Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Ideologie dieses Antrages der AfD ist ganz simpel: Ein Nein zur Gegenwart und viele blinde Augen für die Zukunft. – Wie sieht Ihr Plan für Arbeitsplätze und Wertschöpfung unserer Industriestandorte aus? Was bieten Sie den wachsenden Batteriezellfertigungen, den Unternehmen, die in Elektrofahrzeuge und in die Zukunftskomponenten, die dafür produziert werden, …
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Ideologie dieses Antrages der AfD ist ganz simpel: Ein Nein zur Gegenwart und viele blinde Augen für die Zukunft. – Wie sieht Ihr Plan für Arbeitsplätze und Wertschöpfung unserer Industriestandorte aus? ↳ Marc Bernhard (AfD): »Verbrennerverbot aufheben! Ganz einfach! CO2-Steuer abschaffen! Und die Sache ist erledigt!« Was bieten Sie den wachsenden Batteriezellfertigungen, den Unternehmen, die in Elektrofahrzeuge und in die Zukunftskomponenten, die dafür produziert werden, investieren, den Universitäten, den Battery Labs, die aufgebaut werden, um an den Batterien für morgen zu forschen, und der wachsenden Circular Economy an? Sie bieten nichts an – nichts, null, nada. In meinem Wahlkreis hat PowerCo die Produktion von Batterien – es handelt sich um die ersten Batteriezellfertigungen in Deutschland – aufgenommen. Dahinter stehen Milliardeninvestitionen. 2 000 Arbeitsplätze sind entstanden, und ich würde sagen, es werden noch viele weitere entstehen. Die Zukunft heißt dort: Aufbauen, hochfahren ↳ Marc Bernhard (AfD): »Und wieder zumachen!« und die industrielle Batteriezellfertigung in Deutschland starten. Das sind die Möglichkeiten, die wir brauchen, um überhaupt auf dem internationalen Markt zu bestehen. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.) Salzgitter ist kein Einzelfall. Die großen Automobilkonzerne investieren längst weltweit in Elektromobilität. Das wissen Sie auch. Das zu verhindern, wäre fatal. Ihr Antrag dient doch nur dazu, die Bevölkerung und vor allen Dingen die Mitarbeitenden in den Betrieben, in denen bereits Elektrofahrzeuge gefertigt werden, zu spalten. Aber eines muss ich Ihnen sagen: Die Beschäftigten, die Betriebsräte haben sich dafür eingesetzt, dass die Fertigung nachhaltiger Komponenten überhaupt in Deutschland aufgebaut wird, dass die Batteriezellfertigung in Salzgitter erfolgt. Ein großes Dankeschön an dieses Mitdenken! Durch die Betriebsräte ist es überhaupt erst möglich geworden, dass kleine Elektrofahrzeuge in Deutschland produziert werden – bezahlbar eben auch für die Kassiererin. Beifall: SPD (einzelne Abg.) Beifall: Union (einzelne Abg.) Sie berufen sich in Ihrem Antrag vor allen Dingen auf die Auswertung der TU Braunschweig. ↳ Adam Balten (AfD): »TU München!« – TU München, Entschuldigung. – Sie sprechen darin Emissionswerte an und schreiben, dass nur 41 Prozent der Elektrofahrzeuge diese CO2-Werte erreichen. Das finde ich den Klopfer überhaupt. Am Mittwoch hatten wir hier eine Klimadiskussion, bei der Ihnen Wissenschaft noch total egal war. ↳ Adam Balten (AfD): »Nein!« Aber auf einmal ist Ihnen Wissenschaftsevidenz so wichtig; denn es geht darum, dass Ihre Zahlen, Ihre Meinungen belegt werden. Das ist doch wirklich der Klopfer. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: Julian Joswig (Grüne) Herzlichen Glückwunsch aber, dass Sie die Wissenschaft in diesem Fall mal respektieren und akzeptieren! Das unabhängige Forschungsinstitut ICCT kommt allerdings zu einem anderen Ergebnis: Elektroautos, die seit 2025 in der EU verkauft wurden, verursachen in ihrem gesamten Lebenszyklus 73 Prozent weniger Treibhausgas im Vergleich zu Benzinern, und das eben in ihrem gesamten Lebenszyklus: von der Produktion über die Nutzungsphase, dem Second Life der Batterie bis hin zum End-of-Life-Produkt und dem Recycling. ↳ Marc Bernhard (AfD) Das zeigt letztlich die Verschränkungen, denen Sie unterliegen: Sie akzeptieren wissenschaftliche Arbeiten nur dort, wo sie zu Ihren Zahlen passen. ↳ Marc Bernhard (AfD): »Das hat mit Zahlen überhaupt nichts zu tun!« Was fehlt in Ihrem Antrag ganz besonders? Die Kosten für das Nichtstun. Denn eines ist klar: Mehr CO2 heißt mehr Hitzebelastung für Ältere, für Kranke, mehr Schäden im Gesundheitsbereich insgesamt, ↳ Adam Balten (AfD): »Wir können das globale Klima nicht retten!« Hochwasser, Dürre, Starkregen, die die Landwirtschaft und die Kommunen belasten. Das ignorieren Sie komplett. Sie müssen auch sehen – darauf beziehen Sie sich in Ihrem Antrag nicht –, dass China den Greentech-Bereich, die grüne Technologie, längst dominiert. Da müssen wir einfach wachsam sein und mehr investieren. Sehr geehrte Damen und Herren, allein im September wurden in Deutschland mehr als 80 000 reine Elektroautos neu zugelassen. Das ist doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Dadurch ist doch erkennbar: Die Elektromobilität ist am Aufwachsen; der Wandel ist längst da. Von daher die Frage: Wollen Sie diesen Wandel, diese Produktion den anderen überlassen, dem asiatischen Markt? ↳ Marc Bernhard (AfD): »Schaffen Sie doch einfach die Subventionen ab! Dann sehen wir, wie viel da noch wächst, ob dann noch gekauft wird!« – Frau Präsidentin, es ist wirklich sehr schwer, gegen diese rechte Bank anzureden. Es ist auch für die Zuschauer schwer, mir zuzuhören. Ich habe hier die ganze Zeit nur Gegengespräche. ↳ Stefan Keuter (AfD): »Zwischenrufe gehören zum Parlamentarismus! Das muss man aushalten!« – Nein, aber nicht in dieser Art. – Ich wollte das hier nur mal sagen. Mit Ihrem Antrag fördern Sie auf jeden Fall nicht die heimische Industrie, sondern den asiatischen Markt. Die chinesischen Hersteller warten nicht darauf, dass Deutschland die Fördermaßnahmen beendet. Sie investieren ganz klar in die Elektromobilität. Und diese Konkurrenz müssen wir im Blick behalten. In Ihrem Antrag sehe ich überhaupt keine Mittel, mit denen Sie dagegen vorgehen wollen. Wir wollen auf jeden Fall einen fairen Wettbewerb und Arbeitsplätze erhalten; das ist das größte Ziel, das wir erreichen wollen. Dafür ist es wichtig, einen marktregulierenden Rahmen zu setzen, gezielt Einfuhrzölle einzusetzen und das Level Playing Field in der Industrie insgesamt zu betrachten. Eines noch ganz zum Schluss: Elektroautos sind die Fahrzeuge der Zukunft – gar keine Frage. Es geht uns auch nicht nur um E-Autos, sondern auch um Elektro-Lkws und -Busse; das sollte betrachtet werden. Ich möchte mich in diesem Zusammenhang noch einmal bei Carsten Schneider und Lars Klingbeil bedanken, ↳ Dr. Malte Kaufmann (AfD): »Ich dachte, bei Elon Musk!« die sich intensiv für die CO2-Reduktionsziele im Fahrzeugverkehr eingesetzt haben. Und an meinen Kollegen gerichtet möchte ich sagen: Wir werden in den nächsten zwei Wochen sehr wohl noch ein bisschen diskutieren, um genau diese CO2-Ziele zu erreichen. Herzlichen Dank. Beifall: SPD Beifall: Union (einzelne Abg.) ↳ Adam Balten (AfD): »Haben Sie als Vorreiterin selber ein Elektroauto oder nicht? Haben Sie ein Elektroauto? Haben Sie eins oder nicht? Fahren Sie Elektro oder nicht?« – Ich fahre vollelektrisch.