Vorlage des Gesetzes zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur
Tagesordnungspunkt 2 · 21/76 · 6. Mai 2026
Vielen Dank, Frau Staatssekretärin, für die Antwort auf die Frage zum Gesetzentwurf, den Sie jetzt vorgelegt haben. Ich muss sagen: Es stehen ein paar ganz gute Sachen drin; andere Sachen fehlen. Ich hätte mir zum Beispiel eine eigene Planfeststellung für den Naturschutz und noch mehr Beschleunigung gewünscht. Ich habe jetzt vor allem die Frage: Was übersteht den weiteren Prozess, vor …
Gesenhues kritisiert den Gesetzentwurf zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur als unzureichend und bemängelt insbesondere die Aushöhlung der Realkompensation zugunsten eines Freikaufs durch Ersatzgeld. Die Parlamentarische Staatssekretärin Schwarzelühr-Sutter weist darauf hin, dass das Ersatzgeld der Realkompensation gleichgestellt sei und die Mittel an anderer Stelle für den Naturschutz eingesetzt werden müssten.
Frau Staatssekretärin, danke für die Antwort. – Ich kenne diese Situation aus der Praxis, aus einigen abgegrenzten Fällen, wo das jetzt schon so ist. Das wird nicht funktionieren; das zeigt die Praxis. Die Gelder werden nicht in die Fläche kommen, es werden nicht ausreichend Flächen angekauft werden. Deswegen brauchen wir dieses Instrument der Realkompensation. Ich glaube, das ist auch logisch: …
Gesenhues kritisiert die praktische Umsetzung der Kompensationsregelungen und warnt, dass finanzielle Ausgleiche nicht zu tatsächlichem Naturschutz in der Fläche führen. Er fordert die Staatssekretärin auf, die angebliche De-facto-Abschaffung der Realkompensation zu überdenken.
Das ist, anders als Sie es gesagt haben, Herr Kollege, keine Abschaffung der Realkompensation. Die Realkompensation ist wichtig; aber es gibt durchaus Fälle, wo sie sehr schwierig ist oder fast unmöglich. Und für diese Fälle ist dieses Ersatzgeld, diese Möglichkeit der Gleichstellung, gedacht. Dann wird und muss es für die Kompensation eingesetzt werden. Das ist keine einfache Aufgabe; aber ich …
Danke, Herr Präsident. – Danke, Frau Staatssekretärin, für Ihre Ausführungen. Die von Ihnen gerade genannte Abstufung, dass nur in diesen Fällen dann das Ersatzgeld griffe, bildet sich ja im Entwurf des IZG überhaupt nicht ab, sondern da wird generell das Ersatzgeld dem Ausgleich gleichgestellt. Deshalb frage ich Sie: Kann der Gesetzentwurf zum Infrastruktur-Zukunftsgesetz ohne Zugriff und Durchgriff auf Flächen auch …
Harald Ebner kritisiert, dass der Gesetzentwurf zum Infrastruktur-Zukunftsgesetz das Ersatzgeld generell dem Ausgleich gleichstellt, und hinterfragt, ob das Gesetz den Wegfall der Realkompensation ohne Flächenzugriff abschwächen kann. Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter erwidert pragmatisch, dass Kommunen oft ein Interesse an lokaler Kompensation haben und Ersatzgeld nur dort nötig sei, wo eine solche nicht möglich ist, um Mittel in die Region zu bringen.
Ich versuche mal, Herr Kollege Ebner, das mit einem pragmatischen Ansatz zu erklären. Ich war lange in der Kommunalpolitik und bin schon davon überzeugt, dass, wenn es zum Beispiel um eine Bundesstraße geht, man sich in der Region, in den Kommunen, schon sehr intensiv damit beschäftigt, wie kompensiert werden kann. Manchmal ist es ja durchaus so, dass die Kommunen ein …
Vielen Dank, Herr Präsident. – Sehr geehrter Herr Hahn, der Ausbau der erneuerbaren Energien ist für die Erreichung unserer Klimaziele unverzichtbar, weswegen der Koalitionsvertrag einen entschlossenen Ausbau vorsieht. In der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030 haben wir das Ziel verankert, den Ausbau naturverträglich auszugestalten. Das gelingt, indem wir den Ausbau entsprechend den geltenden Gesetzen durch eine naturverträgliche Standortauswahl räumlich …
Ich hätte eine Nachfrage, Frau Staatssekretärin Schwarzelühr-Sutter von der SPD. Sie verweisen ja bei diesen Eingriffen – ich spreche hier die Windkraft und die Freiflächen-Photovoltaik an – immer auf Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Aus der Sicht des Naturschutzes – ich bin Naturschützer – ist es aber wichtig, dass diese Maßnahmen in der Praxis tatsächlich funktionieren. Das heißt, dass nicht nur rechnerisch …
Der Redner fragt nach der ökologischen Wirksamkeit und mehrjährigen Kontrolle von Ausgleichsmaßnahmen bei Eingriffen durch Windkraft und Photovoltaik und problematisiert den zunehmenden Flächendruck auf die Landwirtschaft. Die Staatssekretärin entgegnet, dass Infrastruktur naturverträglich gestaltet werde und verweist auf die Nutzung von kalamitätsgeschädigten oder landwirtschaftlich unbrauchbaren Flächen für erneuerbare Energien.
Sehr geehrter Herr Kollege Hahn, das haben Sie in meiner Antwort an Herrn Gesenhues und an Herrn Ebner gehört: Natürlich sind wir immer bedacht, Infrastruktur – und dazu gehört auch der Ausbau der erneuerbaren Energien – naturverträglich zu gestalten. Und wenn Sie sehen, wie die Natur unter dem Klimawandel leidet, dass Flächen teilweise kahl sind wegen Kalamitäten, wegen Hitzeperioden, dann …
Sie haben jetzt gerade suggeriert, dass nur auf natürlichen Kahlflächen, wo was weiß ich Kalamitäten wären, Windanlagen hinkommen würden. Das Gegenteil ist ja der Fall: Es werden Wälder abgeholzt; es werden auch landwirtschaftliche Flächen, die vorher für Grünlandwirtschaft genutzt wurden, jetzt für Photovoltaik genutzt. Das heißt, wir haben hier eine Zunahme der Intensität der Flächennutzung; wir haben eine Industrialisierung. Das …
Der Redner kritisiert die Intensivierung der Flächennutzung durch erneuerbare Energien und hinterfragt, ob kumulative ökologische Belastungen bei Genehmigungsverfahren ausreichend berücksichtigt werden. Dabei bringt er den Flächenverbrauch in einen Zusammenhang mit der Bevölkerungszuwanderung.
Sehr geehrter Herr Kollege, ich möchte hier mal klarstellen, dass ich für die Bundesregierung spreche, auch wenn Sie mich hier immer mit meiner Parteizugehörigkeit ansprechen. Dass das einfach noch mal klar ist: Ich spreche für die Bundesregierung, und ich spreche jetzt nicht als Parteimitglied für meinen Ortsverein oder meinen Kreisverband. – Ich bitte, das auch zu beachten. Ich bin schon …
Danke, Herr Präsident. – Frau Staatssekretärin, Sie haben gerade „kahl“ gesagt. Ich kann Ihnen sagen, was noch kahl ist, nämlich Maisfelder, wenn es um ihren Nutzen für Bestäuber und andere Insekten geht. Trotz des Maisdeckels, den Sie eingeführt haben, werden immer noch Hunderttausende Hektar in Deutschland mit Mais angebaut, der ausschließlich dafür da ist, in Biogasanlagen in Bioenergie umgewandelt zu …
Der Redner kritisiert den großflächigen Anbau von Energiemais als ökologisch wertlos für Insekten und hinterfragt die positive Selbsteinschätzung der Regierung bezüglich des Biodiversitätsschutzes.
Sehr geehrter Kollege Kraft, zu dem Ausbau der Erneuerbaren sind die Regelungen, naturverträglich auszubauen, da. Hier gilt auch das Wind-an-Land-Gesetz; ich will es nur noch mal nennen. Und zur Begrenzung beim Maisanbau: Sie können, wenn Sie an einem Feld vorbeifahren, nicht sagen, ob es für Silage – für Futter – oder ob es für die Biogasanlage ist. Deswegen ist es …
Danke schön, Herr Präsident. – Frau Staatssekretärin, interessant ist ja, dass die AfD Biodiversität immer nur dann für sich entdeckt, wenn es um erneuerbare Energien geht. Jetzt möchte ich Sie fragen, welche Landnutzungen in diesem Land eigentlich am meisten Fläche in Anspruch nehmen und damit auch die größten Auswirkungen auf die Biodiversität haben. Vor allem wäre es spannend, zu wissen, …
Harald Ebner wirft der AfD vor, Biodiversität nur als Argument gegen erneuerbare Energien zu instrumentalisieren, und fragt nach den tatsächlich flächenintensivsten Landnutzungen. Die antwortende Staatssekretärin verweist auf ungenutzte Dachflächen und benennt Pestizide als Hauptursache des Insektensterbens.
Vielen Dank, Herr Kollege Ebner. – Wenn Sie mir gestatten: Wir haben noch viele Dächer. Die sind schon mal da; für deren Nutzung braucht es keine neue Fläche. Insofern gibt es da eine Entlastung. Insbesondere was die Insektensterblichkeit bzw. die biologische Vielfalt betrifft, ist es tatsächlich so, dass Pestizide der größte Feind der biologischen Vielfalt sind, und die kommen nicht …
Vielen Dank, Herr Präsident. – Frau Staatssekretärin, wir haben ja Möglichkeiten, Flächenkonkurrenzen, die bestehen, zu vermindern. Die vorherige Bundesregierung hat dazu im Erneuerbare-Energien-Gesetz sogenannte besondere Solaranlagen eingeführt. Da geht es um Agri-PV, also um Anlagen, wo landwirtschaftliche Nutzung und Solaranlagen zusammenpassen, und um Moor-PV, wo auf vernässten Böden dann nicht Naturschutz oder Landwirtschaft betrieben wird, sondern eben Solaranlagen betrieben werden, …
Karl Bär kritisiert potenzielle Pläne des BMWK, Fördermöglichkeiten für Agri- und Moor-Photovoltaik zu streichen, und fragt nach den Folgen für Investoren, die im Vertrauen auf die geltende Gesetzeslage gehandelt haben. Parlamentarische Staatssekretärin Schwarzelühr-Sutter betont in ihrer Antwort die Wichtigkeit verlässlicher Rahmenbedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energien zur Erreichung der Klimaschutzziele.
Sehr geehrter Herr Kollege Bär, es ist wichtig – wie ich anfangs schon gesagt habe –, dass wir die erneuerbaren Energien tatsächlich ausbauen. Wir wissen, das sind Sicherheitsenergien. Wir erleben gerade jetzt, angesichts des Nahostkriegs, wie abhängig wir von fossilen Energien sind – bezüglich der Versorgung und des Preises. Und Sie haben recht: Die vielen Möglichkeiten, ob das jetzt Moor-PV …
Vielen Dank, Herr Präsident. – Sehr geehrte Frau Staatssekretärin, meine Nachfrage betrifft die Flächenversiegelung. Man diskutiert ja in so ziemlich jeder Kommune, wenn eine Straße erweitert wird, dreimal länger und breiter, als die Straße erweitert wird, ob da jetzt zu viel Fläche versiegelt wird, wie das Regenwasser absickert usw. Inwiefern beschäftigt sich denn die Bundesregierung mit den eklatanten Flächenversiegelungen, die …
Der Redner fragt nach dem Umgang der Bundesregierung mit Flächenversiegelung im Kontext der Ausbauziele für Windkraft und stellt den Widerspruch zwischen kommunalen Versiegelungsdebatten bei Straßenbau und den Anforderungen der Windenergie heraus.
Lieber Herr Kollege Gesenhues, der Gewässerschutz ist und bleibt für die Bundesregierung ein zentrales Anliegen. Um unsere Gewässer effektiv vor den negativen Einflüssen von Schadstoffen wie PFAS, Nitrat oder Mikroplastik zu schützen, müssen verschiedene politische Bereiche Hand in Hand arbeiten und sich gemeinsam für dieses wichtige Ziel einsetzen. In der Nationalen Wasserstrategie hat die Bundesregierung Maßnahmen formuliert, die bis zum …
Vielen Dank, Frau Staatssekretärin, für die sehr ausführliche Antwort. – Ich will den Punkt Kommunalabwasserrichtlinie rauspicken, den Sie auch schon angesprochen haben. Ich halte das für eine ganz entscheidende Regelung, weil sie unter anderem vorsieht, dass die Verursacher der Belastung durch hormonell wirksame Substanzen – Medikamente, PFAS etc. –, also die Pharma- und Chemieindustrie sowie andere, auch für die Reinigung …
Der Redner betont die Wichtigkeit der Kommunalabwasserrichtlinie, die vorsieht, dass die Verursacher von Gewässerbelastungen durch hormonell wirksame Substanzen die Kosten für die Reinigung tragen sollen, anstatt der Steuerzahler. Er kritisiert die Einflussnahme von Lobbyisten, die dieses Verursacherprinzip unterlaufen wollen, und fordert die Bundesregierung auf, sich weiterhin für eine erweiterte Herstellerverantwortung einzusetzen.
Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter versichert im Namen der Bundesregierung, dass die Umsetzung des Gesetzes gerecht für die Bürgerinnen und Bürger erfolgen wird, unter anderem durch eine erweiterte Herstellerverantwortung.
Vielen Dank. – Die belasteten Gewässer – wir haben es vorhin ja angesprochen – gelangen auch in unsere Meere, in die Nord- und in die Ostsee, und in den letzten Wochen haben wir eine besondere Aufmerksamkeit für den Meeresschutz und für den Schutz der Wale erlebt. Teilweise hat das ja auch etwas absurde Blüten getrieben. Der Minister Backhaus hat ja …
Der Redner kritisiert den Minister für bisherige Blockaden gegen eine Beschränkung der Stellnetzfischerei und fordert konkrete Maßnahmen der Bundesregierung zum Schutz des Schweinswals in der Ostsee. Die Parlamentarische Staatssekretärin erkennt das Problem an und verweist auf die Notwendigkeit einer europäischen Lösung sowie die Entwicklung von Alternativen zur Stellnetzfischerei.
Vielen Dank, Herr Gesenhues, dass Sie auch noch mal den Blick auf die Schweinswale geworfen haben, die tatsächlich in der Ost- und Nordsee vorkommen und auch schon in einer der letzten Fragestunden von einer Ihrer Kolleginnen thematisiert wurde. Ich bin froh, dass sich die Population in der Nordsee wenigstens stabilisiert hat; aber da gibt es tatsächlich noch Herausforderungen, auch bezüglich …
Die Rednerin weist auf den Eintrag von Tierantibiotika über Gülle ins Grundwasser und die Zunahme von Antibiotikaresistenzen hin und kritisiert das Fehlen entsprechender Grenzwerte. Die zuständige Staatssekretärin verweist auf mögliche Konsequenzen bei Einträgen, grenzt den Themenbereich der Tiermedizin aber als Zuständigkeit des BMELV ab.
Vielen Dank, Herr Präsident. – Frau Staatssekretärin, Sie hatten eingangs bei der Frage von Herrn Dr. Gesenhues unter den vielen Dingen, die unser Wasser belasten können, auch Pestizide genannt und dabei ausführlich auch auf die Rolle der Europäischen Union verwiesen, die ja Pestizidwirkstoffe zulässt. Jetzt bemerken wir, dass einige unserer Nachbarstaaten, insbesondere Dänemark, aber auch die Niederlande, anfangen, Pestizide vom …
Karl Bär fragt nach dem Grund für das deutsche Nicht-Handeln beim Verbot von PFAS-haltigen Pestiziden, da Nachbarstaaten wie Dänemark und die Niederlande bereits tätig geworden sind. Er betont die Notwendigkeit nationaler Schritte, um die Verschmutzung von Wasser und Boden durch Trifluoracetat zu stoppen.
Vielen Dank, Herr Kollege Bär. – Sie hatten sich ja in der letzten Fragestunde schon dazu geäußert, und ich muss Ihnen sagen, dass die Regelungen zu PFAS tatsächlich ein Thema auf europäischer Ebene sind. Sie wissen, dass es um ein Verbot geht und dass geprüft wird, was verboten werden soll. Wir warten noch auf den Prüfbericht. Sicherlich gehört auch dazu, …
Vielen Dank, Frau Staatssekretärin. – An der Wasserverseuchung durch PFAS in Kommunen, zum Beispiel im Landkreis Rastatt, zeigt sich, wie zerstörerisch der Marktdruck wirkt. Die Landwirte und Landwirtinnen werden zu schädlichen Praktiken – in dem Fall zur Ausbringung von kontaminiertem Kompost – gezwungen, und wir alle zahlen am Ende wegen vergifteter Lebensgrundlagen durch Stoffe wie PFAS und TFA. Was wollen …
Der Redner thematisiert die PFAS-Wasserverseuchung, macht den Marktdruck sowie die Macht von Agrarkonzernen und Handelsketten für schädliche Praktiken in der Landwirtschaft verantwortlich und fragt nach Lösungen für eine sozial gerechte Landwirtschaft. Die Staatssekretärin widerspricht dieser Kausalität am Beispiel Rastatt, da dort kein Agrarkonzern involviert war, und fordert stattdessen pragmatische Lehren für den künftigen Schutz der landwirtschaftlichen Flächen.
Sehr geehrter Herr Kollege, wenn Sie Rastatt als Beispiel nehmen, dann müssen Sie auch genau darauf achten, was dort passiert ist. In Rastatt wurde Kompost aus Papierschlämmen verwendet. Dafür war kein Agrarkonzern verantwortlich, und zu jener Zeit war das mit dieser Mischung auch tatsächlich erlaubt. Deswegen, glaube ich, ist es schwierig, zu sagen: Die Agrarkonzerne sind verantwortlich, und die Landwirte …
Vielen Dank, Herr Präsident. – Frau Staatssekretärin, ich bin schon ein bisschen älter; vielleicht habe ich eben die Antwort nicht genau gehört, die Sie auf eine Frage meines Kollegen Jan-Niclas Gesenhues gegeben haben. Und zwar hatte er Sie ja nach der kommunalen Abwasserrichtlinie und danach gefragt, wer die vierte Reinigungsstufe finanziert. Können Sie bitte noch mal bestätigen, dass diejenigen, die …
Dr. Julia Verlinden erkundigt sich nach der Kostenträgerschaft für die vierte Reinigungsstufe bei Kläranlagen und äußert Misstrauen gegenüber einer Formulierung in der Chemieagenda, die eine bezahlbare chemische Produktion berücksichtigen soll. Parl. Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter bestätigt den Anspruch auf eine 80-prozentige Finanzierung durch die Verursacher, verweist jedoch auf die Notwendigkeit fairer Wettbewerbsbedingungen für die Industrie.
Sehr geehrte Frau Kollegin Verlinden, Sie haben ja dazu auch eine Frage gestellt, auf die ich noch mal eingehe. Ich sehe da überhaupt keinen Widerspruch. Ich habe auch gesagt, dass für uns im BMUKN der Ansatz ist, dass entsprechend die erweiterte Herstellerverantwortung gilt oder gelten soll und wir die 80 Prozent als Ziel haben. Ich glaube, das ist gerecht. Man …
Sehr geehrter Herr Kollege, die letzten drei Atomkraftwerke stellten zum 15. April 2023 den Leistungsbetrieb ein. Der Abbau dieser Anlagen hat begonnen. Es wurden zentrale Teile der Anlagen bereits stillgesetzt und abgebaut. Beispielsweise wurde mit der Zerlegung von Kern- oder Reaktordruckbehältereinbauten begonnen. Darüber hinaus wurden in allen drei Atomkraftwerken die Brennelemente aus dem Reaktordruckbehälter entladen. Für die nächsten Jahre ist …
Vielen Dank. – Frau Staatssekretärin, wie Sie ja wissen, werden in Frankreich, Schweden, der Schweiz und auch Polen fleißig neue Reaktoren gebaut. Die bei uns jetzt in Rede stehenden Kernkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim sind alle baugleich. Haben Sie sich vielleicht überlegt, bis zu welchem Zeitpunkt ein Rückbau nicht mehr möglich wäre? – Eine Reaktivierung nicht mehr möglich wäre! …
Peterka hinterfragt die Staatssekretärin zum Umgang mit dem Rückbau deutscher Kernkraftwerke und schlägt vor, diesen vorerst auszusetzen, da die Anlagen noch benötigt werden könnten. Er stützt sein Argument auf den Bau neuer Reaktoren im europäischen Ausland.
Sehr geehrter Kollege Peterka, uns liegen keine Anträge der Eigentümer dieser Kernkraftwerke vor, und insofern erübrigt sich alles Weitere. Im Übrigen will ich auch noch mal richtigstellen, weil Sie auch die Schweiz genannt haben: In der Schweiz gibt es noch keinen neuen Beschluss, in den Bau von Atomkraftwerken einzusteigen, und sie baut derzeit auch kein neues Atomkraftwerk, sondern dort sind …
Die Schweiz plant aber – es gibt dort definitiv Planungsstände –, und man kann auch erwarten, dass die dort dann auch tätig werden. Für die anderen Länder gilt das aber auf jeden Fall weiterhin. Sie haben die Betreiber erwähnt. Die melden sich derzeit nicht, weil sie genau wissen, dass die politische Lufthoheit ihnen sowieso nichts ermöglichen wird. Es gibt da …
Der Redner fragt nach politischen Konsequenzen aus den高昂en Kosten für Stromabnehmer und einer angeblichen Mehrheit gegen den Atomausstieg, woraufhin die Staatssekretärin rechtliche Grundlagen betont und Gegenfragen zu Kosten und Atommüll stellt.
Sehr geehrter Herr Kollege Peterka, ich glaube, sowohl in der Schweiz als auch bei uns sind die rechtlichen Grundlagen die Grundlage für Entscheidungen und nicht Umfragen. Es ist wichtig, das noch mal klarzustellen. Der Atomausstieg steht nicht erneut im Koalitionsvertrag; aber wir haben den Ausstieg beschlossen und die rechtlichen Grundlagen dafür. Wenn Sie die Zahl von 20 Milliarden Euro in …
Danke schön, Herr Präsident. – Frau Staatssekretärin, ich glaube, Sie teilen mit mir die Erkenntnis, dass von fleißigem Reaktorenbau um uns herum keine Rede sein kann. Ganz im Gegenteil: Es gibt halt Absichtserklärungen. Alle Projekte werden viel länger dauern und kosten ein Vielfaches von dem, was geplant war. – Und relativ zur Energieerzeugung nimmt der Anteil des Atomstroms ab. Da …
Der Redner hinterfragt die Wirtschaftlichkeit der Atomkraft und verweist auf Bauverzögerungen, hohe Kosten und unklare Folgekosten für Zwischen- und Endlagerung, die den Haushalt belasten.
Ich will mal die Gestehungskosten anführen, und die sind bei der Atomkraft am höchsten. Ich glaube, das spricht für sich. Wenn man allein schon die Zwischen- und Endlagerung und den langen Zeitraum der Endlagerung betrachtet: Man kann gar nicht prognostizieren, wie hoch die Kosten dafür sind. – Ich habe Sie nicht verstanden, Frau von Storch; vielleicht ist das auch gut …
Herr Präsident, vielen Dank. – Frau Staatssekretärin von der Bundesregierung, Ihr Bundeskanzler, Herr Merz, hat die Energiewende mit den Worten beschrieben – ich zitiere –: „Diese Energiewende, wenn wir sie jetzt nicht korrigieren, bringt uns um.“ Und den Kernkraftausstieg hat er als – ich zitiere – „schweren strategischen Fehler“ bezeichnet. Zugleich wird berichtet, die Wiederinbetriebnahme einzelner Kernkraftwerke sei möglich. Deshalb …
Der Redner zitiert Aussagen des Unions-Kanzlerkandidaten Merz zur Energiewende und zum Kernkraftausstieg und fordert die Bundesregierung auf, einen Moratorium für den Rückbau der zuletzt abgeschalteten Kernkraftwerke zu veranlassen.
Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin, vielen Dank. – Zunächst mal: Wenn Sie immer diese Mär von der teuren Kernkraft erzählen, muss man sich ja schon mal fragen, warum sie alle anderen Länder nutzen. Die machen das ja wahrscheinlich nicht aus Nächstenliebe oder weil es so teuer ist. Und ich glaube auch, dass die Kernkraft in ihrer Geschichte durch die …
Der Redner kritisiert die ablehnende Haltung zur Kernkraft und hinterfragt den Begriff der Unabhängigkeitsenergie im Kontext erneuerbarer Energien. Er argumentiert, dass Windenergie von chinesischen Rohstoffmonopolen abhängig sei, während Uran von mehreren Anbietern bezogen werden könne.
Der Redner wirft der Politik vor, auf kostenintensive erneuerbare Energien zu setzen. Die Parlamentarische Staatssekretärin entgegnet daraufhin mit Verweis auf die Recyclbarkeit von Windkraftanlagen und grenzt diese von der langfristigen und generationenübergreifenden Kostenlast der atomaren Reststoffe ab.
Vielen Dank, Herr Präsident. – Wenn es parlamentarisch zulässig wäre, würde ich jetzt mutmaßen, dass der Kollege von der AfD hier lügen würde. Aber weil das ja nicht zulässig ist, glaube ich jetzt einfach mal, dass es wahrscheinlich Unkenntnis ist. Denn Sie haben gerade gesagt, alle Länder würden auf Atomkraft setzen. Es sind 15 Prozent der Länder. Das heißt, 85 …
Der Redner korrigiert eine Aussage der AfD zum weltweiten Anteil von Ländern mit Atomkraft und bezweifelt anschließend die technische und regulatorische Machbarkeit einer Wiederinbetriebnahme deutscher Kernkraftwerke, indem er auf ausstehende Sicherheitsüberprüfungen und die aktuellen Rückbauarbeiten verweist.
Sehr geehrter Herr Kollege Gesenhues, ich kann nicht abschätzen, welche Kosten auf die Betreiber dann zukommen würden. Aber im Prinzip ist es ja so: Sie haben einen fortgeschrittenen Abbau, und Sie müssen vieles neu machen. Entsprechend brauchen Sie dann auch die Sicherheitsüberprüfungen und die entsprechenden Auslegungen für den Reaktor und die Brennelemente. Und vielleicht auch noch einen Satz dazu, was …
Die Rednerin weist auf die hohen Kosten und Sicherheitsanforderungen bei einer Wiederaufnahme des Atomkraftwerksbetriebs hin und betont, dass Atomkraftwerke auch potenzielle Angriffsziele sind.
Liebe Frau Kollegin Badum, wir haben es ja heute Morgen schon besprochen, aber jetzt noch mal: Die Konferenz in Santa Marta ist mit folgendem Ergebnis zu Ende gegangen: Es gibt künftig drei gemeinsame Arbeitsstränge zur Vertiefung der Zusammenarbeit. Im ersten Strang geht es um die Erstellung von nationalen Roadmaps zur Abkehr von fossilen Energien. Der zweite Arbeitsstrang befasst sich mit …
Vielen Dank, Herr Präsident. – Frau Staatssekretärin, Sie sagen es: Viele Länder wollen jetzt einen Plan zum Ausstieg aus fossilen Energien erstellen. Hier in Deutschland gibt es nun einen Referentenentwurf für ein Gebäudemodernisierungsgesetz. Darin steht, dass es kein Enddatum für Öl- und Gasheizungen mehr geben soll. Das gab es; Sie schaffen das extra ab. In einer Zeit, in der fossile …
Die Rednerin kritisiert einen Referentenentwurf zum Gebäudemodernisierungsgesetz, da dieser ein Enddatum für Öl- und Gasheizungen streicht, und fragt, ob dieses Gesetz klimaschädlich sei und nicht den auf der COP in Santa Marta geforderten Ausstiegsplan aus fossilen Energien erfülle.
Liebe Frau Badum, in Santa Marta wurde kein Ausstiegsplan beschlossen. Ich habe gerade aufgezeigt, was man vereinbart hat. Ich will bezüglich eines Ausstiegsplans noch mal ausdrücklich auf den Kohleausstieg in Deutschland – Stichwort „Transformation“ – und darauf hinweisen, was wir im Bereich Transformation tun. Außerdem möchte ich auf die Klimaschutzziele hinweisen, die wir erreichen wollen und müssen, sowie auf unseren …
Sehr geehrte Frau Staatssekretärin, wir haben schon mehrfach über dieses neue Gesetz gesprochen, und Ihre Aussage war: Sie können nicht beurteilen, ob es klimaschädlich ist, weil es nur Eckpunkte sind. – Jetzt gibt es aber einen Referentenentwurf, und deswegen möchte ich eine klare Antwort von Ihnen. Aus meiner Sicht ist es so: Wenn Minister Schneider dieses Gesetz durchwinkt, ist seine …
Die Rednerin wirft dem Umweltminister vor, durch die Befürwortung des vorliegenden Gesetzes massiv klimaschädliche Mehremissionen zu verursachen und seine Klimabilanz dauerhaft zu ruinieren. Sie fordert eine klare Aussage, ob der Minister das Gesetz stoppt oder als gescheitert gilt.
Sehr geehrte Frau Kollegin Badum, Sie gehen sehr hart ins Gericht, vor allem mit meinem Minister und mit unserem Haus. Wir sind jetzt in der Ressortabstimmung. Für uns ist wichtig, dass wir unsere Klimaschutzziele tatsächlich erreichen. Dazu hat sich die Bundesregierung mit dem Klimaschutzprogramm committet, und entsprechend werden wir dieses Gesetz jetzt auch prüfen. Nach der Ressortabstimmung geht es ja …
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die Deutschen haben ihr Urteil bereits gefällt: Nach nur einem Jahr Regierung bewerten sie Friedrich Merz katastrophaler als jemals einen Kanzler in der gesamten Geschichte der Republik. Auch in der ganzen westlichen Welt gibt es keinen Regierungschef, den die eigene Bevölkerung für so unehrlich, so unfähig hält und der so unbeliebt ist. Das alles …
Der Redner erklärt die Regierungskoalition für gescheitert und fordert ihren sofortigen Bruch sowie Neuwahlen. Er argumentiert, dass die Union mit der AfD-Mehrheit im Bundestag politische Reformen zur Rettung des Industriestandorts Deutschland umsetzen solle.
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! „Ein Jahr Regierung unter Bundeskanzler Merz – Auswirkungen auf Deutschland als führende Industrienation“: Diesen Titel hatten Sie für diese Debatte angemeldet. Sie haben über alles gesprochen, aber über eines nicht: über die Industrienation Deutschland. Sie können Gift spucken, aber Sie haben zu jeglichem Inhalt eine Sendepause eingelegt. Da hätte unser Land anderes verdient. Fast …
Sehr verehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ein Jahr Bundesregierung unter Friedrich Merz, das heißt auch ein Jahr Katherina Reiche als Wirtschaftsministerin. Das Einzige, was zuverlässig gewachsen ist, ist die Enttäuschung. Die deutsche Wirtschaft ist enttäuscht, weil diese Regierung so viel versprochen hat und so wenig liefert. Das wird in ganz vielen Bereichen deutlich, beispielsweise bei der Energiepolitik. Im …
Julian Joswig zieigt nach einem Jahr schwarz-roter Bundesregierung eine_negative Bilanz der Wirtschafts- und Energiepolitik unter Katherina Reiche und Friedrich Merz. Er wirft der Regierung Stillstand, fehlende Investitionen in die Zukunft und blockierende Haltung in Europa vor und warnt abschließend vor der AfD als Gefahr für den Wirtschaftsstandort.
Vielen Dank. – Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In ihrem ersten Jahr hat diese Koalition die Weichen für den Aufschwung gestellt. Mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen erneuern wir marode Infrastruktur. Mit dem Wachstumsbooster ermöglichen wir steuerliche Abschreibungen und deutliche Verbesserungen für die Unternehmen, die übrigens schon gut angenommen werden; das zeigen die Studien. Und wir senken die Energiepreise spürbar; …
Der Redner verteidigt die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Koalition zur Stärkung des Industriestandorts Deutschland angesichts globaler Krisen und fordert einen aktiven Handelsschutz der EU sowie staatliche Subventionen, um die heimische Industrie im Strukturwandel zu erhalten.
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die AfD redet von Industrie, von Arbeitsplätzen, von Schutz. Das ist fast schon komisch; denn diese Partei schützt gar nichts: Sie schützt keine Jobs, sie schützt keine Zukunft, sie schützt nur ihre eigene Ideologie. Sie zeigt mit dem Finger auf Migranten, auf Europa und auf die Bundesregierung, aber niemals auf die Realität. …
Der Redner kritisiert die AfD sowie die Wirtschaftspolitik der CDU/CSU-geführten Bundesregierung als untätig und marktgläubig. Er fordert stattdessen eine starke staatliche Industriepolitik mit strengen Auflagen für Unternehmensförderung, Vergesellschaftung geretteter Betriebe und eine an den Bedürfnissen der arbeitenden Bevölkerung ausgerichtete Wirtschaft.
Sehr geehrter Herr Präsident! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Der Titel der Aktuellen Stunde lautet: „Ein Jahr Regierung unter Bundeskanzler Merz – Auswirkungen auf Deutschland als führende Industrienation“. Ursprünglich hatte die AfD aber folgenden Titel gemeldet: „Die Regierungskrise gefährdet das Überleben Deutschlands als führende Industrienation“. Den Titel haben Sie in letzter Sekunde geändert, wahrscheinlich weil Sie selbst gemerkt haben, dass Sie …
Der Redner weist die Behauptung einer Regierungskrise zurück und führt wirtschaftliche Herausforderungen auf externe Faktoren wie Protektionismus, hohe Energiepreise und asiatische Konkurrenz zurück. Er kritisiert die Haltung der AfD bezüglich russischer Energieimporte als moralisch verwerflich und umreißt die wirtschaftspolitische Ausrichtung der Regierung auf Technologieoffenheit und Wettbewerbsfähigkeit.
Sehr geehrter Herr Kollege, vielen Dank, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. – Sie sagten ja, Sie wollen die Energiepolitik auf ein neues Fundament stellen. Ich nehme an, Sie wollen eigentlich auch unsere Abhängigkeit vom Ausland verringern: von Russland und auch von anderen autokratischen Staaten. Dann frage ich mich, warum die Bundesregierung in einer Zeit, wo 50 Staaten beraten, wie wir …
Die Rednerin kritisiert die Bundesregierung für die geplante Streichung der Regelung, ab 2045 keine fossilen Energieträger mehr im Gebäudebereich zuzulassen, und wirft ihr vor, entgegen internationaler Bemühungen weiterhin auf Öl und Gas zu setzen.
Nein, Frau Badum, ganz sicher nicht. Es ist ja so: In der Regelung ist keine Vorschrift enthalten, die besagt, dass die Menschen das machen müssen, zum Beispiel eine Gasheizung oder eine Ölheizung kaufen. Wir setzen vielmehr auf Technologieoffenheit. Ich bin auch davon überzeugt, dass sich die überlegenen Systeme am Markt durchsetzen werden. Das gilt für die E-Mobilität, das gilt für …
Der Redner argumentiert für technologieoffene Marktlösungen statt staatlicher Interventionen und betont den Ausbau erneuerbarer Energien bei gleichzeitiger Entlastung der Industrie. Er wendet sich gegen die Positionen der AfD, die er als Gefahr für den Binnenmarkt und Deutschlands Status als Exportnation darstellt.
Liebe Bürger! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Man muss die Feste feiern, wie sie fallen, und vor allem muss man sie feiern, so lange sie noch fallen. Ein Jahr Schwarz-Rot: Wir gratulieren und nehmen an, dass es wahrscheinlich auch der letzte Geburtstag dieser Koalition sein wird; bei dieser Bilanz höchstwahrscheinlich sogar. Es knarzt an allen Ecken trotz Billionen Geldbeschaffung …
Der Redner nutzt den ersten Jahrestag der schwarz-roten Koalition für eine umfassende Abrechnung, in der er der Regierung politisches Versagen, broken promises und einen Niedergang Deutschlands vorwirft. Er positioniert die AfD als einzige alternative Regierungskraft, die für Steuersenkungen, bezahlbare Energie und weniger Bürokratie stehe.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ein Jahr Schwarz-Rot im Bund, und wenn man dieses Jahr in einem Satz zusammenfassen möchte, dann vielleicht so: Große Worte – kleine Wirkung. Die Versprechen des Bundeskanzlers habe ich noch ziemlich gut im Kopf. Wir sind nämlich im selben Wahlkreis angetreten, im Hochsauerlandkreis, in einer Region, geprägt vom industriellen Mittelstand: Automobilzulieferer, Papierhersteller, …
Sandra Stein wirft der schwarz-roten Koalition vor, die wirtschaftspolitischen Erwartungen des Mittelstandes nicht erfüllt zu haben, und fordert statt dessen bezahlbare erneuerbare Energien, gezielte Unternehmensentlastungen, mehr Innovationsförderung sowie stärkere europäische Kooperationen.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Baumann und Herr Holm von der AfD-Fraktion, Sie erklären ja hier in Ihren Reden, Deutschland sei dem Untergang geweiht. Wer so große Töne spuckt, der muss ja ein ziemlich überzeugendes Konzept vorlegen können. Ich habe mir deswegen die Programmatik Ihrer Wirtschaftspolitik mal angesehen. So heißt es in Ihrem Wahlprogramm erstens – …
Der Redner greift die wirtschafts- und sozialpolitische Programmatik der AfD an und kontrastiert diese mit den Positionen der CDU/CSU. Er argumentiert, dass die AfD-Forderungen nach Euroaustritt, Dexit, Massenausbürgerungen und Rentenerhöhungen ohne Finanzierungskonzept den Wohlstand und den sozialen Frieden in Deutschland gefährden würden.
Nein, danke. Fünfter Punkt. Sie wollen Deutschland in die Arme der Diktatoren dieser Welt führen, indem Sie sagen – ich zitiere –, Sie wollten die Chancen der chinesischen Seidenstraße nutzen, oder indem Sie erklären, dass man die Nord-Stream-Pipeline doch dringend öffnen müsse. Gleichzeitig positionieren Sie sich mit den Grünen und den Linken im Europaparlament gegen moderne Freihandelsabkommen, sorgen dafür, dass …
Tilman Kuban grenzt die Wirtschaftspolitik der CDU/CSU scharf von der der AfD ab, wirft dieser vor, wirtschaftspolitisch mit Russland und China zu kollaborieren sowie Deutschland schaden zu wollen, und betont die Erfolge der Union bei Freihandelsabkommen. Er schließt eine Kooperation mit der AfD kategorisch aus und bekräftigt das Ziel, Deutschland wirtschaftlich an die Weltspitze zu führen.
Vielen Dank, Frau Präsidentin, dass Sie die Kurzintervention zugelassen haben. – Herr Kuban, das war schon eine sehr polemische, demagogische Rede. In Ihrer Rede haben Sie leider auch sehr viele Unwahrheiten gesagt, vielleicht aus Unkenntnis, vielleicht als bewusste Lüge. Sie werfen uns zum Beispiel vor, wir seien gegen Europa. Das stimmt überhaupt nicht. Lesen Sie mal unser Wahlprogramm. Selbstverständlich sind …
Der Redner wehrt sich gegen Vorwürfe eines previousen Redners, insbesondere gegen die Behauptungen, die AfD sei gegen Europa und wolle deutsche Staatsbürger abschieben. Er stellt klar, dass man für europäische Zusammenarbeit sei und lediglich Straftäter sowie Illegale ohne deutschen Pass abschieben wolle, und fordert eine Korrektur sowie eine Entschuldigung.
Herr Kaufmann, ich weiß nicht, ob Sie Ihren eigenen Leuten zuhören. Ich habe zitiert. Es ist ein Zitat eines AfD-Abgeordneten aus Ihrer Fraktion, der damals geschrieben hat: Wir werden die Menschen millionenfach ausbürgern. Das ist ein Versprechen. Das war ein Zitat aus Ihrer Fraktion. Es ist ein Trauerspiel, dass Sie sich davon bis heute nicht distanziert haben. Der zweite Punkt. …
Tilman Kuban wirft der AfD-Fraktion vor, eine Ausbürgerungspolitik anzustreben und einen Dexit zu befürworten, ohne sich davon zu distanzieren. Er betont zudem die politische Isolierung der AfD in Europa, da andere rechte Parteien die Zusammenarbeit mit ihr ablehnen.
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich möchte diese Rede zur Regierungskrise mit einer kontroversen These beginnen: Friedrich Merz ist kein Trottel. Deutschland wird nicht von einem Trottel gegen die Wand gefahren, der nicht weiß, was er tut. Merz weiß sehr genau, was er tut. Er hatte im Wahljahr 2025 zwei Programme. Es gab ein offizielles Wahlkampfprogramm: Migrationswende, Schuldenbremse, Wirtschaftsreformen, …
Die Rednerin wirft Friedrich Merz vor, im Wahlkampf ein geheimes Schulden- und Rüstungsprogramm verschleiert zu haben, das soziale Einsparungen und Profite für Finanzkonzerte wie BlackRock nach sich ziehe. Sie kündigt an, dass die AfD diese Politik blockieren und nach einer Regierungsübernahme beenden werde.
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau von Storch, bei Luther fällt mir nur ein: Wer lügt, der dient dem Teufel. Nur weil man hier im Deutschen Bundestag Unwahrheiten sagt, wird es nicht besser. Meine Damen und Herren, hinter uns liegt ein herausforderndes Jahr in dieser Koalition. Die Lage in unserem Land bleibt ernst, bleibt herausfordernd – das …
Der Redner bezeichnet Aussagen der AfD als Unwahrheiten, betont die ernste wirtschaftliche Lage als Ergebnis jahrelanger ausgebliebener Strukturreformen und kündigt Maßnahmen der Koalition wie Steuerentlastungen, Bürokratieabbau und die Abschaffung des Lieferkettengesetzes an.
Gerne zum Schluss. Ich würde noch kurz ausführen. – Wenn Sie Krokodilstränen über die deutsche Industrie, über die Wirtschaft vergießen, dann ist das an Heuchelei nicht zu überbieten. Sie spielen sich hier als der große Retter der Wirtschaft auf. Aber schauen wir genau auf Ihre politische Agenda. Das ist Ihre tatsächliche Agenda: Sie sind für den Austritt aus der Europäischen …
Der Redner greift die AfD an und wirft ihr vor, Wirtschaft und Mittelstand nur heuchlerisch verteidigen zu wollen, während sie mit EU-Austritt und Nationalismus den Wohlstand gefährde. Er argumentiert, dass das Geschäftsmodell Deutschlands auf freiem Handel basiere und eine Politik der Abschottung Arbeitsplätze zerstöre.
Herr Schreiner, erst mal vielen Dank, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. – Herr Schreiner, Sie kommen aus Baden-Württemberg. 16 Jahre lang hatten Sie dort mit Regierungsverantwortung; das weiß man, wenn man sich die letzten Koalitionen anschaut. Ich bin 35 Jahre alt. Fast mein ganzes Leben hat die CDU in Baden-Württemberg und auch im Bund mit Verantwortung getragen. Wenn Sie sich …
Der Redner wirft dem CDU-Abgeordneten vor, während dessen langjähriger Regierungsverantwortung wirtschaftliche Schäden verursacht zu haben, und bezweifelt die Glaubwürdigkeit aktueller Reformversprechen. Er prognostiziert der CDU eine Niedertrag bei der nächsten Bundestagswahl.
Herr Kollege Frohnmaier, ich komme aus Baden-Württemberg und lebe dort auch noch. Im Gegensatz zu Ihnen habe ich mich mal dafür entschieden, für ein Landtagsmandat anzutreten. Sie haben ja nur für das Amt des Ministerpräsidenten kandidiert. Und als Sie es zu Recht nicht geworden sind, haben Sie sich beleidigt vom Acker gemacht. Der Erfolg der CDU in Baden-Württemberg lässt sich …
Der Redner richtet sich polemisch gegen einen Abgeordneten der AfD und rechtfertigt seine eigene politische Herangehensweise in Baden-Württemberg. Er betont, dass CDU/CSU und SPD in schwierigen Zeiten verantwortungsvoll zusammenarbeiten, während er der AfD schlechte Ideen und mangelnde Verantwortung vorwirft.
Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Eines können Sie wirklich gut, nämlich die Menschen zu verunsichern, mit ihrer Angst zu spielen und mit Miesepetrigkeit, mit vielen einfach nur abartigen Videos, die Sie in sozialen Medien teilen, die Sie millionenfach verbreiten, eine schlechte Stimmung zu verbreiten und die Realität auszublenden, meine sehr verehrten Damen und Herren. Die Alternative für …
Der Redner wendet sich polemisch gegen die AfD, der er Verunsicherung der Bevölkerung und Stimmungsmache vorwirft, und verteidigt die wirtschaftspolitische Leistung der schwarz-roten Bundesregierung zur Stärkung des Industriestandorts Deutschland.
Der Redner vertritt das politische Leitprinzip, dass Leistung sich wieder lohnen muss, und kündigt hierfür schmerzhafte Reformen an. Er positioniert dies als Kernpolitik von CDU und CSU.
Vielen Dank, Herr Kollege Koller, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. Auch vielen Dank, Frau Präsidentin. – Sie haben jetzt alle gesagt: Die Leute haben die Nase voll von der AfD. Ihre Vorredner haben das gesagt; auch bei Ihnen klingt das die ganze Zeit durch. Dazu habe ich eine Frage. Laut aktuellen Umfragen traut man uns die größte politische Problemlösungskompetenz zu, …
Der Redner wehrt sich gegen Kritik an seiner Fraktion und kontert mit dem Verweis auf Umfragewerte, die der AfD Problemlösungskompetenz zuschreiben, während er der amtierenden Bundesregierung und Bundeskanzler Merz mangelnde Zustimmung vorwirft.
Das glaube ich in der Form nicht. – Es gibt da einen Spruch: Am Lachen erkennt man den Narren. Jetzt müssen wir einmal etwas härter miteinander reden. Sie haben noch nie unter Beweis stellen müssen, dass Sie etwas können. Und wenn man sich Ihre Biografien so ansieht, wenn man sich den Zustand Ihrer Partei so ansieht: Sie können das nur …
Der Redner richtet sich polemisch gegen die AfD, der er Verantwortungslosigkeit und Angstmacherei vorwirft, und betont anschließend die Problemlösungskompetenz sowie den industrie- und leistungsorientierten Kurs einer CDU/CSU-geführten Bundesregierung unter Kanzler Merz.