Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist ja geradezu ein Treppenwitz: ein Antrag der AfD, in dem sie sich für die Kopenhagener Kriterien erwärmt – eine europafeindliche Partei, die Deutschland aus der EU herausführen will. Das hieße Massenarbeitslosigkeit für Deutschland. „AfD“ ist die Abkürzung für „Arbeitslosigkeit für Deutschland“. Das ist das, was dabei herauskäme. Sie sind europafeindlich, …
Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist ja geradezu ein Treppenwitz: ein Antrag der AfD, in dem sie sich für die Kopenhagener Kriterien erwärmt – eine europafeindliche Partei, die Deutschland aus der EU herausführen will. Das hieße Massenarbeitslosigkeit für Deutschland. „AfD“ ist die Abkürzung für „Arbeitslosigkeit für Deutschland“. Das ist das, was dabei herauskäme. Sie sind europafeindlich, ↳ Dr. Michael Blos (AfD): »Wir sind nicht europafeindlich! Was soll der Quatsch?« obwohl die EU nach zwei schrecklichen Weltkriegen die große Friedensidee gewesen ist. ↳ Dr. Götz Frömming (AfD): »Nun steuern Sie auf den dritten zu!« Sie wollen das Gegenteil, und dann kommen Sie uns mit den Kopenhagener Kriterien. Insofern muss man auf das Ende des Antrags gucken; da steht das, was Sie wirklich wollen: Hilfe für die Ukraine unterlassen, Sanktionen gegen Russland streichen, der Ukraine die Rechnung für Nord Stream schicken – natürlich ohne rechtsstaatliches Urteil – und zum Dank die seltenen Erden abgreifen. Das ist keine Realpolitik; das ist Beutepolitik. Das ist schäbig und hat mit unseren europäischen Werten nichts zu tun. Beifall: SPD Beifall: Union Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Beifall: Desiree Becker (Linke) Die Ukraine gehört zu Europa; ihr Weg in die Europäische Union bleibt unser Ziel. ↳ Dr. Götz Frömming (AfD): »Halb Russland gehört auch zu Europa!« So haben es Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart, und dabei bleiben wir auch. Was allerdings auch stimmt: Am Sonntag haben die demokratischen Parteien einen weiteren Denkzettel bekommen. Die AfD ist in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft geworden, auch weil sie Dinge aufgreift, um die wir uns nicht genügend kümmern. Und dann haben wir womöglich am Ende einen Ministerpräsidenten, der eine Rüstungsfirma nutzen will, um mit ihr Remigration zu betreiben. Mit Heimatliebe hat das nichts zu tun; das ist ein Frontalangriff auf unsere freiheitliche Demokratie. ↳ Johannes Schraps (SPD): »Genau so!« Deswegen darf man solchen Parteien Themen nicht überlassen; das sage ich hier in allem Ernst. Wenn wir das nicht besser machen, dann holen die Leute mit ihren falschen Narrativen die Menschen ab, denen es um Frieden geht. Ihnen geht es nicht um Frieden; Ihnen geht es um Unfrieden. Alles, was Sie machen, ist das Gegenteil dessen, wofür wir stehen. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: Desiree Becker (Linke) Sie streuen den Bürgerinnen und Bürgern Sand in die Augen. Sie sind die Partei des Unfriedens – Unfrieden und Spaltung in unserer Gesellschaft, Unfrieden und Nationalismus in Europa, Unfrieden und Hass gegen Minderheiten. Wenn es darauf ankommt, stehen Sie auf der Seite Russlands. Herr Frohnmaier hat ja schon ein Abkommen mit der Jugend von Putins Staatspartei Einiges Russland geschlossen. Wenn Sie übrigens über Landesverrat reden, dann sollten Sie mal in Ihre eigenen Reihen gucken. ↳ Roland Theis (Union): »In flagranti dabei erwischt!« Sie haben ja Angeklagte diesbezüglich in Ihren Reihen. Das müssen Sie anderen Leuten nicht erzählen, Herr Frohnmaier. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: Desiree Becker (Linke) Und Herr Kotré und Herr Rothfuß wollten sich eigentlich bei Herrn Medwedew in Sotschi neue Instruktionen abholen. Das war selbst Ihrer Fraktionsführung zu viel russische Heimatliebe, die Sie hier dargelegt haben. ↳ Roland Theis (Union): »Ach was! Heute war das okay!« Am liebsten wäre Ihnen doch eine Koalition mit Einiges Russland. Auch die haben gerade eine Wahl gewonnen – also nicht so richtig eine Wahl und ohne Rechtsstaat und so was. ↳ Markus Frohnmaier (AfD) Das ist ganz nach Ihrem Geschmack; so würden auch Sie das am liebsten haben wollen. Nur, ich muss Ihnen sagen: Wir alle stehen hier für etwas ganz anderes. Wir sollten beherzigen, dass wir zwar untereinander unterschiedliche Meinungen haben, aber dass uns nichts mit solchen Leuten verbindet. Es ist schlimm genug, dass so viele Leute Sie wählen. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.) Zur Ehrlichkeit gehört eben auch, dass man sagen muss, dass der Populismus, den Sie betreiben, und Ihr Geschäftsmodell – Sie versuchen, die Angst der Menschen für sich zu instrumentalisieren – uns dazu zwingen, besser zu werden, mit den Menschen darüber zu reden, dass sie nicht Parteien wählen, die uns ins Unglück führen. ↳ Markus Frohnmaier (AfD): »Reden Sie noch ein bisschen mehr mit den Menschen! Das hilft ganz gut!« ↳ Beatrix von Storch (AfD): »Sie müssen einfach wieder die Probleme lösen! Sie sind die Regierung! Sie müssen nicht reden, Sie müssen handeln!« Dieses Europa entstand nach der Befreiung von einem Regime, auf das sich Leute wie Ihre Mitglieder berufen. Ihr Herr Höcke zum Beispiel knüpft daran an. Von solchen Leuten sind wir befreit worden. Deutschland will so was nie wieder haben. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.) Wir müssen endlich mal unsere Geschichte begreifen, meine sehr verehrten Damen und Herren. ↳ Dr. Michael Blos (AfD) Sie wissen das ganz genau. Die Geschichte haben Sie nicht begriffen. Wissen Sie, die Deutschen – – ↳ Markus Frohnmaier (AfD): »Es ist schön, dass Sie da sind und es uns erklären!« Heiterkeit: AfD (einzelne Abg.) ↳ Jens Behrens (SPD): »Hätten Sie in der Schule mal aufgepasst!« – Ja, das ist gut. Ich habe nur Zweifel daran, dass Sie das begreifen. ↳ Roland Theis (Union): »Das wäre zu viel Hoffnung an der Stelle!« Da reichen Ihre intellektuellen Fähigkeiten nicht aus, Herr Frohnmaier; das muss ich Ihnen ehrlicherweise sagen. Lachen: AfD (einzelne Abg.) ↳ Steffen Kotré (AfD): »Sonst keine Argumente?« Da ist nicht viel bei Ihnen übrig geblieben. Sie sitzen im Deutschen Bundestag und halten solche Reden, die Hassreden sind, ↳ Dr. Malte Kaufmann (AfD): »Sie sind doch der Oberpöbler!« ↳ Markus Frohnmaier (AfD): »Das war gerade eine Hassrede! War das eine Liebeserklärung, die Sie gerade gehalten haben?« die den Menschen Angst machen und die im Übrigen auch eine Frechheit sind, was die Weltgemeinschaft angeht. Sie stehen für ein Deutschland, von dem uns die Alliierten befreit haben; das muss ich Ihnen ehrlich sagen. Das ist das, wofür Sie stehen. Beifall: SPD Beifall: Union Beifall: Desiree Becker (Linke) ↳ Dr. Malte Kaufmann (AfD): »Hören Sie auf mit Ihrer Hassrede!« ↳ Dr. Götz Frömming (AfD): »Wer waren denn die Alliierten? Die USA und Russland! Was ist mit Ihren Gesprächskanälen? Welche Verbündeten haben Sie denn noch in der Welt?« Deswegen in allem Ernst: Wir haben nichts mit Ihnen gemein. Keiner Ihrer Anträge wird jemals hier Zustimmung finden. ↳ Dr. Bernd Baumann (AfD): »Das werden wir noch sehen!« Und freuen Sie sich nicht zu früh! ↳ Dr. Malte Kaufmann (AfD): »Stegner, der Oberpöbler der SPD!« Wenn Sie tatsächlich glauben, dass Sie in Deutschland mal was zu melden haben, dann täuschen Sie sich. Wir werden das gemeinschaftlich verhindern; das ist der Auftrag, den wir haben. ↳ Dr. Malte Kaufmann (AfD): »Es reicht langsam!« Dieser Antrag heute ist einmal mehr Beweis dafür, dass wir das gemeinschaftlich besser tun müssen, meine sehr verehrten Damen und Herren. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.) ↳ Dr. Bernd Baumann (AfD): »Das war aber eine echt schwache Rede!« ↳ Dr. Malte Kaufmann (AfD): »Unterirdisch!«