Gedenken an Flucht und Vertreibung vor 80 Jahren - Aussöhnung und europäische Verständigung voranbringen
Tagesordnungspunkt 15 · 21/86 · 25. Juni 2026
Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kollegen! Als der Zweite Weltkrieg vor 80 Jahren mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht endete, war dies die Befreiung der Deutschen und Europas von der nationalsozialistischen Gewalt- und Terrorherrschaft. „Niemand wird um dieser Befreiung willen vergessen,“ – – so führte Richard von Weizsäcker in seiner berühmten Rede aus – „welche …
Willsch betont anhand persönlicher Erlebnisse und Joschka Fischers Biografie, dass Flucht und Vertreibung wesentliche Teile der deutschen Identität seien. Er fordert eine stärkere Ausrichtung der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung auf das Schicksal der deutschen Vertriebenen, um dem Willen der Bevölkerung zu entsprechen.
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Der Dichter Gottfried Benn wuchs in der Neumark auf, einem Gebiet östlich der Oder. Nach dem Krieg wurden die deutschen Bewohner vertrieben, die Ortsnamen geändert und die Region polnisch besiedelt. In einem Gedicht schreibt er: „[…] der Garten in polnischem Besitz, die Gräber teils-teils aber alle slawisch, Oder-Neiße-Linie […]“ Wie Millionen andere, betrifft mich …
Der Redner gedenkt der deutschen Vertriebenen nach 1945, qualifiziert die Vertreibung als Völkerrechtsbruch und betont die Pflicht zur Erinnerung an die deutsche Kultur im Osten. Er lobt die Korrektur der Namensänderung eines Kulturinstituts und stellt einfache Menschen gegen Regierungen als Kriegsverursacher.
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir sind in einer Situation, in der wir vielleicht wie noch nie die Möglichkeit haben, in der Erinnerung an die Vertreibung und das Schicksal der deutschen Vertriebenen zugleich unseren Blick für das Schicksal von Vertriebenen und Flüchtenden insgesamt zu weiten und uns bewusst zu machen – und das werde ich gleich zu tun versuchen …
Der Redner plädiert für eine Erweiterung der Erinnerungskultur, die das Leid der deutschen Vertriebenen anerkennt, ohne die deutsche Schuld für die Shoah zu relativieren, und betont die historische Chance der Versöhnung mit den osteuropäischen Nachbarn.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das Ende des Zweiten Weltkriegs vor rund 80 Jahren bedeutete für Europa die Befreiung vom Nationalsozialismus. Es markierte zugleich den Beginn einer Nachkriegszeit, die von millionenfachem Tod, zerstörten Städten, unermesslichem Leid, von Flucht, Vertreibung und Heimatverlust geprägt war. Wenn wir heute über Flucht und Vertreibung sprechen, dann tun wir das mit einer …
Benner betont die Notwendigkeit einer Erinnerungskultur, die das Leid der Vertriebenen anerkennt, aber untrennbar mit der nationalsozialistischen Schuld verknüpft sieht, und warnt vor einer nationalen Verengung der Gedenkpolitik zugunsten der europäischen Versöhnung.
Sehr geehrte Präsidentin! Werte Gäste auf den Tribünen! Gedenken an Flucht und Vertreibung bedeutet für uns immer auch, der Realität der Gegenwart ins Auge zu blicken. Vor 80 Jahren irrten Millionen entwurzelter Menschen als Displaced Persons verzweifelt durch ein von den Deutschen zerstörtes Europa. Dieses unendliche Leid war die unmittelbare Folge des deutschen Vernichtungskriegs. Unser Gedenken darf niemals an nationalen …
Clara Bünger verknüpft die historische Verantwortung für Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg mit einer scharfen Kritik an der aktuellen EU-Asylpolitik und der Bundesregierung, die sie als Bruch des historischen Schutzversprechens 'Nie wieder' bezeichnet.
Für die CDU/CSU-Fraktion hat das Wort der Abgeordnete Stephan Mayer. Stephan Mayer : Sehr verehrte Frau Präsidentin! Sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich bin sehr dankbar, dass wir heute diese Vereinbarte Debatte zum Thema „Gedenken an Flucht und Vertreibung vor 80 Jahren“ führen können. Ich sage dies einerseits als Abgeordneter, aber andererseits auch als Präsident des Bundes der Vertriebenen. Und …
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! „Die Deutschen wurden vertrieben, aber nicht einfach mit einem Mangel an übertriebener Rücksichtnahme, sondern mit dem denkbar höchsten Maß an Brutalität.“ So schrieb der Publizist Victor Gollancz bereits im Jahre 1947. Vertreibung, Entrechtung, Folter und Ermordung waren das Schicksal der Deutschen in den Ostgebieten. Die Vertreibung der Sudetendeutschen charakterisierte der Völkerrechtsexperte Ermacora als Völkermord …
Der Redner kritisiert die mangelnde Anerkennung des Leids deutscher Vertriebener und wirft den 'Eliten' sowie dem Berliner Dokumentationszentrum vor, dieses Leid durch Vergleich mit aktueller Migration zu relativieren, während er ein erwachendes Heimatbewusstsein bei Deutschen konstatiert.
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Vor 80 Jahren mussten 14 Millionen Deutsche ihre Heimat in den deutschen Ostgebieten und im östlichen Europa verlassen. Unter ihnen war auch meine Mutter. Ihre Geschichte von Flucht und Vertreibung war in unserer Familie stets präsent. Sie hat uns geprägt, so wie die Erfahrungen von Millionen Betroffenen ihre Familien und unser Land geprägt haben. …
Die Rednerin gedenkt der Flucht und Vertreibung der Deutschen und betont, dass wahre Versöhnung nur durch die Anerkennung der deutschen Verantwortung für NS-Verbrechen möglich sei. Sie warnt vor aktuellen Gefahren für den europäischen Frieden durch Putins Angriffskrieg und Extremismus und ruft zur Verteidigung der europäischen Errungenschaften auf.
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Das Pfingsttreffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Brünn – mein Vorredner von den Grünen hat es bereits gesagt – hätte ein großer Meilenstein werden können, weil sich die Landsmannschaft zum ersten Mal auf tschechischem Boden getroffen hat. Das ist möglich geworden, weil es mutige tschechische Bürger gegeben hat, die gesagt haben: Wir kehren das nicht …
Der Redner kritisiert die Haltung der tschechischen Politik und der Bundesregierung im Umgang mit der Vertreibungsgeschichte, fordert eine stärkere Fokussierung auf das Leid deutscher Vertriebener und warnt vor einer Öffnung der Reparationsfrage durch die aktuelle Regierung.