
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Vielen Dank für die Nachfrage. – Die Tatsache, dass es nicht schneller geht, hängt zum einen daran, dass der Erhebungsmechanismus entwickelt werden muss. Zum anderen muss der Industrie die Möglichkeit gegeben werden, sich mit diesen neuen Erhebungstatbeständen, zum Beispiel unterschiedlichen Abstufungen von Zuckerzusatz mit unterschiedlichen Steuersätzen bzw. Abgabensätzen, um die richtige Formulierung zu verwenden, auseinanderzusetzen. Nach unseren Einschätzungen ist die …
Vielen Dank für die Nachfrage. – Die Tatsache, dass es nicht schneller geht, hängt zum einen daran, dass der Erhebungsmechanismus entwickelt werden muss. Zum anderen muss der Industrie die Möglichkeit gegeben werden, sich mit diesen neuen Erhebungstatbeständen, zum Beispiel unterschiedlichen Abstufungen von Zuckerzusatz mit unterschiedlichen Steuersätzen bzw. Abgabensätzen, um die richtige Formulierung zu verwenden, auseinanderzusetzen. Nach unseren Einschätzungen ist die Zeit bis Anfang 2028 – jetzt noch circa eineinhalb Jahre – für ein so großes Projekt ein durchaus angemessener Zeitraum. Ginge es schneller, wäre das in unserem Sinne.
Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Parlamentarischer Geschäftsführer Kippels, ob man es jetzt „Steuer“ oder „Abgabe“ nennt: Im Endeffekt ist es eine weitere Maßnahme, welche von den Bürgern Geld verlangt. Jetzt reden wir über die Zuckerabgabe. Lebensmittel und Energie, alles wird teuer für die Menschen, auch für diejenigen aus Nordrhein-Westfalen, wo Sie als CDU-Mann Ihren Wahlkreis haben; da ist es ja häufig …
Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Parlamentarischer Geschäftsführer Kippels, ob man es jetzt „Steuer“ oder „Abgabe“ nennt: Im Endeffekt ist es eine weitere Maßnahme, welche von den Bürgern Geld verlangt. Jetzt reden wir über die Zuckerabgabe. Lebensmittel und Energie, alles wird teuer für die Menschen,auch für diejenigen aus Nordrhein-Westfalen, wo Sie als CDU-Mann Ihren Wahlkreis haben; da ist es ja häufig sehr prekär. Viele Leute kommen mit dem Geld nicht mehr aus. Die Mieten steigen.Eigentlich ist es eine Entlastung gewesen, die Sie mit Ihrer Regierung versprochen haben. Aber solche Alltagsprodukte werden jetzt für die normalen Menschen teurer. Für mich ist das eine staatliche Erziehungspolitik. Man hätte andere Maßnahmen ergreifen können. Man könnte aufklären, man könnte bilden, man könnte die Menschen zum Sport antreiben. Deshalb meine Fragen: Warum plant Ihre Bundesregierung weitere Abgaben, jetzt auf Zucker in Getränken? Und wann fangen Sie endlich an, die Belastungen für die Menschen herunterzufahren und nicht weiter hochzuschrauben?
Der Redner kritisiert die geplante Zuckerabgabe als zusätzliche finanzielle Belastung für die Bürger und verstieße gegen das Versprechen der Regierungsfraktion zur Entlastung.
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Ich wollte es auch nur noch mal fürs Protokoll sagen. ↳ Stephan Brandner (AfD): »Er hat an mich gedacht!« – Da hat er an Sie gedacht. ↳ Stephan Brandner (AfD): »Ich kann es ihm nicht verübeln!« Aber das würde jetzt auch nicht passen mit der Antwort. – Herr Kippels.
DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
Vielen herzlichen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Kollege, wenn Sie sich mit den weiteren Ausführungen schon ein bisschen auseinandergesetzt haben, werden Sie festgestellt haben, dass wir diese Abgabe in gestuften Abgabesätzen vorsehen. Das heißt: Bei einem äußerst geringen Zuckergehalt gibt es keine entsprechende Beaufschlagung, während die Abgabenlast mit einem steigenden Zuckergehalt steigt. Insofern hat jeder Verbraucher bzw. jeder Kunde die …
Vielen herzlichen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Kollege, wenn Sie sich mit den weiteren Ausführungen schon ein bisschen auseinandergesetzt haben, werden Sie festgestellt haben, dass wir diese Abgabe in gestuften Abgabesätzen vorsehen. Das heißt: Bei einem äußerst geringen Zuckergehalt gibt es keine entsprechende Beaufschlagung, während die Abgabenlast mit einem steigenden Zuckergehalt steigt. Insofern hat jeder Verbraucher bzw. jeder Kunde die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Produkten auszuwählen. Wir wollen auf diese Art und Weise die Entscheidung im positiven Sinne zugunsten der Gesundheitsförderung beeinflussen und deutlich machen, dass die Verwendung von Getränken mit einem möglichst geringen Zuckergehalt für die Gesamtgesundheit hilfreich ist. Das ist im Rahmen von Prävention bedauerlicherweise ein pädagogisch anzuwendendes Mittel, um die Leute darauf hinzuweisen, dass bestimmte Verhaltensweisen ein höheres Risiko beinhalten, andere wiederum nicht.
Vielen Dank für die Möglichkeit, eine Nachfrage zu stellen. – Mich irritiert ein wenig, in welchem Rahmen die Zuckersteuer bzw. Zuckerabgabe vorgestellt wird. Sie wird doch vorgestellt in dem Rahmen, Lücken zu füllen, und zwar Finanzierungslücken, und Konsolidierungsnotwendigkeiten nachzukommen. Das heißt, es wird nicht davon ausgegangen, dass sie zu einer großen Verringerung dieser von Ihnen und auch von uns als …
Vielen Dank für die Möglichkeit, eine Nachfrage zu stellen. – Mich irritiert ein wenig, in welchem Rahmen die Zuckersteuer bzw. Zuckerabgabe vorgestellt wird. Sie wird doch vorgestellt in dem Rahmen, Lücken zu füllen, und zwar Finanzierungslücken, und Konsolidierungsnotwendigkeiten nachzukommen. Das heißt, es wird nicht davon ausgegangen, dass sie zu einer großen Verringerung dieser von Ihnen und auch von uns als gesundheitsschädlich bezeichneten Getränke und anderer Nahrungsmittel führen wird, sondern sie wird dafür genutzt, Haushaltslöcher zu stopfen. Deswegen meine Frage an Sie: Ergreifen Sie gleichzeitig andere Maßnahmen, zum Beispiel kostenloses Wasser in der Gastronomie, Werbeeinschränkungen im Bereich von zuckerhaltigen Getränken, ein kostenloses gesundes Schulessen, das zum Beispiel mit der Zuckersteuer finanziert werden könnte, um für Prävention und eine gute gesundheitliche Versorgung der Menschen im Land zu sorgen?
Ates Gürpinar hinterfragt die Motivation der geplanten Zuckerabgabe als reine Finanzmaßnahme und fordert begleitende Präventionsschritte. Staatssekretär Kippels betont daraufhin den gesundheitlichen Steuerungszweck der Abgabe und die Nutzung der Einnahmen für Gesundheitsaufgaben.
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DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
Vielen herzlichen Dank für die Nachfrage, Kollege Gürpinar. – Zunächst einmal: Das hier ist kein Lückenfüller, sondern sehr wohl aus der Situation heraus motiviert, dass der übermäßige Verzehr von zu gesüßten Getränken in zunehmendem Maße gesundheitliche Auswirkungen insbesondere auch bei der Jugend zeitigt und wir mit diesem Steuerungs- und Lenkungselement auf eine positive Ernährung hinwirken wollen. Dass daraus Einnahmen fließen, …
Vielen herzlichen Dank für die Nachfrage, Kollege Gürpinar. – Zunächst einmal: Das hier ist kein Lückenfüller, sondern sehr wohl aus der Situation heraus motiviert, dass der übermäßige Verzehr von zu gesüßten Getränken in zunehmendem Maße gesundheitliche Auswirkungen insbesondere auch bei der Jugend zeitigt und wir mit diesem Steuerungs- und Lenkungselement auf eine positive Ernährung hinwirken wollen. Dass daraus Einnahmen fließen, ist ein höchst erfreulicher Umstand. Aber es ist eben kein Mittel, um Haushaltslöcher zu schließen. Als Abgabe dienen die Einnahmen dazu, die Bewegungs- und Handlungsmöglichkeiten des BMG im Rahmen seiner diversen Aufgabenstellungen und damit auch im Rahmen der Prävention zu befördern. Natürlich gibt es eine Vielzahl von alternativen Möglichkeiten, auf gesunde Ernährung hinzuwirken, zum Beispiel mit kostenloser Schulernährung. Aber auch das kostet an anderer Stelle Geld. Insofern ist die Generierung von Einnahmen für Gesundheit eine sehr sinnvolle Motivation.
Herr Staatssekretär Kippels, Sie haben gerade schon angekündigt, es solle noch ein Präventionsgesetz auf den Weg gebracht werden. Ich stelle mir die Frage: Wie passt das zur GKV-Reform, mit der doch präventive Screenings, zum Beispiel für Hautkrebs, und psychiatrische Angebote für Kinder und Jugendliche weggekürzt werden? Was denken Sie sich dabei?
Stella Merendino hinterfragt den Widerspruch zwischen geplanten Präventionsgesetzen und der Kürzung präventiver Angebote in der GKV-Reform, woraufhin Parlamentarischer Staatssekretär Kippels die Entscheidungen mit mangelnder Evidenz beim Hautkrebsscreening und langfristigen Spareffekten begründet.
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DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
Wir sind im Rahmen der Auswahl von Einsparmaßnahmen im Rahmen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes bzw. umgekehrt im Hinblick auf die Konzeption von Präventionsmaßnahmen immer dabei, evidenzbasierte Erkenntnisse umzusetzen. Das Hautkrebsscreening hat nach den Erkenntnissen, die weltweit gesammelt worden sind, keinen positiven Effekt. Wenn selbst das Land Australien mit einer ganz hohen Sonnenlast ein solches wiederkehrendes Hautkrebsscreening abgeschafft hat, spricht dies dafür, dass …
Wir sind im Rahmen der Auswahl von Einsparmaßnahmen im Rahmen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes bzw. umgekehrt im Hinblick auf die Konzeption von Präventionsmaßnahmen immer dabei, evidenzbasierte Erkenntnisse umzusetzen. Das Hautkrebsscreening hat nach den Erkenntnissen, die weltweit gesammelt worden sind, keinen positiven Effekt. Wenn selbst das Land Australien mit einer ganz hohen Sonnenlast ein solches wiederkehrendes Hautkrebsscreening abgeschafft hat, spricht dies dafür, dass man in dieser Maßnahme keinen gesundheitlichen Nutzen, keinen Mehrwert sieht. Umgekehrt ist es zweifelsohne so, dass wir uns neben den Sparmaßnahmen auch immer darauf konzentrieren müssen, dass aus Prävention in der langen Sicht Spareffekte für das Gesundheitssystem entstehen, weil entsprechende schwerste Erkrankungen mit hohem Behandlungsaufwand vermieden werden können. Dieses Zusammenspiel müssen wir jetzt in evidenzbasierter Weise auf den Weg bringen.
Vielen Dank für das Zulassen der Frage. – Herr Staatssekretär, ich habe noch eine Frage. Mir geht es darum: Es scheint ja nicht jedem im Plenum bewusst zu sein, warum wir diese Zuckersteuer oder -abgabe einführen. Vielleicht können Sie noch mal erläutern, dass es eben nicht nur um den monetären Wert geht und die GKV-Ausgaben, sondern auch um den Gesundheitsaspekt …
Vielen Dank für das Zulassen der Frage. – Herr Staatssekretär, ich habe noch eine Frage. Mir geht es darum: Es scheint ja nicht jedem im Plenum bewusst zu sein, warum wir diese Zuckersteuer oder -abgabe einführen. Vielleicht können Sie noch mal erläutern, dass es eben nicht nur um den monetären Wert geht und die GKV-Ausgaben, sondern auch um den Gesundheitsaspekt und die volkswirtschaftlichen Kosten, erst recht aber um das Thema „Kinder und Jugendliche“ und um das Thema „Bildung und Gesundheitskompetenz“. – Vielen Dank für Ihre Antwort schon mal.
Simone Borchardt bittet den Staatssekretär, die gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Gründe für die Zuckersteuer zu erläutern. Dr. Georg Kippels antwortet, dass Investitionen in Prävention langfristig Therapiekosten sparene und Krankheitsverläufen vorbeuge.
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Vielen herzlichen Dank für diese Nachfrage, Frau Kollegin. – Man kann es ganz einfach auf den Punkt bringen: Jeder Euro, der in Prävention investiert wird, erspart mehrere Euro, die später in Therapien, in entsprechende Behandlungen investiert werden müssen. Das heißt, es ist uns daran gelegen, auf lange Sicht den Bürgerinnen und Bürgern hier in Deutschland, vor allen Dingen allen Patientinnen …
Vielen herzlichen Dank für diese Nachfrage, Frau Kollegin. – Man kann es ganz einfach auf den Punkt bringen: Jeder Euro, der in Prävention investiert wird, erspart mehrere Euro, die später in Therapien, in entsprechende Behandlungen investiert werden müssen. Das heißt, es ist uns daran gelegen, auf lange Sicht den Bürgerinnen und Bürgern hier in Deutschland, vor allen Dingen allen Patientinnen und Patienten schwere Krankheitsverläufe zu ersparen und ihnen auf diese Art und Weise den Weg durch ein gesundes Leben zu ermöglichen. Dazu braucht es gelegentlich schon mal entsprechende Anregungen, hier in Form dieser Abgabe.
Dann rufe ich jetzt die Frage 2 auf – der Fragesteller ist der Abgeordnete Bernd Schattner –: Wie begründet die Bundesregierung die im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vorgesehene faktische Ausschließlichkeit kieferorthopädischer Behandlungen durch Fachzahnärzte für Kieferorthopädie, obwohl auch approbierte Zahnärzte im Rahmen ihrer bundeseinheitlichen Ausbildung bereits zur Diagnostik und Behandlung kieferorthopädischer Fehlstellungen befähigt sind, und sieht sie die Gefahr einer grundlegenden Zweiteilung des …
Dann rufe ich jetzt die Frage 2 auf – der Fragesteller ist der Abgeordnete Bernd Schattner –: Wie begründet die Bundesregierung die im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vorgesehene faktische Ausschließlichkeit kieferorthopädischer Behandlungen durch Fachzahnärzte für Kieferorthopädie, obwohl auch approbierte Zahnärzte im Rahmen ihrer bundeseinheitlichen Ausbildung bereits zur Diagnostik und Behandlung kieferorthopädischer Fehlstellungen befähigt sind, und sieht sie die Gefahr einer grundlegenden Zweiteilung des bislang einheitlichen zahnärztlichen Berufsbildes, und, wenn nein, warum nicht? Herr Kollege Kippels, bitte.
DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
Herr Kollege Schattner, vielen herzlichen Dank für die Frage. – Die FinanzKommission Gesundheit hat im Rahmen ihrer diversen Vorschläge unter anderem den Vorschlag unterbreitet, die kieferorthopädische Versorgung ausschließlich durch Fachärzte, das heißt Fachärzte für Kieferorthopädie, vornehmen zu lassen. Wenn Sie den Bericht studieren, werden Sie sehen, dass dort ausführliche Begründungen im Hinblick auf die Erhebungen und die Grundlage dieser Entscheidung …
Herr Kollege Schattner, vielen herzlichen Dank für die Frage. – Die FinanzKommission Gesundheit hat im Rahmen ihrer diversen Vorschläge unter anderem den Vorschlag unterbreitet, die kieferorthopädische Versorgung ausschließlich durch Fachärzte, das heißt Fachärzte für Kieferorthopädie, vornehmen zu lassen. Wenn Sie den Bericht studieren, werden Sie sehen, dass dort ausführliche Begründungen im Hinblick auf die Erhebungen und die Grundlage dieser Entscheidung gegeben sind. Es gibt insgesamt verschiedene Qualifikationsstufen im Rahmen der zahnärztlichen bzw. kieferorthopädischen Behandlung. Es gibt den Facharzt für Kieferorthopädie und auch eine entsprechende Master-Weiterbildung von zwei bis drei Jahren, die auch zusätzliche Qualifikationsmerkmale erschafft. Nach der Erstattungsregelung des § 29 SGB V sind die Kosten für kieferorthopädische Behandlungen nur bei erheblichen Beeinträchtigungen – KIG 3 bis 5 – zu erstatten. Vor diesem Hintergrund besteht aus versorgungsrechtlicher Sicht ein Interesse daran, dass bei der Indikationsstellung bzw. bei der Behandlung mit höchster Qualität und Präzision vorgegangen wird und, auch unter dem Gesichtspunkt eines Steuerungsinstrumentes im Sinne des Wirtschaftlichkeitsgebotes nach § 12 SGB V, die bestmögliche Versorgung stattfindet. Die FinanzKommission Gesundheit hat in diesem Zusammenhang eine Wechselwirkung zwischen dieser Qualifikation und den zu erzielenden Ergebnissen hergestellt und diese Empfehlung ausgesprochen. Wir sind in der Zwischenzeit mit zahlreichen Hinweisen konfrontiert worden und werden uns im Rahmen der weiteren Bewertung im Gesetzgebungsverfahren natürlich damit auseinandersetzen, ob es auch andere erworbene Qualifikationsmerkmale gibt, die der Facharztausbildung oder der Master-Fortbildung gleichzustellen sind.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär, nach dem vorliegenden Entwurf ist ja vorgesehen – Sie haben es gerade angesprochen –, dass kieferorthopädische Behandlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich nur noch von Vertragszahnärzten, die entsprechend kieferorthopädisch ausgebildet sind, vorgenommen werden dürfen. Laut Bundeszahnärztekammer würden bei der Umsetzung des Fachzahnarztvorbehalts ein schlechterer Zugang und lange Wartezeiten drohen. Knapp 1 Million Versicherte …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär, nach dem vorliegenden Entwurf ist ja vorgesehen – Sie haben es gerade angesprochen –, dass kieferorthopädische Behandlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich nur noch von Vertragszahnärzten, die entsprechend kieferorthopädisch ausgebildet sind, vorgenommen werden dürfen. Laut Bundeszahnärztekammer würden bei der Umsetzung des Fachzahnarztvorbehalts ein schlechterer Zugang und lange Wartezeiten drohen. Knapp 1 Million Versicherte könnten nicht wie bisher behandelt werden, ist die Aussage. Primär wären besonders Kinder und Jugendliche im ländlichen Raum die Verlierer dieser Reform. Gibt es Überlegungen, wie Sie sicherstellen wollen, dass nicht noch weitere, längere Wartezeiten entstehen und sich die Versorgungslage gerade in ländlichen Regionen entsprechend noch mal deutlich verschlechtert?
Bernd Schattner kritisiert den geplanten Fachzahnarztvorbehalt für kieferorthopädische Behandlungen und warnt vor Versorgungslücken und Wartezeiten, insbesondere für Kinder im ländlichen Raum. Staatssekretär Kippels betont demgegenüber die Wichtigkeit von Qualitätssicherung und stellt dies gegen die flächendeckende Versorgung.
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DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
Die Herausforderung einer flächendeckenden Versorgung treibt uns bei unseren Überlegungen natürlich ununterbrochen um; das ist gar keine Frage. Aber gerade bei kieferorthopädischen Maßnahmen, die bei jungen Menschen im ganz frühen Stadium vorgenommen werden, ist es unter Qualitätsgesichtspunkten wichtig, dass eine dauerhafte Sicherung gewährleistet ist. Fehlleistungen oder mindere Qualität in der Behandlung können Kinder und Jugendliche ein Leben lang zeichnen bzw. …
Die Herausforderung einer flächendeckenden Versorgung treibt uns bei unseren Überlegungen natürlich ununterbrochen um; das ist gar keine Frage. Aber gerade bei kieferorthopädischen Maßnahmen, die bei jungen Menschen im ganz frühen Stadium vorgenommen werden, ist es unter Qualitätsgesichtspunkten wichtig, dass eine dauerhafte Sicherung gewährleistet ist. Fehlleistungen oder mindere Qualität in der Behandlung können Kinder und Jugendliche ein Leben lang zeichnen bzw. kann es dadurch bei ihnen zu schwerwiegenden Folgeerscheinungen kommen. Deshalb werden wir im Rahmen unserer weiteren Überlegungen auf der einen Seite die Qualitätssicherung und die qualitätsbasierte Behandlung und auf der anderen Seite die flächendeckende Versorgung sehr aufmerksam gegeneinander abwägen.
Vielen Dank. – Ich zitiere mit Erlaubnis der Präsidentin Ihren Kanzler, Aussage aus September 2023: „Auch die Bevölkerung, die werden doch wahnsinnig, die Leute. Wenn die sehen, dass 300 000 Asylbewerber abgelehnt sind, nicht ausreisen, die vollen Leistungen bekommen, die volle Heilfürsorge bekommen. Die sitzen beim Arzt und lassen sich die Zähne neu machen, und die deutschen Bürger nebendran kriegen …
Vielen Dank. – Ich zitiere mit Erlaubnis der Präsidentin Ihren Kanzler, Aussage aus September 2023: „Auch die Bevölkerung, die werden doch wahnsinnig, die Leute. Wenn die sehen, dass 300 000 Asylbewerber abgelehnt sind, nicht ausreisen, die vollen Leistungen bekommen, die volle Heilfürsorge bekommen. Die sitzen beim Arzt und lassen sich die Zähne neu machen, und die deutschen Bürger nebendran kriegen keine Termine.“ Das ist die Aussage von Friedrich Merz aus September 2023. Ich will die Aussage jetzt gar nicht bewerten, ob man da zustimmen kann oder nicht. Allerdings frage ich mich jetzt natürlich, wenn ich das höre – und es hat sich an der Terminvergabe in dem Bereich ja grundsätzlich nichts verändert –: Wie wollen Sie dafür sorgen, dass gerade auch im ländlichen Raum – in Regionen wie dem Saarland, in der Fläche in Rheinland-Pfalz, aber auch in den mitteldeutschen Bundesländern – vernünftige Zeitschienen eingehalten werden, damit die Leute Facharzttermine endlich wieder so wahrnehmen können, wie es ihr Gesundheitszustand erfordert? Dazu liest man aus Ihrem Hause leider sehr wenig. ↳ Dr. Janosch Dahmen (Grüne): »So was kommt von so was, liebe Union!«↳ Bernd Schattner (AfD): »Lasst uns in Sachsen-Anhalt regieren, dann passt das schon!«
Bernd Schattner zitiert eine Aussage von Friedrich Merz zur angeblichen Bevorzugung von Asylbewerbern im Gesundheitswesen, um die Untätigkeit der Regierung bei der Facharztversorgung im ländlichen Raum zu kritisieren.
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Herr Kollege Schattner, die Frage der Nachwuchsgewinnung für die Versorgung des ländlichen Raums ist eigentlich in allen ärztlichen Professionen zurzeit eine Herausforderung. Damit muss man sich auseinandersetzen. Auf der anderen Seite sehe ich in hochsensiblen Behandlungsbereichen auch ein ganz vitales Interesse daran, dass dann, wenn behandelt wird, auch die bestmögliche Qualität gewährleistet ist. Ich hatte es eben schon verdeutlicht: Wir …
Herr Kollege Schattner, die Frage der Nachwuchsgewinnung für die Versorgung des ländlichen Raums ist eigentlich in allen ärztlichen Professionen zurzeit eine Herausforderung. Damit muss man sich auseinandersetzen. Auf der anderen Seite sehe ich in hochsensiblen Behandlungsbereichen auch ein ganz vitales Interesse daran, dass dann, wenn behandelt wird, auch die bestmögliche Qualität gewährleistet ist. Ich hatte es eben schon verdeutlicht: Wir werden diese beiden Aspekte unter diesem Gesichtspunkt sehr genau gegeneinander abwägen.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär, halten Sie es für angemessen, dass die Bundesregierung damit in die Autonomie eines gesamten Berufsstandes eingreift, insbesondere dann, wenn dieser Berufsstand seine Aufgaben bisher weitestgehend reibungslos erfüllt hat?
Michael Kaufmann hinterfragt die Eingriffe der Bundesregierung in die Autonomie eines Berufsstandes. Staatssekretär Kippels rechtfertigt dies mit Qualitätsicherung und Patientensicherheit aufgrund von Auffälligkeiten bei Fallzahlen.
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Herr Kollege, vielen herzlichen Dank für diese Nachfrage. – Sie haben aber mit dem Schlusssatz bereits einen wesentlichen Hinweis gegeben: „weitestgehend“. „Weitestgehend“ reicht aber für eine kritiklose Hinnahme der momentanen Abläufe und insbesondere der Fallzahlen der Behandlungen mit gewissen Auffälligkeiten eben nicht aus; das reicht nicht, um an diesem Punkt keine kritischen Anmerkungen zu machen. Entsprechende Qualifikationsmerkmale für fortschreitende Technologisierung …
Herr Kollege, vielen herzlichen Dank für diese Nachfrage. – Sie haben aber mit dem Schlusssatz bereits einen wesentlichen Hinweis gegeben: „weitestgehend“. „Weitestgehend“ reicht aber für eine kritiklose Hinnahme der momentanen Abläufe und insbesondere der Fallzahlen der Behandlungen mit gewissen Auffälligkeiten eben nicht aus; das reicht nicht, um an diesem Punkt keine kritischen Anmerkungen zu machen. Entsprechende Qualifikationsmerkmale für fortschreitende Technologisierung im Rahmen von Behandlungsabläufen sind auch adäquat und sind auch unter dem Gesichtspunkt der Qualitätssicherung unbedingt geboten, sind nicht nur ein nettes Add-on, sondern im Interesse der Patientensicherheit zwingend.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär Kippels, mit Ihrem GKV-Kürzungsgesetz planen Sie ja unter anderem, auch die Zuschüsse beim Zahnersatz zu kürzen. Jetzt meine Frage in dem Zusammenhang: Ist Ihnen bekannt, dass es zahlreiche Studien gibt, die schon jetzt den Zusammenhang zwischen Einkommen und Zustand der Zähne, also des Zahnersatzes, dokumentieren? Also: Je ärmer, desto schlechter das Gebiss, desto …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär Kippels, mit Ihrem GKV-Kürzungsgesetz planen Sie ja unter anderem, auch die Zuschüsse beim Zahnersatz zu kürzen. Jetzt meine Frage in dem Zusammenhang: Ist Ihnen bekannt, dass es zahlreiche Studien gibt, die schon jetzt den Zusammenhang zwischen Einkommen und Zustand der Zähne, also des Zahnersatzes, dokumentieren? Also: Je ärmer, desto schlechter das Gebiss, desto weniger gut der Zahnersatz. Und wenn Ihnen das bekannt ist – was ich hoffe –: Wie wollen Sie verhindern, dass mit den geplanten Kürzungen dieser Zusammenhang jetzt noch drastischer wird, dass man das Einkommen bzw. die Armut den Menschen wirklich am Gesicht, am Gebiss, ansehen kann? Ich finde das wirklich skandalös und würde gerne wissen, wie Sie dem entgegenwirken wollen. Beifall: Linke (einzelne Abg.)Beifall: Dr. Kirsten Kappert-Gonther (Grüne)
Pascal Meiser kritisiert die geplanten Kürzungen beim Zahnersatz im GKV-Kürzungsgesetz und fragt nach Maßnahmen gegen die soziale Ungleichheit bei der Zahn Gesundheit. Staatssekretär Kippels betont die Bedeutung von Prävention und Aufklärung für die Versorgung.
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Die Zahnbehandlung, insbesondere die frühzeitige Zahnbehandlung, auch mit entsprechender früher Vorsorge, ist ein wesentlicher Faktor für die gesamte Gesundheit eines Menschen, weil von den Zähnen sehr viele Auswirkungen auf die Gesamtbefindlichkeit ausgehen. Tatsache ist aber auch, dass die Fragestellung, inwieweit Versorgung stattfindet, bedauerlicherweise nicht nur von der Zuzahlung und der Erreichbarkeit abhängt, sondern auch von der subjektiven Aufklärung über die …
Die Zahnbehandlung, insbesondere die frühzeitige Zahnbehandlung, auch mit entsprechender früher Vorsorge, ist ein wesentlicher Faktor für die gesamte Gesundheit eines Menschen, weil von den Zähnen sehr viele Auswirkungen auf die Gesamtbefindlichkeit ausgehen. Tatsache ist aber auch, dass die Fragestellung, inwieweit Versorgung stattfindet, bedauerlicherweise nicht nur von der Zuzahlung und der Erreichbarkeit abhängt, sondern auch von der subjektiven Aufklärung über die Notwendigkeit. Wir sind darum bemüht, die Prävention auch im Rahmen dieser Vorsorge zu gewährleisten. Die Behandlung ist dann der nächste Schritt. Aber wir müssen zunächst einmal die Menschen dafür gewinnen, sich dieser Untersuchungsmaßnahme, dieser Kontrolle zu unterziehen, um dann auch die entsprechenden Empfehlungen tätigen zu können.
Vielen Dank, Frau Präsidentin, für das Zulassen der Nachfrage. – Ich würde ganz gerne anschließen an das Thema GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz oder, wie der Kollege sagte, GKV-Kürzungsgesetz. Darin sind zum Beispiel auch Änderungen bei der Psychotherapie vorgesehen. Expertinnen und Experten sagen, dass dieses Gesetz dazu führen wird, dass bis zu ein Viertel der Psychotherapieplätze für gesetzlich Versicherte wegfallen werden. Wir haben ja …
Vielen Dank, Frau Präsidentin, für das Zulassen der Nachfrage. – Ich würde ganz gerne anschließen an das Thema GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz oder, wie der Kollege sagte, GKV-Kürzungsgesetz. Darin sind zum Beispiel auch Änderungen bei der Psychotherapie vorgesehen. Expertinnen und Experten sagen, dass dieses Gesetz dazu führen wird, dass bis zu ein Viertel der Psychotherapieplätze für gesetzlich Versicherte wegfallen werden. Wir haben ja immer mehr psychisch erkrankte Menschen, die so einen Platz dringend bräuchten und gleichzeitig monatelang darauf warten müssen. Da frage ich mich: Wie wollen Sie das denn den Leuten erklären, die derzeit oft schon so viele Monate auf einen Therapieplatz warten müssen?
Kathrin Gebel kritisiert die geplanten Kürzungen im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und warnt vor einem massiven Verlust an Psychotherapieplätzen. Staatssekretär Kippels weist das Thema als eigenständig aus und verweist auf bestehende Herausforderungen in der Versorgung sowie bevorstehende Bedarfsplanungen.
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Frau Kollegin, vielen herzlichen Dank für die Frage. – Das ist ein eigenständiges Thema, das eigentlich einer ausführlicheren Beantwortung bedürfte. Die psychotherapeutische Versorgung ist ein besonderes Herausforderungsprofil in der medizinischen Versorgung. Wir haben es in den letzten zehn Jahren zwar geschafft, die Kopfzahlen der behandelnden Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zu verdoppeln, gleichzeitig aber bedauerlicherweise nicht die Anzahl der entsprechenden Therapiestunden. Auch …
Frau Kollegin, vielen herzlichen Dank für die Frage. – Das ist ein eigenständiges Thema, das eigentlich einer ausführlicheren Beantwortung bedürfte. Die psychotherapeutische Versorgung ist ein besonderes Herausforderungsprofil in der medizinischen Versorgung. Wir haben es in den letzten zehn Jahren zwar geschafft, die Kopfzahlen der behandelnden Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zu verdoppeln, gleichzeitig aber bedauerlicherweise nicht die Anzahl der entsprechenden Therapiestunden. Auch die Fragestellung, wie die Niederlassungen in den Großstädten auf der einen Seite und auf dem Land auf der anderen Seite verteilt sind, ist der Sache nach unbefriedigend. Wir werden uns deshalb jetzt im Rahmen der weiteren Überlegungen damit auseinandersetzen, inwieweit eine entsprechende Bedarfsplanung insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendpsychotherapie angezeigt ist.
Wir kommen jetzt zur Frage 3 des Kollegen Peterka: Plant die Bundesministerin für Gesundheit, Nina Warken, sicherzustellen, dass Pflegebedürftige, die nach geltendem Recht rechtmäßig in Pflegegrad 2 oder Pflegegrad 3 eingestuft sind, durch die geplante Verschärfung der Einstufungskriterien keine Leistungskürzungen erleiden, ohne dass eine adäquate Übergangsregelung greift, und, wenn ja, mit welchen konkreten Maßnahmen (vergleiche Ärzteblatt –www.aerzteblatt.de/news/warken-gibt-erste-details-zur-pflegereform-bekannt-19b2589d-a2ef-4f1b-bee7-0fe2fa6a22a2, abgerufen am 13. Mai 2026)?
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Verehrter Herr Kollege Peterka, die Frage ist eigentlich relativ einfach zu beantworten. In der beabsichtigten Regelung ist vorgesehen, dass es einen Bestandsschutz für die bereits beschiedenen Pflegebedürftigen gibt. Also: Liegt ein entsprechender Bewilligungsbescheid des Pflegegrades 2 oder 3 vor, behält er so lange seine Wirksamkeit, bis es entweder zu einer Befundverbesserung kommt oder aber sich aus anderen Gründen eine Veränderung …
Verehrter Herr Kollege Peterka, die Frage ist eigentlich relativ einfach zu beantworten. In der beabsichtigten Regelung ist vorgesehen, dass es einen Bestandsschutz für die bereits beschiedenen Pflegebedürftigen gibt. Also: Liegt ein entsprechender Bewilligungsbescheid des Pflegegrades 2 oder 3 vor, behält er so lange seine Wirksamkeit, bis es entweder zu einer Befundverbesserung kommt oder aber sich aus anderen Gründen eine Veränderung in der Bewertung ergibt. Auf die Veränderung der Bewertungsparameter bzw. der Werkzeuge wird auf jeden Fall keine Veränderung in der Einordnung in den Graden folgen.
Vielen Dank. – Das Pflegeneuordnungsgesetz bewegt sich in Richtung der IGES-Empfehlung von vor 13 Jahren. Es würde nach Schätzungen zu 12 Prozent weniger Pflegeinstufungen führen, also bis zu 12 Prozent der jetzt Berechtigten könnten da herausfallen. Die Ministerin hatte erst gesagt: Es wird wohl einen Bestandsschutz geben. Jetzt höre ich: Es wird auch ins Gesetz hineingeschrieben. Dann haben Sie selber …
Vielen Dank. – Das Pflegeneuordnungsgesetz bewegt sich in Richtung der IGES-Empfehlung von vor 13 Jahren. Es würde nach Schätzungen zu 12 Prozent weniger Pflegeinstufungen führen, also bis zu 12 Prozent der jetzt Berechtigten könnten da herausfallen. Die Ministerin hatte erst gesagt: Es wird wohl einen Bestandsschutz geben. Jetzt höre ich: Es wird auch ins Gesetz hineingeschrieben. Dann haben Sie selber schon gesagt: Es wird auch eine Neubewertung des Zustandes erfolgen.
Der Redner kritisiert das Pflegeneuordnungsgesetz, da es IGES-Empfehlungen folge und zu weniger Pflegeinstufungen führen könnte. Er thematisiert Widersprüche bezüglich des Bestandsschutzes und zitiert eine Aussage des Parlamentarischen Staatssekretärs zur Neubewertung.
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Er kann erfolgen, wenn sich der Zustand der Person verbessert. Dann habe ich Sie aber so verstanden, dass dann doch die neuen Bewertungsmaßstäbe angelegt werden. Also werden die Leute dann quasi dafür bestraft, wenn sich ihr Zustand so verbessert, dass zumindest eine neue Prüfung erfolgt?
Der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Georg Kippels erläutert die Dynamik der Pflegegradeinstufung und betont, dass bestehende Bewertungen unangetastet bleiben, während bei Änderungen die neue Gesetzeslage angewendet wird.
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Nein, der Prozess der Einordnung in die verschiedenen Grade ist ja ein dynamischer. In vielen Fällen verschlechtert sich die Situation. Im Rahmen der jetzigen gesetzlichen Veränderungen würde eine Neueinstufung in einen höheren Pflegegrad nach den neuen Parametern erfolgen. Aber die Bewertung des vorhandenen Pflegegrades wird in keiner Weise angetastet. Das heißt, es geht immer nur um die Fragestellung: Gibt es …
Nein, der Prozess der Einordnung in die verschiedenen Grade ist ja ein dynamischer. In vielen Fällen verschlechtert sich die Situation. Im Rahmen der jetzigen gesetzlichen Veränderungen würde eine Neueinstufung in einen höheren Pflegegrad nach den neuen Parametern erfolgen. Aber die Bewertung des vorhandenen Pflegegrades wird in keiner Weise angetastet. Das heißt, es geht immer nur um die Fragestellung: Gibt es Veränderungen? Und im Rahmen dieser Veränderungen wird dann die neue Gesetzeslage zurate gezogen. Die Veränderung, die Sie zu Beginn Ihrer Frage angesprochen haben, nämlich dass es möglicherweise zu einer Reduzierung um 12 Prozent kommen könnte, bezieht sich auf die Situation, wenn jetzt der Begutachtungsprozess bei den zu Prüfenden begonnen wird. Das heißt, für alle Neufälle werden dann vermutlich die Regularien herangezogen, die seinerzeit bei der Bewertung vorlagen, aber damals nicht angewendet worden sind.
Es ist natürlich immer bedauerlich, wenn bei den Sozialleistungen für alle Bürger gespart wird, auch bei denen, die vielleicht ihr ganzes Leben in die Sozialkassen, auch in die Pflegekasse, eingezahlt haben und jetzt eben dann doch diesem Risiko über kurz oder lang ausgesetzt sind, spätestens dann, wenn sie eben noch nicht eingestuft sind. Es ist die Rede von einem Defizit …
Es ist natürlich immer bedauerlich, wenn bei den Sozialleistungen für alle Bürger gespart wird, auch bei denen, die vielleicht ihr ganzes Leben in die Sozialkassen, auch in die Pflegekasse, eingezahlt haben und jetzt eben dann doch diesem Risiko über kurz oder lang ausgesetzt sind, spätestens dann, wenn sie eben noch nicht eingestuft sind. Es ist die Rede von einem Defizit der Pflegekasse in Höhe von 7,6 Milliarden Euro für 2027. Hat das Ministerium irgendeinen Überblick, wie viel von diesem Defizit zum Beispiel auf kassenfremde Leistungen, etwa über das Asylbewerberleistungsgesetz, zurückzuführen sind, also wie viel dort abfließt? Haben Sie da irgendeine Zahl?
Der Redner bedauert Spareinrichtungen bei Sozialleistungen und stellt eine Frage zur Kausalität des Defizits der Pflegekasse, insbesondere hinsichtlich kassenfremder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.
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DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
Vielen Dank. – Ich würde ganz gerne auf die angesprochene Pflegereform eingehen, und zwar wollen Sie in der Pflegereform auch die Rentenansprüche für pflegende Angehörige um 30 Prozent kürzen. Pflegende Angehörige, das sind in Deutschland zu zwei Dritteln Frauen, also Menschen, die wegen ungerechter Bezahlung, wegen zu wenig Kitas, wegen Teilzeitfalle, wegen Ehegattensplitting und unbezahlter Sorgearbeit sowieso schon oft in …
Vielen Dank. – Ich würde ganz gerne auf die angesprochene Pflegereform eingehen, und zwar wollen Sie in der Pflegereform auch die Rentenansprüche für pflegende Angehörige um 30 Prozent kürzen. Pflegende Angehörige, das sind in Deutschland zu zwei Dritteln Frauen, also Menschen, die wegen ungerechter Bezahlung, wegen zu wenig Kitas, wegen Teilzeitfalle, wegen Ehegattensplitting und unbezahlter Sorgearbeit sowieso schon oft in Altersarmut landen. Ich habe einfach die Sorge, dass Ihre Reform diese Altersarmut gravierend verschärfen wird. Deswegen frage ich mich: Warum wollen Sie denn ausgerechnet bei denjenigen hier den Kürzungshammer oder die Kürzungskettensäge anlegen, die für unsere Gesellschaft eine so wichtige Arbeit unbezahlt machen?
Die Rednerin kritisiert die geplante Kürzung von Rentenansprüchen für pflegende Angehörige und befürchtet eine Verschärfung der Altersarmut. Der Parlamentarische Staatssekretär verteidigt die Maßnahme als notwendige finanzielle Anpassung zur Sicherung des Pflegeversicherungssystems.
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Verehrte Frau Kollegin, Sie haben eben nur eine Facette des großen Baukastens der Pflegemaßnahmen persönlich bzw. technisch beschrieben. Im Rahmen unserer notwendigen Reform der Pflegeversicherung müssen wir im Rahmen aller Instrumentarien und aller finanzrelevanten Mittel eine Anpassung der Leistungen vornehmen. Bedauerlicherweise gilt das auch für die entsprechenden Rentenanwartschaften. Mit einer Reduzierung um 30 Prozent ist das sicherlich spürbar und für …
Verehrte Frau Kollegin, Sie haben eben nur eine Facette des großen Baukastens der Pflegemaßnahmen persönlich bzw. technisch beschrieben. Im Rahmen unserer notwendigen Reform der Pflegeversicherung müssen wir im Rahmen aller Instrumentarien und aller finanzrelevanten Mittel eine Anpassung der Leistungen vornehmen. Bedauerlicherweise gilt das auch für die entsprechenden Rentenanwartschaften. Mit einer Reduzierung um 30 Prozent ist das sicherlich spürbar und für den einen oder anderen schmerzlich. Aber in Ansehung der momentanen Versorgungslage und der hohen Zahl der zu Pflegenden, die im Moment bei insgesamt fast 6 Millionen Menschen liegt, besteht diese Notwendigkeit, um es finanziell noch leistbar zu machen. Ansonsten könnte es zu einem höchst unerwünschten und unbedingt zu verhindernden Kollaps der Pflegeversicherung kommen.
Vielen Dank für die Gelegenheit, eine Nachfrage zu stellen. – Herr Staatssekretär, neben dem Kleinrechnen der Anzahl der Pflegebedürftigen wollen Sie auch dafür sorgen, dass die Unterstützung bei den Eigenanteilen in den Pflegeheimen später greift. Das ist brutal für Pflegebedürftige, aber auch für die Kommunen, die dann letzten Endes einspringen müssen. Wieso wollen Sie sehenden Auges die Pflegearmut ausweiten? Und …
Vielen Dank für die Gelegenheit, eine Nachfrage zu stellen. – Herr Staatssekretär, neben dem Kleinrechnen der Anzahl der Pflegebedürftigen wollen Sie auch dafür sorgen, dass die Unterstützung bei den Eigenanteilen in den Pflegeheimen später greift. Das ist brutal für Pflegebedürftige, aber auch für die Kommunen, die dann letzten Endes einspringen müssen. Wieso wollen Sie sehenden Auges die Pflegearmut ausweiten? Und wieso verschiebt der Bund das Finanzproblem in die klammen Haushalte der Kommunen, statt selbst Verantwortung zu übernehmen, zum Beispiel durch die offenen Coronanachzahlungen?
Evelyn Schötz kritisiert die Pläne der Bundesregierung zur Pflegefinanzierung als verarmend für Betroffene und Kommunen. Staatssekretär Kippels verteidigt die Einschnitte als notwendige Liquiditätssicherung amid finanzieller Engpässe.
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DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
Frau Kollegin, Sie haben in Ihrer Frage mehrere Aspekte angesprochen, die eigentlich auf dasselbe Problem hinauslaufen. An den verschiedensten Stellen unseres Gemeinwesens gibt es momentan finanzielle Engpässe, bei denen versucht werden muss, sie verantwortungsvoll auf verschiedene Schultern zu verteilen. Uns ist sehr wohl die Finanzlage der Kommunen bewusst. Und wir wissen auch, dass über die Hilfe zur Pflege da eine …
Frau Kollegin, Sie haben in Ihrer Frage mehrere Aspekte angesprochen, die eigentlich auf dasselbe Problem hinauslaufen. An den verschiedensten Stellen unseres Gemeinwesens gibt es momentan finanzielle Engpässe, bei denen versucht werden muss, sie verantwortungsvoll auf verschiedene Schultern zu verteilen. Uns ist sehr wohl die Finanzlage der Kommunen bewusst. Und wir wissen auch, dass über die Hilfe zur Pflege da eine Reihe von Belastungen ankommen. Wir versuchen aber auch, im Rahmen langfristiger Pflegestrukturreformen die Versorgungssettings so zu verändern, dass nach Möglichkeit die zu Pflegenden länger in ihrem eigenen Wohnumfeld mit eigenverantwortlicher Lebensgestaltung verbleiben können. Das ist aber kein kurzfristiger Prozess. Wir müssen im Augenblick die Liquidität der Pflegeversicherung gewährleisten, und dazu sind eben dann auch unerfreuliche, harte Einschnitte in der Kürze der Zeit unvermeidlich.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Ich würde den Parlamentarischen Staatssekretär gern noch etwas fragen wollen. In der Frage eben klang ja schon an, dass Sie das, was Sie hier Reform nennen, letztlich nutzen, um ein Loch in der Pflegekasse zu einem noch größeren Loch in den Kommunen zu machen. Jetzt kommen Sie aus Nordrhein-Westfalen, und ich gehe davon aus, dass …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Ich würde den Parlamentarischen Staatssekretär gern noch etwas fragen wollen. In der Frage eben klang ja schon an, dass Sie das, was Sie hier Reform nennen, letztlich nutzen, um ein Loch in der Pflegekasse zu einem noch größeren Loch in den Kommunen zu machen. Jetzt kommen Sie aus Nordrhein-Westfalen, und ich gehe davon aus, dass Ihnen das Loch in den Kassen der Kommunen in Nordrhein-Westfalen bekannt ist. Von welcher Erhöhung der Quote der Hilfe zur Pflege gehen Sie denn für die Kommunen in Nordrhein-Westfalen aus, wenn Sie dieses Gesetz so in Kraft setzen? Beifall: Grüne
Janosch Dahmen kritisiert das geplante Gesetz als Verschiebung von Kosten von der Pflegekasse auf die Kommunen und fordert konkrete Zahlen zur Belastung in Nordrhein-Westfalen. Der Staatssekretär verweist auf laufende Berechnungen und kann keine Zahlen nennen.
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Vielen Dank, Herr Kollege Dahmen, für diese Frage. – Die entsprechenden Ausgleichsberechnungen werden momentan mit höchster Priorität sowie in Abstimmung und immer wieder in Rücksprache mit den Ländern getätigt. Dazu kann ich Ihnen hier und heute noch keine Zahlen präsentieren.
Dann kommen wir zur Frage 4 des Abgeordneten Dr. Ingo Hahn: Wie bewertet die Bundesregierung den Umstand, dass die gesetzliche Krankenversicherung infolge der nicht kostendeckenden Finanzierung der Beiträge für Bürgergeldempfänger nach dem Ersten Bericht der FinanzKommission Gesundheit im Jahr 2027 mit rund 12 Milliarden Euro belastet wird, und sieht sie diesbezüglich Handlungsbedarf? Herr Kollege Kippels, bitte.
DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
Vielen herzlichen Dank für die Frage, Herr Kollege Hahn. – Die Frage lässt sich relativ einfach beantworten: Die Defizite aus versicherungsfremden Leistungen sind schon seit Langem Gegenstand der allgemeinen Diskussion. Die momentane Planung sieht vor, dass wir im Jahre 2027 mit einem zusätzlichen Betrag von 250 Millionen Euro in den Ausgleich einsteigen und dieser Betrag bis 2031 auf 2 Milliarden …
Vielen herzlichen Dank für die Frage, Herr Kollege Hahn. – Die Frage lässt sich relativ einfach beantworten: Die Defizite aus versicherungsfremden Leistungen sind schon seit Langem Gegenstand der allgemeinen Diskussion. Die momentane Planung sieht vor, dass wir im Jahre 2027 mit einem zusätzlichen Betrag von 250 Millionen Euro in den Ausgleich einsteigen und dieser Betrag bis 2031 auf 2 Milliarden Euro aufwächst.
Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Staatssekretär Kippels, das sind interessante Informationen. Die Bundesregierung will ja mit ihrem neuen Gesetz die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzen. Dafür sollen die Vergütungen für Ärzte, Kliniken und andere Leistungserbringer künftig nur noch sehr eingeschränkt steigen; teilweise sollen sogar zusätzliche Kürzungen möglich sein. Gleichzeitig steigen aber die Kosten überall: Personal, Energie, Mieten, Geräte, Material – das …
Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Staatssekretär Kippels, das sind interessante Informationen. Die Bundesregierung will ja mit ihrem neuen Gesetz die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzen. Dafür sollen die Vergütungen für Ärzte, Kliniken und andere Leistungserbringer künftig nur noch sehr eingeschränkt steigen; teilweise sollen sogar zusätzliche Kürzungen möglich sein. Gleichzeitig steigen aber die Kosten überall: Personal, Energie, Mieten, Geräte, Material – das wird alles immer teurer. Deshalb frage ich Sie hier: Wie will die Bundesregierung verhindern, dass diese Sparmaßnahmen am Ende zwar die Krankenkassen entlasten, aber die Arztpraxen und Kliniken unter weiteren finanziellen Druck stellen und damit natürlich auch Nachteile für den Patienten in Kauf genommen werden, wenn zum Beispiel die Praxen die Patienten viel schneller nacheinander abhandeln müssen oder sogar die Wartezeiträume noch größer werden, weil eben die Praxen das so nicht mehr leisten können?
Der Redner kritisiert die geplanten Sparmaßnahmen der Bundesregierung im Gesundheitssektor und fragt nach den Folgen für Versorgungsqualität und Patienten.
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Vielen herzlichen Dank für die Frage. – Im Rahmen der Analyse der ursprünglich 66 Vorschläge der FinanzKommission haben wir sehr genau darauf geschaut, inwieweit insbesondere die Vorschläge der Kürzungen im Rahmen der vertragsärztlichen Leistungen darauf basieren, dass die Vergütungen, die ursprünglich einmal eingeräumt worden sind, nicht den gewünschten Erfolg bringen. Dann würde auch die Streichung hier und heute nicht zu …
Vielen herzlichen Dank für die Frage. – Im Rahmen der Analyse der ursprünglich 66 Vorschläge der FinanzKommission haben wir sehr genau darauf geschaut, inwieweit insbesondere die Vorschläge der Kürzungen im Rahmen der vertragsärztlichen Leistungen darauf basieren, dass die Vergütungen, die ursprünglich einmal eingeräumt worden sind, nicht den gewünschten Erfolg bringen. Dann würde auch die Streichung hier und heute nicht zu einem Verlust an entsprechender Leistungsqualität führen.
Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Staatssekretär Kippels, ja, „würde“ – das war ein Konjunktiv, den Sie gerade verwendet haben. Aber jeder, der eins und eins zusammenzählen kann, der weiß: Wenn nicht mehr die gleichen Einnahmen da sind für die Leistungserbringer, für die Praxen, für die Kliniken, dann können natürlich auch nicht die gleichen Leistungen erbracht werden. Ich spreche hier noch mal …
Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Staatssekretär Kippels, ja, „würde“ – das war ein Konjunktiv, den Sie gerade verwendet haben. Aber jeder, der eins und eins zusammenzählen kann, der weiß: Wenn nicht mehr die gleichen Einnahmen da sind für die Leistungserbringer, für die Praxen, für die Kliniken, dann können natürlich auch nicht die gleichen Leistungen erbracht werden. Ich spreche hier noch mal an: hohe Energiepreise, die steigen überall – das gilt eben auch für die Krankenhäuser, für die Praxen –, und hohe Personalkosten. Die steigen übrigens auch dadurch, dass mit der Migration nicht immer nur die Leute gekommen sind, die uns im Bildungssystem fehlen, sondern eben leider auch sehr viele Leute, die bei uns keine Leistung erbringen und trotzdem über die Krankenkassen versorgt werden. Ich will hier ganz konkret die Migration ansprechen, genauer: die Kosten durch die Migration in das Bürgergeld. Wir haben sehr, sehr viele Menschen, die hier im Bürgergeld sind und die ihre Leistungen umsonst bekommen, und zwar vom deutschen Steuerzahler. Deshalb ist meine Frage: Warum spart die Bundesregierung nicht zuerst bei den Auswirkungen dieser politischen Fehlentscheidungen, stattdessen doch wieder beim Bürger, der das alles über die Krankenversicherung stemmen muss?
Der Redner kritisiert die Einsparungen im Gesundheitssektor und führt diese auf erhöhte Kosten durch Migration und Bürgergeld-Empfänger zurück, die vom Steuerzahler finanziert werden müssten. Er fordert, stattdessen bei diesen Auswirkungen politischer Fehlentscheidungen zu sparen, was der Staatssekretär unter Verweis auf haushälterische Verantwortung ablehnt.
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DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
Ich kommentiere jetzt keine politische Fehlentscheidung, sondern ich weise nur darauf hin, dass der Aspekt der versicherungsfremden Leistungen im Augenblick angegangen wird, wir aber unter einer gesamthaushalterischen Verantwortung stehen, die keine beliebigen Verschiebungen von einem Haushalt in den anderen Haushalt erlaubt. Deshalb muss das entsprechend mit kleineren Schritten vorbereitet werden. Aber der erste Schritt ist getan, und das ist auch …
Ich kommentiere jetzt keine politische Fehlentscheidung, sondern ich weise nur darauf hin, dass der Aspekt der versicherungsfremden Leistungen im Augenblick angegangen wird, wir aber unter einer gesamthaushalterischen Verantwortung stehen, die keine beliebigen Verschiebungen von einem Haushalt in den anderen Haushalt erlaubt. Deshalb muss das entsprechend mit kleineren Schritten vorbereitet werden. Aber der erste Schritt ist getan, und das ist auch wichtig. Ich weise im Hinblick auf die Frage nach der Vergütung der Ärzteschaft noch mal darauf hin, dass für die Zukunft keineswegs Anpassungen im Rahmen der einnahmenorientierten Ausgabenpolitik ausgeschlossen sind. Wir streichen aber bestimmte Leistungsbestandteile, die sich in der Vergangenheit nicht wirklich als leistungseffizient erwiesen haben.
Danke sehr. – Herr Staatssekretär, bei steigenden Krankenkassenkosten müssen wir immer auch über Prävention reden, gerade auch über das Rauchen. Der Bundeslandwirtschaftsminister hat vorhin in der Regierungsbefragung gesagt, dass jetzt bei Aromastoffen für E-Zigaretten die Liste mit 13 Stoffen, die auf dem Tisch lag, nicht mehr verboten, sondern nur noch reduziert werden soll. Gerade für den Schutz von Kindern wäre …
Danke sehr. – Herr Staatssekretär, bei steigenden Krankenkassenkosten müssen wir immer auch über Prävention reden, gerade auch über das Rauchen. Der Bundeslandwirtschaftsminister hat vorhin in der Regierungsbefragung gesagt, dass jetzt bei Aromastoffen für E-Zigaretten die Liste mit 13 Stoffen, die auf dem Tisch lag, nicht mehr verboten, sondern nur noch reduziert werden soll. Gerade für den Schutz von Kindern wäre ein Verbot aber essenziell, weil gerade mit den süßen Aromen viele Kinder zum Vapen animiert werden. Ich frage mich: Wie sieht das das Bundesgesundheitsministerium? Setzen Sie sich weiterhin für ein Verbot ein?
Zoe Mayer fordert angesichts steigender Krankenkassenkosten ein Verbot von Aromastoffen in E-Zigaretten, um Kinder zum Vapen zu animieren, und fragt nach der Position des Gesundheitsministeriums. Staatssekretär Kippels betont die kritische Beobachtung des Rauchverhaltens bei Jugendlichen und kündigt entsprechende Präventionsstrategien an.
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DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
Wir sind im Augenblick mit diesem Thema, insbesondere mit der Veränderung des Rauchverhaltens bei der Jugend, sehr intensiv beschäftigt und schauen uns das sehr aufmerksam an. Auch ich persönlich sehe das tagtäglich auf der Straße und halte es für sehr kritisch, dass da ein verändertes Verhalten der Jugend festzustellen ist, wobei erschreckenderweise die hohen Preise dieser Produkte offensichtlich nicht abschreckend …
Wir sind im Augenblick mit diesem Thema, insbesondere mit der Veränderung des Rauchverhaltens bei der Jugend, sehr intensiv beschäftigt und schauen uns das sehr aufmerksam an. Auch ich persönlich sehe das tagtäglich auf der Straße und halte es für sehr kritisch, dass da ein verändertes Verhalten der Jugend festzustellen ist, wobei erschreckenderweise die hohen Preise dieser Produkte offensichtlich nicht abschreckend wirken. Insofern müssen wir uns mit den gesundheitsrelevanten Faktoren und mit entsprechenden Präventionsstrategien zur Rauchvermeidung oder zur Vape-Vermeidung sehr intensiv auseinandersetzen. Ich gehe davon aus, dass das auch einer der Bestandteile unseres Präventionsgesetzes sein wird.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Staatssekretär, vor 42 Tagen haben Sie im Bundeskabinett das Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen. Anschließend hat die Bundesministerin mit dem Bundeskanzler eine Pressekonferenz gegeben, wo das Gesetz als größte Reform seit 20 Jahren vorgestellt wurde. Es wurde versprochen, dass es dazu führt, dass die Krankenkassenbeiträge 2027 nicht steigen werden. Jetzt ist heute der Tagespresse zu …
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Staatssekretär, vor 42 Tagen haben Sie im Bundeskabinett das Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen. Anschließend hat die Bundesministerin mit dem Bundeskanzler eine Pressekonferenz gegeben, wo das Gesetz als größte Reform seit 20 Jahren vorgestellt wurde. Es wurde versprochen, dass es dazu führt, dass die Krankenkassenbeiträge 2027 nicht steigen werden. Jetzt ist heute der Tagespresse zu entnehmen, dass Sie sich um sage und schreibe 3,5 Milliarden Euro verschätzt haben. Wie konnte das passieren?
Der Redner kritisiert den Parlamentarischen Staatssekretär für eine offenbar falsche Kalkulation beim Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Er konfrontiert ihn mit der Diskrepanz zwischen der Versprechen sinkender Beiträge und der gemeldeten Fehlkalkulation von 3,5 Milliarden Euro.
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DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
Zunächst mal würde ich Ihrer Bewertung, dass wir uns „verschätzt“ haben, energisch entgegentreten wollen, Herr Kollege Dahmen. Wir haben im Moment einen hochdynamischen Prozess, wobei wir tagtäglich mit entsprechenden Kosten- und Ausgabeentwicklungen konfrontiert werden, die selbst unter Heranziehung langjähriger Erfahrungen schlicht und ergreifend nicht nachvollziehbar und erklärbar sind. Sie finden aber tatsächlich statt. Deshalb ist es umso wichtiger, entsprechende Zeichen …
Zunächst mal würde ich Ihrer Bewertung, dass wir uns „verschätzt“ haben, energisch entgegentreten wollen, Herr Kollege Dahmen. Wir haben im Moment einen hochdynamischen Prozess, wobei wir tagtäglich mit entsprechenden Kosten- und Ausgabeentwicklungen konfrontiert werden, die selbst unter Heranziehung langjähriger Erfahrungen schlicht und ergreifend nicht nachvollziehbar und erklärbar sind. Sie finden aber tatsächlich statt. Deshalb ist es umso wichtiger, entsprechende Zeichen und Signale zu setzen, dass jetzt bestimmte Maßnahmen im Rahmen der GKV-Finanzierung korrigiert werden müssen, um dauerhaft diesem Ausgabenanstieg Herr werden zu können.
Dann haben wir jetzt die Möglichkeit, genau noch einen Fragesteller zuzulassen. Herr Gürpinar, Sie haben Glück. Letzte Frage, und dann ist hier der nächste Tagesordnungspunkt dran. – Bitte.
Dafür noch mal einen Extradank an Sie, Frau Präsidentin, dass ich noch eine Nachfrage stellen kann und darf. – Es geht ja um kostendeckende Beiträge für Bürgergeldempfänger, eigentlich finanziert aus dem Haushalt. Sie haben ein Reformpaket vorgelegt, das eigentlich die GKVen entlasten soll. Sie sagen sogar, dass eine Frist gesetzt werden soll bezüglich der Finanzierung der Grundsicherungsempfängerinnen und -empfänger. Gleichzeitig …
Dafür noch mal einen Extradank an Sie, Frau Präsidentin, dass ich noch eine Nachfrage stellen kann und darf. – Es geht ja um kostendeckende Beiträge für Bürgergeldempfänger, eigentlich finanziert aus dem Haushalt. Sie haben ein Reformpaket vorgelegt, das eigentlich die GKVen entlasten soll. Sie sagen sogar, dass eine Frist gesetzt werden soll bezüglich der Finanzierung der Grundsicherungsempfängerinnen und -empfänger. Gleichzeitig sagen Sie nicht wirklich, wie diese Frist aussehen soll. Sie kürzen die Gelder, die vom Haushalt in die GKV gegeben werden und belasten damit die Versicherten zusätzlich. Deswegen meine Frage: Haben Sie eine verbindliche Frist? Und warum kürzen Sie jetzt die Gelder für die Versicherungen? Beifall: Linke (einzelne Abg.)Beifall: Grüne (einzelne Abg.)↳ Dr. Kirsten Kappert-Gonther (Grüne): »Sehr gute Frage!«
Ates Gürpinar kritisiert die Finanzierung der Grundsicherung im Gesundheitsfonds und wirft der Regierung vor, durch Kürzungen die Versicherten zu belasten, ohne eine verbindliche Frist zu setzen. Parlamentarischer Staatssekretär Kippels entgeht, dass der Bundeshaushalt und die GKV-Sanierung parallel abgestimmt werden.
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DRDr. Georg KippelsParl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für GesundheitregierungIm Protokoll ↗
Verehrter Herr Kollege Gürpinar, Ihnen dürfte nicht entgangen sein, dass wir im Augenblick in der Hochphase der Vorbereitung des Bundeshaushaltes 2027 sind und parallel dazu die Bemühungen zur Sicherstellung der GKV laufen. Das bedingt sich zwar untereinander, es ist aber nicht ein verbundenes Gefäß, in dem automatisch die eine Entscheidung auf die andere durchschlägt. Die müssen miteinander abgestimmt werden. Das …
Verehrter Herr Kollege Gürpinar, Ihnen dürfte nicht entgangen sein, dass wir im Augenblick in der Hochphase der Vorbereitung des Bundeshaushaltes 2027 sind und parallel dazu die Bemühungen zur Sicherstellung der GKV laufen. Das bedingt sich zwar untereinander, es ist aber nicht ein verbundenes Gefäß, in dem automatisch die eine Entscheidung auf die andere durchschlägt. Die müssen miteinander abgestimmt werden. Das geschieht momentan bei sich ständig wechselnden wirtschaftlichen Gesamtverhältnissen. Wir gehen davon aus, dass zum richtigen Zeitpunkt ein entsprechender Haushaltsentwurf für den Gesamthaushalt vorgelegt werden kann, in dem dann auch die weitere Entwicklung im Rahmen der GKV-Sanierung abgebildet sein wird.