Sehr geehrter Herr Präsident. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie wissen ja nicht erst seit der gestrigen Regierungsbefragung, dass unser Haus für die guten Nachrichten in diesem Land zuständig ist. Heute ist die gute Nachricht: Das neue BAföG ist auf dem Weg. Unsere Novelle bringt mehr Geld und mehr Digitalisierung für mehr top ausgebildete Menschen …
Sehr geehrter Herr Präsident. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie wissen ja nicht erst seit der gestrigen Regierungsbefragung, dass unser Haus für die guten Nachrichten in diesem Land zuständig ist. Heiterkeit: AfD (einzelne Abg.) Heute ist die gute Nachricht: Das neue BAföG ist auf dem Weg. Unsere Novelle bringt mehr Geld und mehr Digitalisierung für mehr top ausgebildete Menschen in unserem Land. Das ist doch etwas, worüber wir uns alle freuen können. Beifall: Union Beifall: SPD ↳ Dr. Bernd Baumann (AfD): »Hurra!« Unsere Fachkräfte in Deutschland sind unsere große Stärke. Und mit der BAföG-Reform verbessern wir das Angebot an junge Menschen, sich bestmöglich zu qualifizieren. Sie sollen sich nach der Schule für eine Ausbildung entscheiden können, die sie am allerliebsten machen würden und für die sie am meisten Talent haben. Das darf natürlich nicht am Geld scheitern. Deshalb gibt es das BAföG: damit genau das nicht passiert und damit jede Einzelne und jeder Einzelne sich bestmöglich qualifizieren kann. Das Ganze gibt es schon seit 55 Jahren. Dass wir heute die 30. Anpassung beraten, zeigt: Auf dem BAföG liegt viel Augenmerk; denn es muss natürlich immer mit der Zeit gehen. Dafür sorgt auch dieser Gesetzentwurf. Welche Verbesserungen haben wir konkret vorgesehen? Erstens: die Wohnkosten. Wer nicht mehr zu Hause wohnt, für den steigt ab nächstem Sommersemester die Pauschale von heute 380 Euro auf 440 Euro. Das ist ein sattes Plus von 16 Prozent. Beifall: Union Beifall: SPD Zweitens: die Bedarfssätze. Sie werden bis 2029 in zwei Schritten erhöht, für Studentinnen und Studenten von heute 475 Euro auf dann 563 Euro. Das ist noch einmal ein Plus von 19 Prozent. Für Schülerinnen und Schüler steigen die Sätze analog. Drittens: die Freibeträge. Die Einkommensgrenzen der Eltern werden ab 2028 jährlich angehoben. Auch das gehört dazu, wenn das BAföG mit der Zeit gehen soll. Jetzt wissen wir allerdings, dass sehr viele in unserem Land, die Anspruch auf diese Leistungen hätten, keinen Antrag stellen, weil sie vielleicht nicht ausreichend informiert sind oder weil sie vielleicht meinen, dass der Aufwand zu groß ist. Da haben wir weiterhin sehr, sehr gute Nachrichten: Wir machen den Antrag einfacher und die Bearbeitung schneller. Künftig läuft grundsätzlich alles online über die einheitliche Plattform „BAföG Digital“. Dort gibt es dann bald auch einen Chatbot, eine KI, die Fragen beantwortet und Fehler verhindert. Das ist heute Standard beim Onlineshopping, bei Websites zu Versicherungen etc. pp. Das müssen endlich auch wir nutzen, wenn es um staatliche Leistungen geht. Denn natürlich ist unser Problem schon, dass die Bürgerinnen und Bürger den Eindruck bekommen, dass es diese Standards von morgen überall gibt, aber der Staat noch nicht auf diesem Niveau funktioniert. Damit machen wir Schluss. Da ist das BAföG jetzt ein sehr gutes und ein sehr positives Beispiel, liebe Kolleginnen und Kollegen. Beifall: Union Beifall: SPD Was auch noch dazukommt: Wenn wir hier schon eine Novelle beschließen, dann wollen wir auch den bürokratischen Aufwand reduzieren. Das heißt, der Leistungsnachweis ab dem fünften Fachsemester fällt weg. So machen wir das BAföG fit, damit junge Menschen sich fit machen können: mit einer guten Ausbildung, mit einem passenden Studium. Jetzt wird gleich wieder eine Debatte losgehen – Sie werden es nachher hören –: Das ist alles too little, too late. – Das kommt bei BAföG-Debatten immer: Reicht die Höhe der Leistungen aus? Ja, das Leben ist teuer. Wäre es da nicht schön, wenn immer noch mehr Geld fließen würde? Ja, das kann man sich selbstverständlich wünschen. Aber wäre das mit Blick auf die aktuelle Finanzlage so verantwortlich? Dahinter kann man ein Fragezeichen machen. Deswegen: Die BAföG-Reform, so wie wir sie jetzt vereinbart haben – davon bin ich fest überzeugt –, kann sich sehen lassen. Wir müssen sie vielleicht auch nicht immer nur einzeln sehen, sondern das große Ganze im Blick haben. Unsere BAföG-Reform zahlt nämlich auch auf die Hightech Agenda Deutschland ein, weil wir gut ausgebildete Fachkräfte benötigen. Gleichzeitig ist es aber natürlich auch notwendig, dass wir in Forschung und Transfer investieren, damit wir weiterhin im globalen Wettbewerb punkten können, damit gute Arbeitsplätze entstehen und damit am Ende überhaupt Geld für staatliche Leistungen wie beispielsweise das BAföG da ist. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.) Weiterhin die Basis für unseren Wohlfahrtsstaat ist für uns eine starke Wirtschaft. Deswegen müssen wir immer wieder schauen, wo das Geld tatsächlich am effektivsten eingesetzt wird. Sie sehen: Ausbildung und Studium haben einen immens hohen Stellenwert; das kann jede und jeder sehen. Wir haben sehr viele starke Ausbildungsangebote. Wir haben hervorragende Hochschulen. Forschung und Lehre sind bei uns exzellent aufgestellt. Die Türen zu unseren Hochschulen und Unis stehen weit offen. Staatliche Hochschulen erheben allenfalls Semesterbeiträge, keine Studiengebühren. Was auch sehr schön ist, ist, dass es für immer weniger Studiengänge überhaupt noch Zulassungsbeschränkungen gibt, dass also der, der studieren möchte, in Deutschland tatsächlich die Möglichkeit hat, zu studieren. Er kann vor allem auch nach seinen eigenen Fähigkeiten und nach seinem eigenen Gusto studieren. Das ist eine sehr, sehr positive Nachricht, gerade wenn man unter dem geopolitischen Aspekt sieht, dass das nicht überall auf der Welt der Fall ist. Beifall: Union Beifall: SPD Dank BAföG können auch junge Menschen das Angebot nutzen, deren Eltern das eben nicht oder nur teilweise finanzieren können. Die Anstrengung lohnt sich auf jeden Fall; das sage ich an die Adresse der jungen Menschen in unserem Land, und das sage ich Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen. Wir haben gut abgewogen, für das richtige Maß in diesen Zeiten. Es ist nicht nur wichtig, dass man studieren kann, wenn man das möchte, sondern – wir haben gestern bereits in einem anderen Zusammenhang darüber diskutiert – es geht hier natürlich auch um diejenigen, die eine Ausbildung machen, die in die Lehre gehen. Ich möchte an dieser Stelle noch mal darauf hinweisen, dass wir als Koalition aus SPD, CDU und CSU alles daransetzen werden, die Wissenschaftsfreiheit zu bewahren. Gerade in Zeiten geopolitischer Herausforderungen, in denen nicht nur in anderen Ländern, sondern auch in Deutschland die Wissenschaftsfreiheit in Gefahr ist, darf nicht die Politik über ein „gutes“ oder „schlechtes“ Studienfach entscheiden. Wir müssen diese Wissenschaftsfreiheit als allerhöchstes Gut bewahren. Dazu trägt auch das BAföG bei, weil jeder nach seiner Fähigkeit und auch bei den Professorinnen und Professoren seiner Wahl studieren kann. Ganz herzlichen Dank. Beifall: Union Beifall: SPD (einzelne Abg.)