Wohngeld retten - Kürzungspläne stoppen
Tagesordnungspunkt 34a · 21/84 · 12. Juni 2026
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Bundesregierung! Stellen Sie sich einmal vor, in Ihrem Briefkasten liegt schon wieder eine Mieterhöhung. Das mag Ihnen zwar nichts ausmachen, aber für Millionen Menschen in diesem Land bedeutet das blanke Existenzangst. 18,4 Millionen Menschen leben in Wohnarmut. Das ist fast ein Viertel der gesamten Bevölkerung. Und was ist Ihre Antwort? Sie wollen allen Ernstes das …
Sahra Mirow kritisiert die geplanten Kürzungen beim Wohngeld durch die Bundesregierung scharf als sozialpolitische Sauerei, die Millionen Menschen in Existenzangst versetze, und fordert stattdessen den Erhalt der Leistung sowie einen Mietendeckel.
Herr Präsident! Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen! Frau Mirow, Sie haben hier eine sehr – ich muss es so sagen – populistische Rede gehalten. Sie haben von einer „Sauerei“ gesprochen, die wir als Koalition jetzt hier vorhätten, mit der wir Menschen in den finanziellen Ruin trieben. Ich will freiwillig zugestehen: Das ist eine schwierige Debatte, es ist eine wirklich …
Luczak weist den Vorwurf populistischer Rhetorik zurück und begründet die notwendige Auseinandersetzung mit Wohngeldkürzungen durch die explodierenden Zinsausgaben im Bundeshaushalt.
Danke, lieber Kollege Luczak, dass Sie die Frage zulassen. – Sie haben uns, der Linken, und meiner Kollegin Sahra Mirow eben vorgeworfen, populistisch gewesen zu sein. Sie haben auch gesagt, es sei eine schwierige Frage. Ich darf Ihnen sagen: Es ist eine ganz einfache Frage und eine einfache Rechnung. Wir haben zu wenig bezahlbaren Wohnraum in der Bundesrepublik, und es …
Beutin wehrt sich gegen den Vorwurf des Populismus und argumentiert, dass in der aktuellen Krise nicht bei den Schwächsten gespart werden dürfe, sondern Geld dort geholt werden müsse, wo es vorhanden ist.
Herr Kollege, ich habe ganz bewusst gesagt, dass ich das insoweit als eine populistische Debatte empfinde, weil man einerseits die Schwierigkeit der Debatte sehen muss, aber zugleich auch versuchen muss, den Menschen reinen Wein einzuschenken, nicht Ängste auszulösen, sondern eben deutlich zu machen, weswegen diese Debatte geführt wird. Ich habe deswegen ja versucht, auch deutlich zu machen, unter welchem maximalen …
Luczak verteidigt die Notwendigkeit der Haushaltskonsolidierung gegen den Vorwurf des Populismus und attackiert die Forderung nach einem Mietendeckel als gescheitertes Experiment, das Investoren vertreibe. Stattdessen plädiert er für eine Ursachenbekämpfung durch beschleunigten Wohnungsbau und Kostensenkungen.
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Über ein Drittel aller Mieter müssen heute schon über 35 Prozent ihres Nettoeinkommens nur für Miete und Heizung bezahlen. Das heißt, jeder dritte Mieter in Deutschland ist mit den Wohnkosten überlastet. Viele Menschen trauen sich im Winter schon nicht mehr, ihre Heizung aufzudrehen; und das ist das direkte Ergebnis Ihrer Politik. Denn Sie haben …
Der Redner kritisiert die Regierungspolitik für explodierende Wohnkosten und wirft ihr soziale Ungerechtigkeit vor, da sie Wohngeldempfänger benachteiligt, während das Bürgergeld unangetastet bleibe.
Wir werden die Heiz- und Nebenkosten drastisch senken, indem wir das Heizungsgesetz, die CO2-Steuer und die Grundsteuer abschaffen und den ganzen teuren Klima- und Dämmwahn beenden, sodass langfristig niemand mehr in Deutschland überhaupt Wohngeld braucht. Wir werden die soziale Gerechtigkeit in Deutschland wiederherstellen. Wir werden dafür sorgen, dass die Menschen, die jeden Tag zum Arbeiten gehen, Steuern zahlen und unser …
Der Redner kündigt an, Heiz- und Nebenkosten durch die Abschaffung klimapolitischer Gesetze und Steuern zu senken, um Wohngeld überflüssig zu machen und soziale Gerechtigkeit für Arbeitnehmer wiederherzustellen.
Ich muss erst mal das Rednerpult hochstellen. Das dauert ein bisschen. Das tut mir leid. Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Für Millionen Menschen sind Mieten, Energiepreise und Lebenshaltungskosten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Deshalb war die Wohngeldreform von 2023 unter der sozialdemokratischen Bundesbauministerin Klara Geywitz richtig und notwendig. Mehr Menschen können die benötigte Hilfe seither …
Hendrik Bollmann verteidigt das Wohngeld gegen pauschale Kürzungen und betont die Notwendigkeit sozialen Wohnungsbaus sowie beschleunigter Verfahren, während er die Positionen von AfD, Linken und Grünen als inkonsequent oder bremsend kritisiert.
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Frau Ministerin Hubertz, Sie haben es in den letzten Wochen immer wieder gesagt: Es schmerzt Sie, beim Wohngeld zu kürzen. – Wir haben es auch heute hier ein paarmal gehört: Es fällt Ihnen schwer, diese Kürzungen durchzuziehen. Aber für mich ist die entscheidende Frage vielmehr: Wer hat hier denn eigentlich tatsächlich Schmerzen? …
Mayra Vriesema kritisiert die geplanten Kürzungen beim Wohngeld als massiven sozialen Einschnitt, der besonders einkommensschwache Haushalte trifft, und wirft der SPD Unzuverlässigkeit gegenüber ihren eigenen Versprechen vor.
Sehr geehrter Präsident! Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen! Wir debattieren heute über zwei Anträge, die eines gemeinsam haben: Beide vermitteln den Eindruck, dass die Kürzung des Wohngeldes längst beschlossen sei. Das ist schlichtweg falsch. Es wird darüber diskutiert, und es gibt noch keinen Beschluss. Wer hier so tut, als seien die Rentnerinnen und Rentner schon morgen schutzlos, betreibt Panikmache. …
Der Redner weist die Behauptung der Opposition zurück, Kürzungen beim Wohngeld seien bereits beschlossen, und betont die Notwendigkeit von Haushaltsdisziplin zur Sicherung des Sozialstaats. Er kritisiert Grüne und Linke scharf für fehlende Finanzierungskonzepte und verteidigt marktwirtschaftliche Prinzipien im Wohnungsbau.
Nein, danke. Ein bundesweiter Mietendeckel, meine Damen und Herren – Herr Jan-Marco Luczak hat es erklärt –, hat keinen Erfolg. In Berlin wurden 60 Prozent der Mietwohnungen vom Markt entfernt. Das ist keine Lösung. Letztendlich brauchen wir mehr Wohnraum. Wir müssen schneller sanieren. Wir müssen mehr bauen. Wir müssen schneller bauen. Wir müssen effizienter bauen. Dafür sorgt die Bundesregierung: mit …
Der Redner lehnt einen bundesweiten Mietendeckel ab und begründet dies mit dessen negativen Folgen in Berlin. Stattdessen fordert er eine Ausweitung des Wohnraums durch schnelleren Neubau und verweist auf die bereits hohen finanziellen Aufwendungen von Bund und Ländern.
Vielen herzlichen Dank, Herr Präsident. – Herr Kießling, schade, dass Sie die Zwischenfrage nicht zugelassen haben, als Sie gerade über die Frage von Profit auf dem Wohnungsmarkt gesprochen haben. Ich wollte Sie eigentlich fragen, ob Ihnen bewusst ist, dass Konzerne wie Vonovia in den letzten Jahren pro bezahltem Euro Miete 41 Cent an ihre Aktionäre ausgeschüttet haben. 41 Cent, die …
Die Rednerin kritisiert, dass Wohnungsunternehmen wie Vonovia einen großen Teil der Mieteinnahmen als Gewinne an Aktionäre ausschütten, statt in den Wohnbestand zu investieren, und fordert ein Ende dieser Bereicherung zu Lasten der Mieter.
Vielen Dank erst mal für die Kurzintervention. – Vonovia verlangt in Berlin eine durchschnittliche Nettokaltmiete von 7,60 Euro pro Quadratmeter; das ist sehr günstig. Aber generell: Wenn wir Wohnraum schaffen wollen, dann haben wir zum einen das Thema „sozialer Wohnungsbau“, den wir stark fördern für die Menschen, die ihn benötigen, und zum anderen brauchen wir auch weiteren Wohnraum. Sie haben …
Der Redner argumentiert, dass zur Bewältigung des Wohnraummangels neben staatlichen Förderungen auch privates Kapital notwendig sei, wobei Renditeerwartungen entscheidend für Investitionen seien.
Vielen Dank, Herr Präsident. – Herr Kollege Kießling, Sie haben die Rekordinvestitionen in den sozialen Wohnungsbau genannt. Da die Ministerin relativ spärlich dazu informiert, möchte ich noch mal sagen: Es sind in der Tat Rekordinvestitionen; aber die Zahl der Sozialwohnungen ist trotzdem nicht gestiegen. Im Gegenteil: Sie sinkt, unter anderem, weil das Bundesland Bayern – nach meiner Kenntnis regiert von …
Steinmüller kritisiert den Rückgang an Sozialwohnungen trotz Rekordinvestitionen und macht die CSU-geführte Landesregierung in Bayern dafür verantwortlich. Sie fordert, geplante Kürzungen beim Wohngeld zu stoppen und stattdessen die neue Wohngemeinnützigkeit umzusetzen.
Erst mal zum Bereich Bayern. Die Gelder, die für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung standen, hat Bayern abgerufen, und die Gelder wurden verbaut. Von dem her sind wir da in Bayern auf einem guten Weg – auch andere Länder müssen noch ihre Hausaufgaben machen –; das läuft. Und wenn wir sagen, wir möchten sozialen Wohnraum schaffen, dann brauchen wir auch …
Der Redner verteidigt den bayerischen Umgang mit Fördermitteln für sozialen Wohnungsbau und fordert für die Schaffung von Wohnraum ein Bauturbo sowie Anpassungen am Baugesetzbuch.
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Liebe Bürger! „Keine Einschnitte beim Wohngeld“, so überschreiben die Grünen ihren Antrag und geben sich plötzlich als die Retter von Rentnern und Familien aus. Ehrlich jetzt? Das ist an Heuchelei echt nicht zu überbieten. Denn es war doch auch die Politik der Grünen, die dieses Land in die Krise gefahren hat – die Krise, …
Der Redner kritisiert die Pläne der Bundesregierung zur Kürzung des Wohngelds scharf und macht die Politik der Grünen, der Ampel und der Unionsparteien für die Wohnraumnot und die Inflation verantwortlich. Er fordert als Lösung eine radikale Deregulierung des Bauwesens und eine Stoppung der Migration.
Sehr geehrter Herr Präsident! Kolleginnen und Kollegen! Wohnen ist kein Luxus; Wohnen ist ein elementares Grundbedürfnis. Genau deshalb dürfen wir nicht akzeptieren, dass immer mehr Menschen einen immer größeren Teil ihres Einkommens einsetzen müssen, um Heiz- und Mietkosten bezahlen zu können. Für Familien, Rentnerinnen und Rentner, Auszubildende und Beschäftigte mit kleinen und mittleren Einkommen wird die Wohnungssuche immer mehr zur …
Angelika Glöckner betont, dass Wohnen ein Grundbedürfnis ist und das Wohngeld als Schutz für Arbeitnehmer und Rentner vor hohen Kosten unverzichtbar ist, während sie Pläne von Grünen und Linken kritisiert, das Problem allein durch höhere Transfers statt durch Ursachenbekämpfung lösen zu wollen.
Es ist wichtig, das Problem an der Wurzel zu packen. Ich will deswegen noch mal darauf hinweisen, dass wir als SPD einen doppelten Ansatz verfolgen. Wir unterstützen die Menschen heute durch ein starkes und zielgerichtetes Wohngeld, und darum muss es auch in Zukunft gehen. Das Wohngeld muss zielgerichtet sein; es muss dort ankommen, wo die Menschen es am nötigsten brauchen. …
Angelika Glöckner stellt den doppelten Ansatz der SPD aus zielgerichtetem Wohngeld und dem Bau bezahlbaren Wohnraums als gesamtheitliches Konzept vor. Sie wirft den Grünen und der Linken angesichts ihres Antrags Doppelmoral vor.
Herzlichen Dank, Herr Präsident. – Frau Kollegin, in der letzten Wahlperiode haben wir vermutlich auch mit Ihrer Stimme das Wohngeld-Plus-Gesetz verabschiedet; ich habe das damals mit Brian Nickholz, Ihrem Kollegen, verhandelt. Wir haben damals Vereinfachungen beschlossen und dass es eine Ausweitung gibt, dass mehr Menschen berechtigt sind und dass es mehr Geld gibt. Wir haben aber auch eine Evaluation beschlossen; …
Steinmüller wirft der Kollegin vor, bei den geplanten Kürzungen die vereinbarte Evaluation des Wohngeld-Plus-Gesetzes zu ignorieren und stattdessen faktenfrei nach Kassenlage zu entscheiden.
Ich antworte gerne auf die Frage, obwohl es mir, ehrlich gesagt, schwerfällt. Es liegt doch klar auf der Hand, dass wir nicht faktenlos irgendwelche Entscheidungen treffen, sondern dass wir uns daran orientieren, was die Menschen in unserem Land brauchen. Das ist Teil einer verantwortungsvollen Politik. Und ich habe eben auch versucht, noch mal auszuführen, Kollegin, dass es eben ein vielschichtiges …
Angelika Glöckner verteidigt die politische Vorgehensweise als verantwortungsvoll und faktenbasiert, kritisiert jedoch eine reine Symptombekämpfung durch Transferleistungen und fordert stattdessen eine Lösung an der Wurzel.