Die unterbrochene Sitzung ist wieder eröffnet. Liebe Kolleginnen und Kollegen, bitte nehmen Sie Platz. Und ich bitte um etwas Ruhe im Saal nach der kurzen Unterbrechung. Dann bitte ich noch meine Schriftführer, ihren Platz einzunehmen. Wir haben alle noch einen langen Abend vor uns und, ich glaube, ein Interesse daran, dass wir jetzt zügig starten. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich …
Die unterbrochene Sitzung ist wieder eröffnet. Liebe Kolleginnen und Kollegen, bitte nehmen Sie Platz. Und ich bitte um etwas Ruhe im Saal nach der kurzen Unterbrechung. Dann bitte ich noch meine Schriftführer, ihren Platz einzunehmen. Wir haben alle noch einen langen Abend vor uns und, ich glaube, ein Interesse daran, dass wir jetzt zügig starten. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich rufe den Tagesordnungspunkt 14 auf: Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Gesundheit (14. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Corinna Rüffer, Michael Brand (Fulda), Simone Fischer und weiterer Abgeordneter Kassenzulassung des nicht-invasiven Pränataltests – Monitoring der Konsequenzen und Einrichtung eines Gremiums Drucksachen 21/3873, 21/6075 Die Gruppe um Kathrin Gebel und andere hat ihren Änderungsantrag zurückgezogen. Es liegt ein neuer, gemeinsamer Änderungsantrag beider Gruppen vor, auf Drucksache 21/8475. Dieser wurde gerade verteilt und sollte allen Kolleginnen und Kollegen vorliegen. Kann ich davon ausgehen, dass Sie einverstanden sind, dass wir dann über diesen neuen Änderungsantrag namentlich abstimmen? – Das ist der Fall. Dann verfahren wir so. Die Abgeordneten, deren Redewünsche nicht berücksichtigt werden können, haben die Möglichkeit, ihre Redebeiträge zu Protokoll zu geben. Für die Aussprache wurde eine Dauer von 30 Minuten vereinbart. Ich eröffne die Aussprache. Das Wort hat der Abgeordnete Michael Brand. Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: SPD (einzelne Abg.) Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich weiß, wir hatten eine kurze Unterbrechung, aber ich bitte jetzt wirklich um etwas Ruhe im Saal, damit der Redner beginnen kann. Michael Brand (Fulda) (CDU/CSU): Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte einleitend feststellen, dass es wichtig ist, zu verstehen, worum es heute nicht geht. Es geht bei unserem Antrag nicht um Einschränkung, nicht um den Stopp der Schwangerschaftsuntersuchungen, sondern es geht um etwas ganz anderes, nämlich um Information, um Monitoring und Begleitung. Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: SPD (einzelne Abg.) Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Denn wir müssen endlich besser verstehen, was sich in diesem Bereich genau tut. Wir wissen, dass es einen starken Anstieg der Zahl dieser Schwangerschaftstests, des NIPT, gibt. Wir wissen, dass es viele falsche Diagnosen gibt – mit dann tödlichen Folgen. Dadurch sterben vollkommen gesunde Kinder, obwohl Eltern diesen Kinderwunsch haben. Wir wissen auch von tatsächlichem Druck auf Frauen, diese Methode anwenden zu lassen. Das alles sind triftige Gründe, dass wir verstehen müssen, was gerade passiert. Deshalb müssen wir bei diesem Thema den Dingen auf den Grund gehen. Wichtige Stimmen, wie der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte, fordern, dies aufzuklären, fordern Monitoring und ein begleitendes Gremium, wie in unserem Antrag. Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: SPD (einzelne Abg.) Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Der langjährige Vorsitzende des G-BA im Gesundheitswesen, der diese Kassenleistung ja beschlossen hat, fordert seit Längerem nachdrücklich, hinzuschauen, Licht ins Dunkel zu bringen. Worum es also geht: Wir dürfen bei einem so sensiblen Thema nicht weiter im Blindflug agieren, weil es auch ungewollte, tödliche Folgen hat. Erst wenn wir dieses Wissen haben, können wir darüber reden, wie wir schwangere Mütter, werdende Eltern besser schützen, besser beraten, ihnen Ängste nehmen und ihnen Sicherheit geben können angesichts der erheblichen Anzahl falscher Befunde. Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: SPD (einzelne Abg.) Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Liebe Kolleginnen und Kollegen, was wir alle miteinander bei diesem wichtigen Thema aber auf keinen Fall tun sollten, ist, schon allein die Beschaffung von Daten ideologisch aufzuladen. Wir sind uns alle sehr einig darüber, dass wir in so wichtigen Fragen, von Leben und Tod, nie ohne gesicherte Grundlagen operieren dürfen. Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: SPD (einzelne Abg.) Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Liebe Kolleginnen und Kollegen, deswegen bin ich froh, dass wir bis kurz vor dieser Debatte einen Versuch unternommen haben, eine möglichst große Einigung in diesem Deutschen Bundestag herzustellen, Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: SPD (einzelne Abg.) Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Beifall: Linke (einzelne Abg.) um aus unterschiedlichen Fraktionen in diesem Haus gemeinschaftlich das klare Signal zu geben, das das Hinschauen, das Monitoring, ein begleitendes Gremium all diese Aspekte in den Blick nimmt. Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: SPD (einzelne Abg.) Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Der Antrag, der verteilt wurde, den Sie bekommen haben, drückt etwas Selbstverständliches aus. Ich will klarstellen, dass auch Gegenstand dieses Antrags ist, festzuhalten, dass es keinen Sinn macht, eine Untersuchung in Auftrag zu geben und gleich zu sagen: Diese Untersuchung, die Erkenntnisse davon, dürfen keine Auswirkungen haben. – Das macht keinen Sinn. So würde man die Augen vor berechtigten Ängsten verschließen, auch vor Reihenuntersuchungen, die am Ende die Geburt von Kindern mit Downsyndrom verhindern. Menschen mit Behinderungen haben die gleichen Rechte, sie haben die gleiche Würde. Und Eltern dürfen nicht unter Rechtfertigungsdruck kommen, sie brauchen, im Gegenteil, Unterstützung. Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: SPD (einzelne Abg.) Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Deshalb: Beschaffen wir uns jetzt die Informationen! Darum geht es in unserem heutigen Antrag. Beenden wir den Blindflug! Über den besten Weg kann man vor dem Hintergrund eines guten Lagebilds viel besser und verantwortlicher reden. Und exakt nur um ein besseres Lagebild geht es heute. Es geht nicht um Überzeugungen, Einschätzungen oder Beurteilungen, es geht allein um die Herstellung einer Grundlage dafür. Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Deswegen möchte ich alle Kolleginnen und Kollegen sehr herzlich einladen, diesem Antrag aus der breiten Mitte des Hauses zuzustimmen und ein starkes Signal zu senden, dass wir hinschauen, dass es keinen Rechtfertigungsdruck gibt und dass wir Menschen mit Behinderungen und Eltern Unterstützung geben wollen, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen. Ganz herzlichen Dank. Beifall: Union (einzelne Abg.) Beifall: SPD (einzelne Abg.) Beifall: Grüne (einzelne Abg.) Beifall: Linke (einzelne Abg.)